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    <Identifier>zma000626</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/zma000626</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-zma0006260</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Forschungsarbeit&#47;research article</ArticleType>
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      <Title language="de">Auch F&#252;hren will gelernt sein: Angebot und Nachfrage nach Weiterbildung in Betriebswirtschaftslehre f&#252;r Krankenhaus&#228;rzte</Title>
      <TitleTranslated language="en">Leading does not come naturally: supply and demand for further training in hospital aministration for medical professionals</TitleTranslated>
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          <Affiliation>Ernst Moritz Arndt Universit&#228;t Greifswald, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakult&#228;t, Lehrstuhl f&#252;r Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement, Greifswald, Deutschland</Affiliation>
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          <LastnameHeading>Fle&#223;a</LastnameHeading>
          <Firstname>Steffen</Firstname>
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          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Ernst Moritz Arndt Universit&#228;t Greifswald, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakult&#228;t, Lehrstuhl f&#252;r Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement, Friedrich-Loeffler-Stra&#223;e 70, 17487 Greifswald, Deutschland, Tel.: 03834&#47;86-2476<Affiliation>Ernst Moritz Arndt Universit&#228;t Greifswald, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakult&#228;t, Lehrstuhl f&#252;r Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement, Greifswald, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>steffen.flessa&#64;uni-greifswald.de</Email>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">public administration</Keyword>
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      <Keyword language="de">Krankenhausbetriebslehre</Keyword>
      <Keyword language="de">Management</Keyword>
      <Keyword language="de">Weiterbildung</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Humanmedizin</SectionHeading>
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    <DateReceived>20090121</DateReceived>
    <DateRevised>20090408</DateRevised>
    <DateAccepted>20090623</DateAccepted>
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      <DatePublished>20090817</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <Journal>
        <ISSN>1860-3572</ISSN>
        <Volume>26</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Medizinische Ausbildung</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Med Ausbild</JournalTitleAbbr>
      </Journal>
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    <ArticleNo>34</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Die F&#252;hrung von Fachabteilungen und von ganzen Krankenh&#228;usern erfordert Kompetenzen in den Bereichen Personalf&#252;hrung, Finanzmanagement, Marketing und Strategie, aber die wenigsten Chef- und Ober&#228;rzte haben w&#228;hrend ihrer medizinischen Ausbildung eine entsprechende Qualifizierung erfahren. Dies ist insbesondere der Fall bei F&#252;hrung als Teil des Managementprozesses. Der vorliegende Artikel stellt Ergebnisse zweier Studien vor, in der die Nachfrage und das Angebot an Weiterbildung in den Bereichen Betriebswirtschaft und Management f&#252;r im Krankenhaus t&#228;tige Mediziner analysiert werden mit schwerpunktm&#228;&#223;iger Betrachtung der F&#252;hrungskompetenzen. Es zeigt sich ein hohes Bewusstsein der Chef- und Ober&#228;rzte f&#252;r die Notwendigkeit an Weiterbildung in diesem und anderen Bereichen und eine hohe Bereitschaft, hierf&#252;r Zeit zu investieren. Gleichzeitig besteht jedoch eine geringe Zahlungsbereitschaft. Gleichzeitig bestehen aber auch zahlreiche Angebote f&#252;r eine allgemeine Fortbildung in diesem Bereich, jedoch kaum ma&#223;geschneiderte Programme f&#252;r Chef- und Ober&#228;rzte. </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The leadership of departments and hospitals requires qualifications in the fields of personnel and financial management, marketing and strategy, but only few medical experts in leadership positions have been trained in these subjects. This is especially the case in leadership as a part of the management process. This paper discusses the results of two studies analyzing the supply and demand with respect to training in the fields of hospital administration and management for medical experts in hospitals, with a particular emphasis on leadership training. It is shown that these professionals are aware of the fact that they need further training in these and other fields, but their willingness to pay for it is quite limited. At the same time, there is a broad supply of general courses, but hardly any programs specially designed for medical professionals in leadership positions in hospitals. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Einleitung" linked="yes">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Die Komplexit&#228;t und Dynamik der Krankenhausbranche hat sich in den letzten Jahren erheblich erh&#246;ht. Die Abschaffung des Selbstkostendeckungsprinzips, die Umstellung auf fallpauschalierte Entgelte, die h&#246;here Integration der Fachabteilungen untereinander sowie des Krankenhauses mit anderen Sektoren sowie die verpflichtende Einf&#252;hrung des Qualit&#228;tsmanagements stellen stetig steigende Anforderungen an die F&#252;hrung der H&#228;user und der Fachabteilungen. L&#228;ngst sind auch die Chef&#228;rzte zu Managern geworden, deren Kapazit&#228;t eben nicht nur medizinisch-fachlich, sondern auch betriebswirtschaftlich gefordert ist <TextLink reference="1"></TextLink>. F&#252;hrung, Budgetierung, Kostenrechnung, Prozessmanagement, Marketing und Strategie werden auch f&#252;r leitende Krankenhaus&#228;rzte zu Schl&#252;sselqualifikationen, die auch immer &#246;fters zur Einstellungsvoraussetzung werden. &#196;hnliches l&#228;sst sich stellenweise auch f&#252;r den Pflegebetrieb in Krankenh&#228;usern feststellen <TextLink reference="2"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die geforderten und ben&#246;tigten Kompetenzen im Bereich der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere im Bereich F&#252;hrung und Management, werden jedoch im Medizinstudium und der Facharztausbildung nicht vermittelt <TextLink reference="3"></TextLink>. Nach eigenen Sch&#228;tzungen d&#252;rften in den rund 2.100 Allgemeinkrankenh&#228;usern und 1.300 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mindestens 10.000 Chef- und 20.000 Ober&#228;rzte mit teilweiser Leitungsverantwortung arbeiten, die potentiell einen Bedarf an Schulung in Betriebswirtschaftslehre haben.</Pgraph><Pgraph>Im Folgenden sollen die Ergebnisse zweier Studien vorgestellt werden, die die Nachfrage und das Angebot an Weiterbildung in Betriebswirtschaftslehre f&#252;r Klinik&#228;rzte erhoben haben. Beide Studien wurden vom Lehrstuhl f&#252;r Allgemeine Betriebswirtschafts-lehre und Gesundheitsmanagement der Ernst-Moritz-Arndt-Universit&#228;t Greifswald mit dem Ziel durchgef&#252;hrt, eine Marktanalyse f&#252;r eigene Aktivit&#228;ten auf diesem Markt zu erstellen. Schwerpunktm&#228;&#223;ig wurde hierbei der Aspekt F&#252;hrung innerhalb des Managementprozesses betrachtet. Die Arbeit stellt zuerst die Ergebnisse der Erhebung der Nachfrage nach Weiterbildungen vor, anschlie&#223;end wird das Weiterbildungsangebot beschrieben. Die Arbeit schlie&#223;t mit einer Diskussion und einem Abgleich von Angebot und Nachfrage. </Pgraph><Pgraph> </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Weiterbildungsnachfrage" linked="yes">
      <MainHeadline>Weiterbildungsnachfrage</MainHeadline><Pgraph>Die Daten zur Nachfrage von Weiterbildungen in Betriebswirtschaft und Management f&#252;r Krankenhaus&#228;rzte wurden mittels eines Fragebogens empirisch erfasst, der 19 Items beinhaltet und &#252;berwiegend aus geschlossenen Fragen besteht (siehe Anhang 1 <AttachmentLink attachmentNo="1" />). Der Fragebogen sollte im ersten Teil neben allgemeinen Angaben insbesondere die Einsch&#228;tzung des F&#252;hrungsverhaltens und F&#252;hrungskapazit&#228;ten der Befragten ermitteln. Anschlie&#223;end sollten Daten &#252;ber Weiterbildungsbedarf und &#8211;w&#252;nsche bzw. -modalit&#228;ten erhoben werden, auch in Bezug auf betriebswirtschaftliche Felder neben der F&#252;hrungs- lehre. F&#252;hrung wird hierbei als der willentliche Beeinflussungsprozess und die unmittelbare Einflussnahme einer Person auf eine Andere verstanden <TextLink reference="4"></TextLink>, <TextLink reference="5"></TextLink>. Ferner bildet F&#252;hrung einen Teil des Managementprozesses. Unter Management werden dabei Handlungen verstanden, die eine Steuerung von Prozessen in Betrieben erlauben, und aus den Schritten Planung, Organisation, Personaleinsatz, F&#252;hrung und Kontrolle besteht <TextLink reference="6"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Der Fragebogen wurde an die &#196;rztlichen Direktoren der Akutkrankenh&#228;user Mecklenburg-Vorpommerns mit der Bitte geschickt, diesen an die Chef- und Ober&#228;rzte und &#196;rzte in sonstiger leitender Position weiterzuleiten. Ferner wurden die Frageb&#246;gen &#252;ber die Konzernzentrale der SANA AG an die zugeh&#246;rigen Kliniken deutschlandweit verschickt. Es wurde vollst&#228;ndige Anonymit&#228;t zugesichert. 85 g&#252;ltige B&#246;gen konnten in die Analyse einbezogen werden, wobei es aber nicht m&#246;glich ist, die R&#252;cklaufquote zu bestimmen, da bei dieser Methodik die Grundgesamtheit nicht bekannt ist.</Pgraph><SubHeadline>Allgemeine Angaben</SubHeadline><Pgraph>Die &#252;berwiegende Mehrheit der Antworten (97&#37;) kam aus Nord- bzw. Ost-Deutschland. 55&#37; waren Chef&#228;rzte und 40&#37; Ober&#228;rzte, wobei die Altersgruppe zwischen 45 und 60 Jahren erwartungsgem&#228;&#223; &#252;berwiegte (58&#37;), aber immerhin noch 36&#37; der Befragten zwischen 35 und 45 Jahre alt waren.</Pgraph><Pgraph>Ein erster Fragenkomplex sollte die eigene F&#252;hrungserfahrung reflektieren. Auf die Frage &#8222;Wie w&#252;rden Sie allgemein die Mitarbeiterf&#252;hrung in Ihrem Krankenhaus einsch&#228;tzen&#63;&#8220; antworteten 68&#37; mit &#8222;gut&#8220; oder &#8222;eher gut&#8220;, 22&#37; mit &#8222;weniger gut&#8220; oder &#8222;schlecht&#8220; (Rest: &#8222;wei&#223; nicht&#8220;). Auff&#228;llig war, dass auch hier das Ph&#228;nomen der &#220;berkonfidenz eintritt, denn die Frage &#8222;Wie w&#252;rden Sie Ihre eigene Mitarbeiterf&#252;hrung einsch&#228;tzen&#63;&#8220; wurde zu 83&#37; mit &#8222;gut&#8220; oder &#8222;eher gut&#8220;, aber nur mit 17&#37; mit &#8222;weniger gut&#8220; oder &#8222;schlecht&#8220; eingestuft (Rest: &#8222;wei&#223; nicht&#8220;). Ein Vergleich der beiden Hierarchiestufen zeigt, dass Chef&#228;rzte die Mitarbeiterf&#252;hrung im jeweiligen Krankenhaus eher besser einsch&#228;tzen als Ober&#228;rzte. 85&#37; der Chef&#228;rzte sch&#228;tzen die Mitarbeiterf&#252;hrung im Krankenhaus als &#8222;gut&#8220; oder &#8222;eher gut&#8220; ein (Ober&#228;rzte: 50&#37;), 13&#37; als &#8222;weniger gut&#8220; oder &#8222;schlecht&#8220; (Ober&#228;rzte: 29&#37;, Rest: &#8222;wei&#223; nicht&#8220;). </Pgraph><Pgraph>Die Frage &#8222;Wie bewerten Sie den Delegationsgrad in Ihrem Krankenhaus&#63;&#8220; beantworteten 47&#37; mit &#8222;sehr gut&#8220; oder &#8222;gut&#8220;, 42&#37; mit &#8222;mittelm&#228;&#223;ig&#8220; und 11&#37; mit &#8222;weniger gut&#8220; oder &#8222;schlecht&#8220;. Die Antwort auf die Frage &#8222;Wie viele Aufgaben k&#246;nnen Sie an Ihre Mitarbeiter delegieren&#63;&#8220; war ann&#228;hernd identisch (48&#37; &#8222;sehr viele&#8220; und &#8222;viele&#8220;, 39&#37; &#8222;einige&#8220;, 13&#37; &#8222;wenige&#8220;). Es wurde hierbei keine Differenzierung in administrative und medizinische Aufgaben vorgenommen. Die Einsch&#228;tzung zur Delegation von Aufgaben im Krankenhaus unterscheidet sich jedoch hinsichtlich der beruflichen Position sehr deutlich. Ober&#228;rzte sch&#228;tzen die Situation an ihrem jeweiligen Krankenhaus relativ schlechter ein als ihre Vorgesetzten (siehe Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />). Auch die Bewertung eigener Delegationsf&#228;higkeiten f&#228;llt bei Ober&#228;rzten kritischer aus als bei Chef&#228;rzten (siehe Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure" />).  </Pgraph><SubHeadline>Weiterbildungsbedarf</SubHeadline><Pgraph>Ganz allgemein wollen insgesamt 71&#37; der Befragten ihr Wissen in Betriebswirtschaftslehre und Management ausbauen, lediglich 22&#37; haben dies nicht vor (Rest: &#8222;wei&#223; nicht&#8220;). Die Begriffe Betriebswirtschaft und Management wurden hierbei inhaltlich nicht weiter differenziert, um die tendenzielle Bereitschaft einer Teilnahme an einer Weiterbildungsveranstaltung dieser Fachdisziplin zu ermitteln. Unterschiede bei den Antworten zwischen den Berufsgruppen gab es hierbei nicht. Dieser Bedarf ist allerdings vom Alter der Befragten abh&#228;ngig. Von den &#196;rzten der Altersklasse 35-45 Jahre wollen 81&#37; ihr Wissen in Betriebswirtschaft&#47;Management ausbauen, bei &#196;rzten der Altersklasse 45-60 Jahre lediglich 64&#37; (Rest: &#8222;nein&#8220; oder &#8222;wei&#223; nicht&#8220;). </Pgraph><Pgraph>Eine konkrete Nachfrage nach Weiterbildung gibt es hingegen bislang kaum. In den n&#228;chsten 12 Monaten wollen nur 13&#37; eine Weiterbildung im genannten Bereich beginnen, 59&#37; haben dies nicht vor (Rest: &#8222;wei&#223; nicht&#8220;). Die Antworten unterschieden sich hierbei nicht zwischen den Altersklassen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass zwar grunds&#228;tzlich ein hoher Bedarf besteht, allerdings noch keine konkrete Nachfrage vorliegt. </Pgraph><SubHeadline>Weiterbildungsinhalte und -form</SubHeadline><Pgraph>Ein dritter Themenkomplex sollte die Pr&#228;ferenzen bez&#252;glich Weiterbildungsinhalten und -form ermitteln, welche aus einer vorgegebenen Menge auszuw&#228;hlen waren. Bei den Weiterbildungsinhalten wurden vorwiegend personalbezogene Themen gew&#252;nscht. Von allen Inhaltsw&#252;nschen wurden am h&#228;ufigsten die Themenfelder Management (25&#37;) und Personal (20&#37;) angegeben (DRG&#47;Krankenhausfinanzierung: 15&#37;, Controlling: 15&#37;, Finanzen: 14&#37;, Marketing: 11&#37;). Weitere gew&#252;nschte Inhalte, die in einem offenen Feld angegeben werden konnten, waren z.B. GO&#196;-Abrechnung, Kommunikationstraining, Finanzierung ambulanter Netzwerke im Krankenhaus und Vereinbarkeit von hoher medizinischer Leistung und Betriebswirtschaft.</Pgraph><Pgraph>Bei der Weiterbildungsform wurde von den Vorgaben (Pr&#228;senzveranstaltung&#47; Kombination aus Pr&#228;senz- und Fernlehre&#47; Fernunterricht) am h&#228;ufigsten eine Pr&#228;senzveranstaltung (52&#37;) angegeben, dann kombinierte Pr&#228;senz- und Fernlehre (38&#37;) und nur zum geringsten Teil reiner Fernunterricht (10&#37;). </Pgraph><SubHeadline>Zeit-, Distanz- und Kostenfilter</SubHeadline><Pgraph>Ob ein Weiterbildungsangebot tats&#228;chlich in Anspruch genommen wird, h&#228;ngt unter anderem davon ab, wie viel Zeit eine Weiterbildung beansprucht, wie weit der An-fahrtsweg und wie hoch die Zahlungsbereitschaft ist. Die Dauer einer Weiterbildung in Betriebswirtschaft&#47;Management wird dabei m&#246;glichst kurz gew&#252;nscht. Lediglich einen Wochenblock an Unterricht wollen 38&#37;, bis zu 2 Wochenbl&#246;cke w&#252;rden 30&#37; akzeptabel finden (2 bis 3: 18&#37;, 3 bis 4: 0&#37;, 4 bis 6: 14&#37;, &#252;ber 6: 0&#37;). Zu fragen bleibt allerdings, ob ein oder zwei Wochenbl&#246;cke tats&#228;chlich ausreichen k&#246;nnen, um ein Basiswissen an Betriebswirtschaftslehre und Management zu vermitteln.</Pgraph><Pgraph>Die Distanz im Falle einer Pr&#228;senzveranstaltung und die damit verbundene Anreisedauer spielen stellenweise eine Rolle f&#252;r die befragten &#196;rzte; die Auspr&#228;gungen sind aber weniger eindeutig. Zwar w&#252;rden 11&#37; h&#246;chstens nur eine Stunde zum Veranstaltungsort reisen, jedoch w&#252;rden 21&#37; auch &#252;ber 4 Stunden fahren (ein bis 2: 29&#37;, 2 bis 3: 22&#37;, 3 bis 4: 17&#37;). Als Verkehrsmittel zur Anreise wird eindeutig der eigene PKW bevorzugt (47&#37;), aber auch der &#246;ffentliche Bahnverkehr wird durchaus in Betracht gezogen (33&#37;) (Rest: &#8222;egal&#8220;).</Pgraph><Pgraph>Die Zahlungsbereitschaft f&#252;r eine Weiterbildungsveranstaltung ist insgesamt eher gering einzusch&#228;tzen (siehe Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure" />). Hier w&#228;ren 52&#37; bereit, bis 1.000 &#8364; f&#252;r eine Weiterbildungsma&#223;nahme zu zahlen, 24&#37; w&#252;rden 1.000-3.000 &#8364; bezahlen, weitere 12&#37; sogar 3.000-5.000 &#8364; (5.000-7.000 &#8364;: 4&#37;, Rest: keine Angabe).</Pgraph><SubHeadline>Zusatznutzen und Erwartungen</SubHeadline><Pgraph>Ein besonderes Begleitprogramm einer Weiterbildungsveranstaltung kann dazu f&#252;hren, dass etwa Zeit-, Distanz- oder Kostenfilter eine geringere Wirkung zeigen. Auf die Fra-ge, welches Begleitprogramm zu einer Weiterbildungsveranstaltung gew&#252;nscht wird, wurde am h&#228;ufigsten Exkursionen in andere Kliniken (43&#37;) angegeben, neben Gemeinsames Abendessen (30&#37;), Kamingespr&#228;che (22&#37;) und Ausfl&#252;ge (6&#37;). In einem offenen Antwortfeld wurde au&#223;erdem die M&#246;glichkeit gegeben, sonstige Interessen bzw. Vorschl&#228;ge f&#252;r ein Begleitprogramm zu geben. Hierbei wurden u.a. die Punkte Austauschzeiten zwischen Weiterbildungsteilnehmern und Gespr&#228;che mit Unternehmern au&#223;erhalb des Gesundheitswesens genannt. </Pgraph><Pgraph>Die Erhebung schlie&#223;t mit der offenen Frage &#8222;Welche Erwartungen haben Sie an eine Weiterbildungsveranstaltung im Bereich Betriebswirtschaft&#47;Management&#63;&#8220;. Im Vordergrund standen hier zum einen Aussagen bzgl. der betriebswirtschaftlichen Denkweise. (&#8222;Besseres Verst&#228;ndnis f&#252;r betriebswirtschaftliches Denken&#8220;), bzgl. des Spannungsfeldes zwischen Medizin und &#214;konomie (&#8222;Wahrung des medizinischen Standards unter privatwirtschaftlich gef&#252;hrtem Klinikmanagement; Spannungsfeld medizinische Qualit&#228;t, medizinische Ethik gegen wirtschaftliche Interessen privater Tr&#228;ger und Kostentr&#228;ger&#8220;) und bzgl. der Praxisorientierung einer Weiterbildungsveranstaltung (&#8222;Erlernen der Umsetzung an praktischen Beispielen&#8220;, &#8222;Verkn&#252;pfung von betriebswirtschaftlicher Theorie und praxisrelevanter Umsetzung&#8220;).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Weiterbildungsangebot" linked="yes">
      <MainHeadline>Weiterbildungsangebot</MainHeadline><Pgraph>Die Daten f&#252;r die Analyse des Weiterbildungsangebotes f&#252;r Betriebswirtschaft und Management wurden mittels Weiterbildungsdatenbanken im World Wide Web (z.B. Info-WebWeiterBildung) gewonnen, fehlende Datenfelder durch Nachfragen bei den Anbietern erhalten, wobei nicht alle zu Angaben bereit waren (z.B. bei Preisen). Ferner wurden die Internetpr&#228;senzen der Landes&#228;rztekammern, Kassen&#228;rztlichen Vereinigungen und staatlichen bzw. privaten Hochschulen nach Informationen durchsucht. Es wurden Daten zu Weiterbildungstr&#228;gern, Zeitaufwand, Preisen, Zulassungsvoraussetzungen, Zielgruppen, Lernformen, Inhalten und Fortbildungspunkten erhoben (siehe Anhang 2 <AttachmentLink attachmentNo="2" />). Ein Schwerpunkt soll dabei die Situation in der Bundesrepublik Deutschland sein, was aber stellenweise durch Daten aus &#214;sterreich und der Schweiz erg&#228;nzt werden soll. </Pgraph><Pgraph>Von Relevanz f&#252;r die Angebotsanalyse waren hierbei alle Weiterbildungen, die Krankenhaus&#228;rzte in Betriebswirtschaft und&#47;oder Management ausbilden. Ausgeklammert wurden unspezifische Managementausbildungen (z.B. General Management), die keinen Branchenbezug haben und Weiterbildungen, die nur einen kleinen Teilbereich der Betriebswirtschaft&#47;des Management abdecken (z.B. Qualit&#228;tsmanagement). Weiterhin ausgeklammert wurden auch interne Weiterbildungsakademien einiger Klinikkonzerne (z.B. Helios Akademie). Des Weiteren finden sich in der Angebotsanalyse auch keine Individualkurse und Einzelseminare (z.B. Inhouse-Veranstaltungen), da hier nicht von einem institutionalisiertem Lehrangebot ausgegangen werden kann und Preise und Inhalte kundenindividuell festgelegt werden. </Pgraph><SubHeadline>Weiterbildungstr&#228;ger</SubHeadline><Pgraph>In Deutschland konnten 59 Tr&#228;ger von Weiterbildungslehrg&#228;ngen im Bereich Betriebswirtschaft&#47;Management im Gesundheitswesen identifiziert werden. Diese Tr&#228;ger bieten insgesamt 79 verschiedene Weiterbildungen im genannten Bereich an. In &#214;sterreich wurden 12 Tr&#228;ger mit 20 Weiterbildungsangeboten gefunden, in der Schweiz 6 Tr&#228;ger mit 9 Angeboten. Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure" /> kann entnommen werden, dass die Orte, an denen Weiterbildungen angeboten werden, sehr ungleichm&#228;&#223;ig in der BRD verteilt sind. Insbesondere im Norden und Osten Deutschlands &#8211; mit Ausnahme der Ballungszentren Hamburg und Berlin &#8211; sind nur vereinzelt Standorte vorhanden. </Pgraph><Pgraph>In &#214;sterreich konzentrieren sich die Veranstaltungsorte auf die &#246;stlichen Bundesl&#228;nder und dabei insbesondere auf die bev&#246;lkerungsreichen Hauptst&#228;dte (Klagenfurt, Linz, Graz, Salzburg und Wien) und Krems. Die Veranstaltungsorte in der Schweiz konzentrieren sich auf die Hauptst&#228;dte Altdorf, Bern, St. Gallen und Z&#252;rich, und somit auf die mittleren Kantone. Also auch hier eine Konzentration auf Ballungsr&#228;ume.</Pgraph><Pgraph>Von allen Weiterbildungstr&#228;gern haben 66&#37; eine Anbindung an Universit&#228;ten bzw. Hochschulen (keine Anbindung: 30&#37;, Rest: keine Angabe). Im L&#228;ndervergleich zeigt sich allerdings, dass in der Schweiz (100,0&#37;) und &#214;sterreich (75,0&#37;) ein h&#246;herer Grad an Anbindung an akademische Institutionen vorhanden ist. </Pgraph><Pgraph>Die &#252;berdurchschnittlich h&#228;ufige Anbindung an Universit&#228;ten und Hochschulen mag ein Grund daf&#252;r sein, warum es fast genau so viele Weiterbildungen im Bereich Betriebswirtschaft&#47;Management als (Aufbau-)Studiengang gibt (48&#37;), wie es Weiterbildungslehrg&#228;nge gibt (52&#37;). Weiterbildungslehrg&#228;nge lassen sich ferner in Veranstaltungen, die an 1-7 Wochenenden stattfinden (Wochenendseminare), und Veranstaltungen, die entweder an mehr als 7 Wochenenden stattfinden oder generell &#252;ber mehrere Monate bzw. Jahre andauern (Lehrg&#228;nge), differenzieren. Wochenendseminare bilden 27&#37; der Lehrg&#228;nge, was 14&#37; des Gesamtangebotes entspricht. Auff&#228;llig ist in diesem Kontext, dass lediglich ein Wochenendseminar eine Hochschulanbindung (Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft) besitzt, immerhin aber 40&#37; der Lehrg&#228;nge eine solche Verbindung haben.</Pgraph><SubHeadline>Zeitaufwand</SubHeadline><Pgraph>Der Zeitaufwand einzelner Weiterbildungsangebote ist schwierig zu bestimmen, da die Anbieter sich oftmals auf die vagen &#196;u&#223;erungen Vollzeit und Teilzeit verlassen. Unter Teilzeit wird dabei verstanden, dass eine Weiterbildung neben dem Beruf absolviert werden kann und etwa 10 bis 15 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt. Bei Pr&#228;senzveranstaltungen finden diese Veranstaltungen abends oder am Wochenende z.B. in Blockform statt. 70&#37; der Angebote werden demnach in der Teilzeitform angeboten, 20&#37; in Vollzeit und 10&#37; waren nicht zuzuordnen.</Pgraph><SubHeadline>Preise</SubHeadline><Pgraph>Die Betrachtung der Preise einzelner Weiterbildungsangebote ist ein wichtiger Faktor, da z.B. zu hohe Preise Kunden fernhalten bzw. zu niedrige Preise eine mangelnde Qualit&#228;t suggerieren k&#246;nnen. Die Preise der einzelnen Weiterbildungsangebote streuen ziemlich stark, wobei festgehalten werden kann, dass eine Weiterbildung in Deutschland in der Regel &#252;ber 1.000 &#8364; kostet und der Preis nach oben recht offen ist (siehe Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure" />). </Pgraph><Pgraph>F&#252;r die einzelnen Weiterbildungsformen lassen sich lediglich Preisspannen angeben. F&#252;r Studieng&#228;nge liegt diese bei 200 bis 15.000 &#8364; (bei MBA-Studieng&#228;ngen: 7.900 bis 32.400 &#8364;), f&#252;r Lehrg&#228;nge bei 700 bis 8.900 &#8364; und f&#252;r Wochenendseminare bei 1.500 bis 4.900 &#8364;. Im L&#228;ndervergleich wird deutlich, dass die Schweiz besonders viele Angebote im Hochpreissegment hat (&#62; 50&#37;), &#214;sterreich aber &#228;hnlich wie Deutschland breit gestreut ist.</Pgraph><SubHeadline>Zulassungsvoraussetzungen</SubHeadline><Pgraph>Eine Grundvoraussetzung f&#252;r die meisten Weiterbildungsangebote im genannten Bereich in Deutschland ist ein abgeschlossenes Studium bzw. die Approbation (54&#37;) gepaart mit einer 1-2-j&#228;hrigen Berufspraxis im Gesundheitswesen. 11&#37; setzen eine Berufsausbildung voraus, 23&#37; der Angebote stellen keine bestimmten Zulassungsvoraussetzungen auf (Rest: keine Angabe). Ob diejenigen Angebote, die lediglich eine Berufsausbildung voraussetzen, &#252;berhaupt f&#252;r &#196;rzte geeignet sind, bleibt zu fragen. Denn schlie&#223;lich haben &#196;rzte eine langj&#228;hrige akademische Ausbildung durchlaufen inklusive einer anschlie&#223;enden mehrj&#228;hrigen Facharztausbildung und sind somit ein bestimmtes Lernniveau gew&#246;hnt. </Pgraph><SubHeadline>Zielgruppen</SubHeadline><Pgraph>F&#252;r die Analyse wurden insgesamt vier Zielgruppen definiert, nach denen sich die Angebote kategorisieren lassen. Diese sind Fachkr&#228;fte (5&#37;), F&#252;hrungskr&#228;fte (4&#37;), Fach- und F&#252;hrungskr&#228;fte (51&#37;) und &#196;rzte&#47;Mediziner (25&#37;) (Rest: keine Angabe). Der Unterschied zwischen Fachkr&#228;ften und F&#252;hrungskr&#228;ften ist, dass hier zum einen ein Auf-stieg in eine F&#252;hrungsposition angestrebt wird bzw. zum anderen schon eine leitende Position vorhanden ist. Die Angebote f&#252;r Fach- und F&#252;hrungskr&#228;fte sind f&#252;r die verschiedensten Interessenten offen (Juristen, Mediziner, Ingenieure etc.) und weniger auf eine Zielgruppe spezialisiert. Die Gruppe &#196;rzte&#47;Mediziner stellt diejenigen Angebote dar, die speziell und ausschlie&#223;lich f&#252;r &#196;rzte&#47;Mediziner entwickelt worden sind. Die Weiterbildungsangebote f&#252;r &#196;rzte&#47;Mediziner sind in sich wenig differenziert. Lediglich zwei Angebote richten sich speziell an Chef- und Ober&#228;rzte, ein Angebot speziell an Chef&#228;rzte und &#196;rztliche Direktoren. </Pgraph><SubHeadline>Lernformen und Inhalte</SubHeadline><Pgraph>Weiterbildungen im Bereich Betriebswirtschaft&#47;Management werden &#252;berwiegend in der Pr&#228;senzform angeboten. 67&#37; der Angebote nutzen diese Lernform; Fernunterricht (14&#37;) und kombinierte Pr&#228;senz- und Fernlehre (9&#37;) spielen eine untergeordnete Rolle (Rest: keine Angabe).</Pgraph><Pgraph>Die Inhalte der Weiterbildungsangebote wurden in zwei Kategorien eingeordnet. Die 1. Kategorie lautet BWL und beinhaltet Grundwissen der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre, wozu etwa Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen, Marketing, Recht etc. z&#228;hlen, allerdings nat&#252;rlich mit Branchenbezug zum Gesundheitswesen (z.B. Krankenhaus). Die 2. Kategorie nennt sich Management&#47;F&#252;hrung&#47;Personal. Bei diesen Angeboten handelt es sich um Weiterbildungen, die speziell die Managementkapazit&#228;ten und F&#252;hrungsqualit&#228;ten der Teilnehmer entwickeln sollen. Die Abgrenzung zwischen beiden Kategorien ist hierbei lediglich auf die Schwerpunktsetzung des Angebotes zur&#252;ckzuf&#252;hren. Der Schwerpunkt liegt bei 85&#37; der Angebote in der Vermittlung von BWL-Grundlagen, 13&#37; setzen ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf Management&#47;F&#252;hrung&#47;Personal (Rest: keine Angabe). Dies kann ebenso in &#214;sterreich beobachtet werden, mit lediglich 10&#37; Weiterbildungen mit Schwerpunkt Management&#47;F&#252;hrung&#47;Personal. Hingegen ist dieses Verh&#228;ltnis in der Schweiz deutlich ausgewogener, hier liegt bei 44&#37; der Weiterbildungen der Schwerpunkt im Bereich Management&#47;F&#252;hrung&#47;Personal.</Pgraph><SubHeadline>Fortbildungspunkte</SubHeadline><Pgraph>Ein besonderes Merkmal einiger Weiterbildungsangebote ist, dass die Teilnahme daran als Fortbildungspunkte bei der jeweiligen &#196;rztekammer angerechnet werden k&#246;nnen. Dies ist bei 18&#37; der Angebote m&#246;glich, die anderen Angebote lieferten hierzu keine Informationen oder verwiesen auf eine Einzelfallregelung. An dieser Stelle ist auf das Curriculum &#196;rztliche F&#252;hrung der Bundes&#228;rztekammer zu verweisen, welches Vorschl&#228;ge zur Lehrplanentwicklung f&#252;r &#196;rztliches Management macht <TextLink reference="7"></TextLink>. Von einigen &#196;rztekammern in Deutschland ist dies bereits umgesetzt worden (&#196;rztekammern Hamburg, Nordrhein und Bayern).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Diskussion" linked="yes">
      <MainHeadline>Diskussion</MainHeadline><Pgraph>Die schriftliche Befragung der &#228;rztlichen F&#252;hrungskr&#228;fte von Akutkliniken hat wichtige Erkenntnisse in Bezug auf Weiterbildungsbedarf, -bed&#252;rfnisse und &#8211;w&#252;nsche geliefert. Die Ergebnisse sind jedoch in zweierlei Hinsicht Einschr&#228;nkungen unterworfen. Zum einen wurden zwei hochselektive Gruppen von Krankenhaus&#228;rzten ausgew&#228;hlt (Chef- und Ober&#228;rzte in Leitungsfunktion an Akutrankenh&#228;usern), ohne weitere Differenzierungsmerkmale wie z.B. Kodierungsaufgaben, Budgetverantwortung etc. zu erheben. Dies hat zur Folge, dass z.B. keine Aussagen &#252;ber m&#246;gliche Unterschiede zwischen Fachrichtungen bzw. Abteilungsgr&#246;&#223;en getroffen werden k&#246;nnen. Zum anderen besteht aufgrund der fehlenden R&#252;cklaufquote eine Limitierung der Ergebnisse dahingehend, dass kein R&#252;ckschluss auf die Relevanz der Thematik von &#228;rztlicher Seite erlaubt ist. Zu ber&#252;cksichtigen ist ferner, dass den befragten &#196;rzten eine synonyme Auffassung der Begriffe Management und F&#252;hrung unterstellt wurde, was empirisch noch zu pr&#252;fen w&#228;re.     </Pgraph><Pgraph>Unter Ber&#252;cksichtigung der zuvor genannten Einschr&#228;nkungen zeigt ein Abgleich von Weiterbildungsnachfrage und -angebot, dass insbesondere im Norden und Osten Deutschlands teils weite Anfahrtswege zu leisten sind, um an einer Weiterbildung teilzunehmen und etwa Wochenendseminare kaum vorhanden sind. Dem Wunsch der Nachfrageseite nach einer m&#246;glichst kompakten Veranstaltung in Form von ein bis zwei Wochenbl&#246;cken steht in dieser Region kein entsprechendes Angebot gegen&#252;ber. </Pgraph><Pgraph>Ein ungleiches Verh&#228;ltnis scheint es auch zwischen dem Angebot an Inhalten und der Nachfrage nach bestimmten Inhalten zu geben. Rund 85&#37; der Angebote mit Schwerpunkt auf Allgemeiner BWL stehen 13&#37; mit Schwerpunkt Management&#47;F&#252;hrung&#47;Personal gegen&#252;ber. Auf der Nachfrageseite werden jedoch insbesondere die Themenfelder Management und Personal h&#228;ufiger gew&#252;nscht, als Themen der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre. Dies kann f&#252;r Weiterbildungsanbieter zum Anlass genommen werden, ihr Angebotsspektrum der Nachfrage entsprechend zu modifizieren. Bei beispielhafter Betrachtung der Regionen Mecklenburg-Vorpommern, Nord-Brandenburg und Nord-Sachsen-Anhalt ergibt sich das Bild, dass es hier keinerlei Weiterbildung mit der Schwerpunktsetzung Management&#47;F&#252;hrung&#47;Personal gibt. Hier w&#228;ren die n&#228;chsten Weiterbildungen mit entsprechendem Schwerpunkt in Berlin bzw. Hamburg zu suchen. Es kann allerdings auch Anlass daf&#252;r sein, dahingehend unter &#196;rzten Aufkl&#228;rung zu betreiben, dass Management und F&#252;hrung als Teilbereiche der Allgemeinen BWL anzusehen sind, deren alleinige Kenntnis als unzureichend zu bewerten ist. Auch hier ist nach der &#228;rztlichen Auffassung der Begriffe Betriebswirtschaftslehre, Management und F&#252;hrung zu fragen.</Pgraph><Pgraph>Die Preise der angebotenen Weiterbildungen bewegen sich in einer Zone zwischen unter 1.000 &#8364; bis weit &#252;ber 10.000 &#8364;, was vor allem auf die h&#246;chst unterschiedlichen Weiterbildungsm&#246;glichkeiten zur&#252;ckzuf&#252;hren ist (MBA, Aufbaustudium, Lehrgang). Die Zahlungsbereitschaft f&#252;r eine Weiterbildung insgesamt liegt zum Gro&#223;teil (52&#37;) bei bis 1.000 &#8364;. Hieraus ist zu schlie&#223;en, dass diese Weiterbildungen in der Praxis haupts&#228;chlich vom Arbeitgeber finanziert werden bzw. zwangsl&#228;ufig von diesem finanziert werden m&#252;ssen, da die eigene Zahlungsbereitschaft der &#196;rzte eher gering ist. </Pgraph><Pgraph>Die Weiterbildungstr&#228;ger setzen vor allem auf Pr&#228;senzveranstaltungen; Fernunterricht kombinierte Pr&#228;senz- und Fernlehre werden kaum angeboten. Auf der Nachfrageseite wird von &#196;rzten Pr&#228;senzunterricht am h&#228;ufigsten genannt, jedoch scheint auch das Konzept der kombinierten Pr&#228;senz- und Fernlehre eine m&#246;gliche Form der Weiterbildung zu sein, worauf die Angebotsseite kaum eingeht. Abwechselnde Pr&#228;senz- und Fernlernphasen h&#228;tten au&#223;erdem den Vorteil, dass die Anreisedistanz unter Umst&#228;nden ein geringeres Teilnahmehemmnis darstellt.</Pgraph><Pgraph>Mit insgesamt 25&#37; der Angebote besteht eine recht gro&#223;e Anzahl an Weiterbildungen, die speziell f&#252;r &#196;rzte und Mediziner zugeschnitten ist. Allerdings wird innerhalb dieser Gruppe kaum zwischen beruflichen Positionen oder Funktionen unterschieden (&#196;rztlicher Direktor, Chef-, Ober- und Assistenzarzt; Radiologe, Kardiologe etc.). Einzelne Weiterbildungsangebote mit entsprechender Differenzierung gibt es zwar schon (z.B. mibeg-Institut Medizin in K&#246;ln), aber bei weitem noch nicht fl&#228;chendeckend. </Pgraph><Pgraph>Die Analyse der Nachfrageseite hat gezeigt, dass Chef- und Ober&#228;rzte sich z.B. hinsichtlich der Einsch&#228;tzung eigener F&#252;hrungsf&#228;higkeiten oder Kommunikationsschwierigkeiten tendenziell unterscheiden. Ein Ansatzpunkt f&#252;r Weiterbildungsanbieter w&#228;re hier, auf diese unterschiedlichen Voraussetzungen einzugehen und die Angebote entsprechend zu modifizieren. </Pgraph><Pgraph>Zusammenfassend k&#246;nnen wir festhalten, dass die heutigen und zuk&#252;nftigen leitenden Krankenhaus&#228;rzte erkannt haben, dass sie F&#252;hrung lernen m&#252;ssen. Sie haben ein hohes Bewusstsein f&#252;r diese Kompetenzl&#252;cke und sind bereit, hierf&#252;r Zeit und Geld zu investieren. Im Vergleich zu dem, was jedoch f&#252;r die medizinische Fortbildung eingesetzt wird, erscheint die Fortbildung im Bereich BWL&#47;Management hingegen noch immer untersch&#228;tzt zu werden. Aus akademischer Sicht d&#252;rfte die gew&#252;nschte Kursl&#228;nge von 1-2 Wochen nicht einmal gen&#252;gen, um grundlegendste Bausteine zu vermitteln. Es besteht die Gefahr, dass die Absolventen dieser Kurzkurse ein Halbwissen erwerben, das ihnen letztlich sogar die Zusammenarbeit mit der kaufm&#228;nnischen Leitung erschwert. Auf der anderen Seite sind die zahlreichen Master- und MBA-Studieng&#228;nge mit mindestens einj&#228;hriger Vollzeitausbildung f&#252;r die meisten &#196;rzte, die prim&#228;r in ihrem Fach bleiben wollen und keine ausschlie&#223;liche Karriere in der Verwaltung anstreben, nicht studierbar. Eine akademisch hochwertige Ausbildung im Umfang von 4-8 Wochen (gestreckt auf mehrere Wochenbl&#246;cke) erscheint ein guter und praktischer Kompromiss, der aber eine empirische Pr&#252;fung (noch) entbehrt.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Einsch&#228;tzung der Anzahl delegierbarer Aufgaben</Mark1></Pgraph></Caption>
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