Cover: Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention

Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention

Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (Hrsg.)


Über uns

Die „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention“ stehen für eine systematische, wissenschaftlich fundierte und kontinuierlich weiterentwickelte Darstellung zentraler Konzepte, Strategien und Methoden der Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland. Als Glossar bündeln sie fachliche Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis und möchten damit einen wesentlichen Beitrag zur terminologischen Konsensbildung, zur konzeptionellen Orientierung sowie zum interdisziplinären Austausch leisten.

Entwicklung des Werkes und konzeptionelle Grundlagen: 1996 bis 2025

Die Wurzeln der Leitbegriffe reichen zurück in die Phase der zunehmenden Professionalisierung des Berufsfeldes Gesundheitsförderung und Prävention Mitte der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre. Diese Zeit war für die fachliche Entwicklung prägend, wurde doch 1986 die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet. Mit der Ottawa-Charta etablierte sich international ein erweitertes, ressourcenorientiertes und sozial eingebettetes Verständnis von Gesundheit. Die Betonung gesundheitsförderlicher Gesamtpolitik, partizipativer Ansätze sowie struktureller Rahmenbedingungen markierte einen grundlegenden Paradigmenwechsel, der das Selbstverständnis von Gesundheitsförderung, Prävention und Public Health bis heute prägt. Die Ottawa-Charta stellt seitdem einen zentralen konzeptionellen Bezugspunkt für die Entwicklung und Ausrichtung der Leitbegriffe dar.

Vor diesem Hintergrund wurden die „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden in der Gesundheitsförderung“ im Jahr 1996 – zehn Jahre nach der Ottawa-Charta – von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Verlag Peter Sabo „zur Unterstützung der Lehrgangsarbeit als Handreichung“ (Einleitung, 1996) erstmals veröffentlicht. Das Werk umfasste 68 Beiträge, die von 13 Expertinnen und Experten verfasst worden waren. Es war das Ergebnis eines zweijährigen Erarbeitungsprozesses der damaligen Redaktionsgruppe und spiegelte, so der Einband des Werkes, „den Stand der programmatischen Entwicklung in der Gesundheitsförderung bis zur Mitte der 90er Jahre“ wider. Die Redaktionsgruppe berichtet in ihrer Einleitung die Entstehungsgeschichte: „Die Idee zu einem umfassenden Gesundheitsförderungs-Glossar wurde im Jahr 1993 im Fortbildungsreferat der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und im Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) Lüneburg im Rahmen der von beiden Einrichtungen gemeinsam durchgeführten Fortbildungslehrgänge zur Gesundheitsförderung entwickelt. In diesen Lehrgängen zeigte sich ein großes Bedürfnis der TeilnehmerInnen nach Klärung von Begrifflichkeiten und Konzepten.“ (Einleitung, 1996)

Schon bald darauf zeigte sich der Bedarf nach inhaltlicher Erweiterung und Aktualisierung. In den Jahren 1999, 2000, 2003 und ab 2011 – dann im Eigenverlag der BZgA – erschienen überarbeitete und deutlich erweiterte Ausgaben. Die letzte dieser Ausgaben umfasste 115 Stichworte von insgesamt 78 Autorinnen und Autoren. Parallel zur Buchausgabe wurde 2011 eine Internetseite eingerichtet, um den digitalen Zugang zu den Inhalten und die kontinuierliche Online-Aktualisierung zu erleichtern. Die Leitbegriffe standen damit der Fachcommunity frei und ohne Lizenzgebühren zur Verfügung – eine wichtige Stärke, damit unterschiedliche Personengruppen und nicht nur Hochschulangehörige Zugang zu dem Glossar erhalten konnten. Seit 2011 wurde das Werk inhaltlich um das Handlungsfeld der Prävention erweitert, woraufhin auch der Titel in „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden“ geändert wurde.

Die Leitbegriffe waren von Beginn an eine Erfolgsgeschichte. Gedacht als berufsbegleitendes Fort- und Weiterbildungswerk fanden sie zunehmende Verwendung in der „Hochschulausbildung von Sozial- und Gesundheitsberufen und in den sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Diskursen zur Gesundheitsförderung“ und etablierten sich als wichtiges „Standardwerk“ der BZgA (Einleitung, 2003). Dabei richteten sie sich nicht nur an „Neu- und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, sondern auch an langjährig engagierte und erfahrene Praktikerinnen und Praktiker, die auf neue Anregungen […] hoffen bzw. ihren eigenen Planungs-, Projekt- oder Forschungsalltag auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüfen möchten“ (Einleitung, 2003). Dabei verloren die Leitbegriffe aber auch ihre anfängliche Zielgruppe, die Lernenden und Lehrenden, nicht aus den Augen.

Die Dynamik im Fachgebiet auch Jahrzehnte nach der Ottawa-Charta hinterließ auch in der Werkgeschichte deutliche Spuren. Das Interesse blieb ungebrochen, woraufhin im Jahr 2016 ein ergänzender Band veröffentlicht wurde, der neue Entwicklungen aufgriff und bestehende Beiträge fortschrieb. Allerdings kamen die Leitbegriffe und ihre Redaktionsgruppe im parallelen Betrieb zwischen einer gedruckten Buchversion und der Digitalversion an ihre Grenzen, „nicht zuletzt, weil der Weg vom aktualisierten Text im Netz, hin zu einer vollständigen Buchversion kaum noch leistbar“ war (Einleitung, 2016).

2018 erfolgte erstmals die Publikation als E-Book im PDF-Format. Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Werk 118 Stichworte, verfasst von 111 Autorinnen und Autoren. Durch die Entwicklung hin zu Autorengruppen erweiterte sich die Fachgemeinschaft der beteiligten Autorinnen und Autoren stetig. Mit der Umstellung auf ein ausschließliches Online-Glossar im Jahr 2019 wurde ein weiterer entscheidender Schritt in Richtung Digitalisierung, Aktualität und Nachhaltigkeit vollzogen. Das digitale Format ermöglicht seither, neue wissenschaftliche Erkenntnisse, gesellschaftliche Entwicklungen und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen zeitnah zu integrieren. Weiterhin wurde ein verbindlicher Aktualisierungszyklus eingeführt: Seit 2019 wird jeder Beitrag in einem vierjährigen Turnus von den jeweiligen Autorinnen und Autoren überprüft und bei Bedarf überarbeitet.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung spiegelt sich sowohl in der wachsenden Zahl der Beiträge als auch in der zunehmenden Beteiligung von Fachautorinnen und -autoren wider. Im Jahr 2026 umfasst das Glossar rund 140 Leitbegriffe, verfasst von ca. 170 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Die steigende Resonanz zeigt sich auch in den Nutzungszahlen: Im Jahr 2024 wurde erstmals die Marke von einer Million Seitenaufrufen erreicht. Zudem zeigt sich, dass die Leitbegriffe zur einheitlichen Begriffsverwendung breit rezipiert werden und als Standardwerk auch in gesundheitspolitisch relevanten Schriften in der Fachöffentlichkeit zitiert werden.

Mit der Umbenennung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am 13. Februar 2025 in „Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)“ bleibt das Glossar auch im neuen Institut fest verankert und zugleich programmatisch auf eine zukunftsorientierte, interdisziplinäre Weiterentwicklung ausgerichtet.

Systematik und inhaltliche Struktur

Seit den Anfängen bis heute bildet eine Systematik aus fünf Bereichen die programmatische Entwicklung der Gesundheitsförderung ab und strukturiert die Leitbegriffe, denen die einzelnen Beiträge, teilweise überschneidend, zugeordnet werden können:

  • Allgemeine Grundbegriffe
  • Wissenschaftliche Perspektiven, Bezugsdisziplinen, Theorien und Modelle
  • Kernkonzepte und Entwicklungen der Gesundheitsförderung
  • Strategien, Handlungsansätze und Methoden
  • Strukturen, Settings und Zielgruppen

Diese Struktur verdeutlicht den Anspruch, sowohl theoretische Grundlagen als auch praxisorientierte Zugänge abzubilden und damit eine Brücke zwischen Wissenschaft, Praxis und gesundheitspolitischer Steuerung zu schlagen. Zudem ist das Werk alphabetisch geordnet, um den lexikalischen Anspruch zu verdeutlichen. Darüber hinaus sind die Einzelbeiträge durch Querverweise miteinander vernetzt, sodass ein schrittweise vertieftes Verständnis über die konzeptionellen Zusammenhänge ermöglicht wird.

30 Jahre Leitbegriffe – Das Online Living Handbook im Jubiläumsjahr 2026

Das Jahr 2026 markiert einen weiteren Meilenstein: Dreißig Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheinen die „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention“ erstmals als Online Living Handbook in einem zukunftsgerichteten, wissenschaftlichen Open-Access-Format auf der Publikationsplattform PUBLISSO. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) arbeitet hierbei mit der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) – Informationszentrum Lebenswissenschaften eng zusammen. 
Das Online Living Handbook verbindet verbindet die Vorzüge einer formalen Buchpublikation mit den Vorteilen einer digitalen Plattform. Mit diesem Schritt werden die Zitierfähigkeit durch standardisierte bibliografische Angaben, die Versionierung einzelner Beiträge sowie die transparente Dokumentation von Aktualisierungen systematisch sichergestellt. Zugleich wird die nachhaltige Indexierung in wissenschaftlichen Datenbanken unterstützt und die Sichtbarkeit in allgemeinen Suchmaschinen erhöht. Die Leitbegriffe können dadurch noch deutlicher als interdisziplinäres, qualitätsgesichertes und kontinuierlich fortgeschriebenes Gesamtwerk wahrgenommen werden.

Der Zugang zu den Volltexten bleibt über die bekannte Webadresse (URL) https://leitbegriffe.bioeg.de niedrigschwellig möglich, von wo aus auf die Publikationsplattform direkt verlinkt wird. Außerdem können die Leitbegriffe auch über die PUBLISSO-Publikationsplattform (www.publisso.de) oder direkt in PUBLISSO aufgerufen werden: https://books.publisso.de/de/publisso_gold/publishing/books/overview/54.

Der Abstractband als ergänzendes Format im Jubiläumsjahr

Ergänzend zum Online Living Handbook erscheint 2026 erstmals ein Abstractband. Er bietet eine kompakte Gesamtübersicht über alle Beiträge in alphabetischer Reihenfolge zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Online Living Handbook und dient der schnellen Orientierung über das Gesamtwerk. Der Abstractband ist kostenfrei im Shop des BIÖG in der Fachheftreihe „Konzepte“ als Druckausgabe sowie als PDF-Download erhältlich.
Während der Abstractband einen verdichteten Überblick bereitstellt, bildet das Online Living Handbook die ausführliche, zitierfähige und kontinuierlich aktualisierte Referenzversion der „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention“.

Die wissenschaftliche Redaktionsgruppe

Die Leitbegriffe basieren auf fachlichem Austausch, Dialog und Kooperation. Eine zentrale Rolle kommt dabei der wissenschaftlichen Redaktionsgruppe zu. Sie begleitet die konzeptionelle Weiterentwicklung des Glossars, berät hinsichtlich inhaltlicher Schwerpunkte und Qualitätssicherung und spricht Empfehlungen für die Aufnahme, Überarbeitung und Fortschreibung von Beiträgen aus. Zugleich rekrutiert sie neue Expertinnen und Experten für zusätzliche Themenfelder und begleitet die Autorinnen und Autoren oftmals über viele Jahre hinweg.

Mitglieder der Redaktionsgruppe waren bzw. sind (alphabetisch, Stand 2026):

  • Prof. Dr. Cornelia Betsch (2018 - 2019)
  • Stephan Blümel (2011 - 2023)
  • Fabienne Braukmann (seit 2022)
  • Bernhard Buhs (2018 - 2022)
  • Prof. Dr. Peter Franzkowiak (1996 - 2019, Redaktionsleitung 1996 - 2010)
  • Michael Hahn (seit 2024)
  • Prof. Dr. Lotte Kaba-Schönstein (1996 - 2023)
  • Manfred Lehmann (1996 - 2010)
  • Dr. Guido Nöcker (2011 - 2018)
  • Dr. Martina Plaumann (seit 2018)
  • Prof. Dr. Nadine Reibling (seit 2023)
  • Prof. Dr. Doreen Reifegerste (seit 2023)
  • Peter Sabo (2003 - 2010)
  • Annette C. Seibt (1996 - 2002)
  • Dr. Anke Spura (seit 2019)
  • Prof. Dr. Alf Trojan (2011 - 2023, Redaktionsleitung 2011 - 2023)

Weitere Informationen zu den aktuellen Mitgliedern der Redaktionsgruppe finden Sie unter „Redaktionsgruppe

Nach wie vor bemüht sich die Redaktionsgruppe um „Vollständigkeit, Aktualität und inhaltliche Abstimmung“ (Einleitung, 1996), damit das Glossar, wie bereits in seiner Erstausgabe proklamiert, offen für Weiterentwicklungen und somit „lebendig“ bleibt.

Die Autorinnen und Autoren – ein interdisziplinäres Netzwerk

In den zurückliegenden Jahren entstand zur Weiterentwicklung der Leitbegriffe ein interdisziplinäres Netzwerk von Fachautorinnen und -autoren aus Hochschulen und Forschungsinstituten, aus Institutionen des Gesundheitswesens, aus der praktischen Anwendung sowie aus der freiberuflichen Tätigkeit. Die beteiligten Expertinnen und Experten bringen Perspektiven unterschiedlicher Disziplinen ein, stehen in regelmäßigem Austausch und wirken gemeinsam an der Weiterentwicklung zentraler Begriffe und Konzepte mit. So bildet das Autorinnennetzwerk nicht nur die inhaltliche Vielfalt des Feldes ab, sondern trägt durch fortlaufende Zusammenarbeit maßgeblich zur nachhaltigen begrifflichen Konsensbildung in Gesundheitsförderung, Prävention und Public Health bei. Mittlerweile ist ein Generationenwechsel zu beobachten, indem angestammte Autorinnen und Autoren „ihre“ Leitbegriffe neuen Expertinnen und Experten übergeben. Auch dadurch entwickeln sich die Leitbegriffe weiter, ausgehend von einer soliden fachlichen Basis, lebendig und offen für die Themen der Zukunft. 

Die wissenschaftliche Redaktionsgruppe dankt dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und davor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für die kontinuierliche Unterstützung und die verlässlichen strukturellen Rahmenbedingungen, die die nachhaltige Entwicklung der „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention“ als Langzeitprojekt ermöglichen.

Das BIÖG dankt allen aktuellen und ehemaligen Autorinnen und Autoren sowie den Mitgliedern der wissenschaftlichen Redaktionsgruppe für ihr langjähriges, engagiertes Wirken, ihre wissenschaftliche Expertise und ihren fortwährenden fachlichen Austausch.

Allen Leserinnen und Lesern – insbesondere Lernenden, Lehrenden, Forschenden sowie Fachkräften und Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren – wünschen die wissenschaftliche Redaktionsgruppe und das BIÖG eine erkenntnisreiche, anregende und bereichernde Lektüre sowie vielfältige Impulse für Wissenschaft, Praxis und gesundheitspolitische Gestaltung.

Für das BIÖG und die wissenschaftliche Redaktionsgruppe
Fabienne Braukmann, Michael Hahn, Martina Plaumann, Nadine Reibling, Doreen Reifegerste, Anke Spura