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    <Identifier>zma000571</Identifier>
    <ArticleType>Buchbesprechung&#47;book report</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Hans-Christian Deter: Allgemeine klinische Medizin. &#196;rztliches Handeln im Dialog als Grundlage einer modernen Heilkunde</Title>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Rimpau</Lastname>
          <LastnameHeading>Rimpau</LastnameHeading>
          <Firstname>Wilhelm</Firstname>
          <Initials>W</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr. med.</AcademicTitle>
        </PersonNames>
        <Address>Freiherr-vom-Stein-Stra&#223;e 11a, 10825 Berlin-Sch&#246;neberg, Deutschland, Tel.: 030&#47;8545509, Fax: 030&#47;85733386</Address>
        <Email>wr&#64;wilhelm-rimpau.de</Email>
        <Creatorrole corresponding="yes" presenting="no">author</Creatorrole>
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    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <SectionHeading language="de">Humanmedizin</SectionHeading>
    </SubjectGroup>
    <DateReceived>20080310</DateReceived>
    <DateRevised>20080311</DateRevised>
    <DateAccepted>20080313</DateAccepted>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20080815</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1860-3572</ISSN>
        <Volume>25</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Medizinische Ausbildung</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Med Ausbild</JournalTitleAbbr>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>87</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <TextBlock linked="yes" name="Bibliographische Angaben">
      <MainHeadline>Bibliographische Angaben</MainHeadline>
      <Pgraph>Hans-Christian Deter</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>Allgemeine klinische Medizin. &#196;rztliches Handeln im Dialog als Grundlage einer modernen Heilkunde</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Vandenhoeck &#38; Ruprecht, G&#246;ttingen</Pgraph>
      <Pgraph>ISBN 978-3525-49128-7</Pgraph>
      <Pgraph>235 Seiten, &#8364; 19,90</Pgraph>
      <Pgraph>Erscheinigungstermin: 2007</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Rezension">
      <MainHeadline>Rezension</MainHeadline>
      <Pgraph>&#8222;Nicht &#96;der Oberschenkelhalsbruch&#180; ist zu versorgen, sondern die betagte Patientin nach einem Sturz&#8220;. Soweit herrscht Konsens. </Pgraph>
      <Pgraph>Zu Ehren seines 120. Geburtstags wurden von der Abteilung f&#252;r Psychosomatik und Psychotherapie der Charit&#233; am 10.11.2006 origin&#228;re Fragen Viktor von Weizs&#228;ckers diskutiert. Ist die Vorstellung von einer Allgemeinen ganzheitlichen Medizin noch zeitgem&#228;&#223;&#63; Ist der Patient &#96;Gegenstand&#180; oder &#96;Subjekt&#180; in der Behandlung&#63; Ist der Arzt Fachmann, Helfer, Vermittler und Begleiter&#63;</Pgraph>
      <Pgraph>Hans-Christian Deter hatte renommierte KollegInnen zu Stellungnamen gebeten. Namen, ihre Funktionen und Stellung, ihr Werk und Schrifttum sind Programm: Peter Hahn, ehemaliger Leiter des 1946 f&#252;r Weizs&#228;cker eingerichteten Lehrstuhls f&#252;r Allgemeine klinische Medizin in Heidelberg, Peter Henningsen, Direktor der Klinik f&#252;r Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der TU M&#252;nchen, G&#252;nter Bergmann, &#196;rztlicher Direktor des Universit&#228;tsklinikums G&#246;ttingen, Johannes K&#246;bberling, &#196;rztlicher Direktor der St. Antonius Kliniken in Wuppertal, ehemaliger Pr&#228;sident der Gesellschaft f&#252;r Innere Medizin (&#96;Der Wissenschaft verpflichtet&#180; 1997) und Schriftleiter der &#8222;Medizinischen Klinik&#8220;, Erik Franke, Dekan der Philosophischen Fakult&#228;t IV der Humboldt Universit&#228;t Berlin, Gunter Gebauer von der Philosophischen Fakult&#228;t der Freien Universit&#228;t Berlin, Fritz von Weizs&#228;cker, Chefarzt der Abt. f&#252;r Innere Medizin der Schlo&#223;parkklinik Berlin, Wolfgang Herzog, Direktor der Klinik f&#252;r psychosomatische und allgemeine klinische Medizin, wie sich die ehemalige Weizs&#228;ckersche Abteilung in Heidelberg heute nennt und schlie&#223;lich der Epileptologe Dieter Janz, der noch bei Weizs&#228;cker Vorlesungen geh&#246;rt hatte und emeritierter Ordinarius f&#252;r Neurologie an der Freien Universit&#228;t Berlin ist sowie zum Gr&#252;nderkreis der Viktor von Weizs&#228;cker Gesellschaft geh&#246;rt und Mitherausgeber der Gesammelten Schriften Weizs&#228;ckers bei Suhrkamp ist. Das &#252;berschaubar kleine Auditorium diskutierte schlie&#223;lich mit dem Podium und den Referenten unter Einbezug von Martina Rauchfu&#223;, Ober&#228;rztin der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik der Charit&#233; und Ulrich Frei, Nephrologe und &#228;rztlicher Direktor des Campus Virchow-Klinikum der Charit&#233;.</Pgraph>
      <Pgraph>Bereits 2000 hatte H.-C. Deter bei einem internationalen Kongress der Psychosomatiker in Berlin eine Standortbestimmung der &#8220;Psychosomatik am Beginn des 21. Jahrhunderts&#8220; inauguriert und &#8222;Chancen einer biopsychosozialen Medizin&#8220; ausgelotet. D. Janz diskutierte im Kongressband (2001 bei Huber) mit H.-C. Deter, W. Rimpau, R. Schiffter und H. Stoffels seinen Beitrag &#8222;Anthropologische Aspekte in der Klinik&#8220;.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Referate der Tagung an der Charit&#233; wurden im vorliegenden Buch erg&#228;nzt durch Beitr&#228;ge von Mirjam Thanner vom Lehrstuhl f&#252;r Gesundheits&#246;konomie der Universit&#228;t Bayreuth, Eckard Nagel, Chefarzt der Chirurgischen Klinik Augsburg und Direktor des Instituts f&#252;r Gesundheitswissenschaft Bayreuth sowie Mitglied im nationalen Ethikrat, einer Arbeitsgruppe der Klinik f&#252;r Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Klinikum N&#252;rnberg  (S&#246;llner, Gutberlet, Wentzlaff,  Faulstich, Stein), dem Arzt Rupert Witzmann aus Puchheim,  Hagen K&#252;hn, Public Health Forscher am Wissenschaftszentrum Berlin f&#252;r Sozialforschung, Oberarzt Bodo Kirchner, Internist und Psychoanalytiker am Unfallkrankenhaus Salzburg, Wolfgang Hiddemann, &#196;rztlicher Direktor der Medizinischen Klinik III der Ludwigs-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen und 2006&#47;7 Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Innere Medizin,   Sven Olaf Hoffmann, em. Direktor der Klink f&#252;r Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Mainz, Friedhelm Lamprecht, em. Direktor der Klinik f&#252;r Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, schlie&#223;lich Mechthilde K&#252;temeyer, em. Chef&#228;rztin der Abt. f. Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin am St. Agatha Krankenhaus in K&#246;ln, 1973 promoviert zur &#8222;Medizinischen Anthropologie, Entstehung einer neuen Wissenschaft&#8220;, Mitarbeiterin an den Gesammelten Schriften Viktor von Weizs&#228;ckers.              </Pgraph>
      <Pgraph>Viktor von Weizs&#228;cker (1886-1957) war Sch&#252;ler des Heidelberger Internisten L. von Krehl und zun&#228;chst ein &#8222;gl&#228;ubiger Physiologe der Muskelmaschine geworden&#8220; als er u.a. bei dem Neurophysiologen J. von Kries in Freiburg und A.V. Hill, dem sp&#228;teren Nobelpreistr&#228;ger f&#252;r physikalische Chemie, in Cambrigde arbeitete, bevor er als Neurologe in Heidelberg mit seiner Gestaltkreisforschung einen Paradigmenwechsel einleitete. Weizs&#228;cker war keineswegs ein Gegner der Schulmedizin. Er betont die &#8222;Doppelseitigkeit unserer Existenz&#8220;, wenn er den &#8222;Zwiespalt zwischen Laboratoriumsdenken und Krankensaalhandeln&#8220; reflektiert und die &#8222;Schulmedizin&#8220; in ihren Grundlagen und Grenzen erweitert sehen will. Es sei eine erstaunliche, aber nicht zu leugnende Tatsache, dass die gegenw&#228;rtige Medizin keine eigene Lehre vom kranken Menschen besitze (1926). In der Summe ging es ihm darum, die Subjektivit&#228;t sowohl des Arztes wie des Patienten nicht aus dem Auge zu verlieren. So ist es nur folgerichtig, dass die Biographik das Zentrum seiner Lehre wurde und damit die individuelle Lebensgeschichte des Patienten zum Ausgangspunkt f&#252;r Krankheitsdiagnose und -therapie gemacht wird. Weizs&#228;cker glaubte, den Kern der psychosomatischen Medizin zu treffen, wenn in &#220;berwindung des Dualismus von K&#246;rper und Seele eine anthropologische Begr&#252;ndung des &#228;rztlichen Berufes stattfindet <TextLink reference="1"></TextLink>. &#8222;Die Einf&#252;hrung des Subjekts in die Medizin&#8220; meint eben nicht &#8222;Ganzheitsmedizin&#8220;. Weizs&#228;ckers Verdikt, dass  Begriffe wie Ganzheit, Ganzheitsmedizin oder &#8222;der ganze Mensch&#8220; zu meiden seien, begr&#252;ndet sich in seiner Anschauung, dass es Hochmut und Anma&#223;ung sei, zu behaupten, man behandle den ganzen Menschen; das Ganze k&#246;nne man nicht denken und nicht erkennen, was der ganze Mensch sei, das wisse man nicht. Die hin und wieder zu begegnende Auffassung, nach der Weizs&#228;ckers Denken die &#8222;Ganzheitsmedizin&#8220; begr&#252;ndet habe, ist also schlicht falsch.</Pgraph>
      <Pgraph>1941 wurde Weizs&#228;cker Nachfolger von Otfrid Foerster auf Deutschlands bedeutendsten Neurologischen Ordinariats in Breslau. Nach seiner Flucht aus Breslau und amerikanischer Kriegsgefangenschaft war er 1945 zun&#228;chst Vertreter des vakanten Lehrstuhls f&#252;r Physiologie an der Universit&#228;t Heidelberg. Neben Praktika und Vorlesungen zur Physiologie hielt er die erste Vorlesung &#252;ber Sigmund Freud an einer deutschen Universit&#228;t. Unter Mitwirkung des Freundes und Internisten R. Siebeck sowie seines fr&#252;heren Breslauer Kollegen, dem Chirurgen K. H. Bauer wurde Weizs&#228;cker 1946 auf das eigens f&#252;r ihn eingerichtet Ordinariat f&#252;r &#8222;Allgemeine klinische Medizin&#8220; berufen. Zeitgleich erschien sein programmatischer Aufsatz in der von ihm begr&#252;ndeten Zeitschrift &#8222;Beitr&#228;ge aus der Allgemeinen Medizin&#8220; . Bis 1961 erschienen 15 Hefte. Unter der Herausgeberschaft von E. Wiesenh&#252;tter erschienen bis 1971 sieben weitere Hefte. Mit der Emeritierung Weizs&#228;ckers 1952 blieb der Lehrstuhl vakant bis 1958 Paul Christian die Wiederbegr&#252;ndung des Lehrstuhls &#8222;Allgemeine klinische Medizin&#8220; durchsetzen konnte. Als 1966 G. Schettler Ordinarius f&#252;r Innere Medizin in Heidelberg wurde, kam es zu einer Umbenennung des jetzt &#8222; 2. internistischen Ordinariats&#8220; als &#8222;Institut und Abteilung f&#252;r Allgemeine klinische Medizin&#8220;.  Mit der Emeritierung Christians 1977 blieb der Lehrstuhl zun&#228;chst vakant bis 1979 P. Hahn und nach ihm 1989 G. Rudolf Nachfolger wurden. Seit 2005 wird die Allgemeine klinische Medizin durch W. Herzog innerhalb des &#8222;Zentrums f&#252;r Psychosoziale Medizin&#8220; vertreten. Weizs&#228;cker hatte erstmals 1925 eine &#8222;allgemeine Lehre vom Menschen als Grundwissenschaft der Heilkunde&#8220; als verbindliche Synopsis einer Medizinischen Anthropologie formuliert. Mit der Berufung auf den Lehrstuhl f&#252;r Allgemeine klinische Medizin und der Begr&#252;ndung der &#8222;Beitr&#228;ge&#8220; 1947 glaubte er, diesem Ziel n&#228;her gekommen zu sein. Im Vorwort seines Aufsatzes &#8222;Der Begriff der Allgemeinen Medizin&#8220; schrieb Weizs&#228;cker:</Pgraph>
      <Pgraph>&#8222; .... um zu einer Richtung in der jetzt vorhandenen Medizin beizutragen, die im Gegenteil eben &#96;allgemeinen&#180; Charakter hat. Das Besondere der Autoren meint also ein Allgemeines. Ich selbst stelle mir darunter eine bestimmte &#228;rztliche Einstellung und eine allgemeine Wissenschaft vom kranken Menschen vor.&#8220;</Pgraph>
      <Pgraph>&#8222;Das Wort &#96;allgemein&#180; bedeutet hier nicht eine zentrale oder umfassenwollende Stellung; auch nicht ein neues Fach f&#252;r die Pr&#252;fung. ... Dieser Gedanke ist auch nicht entstanden, weil sich die Medizin in einem Streit der Fakult&#228;ten verwickelt hat, sondern weil ein Streit der Fakult&#228;ten in der Medizin sich entwickelt hat.  &#8230; der Methode nach begegnen sich hier naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche und psychologische Erkenntnisse; gegens&#228;tzlicher, weil zwingender, heute. Aus dem Streit soll ein Wettstreit werden.&#8220; (Die Medizin im Streite der Fakult&#228;ten, 1947)</Pgraph>
      <Pgraph>Zur empirischen Naturforschung, die das Subjekt des Kranken ausklammert, schreibt Weizs&#228;cker in seinen Erinnerungen (1954): </Pgraph>
      <Pgraph>&#8222; &#8230; so ist die Folge eine Verirrung oder F&#228;lschung der Erkenntnis. Ein Beispiel solcher Art ist etwa das Postulat, dass die Wissenschaft ein widerspruchloses Ganzes darstellen m&#252;sse, oder die Forderung, das Subjekt oder das Menschliche aus ihr zu entfernen. Es ist also der wissenschaftliche Positivismus, welcher eine ganz besonders irrige Vorstellung von der Aufgabe hat. Bis zur Stunde scheint nun aber die Mehrzahl der Forscher anzunehmen, dass ein seither nivelierender Positivismus, eine solche reine Tatsachenforschung erlaubt, ja notwendig sei, wenn man sich nur auf ein Einzelgebiet beschr&#228;nke und sich um nichts k&#252;mmere, was vielleicht auch zutreffend, aber durch Tatsachen nicht beweisbar sei und daher den &#96;Philosophen&#180; oder Phantasten &#252;berlassen werden k&#246;nne. Eben diese Voraussetzung  aber ist es, welche wir nicht mehr aufrecht erhalten k&#246;nnen. Es wurde erforderlich, die Notwendigkeit des Widerspruchs und der Einf&#252;hrung des Subjekts in der Wissenschaft einzusehen.&#8220;</Pgraph>
      <Pgraph>Deters Buch versammelt heterogene Beitr&#228;ge, die sich z.T. nur marginal an Weizs&#228;cker orientieren, aber doch einen spannenden &#220;ber- und Einblick in die Verh&#228;ltnisse der heutigen Medizin bieten. Tenor ist, &#8222;Wege aufzuzeigen, aus der Einbahnstra&#223;e des biowissenschaftlichen technologischen Fortschritts zu einer wieder erstarkten, selbstbewussten &#228;rztlichen Heilkunde zu kommen, die den pers&#246;nlichen Dialog zwischen Patient und Arzt nicht nur unter Wirksamkeitsaspekten, sondern als entscheidende Grundlage einer &#228;rztlichen Heilkunst begreift.&#8220; So wird die Erweiterung der Evidenzbasierten Medizin (EBM) durch Einbeziehung psychologischer und interaktiver Faktoren, die gegens&#228;tzliche Entwicklung der Komplement&#228;rmedizin, &#8222;Erfahrungsmedizin&#8220; und holistischen Medizin diskutiert und an Beispielen vorgestellt. Es fehlt dem Rezensenten die Darstellung der Narrative Based Medicine (NBM), die insbesondere im englischen Sprachraum die deutlich werdende Grenzen und Einschr&#228;nkungen, die mit der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und dem EBM erkannt worden sind, zu &#252;berwinden und mit ernst genommener Biographik und der Wahrnehmung des Subjekt des Kranken einen Ansatz bieten &#8211; auch ohne sich auf Weizs&#228;cker zu beziehen &#8211; einer Allgemeinen Medizin nahe kommen. Hahns Hinweis auf Ernst Platners &#8222;Neue Anthropologie f&#252;r Aerzte und Weltweise&#8220; von 1791 ist nur ein R&#252;ckbezug auf kritisches Denken, welches parallel mit der sich entwickelnden positivistischen Medizin insbesondere im 19. Jht. immer wieder den von Weizs&#228;cker dargestellten Spagat zwischen Laboratoriumsmedizin und &#8222;Krankensaalhandeln&#8220; zu &#252;berwinden suchte. </Pgraph>
      <Pgraph>Henningsen thematisiert Weizs&#228;ckers &#8222;Umgangslehre&#8220; im Spiegel der modernen kognitiven Neurowissenschaft. Zw&#228;nge, und damit verbundene Grenzen f&#252;r eine Allgemeine Medizin angesichts der Situation der Universit&#228;tsklinika besprechen Bergmann und Herzog. K&#246;bberling fragt nach dem Begriff der Wissenschaft in der Medizin und sein &#8222;unheilvolles Missverst&#228;ndnis&#8220;, wenn es um das Subjekt in der Behandlung geht. Was ist die Handlung in der Be-Handlung fragt Franke. Gebauer diskutiert Positionen von Norbert Elias und Pierre Bourdieu, die die sinnliche und k&#246;rperliche Seite des sozialen Handelns in den Mittelpunkt ihrer Konzeption der Gesellschaft stellen. Thanner und Nagel thematisieren den Kostendruck, der die Kommunikation in der medizinischen Versorgung behindert und suchen nach Alternativen. F. von Weizs&#228;cker pl&#228;diert f&#252;r eine Allgemeine Innere Medizin und fragt im Hinblick auf die ver&#228;nderte Welt der modernen Medizin, wie wir das Allgemeine erlernen, praktizieren und vermitteln k&#246;nnen. S&#246;llner et al. berichten vom Training kommunikativer Kompetenz. &#8222;Anpassung und Widerstand &#8211; das Dilemma der Psychosomatik&#8220; ist Thema eines Erfahrungsberichts von Kirchner. Hiddemanns Er&#246;ffnungsrede zum 113. Kongress der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Innere Medizin ist hier erneut abgedruckt und formuliert, wie der &#8222;Anspruch gew&#228;hrleistet werden kann, Hochleistungsmedizin im Sinne einer guten und qualifizierten Medizin mit Menschlichkeit zu betreiben&#8220; ist. K&#252;hn stellt dar, wie Zeit- und Kostendruck  im Krankenhaus die Kultur des Heilens beeinflussen. Hoffmann bespricht im Deutschen &#196;rzteblatt Weizs&#228;ckers Allgemeine Medizin im Spiegel des Erscheinens der Gesammelten Schriften und stellt zun&#228;chst fest, dass &#8222;die Kenntnis von und Erinnerung an den gro&#223;en Arzt, den scharfsinnigen Vor- und Nachdenker des Faches und den Vertreter einer Humanmedizin im Wortsinne&#8220; eher begrenzt ist. Dem wird von Dieter Janz Rechnung getragen, wenn er hier Viktor von Weizs&#228;cker als Lehrer darstellt. F&#252;r Hoffman sind drei &#8222;innere Engramme&#8220; von Viktor von Weizs&#228;cker geblieben: &#8222;eine beispielhafte, in jedem Sinne nicht profitliche, &#228;rztliche Haltung, eine bleibende Mahnung, dass der Patient in der Medizin Subjekt und nicht Objekt sein soll, sowie die Gewissheit, dass die Medizin Agentur der jeweiligen Gesellschaft ist, wie der Patient selbst und seine Krankheit auch Ausdruck und Reflex der wirkenden sozialen Verh&#228;ltnisse sind.&#8220;</Pgraph>
      <Pgraph>So notwendig es ist, durch die (Wieder-)Einf&#252;hrung des Facharztes f&#252;r &#8222;Allgemeinmedizin&#8220; dem Patienten jemanden an die Hand zu geben, der sich im undurchschaubar gewordenen Gestr&#252;pp der &#252;ber 90 Teildisziplinen und Subspezialit&#228;ten auskennt und hier Orientierung verschafft, so kann angesichts des Pro und Contra der Diskussion um diese Einf&#252;hrung eben Weizs&#228;ckers Anliegen f&#252;r das Allgemeine in der Medizin eine Richtschnur sein. Es kann keinen Facharzt f&#252;r Allgemeinmedizin geben, wenn das &#8222;Allgemeine&#8220; in der Medizin nicht wirklich bedacht und wieder der Arzt und nicht allein der Mediziner als Technokrat und Spezialist gemeint ist.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Ausbildung (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.gesellschaft-medizinische-ausbildung.org">http:&#47;&#47;www.gesellschaft-medizinische-ausbildung.org</Hyperlink>) kennt ihre Geschichte und so z.B. die Konzeption des Murrhardter Kreises (1995), der nicht nur eine &#196;nderung der Form des Lernens und Lehrens (Didaktik) vorgeschlagen hat, sondern auch eine R&#252;ckbesinnung auf das eigentlich &#196;rztliche. Ganz &#228;hnlich hatte schon H. Prinzhorn 1927 in der DMW mit seinen Anregungen das Allgemeine in der Medizin durch Einf&#252;hrung einer neuen Anthropologie als &#8222;den besten Weg des Medizinstudiums, insbesondere der Ausbildung zum praktischen Arzt&#8220; beschrieben. Auch die Frage von GL Engel <TextLink reference="2"></TextLink> &#8222;Wie lange noch mu&#223; sich die Wissenschaft der Medizin auf eine Weltanschauung aus dem 17. Jahrhundert st&#252;tzen&#63;&#8220; geh&#246;rt zu unserer Geschichte und ist bisher unzureichend beantwortet. Schlie&#223;lich haben HG Pauli, KL White und IR McWhinney zur &#8222;Medizinischen Ausbildung, Forschung und wissenschaftliches Denken im 21. Jahrhundert&#8220; Ma&#223;st&#228;be zum &#8222;Allgemeinen&#8220; in der Medizin gesetzt <TextLink reference="3"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Den Lesern der Zeitschrift f&#252;r Medizinische Ausbildung sei das von H.-C. Deter herausgegebene Buch mit  seinen Anfragen, Analysen und Erfahrungen deshalb empfohlen, weil die Aufgabe unserer Gesellschaft nicht nur auf die Re-Form (Didaktik) der medizinischen Ausbildung gerichtet ist, sondern auch auf den Inhalt dessen, was den Arzt ausmacht. Dabei kommt man an Weizs&#228;cker nicht vorbei, wie nicht nur das vorliegende Buch, sondern auch die Einf&#252;hrungen in sein Werk durch U. Benzenh&#246;fer &#8222;Der Arztphilosoph Viktor von Weizs&#228;cker&#8220; <TextLink reference="4"></TextLink> und &#8222;Viktor von Weizs&#228;cker: Warum wird man krank. Ein Lesebuch&#8220; <TextLink reference="5"></TextLink> zeigen und damit die 10 B&#228;nde der Gesammelten Schriften Weizs&#228;ckers <TextLink reference="6"></TextLink> heute wieder aktuell erscheinen lassen.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <References linked="yes">
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        <RefAuthor>Rimpau W</RefAuthor>
        <RefTitle>Anthropologische Medizin der der Ausbildung der Gesundheitsberufe</RefTitle>
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        <RefTotal>Rimpau W. Anthropologische Medizin der der Ausbildung der Gesundheitsberufe. Med Ausbild. 1998;15:43-46.</RefTotal>
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        <RefAuthor>Engel GL</RefAuthor>
        <RefTitle>Wie lange mu&#223; sich noch die Wissenschaft der Medizin auf eine Weltanschauung aus dem 17. Jahrhundert st&#252;tzen&#63;</RefTitle>
        <RefYear>1996</RefYear>
        <RefBookTitle>Psychosomatische Medizin</RefBookTitle>
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        <RefTotal>Engel GL. Wie lange mu&#223; sich noch die Wissenschaft der Medizin auf eine Weltanschauung aus dem 17. Jahrhundert st&#252;tzen&#63; In: von Uexk&#252;ll T. Psychosomatische Medizin. M&#252;nchen: Urban &#38; Fischer-Verlag; 1996</RefTotal>
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        <RefAuthor>McWhinney IR</RefAuthor>
        <RefTitle>Medizinische Ausbildung, Forschung und wissenschaftliches Denken im 21. Jahrhundert</RefTitle>
        <RefYear>2001</RefYear>
        <RefJournal>Med Ausbild</RefJournal>
        <RefPage>191-205</RefPage>
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        <RefYear>2007</RefYear>
        <RefBookTitle>Der Arztphilosoph Viktor von Weizs&#228;cker: Leben und Werk im &#220;berblick</RefBookTitle>
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        <RefTotal>Benzenh&#246;fer U. Der Arztphilosoph Viktor von Weizs&#228;cker: Leben und Werk im &#220;berblick. G&#246;ttingen: Vandenhoeck &#38; Ruprecht; 2007.</RefTotal>
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        <RefAuthor>Rimpau W</RefAuthor>
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        <RefYear>2008</RefYear>
        <RefBookTitle>Warum wird man krank&#63;: Ein Lesebuch</RefBookTitle>
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        <RefTotal>von Weizs&#228;cker V, Rimpau W. Warum wird man krank&#63;: Ein Lesebuch. Frankfurt&#47;Main: Suhrkamp-Verlag; 2008.</RefTotal>
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        <RefAuthor>von Weizs&#228;cker V</RefAuthor>
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        <RefYear>1986-2005</RefYear>
        <RefBookTitle>Gesammelte Schriften, Band 1-10</RefBookTitle>
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        <RefTotal>von Weizs&#228;cker V. Gesammelte Schriften, Band 1-10. Frankfurt&#47;Main: Suhrkamp-Verlag; 1986-2005.</RefTotal>
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