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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000632</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0006327</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Case Report</ArticleType>
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      <Title language="de">Eine Literarische Apotheke f&#252;r Medizinstudierende</Title>
      <TitleTranslated language="en">A &#8220;literary pharmacy&#8221; for medical students</TitleTranslated>
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          <Lastname>Bahlmann</Lastname>
          <LastnameHeading>Bahlmann</LastnameHeading>
          <Firstname>Joan</Firstname>
          <Initials>J</Initials>
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          <Affiliation>Bibliothek der Technischen Hochschule N&#252;rnberg Georg Simon Ohm, N&#252;rnberg, Deutschland</Affiliation>
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        <Email>joan.bahlmann&#64;th-nuernberg.de</Email>
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          <Lastname>Hirner</Lastname>
          <LastnameHeading>Hirner</LastnameHeading>
          <Firstname>Svenja</Firstname>
          <Initials>S</Initials>
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        <Address>Universit&#228;tsbibliothek Augsburg, Universit&#228;tsstra&#223;e 22, 86135 Augsburg, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tsbibliothek Augsburg, Augsburg, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>svenja.hirner&#64;uni-a.de</Email>
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          <Lastname>Reckziegel</Lastname>
          <LastnameHeading>Reckziegel</LastnameHeading>
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          <Affiliation>Universit&#228;tsbibliothek Passau, Passau, Deutschland</Affiliation>
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        <Email>ines.reckziegel&#64;uni-passau.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">literary pharmacy</Keyword>
      <Keyword language="en">mental health</Keyword>
      <Keyword language="en">bibliotherapy</Keyword>
      <Keyword language="de">Literarische Apotheke</Keyword>
      <Keyword language="de">mentale Gesundheit</Keyword>
      <Keyword language="de">Bibliotherapie</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Leuchtturmprojekte</SectionHeading>
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      <DatePublished>20251219</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Linz 2025: Synergien schaffen: Informationswissenschaften und Medizin im Dialog</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>19</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Mentale Gesundheit erf&#228;hrt in unserer modernen Gesellschaft immer mehr Aufmerksamkeit. Auch Bibliotheken haben sich inzwischen diesem wichtigen Thema angenommen. Um das geistige Wohlbefinden der Studierenden zu f&#246;rdern, hat daher die Teilbibliothek Medizin der Universit&#228;tsbibliothek Augsburg eine &#8222;Literarische Apotheke&#8220; eingerichtet, die aus entspannungsf&#246;rdernden, ermunternden, tr&#246;stenden und unterhaltenden B&#252;chern besteht. Die Lekt&#252;re dieser in Interessenkreisen organisierten B&#252;cher soll den Medizinstudierenden in anstrengenden Lernphasen die M&#246;glichkeit einer &#8222;gedanklichen Verschnaufspause&#8220; bieten und so psychischer &#220;berlastung pr&#228;ventiv entgegenwirken. Das Konzept &#8222;Literarische Apotheke&#8220; l&#228;sst sich individuell ausgestalten und kann so auch &#8211; an lokale Gegebenheiten und andere Zielgruppen angepasst &#8211; von anderen Bibliotheken umgesetzt werden.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>In our modern society, increasing attention is placed on mental health. Libraries have also taken up this important topic. To improve the mental well-being of students, the Medical Library of the University Library in Augsburg has set up a &#8220;literary pharmacy&#8221; which consists of books that promote relaxation, encouragement, comfort and entertainment. These books are organized into areas of interest and are meant to offer medical students an opportunity to take a &#8220;mental break&#8221; during stressful periods of study, thereby preventing psychological overload. The &#8220;literary pharmacy&#8221; is a concept which can be tailored to individual needs, local conditions and different target groups and can therefore also be implemented by other libraries. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="1 Einf&#252;hrung: Lesen f&#246;rdert die mentale Gesundheit" linked="yes">
      <MainHeadline>1 Einf&#252;hrung: Lesen f&#246;rdert die mentale Gesundheit</MainHeadline><Pgraph>Lesen f&#246;rdert die Gesundheit. Dass dies nicht nur Einbildung von leidenschaftlichen Leser&#42;innen ist, wurde bereits mehrfach wissenschaftlich belegt. An der Yale-Universit&#228;t wurden die gesundheitlichen Auswirkungen des Lesens mit Fokus auf Langlebigkeit untersucht. Zentrales Medium waren B&#252;cher, da hier &#8211; anders als bei Zeitungen und Zeitschriften &#8211; der Zustand des &#8222;deep reading&#8220; erreicht werden kann. Durch das langsame, aber vollkommene Einlassen auf eine Geschichte werden der Wortschatz, die F&#228;higkeit der Schlussfolgerung, die Konzentration und das kritische Denken geschult. Des Weiteren st&#228;rkt das Lesen von B&#252;chern die empathischen F&#228;higkeiten, die soziale Perzeption und emotionale Intelligenz. Am beeindruckendsten war jedoch die Erkenntnis, dass Leser&#42;innen im Durchschnitt 23 Monate l&#228;nger leben als Nicht-Leser&#42;innen <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Das mentale Wohlbefinden kann durch Lesen besonders positiv beeinflusst werden. Eine Studie an der Universit&#228;t Liverpool hat beispielsweise ergeben, dass sich die mentale Gesundheit von Personen mit Depressionen nachweislich verbesserte, wenn sie sich regelm&#228;&#223;ig zum Lesen trafen <TextLink reference="2"></TextLink>. Auch im psychotherapeutischen Umfeld hat Lesen als Teil der Behandlung einer Vielzahl psychischer Erkrankungen im Rahmen der Bibliotherapie Einzug gehalten. Als unterst&#252;tzende Therapieform kann Bibliotherapie bei &#196;ngsten, Depressionen, Posttraumatischer Belastungsst&#246;rung, Essst&#246;rungen und Sucht angewandt werden. Ziel ist es, eine Verringerung der negativen Symptome und Emotionen zu erreichen und diese schrittweise durch positivere Gef&#252;hle und Verhaltensweise zu ersetzen <TextLink reference="3"></TextLink>. Im Rahmen einer Studie der Universit&#233; du Qu&#233;bec wurden die positiven Auswirkungen von Bibliotherapie best&#228;tigt und belegt, dass Erwachsene mit chronischen Schmerzen durch Bibliotherapie in Verbindung mit minimaler therapeutischer Unterst&#252;tzung ihr k&#246;rperliches und emotionales Erleben verbessern konnten <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="2 Das Konzept &#8222;Literarische Apotheke&#8220;: Funktionen und Vielfalt" linked="yes">
      <MainHeadline>2 Das Konzept &#8222;Literarische Apotheke&#8220;: Funktionen und Vielfalt</MainHeadline><Pgraph>Auch im bibliothekarischen Umfeld wurden in den vergangenen Jahren Projekte entwickelt, die &#8211; wenn auch in unterschiedlicher Auspr&#228;gung und f&#252;r verschiedene Zielgruppen &#8211; auf den Erkenntnissen der Bibliotherapie aufbauend die positive Wirkung von Buchlekt&#252;re nutzen, um das mentale Wohlbefinden der Bibliotheksnutzenden und weiterer Adressaten zu f&#246;rdern. Umgesetzt wird dies durch die Bereitstellung von aufmunternder, tr&#246;stender, unterhaltender oder in anderer Form psychische Anspannungen lindernder Lekt&#252;re. </Pgraph><Pgraph>Literarische Apotheken k&#246;nnen individuell auf die Bed&#252;rfnisse der Nutzenden angepasst werden. Da es bis jetzt keine einheitliche Definition f&#252;r den Begriff und das Konzept gibt, haben Bibliotheken und Einrichtungen viele Freiheiten bei der Gestaltung. Ein Beispiel hierf&#252;r ist die Staatliche Bibliothek Regensburg, die mit ihrer &#8222;Literarischen Apotheke&#8220; den deutschsprachigen Begriff mitpr&#228;gte. Dort wird ein behandelnder Ansatz verfolgt. Hier wurde die Literarische Apotheke in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung und einer &#246;rtlichen Psychotherapeutin aufgebaut und Nutzenden werden in mentalen Krisensituationen &#8222;B&#252;cher auf Rezept&#8220; verschrieben <TextLink reference="5"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Im Gegensatz dazu liegt der Fokus der &#8222;Lettura inattese&#8220; (dt. unerwartete Lekt&#252;re) des Veneto Institute of Oncology in Padua darauf, durch Lesen von B&#252;chern mehr Entspannung und Staunen in das Leben der Patient&#42;innen und Mitarbeitenden zu bringen. Wer an der &#8222;Lettura inattese&#8220; teilnehmen m&#246;chte, w&#228;hlt einen von f&#252;nf Themenbereichen aus und bekommt eine Auswahl von f&#252;nf Titeln aus diesem Bereich geliefert <TextLink reference="6"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Die Definition einer Literarischen Apotheke ist demnach abh&#228;ngig vom Ansatz, der Zielgruppe und dem Vorgehen und f&#228;llt dementsprechend unterschiedlich aus. &#220;bergreifend l&#228;sst sich aber festhalten, dass es bei allen Literarischen Apotheken darum geht, durch das Lesen wieder mehr Entspannung, Freude und Staunen in das Leben der Nutzer&#42;innen zu bringen. In schwierigen Zeiten sollen B&#252;cher unterst&#252;tzend wirken und den Lesenden neue Perspektiven aufzeigen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="3 Die Literarische Apotheke an der Teilbibliothek Medizin der UB Augsburg" linked="yes">
      <MainHeadline>3 Die Literarische Apotheke an der Teilbibliothek Medizin der UB Augsburg</MainHeadline><SubHeadline>3.1 Projektidee und Zielsetzung</SubHeadline><Pgraph>Inspiriert durch die positiven Beispiele in Padua und Regensburg entstand auch an der Teilbibliothek Medizin der Universit&#228;tsbibliothek Augsburg (TM) der Wunsch, eine Literarische Apotheke einzurichten. Durchgef&#252;hrt wurde das Projekt im Sommer 2024 von Studentinnen des Studiengangs Bibliotheks- und Informationsmanagement der Hochschule f&#252;r den &#214;ffentlichen Dienst in Bayern in Zusammenarbeit mit der TM (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Eine &#246;rtliche Besonderheit, welche die Auspr&#228;gung des Konzepts &#8222;Literarische Apotheke&#8220; an der TM ma&#223;geblich beeinflusste, ist der klare Zielgruppenfokus. Die TM befindet sich auf dem Gel&#228;nde des Uniklinikums Augsburg, ist aber prim&#228;r auf die Bed&#252;rfnisse der Studierenden der erst 2016 gegr&#252;ndeten medizinischen Fakult&#228;t der Universit&#228;t Augsburg ausgelegt. F&#252;r Patient&#42;innen und &#196;rzt&#42;innen des Klinikums befindet sich im Areal unabh&#228;ngig davon noch eine Patientenbibliothek. Die Aufgabe der TM hingegen besteht darin, die optimale Versorgung der Medizinstudierenden mit Lehr- und Fachb&#252;chern zu gew&#228;hrleisten und ihnen einen zentralen Lernort zu bieten. Es ist allgemein bekannt, dass das Medizinstudium als besonders anspruchsvoll gilt sowie lange und intensive Lernsessions in der Bibliothek keine Seltenheit sind. Der akademische Leistungsdruck sowie die umfangreichen Lerninhalte beanspruchen dabei das psychische Wohlbefinden von Medizinstudierenden in hohem Ma&#223;e.</Pgraph><Pgraph>Genau hier setzt die TM mit ihrer Literarischen Apotheke an. Diese soll den Medizinstudierenden durch die Bereitstellung von &#8222;feel-good&#8220;-B&#252;chern in Lernpausen auch eine Verschnaufpause f&#252;r den Geist erm&#246;glichen. Anders als in Regensburg wird hier explizit kein behandelndes, sondern ein pr&#228;ventives Konzept einer Literarischen Apotheke verfolgt: Das mentale Wohlbefinden der Studierenden soll gef&#246;rdert und somit psychische Anspannungen gel&#246;st werden, bevor durch Stress schwerwiegendere Symptome hervorgerufen werden. In akuten Krisensituationen ist es f&#252;r die Studierenden allerdings wichtig, professionelle Hilfe zu suchen. Daher wurden am Regal der Literarischen Apotheke Aush&#228;nge angebracht, die Informationen zu psychischen Erkrankungen und Kontakte zu Beratungsstellen bieten. </Pgraph><SubHeadline>3.2 Aufbau und Inhalte</SubHeadline><Pgraph>Der Ersteinrichtung der Literarischen Apotheke an der TM gingen einige Vor&#252;berlegungen voraus. Zur Unterst&#252;tzung &#8211; um die Literarische Apotheke m&#246;glichst nach den W&#252;nschen der Studierenden zu gestalten &#8211; wurde im Vorfeld eine Befragung unter den Medizinstudierenden durchgef&#252;hrt. Die Ergebnisse dienten mitunter als Grundlage f&#252;r die inhaltliche Ausrichtung der Literarischen Apotheke. Die studentischen R&#252;ckmeldungen zeigten zudem &#228;u&#223;erst verschiedene Assoziationen mit dem Begriff &#8222;Literarische Apotheke&#8220;, weshalb ein Informationsposter erstellt wurde, welches das von der TM verfolgte Konzept genauer erl&#228;utert.</Pgraph><Pgraph>Zeitweise stand die Frage im Raum, ob auch E-Books und H&#246;rb&#252;cher in die Literarische Apotheke aufgenommen werden sollten. Da bei H&#246;rb&#252;chern vorausgesetzt werden muss, dass die Studierenden ein geeignetes Abspielger&#228;t besitzen, was h&#228;ufig nicht mehr der Fall ist, schieden diese aus. Um Bildschirmpausen zu erm&#246;glichen, entschieden wir uns gegen die Aufnahme von E-Books. Somit ergab sich ein Fokus auf gedruckte Medien, die auch das St&#246;bern, Bl&#228;ttern und Inspirierenlassen am Regal m&#246;glich machen. </Pgraph><Pgraph>Die Medienauswahl basierte auf dem Prinzip, dass bei den Lesenden durch die B&#252;cher gute Gef&#252;hle ausgel&#246;st werden sollten. Da dies sehr individuell ist, wurde versucht, ein m&#246;glichst breites Spektrum an Interessengebieten und Genres abzudecken.</Pgraph><Pgraph>Zu Beginn des Projekts wurde entschieden, die Medien in Interessenkreise einzuordnen und nach diesen aufzustellen. Eine Grobstrukturierung in sieben Interessenkreise war schnell gefunden, die Benennungen wurden gr&#246;&#223;tenteils individuell angepasst: &#8222;Bildgeschichten&#8220; f&#252;r Graphic Novels bzw. Comics, &#8222;Nostalgie&#8220; f&#252;r Romane mit Kindheitsheld&#42;innen, &#8222;Weltenbummeln&#8220; f&#252;r Belletristik, &#8222;Durchbl&#228;ttern&#8220; f&#252;r Bildb&#228;nde und &#8222;Blickwinkel&#8220; f&#252;r Sachb&#252;cher bzw. Ratgeber. Bei &#8222;Klassiker&#8220; und &#8222;Lyrik&#8220; wurde keine abweichende Benennung vergeben (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure" />). </Pgraph><Pgraph>Ziel war es, jeden Interessenkreis anfangs mit durchschnittlich zehn Medien, die verschiedenste Themen beinhalten sollten, zu f&#252;llen (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure" />). Hierbei wurde darauf geachtet, dass in jedem Interessenkreis ein bekannter Titel, also ein Klassiker im weitesten Sinne, enthalten ist. Es sollte &#252;berall das Genre Fantasy sowie feministische bzw. queere Literatur vertreten sein und auch ernstere Themen, wie z.B. Depression und Trauer, behandelt werden. Auf Krimis bzw. Thriller wurde, bis auf zwei Ausnahmen im Klassiker-Interessenkreis, verzichtet, da die Literarische Apotheke zwar Ablenkung und Auswahl bieten soll, die beiden Genres aber im Hinblick auf die psychologische Komponente nicht passend erschienen. Die Medien in den Interessenkreisen &#8222;Durchbl&#228;ttern&#8220; und &#8222;Blickwinkel&#8220; wurden auf Empfehlung von Luisa Stapf, einer systemischen Kinder- und Jugendpsychotherapeutin in Ausbildung, die das Projekt unterst&#252;tzte, so gew&#228;hlt, dass m&#246;glichst viele entspannungsf&#246;rdernde Themen abgedeckt wurden. Luisa Stapf merkte an, dass es auch Studierende geben wird, die es vor sich selbst nur schwer verantworten k&#246;nnen, eine Pause einzulegen. Diese Personen w&#252;rden dann eher ein Buch in die Hand nehmen, bei dem sie das Gef&#252;hl h&#228;tten, etwas Produktives zu tun. Deswegen wurden auch Sachb&#252;cher &#252;ber Schach, Bullet-Journals und das Etablieren von Gewohnheiten in die Literarische Apotheke aufgenommen. </Pgraph><Pgraph>Kochb&#252;cher und Reisef&#252;hrer wurden bei der Ersteinrichtung der Literarischen Apotheke bewusst nicht aufgenommen. Bei beiden Genres k&#246;nnte die Gefahr hoch sein, dass die Lekt&#252;re unn&#246;tigen Stress in intensiven Lernpha<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>en ausl&#246;st. Kochb&#252;cher k&#246;nnten Druck aufbauen, sich gesund und bewusst zu ern&#228;hren, was in stressigen Phasen f&#252;r viele Menschen jedoch sehr schwierig sein kann. &#196;hnlich verh&#228;lt es sich bei Reisef&#252;hrern, die das Gef&#252;hl vermitteln k&#246;nnten, etwas zu verpassen. Damit die Interessen Genuss&#47;Essen und Reisen trotzdem in der Literarischen Apotheke vertreten sind, wurden passende Bildb&#228;nde angeschafft.</Pgraph><SubHeadline>3.3 Nutzung und Aufstellung</SubHeadline><Pgraph>Die Einarbeitung der B&#252;cher und die anschlie&#223;ende Pflege des Bestandes sollten m&#246;glichst einfach erfolgen und sich dabei fl&#252;ssig in die vorhandenen Gesch&#228;ftsg&#228;nge einf&#252;gen. Die Literarische Apotheke sollte sich zudem gut in die vorhandene Aufstellungssystematik eingliedern lassen. Daher erhielten die B&#252;cher analog zum restlichen Fachliteraturbestand der TM Signaturen mit RVK-Notation. Die Literarische Apotheke als Ganzes erhielt zudem ein eigenes Lokalkennzeichen, um den Bestand auch r&#228;umlich zusammenzuhalten. Innerhalb des Lokalkennzeichens erfolgte die Aufstellung der B&#252;cher jedoch nicht nach Notation, sondern nach den sieben Interessenkreisen. </Pgraph><Pgraph>Die Medien der Literarischen Apotheke sind grunds&#228;tzlich f&#252;r die Pr&#228;senznutzung in Lernpausen gedacht. Um das stetige Vorhandensein einer ausreichenden Auswahl an B&#252;chern zu gew&#228;hrleisten, lag es daher nahe, die Medien von der Ausleihe auszunehmen. Da neben schneller Lekt&#252;re zum Durchbl&#228;ttern auch Romane in der Literarischen Apotheke zu finden sind, wurde der Bestand schlie&#223;lich doch zur Ausleihe freigegeben, um es den Studierenden zu erm&#246;glichen, die B&#252;cher auch zu Hause oder andernorts auf dem Campus weiterzulesen. Hinzu kam ein weiterer, pragmatischer Grund: Die TM befindet sich im zentralen Lehrgeb&#228;ude des neuen Medizincampus und verf&#252;gt &#252;ber einen direkten Zugang zum dortigen Dachgarten, der als Entspannungsort und Lesegarten genutzt wird. Da sich dieser allerdings au&#223;erhalb der RFID-Gates der Bibliothek befindet, musste eine Ausleihe der B&#252;cher erm&#246;glicht werden. </Pgraph><Pgraph>Eine kurze Erkl&#228;rung des Konzepts sowie einige Impressionen der Literarischen Apotheke der TM sind auf der Webseite der Bibliothek einsehbar. Hier befindet sich auch ein Link zu allen Titeln der Literarischen Apotheke im Online-Katalog der Universit&#228;tsbibliothek Augsburg <TextLink reference="7"></TextLink>. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="4 Fazit und Ausblick" linked="yes">
      <MainHeadline>4 Fazit und Ausblick</MainHeadline><Pgraph>Erste R&#252;ckmeldungen der Studierenden zeigen, dass die Literarische Apotheke gut angenommen wird. Die Ausleihzahlen sind nach einem Jahr Betrieb zwar &#252;berschaubar, was angesichts der prim&#228;ren Nutzung in Pr&#228;senz allerdings nicht verwunderlich ist. Eine besonders lohnende Erweiterung des Angebots fand sich zudem im Auslegen von weiteren entspannungsf&#246;rdernden Medien wie Puzzles, Sudokus, Mandalas und Kreuzwortr&#228;tseln. </Pgraph><Pgraph>Insbesondere &#214;ffentliche Bibliotheken haben sich bisher dem Thema Mentale Gesundheit angenommen und sich als Dritte Orte bereits seit Jahren um die F&#246;rderung des geistigen Wohlbefindens ihrer Nutzenden bem&#252;ht. Doch auch wissenschaftliche Bibliotheken, deren Nutzer&#42;innen gr&#246;&#223;tenteils im stressigen und fordernden akademischen Betrieb t&#228;tig sind, k&#246;nnen und sollten einen st&#228;rkeren Fokus auf das Thema richten. Ein erster Schritt hierf&#252;r kann die Einrichtung einer Literarischen Apotheke sein. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Anmerkungen" linked="yes">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>Danksagung</SubHeadline><Pgraph>Wir m&#246;chten uns ganz herzlich beim gesamten Team der TM der UB Augsburg f&#252;r die Projektbetreuung, bei Luisa Stapf f&#252;r die fachliche Unterst&#252;tzung und allen Gespr&#228;chspartner&#42;innen f&#252;r die vielen Literaturvorschl&#228;ge bedanken. </Pgraph><SubHeadline>KI-Unterst&#252;tzung</SubHeadline><Pgraph>Bei der Erstellung des ersten Entwurfs des englischen Abstracts wurde KI eingesetzt (DeepL).</Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorinnen des Artikels erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben. </Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
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https:&#47;&#47;www.thereader.org.uk&#47;wp-content&#47;uploads&#47;2022&#47;11&#47;Therapeutic&#95;benefits&#95;of&#95;reading&#95;final&#95;report&#95;March&#95;2011.pdf</RefTotal>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Projektteam der Literarischen Apotheke an der TM </Mark1><LineBreak></LineBreak>Foto: Universit&#228;tsbibliothek Augsburg</Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Detailansicht des Interessenkreises &#8222;Durchbl&#228;ttern&#8220;</Mark1><LineBreak></LineBreak>Foto: Universit&#228;tsbibliothek Augsburg</Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: Kleiner Einblick in die Titel der Literarischen Apotheke</Mark1><LineBreak></LineBreak>Foto: Universit&#228;tsbibliothek Augsburg</Pgraph></Caption>
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