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    <IdentifierDoi>10.3205/zma000607</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-zma0006078</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Kongressbericht&#47;kongress report</ArticleType>
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      <Title language="de">Private Medizinische Hochschule - Initiativen, Erfolge und Pitfalls</Title>
      <TitleAlternative>So hie&#223; der Titel eines Symposiums am 16.01.2009 in der Bibliothek des Grand Hyatt in Berlin</TitleAlternative>
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          <Firstname>Franz-Xaver</Firstname>
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          <AcademicTitle>Prof. Dr. med.</AcademicTitle>
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        <Address>Unfallkrankenhaus Berlin, Warener Stra&#223;e 7, 12683 Berlin, Deutschland, Tel.: 030&#47;5861-3601, Fax: 030&#47;5681-3603<Affiliation>Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>fxkleber&#64;ukb.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <SectionHeading language="de">Humanmedizin</SectionHeading>
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    <DateReceived>20090226</DateReceived>
    <DateRevised>20090310</DateRevised>
    <DateAccepted>20090310</DateAccepted>
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      <DatePublished>20090515</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1860-3572</ISSN>
        <Volume>26</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Medizinische Ausbildung</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Med Ausbild</JournalTitleAbbr>
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    <ArticleNo>15</ArticleNo>
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    <TextBlock linked="yes" name="Kongressbericht">
      <MainHeadline>Kongressbericht</MainHeadline>
      <Pgraph>Im heutigen Europa gewinnen private Bildungsst&#228;tten vom Kindergarten bis zur Universit&#228;tsausbildung rasch an Bedeutung, und die Bereitschaft, pers&#246;nliche Mittel f&#252;r die eigene Bildung und die Bildung der eigenen Kinder zu investieren, steigt. Gerade in dem seit Jahrzehnten von Reformbem&#252;hungen gepr&#228;gten Bereich der Hochschulmedizin jedoch spielen privat getragene Initiativen f&#252;r grunds&#228;tzliche Reformen im deutschsprachigen Raum kaum eine Rolle. </Pgraph>
      <Pgraph>Mit dem Symposium &#8222;Private Medizinische Hochschule &#8211; Initiativen, Erfolge und Pitfalls&#8220; am 16.1.09 verfolgten die Organisatoren die Absicht, die Kr&#228;fte, die im Bereich der deutschsprachigen Hochschulmedizin eine Erneuerung hinsichtlich Inhalt und Struktur suchen, zusammen zu f&#252;hren. Dabei kam es weniger auf die privatwirtschaftliche Organisationsform per se als vielmehr die Innovationskraft neu zu etablierender, flexibler Strukturen an. Die Referenten kamen aus der Politik, aus Wissenschaft, aus den staatlichen universit&#228;ren Einrichtungen wie aus den privaten deutschsprachigen Initiativen. Politische und rechtliche Rahmenbedingungen, Landesinteressen, universit&#228;re Standpunkte, und Projekte mit europ&#228;ischen Partnern kamen ebenso zur Sprache wie Finanzierungsmodelle, curriculare Neuerungen und die studentische Sicht.</Pgraph>
      <Pgraph>Damit wurde ein Forum geschaffen, das die Weiterentwicklung der Hochschulmedizin f&#246;rdern und fordern und einen wichtigen Beitrag f&#252;r den Medizin- und Gesundheitsstandort Berlin-Brandenburg und dar&#252;ber hinaus modellhaft f&#252;r Deutschland liefern k&#246;nnte. </Pgraph>
      <Pgraph>Prof. Dr. phil. Joachim-Felix Leonhard, der als Staatssekret&#228;r die Zusammenf&#252;hrung und Privatisierung der Hochschulmedizin in Hessen betreut hat und jetzt Pr&#228;sident der von Behring-R&#246;ntgen-Stiftung ist, stellte das Modell der Fusionierung und Privatisierung der Hochschulkliniken Gie&#223;en-Marburg vor. Er zeigte auf, wie die Entflechtung der wirtschaftlichen Strukturen von Forschung und Krankenversorgung zur  Rentabilit&#228;t der Kliniken bei gleichbleibendem Forschungsetat f&#252;hren kann. Er betont, dass Kostendruck, Wirtschaftslage, Investitionsbedarf und internationaler Wettbewerb mehr denn je unsere Innovationskraft und Anpassungsf&#228;higkeit fordern. &#8222;Es braucht politischen Mut, jenseits von Gewohnheitsdenken und Beharrungsverm&#246;gen die Dinge grundlegend zu &#252;berdenken&#8220; f&#252;hrte er aus. Dabei bedeutet ihm die Vernetzung von Gesundheitsstrukturen besonders viel, &#8222;nicht, wer wo ist, sondern wer mit wem zusammenarbeitet, bestimmt das sich entwickelnde Netzwerk zur Exzellenzbildung&#8220;. Die Einbeziehung unternehmerischen Handelns zur Gewinnung von Mitteln und Innovationskraft &#8211; im Fall von Gie&#223;en&#8211;Marburg durch die Privatisierung der Kliniken, in anderen F&#228;llen durch andere Ideen ist ein bedeutsamer Punkt. Im Ausland ist zum Teil auch die Forschung in privatrechtlicher Tr&#228;gerschaft. Die Organisationsform ist zweitrangig und am jeweiligen Standort zu er&#246;rtern, die Neuorganisation mit unabh&#228;ngigen, schnellen Finanzstr&#246;men und rascher Reaktionsf&#228;higkeit auf die sich stetig wandelnde, in Netzwerken agierende Forschungswelt ist das Gebot der Zeit.</Pgraph>
      <Pgraph>&#8222;Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist es notwendig, dass sich alles &#228;ndert&#8220; zitierte Prof. Leonhard Giuseppe die Lampedusa in &#8222;Der Leopard&#8220;. </Pgraph>
      <Pgraph>Innovative Ans&#228;tze sind auch in der Curricularstruktur wichtig. Die st&#228;rkere Gewichtung der Nosologie forderte Prof. Franz X. Kleber, Direktor der Klinik f&#252;r Innere Medizin des ukb (Unfallkrankenhaus Berlin) in seinen Ausf&#252;hrungen. Man kann die naturwissenschaftlichen Grundlagen f&#252;r den Lernenden viel besser und dauerhafter verf&#252;gbar machen, wenn sie an praktischen Arbeitsfeldern ihre Ankn&#252;pfung und mnemotechnische Verortung erfahren. Daher bietet die Nosologie eine hervorragende Ordnungsgrundlage f&#252;r Struktureinheiten eines Studiums, das sich die dauerhafte wechselseitige Integration aller wichtigen medizinischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und deren Transfer in das &#228;rztliche Berufsleben zum Ziel gemacht hat. Die fr&#252;he Heranf&#252;hrung an den Patienten am Krankenbett und in der ambulanten Medizin bietet ebenso wie die Beibehaltung der Lehre der Grundlagen bis in die hohen Semester die M&#246;glichkeit klinisches und naturwissenschaftliches Wissen dauerhafter als bisher zu verkn&#252;pfen und verf&#252;gbar zu halten. </Pgraph>
      <Pgraph>Memotechnisch und erkenntnistheoretisch ist zudem die st&#228;rkere Betonung der intuitiven Beobachtung und des Immersionsprinzips des Lernens als Erg&#228;nzung des kognitiven naturwissenschaftlich analytischen Prinzips ein wichtiger Faktor der medizinischen Ausbildung. Das Erkennen von Mustern von Pr&#228;sentationssyndromen oder Krankheiten (patterns in cognitive sciences) und Schlussfolgerungen, die aus wiedererkennenden Erinnerungsleistungen resultieren (sogenannte short cuts), sind wertvolle, teilweise unbewusste und erfahrungsbasierte Wege zur richtigen Einsch&#228;tzung, die intensiv aktiv in die Lehre einbezogen werden m&#252;ssen. </Pgraph>
      <Pgraph>Naturwissenschaftliche Denkweisen passen nur teilweise zur Medizin, daher muss die Agenda des Medizinstudiums von &#196;rzten geschrieben sein, forderte Prof. Kleber. Curricula, Lehralltag und Pr&#252;fungsstoff w&#252;rden heute gro&#223;enteils an Nicht-Mediziner delegiert. Das von diesen angebotene Wissen, das f&#252;r das Verst&#228;ndnis eine gro&#223;e Bedeutung h&#228;tte, folgt jedoch in der Lehrsystematik naturwissenschaftlichem Bedarf und nicht &#228;rztlichen Ma&#223;gaben und Anforderungen. Infolgedessen geht ein sehr gro&#223;er Teil dieses Wissens bereits beim weiteren Studium bis zum Staatsexamen und ein noch gr&#246;&#223;erer Teil in den ersten Berufsjahren verloren. </Pgraph>
      <Pgraph>Mit der Erkenntnis, dass lexikalisches Wissen heute weniger bedeutet als Wissensbewertung wird gedankliche Kapazit&#228;t frei f&#252;r Kontextualisierung und  Bedeutungsbewertung von Krankheiten in ihrer Auswirkung auf die individuelle Lebensgestaltung. Auf dieser Grundlage kann jene Empathief&#228;higkeit wieder entstehen, die die technisch-naturwissenschaftliche Medizin in ihrer Bedeutung f&#252;r &#228;rztliches Handeln in der Ausbildung zu untersch&#228;tzen neigt, die aber f&#252;r die richtige Deutung von Beschwerden, Symptomen und Krankheitszeichen sowie f&#252;r die Anerkennung der schicksalhaften Dimension von Leiden und Sterben so wertvoll ist. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Sorge des Fl&#228;chenlandes um den quantitativ und qualitativ ausreichenden Mediziner-Nachwuchs wurde am Beispiel des Landes Brandenburg von mehreren Vortragenden verdeutlicht. Mit der niedrigsten Vertragsarztdichte in der Bundesrepublik hat Brandenburg unter dem gegenw&#228;rtigen &#196;rztemangel besonders zu leiden. W&#228;hrend es einen weitgehenden Konsens dar&#252;ber gab, dass das Fehlen einer eigenen Medizinischen Fakult&#228;t in Brandenburg entsprechend den Absprachen der Bundesl&#228;nder Berlin und Brandenburg nicht f&#252;r die  Versorgungssituation in dem Fl&#228;chenland verantwortlich ist, wurden einige Initiativen und Ideen zur Sprache gebracht, wie die Kliniken von Bandenburg st&#228;rker von der Ausbildung junger Mediziner in Berlin profitieren k&#246;nnen. Positiv bewertet wurden die Forderung, die Kliniken von Brandenburg in die Lehre mit einzubinden, ebenso wie die Idee, durch ortsgebundene Stipendienvergabe und damit der Erstattung eines Teils der Ausbildungskosten junge Absolventen zum Berufsbeginn in der Brandenburger Region zu verpflichten. </Pgraph>
      <Pgraph>Gegenw&#228;rtig gibt es mehrere Initiativen f&#252;r eine l&#228;nder&#252;bergreifende oder l&#228;nderintegrierende Medizinerausbildung in oder f&#252;r Brandenburg, die jedoch noch im Entwicklungstadium sind, bzw. Randgebiete der Medizin abdecken wie das Postgraduate Master Studium  &#8222; Komplement&#228;re Medizin - Kulturwissenschaften -  Heilkunde&#8220; an der Europa-Universit&#228;t Viadrina. Das Brandenburgische Wissenschaftsministerium sieht v.a. in der Kooperation der Brandenburgischen Maximalversorgungskliniken mit der Berliner Charit&#233; eine M&#246;glichkeit f&#252;r Fortschritte. </Pgraph>
      <Pgraph>Viel Aufgeschlossenheit f&#252;r neue Wege der Lehre, universit&#228;re Netzwerkbildung und f&#228;cherspezifische Kooperation zeigte die Freie Universit&#228;t Berlin im Vortrag ihrer Vizepr&#228;sidentin Frau Prof. Dr. Monika Sch&#228;fer-Korting. Dabei kommt der unter die neun Exzellenz-Universit&#228;ten gew&#228;hlten FU ihre internationale und regionale Netzwerkstruktur sehr zugute. Die FU kann angesichts Ihrer au&#223;erordentlich starken Biomedizinischen Forschungsschwerpunkte mit F&#228;chern von der Biophysik bis zur &#214;kologie und von der Bioinformatik bis zur Pharmazie sowie mit ihren Schwerpunkten in der Biokommunikation und Umweltforschung in besonderer Weise der Innovation in der Grundlagenforschung und deren Anwendung gerecht werden.</Pgraph>
      <Pgraph>Deutlich kritisiert wurde auch die derzeitige deutsche Gesetzgebung inklusive der Approbationsordnung. Prof. Peter Dieter, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft f&#252;r Medizinische Ausbildung urteilte: &#8222;diese Gesetzgebung erlaubt keine Ausbildung der Exzellenz&#8220;. Mit den jetzigen Bedingungen ist die Anzahl der Studenten am Krankenbett durch das Universit&#228;tsklinikum limitiert, die Anzahl der zugelassenen Studenten ist oftmals gerichtlich festgelegt und die Auswahl der Studierenden nicht nach deren Begabungen, Interessen und Anforderungsprofil steuerbar. Die Pr&#252;fungen sind an die Reformbem&#252;hungen nicht anpassbar, internationale Ausbildung scheitert teilweise an juristischen Sprachbarrieren und Landesbudgets wie auch Budgetverteilung sind zu begrenzt. Prof. Dieter sieht europ&#228;ische L&#246;sungen und marktgerechte Studiengeb&#252;hren als einen Weg um diese Hindernisse zu &#252;berwinden und skizzierte die Gr&#252;ndung einer &#8222;International Medical School of Excellence&#8220; aus einer gemeinsamen Anstrengung von Initiativen in Berlin, Brandenburg und Sachsen im kommenden Jahrzehnt.</Pgraph>
      <Pgraph>W&#228;hrend die Finanzierung der Lehre aus Studiengeb&#252;hren nicht v&#246;llig unerreichbar erscheint, ist die privat getragene Spitzenforschung in Deutschland noch ein Novum. Prof. Battmer vom Zentrum f&#252;r Klinische Technologieforschung des Unfallkrankenhauses Berlin nannte als Voraussetzungen Kooperationswillen, Spitzenexpertise in einem klar umrissenen, gut definierten Spezialgebiet und Vernetzung in einer wissenschaftsinteressierten, exzellenten Infrastruktur. Er warnte deutlich vor &#252;berambitionierten Anspr&#252;chen und Auftragsforschung. Am Beispiel der H&#246;rforschung des ukb (Unfallkrankenhaus Berlin) zeigte er eindr&#252;cklich auf, dass privat getragene Spitzenforschung realisierbar ist. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Finanzierung privater Bildungseinrichtungen wurde auch in Vortr&#228;gen von Dr. Alexander von Friesen (PricewaterhouseCoopers) und Prof. Johann L&#246;hn (Steinbeis Hochschule) erl&#228;utert. Von Friesen erl&#228;uterte, dass nur 7-35 &#37; der Kosten deutscher Privatuniversit&#228;ten von Geb&#252;hren gedeckt werden, 30-74 &#37; kommen aus Spenden und Stiftungsgeldern. Demzufolge sind durchschnittlich nur 45 &#37; des Budgets fest planbar und so verwundert es wenig, dass nur 1 &#37; der deutschen Studenten an privaten Einrichtungen studieren und manche der privat getragenen Einrichtungen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten haben. Von Friesen nannte als solide Finanzierungss&#228;ulen private und &#246;ffentlich-rechtliche Partner, angemessene Studiengeb&#252;hren, professionelles Fundraising, und Vermarktung von Dienstleistungen. </Pgraph>
      <Pgraph>Ganz andere Wege ist die Steinbeis Hochschule gegangen, wie Prof. L&#246;hn ausf&#252;hrte. Ausgehend von einem Startkapital von 9 Millionen Euro hat die Steinbeis Hochschule seit 1983 ein Imperium aufgebaut, das keinen Erfolgsvergleich zu scheuen hat. Die Eigenfinanzierung erscheint Prof. L&#246;hn durch Einhaltung einfacher Regeln, Einkauf von Expertise, Dezentralisierung, Entscheidungs- und Verantwortungs&#252;bertragung, Beteiligung, Flexibilit&#228;t, &#8222;Fehlen von B&#252;rokratie&#8220; und rasche Entscheidungswege m&#246;glich. Steinbeis hat den Erfolg gezeigt. </Pgraph>
      <Pgraph>Nicht zuletzt kamen die Studenten und das Ausland zu Wort. Anna Stretz, Studentin im Reformstudiengang der Berliner Charit&#233;, legte dar, welche Motivation Studierende haben k&#246;nnten, in ein privat getragenes und ergo teures Studium zu investieren. Mit der Kernthese, dass &#8222;Ein Studium, das sich f&#252;r die Studierenden lohnen soll, zu &#228;rztlichem Handeln bef&#228;higen muss&#8220; ,zeigte sie beispielhafte Ver&#228;nderungen auf, die private Initiativen verwirklichen m&#252;ssten, um f&#252;r Studierende attraktiv zu werden.  Stretz zeigte Daten, aus denen hervorgeht, dass der heilkundliche und kurative Aspekt f&#252;r drei Viertel der Studenten die wesentliche Motivation darstellt, das Studium der Humanmedizin anzufangen. Sie kritisierte die Lehre durch Jungassistenten, die in letzter Minute und ohne nennenswerte didaktische Erfahrung in den H&#246;rsaal geschickt werden. Demotivation und Demoralisierung, unrealistisch hohe Erwartungen, Stress, &#252;bersteigerter Wettbewerb, Mangel an pers&#246;nlicher Kontrolle und Kommunikation bestimmen nicht nur in ihrer und ihrer  Kommilitonen Erfahrungen den Studienalltag, sondern sind in der medizinischen Literatur zur Metasicht des Studiums gut belegt (Sawa Medical Teacher 2006). Frau Stretz fasste mit einem Satz von Sir Andrew Mac Phail zusammen: &#8222;Ich bin mir wohl bewusst, dass heutzutage, da man aus einem Studenten einen Physiologen, Physiker, Chemiker, Biologen, Pharmakologen und einen Elektriker machen muss, keine Zeit bleibt, aus ihm auch noch einen Arzt zu machen. Dieser kr&#246;nende Abschluss kann erst erfolgen, wenn er hinaus in die Welt der Krankheit und des Leides gegangen ist, es sei denn, sein Geist ist von der langen Ausbildung in jenen Wissenschaften so verwirrt, dass er auf immer f&#252;r die Kunst der Medizin verloren ist&#8230;.&#8220;</Pgraph>
      <Pgraph>Prof. Weidenhammer stellte die Asklepius Medical School in Hamburg vor und berichtete von den Erfahrungen mit der ungarischen Akkreditierung. Da der Campus Hamburg eine &#8222;au&#223;ersitzliche&#8220; Einrichtung der Semmelweis Universit&#228;t Budapest ist, hatte der Nachweis gegen&#252;ber ungarischen Beh&#246;rden nach ungarischem Recht zu erfolgen. Damit betrat Weidenhammer absolutes Neuland. Dennoch gelang es ihm in einem recht kurzen Zeitraum  vom Akkreditierungsantrag im Fr&#252;hjahr 2008 bis Sommer 2008 eine Genehmigung zu erreichen und im Herbst die ersten 20 Studenten am Campus aufzunehmen. Damit ist Weidenhammer ein Meilenstein in der Entwicklung alternativer und innovativer Konzepte gelungen. Weidenhammer berichtete, dass neben der Lehre auch eine privat finanzierte Forschung mit bedeutenden finanziellen Mitteln ausgestattet ist und gleichzeitig aufgebaut wird. &#220;ber &#228;hnliche Kooperationsbereitschaft verf&#252;gen auch diverse andere Universit&#228;ten im europ&#228;ischen Ausland. Neben der Universit&#228;t Szeged in Ungarn, deren Lehrkonzept der Dekan Prof. Dr. Gy&#246;rgy Benedek vorstellte, sind das Einrichtungen in den Niederlanden, in der Tschechei, in England u.a.m. Zu bedauern ist, dass offenbar bisher ein eigenst&#228;ndiges in Deutschland akkreditiertes Konzept  von den Entscheidungstr&#228;gern in Politik und Wissenschaftsadministration noch nicht genug gef&#246;rdert wird, um eine realistische Chance auf Umsetzung in absehbarer Zeit zu haben. In Salzburg&#47;&#214;sterreich ist dies mit der Paracelsus Universit&#228;t offenbar gelungen, wie der Dekan Prof. Michael Studnicka ausf&#252;hrt. Die Einrichtung l&#228;uft stabil seit 2003 mit 42 Studenten pro Studienjahr, erste Absolventen im Jahr 2008 mehren den Ruf einer hervorragenden Ausbildung. </Pgraph>
      <Pgraph>Neue Ans&#228;tze sind m&#246;glich, Initiativen sind n&#246;tig, Zusammenarbeit zwischen den Initiativtr&#228;gern ist ein wichtiger Meilenstein im Erfolg auf dem Weg zu einer Verbesserung des Medizinstudiums. Dieses Treffen hat dazu einen Beitrag geleistet.</Pgraph>
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