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    <IdentifierDoi>10.3205/ors000040</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-ors0000405</IdentifierUrn>
    <ArticleType>&#220;bersichtsarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Die sozialmedizinische Bedeutung der kognitiven Dysfunktion bei onkologischen Patienten</Title>
      <TitleTranslated language="en">The socio-medical relevance of cognitive dysfunction in oncological patients</TitleTranslated>
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          <Lastname>Rick</Lastname>
          <LastnameHeading>Rick</LastnameHeading>
          <Firstname>Oliver</Firstname>
          <Initials>O</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr. med.</AcademicTitle>
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        <Address>Dr. Ebel Fachkliniken GmbH &#38; Co., Klinik Reinhardsh&#246;he GmbH, Quellenstr. 8&#8211;12, 34537 Bad Wildungen, Deutschland<Affiliation>Dr. Ebel Fachkliniken, Klinik Reinhardsh&#246;he, Bad Wildungen, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>oliver.rick&#64;klinik-reinhardshoehe.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
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    <DatePublished>20201217</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>2194-2919</ISSN>
        <Volume>9</Volume>
        <JournalTitle>GMS Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Onkol Rehabil Sozialmed</JournalTitleAbbr>
      </Journal>
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    <ArticleNo>02</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Die kognitive Dysfunktion in Form einer Konzentrations- und Ged&#228;chtnisst&#246;rung wird bei bis zu 75&#37; der Patienten mit einer Krebserkrankung gefunden. Insbesondere Patientinnen mit Brustkrebs sind in ca. 30&#37; der F&#228;lle davon betroffen. Nach einer Chemotherapie klagen im Langzeitverlauf ca. 15 bis 45&#37; der Patienten &#252;ber kognitive Einschr&#228;nkungen, so dass ein Zusammenhang mit der Therapie diskutiert wird. Dar&#252;ber hinaus scheint die kognitive Dysfunktion aber ein komplexes Problem bei Krebspatienten zu sein und kann nicht ausschlie&#223;lich auf die Chemotherapie reduziert werden. Insbesondere Faktoren wie Depression, Angst oder das Fatigue-Syndrom spielen in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Auch die Wahrnehmung einer verminderten Lebensqualit&#228;t wirkt sich nachteilig auf die kognitive Funktion aus. Zus&#228;tzlich wird ein posttraumatischer Stress, wie er nach der Diagnose einer Krebserkrankung auftritt, als Risikofaktor f&#252;r die Entwicklung einer kognitiven Dysfunktion gewertet.</Pgraph><Pgraph>Die Bedeutung f&#252;r die sozialmedizinische Begutachtung ist noch weitgehend unklar und nur wenige Daten dazu sind publiziert. Die vorliegende Arbeit soll dabei Hilfestellung und Orientierung geben.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Over the last 20 years, cognitive dysfunction in oncological patients has been identified as a relevant functional disorder. While this dysfunction first became apparent in patients with brain tumors, it has also been observed in all other tumor diseases for quite some time. The genesis is multifactorial and cannot be reduced exclusively to an accomplished chemotherapy or an accompanying depressive mood. With the help of suitable diagnostic instruments, cognitive dysfunction can now be reliably detected and treated. However, the therapeutic options are still inadequate.</Pgraph><Pgraph>Furthermore, the socio-medical relevance of cognitive dysfunction has not been sufficiently researched. At present, there are only few data available that describe the effects of this central nervous dysfunction on participation in working life. </Pgraph><Pgraph>The following article deals with the causes of cognitive dysfunction and addresses not only the diagnostic possibilities but also the socio-medical relevance with regard to performance in working life, assessment according to the law on severely disabled persons, and the need for long-term care.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><SubHeadline>Definition</SubHeadline><Pgraph>Bei der kognitiven Dysfunktion (KD) bei onkologischen Erkrankungen handelt es sich um eine kurzfristige, langfristige oder auch dauerhafte funktionelle St&#246;rung der</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Aufmerksamkeit,</ListItem><ListItem level="1">Konzentrationsf&#228;higkeit,</ListItem><ListItem level="1">Denkprozesse,</ListItem><ListItem level="1">Ged&#228;chtnisleistung (insbesondere Kurzzeitged&#228;chtnis),</ListItem><ListItem level="1">Lernf&#228;higkeit und </ListItem><ListItem level="1">F&#228;higkeit, komplexe Aufgaben auszuf&#252;hren.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Die Begrifflichkeit der KD geht zur&#252;ck bis in die 80er Jahre und wurde erstmals bei Patienten mit Tumoren des zentralnerv&#246;sen Systems und bei p&#228;diatrischen Tumoren beschrieben. Erst in den 90er Jahren wurde dieser klinischen Symptomatik wissenschaftliche Aufmerksamt gewidmet und diese als eigenst&#228;ndige funktionelle St&#246;rung wahrgenommen <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline>H&#228;ufigkeit</SubHeadline><Pgraph>Abh&#228;ngig von der untersuchten Tumorerkrankung schwankt die Pr&#228;valenz der KD erheblich zwischen 30&#37;&#8211;75&#37; <TextLink reference="2"></TextLink>, <TextLink reference="3"></TextLink>, <TextLink reference="4"></TextLink>. Eine KD nach onkologischer Therapie wird bis zu 20 Jahre nach der Krebstherapie von den Patienten beschrieben <TextLink reference="5"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ursachen und Risikofaktoren">
      <MainHeadline>Ursachen und Risikofaktoren</MainHeadline><Pgraph>Pathophysiologisch handelt es sich bei der KD am ehesten um ein multifaktorielles Geschehen. Neben der eigentlichen Tumorerkrankung spielen die psychische Konstellation, genetische Bedingungen und die kognitive Reserve eine wesentliche Rolle <TextLink reference="3"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink>. Das Zusammenspiel dieser drei Komponenten macht letztendlich den Schweregrad der KD aus. Aber auch die medikament&#246;se Tumortherapie, die mit entz&#252;ndlichen Prozessen und Sekund&#228;rver&#228;nderungen wie Gef&#228;&#223;sch&#228;den, hormonellen Ver&#228;nderungen und metabolischen Abnormit&#228;ten einhergeht, kann eine KD ausl&#246;sen bzw. diese verst&#228;rken (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) <TextLink reference="7"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline>Antitumortherapie</SubHeadline><SubHeadline2>Medikament&#246;se Therapie</SubHeadline2><Pgraph>Zahlreiche Substanzen, die in der Tumortherapie Anwendung finden, k&#246;nnen eine KD bedingen bzw. eine bestehende KD verschlechtern. Hierbei spielen vor allem die Zytostatika eine entscheidende Rolle <TextLink reference="8"></TextLink>. Die Bedeutung der endokrinen Therapie bei der Entwicklung einer KD ist umstritten. W&#228;hrend in einigen Studien ein negativer Effekt gesehen wurde, konnte dies in anderen Untersuchungen nicht best&#228;tigt werden <TextLink reference="9"></TextLink>, <TextLink reference="10"></TextLink>. Bei den modernen zielgerichteten Therapien wie den Tyrosinkinasein<TextGroup><PlainText>hibi</PlainText></TextGroup>toren, als auch bei den sogenannten IMIDS (immunmo<TextGroup><PlainText>d</PlainText></TextGroup>ulierende Substanzen) werden zentralnerv&#246;se Toxizit&#228;ten beschrieben, aus denen eine KD resultieren kann <TextLink reference="11"></TextLink>, <TextLink reference="12"></TextLink>. Auch f&#252;r die Checkpoint-Inhibitoren sind Neuroto<TextGroup><PlainText>xi</PlainText></TextGroup>zit&#228;ten beschrieben &#8211; ohne belastbare Daten f&#252;r eine KD.</Pgraph><SubHeadline2>Operation</SubHeadline2><Pgraph>Bereits 1955 wurde die kognitive Dysfunktion nach Operationen bei Menschen im h&#246;heren Lebensalter beschrieben <TextLink reference="13"></TextLink>. Die postoperative KD gilt als St&#246;rung, die alle Altersgruppen betrifft und deren Pr&#228;valenz mit zunehmendem Alter und in Abh&#228;ngigkeit der kognitiven Reserve zunimmt. Bei den &#252;ber 60-J&#228;hrigen findet sich bei 40&#37; der operierten Patienten eine KD, die nach drei Monaten auf 10&#37; r&#252;ckl&#228;ufig ist <TextLink reference="14"></TextLink>. Als Risikofaktoren f&#252;r eine postoperative KD gelten neben dem Lebensalter, zerebra<TextGroup><PlainText>l</PlainText></TextGroup>e, kardiale und vaskul&#228;re Vorerkrankungen, Alkoholab<TextGroup><PlainText>u</PlainText></TextGroup>sus, niedriger Ausbildungsstand sowie intra- oder postoperative Komplikationen <TextLink reference="15"></TextLink>, <TextLink reference="16"></TextLink>, <TextLink reference="17"></TextLink>. Dagegen scheint das An&#228;sthesieverfahren nicht prim&#228;r urs&#228;chlich f&#252;r eine kognitive Leistungsminderung zu sein <TextLink reference="18"></TextLink>. Die postoperative KD geht mit einer schlechteren Rekonva<TextGroup><PlainText>l</PlainText></TextGroup>eszenz und einer langfristig erh&#246;hten Mortalit&#228;t des Betroffenen einher und erh&#246;ht dadurch die Inanspruchnahme von sozialen Transferleistungen <TextLink reference="14"></TextLink>, <TextLink reference="19"></TextLink>, <TextLink reference="20"></TextLink>, <TextLink reference="21"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline2>Radiotherapie</SubHeadline2><Pgraph>Die bestrahlungsinduzierte KD bei Patienten mit Hirntu<TextGroup><PlainText>m</PlainText></TextGroup>oren oder Hirnmetastasen ist bereits seit vielen Jahren bekannt. Bei 50&#8211;90&#37; der Patienten l&#228;sst sich nach einer Radiatio des zentralen Nervensystems (ZNS) nach 3&#8211;6 Monaten eine KD feststellen <TextLink reference="22"></TextLink>. Unklar ist die Auswirkung einer Radiotherapie, die nicht am ZNS stattfindet, auf die kognitive Funktion. Belastbare Daten dazu existieren derzeit nicht.</Pgraph><SubHeadline>Tumorerkrankung</SubHeadline><Pgraph>Zus&#228;tzlich zu den medikament&#246;s bedingten Folgen und der psychischen Konstellation scheint die Tumorerkrankung als solche Einfluss auf die kognitive Funktion zu nehmen. In zwei Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass vor Einleitung einer Tumortherapie bis zu 40&#37; der Patienten, unabh&#228;ngig vom Alter und vom Bildungsstand, eine KD hatten. In einem Vergleichskollektiv aus gematchen gesunden Probanden fand sich dies nur bei ca. 15&#37;. Dieses Ph&#228;nomen war unabh&#228;ngig von psychischen Symptomen wie Angst und Depression, aber auch unabh&#228;ngig von einer Fatigue-Symptomatik oder den operativen Umst&#228;nden wie z.B. Dauer der Operation <TextLink reference="23"></TextLink>, <TextLink reference="24"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline>Genetische Faktoren und inflammatorische Prozesse</SubHeadline><Pgraph>Eine molekularbiologische Erkl&#228;rung f&#252;r die Entstehung einer KD k&#246;nnte die Ver&#228;nderung im Genotyp der Catecholamin-O-Methyltransferase (COMT) sein. Die COMT beeinflusst die kognitive Funktion und baut Dopamin im pr&#228;frontalen Kortex ab. Da im COMT-Gen auf Chromosom 22q11 auf Codon 158 entweder Methionin (Met) und&#47;oder Valin (Val) eingebaut werden kann, ergibt sich hier ein Single-Nukleotid Polymorphismus. Die COMT mit dem Val-Allel (Met&#47;Val; Val&#47;Val) baut Dopamin 3&#8211;4x schneller ab als die COMT mit dem Met-Allel (Met&#47;Met). Da 75&#37; aller Frauen Val-Allel positiv sind, erkl&#228;rt dies ein erh&#246;htes Auftreten von KD bei Brustkrebspatientinnen <TextLink reference="25"></TextLink>. Auch der Apolipoprotein E (APOE) Stoffwechsel k&#246;nnte in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. APOE zeigt einen Polymorphismus aus 3 Allelen (E2, E3, E4). Die Genotypen APOE 3,4 und ApoE 4,4 finden sich bei Alzheimer-Krankheit und gehen mit einem erh&#246;hten Risiko f&#252;r eine KD einher. Patienten mit APOE Allel E4 k&#246;nnten demzufolge ein erh&#246;htes Risiko f&#252;r eine KD nach einer Chemotherapie haben. Dies konnte von einer Arbeitsgruppe bereits im Jahr 2003 insbesondere bei den Qualit&#228;ten des visuellen Ged&#228;chtnisses aber auch der r&#228;umlichen Wahrnehmung festgestellt werden <TextLink reference="26"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Dar&#252;ber hinaus scheinen auch inflammatorische Prozesse eine Rolle zu spielen. Insbesondere der Zusammenhang zwischen erh&#246;htem Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-&#945;) und Interleukin-6 (Il-6) mit einer h&#246;heren Rate an KD ist gut untersucht <TextLink reference="27"></TextLink>, <TextLink reference="28"></TextLink>, <TextLink reference="29"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline>Lebensalter und kognitive Reserve</SubHeadline><Pgraph>J&#252;ngere Patientinnen (&#60;65 Jahren) mit Brustkrebs entwickeln nach einer Chemotherapie aufgrund der noch geringeren Alterungsprozesse (l&#228;ngere Telomere) weniger h&#228;ufig und erst im sp&#228;teren Lebensalter eine KD. Bei &#228;lteren Frauen (&#62;65 Jahren) mit Brustkrebs wird signifikant fr&#252;her (ab einem Monat nach der Chemotherapie) eine KD beobachtet <TextLink reference="30"></TextLink>. In diesem Zusammenhang spielt auch die kognitive Reserve, als angeborene oder erworbene Hirnleistungsf&#228;higkeit beeinflusst durch den Bildungsstand, die berufliche T&#228;tigkeit und die Lebensweise eine Rolle. Ist die kognitive Reserve hoch, bildet sich weniger h&#228;ufig eine KD heraus als bei Patientinnen mit geringer kognitiver Reserve <TextLink reference="31"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Diagnostik">
      <MainHeadline>Diagnostik</MainHeadline><Pgraph>Die therapie- oder tumorassoziierte KD muss von einer dementiellen Hirnleistungsst&#246;rung abgegrenzt werden. Dies kann in aller Regel mittels einer gezielten Erhebung der Eigen- oder zus&#228;tzlich der Fremdanamnese erreicht werden. </Pgraph><Pgraph>Eine standardisierte Diagnostik der KD ist bislang nicht etabliert. Allerdings w&#228;re insbesondere f&#252;r die Frage der Teilhabe am Erwerbsleben eine schnelle und einfach durchzuf&#252;hrende Untersuchungsmethode zur Objektivierung der KD w&#252;nschenswert. Neuropsychologische Testverfahren haben bislang in der klinischen Praxis keine breite Anwendung gefunden, da sie mit einem hohen Personal- und Zeitaufwand verbunden sind. Zur vereinfachten praxistauglichen Diagnostik der KD bei onkologischen Patienten kann z.B. der CogPack<Superscript>&#174;</Superscript> verwendet werden <TextLink reference="32"></TextLink>. Als subjektiver Test kommt der Fragebogen der Gesellschaft f&#252;r Neuropsychologie (Fragebogen zur Erfassung erlebter Defizite der Aufmerksamkeit &#8211; FEDA) in Frage <TextLink reference="33"></TextLink>. Dieser erfasst die subjektive Wahrnehmung des Patienten, welche ein pr&#228;diktiver Faktor f&#252;r die Wiederaufnahme einer Erwerbst&#228;tigkeit ist <TextLink reference="34"></TextLink>. Die Einteilung in drei Schweregrade kann nach der Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE Version 5.0) des National Cancer Institute (NCI) erfolgen (Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table"/>) <TextLink reference="35"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Sozialmedizinische Begutachtung">
      <MainHeadline>Sozialmedizinische Begutachtung</MainHeadline><SubHeadline>Leistungsf&#228;higkeit</SubHeadline><Pgraph>Der Zusammenhang zwischen KD und Teilhabe am Erwerbsleben ist derzeit nur unzureichend untersucht. In einer &#228;lteren Studie konnte bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom ein negativer Einfluss der KD auf die R&#252;ckkehr ins Erwerbsleben festgestellt werden <TextLink reference="36"></TextLink>. In einer Studie aus dem Jahr 2009 konnte festgestellt werden, dass Tumorpatienten mit kognitiven Einschr&#228;nkungen weniger h&#228;ufig eine berufliche T&#228;tigkeit wieder aufnehmen als Patienten, die keine KD aufweisen. Von den 45 Patienten mit verschiedenen Tumorentit&#228;ten klagten 15 Patienten &#252;ber eine KD, von denen 7 Patienten (47&#37;) nach einem Jahr aufgrund der KD nicht wieder ins Erwerbsleben integriert waren. Von den 30 Patienten ohne KD waren nach einem Jahr nur 9 Patienten (30&#37;) noch arbeitsunf&#228;hig <TextLink reference="37"></TextLink>. In einer weiteren Studie mit 45 Patientinnen mit Mammakarzinom konnte ein negativer Einfluss der KD auf die R&#252;ckkehr ins Erwerbsleben nicht ermittelt werden <TextLink reference="38"></TextLink>. Die eigenen Daten aus der NeuroCog FX-Studie zeigen, dass bei Brustkrebspatientinnen die subjektive Wahrnehmung einer KD ein deutlicher negativer Pr&#228;diktor f&#252;r die Wiederaufnehme einer Erwerbst&#228;tigkeit ist. Demgegen&#252;ber ist eine Erwerbst&#228;tigkeit zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose, ein noch vorhandender Arbeitsplatz nach einer onkologischen Rehabilitation und eine stufenweise Wiedereingliederung mit einer g&#252;nstigen Prognose assoziiert <TextLink reference="34"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Es kann davon ausgegangen werden, dass insbesondere Patienten mit besonderen beruflichen Anforderungen an die kognitive Funktion (z.B. Lehrer, Geisteswissenschaftler, Fluglotsen etc.) durch eine KD an der Wideraufnahme der beruflichen T&#228;tigkeit gehindert werden k&#246;nnten oder zumindest eingeschr&#228;nkt leistungsf&#228;hig sind. Im &#8222;Kursbuch der &#228;rztlichen Begutachtung&#8220; wird ebenfalls auf diesen Sachverhalt hingewiesen und betont, dass bleibende Ged&#228;chtnisst&#246;rungen sich bei leichter Auspr&#228;gung behindernd auf die Aus&#252;bung von geistigen Berufen auswirken k&#246;nnen. Mittelschwere Ged&#228;chtnisst&#246;rungen k&#246;nnen demnach auch das Durchf&#252;hren einfachster beruflicher T&#228;tigkeiten unm&#246;glich machen <TextLink reference="39"></TextLink>. Insbesondere St&#246;rungen im Ultrakurzzeitged&#228;chtnis (bis etwa sechzig Minuten r&#252;ckwirkend) beeintr&#228;chtigen die Leistungsf&#228;higkeit in der Regel so erheblich, dass eine Erwerbst&#228;tigkeit nicht mehr m&#246;glich ist <TextLink reference="40"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Zusammenfassend kann folgendes empfohlen werden: Patienten mit T&#228;tigkeiten, die keine erh&#246;hten oder besonderen Anforderungen an die Aufmerksamkeit, Konzentrations- und&#47;oder Lernf&#228;higkeit stellen, k&#246;nnen mit einer KD im Stadium I oder II nach CTCAE vollschichtig arbeiten. Patienten mit T&#228;tigkeiten, die erh&#246;hte Anforderungen an Aufmerksamkeit, Konzentrations- und&#47;oder Lernf&#228;higkeit stellen, k&#246;nnen auch im Stadium I und&#47;oder II leistungsgemindert sein. Im Stadium III erscheinen auch T&#228;tigkeiten mit nur geringen Anforderungen an die kognitive Funktion nicht mehr m&#246;glich zu sein. Der zeitliche Verlauf der KD bleibt allerdings abzuwarten, da sich innerhalb von 6&#8211;9 Monaten nach Therapieende deutliche Verbesserungen der Hirnleistung einstellen k&#246;nnen <TextLink reference="34"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline>Schwerbehinderung</SubHeadline><Pgraph>Eine spezifische Benennung der KD nach onkologischen Erkrankungen findet sich im Schwerbehindertenrecht nicht. Aus diesem Grund sollte der &#228;rztliche Gutachter die KD bei Tumorpatienten als Funktionsst&#246;rung nach der Anlage zu &#167; 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung vom 10. Dezember 2008 3.1.2 &#8222;Hirnsch&#228;den mit kognitiven Leistungsst&#246;rungen&#8220; bewerten <TextLink reference="41"></TextLink>. Dabei ist der Grad der Schwerbehinderung (GdS) zu ber&#252;cksichtigen (Tabelle 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="table"/>).</Pgraph><Pgraph>Die Feststellung eines GdS setzt voraus, dass eine nicht nur vor&#252;bergehende und damit eine &#252;ber einen Zeitraum von sechs Monaten bestehende Gesundheitsst&#246;ru<TextGroup><PlainText>ng v</PlainText></TextGroup>orliegt und diese eine Regelwidrigkeit gegen&#252;ber dem f&#252;r das Lebensalter typischen Zustand voraussetzt. Dabe<TextGroup><PlainText>i w</PlainText></TextGroup>erden die Auswirkungen von Funktionsbeeintr&#228;chtigungen in allen Lebensbereichen und nicht nur die Einschr&#228;nkungen im allgemeinen Erwerbsleben ber&#252;cksichtigt <TextLink reference="41"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><Pgraph>Die KD stellt eine zunehmende und relevante Folgest&#246;rung bei Tumorpatienten dar. Dies ist dadurch bedingt, dass mehr Patienten Langzeit&#252;berlebende werden und dass sich in der Vergangenheit insbesondere die medika<TextGroup><PlainText>m</PlainText></TextGroup>ent&#246;sen Behandlungsoptionen deutlich verbessert <TextGroup><PlainText>haben</PlainText></TextGroup>. Dies hat Auswirkungen auf die Teilhabe am Erwer<TextGroup><PlainText>bs- </PlainText></TextGroup>und&#47;oder Sozialleben. Das Restleistungsverm&#246;gen hinsichtlich einer Erwerbst&#228;tigkeit kann durch die KD, in Abh&#228;ngigkeit vom Schweregrad und der beruflichen T&#228;tigkeit, nachhaltig und gravierend beeintr&#228;chtigt sein. Ein standardisiertes Screeninginstrument f&#252;r die t&#228;gliche Praxis existiert zurzeit nicht. Als einfachstes Instrument kann der FEDA-Fragebogen verwendet werden, der signifikant mit dem Grad der  Reintegration ins Erwerbsleben korreliert. Die Einteilung des Schweregrades sollte am ehesten anhand des CTCAE-Fragebogens der NCI erfolgen. Daran angelehnt kann dann die Auswirkung auf die Erwerbst&#228;tigkeit abgeleitet werden. W&#228;hrend Patienten mit einer KD ersten oder zweiten Grades nur bei kognitiv &#252;berwiegend anspruchsvollen T&#228;tigkeiten Einschr&#228;nku<TextGroup><PlainText>ng</PlainText></TextGroup>en zu erwarten haben, k&#246;nnen bei einer KD 3. Grades bereits wenig anspruchsvolle T&#228;tigkeiten nicht mehr durchgef&#252;hrt werden, da die Patienten nicht mehr in der Lage sind, sich eigenst&#228;ndig zu versorgen. Das Restleistungsverm&#246;gen befindet sich in einem solchen Fall nahezu immer unter 3 Stunden t&#228;glich.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkungen">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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