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    <ArticleType>Case Report</ArticleType>
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      <Title language="de">Ein Raum f&#252;r eine Fakult&#228;t: Die Medizinbibliothek G&#246;ttingen als Dienstleisterin f&#252;r Studium, Forschung, Lehre und Beruf</Title>
      <TitleTranslated language="en">A space for a faculty: G&#246;ttingen Medical Library as a service provider for study, research, teaching and work</TitleTranslated>
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        <Address>SUB G&#246;ttingen, Bereichsbibliothek Medizin, Robert-Koch-Str. 40, 37075 G&#246;ttingen, Deutschland<Affiliation>SUB G&#246;ttingen, Bereichsbibliothek Medizin, G&#246;ttingen, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>dhaerter&#64;sub.uni-goettingen.de</Email>
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      <SectionHeading language="de">Dritter Ort f&#252;r die Wissenschaft</SectionHeading>
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      <DatePublished>20250919</DatePublished>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
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        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Dritter Ort f&#252;r die Wissenschaft - Lernortkonzepte f&#252;r Forschung und Lehre</IssueTitle>
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    <ArticleNo>09</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Fundamentale Ver&#228;nderungen begleiten die Bibliothekslandschaften wissenschaftlicher und &#246;ffentlicher Einrichtungen schon seit etlichen Jahren. Immer wieder m&#252;ssen sich Teams neu ausrichten, neue Herausforderungen meistern und sich &#8211; in gef&#252;hlt immer schnellerem Tempo &#8211; ver&#228;nderten Bedarfen ihrer Nutzenden anpassen. In den wissenschaftlichen Bibliotheken sind dies zumeist die Studierenden, aber auch Besch&#228;ftigte nutzen und brauchen sowohl den physischen als auch den digitalen Raum, ebenso die immer gr&#246;&#223;er werdende Gruppe der Ausbildungs- und Pflegeberufe. Wie soll man all dem gerecht werden&#63; Am Beispiel der Medizinbibliothek der Nieders&#228;chsischen Staats- und Universit&#228;tsbibliothek G&#246;ttingen zeigt dieser Beitrag, wie man einen Lernort innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen dennoch kontinuierlich weiterentwickeln und in der Fakult&#228;t f&#252;r alle Nutzendengruppen pr&#228;sent bleiben kann. Dass neue Entwicklungen auch neue und bisher so nicht gekannte Schwierigkeiten mit sich bringen versteht sich fast von selbst und wird ebenfalls thematisiert. </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The libraries of academic and public institutions have been in a process of fundamental change for a number of years now. Time and again, teams have to reorganise themselves, master new challenges and adapt to the changing user needs &#8211; at what feels like an ever-increasing pace. In academic libraries, the users are mostly students, but employees also use and need the library as both physical and digital space, as does the ever-growing group of training and care professions. How can we do justice to all these needs&#63; Using the Medical Library at Lower Saxony State and University Library as an example, this article shows how a place of learning can nevertheless be continuously developed within certain framework conditions and remain present in the faculty for all user groups. Almost a matter of course, new developments also bring new and previously unknown difficulties, which are also addressed. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Einleitung" linked="yes">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Dass sich die Bibliothekslandschaften sowohl der &#246;ffentlichen als auch der wissenschaftlichen Einrichtungen in den letzten Jahren vor oft radikale Ver&#228;nderungen gestellt sahen, ist schon lange nichts Neues mehr und wird immer wieder in den verschiedenen Netzwerken thematisiert. Dies begann auch schon vor dem &#8222;Corona-Knick&#8220;. Der erzwungene Stillstand w&#228;hrend der Coronazeit wirkte dann aber wie ein Turboanschub, sich mit ver&#228;ndertem Nutzendenverhalten und anderen Bedarfen auseinanderzusetzen. Neu und interessant ist und bleibt aber, wie sich die einzelnen Bibliotheken diesbez&#252;glich positionieren, reagieren und anpassen. Denn so unterschiedlich die Einrichtungen jeweils sind, so unterschiedlich sind auch die jeweiligen Rahmenbedingungen, die personelle und finanzielle Situation und nat&#252;rlich auch das Verhalten der Fakult&#228;ten, von denen die Bibliotheken getragen werden. Basierend auf dem Vortrag &#8222;Die (neue) Lernum<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>ebung der Medizinbibliothek G&#246;ttingen&#8230;.&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink> zeigt dieser Beitrag als Erfahrungsbericht aus der allt&#228;glichen Praxis anhand des physischen und des digitalen Raums die Entwicklung der Bereichsbibliothek Medizin (BBM) der Nieders&#228;chsischen Staats- und Universit&#228;tsbibliothek G&#246;ttingen (SUB) &#252;ber die letzten 12 Jahre, angefangen mit dem Leitungswechsel im Jahr 2013 bis heute (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />). </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Umgestaltung des physischen Raums in eine bedarfsgerechte Arbeits- und Kommunikationslandschaft" linked="yes">
      <MainHeadline>Umgestaltung des physischen Raums in eine bedarfsgerechte Arbeits- und Kommunikationslandschaft</MainHeadline><Pgraph>Als im Juni 2013 eine neue Teamleitung in der BBM anfing, war guter Rat erst einmal teuer: wie &#8222;geht&#8220; denn Medizinbibliothek&#63; Was ist wichtig&#63; Was nicht&#63; Wie unterscheiden sich die T&#228;tigkeiten und die Nutzenden von anderen (Bereichs)-Bibliotheken&#63; Die vorherige Leitung war bereits nicht mehr verf&#252;gbar, so musste die Einarbeitung mehr oder weniger autodidaktisch und mit Hilfe des verbliebenen Teams erfolgen. Im R&#252;ckblick vielleicht ein Vorteil, weil der Startpunkt &#8222;Null&#8220; es m&#246;glich machte, ganz unbedarft an die Sache heranzugehen und quasi im Alleingang Strukturen und Netzwerke neu aufzubauen. Im ersten Schritt wurden deshalb zun&#228;chst die Kontakte in die Fakult&#228;t gekn&#252;pft: zur Fachschaft Humanmedizin, ins Studiendekanat, in die Bibliothekskommission. Parallel dazu fanden in den ersten anderthalb Jahren viele Dienstreisen &#8211; oft selbst organisiert &#8211; in verschiedenste Medizinbibliotheken in ganz Deutschland statt, um zu schauen, wie es in anderen Einrichtungen l&#228;uft, was die Kolleginnen und Kollegen dort machen, welche Angebote es gibt usw. Bis heute der Jackpot: ein Anruf aus der Charit&#233; Berlin im Sommer 2013 mit der Einladung zur Jahrestagung der AG Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB), die damals im September 2013 in Berlin stattfand. Der Auftakt zu vielen inspirierenden weiteren Tagungen, jedes Jahr ein fester Termin im Kalender und die Aufnahme in ein unendlich wertvolles und bereicherndes Netzwerk von Medizinbibliothekarinnen und -bibliothekaren aus Deutschland, &#214;sterreich und der Schweiz.</Pgraph><Pgraph>Doch zur&#252;ck in die BBM. Jede Dienstreise brachte neue Ideen, was in G&#246;ttingen ebenfalls gemacht und umgesetzt werden sollte, doch das allererste Projekt kam tats&#228;chlich auf Initiative des eigenen Hauses, bzw. des Gleichstellungsb&#252;ros der Universit&#228;tsmedizin (UMG) zustande. 2013 gab es noch die au&#223;ergew&#246;hnliche Situation, dass in der BBM mehrere ungenutzte (B&#252;ro)-R&#228;ume einfach leer standen. Innerhalb des BBM-Teams gab es daf&#252;r erste &#220;berlegungen, mit diesen R&#228;umen etwas zu machen &#8211; z.B. ein Eltern-Kind-Zimmer. Und wie es der Zufall so wollte: praktisch zeitgleich kam das Gleichstellungsb&#252;ro auf das Bibliotheksteam zu mit der Frage, ob man nicht in der Bibliothek einen El<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>ern-Kind-Bereich samt B&#252;ro einrichten k&#246;nne. Man traf damit auf offene Ohren und da das Gleichstellungsteam Sondermittel daf&#252;r einwerben konnte, wurde das Projekt relativ rasch umgesetzt (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure" />). Die Organisation der Renovierung, M&#246;blierung und Ausstattung mit Spielzeug etc. &#252;bernahm das Gleichstellungsteam, das Bibliotheksteam wurde jederzeit <TextGroup><PlainText>in die</PlainText></TextGroup> Planungen einbezogen und war bei der feierlichen Er&#246;ffnung 2016 dabei.</Pgraph><Pgraph>Es gibt in der BBM insgesamt sogar drei Bereiche f&#252;r Eltern mit Kindern: einen Aufenthaltsbereich, ein Eltern-Kind-B&#252;ro und einen Wickel- und Stillraum. Der Aufenthaltsbereich und das B&#252;ro sind mit zeitlicher Beschr&#228;nkung buchbar, stehen also f&#252;r Personen mit g&#252;ltiger B<TextGroup><PlainText>ib</PlainText></TextGroup>liothekskarte der SUB&#47;UMG zur Verf&#252;gung. So werden unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig lange Belegungszeiten vermieden und alle Interessenten haben die Chance, die Bereiche zu nutzen. Der Wickelraum steht immer offen und hat keinerlei Beschr&#228;nkungen hinsichtlich der Aufenthaltsdauer. Mit diesem Projekt wurde eine L&#252;cke im Angebot der UMG geschlossen, da die Bibliothek viel l&#228;nger ge&#246;ffnet hat als die &#252;brigen Betreuungsangebote des Hauses und Eltern mit Kindern die Bibliothek schnell und unkompliziert betreten und nutzen k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph>Parallel dazu wurde eine &#8222;Bibliothek der Dinge&#8220; aufgebaut, da sich sehr schnell herausstellte, was alles in diesem Bereich fehlte. Im ersten Schritt wurde in Absprache mit der Fachschaft Humanmedizin aus Studienqualit&#228;tsmitteln eine K&#246;rpermodellsammlung finanziert, die bis heute immer wieder aufgestockt wird und mittlerweile eine stattliche Sammlung verschiedener Modelle umfasst (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure" /> und Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure" />). Diese k&#246;nnen ausgeliehen und an die Arbeitspl&#228;tze in der Bibliothek mitgenommen werden.</Pgraph><Pgraph>Im Lauf der Jahre hat sich die Bibliothek der Dinge stark vergr&#246;&#223;ert. Es werden mobile Whiteboards angeboten, die ebenfalls an die Arbeitspl&#228;tze mitgenommen werden k&#246;nnen, es gibt eine gro&#223;e Sammlung von Lernkarten, Laptop- und Buchst&#228;nder sowie Spielekoffer f&#252;r den Eltern-Kind-Bereich. Dinge, die besonders beliebt sind, werden im Bestand aufgestockt, denn nat&#252;rlich ist es oft eine Sache des Ausprobierens, was gut l&#228;uft und was nicht. Hier ist auch durchaus noch Weiterentwicklungspo<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>ential zu sehen und der Prozess keinesfalls abgeschlossen. </Pgraph><Pgraph>Ein Meilenstein in der Entwicklung des Lernraums war die Etablierung des kleinen Makerspaces in der BBM mit dem Angebot f&#252;r alle Interessierten, sich 3D-Modelle ausdrucken zu lassen. 2016 konnte ein 3D-Drucker angeschafft werden, dem zwei Jahre sp&#228;ter ein zweiter folgte sowie zwei 3D-Scanner, mit denen Nutzende nach einer einf&#252;hrenden Beratung selber Modelle einscannen k&#246;nnen. Auch wenn hier nach der initialen Einarbeitungsphase des Bibliotheksteams die Weiterentwicklungsm&#246;g<TextGroup><PlainText>l</PlainText></TextGroup>ichkeiten begrenzt blieben, ist es bis heute ein sehr gut genutztes Angebot: niedrigschwellig, f&#252;r alle bezahlbar und innerhalb der klassischen B&#252;rozeiten immer verf&#252;gbar (Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Ein weiteres technisches Highlight im Makerspace war der Anatomagetisch, der 2018 in Kooperation mit dem Anatomischen Institut der UMG und der Fachschaft Humanmedizin f&#252;r die Bibliothek angeschafft werden konnte. In diesem Zusammenhang konnte auch eine Renovierung des Makerspace-Bereiches durchgesetzt werden, um diesen ansprechend und einladend zu gestalten. Der Anatomagetisch sollte als Unterst&#252;tzung f&#252;r die Studierenden des Pr&#228;parierkurses dienen und innerhalb der langen &#214;ffnungszeiten der Bibliothek jederzeit zur Verf&#252;gung stehen. Die Pr&#228;senznutzung des Tisches entwickelte sich dabei sehr gut, bis der Corona-Stillstand der Nutzung einen erheblichen R&#252;ckgang bescherte, der bis heute nicht wirklich kompensiert werden konnte. Auch wenn Anatomage bei den Lehrenden des Anatomischen Instituts mittlerweile fest im Unterricht eingebunden ist, greift dies (noch) nicht oder nicht mehr auf die Nutzung in der BBM &#252;ber. Hier muss abgewartet werden, was die Zukunft bringen wird, denn der Tisch wird nach wie vor allen Orientierungsphasengruppen und vielen Klassen der Ausbildungs- und Pflegeberufe im Rahmen von Einf&#252;hrungsveranstaltungen pr&#228;sentiert, so dass Besch&#228;ftigte und Studierende &#252;ber dieses Angebot informiert sind (Abbildung 6 <ImgLink imgNo="6" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Auf diese Art und Weise wurde zun&#228;chst am physischen Equipment gearbeitet, um hier ein attraktives Angeb<TextGroup><PlainText>ot f</PlainText></TextGroup>&#252;r alle Nutzerinnen und Nutzer bereitzuhalten. </Pgraph><Pgraph>Essentiell f&#252;r alle Nutzenden ist aber nat&#252;rlich (nach wie vor und immer mehr) der Raum als solcher und dieser konnte &#8211; innerhalb der baulichen Rahmenbedingungen &#8211; in den vergangenen Jahren ebenfalls immer wieder umgestaltet und an die Nutzungsbedarfe angepasst werden. Hier ist insbesondere das Erdgeschoss des insgesamt zweigeschossigen Bibliotheksraums gemeint. Verschiedene Zonierungen des Raums waren schon fr&#252;her vorhanden, so z.B. ein Lounge-Bereich mit bequemen M&#246;beln, der Gruppenbereich mit gro&#223;en Tischen und Monitoren sowie eine Stillarbeitszone im Obergeschoss (Abbildung 7 <ImgLink imgNo="7" imgType="figure" />, Abbildung 8 <ImgLink imgNo="8" imgType="figure" /> und Abbildung 9 <ImgLink imgNo="9" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Die einschneidenden Ver&#228;nderungen nach dem Corona-Stillstand, die wohl vor kaum einer Bibliothek Halt gemacht haben, f&#252;hrten dazu, dass auch in der BBM seit 2021 erhebliche Anpassungen im Lernraum vorgenommen werden konnten. Das gr&#246;&#223;te Projekt war dabei die Beschaffung von mehreren schallisolierten Arbeitskabinen samt einer neuen Generation flexibler, agiler und teilweise ebenfalls schallabsorbierender M&#246;bel, die &#252;ber eine Sonderfinanzierung der Fakult&#228;t realisiert werden konnten. So wurden in mehreren Schritten und &#252;ber zwei Jahre insgesamt elf Arbeitskabinen angeschafft. Dazu konnte eine gr&#246;&#223;ere Anzahl mobiler und h&#246;henverstellba<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>er Schreibtische inklusive Bestuhlung gekauft werden, au&#223;erdem verschiedene Modelle neuer Sitzm&#246;glichkeiten. Diese sind durch Seitenw&#228;nde und (teilweise) &#220;berda<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>hungen weitestgehend schallabsorbierend und gr&#246;&#223;tenteils rollbar. </Pgraph><Pgraph>Dieses neue Mobiliar trug entscheidend dazu bei, dass den ge&#228;nderten Arbeitsbedarfen der Studierend<TextGroup><PlainText>en Re</PlainText></TextGroup>chnung getragen wurde, denn die Arbeitskabinen erm&#246;gli<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>hen die problemlose und st&#246;rungsfreie Teilnahme an Videomeetings, ohne den Raum verlassen zu m&#252;ssen. Die flexiblen M&#246;bel k&#246;nnen im Raum verschoben und so aufgestellt werden, wie es das Arbeitsverhalten gerade erfordert, denn der Bedarf an Gruppenpl&#228;tzen mit Kommunikationsm&#246;glichkeit wird &#8211; zumindest nach unserer Beobachtung &#8211; immer gr&#246;&#223;er (Abbildung 10 <ImgLink imgNo="10" imgType="figure" />, Abbildun<TextGroup><PlainText>g 11</PlainText></TextGroup> <ImgLink imgNo="11" imgType="figure" /> und Abbildung 12 <ImgLink imgNo="12" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Auch interne Entwicklungen innerhalb der UMG kamen der Bibliothek zugute, denn es gab unverhofft die M&#246;glichkeit, einen erheblichen Anteil an gedruckter Zeitschriftenliteratur auszusondern bzw. auszulagern. So konnte neuer Raum geschaffen und sogar renoviert werden und es entstanden zus&#228;tzliche Arbeitspl&#228;tze, die mit den neuen M&#246;beln best&#252;ckt werden konnten. Mobile Raumteilelemente sorgen in diesem Bereich f&#252;r Sichtschutz und werden rege genutzt (Abbildung 13 <ImgLink imgNo="13" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Nat&#252;rlich gibt es auch immer Gegebenheiten im Raum, die man nicht einfach &#228;ndern kann &#8211; im besten Fall kann eine Umwidmung erfolgen wie bei den fest installierten hohen Tischen, die bis vor kurzer Zeit noch von OPAC-Rechnern besetzt wurden. Da mittlerweile so gut wie alle Nutzenden ihre eigenen Endger&#228;te dabeihaben und die OPAC-Rechner praktisch gar nicht mehr ben&#246;tigt wurden, konnten sie abgebaut werden und die Tische wurden kurzerhand in Steh-Arbeitspl&#228;tze (in diesem Fall nicht h&#246;henverstellbar) umfunktioniert. Eine nachtr&#228;glich aufgesetzte Steckdosens&#228;ule macht diese Tische aber auch zu willkommenen Arbeitspl&#228;tzen f&#252;r die Studierenden, die dort gerne einmal zu kurzen Gespr&#228;chen zusammenkommen, &#228;hnlich wie auf Konferenzen oder Tagungen (Abbildung 14 <ImgLink imgNo="14" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Worauf in der BBM schon immer gro&#223;er Wert gelegt wurde war die Bereitstellung unterschiedlicher Sitzgelegenheiten: so gibt es neben den klassischen St&#252;hlen auch verschiedene Modelle an Stehhilfen, Sitzb&#228;lle und Sitzs&#228;cke, Polsterm&#246;bel und Hocker, um ein abwechslungsreiches Angebot zu schaffen. Damit Nutzende auch einmal etwas Anderes machen k&#246;nnen als nur zu sitzen &#8211; und sei es noch so abwechslungsreich &#8211; konnten (Stichwort &#8222;Healthy Campus&#8220;) mehrere sogenannte &#8222;bewegungsf&#246;rdernde Ger&#228;te&#8220; angeschafft werden, die seit ein paar Jahren zum festen Ensemble in der Raumausstattung der Bibliothek geh&#246;ren und bei den Studierenden der absolute Renner sind: im Gruppenarbeitsbereich der Bibliothek stehen zwei Laufb&#228;nder sowie ein stromerzeugendes Schreibtischfahrrad. Da diese Ger&#228;te mit angepassten h&#246;henverstellbaren Tischen ausgestattet sind, k&#246;nnen die Studierenden sich moderat bewegen und gleichzeitig weiter Lernen und Arbeiten, z.B. Vorlesungsmitschnitte oder Tutorials ansehen (Abbildung 15 <ImgLink imgNo="15" imgType="figure" /> und Abbildung 16 <ImgLink imgNo="16" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Als i-T&#252;pfelchen in der Raumentwicklung bem&#252;ht sich das Bibliotheksteam immer wieder um die Begr&#252;nung der Bibliothek, um das Raumklima zu verbessern, mit nat&#252;rlichen Materialien mehr Zonierungen zu schaffen und die Aufenthaltsqualit&#228;t f&#252;r die Nutzenden noch zu steigern. Hier sind leider diverse Schwierigkeit<TextGroup><PlainText>en zu &#252;b</PlainText></TextGroup>erwinden, denn die Finanzierung von b&#252;rotauglichen Pflanzen ist eine Herausforderung, da hierf&#252;r kein regul&#228;rer Etat vorhanden ist. Au&#223;erdem setzt der Raum als solcher auch Grenzen, da die BBM nur an einer Seite &#252;ber Tageslicht verf&#252;gt. Pflanzen in anderen Bereichen der Bibliothek gedeihen schlecht und haben einen hohen Pflegeaufwand. Dennoch konnte auch hier eine Verbesserung erreicht und in mehreren Schritten die bestehende Bepflanzung erheblich aufgestockt werden, so dass man tats&#228;chlich schon fast von &#8222;Entspannung im Gr&#252;nen&#8220; sprechen kann (Abbildung 17 <ImgLink imgNo="17" imgType="figure" />).</Pgraph><Pgraph>Dar&#252;ber hinaus unterst&#252;tzt die Medizinische Fakult&#228;t nach wie vor lange &#214;ffnungszeiten: unter der Woche von 8&#8211;24 Uhr, an Wochenenden von 8&#8211;22 Uhr und an Feiertagen von 10&#8211;20 Uhr. Lediglich an f&#252;nf Tagen im Jahr ist die Bibliothek geschlossen: an den drei Weihnachts(fe<TextGroup><PlainText>i</PlainText></TextGroup>er)tagen sowie an Silvester und Neujahr. Hierf&#252;r wird entsprechendes (meist studentisches) Personal finanziert, das ab 16 Uhr und an Wochenenden komplett die Informationstheke besetzt, die Basis-Serviceangebote bedient und f&#252;r einfache Fragen zur Verf&#252;gung steht. Ein Open-Library-Konzept oder die Zusammenarbeit mit einem Wachdienst nach den klassischen B&#252;rozeiten ist aktuell nicht umsetzbar und wird zurzeit auch nicht gewollt.</Pgraph><Pgraph>Was die Aufenthaltsqualit&#228;t nach Meinung der Studierenden ebenfalls enorm gesteigert hat, ist die Duldung von kleinen Snacks und diversen Getr&#228;nken, die mittlerweile in den R&#228;umlichkeiten akzeptiert werden. So kann der Raum noch besser als zwangloser Kommunikations- und Aufenthaltsort genutzt werden.</Pgraph><SubHeadline>Fazit</SubHeadline><Pgraph>Seit 2013&#47;2014 hat sich der Lernort Medizinbibliothek eklatant ver&#228;ndert. Zus&#228;tzliche Fl&#228;chen und neue Arbeitspl&#228;tze wurden geschaffen, Angebote im physischen Raum ausgebaut und optimiert. Dabei wurde auch immer wieder mit neuen Dingen experimentiert und ausprobiert.</Pgraph><Pgraph>Insgesamt haben die Projekte zur Lernortentwicklung immer eines gemeinsam: sie sind niedrigschwellig in der Nutzung, sie sind offen f&#252;r alle Interessierten, seien es Studierende, Besch&#228;ftigte oder andere Personen und sie sind immer in Kooperation mit verschiedenen Partnern in der Fakult&#228;t umgesetzt worden, besonders mit der Fachschaft Humanmedizin, der Fachgruppe Zahnmedizin, aber auch z.B. mit dem Studiendekanat oder dem Anatomischen Institut. </Pgraph><Pgraph>Dass neue Entwicklungen auch neue Probleme schaffen, liegt quasi auf der Hand: mehr Ger&#228;te und Dinge verursachen mehr Betreuungsaufwand, Pflege und Reparaturkosten. Technik muss gewartet und in Schuss gehalten werden. Mehr Gruppenarbeitspl&#228;tze verursachen eine h&#246;here Ger&#228;uschkulisse. Wo &#8211; in Ma&#223;en &#8211; gegessen und getrunken werden darf, steigert man den Wohlf&#252;hlfaktor, was ebenfalls einen oft hohen L&#228;rmpegel generiert.</Pgraph><Pgraph>Es gibt vermehrtes M&#252;llaufkommen und &#246;fter Besch&#228;digungen am Mobiliar. Beim Ger&#228;uschpegel versucht das Bibliotheksteam mit Aush&#228;ngen an den Gruppentischen aktiv gegenzusteuern, wenn es notwendig ist auch mit pers&#246;nlicher Ansprache von Nutzenden oder mit Durchg&#228;ngen durch die Bibliothek w&#228;hrend des Betriebs, um Pr&#228;senz zu zeigen und ggfs. Regelverst&#246;&#223;e zu bemerken und zu unterbinden. Wie die Entwicklung hier k&#252;nftig weitergehen wird, ist noch unklar. In G&#246;ttingen wird allerdings dar&#252;ber nachgedacht, die Benutzungsrichtlinie wieder vollumf&#228;nglich durchzusetzen, also das Essen in den Bibliotheksstandorten komplett zu untersagen und die Garderobenpflicht erneut einzuf&#252;hren (Stand April 2025), was nat&#252;rlich auch die Medizinbibliothek betreffen w&#252;rde. Wie die Reaktion der Nutzenden darauf ausfallen wird und wie damit umzugehen ist &#8211; diesen Fragen wird man sich zu gegebener Zeit stellen m&#252;ssen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Der Aufbau des digitalen Raums" linked="yes">
      <MainHeadline>Der Aufbau des digitalen Raums</MainHeadline><Pgraph>So wichtig die Aufenthaltsqualit&#228;t im physischen Raum mit der Bereitstellung analoger Angebote auch ist <TextGroup><PlainText>&#8211; m</PlainText></TextGroup>indestens ebenso wichtig ist der digitale Raum, in dessen Auf- und Ausbau massiv investiert wurde. W&#228;hrend der erzwungenen Nutzungsbeschr&#228;nkungen in der Coronazeit wurde es essentiell wichtig f&#252;r alle Nutzenden, auf online Angebote zugreifen zu k&#246;nnen, als die Ausleihe gedruckter Medien eine Weile nicht m&#246;glich bzw. mit hohen Einschr&#228;nkungen verbunden war und auch keine Pr&#228;senzangebote zur Verf&#252;gung standen. Quasi von jetzt auf gleich mussten die Services digital werden &#8211; auch das d&#252;rfte vielen Bibliotheken nichts Unbekanntes sein. Letzten Endes gab es hier aber nur den finalen Push f&#252;r eine Entwicklung, die sich sowieso nicht mehr h&#228;tte aufhalten lassen: das zeit- und ortsunabh&#228;ngige Nutzen von Angeboten, die rund um die Uhr zur Verf&#252;gung stehen.</Pgraph><Pgraph>Den Anfang machte hierbei die Umstellung aller Pr&#228;senzkursangebote (Literaturrecherche, Literaturverwaltung) auf Selbstlerndokumente, die kumuliert auf der Website der SUB eingestellt wurden, gefolgt vom Ausbau des Youtube-Kanals der SUB. F&#252;r diese Projekte der &#8222;Informations- und Medienpraxis&#8220; (IMP) wurde sogar f&#252;r einige Jahre zus&#228;tzliches Personal eingestellt, das &#252;ber Drittmittel finanziert wurde und einen ersten Anschub diesbez&#252;glich leisten sollte, denn in der Produktion von Videos hatte niemand Erfahrung.</Pgraph><Pgraph>So konnten innerhalb relativ kurzer Zeit etliche (m&#246;glichst) kurze Erkl&#228;rtutorials zu verschiedensten Themen produziert werden, um den Nutzenden online Hilfestellung zu leisten. Das Angebot der Videotutorials wurde im Lauf der Zeit immer weiter verbessert und angepasst und die Videos entwickelten sich zu einem der erfolgreichsten Angebote der SUB&#47;BBM.</Pgraph><Pgraph>Die Mittel f&#252;r die Projektstellen sind zwar schon lange ausgelaufen, es ist aber gelungen, die Arbeiten auf die fest angestellten Mitarbeitenden zu verteilen und ein fest angestellter Kollege ist mittlerweile so fortgebildet und ausgestattet worden, dass er f&#252;r die gesamte Benutzungsabteilung der SUB die Videos technisch umsetzt. Der Kanal ist direkt &#252;ber die SUB-Website erreichbar: <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.youtube.com&#47;playlist&#63;list&#61;PLgoiCMgV-zrfLp3DkVorGGU&#95;MGXR5lsfY">https:&#47;&#47;www.youtube.com&#47;playlist&#63;list&#61;PLgoiCMgV-zrfLp3DkVorGGU&#95;MGXR5lsfY</Hyperlink></Pgraph><Pgraph>Kurzfristig wurden auch Online-Sprechstunden angeboten, aber dieses Angebot wurde in der BBM &#252;berhaupt nicht genutzt und auch nie nachgefragt, so dass es nach wenigen Monaten wieder zur&#252;ckgenommen wurde. Personen mit Beratungsbedarf schreiben fast immer eine Mail oder rufen einfach an und erkundigen sich nach den M&#246;glichkeiten dazu. Auf diese Weise geht es dann nat&#252;rlich viel schneller und direkter, Auskunft zu geben und zu helfen oder ggfs. doch einen individuellen Termin zu vereinbaren.</Pgraph><Pgraph>Zeitgleich zum Aufbau eines digitalen Kursangebots bzw. der Videotutorials wurde auch der Medienbestand der Bibliothek angepasst. Die Zeitschriftenliteratur ist schon seit vielen Jahren fast komplett auf E-only umgestellt, hier mussten keine Ver&#228;nderungen vorgenommen werden. Statt aber wie bisher zu 90&#37; gedruckte B&#252;cher zu erwerben, werden nun haupts&#228;chlich E-Books gekauft, wenn es irgendwie m&#246;glich ist. Idealerweise wird eine Campuslizenz erworben, damit es keinerlei Wartezeiten gibt, falls mehrere Personen gleichzeitig das Buch aufrufen und nutzen wollen.</Pgraph><Pgraph>Durch die hohen bis sehr hohen Kosten f&#252;r E-Books sind dem oft Grenzen gesetzt, dennoch hat sich in dieser Hinsicht eine 180-Grad-Wendung vollzogen, auch was die Haltung der Studierenden zu diesem Thema angeht. &#8222;Vorher&#8220; (vor Corona) lag der Schwerpunkt eindeutig und mehrheitlich auf dem gedruckten Bestand, &#8222;nachher&#8220; (nach Wieder&#246;ffnung der Bibliothek) ging und geht die Richtung mit gro&#223;er Mehrheit auf die Unterst&#252;tzung eines digitalen Buchbestandes &#8211; ohne jedoch den physischen Lernraum deswegen in Frage zu stellen&#33; So hat sich dementsprechend das Erwerbungsverhalten ver&#228;ndert: gerne werden nun E-Book-Paket-Angebote genutzt und erworben und bei Beschaffungsw&#252;nschen von Nutzenden wird &#8211; sofern es nicht sowieso schon gew&#252;nscht ist &#8211; ebenfalls das E-Book gekauft, wenn es von den Bedingungen her m&#246;glich ist. Essentiell f&#252;r die Nutzung der elektronischen Angebote ist selbstverst&#228;ndlich eine exzellente WLAN-Ausstattung, selbst wenn in den R&#228;umlichkeiten der Bibliothek immer noch ein gro&#223;er cip-pool (von der Fakult&#228;t bereitgestellte Rechner f&#252;r die Studierenden) zur Verf&#252;gung steht. Dies ist ebenfalls erkannt worden. Bestehende Engp&#228;sse wurden beseitigt und die Best&#252;ckung der Bibliothek mit access-points erheblich erweitert.</Pgraph><Pgraph>Dar&#252;ber hinaus finanziert die Medizinische Fakult&#228;t &#252;ber Studienqualit&#228;tsmittel mehrere gro&#223;e Lernplattformen verschiedener Anbieter, von denen eine fast das gesamte Lehrbuchportfolio des Anbieters enth&#228;lt, so dass in diesem Fall schon seit mehreren Jahren komplett auf die Anschaffung gedruckter Lehrbuchtitel verzichtet wird, da die elektronische Ausgabe immer in der neuesten Auflage vorliegt. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: ein <TextGroup><PlainText>E-Bo</PlainText></TextGroup>ok ist immer verf&#252;gbar, es wird nicht besch&#228;digt, verschwindet nicht und es ben&#246;tigt auch keinen physischen Platz im Regal. Da es keine Leihfristen zu beachten gibt, k&#246;nnen auch keine Mahngeb&#252;hren anfallen. F&#252;r &#196;rzte, &#196;rztinnen und andere Besch&#228;ftigte der UMG bringt dies ebenfalls erhebliche Vorteile mit sich, da die eMedien den Gang in die Bibliothek ersparen und mit eduvpn (educational virtual private network) von &#252;berall aus aufzurufen sind und genutzt werden k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph>Die Ausweitung des digitalen Medienbestandes r&#252;ckte noch eine andere Nutzendengruppe in den Fokus: die Pflege- und Ausbildungsberufe und die Dualen Studieng&#228;nge. Diese Nutzenden sind zwar zum gro&#223;en Teil im Rahmen ihrer Ausbildung einmal zu einer Pflichtveranstaltung physisch in der Bibliothek, um sich &#252;ber die R&#228;umlichkeiten und die Angebote informieren zu lassen, kommen dann aber aus Zeitmangel nur noch sehr selten. Zum Teil sind diese Berufsgruppen auch gar nicht im Hauptgeb&#228;ude der UMG untergebracht, wo sich die Bibliothek befindet. Digitale B&#252;cher sind aber nat&#252;rlich auch f&#252;r diese Personen ein sehr attraktives Angebot, auf Literatur zugreifen zu k&#246;nnen, ohne sich in den physischen Raum begeben zu m&#252;ssen. Hier wird seit einiger Zeit versucht, diese Klientel mit zu bedenken und entsprechende digitale Literatur zu erwerben.</Pgraph><Pgraph>Neben den E-Books spielen selbstverst&#228;ndlich auch die lizenzierten Datenbanken eine zentrale Rolle vor allem bei der Literatursuche. Die Fakult&#228;t finanziert in diesem Bereich etliche, teils auch sehr hochpreisige Produkte, um Studierende und Besch&#228;ftigte w&#228;hrend des Studiums und im klinischen Alltag zu unterst&#252;tzen. Die gro&#223;en Anbieter auf dem Markt entwickeln st&#228;ndig neue Angebote und Tools, um die entsprechenden Personengruppen zu unterst&#252;tzen &#8211; die Bibliothek fungiert hier als Koordinator, Informations-Multiplikator und Ansprechpartner, wenn es um die Einrichtung von Testzug&#228;ngen, Feedback-Auswertungen und ggfs. auch Lizenzierungen und Vertr&#228;ge geht. Seit der digitale Raum so eine enorme &#8222;Wertsteigerung&#8220; erfahren hat, ist die Bibliothek in der Sichtbarkeit innerhalb der Fakult&#228;t sehr gestiegen &#8211; auf den ersten Blick ein Widerspruch. Aber gerade die Besch&#228;ftigten haben oft kaum die M&#246;glichkeit, den physischen Ort aufzusuchen &#8211; auch nicht bei &#214;ffnungszeiten bis Mitternacht. Der digitale Raum aber ist extrem einfach zu betreten und steht vor allem auch von zuhause aus zur Verf&#252;gung. </Pgraph><Pgraph>Ein richtiger Gamechanger war hierbei die Lizenzierung einer f&#252;r Publizierende und Lehrende enorm wichtigen Bilddatenbank. Finanziert &#252;ber die Fakult&#228;t, verwaltet und koordiniert &#252;ber die Bibliothek, r&#252;ckte die BBM mit diesem Angebot auf einen Schlag bei vielen Forschenden und Publizierenden ins Blickfeld, die vorher oft gar nicht viel mit der Medizinbibliothek zu tun gehabt hatten und die nun dankbar das neue Angebot nutzen. Wie hier die Entwicklung weitergeht, ist noch unklar, da die Finanzierung nicht dauerhaft gesichert ist. Der Bedarf ist allerdings so gro&#223;, dass in absehbarer Zeit eine L&#246;sung gefunden werden muss, um Publizierenden entsprechende Standards und Unterst&#252;tzung f&#252;r ihre Arbeit bieten zu k&#246;nnen.</Pgraph><SubHeadline>Fazit</SubHeadline><Pgraph>Der digitale Raum erfuhr nach der Coronazeit eine enorme Aufwertung. Lief es vorher nur so nebenher, wurde und wird in den Auf- und Ausbau nun kontinuierlich investiert. Bestehende Angebote werden m&#246;glichst aktuell gehalten, neue Produkte immer gesehen, getestet und ggfs. lizenziert. Wo immer es m&#246;glich ist, werden digitale Medien statt der gedruckten B&#252;cher erworben.</Pgraph><Pgraph>Dies bietet neben den Studierenden auch anderen Nutzenden(gruppen) die M&#246;glichkeit, viel leichter auf Angebote zuzugreifen, sei es zur Recherche, zum Lesen oder zum Lernen. Die Sichtbarkeit der Bibliothek ist damit gestiegen und die Akzeptanz innerhalb der Fakult&#228;t hat sich noch einmal erheblich erh&#246;ht. Auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen innerhalb der UMG hat sich durch den Austausch diesbez&#252;glich intensiviert. </Pgraph><Pgraph>Nat&#252;rlich bringt dies auch Ver&#228;nderungen in den Arbeitsabl&#228;ufen des Bibliotheksteams mit sich. Buch-und Zeitschriftenbearbeitung geht gegen Null, Fernleihbestellungen sind stark r&#252;ckl&#228;ufig, ebenso die Ausleihe gedruckter B&#252;cher, auch wenn die sogenannte &#8222;Bestandspflege&#8220; im Arbeitsalltag immer noch ein nicht zu vernachl&#228;ssigender Faktor ist. Demgegen&#252;ber steht der gestiegene Aufwand in der Betreuung und Pflege der digitalen Angebote. On<TextGroup><PlainText>li</PlainText></TextGroup>ne-Kurse und Videos m&#252;ssen regelm&#228;&#223;ig aktualisiert werden, es m&#252;ssen Verhandlungen mit den Online-Anbietern gef&#252;hrt, Angebote gepr&#252;ft und getestet werden. Diese Entwicklung wird nicht umzukehren sein. Die Frage stellt sich allerdings, wie sich die Fakult&#228;t in den n&#228;chsten Jahren zu den hohen Unterhaltungs- und Investitionskos<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>en positionieren wird.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Abschluss und Ausblick" linked="yes">
      <MainHeadline>Abschluss und Ausblick</MainHeadline><Pgraph>Die letzten Jahre brachten tiefgreifende Ver&#228;nderungen f&#252;r die Bibliothekslandschaften, in den natur- und lebenswissenschaftlichen Bereichen noch mehr als in den geisteswissenschaftlichen. Die Medizinbibliothek G&#246;ttingen entwickelte sich in dieser Zeit in zwei Richtungen enorm weiter: auf der einen Seite als zentraler Aufenthalts-, Kommunikations- und Lernort f&#252;r die Studierenden mit verschiedensten Angeboten im physischen Raum, um auf die unterschiedlichsten Bedarfe der Nutzenden einzugehen und sie damit so optimal wie m&#246;glich in ihrem Studienalltag zu unterst&#252;tzen. Auf der anderen Seite als wichtiger Partner f&#252;r digitale Dienstleistungen m&#246;glichst f&#252;r die <Mark1>gesamte</Mark1> Fakult&#228;t und deren unterschiedliche Berufs- und Nutzendengruppen. In dieser Hinsicht ist schon eine Menge erreicht worden, wobei manche Projekte noch im &#8222;Ideenpool&#8220; schlummern und sich vielleicht bei passender Gelegenheit verwirklichen lassen. </Pgraph><Pgraph>Die Entwicklung geht hin zu einer buchlosen Bibliothek, die zwar noch ihren &#8222;Altbestand&#8220; im Regal stehen hat, aber an neuer Literatur die elektronischen Ressourcen bereithalten wird. Diese Entwicklung ist sicher nicht aufzuhalten, allen Finanzierungsschwierigkeiten und anderen Herausforderungen bei der Bereitstellung von elektronischen Medien zum Trotz. Auch auf die damit verbundenen einschneidenden Ver&#228;nderungen in den T&#228;tigkeiten der Bibliotheksbesch&#228;ftigten muss reagiert werden &#8211; hier ist allerdings eine Gesamtstrategie f&#252;r die ganze SUB mitzudenken, allein schon vor dem Hintergrund zahlreicher weiterer Verrentungen in den n&#228;chsten Jahren und der engen Bewerberlage f&#252;r die wenigen Nachbesetzungen. Dies wird eine der gro&#223;en Herausforderungen der n&#228;chsten Jahre sein. Die Medizinbibliothek als solche ist f&#252;r die nahe und mittlere Zukunft vergleichsweise gut aufgestellt, vor allem was Sichtbarkeit, Akzeptanz und Nutzung angeht. Solange die attraktiven Angebote mit der daf&#252;r notwendigen Finanzierung aufrechterhalten werden k&#246;nnen und m&#246;glichst viele Nutzendengruppen damit erreicht werden, wird der eine Raum f&#252;r eine Fakult&#228;t weiterhin Bestand und Berechtigung haben. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Anmerkung" linked="yes">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>H&#228;rter D</RefAuthor>
        <RefTitle>Die (neue) Lernumgebung der Medizinbibliothek G&#246;ttingen: Optimierung des Raums in einer hybriden Universit&#228;t</RefTitle>
        <RefYear>2022</RefYear>
        <RefJournal>GMS Med Bibl Inf</RefJournal>
        <RefPage>Doc29</RefPage>
        <RefTotal>H&#228;rter D. Die (neue) Lernumgebung der Medizinbibliothek G&#246;ttingen: Optimierung des Raums in einer hybriden Universit&#228;t. GMS Med Bibl Inf. 2022;22(2):Doc29. 
DOI: 10.3205&#47;mbi000547</RefTotal>
        <RefLink>https:&#47;&#47;doi.org&#47;10.3205&#47;mbi000547</RefLink>
      </Reference>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Blick auf das Erdgeschoss der BBM</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Eltern-Kind-Bereich der BBM</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: K&#246;rpermodellsammlung mit Skeletten</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 4: K&#246;rpermodellsammlung</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 5: 3D-Druck-Equipment der BBM</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 6: Anatomagetisch und Makerspace</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 7: Lounge-Bereich</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 8: Gruppenbereich</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 9: Stillarbeitspl&#228;tze im Obergeschoss</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 10: Arbeitskabine</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 11: Sitzh&#246;hle mit h&#246;henverstellbarem Tisch</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 12: Sitzh&#246;hle mit Akustikw&#228;nden</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 13: Flexibles Mobiliar mit Raumteilelement</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 14: Ehemalige OPAC-Stehtische</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 15: Laufband</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 16: Schreibtischfahrrad</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 17: Begr&#252;nter Lounge-Bereich</Mark1></Pgraph></Caption>
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