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      <Title language="de">20 Jahre medizinische Informatik in Dortmund</Title>
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          <Firstname>Britta</Firstname>
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          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Fachhochschule Dortmund, Emil-Figge-Stra&#223;e 42, 44227 Dortmund, Deutschland<Affiliation>Department of Medical Informatics, University of Applied Sciences and Arts, Dortmund, Germany</Affiliation><Affiliation>IMIBE, University Hospital Essen, Germany</Affiliation></Address>
        <Email>Britta.Boeckmann&#64;fh-dortmund.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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    <DatePublished>20160824</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1860-9171</ISSN>
        <Volume>12</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Inform Biom Epidemiol</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>20 Jahre Medizinische Informatik in Dortmund</IssueTitle>
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      <MainHeadline>Editorial</MainHeadline><Pgraph>Vor 20 Jahren wurde der Studiengang Medizinische Informatik (MI) an der FH Dortmund gegr&#252;ndet &#8211; ein guter Grund f&#252;r einen R&#252;ckblick und Standortbestimmung. F&#252;r ein dynamisches angewandtes Lehr- und Forschungsgebiet wie die MI sind 20 Jahre eine lange Zeit und so m&#246;chte ich in diesem Editorial einen Blick darauf werfen, wie sich die Anforderungen an Medizininformatiker in diesen beiden Jahrzehnten entwickelt haben und welchen Einfluss das auf unsere Lehre hat und haben muss. </Pgraph><Pgraph>Im Jahr 1995, zu Beginn des Internetzeitalters, gab es die Medizinische Informatik als Forschungsgebiet, in der Regel angesiedelt an medizinischen Fakult&#228;ten der Universit&#228;ten, und an wenigen Hochschulen als Studiengang. Die Hochschulen Heidelberg und Heilbronn waren hier herausragend aufgestellt und dienten in Dortmund als Vorbild. Bei der Konzeption des Diplomstudiengangs wurde eine engagierte Diskussion gef&#252;hrt, was denn Medizinische Informatik genau ist und welche Kompetenzen ein Medizininformatiker braucht, intensiv auch im Austausch mit den &#8222;V&#228;tern&#8220; der MI, den Professoren Haux und M&#246;hrs. In der Abw&#228;gung zwischen medical informatics und health informatics, die seinerzeit im angels&#228;chsischen Raum stark forciert wurde, entschied man sich f&#252;r eine Ausrichtung auf medical informatics &#8211; die damalige Beschreibung aus dem Antrag zur Einrichtung des Studiengangs ist auch heute noch aktuell:</Pgraph><Pgraph><Indentation><Mark2>Die Medizinische Informatik befa&#223;t sich mit der systematischen Verarbeitung von Informationen in der Medizin, untersucht die Prinzipien der Informationsverarbeitung in der Medizin und erarbeitet hierf&#252;r m&#246;glichst allgemeing&#252;ltige L&#246;sungen, modelliert Aufbau und Wirkungsweise von informationsverarbeitenden Systemen in der Medizin mit dem Ziel, diese zu beschreiben, zu analysieren, zu konstruieren und&#47;oder zu bewerten und verwendet zur L&#246;sung der genannten Aufgaben geeignete (formale) Methoden und Werkzeuge. Die Medizinische Informatik hat dabei zum Ziel, mit den Methoden der Informatik den Arzt bei der Patientenbehandlung zu unterst&#252;tzen sowie Systeme zur Unterst&#252;tzung von Einrichtungen der Gesundheitsversorgung zu analysieren, mit wissenschaftlichen Methoden aufzubauen und zu betreiben.</Mark2></Indentation></Pgraph><Pgraph>1994 brauchte ein Medizininformatiker, egal in welchem Bereich er arbeitete, unbedingt Kompetenzen in Programmierung, Rechnerstrukturen und Betriebssystemen. Ob es in der Wissenschaft galt, Algorithmen zur Bildverarbeitung zu entwickeln oder im Krankenhaus ein Befundungssystem &#8211; ohne Programmierkenntnisse ging es nicht. Es gab keine komfortablen Entwicklungswerkzeuge, kaum Bibliotheken, die man nutzen konnte, kein Internet, keine open source Initiativen, kaum fertige Software, die &#196;rzte in ihrer Arbeit unterst&#252;tzte. F&#252;r die Ausbildungsinhalte bedeutete das, dass Mathematik, Programmierung, Physik, Elektrotechnik und Rechnerstrukturen ebenso gelehrt wurden wie medizinische Grundlagen und Bild- und Signalverarbeitung.</Pgraph><Pgraph>Wie hat sich seitdem die Welt der Medizinischen Informatik ver&#228;ndert&#63; Wir haben diese Frage im Zusammenhang mit unserer Reakkreditierung im Jahr 2014 ausf&#252;hrlich beleuchtet. Zum einen ist offensichtlich, dass durch neue Technologien v&#246;llig neue Anwendungsfelder von hoher Relevanz entstanden sind. Wissensverarbeitung war immer schon ein Gebiet der Medizinischen Informatik, durch die fortschreitende Digitalisierung des Wissens und die Methoden aus dem Big Data-Kontext geht es heute im Bereich der K&#252;nstlichen Intelligenz nicht mehr darum, ein regelbasiertes System zu gestalten, das den Mediziner Schritt f&#252;r Schritt durch einen Dialog f&#252;hrt. Die Aufgabe liegt in der automatischen Analyse, Klassifikation, Auswahl von Informationen, in der Ber&#252;cksichtigung pers&#246;nlicher Kompetenzen und Suchstrategien sowie der Bewertung von Relevanz von Wissen und vor allem in der Integration zunehmend zahlreicher und heterogener Datenquellen. Omics-Daten stellen uns bez&#252;glich ihrer Menge und Struktur vor neue Herausforderungen ebenso wie die Gestaltung und Implementierung von Telemedizin, welche erst durch Breitbandtechnologie alltagstauglich wurde. Mobile Ger&#228;te als zus&#228;tzliche Datenquelle, Apps, e-Health und Gesundheitskarte sind weitere Entwicklungen, die zunehmend die Gesundheitsversorgung pr&#228;gen. Dieses Sonderheft pr&#228;sentiert zwei Arbeiten aus Dortmund, die diese neuen Themen und Anwendungsgebiete der Medizinischen Informatik repr&#228;sentieren. </Pgraph><Pgraph>Der erste Beitrag <TextLink reference="1"></TextLink> zeigt die Komplexit&#228;t der Medizinischen Informatik heute im Kontext von Interoperabilit&#228;t und integrierter Versorgung auf. P. Proksch hat eine Anwendung konzipiert und prototypisch entwickelt, die das Versorgungsmanagement in der Onkologie &#252;ber die Sektorgrenzen hinweg unterst&#252;tzt. Basierend auf dem Konzept der elektronischen Fallakte als fallorientierter Datenaustauschplattform werden Prozesse und Interaktionsmuster am Beispiel von COPD definiert. Die Arbeit zeigt in besonderer Weise auf, mit welchem politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Umfeld sich solche Projekte besch&#228;ftigen m&#252;ssen, damit die in Deutschland komplexen und nicht innovationsf&#246;rderlichen Rahmenbedingungen f&#252;r eHealth und integrierte Versorgung gute technische L&#246;sungen nicht verhindern.</Pgraph><Pgraph>Der zweite Beitrag <TextLink reference="2"></TextLink> besch&#228;ftigt sich mit dem wichtigen Feld des <Mark2>information retrieval</Mark2>. &#196;rzte stehen zunehmend vor der Herausforderung, exponentiell wachsendes medizinisches Wissen zu nutzen und im jeweiligen Behandlungskontext eine passende Auswahl zu treffen. Dabei helfen die Methoden des <Mark2>text minings</Mark2>, eine sinnvolle Filterung und Auswahl von Ver&#246;ffentlichungen vorzunehmen. O. Pelka hat in ihrer Arbeit Modellierungsans&#228;tze verglichen zur Erkennung von Modalit&#228;ten in biomedizinischer Literatur. Die Kombination verschiedener visueller Verfahren zur Merkmalsextraktion wie Bag-of-Keypoints mit Dense-SIFT Deskriptoren, Joint Composite Descriptor und Fuzzy Color Histogram mit textuellen Verfahren wurde mit unterschiedlichen Lernalgorithmen getestet und evaluiert, welche Merkmale wie stark die Klassifikation beeinflussen. </Pgraph><Pgraph>Welche Kompetenzen braucht also ein Medizininformatiker von heute&#63; Ist das Konzept des Medizininformatikers als Generalist noch zeitgem&#228;&#223; oder brauchen wir f&#252;r alle oben genannten Themen Spezialisten und eigene Ausbildungsprogramme&#63; In Dortmund haben wir uns entschieden, nach wie vor auf ein umfassendes Studium mit breit gef&#228;cherten Themen zu setzen, wobei der Bachelor klar auf die Berufspraxis abzielt, der Master dann forschungsorientiert gestaltet ist. Die beiden wichtigsten Arbeitsfelder des Bachelor-Absolventen sind die IT-Abteilung des Krankenhauses und die Softwareindustrie mit jeweils heterogenen Einsatzfeldern. Softwareentwicklung findet im Krankenhaus kaum noch statt, der Medizininformatiker ist zust&#228;ndig f&#252;r Schnittstellen und Kommunikationsstandards, f&#252;r Customizing, Schulung, Einf&#252;hrung neuer Softwaremodule und Anwenderbetreuung. In der Industrie reichen die Einsatzgebiete von der Entwicklung bis zur Beratung. In der Konsequenz ergibt sich eine deutliche Ver&#228;nderung des Informatik-Anteils im Studium. Praxisorientiert werden Funktionen und Prozesse eines Krankenhausinformationssystems erlernt, Projektmanagement im Krankenhaus und Kommunikationsstandards sind weitere wesentliche Elemente. Programmierung und Softwaretechnik geh&#246;ren immer noch zu den Kernkompetenzen, Physik und Elektrotechnik mussten weichen.</Pgraph><Pgraph>Der Master wurde komplett neu gestaltet und wird heute in Kooperation mit dem Universit&#228;tsklinikum Essen angeboten. Die Studierenden erwerben so einen doppelten Abschluss und k&#246;nnen nahtlos promovieren. F&#252;r ein forschungsorientiertes Studium ist die Anbindung an und Vernetzung mit medizinischer Forschung essentiell. Die Studenten werden fr&#252;hzeitig in Forschungsprojekte eingebunden, erarbeiten eigene Texte und Pr&#228;sentationen und lernen so wissenschaftliches Arbeiten. Und auch hier haben wir uns f&#252;r einen generalisierten Ansatz entschieden &#8211; sechs Kernf&#228;cher der Medizinischen Informatik von Epidemiologie und Studienmanagement bis zu Telemedizin, e-Health und 3D-Computersehen erlauben Einblicke und Vertiefungen in sehr unterschiedliche Forschungsgebiete.</Pgraph><Pgraph>Mit diesem Weg haben wir uns bewusst der Tradition der Medizinischen Informatik verschrieben in Abgrenzung zur Vielzahl unterschiedlicher Bezeichnungen &#228;hnlicher Studieng&#228;nge, die man heute in Deutschland findet &#8211; von &#8222;e-Health&#8220; bis zu &#8222;medizinisch-technischer Informatik&#8220; oder &#8222;Gesundheitsinformatik&#8220;. Um unser Fach einheitlich zu vertreten und den Bekanntheitsgrad auch in Schulen weiter zu steigern, w&#228;re eine Initiative w&#252;nschenswert, &#228;hnlich wie f&#252;r das Zertifikat Medizininformatik, zu definieren, welche Kernkompetenzen einen Medizininformatiker ausmachen und welche F&#228;cher mit wie vielen Credits daf&#252;r im Studium mindestens vorkommen m&#252;ssen. Die aktuelle BMBF-Initiative Medizininformatik bietet daf&#252;r ebenfalls einen guten Ausgangspunkt. Mit dem klaren Ziel der St&#228;rkung der Medizinischen Informatik an Hochschulen k&#246;nnte hier ein Aufschlag f&#252;r eine Vereinheitlichung von Inhalten gemacht werden. Wenn es gelingt, die Medizinische Informatik zu einer Marke zu entwickeln und jedem Arbeitgeber klar ist, was er bekommt, wenn er einen Medizininformatiker einstellt, wenn das Fach in Schulen einen &#228;hnlichen Bekanntheitsgrad erreicht wie Wirtschaftsinformatik und wir so mehr und bessere Bewerber bekommen, w&#228;re das ein gro&#223;er Schritt.</Pgraph><Pgraph>Dieses Sonderheft gibt mit den zwei Beitr&#228;gen aus ganz unterschiedlichen Forschungsgebieten einen kleinen Einblick in die Vielfalt in Dortmund und ich m&#246;chte mich bedanken bei allen, die das erm&#246;glicht haben, und w&#252;nsche viel Spa&#223; bei der Lekt&#252;re.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefTitle>Design und prototypische Implementierung eines IT-L&#246;sungskonzepts f&#252;r eine Versorgungsmanagement-Plattform mit Integration der EFA</RefTitle>
        <RefYear>2016</RefYear>
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        <RefTitle>Modality prediction of biomedical literature images using multimodal feature representation</RefTitle>
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