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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000609</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0006097</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Kurzbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Die Folgen von DEAL f&#252;r medizinische Bibliotheken: Bericht aus der Fishbowl-Diskussion auf der AGMB-Tagung 2024 in Mainz</Title>
      <TitleTranslated language="en">The consequences of DEAL for medical libraries: Report from the fishbowl discussion at the AGMB conference 2024 in Mainz</TitleTranslated>
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          <LastnameHeading>Labriga</LastnameHeading>
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        <Address>Strategisches Lizenzmanagement, ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften, Gleueler Stra&#223;e 60, 50931 K&#246;ln, Deutschland<Affiliation>Strategisches Lizenzmanagement, ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften, K&#246;ln, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>labriga&#64;zbmed.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">DEAL</Keyword>
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      <Keyword language="en">German medical libraries</Keyword>
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      <Keyword language="de">DEAL</Keyword>
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      <Keyword language="de">Publikationsvereinbarung</Keyword>
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      <Keyword language="de">Elsevier</Keyword>
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      <SectionHeading language="de">AGMB-Jahrestagung in Mainz 2024</SectionHeading>
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    <DatePublished>20241218</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>24</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Mainz 2024: Den Wandel steuern - Medizininformation effizient.digital.innovativ</IssueTitle>
      </Journal>
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    <ArticleNo>26</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>In einer Fishbowl-Diskussion auf der AGMB-Konferenz 2024 wurde die Frage diskutiert, ob und wie der deutsche DEAL mit drei Gro&#223;verlagen Einfluss auf das Publikationsverhalten an medizinischen Einrichtungen nimmt. Das Stimmungsbild zeigt eine starke Kostenb&#252;ndelung in DEAL, keine Kostenersparnis sowie eine positive Einsch&#228;tzung besonders des uneingeschr&#228;nkten Lesezugriffs bei gleichzeitiger Sorge um eine zuk&#252;nftige Finanzierung.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>A fishbowl discussion at the AGMB conference 2024 addressed the question of whether and how the German DEAL with three major publishers influences publication behavior at medical institutions. Participants&#8217; contributions showed a strong bundling of costs in DEAL, no cost savings, and a positive assessment especially of the unrestricted reading access with simultaneous concern about future funding.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Fishbowl: Die Folgen von DEAL f&#252;r medizinische Bibliotheken">
      <MainHeadline>Fishbowl: Die Folgen von DEAL f&#252;r medizinische Bibliotheken</MainHeadline><SubHeadline>Diskussionshintergrund</SubHeadline><Pgraph>Auf der AGMB-Tagung 2024 in Mainz wurden im Fishbowl-Format die Folgen von DEAL f&#252;r medizinische Einrichtungen und ihre Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Bibliotheken diskutiert. F&#252;r die Veranstaltung stellte sich die Frage, ob der deutsche DEAL Auswirkungen auf das Publikationsverhalten von medizinisch Forschenden in Deutschland und somit auf die publizierenden und finanzierenden Einrichtungen hat. </Pgraph><Pgraph>Das Fishbowl-Format erlaubt eine weitestgehend nicht moderierte Diskussion, in der sich Diskutanten im inneren Zirkel (Stuhlkreis) zum Gespr&#228;ch zusammenfinden, die von Zuh&#246;renden im &#228;u&#223;eren Kreis umgeben sind. Freie St&#252;hle im inneren erlauben die Teilnahme f&#252;r neue Diskutanten aus dem &#228;u&#223;eren Zirkel, Sprecherinnen aus dem inneren Kreis k&#246;nnen sich in den &#228;u&#223;eren zur&#252;ckzie<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>en. Bereits vorab waren die Chatham House Rules verabredet, die festlegen, dass &#196;u&#223;erungen sp&#228;ter zitiert und Inhalte weitergegeben werden d&#252;rfen, jedoch keine Zuordnung zu einer Person oder Institution erfolgen darf. </Pgraph><Pgraph>Dieser Bericht gibt dem entsprechend Meinungen und ein Stimmungsbild aus deutschen Medizinbibliotheken wieder.</Pgraph><SubHeadline>Die Problematik von DEAL</SubHeadline><Pgraph><Mark1>Konzentration der Publikationen in den DEAL-Verlagen:</Mark1> W&#228;hrend mit Wiley und Springer DEAL bereits Erfahrungen der ersten Jahre mit so genannten Transformationsver<TextGroup><PlainText>tr&#228;</PlainText></TextGroup>gen vorliegen, k&#246;nnte sich mit Elsevier, so die Vermutung und erste Erfahrung, das Publikationsverhalten noch weiter auf die drei gro&#223;en Wissenschaftsverlage im DEAL konzentrieren.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Konzentration der Mittel bei den DEAL-Verlagen:</Mark1> Eine Konsequenz von DEAL scheint schon jetzt zu sein, dass konsortialf&#252;hrende Einrichtungen eine sp&#252;rbare Zur&#252;ckhaltung bei der Teilnahme an NON-DEAL Konsortien (z.B. klassischen Subskriptionskonsortien, aber auch Publikationsvereinbarungen) wahrnehmen, da der DEAL kaum Mittel f&#252;r andere Angebote &#252;brig l&#228;sst. </Pgraph><Pgraph>Da es sich bei DEAL um einen Vertrag handelt, der besonders auf das Publikationsvolumen von Universit&#228;ten und Hochschulen zugeschnitten ist, ist er f&#252;r kleinere Institutionen &#252;berdimensioniert. Nehmen diese an DEAL teil, wird dadurch sehr viel Budget gebunden und aus Gr&#252;nden der Wirtschaftlichkeit f&#252;r hybride Publikationen in den DEAL-Verlagen geworben. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Anstieg der Kosten:</Mark1> Gleichzeitig besteht das Bewusstsein, dass der DEAL nur die bereits erfolgreichen Gro&#223;verlage f&#246;rdert, die weiterhin sehr viel Geld an der Wissenschaft verdienen und &#8211; so eine Aussage &#8211; leider keinen verbesserten Service anbieten. Es wird auch best&#228;tigt, dass an zahlreichen Einrichtungen weniger bis keine Gelder mehr f&#252;r kleinere Verlage eingesetzt werden k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph>Durch die DFG F&#246;rderung werden Publikationen momentan noch mit bis zu 1.400 EUR bezuschusst. Es bleibe unklar, wie die Publikationen in Zukunft ohne DFG-F&#246;rderung bezahlt werden sollen. Eine Ausstiegsoption aus DEAL existiere zwar, es sei aber eher unrealistisch, dass Einrichtungen aussteigen k&#246;nnen. Laut der &#196;u&#223;erung einer Einrichtung sei der DEAL letztendlich <Mark3>nicht</Mark3> das, was man sich gew&#252;nscht habe, n&#228;mlich DIAMOND Open Access.</Pgraph><SubHeadline>Die Vorteile von DEAL</SubHeadline><Pgraph><Mark1>Freie Verf&#252;gbarkeit von Forschung und freies Lesen:</Mark1> Die positive Perspektive auf DEAL sieht den gro&#223;en Vorteil in der weltweit freien Verf&#252;gbarkeit und Sichtbarkeit deutscher Artikel. Der freie Lesezugriff, vor allem jetzt auf Elsevier, ist ein gro&#223;er Fortschritt und wird stark genutzt. Generell sei es zu begr&#252;&#223;en, dass so viel mehr Open Access publiziert wird als zuvor. Nicht nur die DEAL-Verlage, sondern auch gro&#223;e Gold OA-Verlage wie MDPI und Frontiers werden stark genutzt. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Attraktivit&#228;t der DEAL-Verlage: </Mark1>Wissenschaftlerinnen wollen bei den etablierten <Mark2>legacy publishers</Mark2> ver&#246;ffentlichen, da die Wissenschaftsbewertung sich immer noch am Impact Factor orientiert. Gro&#223;verlage haben ihre Marken und Journals &#252;ber Jahrzehnte aufgebaut und bieten oft das gr&#246;&#223;te Renommee f&#252;r Wissenschaftskar<TextGroup><PlainText>rier</PlainText></TextGroup>en. Damit ist eine Ver&#246;ffentlichung bei den Gro&#223;verlagen von den Autoren und Autorinnen gew&#252;nscht und durch DEAL bezahlbarer.</Pgraph><SubHeadline>Weitere Auswirkungen von DEAL</SubHeadline><Pgraph><Mark1>Die H&#228;lfte des Budgets f&#252;r DEAL:</Mark1> Die Kosten f&#252;r DEAL und f&#252;r andere Verlage verteilen sich im Bibliotheksbud<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>et, laut einigen anwesenden Institutionen, in deren Einrichtungen jeweils zu 50&#37;. Entsprechend hoch ist die Anzahl der Publikationen in medizinischen Zeitschriften bei den DEAL-Verlagen anzunehmen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Einf&#252;hrung neuer OA-Titel bei den DEAL-Verlagen:</Mark1> Es besteht der Eindruck, dass die Zahl der Gold OA-Zeitschrif<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>en zunimmt. Dies l&#228;sst vermuten, dass Verlage auf die Verpflichtung zu OA reagieren und dort auch neue Gesch&#228;ftsm&#246;glichkeiten sehen. Es f&#246;rdert jedoch auch den Verdacht, dass wiederum Modelle geschaffen werden, die Bibliotheken nicht sofort durchschauen k&#246;nnen, und so die Kosten nach oben getrieben werden. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Anstieg der Publikationen bei DEAL-Verlagen:</Mark1> Wie bereits oben erw&#228;hnt, stellt sich der DEAL als eine f&#252;r Autoren und Autorinnen bequeme und attraktive L&#246;sung dar, was den Anstieg an Publikationen in den DEAL zugeh&#246;rigen Zeitschriften begr&#252;nden mag. Auf die Frage, ob Bibliotheken in die Richtung einer Publikation in den DEAL-Verlagen beraten, wird dies teilweise bejaht, teilweise aber auch verneint, da aufgrund von Wissenschaftsfreiheit keinem Forschenden ein bestimmter Publikationsort vorgeschrieben werden kann. </Pgraph><SubHeadline>Ausblick</SubHeadline><Pgraph>Mit Spannung werden die Zahlen des ersten Jahres erwartet, die dann einen Vor- und einen Nach-Elsevier-DEAL-Zustand beschreiben werden. Auf jeden Fall kommen schon jetzt auf die Medizinbibliotheken beachtliche zus&#228;tzliche Kosten zu. Dies war stets voraussehbar, aber das damit zusammenh&#228;ngende Finanzierungsproblem ist bislang nicht gel&#246;st.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkungen">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>ORCID der Autorin</SubHeadline><Pgraph>Petra Labriga: <Hyperlink href="https:&#47;&#47;orcid.org&#47;0000-0001-9892-652X">0000-0001-9892-652X</Hyperlink> </Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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