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    <ArticleType>Buchbesprechung</ArticleType>
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      <Title language="de">Bernd Hontschik: K&#246;rper, Seele, Mensch. Versuch &#252;ber die Kunst des Heilens</Title>
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          <LastnameHeading>Rimpau</LastnameHeading>
          <Firstname>Wilhelm</Firstname>
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          <AcademicTitle>Prof. Dr. med.</AcademicTitle>
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        <Address>Park-Klinik Wei&#223;ensee, Abteilung Neurologie, Sch&#246;nstra&#223;e 30, 13086 Berlin, Deutschland, Tel.: 030&#47;96-283700, Fax: 030&#47;96-283705<Affiliation>Park-Klinik Wei&#223;ensee, Abteilung Neurologie, Berlin, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>rimpau&#64;park-klinik.com</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <SectionHeading language="de">Humanmedizin</SectionHeading>
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    <DateReceived>20070411</DateReceived>
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      <DatePublished>20070815</DatePublished>
      <DateRepublished>20070817</DateRepublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <Journal>
        <ISSN>1860-3572</ISSN>
        <Volume>24</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Medizinische Ausbildung</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Med Ausbild</JournalTitleAbbr>
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    <ArticleNo>119</ArticleNo>
    <Correction><DateLastCorrection>20070817</DateLastCorrection>Satzzeichenkorrektur im Titel</Correction>
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    <TextBlock linked="yes" name="Bibliographische Angaben">
      <MainHeadline>Bibliographische Angaben</MainHeadline>
      <Pgraph>Bernd Hontschik</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>K&#246;rper, Seele, Mensch. Versuch &#252;ber die Kunst des Heilens</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Frankfurt: Suhrkamp-Verlag</Pgraph>
      <Pgraph>ISBN-13: 978-351845818, 142 Seiten, &#8364; 6,50</Pgraph>
      <Pgraph>Erscheinungstermin: 2006 </Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Rezension">
      <MainHeadline>Rezension</MainHeadline>
      <Pgraph>&#8222;Der Mensch ist weit mehr als eine &#96;triviale Maschine&#180;, und die Kunst des Heilens besteht darin, ihn auch so zu behandeln: als Einheit von K&#246;rper und Seele.&#8220; Diese Quintessenz des Buches hat schon so viele Leser angesprochen, dass bereits mehrere Nachdrucke aufgelegt wurden. Schon das Buch von Bernard Lown 1996 (2004 in Deutsch: &#8222;Die verlorene Kunst des Heilens. Anstiftung zum Umdenken&#8220;) hatte eine gro&#223;e Leserschaft gefunden. Vielleicht werden gerade wegen der Verunsicherung, die die erneute Debatte um eine Gesundheitsreform hervorgerufen hat, die Menschen bewegt, inhaltlichen Fragen nachzugehen. Politik und Lobbyismus verhandeln die Verteilung von Geld, welches f&#252;r Gesundheit ausgegeben werden muss. Auch diese &#8222;Reform&#8220; geht am Kern der Sache vorbei, der darin liegt, Bed&#252;rfnissen und Notwendigkeit einer medizinischen Versorgung zu entsprechen. Vor einer Kostenverteilung sollte die Analyse stehen, welche Art Medizin bezahlt werden muss. Soll noch mehr Technik, noch mehr Tabletten, noch mehr Verwaltungsaufwand bezahlt werden, obwohl schon jetzt die Daten zeigen, dass Labor und Technik nach der Schrotschussmethode angewandt und nicht eingenommene und fehlindizierte Pharmaka mehr schaden als helfen&#63; Oder soll eine &#8222;sprechende Medizin&#8220;, an der sozialen Wirklichkeit orientiert, Anamnese, einfache klinische Untersuchung und das Gespr&#228;ch mit dem Kranken bezahlt werden&#63; Eine qualifizierte Allgemeine Medizin, vern&#252;nftig bezahlt, kann zur Eintrittspforte in den weiten Bereich des medizinischen Spezialistentums werden, wo differenziert und gezielt Technik, Labor, Pharmako- oder Psychotherapie eingesetzt und angewandt wird. Hontschiks Patientengeschichten und sein Erfahrung legen Zeugnis ab daf&#252;r, dass das m&#246;glich ist.</Pgraph>
      <Pgraph>Hontschik pl&#228;diert f&#252;r ein Umdenken. Der Chirurg erz&#228;hlt zun&#228;chst aus seinem Alltag. Die hier gemachten Erfahrungen sind Zeugnis f&#252;r die &#8222;Zerst&#246;rung der Solidarsysteme&#8220; infolge &#8222;Globalisierung, Industrialisierung, Entsolidarisierung&#8220;. Hontschik konstatiert eine Verschiebung des Ziels der &#228;rztlichen Aus- und Weiterbildung &#8222;vom Heilk&#252;nstler zum Medizintechniker&#8220;. Im Kapitel &#8222;Psychotherapie mit dem Skalpell und Ikarus-Syndrom&#8220; greift er seine, schon seit 1994 bekannte, &#8222;historische, psychosoziale und klinische Studie zur Theorie und Praxis der Appendektomie&#8220; auf. Er wies damals nach, dass die Fehldiagnoserate bei weiblichen Jugendlichen um 60 Prozent liegt. Hinter dem Bauchschmerz dieser M&#228;dchen, verschleiert mit der Diagnose &#8222;chronisch Appendizitis mit akutem Schub&#8220;, stecken Probleme der Familiendynamik und des &#228;rztlichen Umgangs damit. Die so einfach klingende Frage, warum Wunden nicht immer gleich heilen, ist dem erfahrenen Arzt und Chirurgen Anlass, nicht allein &#8222;das Wunder der Wundheilung&#8220; anhand der biologischen Vorg&#228;nge zu beschreiben, sondern erweitert das Konzept um einen Funktionskreis, der das Subjekt des Kraken mit einbezieht. Der Leser wird durch anschaulich geschilderte Krakengeschichten in das Konzept der Integrierten Medizin eingef&#252;hrt, die sich in den letzten Jahren noch unter der Moderation Thure von Uexk&#252;lls entwickelt hat (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.int-med.de">http:&#47;&#47;www.int-med.de</Hyperlink>). Damit ist der bisherige Begriff der Psychosomatik &#252;berwunden, der als &#8222;Notl&#246;sung&#8220; h&#228;ufig falsch oder missbr&#228;uchlich verwendet wurde, &#8222;solange sich die Schulmedizin am zweigliedrigen Modell vom Menschen als einer trivialen Maschine orientiert&#8220;, also am Dualismus von K&#246;rper und Seele festh&#228;lt, der mit dem Bergriff von Psycho-Somatik eher perpetuiert als &#252;berwunden war. G&#228;be &#8222;man dieses Leitbild aber auf, so k&#246;nnte die Psychosomatik schlicht zu einem Synonym f&#252;r menschliche, f&#252;r Humanmedizin werden.&#8220;</Pgraph>
      <Pgraph>Das leicht lesbare B&#252;chlein ist praxis- und am Patienten orientiert. Es verzichtet bewusst auf eine theoretische Debatte. Unmittelbare Anschauung medizinischer Wirklichkeit erm&#246;glicht es jedem Laien, Pflegenden und angehenden Arzt nachzuvollziehen, wohin die Reise zu einer menschengem&#228;&#223;en Medizin f&#252;hren kann. Der erfolgreiche Band 1 der dankenswerterweise vom Suhrkampverlag gestarteten Reihe &#8222;medizinHuman&#8220; er&#246;ffnet dem Projekt eine vielversprechende Zukunft. Drei weitere B&#228;nde sind bislang erschienen, andere in Vorbereitung. Ziel ist es, einen breiten Diskurs zu er&#246;ffnen, der uns wieder fragen und beantworten l&#228;sst, was Medizin eigentlich ist (siehe Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>).</Pgraph>
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