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    <Identifier>zma000212</Identifier>
    <ArticleType>Projekt</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Verleihung der venia legendi (Ernennung zum Privatdozent) in der Medizin</Title>
      <TitleAlternative>nur pro forma?</TitleAlternative>
      <TitleTranslated language="en">The granting of the venia legendi (the appointment as a Privatdozent) in medicine</TitleTranslated>
      <TitleTranslatedAlternative>nothing but a meaningless ritual?</TitleTranslatedAlternative>
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          <Lastname>Dieter</Lastname>
          <LastnameHeading>Dieter</LastnameHeading>
          <Firstname>Peter</Firstname>
          <Initials>P</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr. rer. nat.</AcademicTitle>
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        <Address>Studiendekan Medizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden, Fetscherstraße 37, 01307 Dresden, Deutschland, Tel.: 0351/458-6450, Fax: 0351/458-6307<Affiliation>Studiendekan Medizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland</Affiliation>
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        <Email>peter.dieter@tu-dresden.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science</Corporatename>
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        <Address>Düsseldorf, Köln</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <SectionHeading language="de">Humanmedizin</SectionHeading>
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    <DateReceived>20050809</DateReceived>
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<DatePublished>20051118</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1860-3572</ISSN>
        <Volume>22</Volume>
        <Issue>4</Issue>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Med Ausbild</JournalTitleAbbr>
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    <ArticleNo>212</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Erfahrungsbericht</MainHeadline>
<Pgraph>Vor dem Hintergrund langjährig diskutierter Defizite in der akademischen Lehre Universitätsmedizin ist es Ziel dieser Untersuchung, die derzeitigen Bedingungen der medizinischen Fakultäten bei der Ernennung zum Privatdozenten (Erteilung der <Mark2>venia legendi </Mark2>- Verleihung der Lehrbefugnis) zu erfassen und zu analysieren.  Deswegen wurden im Rahmen einer schriftlichen Anfrage im 1. Halbjahr 2005 alle 35 medizinischen Fakultäten (Dekanate und Studiendekanate) in Deutschland gebeten einen Fragebogen (11 Items, siehe Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) innerhalb von vier Wochen zu beantworten. Der Fragebogen wurde von 29 der 35 angeschriebenen Fakultäten innerhalb dieser Frist beantwortet (Rücklaufquote 83%). Die Auswertung ergab folgendes Bild (siehe Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>):</Pgraph>
<Pgraph>1. 28 Fakultäten erteilen die <Mark2>venia legendi </Mark2>nur nach vorangegangener nachgewiesener Lehrleistung.</Pgraph>
<Pgraph>2. Bei 20 Fakultäten muss diese Lehrleistung eine bestimmte Mindestzeit geleistet worden sein (zwischen 0.5 und 3 Jahren, Durchschnitt: 2 Jahre), bei 9 Fakultäten ist keine Mindestzeit erforderlich.</Pgraph>
<Pgraph>3. Bei 11 Fakultäten muss eine Mindestanzahl von Lehrstunden nachgewiesen sein (zwischen 15 und 300 Stunden, Durchschnitt: 100 Stunden), bei 18 Fakultäten ist keine  Mindestanzahl von Lehrstunden erforderlich.</Pgraph>
<Pgraph>4. Bei 18 Fakultäten müssen die Lehrleistungen in bestimmten Unterrichtsformen geleistet worden sein (14 Fakultäten: (Haupt)Vorlesungen, 8 Fakultäten: Seminare, 7 Fakultäten: Praktika, 6 Fakultäten: Patientenbezogener Unterricht, 3 Fakultäten: Unterricht im Praktischen Jahr), bei 11 Fakultäten wird kein Unterrichtsformat vorausgesetzt.</Pgraph>
<Pgraph>5. Bei 17 Fakultäten muss (zumindest ein Teil) dieser Lehrleistungen an der eigenen Fakultät geleistet worden sein, bei 12 Fakultäten nicht. </Pgraph>
<Pgraph>6. Von 26 Fakultäten wird eine weitere Lehrleistung bei der Erteilung der <Mark2>venia legendi </Mark2>gefordert, bei 3 Fakultäten wird dies bei Erteilung der<Mark2> venia legendi </Mark2>nicht gefordert.</Pgraph>
<Pgraph>7. Von den 26 Fakultäten, die eine weitere Lehrleistung fordern, fordern 23 eine unbefristete Lehrleistung (bis zum Ausscheiden des Mitarbeiters).</Pgraph>
<Pgraph>8. 22 Fakultäten überprüfen (nur zum Teil regelmäßig) die Lehrleistung, 7 Fakultäten machen keine Überprüfung.</Pgraph>
<Pgraph>9. 15 der 22 Fakultäten, die die Lehrleistung überprüfen, sprechen bei Nichterfüllung der Lehrleistung eine Mahnung an den Mitarbeiter aus (durch den Dekan oder Studiendekan), bei 3 Fakultäten wird im Einzelfall ein Entzug der<Mark2> venia legendi </Mark2>in Betracht gezogen.</Pgraph>
<Pgraph>10/11. Eine ähnliche Verfahrensweise (Punkt 8 und 9) gilt für die Ernennung zum <Mark2>Apl. Professor</Mark2>.</Pgraph>
<Pgraph>Fasst man die Ergebnisse dieser Umfrage zusammen, lässt sich folgendes festhalten:</Pgraph>
<Pgraph>1. Es bestehen große Unterschieden in den Anforderungen zur Erteilung der <Mark2>venia legendi </Mark2>an deutschen medizinischen Fakultäten. Allerdings scheinen im Vergleich zu früheren Untersuchungen die Anforderungen gestiegen und die Unterschiede kleiner geworden zu sein <TextLink reference="1"/>, <TextLink reference="2"/>.</Pgraph>
<Pgraph>2. Ein Großteil der deutschen Medizinischen Fakultäten (80%) hat einen Anforderungskatalog, der bei der Erteilung der <Mark2>venia legendi </Mark2>erfüllt sein muss. In diesem Anforderungskatalog ist (zum Teil) ein Mindestumfang an Lehrleistungen (Zeitraum, Lehrstunden) bzw. bestimmte Unterrichtsformen (Vorlesungen, Seminar, Praktika, Patientenunterricht, Praktisches Jahr) enthalten. Diese Lehrleistungen müssen bei einem großen Teil der Fakultäten an der eigenen Fakultät geleistet worden sein.</Pgraph>
<Pgraph>3. Von fast allen Fakultäten wird eine Weiterführung dieser Lehrleistungen bei der Erteilung der <Mark2>venia legendi </Mark2>gefordert. 85% dieser Fakultäten überprüfen die Einhaltung dieser Forderung, 58% der Fakultäten sprechen bei Nichteinhaltung der geforderten Lehrleistung eine Mahnung aus bzw. erwägen im Einzelfall den Entzug des Titels<Mark2> venia legendi</Mark2>.</Pgraph>
<Pgraph>4. Ähnliche Regelungen gibt es bei den meisten Fakultäten für die Ernennung  zum <Mark2>Apl. Professor</Mark2>.</Pgraph>
<Pgraph>Um eine größere Chancengleichheit für Privatdozenten zu erreichen, ist eine Beseitigung der Unterschiede in den Anforderungen der Fakultäten bei der Verteilung der<Mark2> venia legendi </Mark2>anzustreben. Der Anforderungskatalog sollte quantitativ und qualitativ dem Anforderungskatalog für die Erteilung der Habilitation (Nachweis der besonderen Befähigung für Forschung und Lehre in einem bestimmten Fach) entsprechen <TextLink reference="3"/>, <TextLink reference="4"/>. Damit wäre ein weiterer wichtiger Schritt geschaffen, um in Deutschland Lehre und Forschung einen gleichen Stellenwert einzuräumen. </Pgraph>
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    <References linked="yes">
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        <RefAuthor>Weber A</RefAuthor>
        <RefAuthor>Wacker A</RefAuthor>
        <RefAuthor>Weltle D</RefAuthor>
        <RefAuthor>Lehnert G</RefAuthor>
        <RefTitle>Stellenwert der Lehre an den deutschen medizinischen Fakultäten.</RefTitle>
        <RefYear>2000</RefYear>
        <RefJournal>Dtsch Med Wochenschr</RefJournal>
        <RefPage>1560-1564</RefPage>
        <RefTotal>Weber A, Wacker A, Weltle D, Lehnert G. Stellenwert der Lehre an den deutschen medizinischen Fakultäten. Dtsch Med Wochenschr. 2000;125(51-52):1560-1564.</RefTotal>
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        <RefAuthor>Pabst R</RefAuthor>
        <RefAuthor>Strate J</RefAuthor>
        <RefTitle>Große Unterschiede im Verfahren zur Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. Verfahren und Kriterien der Forschung und Lehre an deutschen Fakultäten</RefTitle>
        <RefYear>2000</RefYear>
        <RefJournal>Chirurg</RefJournal>
        <RefPage>106-108</RefPage>
        <RefTotal>Pabst R, Strate J. Große Unterschiede im Verfahren zur Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. Verfahren und Kriterien der Forschung und Lehre an deutschen Fakultäten. Chirurg. 2000;71(1):106-108.</RefTotal>
      </Reference>
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        <RefAuthor>Troidl H</RefAuthor>
        <RefTitle>Überprüfung der Habilitationsordnungen Medizinischer Fakultäten an deutschen Hochschulen und Vorschlägen zur Vereinheitlichung</RefTitle>
        <RefYear>1998</RefYear>
        <RefJournal>Chirurg</RefJournal>
        <RefPage>481-489</RefPage>
        <RefTotal>Nagelschmidt M, Bergdolt K, Troidl H. Überprüfung der Habilitationsordnungen Medizinischer Fakultäten an deutschen Hochschulen und Vorschlägen zur Vereinheitlichung. Chirurg. 1998;69(4):481-489.</RefTotal>
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<Mark1>Abbildung 1: Fragebogen</Mark1>
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<Mark1>Abbildung 2: Auswertung des Fragebogens</Mark1>
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