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    <ArticleType>Satire</ArticleType>
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      <Title language="de">Wir haben die Kuh &#8211; h&#246;ren wir endlich auf, das Gras zu kaufen und die Milch zu verschenken&#33;</Title>
      <TitleTranslated language="en">We have the cow &#8211; let&#8217;s stop buying the grass and giving away the milk&#33;</TitleTranslated>
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          <AcademicTitle>Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Medizinische Bibliothek der Vinzenz Gruppe, Gumpendorfer Stra&#223;e 108, 1060 Wien, &#214;sterreich<Affiliation>Medizinische Bibliothek der Vinzenz Gruppe, Wien, &#214;sterreich</Affiliation></Address>
        <Email>christian.vogel&#64;vinzenzgruppe.at</Email>
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      <SectionHeading language="de">AGMB-Jahrestagung in Bonn 2023</SectionHeading>
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    <DatePublished>20231219</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>23</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Bonn 2023: Zukunft - jetzt erst recht</IssueTitle>
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    <ArticleNo>28</ArticleNo>
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    <TextBlock linked="yes" name="Satire">
      <MainHeadline>Satire</MainHeadline><Pgraph>Werte Kolleg&#42;innen,</Pgraph><Pgraph>wieder einmal m&#246;chte ich die Gelegenheit nutzen, bei dieser Tagung &#252;ber den Tellerrand hinauszublicken und L&#246;sungen zu weltbewegenden bibliothekarischen Problemen zu pr&#228;sentieren. </Pgraph><Pgraph>Diesmal soll es um die Daten gehen, die bei der Verwendung von Fachliteraturressourcen im Internet anfallen und die sich bisher die Verlage und Anbieter auf die Server schaufeln und Dinge damit tun, die sich unsereiner gar nicht vorstellen mag. Sie kennen vermutlich den schockierenden Bericht der DFG zum Thema Datentracking in der Wissenschaft vor einiger Zeit &#252;ber die Sammlung und Verwertung von Forschungsdaten <TextLink reference="1"></TextLink>. In bibliothekarischen Kreisen reichen die Reaktionen von moralischer Missbilligung bis zum Kopf-in-den-Sand-st<TextGroup><PlainText>e</PlainText></TextGroup>cken, schlie&#223;lich sind hier wirtschaftliche Interessen am Werk und das ist einfach nicht unser Ding.</Pgraph><Pgraph>Ich m&#246;chte heute die Schockstarre verlassen und unter der Bezeichnung &#8222;Plan D&#8220; eine innovative Strategie pr&#228;sentieren, die es uns erm&#246;glicht, die Fachliteraturversorgung in unseren Bibliotheken nicht nur weiterhin sicherzustellen, sondern diese &#252;ber eine wirtschaftliche Nutzung der anfallenden Daten auch finanziell besser abzusichern. Der Transformationsprozess zu einer datenfinanzierten Fachliteraturversorgung kann dar&#252;ber hinaus auch im Sinne einer datenzentrierten Neugestaltung von Forschung und Gesundheitswesen weitergedacht werden.</Pgraph><Pgraph>Auch wenn f&#252;r viele von uns der gesellschaftliche Nutzen unserer T&#228;tigkeit im Vordergrund steht (weil wir doch die Guten sind&#33;), so m&#252;ssen wir, wenn wir mit gewinnorientierten Unternehmen zusammenarbeiten, endlich die wirtschaftlichen Zusammenh&#228;nge akzeptieren, in denen wir stehen. Wenn wir allj&#228;hrlich Budgets und Preise f&#252;r Lizenzen verhandeln, sollten wir auch den Wert unserer Daten nicht ignorieren. Nehmen wir endlich eine Position als Gesch&#228;ftspartner auf Augenh&#246;he ein und geben wir dem, was einen Wert hat, auch einen Preis. Lassen wir nicht l&#228;nger die Milch in der Wiese versickern&#33;</Pgraph><SubHeadline>Exkurs: Das Kuhmodell der Wissenschaft</SubHeadline><Pgraph>Im Kuh-Modell der Wissenschaft (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) stellt sich die Wissenschaft als ewiger Kreislauf dar, beginnend mit der Fachliteraturzufuhr, Verarbeitung durch die Forscher&#42;innen, &#8222;Ausscheidung&#8220; von neuen Publikationen und der Veredelung dieser durch die Prozesse der Verlage zu neuer Fachliteratur. W&#228;hrend dieser Ablauf seit langem unver&#228;ndert passiert, hat die Digitalisierung ein neues Element hinzugef&#252;gt: Die entstehenden Daten &#8211; im Modell repr&#228;sentiert durch die Milch.</Pgraph><Pgraph>Bisher &#8222;versickert&#8220; diese Milch bei den Verlagen, die sie auf meist unbekannte Weise nutzen. Auch existierende Datenschutzerkl&#228;rungen bewirken hier mehr die Anregung der Phantasie &#252;ber die Breite der M&#246;glichkeiten (&#8222;Speicherung auf US-Servern&#8220;) als die wohl eigentlich intendierte Beruhigung der Verantwortlichen (&#8222;ausschlie&#223;lich unter Einhaltung der einschl&#228;gigen datenschutzrechtlichen Bestimmungen &#8230;&#8220;). Die Bibliotheken verhalten sich dabei weiterhin so, wie wenn es diese Daten nicht g&#228;be (wie damals bei den B&#252;chern, Gott hab sie selig, da hat auch niemand in Amerika wissen m&#252;ssen, was ich gerade lese).</Pgraph><SubHeadline>Plan D &#8211; promoting profitable use of user data in publicly funded medical research</SubHeadline><Pgraph>Als L&#246;sung dieses Problems schlage ich eine st&#228;rkere Fokussierung des Bibliothekswesens auf die wir<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>schaftl<TextGroup><PlainText>i</PlainText></TextGroup>che Verwertung der bei wissenschaftlicher T&#228;tigkeit anfallenden Daten vor. Oder um eine bekannte Redewendung anzupassen: Daten sind die Milch der Wissenschaft&#33;</Pgraph><Pgraph>Wir bewegen uns &#8211; insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Verlagen und Anbietern von Wissensressourcen &#8211; in einem wirtschaftlichen Umfeld. K&#246;nnen wir es uns da leisten, den wirtschaftlichen Wert unserer Ressourcen zu ignorieren&#63; Dies ist nicht nur zu unserem finanziellen Nachteil, sondern verwehrt uns auch die Chance, von den Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, ernst genommen und als Gesch&#228;ftspartner auf Au<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>enh<TextGroup><PlainText>&#246;</PlainText></TextGroup>he akzeptiert zu werden.</Pgraph><Pgraph>In Anlehnung an andere gro&#223;e Projekte der Ver&#228;nderung im Bibliotheks- bzw. Publikationswesen m&#246;chte ich den angestrebten Transformationsprozess als Plan D bezeichnen und im Folgenden weiter ausf&#252;hren. </Pgraph><SubHeadline2>Stufe 1 &#8211; Gegenverrechnung von Datenleistungen bei bestehenden Lizenzvertr&#228;gen</SubHeadline2><Pgraph>Ein erster Schritt, der mit nur geringer Vorbereitung von jeder Bibliothek im Sinne von Plan D unternommen werden kann, ist die Gegenverrechnung von Datenleistungen bei bestehenden Lizenzvertr&#228;gen. Bei der Vertragsverl&#228;ngerung wird dazu einfach von der lizenzierenden Bibliothek ein zus&#228;tzlicher Posten in das Formular mit den Lizenzkosten aufgenommen. Dieser umfasst die von Bibliotheksseite bzw. von der dahinterstehenden Institution an den Verlag bzw. Anbieter bei der Fachliteraturnutzung zur&#252;ckflie&#223;enden Daten (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>).</Pgraph><Pgraph>Die Bibliotheken k&#246;nnen hier dem erprobten Vorgehen der Lizenzkostenberechnung der Anbieter folgen. Die Daten m&#252;ssen also weder genau aufgeschl&#252;sselt werden, noch muss die Kostenberechnung einem komplexen Schema folgen. Hier kann eine grobe und willk&#252;rliche Pauschalrechnung erfolgen, die auch nicht die tats&#228;chlich angefallenen Daten ber&#252;cksichtigen, sondern nur eine oberfl&#228;chliche Plausibilit&#228;t haben muss &#8211; etwa nach Bettenzahl etc. Empfohlen wird anfangs eine Gegenverrechnung in der gleichen H&#246;he des vom Anbieter festgelegten Preises. Dies unterstreicht die Fairness des eigenen Angebots und entlastet doch maximal das Bibliotheksbudget.</Pgraph><SubHeadline2>Stufe 2 &#8211; eigene Angebotslegung &#252;ber Datenleistungen</SubHeadline2><Pgraph>In einer zweiten Stufe kann dann die Augenh&#246;he mit den Anbietern im Sinne einer gegenseitigen und fairen Gesch&#228;ftsbeziehung hergestellt werden, indem eine eigene Angebotslegung &#252;ber Datenleistungen durch die Bibliotheken erfolgt. Die eigenen Datenressourcen werden in ihrem wirtschaftlichen Wert ernst genommen und potentiellen Kunden angeboten &#8211; wieder dem erprobten Vorgehen der Verlage folgend. </Pgraph><Pgraph>F&#252;r Bibliotheken mag es wahrscheinlich kaum in Frage kommen, mit speziell geschultem Vertriebspersonal eigene Vertriebswege aufzubauen und Daten anzubieten. Es mag vorerst gen&#252;gen, bereits bestehende Ge<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>ch&#228;ftskon<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>akte in diesem Sinne zu erweitern, da davon ausgegangen werden kann, dass gerade die Unternehmen, die an Daten aus Forschung und Publikationswesen im Gesundheitswesen interessiert sind, ohnehin bereits versuchen, durch Fachliteraturangebote an diese Daten zu gelangen.</Pgraph><Pgraph>F&#252;r die schriftliche Gesch&#228;ftsanbahnung im internationalen Bereich kann zur Unterst&#252;tzung bereits jetzt k&#252;nstliche Intelligenz eingesetzt werden, die es optimal vermag, die angebotene Leistung in passender Form und Sprache darzustellen, was vielen Bibliothekar&#42;innen aufgrund ihrer gesch&#228;ftlichen Unerfahrenheit und reflexhaften Abwehrhaltung gegen&#252;ber wirtschaftlichen Zusammenh&#228;ngen noch schwerf&#228;llt (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>).</Pgraph><Pgraph>Im Falle eines eigenen Angebots sollte jedoch die Leistung differenzierter dargestellt werden. Vielen Kund&#42;innen ist m&#246;glicherweise noch gar nicht klar, welche Daten und in welchem Umfang sie diese von der Bibliothek beziehen k&#246;nnen (Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure"/>). </Pgraph><Pgraph>Die Bandbreite der Datenleistungen seitens der Bibliothek bzw. der dahinterstehenden Institution reicht dabei von Cookies, die Anbieter auf den dienstlich genutzten Ger&#228;ten platzieren k&#246;nnen, &#252;ber das Speichern (Tracking) von Sucheingaben und allen anderen Aktivit&#228;ten der Mitarbeiter&#42;innen im Rahmen ihrer dienstlichen T&#228;tigkeit als &#196;rzt&#42;innen, Pflegekr&#228;fte, Wissenschaftler&#42;innen etc. bis hin zur Erlaubnis, diese Daten auch auf US-Servern zu speichern und an andere Unternehmen weiter zu verkaufen. Besonders aufgewertet kann das Angebot von Datenleistungen werden, wenn den Kund&#42;innen gestattet wird, die Mitarbeiter&#42;innen zum Anlegen von privaten Nutzerkonten zu animieren oder dies sogar f&#252;r die Nutzung des Fachliteraturangebots zwingend zu machen. In diesem Falle erhalten die Kunden ja nicht nur pers&#246;nliche Daten von Mitarbeiter&#42;innen (wie Namen, E-Mail-Adresse und frei bestimmbare weitere Angaben, die bei der Registrierung abgefragt werden), sondern k&#246;nnen die bereits genannten Daten auch pers&#246;nlich zuordnen. Durch pers&#246;nliche Nutzer&#42;innenkonten in Verbindung mit der Datenweitergabe ist es dar&#252;ber hinaus m&#246;glich, den Mitarbeiter&#42;innen personalisierte Werbung anzuzeigen oder sie direkt und ohne Kontrolle durch den&#42;die Arbeitgeber&#42;in zu kontaktieren. Der Wert der Daten steigt dadurch nat&#252;rlich erheblich.</Pgraph><Pgraph>Die genannten Datenleistungen beziehen sich nur auf bisher bereits praktizierte Datenerhebung durch die Anbieter&#42;innen, die derzeit noch ohne wirtschaftliche Gegenverrechnung erfolgt (die versickernde Milch&#33;). Es ist anzunehmen, dass eine intensivere Besch&#228;ftigung mit technischen und wirtschaftlichen Fragen der Datenverwertung seitens der Bibliotheken weitere wertvolle Ressourcen zu Tage bringt. Im Rahmen von Plan D ist auch der Einsatz spezieller Arbeitsgruppen vorgesehen, die analysieren, inwieweit bisher noch unber&#252;cksichtigte Datenquellen erschlossen und wirtschaftlich erfolgreich aufbereitet werden k&#246;nnen. Beispielhaft genannt sei hier die Anreicherung der Nutzungsdaten der Mitarbeiter&#42;innen durch Informationen aus der Personalabteilung, Dienstplanprogrammen, Nutzung der Kantine etc.</Pgraph><SubHeadline2>Stufe 3 &#8211; Transformationsprozess des gesamten Gesundheitssystems zur Datenverwertung</SubHeadline2><Pgraph>Nur kurz soll im Folgenden der Gedanke angerissen werden, wohin dieser Transformationsprozess im Sinne einer st&#228;rkeren wirtschaftlichen Verwertung von Daten durch wissenschaftliche Bibliotheken im Ge<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>und<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>eitsbe<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>eich f&#252;hren kann. Voraussetzung ist ein bib<TextGroup><PlainText>liothe</PlainText></TextGroup>kari<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>cher (und gesamtgesellschaftlicher&#33;) Per<TextGroup><PlainText>spektiv</PlainText></TextGroup>enwe<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>hsel hin zu einer Priorisierung der Datengenerierung, quasi eine moderne &#8222;Datenbrille&#8220; statt der veralteten &#8222;B&#252;cherbrille&#8220;.</Pgraph><Pgraph>Schlie&#223;lich sind es gesellschaftliche Prozesse, die hinter dem oben beschriebenen Modell der Wissenschaft stehen. Die Gesellschaft stellt die Anreize bereit, die es f&#252;r Wissenschaftler&#42;innen &#252;berhaupt interessant machen, Fachliteratur zu nutzen und dabei Daten zu generieren; mit der wissenschaftlichen T&#228;tigkeit sind Anerkennung und Karriere verbunden, es ist hinreichend bekannt, welche Wichtigkeit die Publikation in einer angesehenen Fachzeitschrift f&#252;r den&#42;die Einzelne&#42;n haben&#33; Nutzen wir als Bibliotheken diese Motivation und Kraft und schaffen wir wirtschaftlich tragf&#228;hige Strukturen, um den Zusatznutzen von Wissenschaft in der Medizin im Sinne der Verbesserung der Lebensqualit&#228;t f&#252;r alle auch in Zukunft abzusichern.</Pgraph><Pgraph>In einem weiteren Schritt kann man dann auch &#252;ber die Grenzen der Wissenschaft hinausdenken. Im Gesundheitswesen fallen eine gro&#223;e Menge von Daten an (z.B. Patient&#42;innendaten), die f&#252;r Unternehmen von gro&#223;em Wert sind. Es sollte m&#246;glich sein, auch hier durch Anwendung der &#8222;Datenbrille&#8220; einen Paradigmenwechsel her<TextGroup><PlainText>bei</PlainText></TextGroup>zuf&#252;h<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>en, der m&#246;glicherweise sogar eine vollkommene Neugestaltung der Finanzierung des Gesundheitswesens erm&#246;glicht. Auch hier stellt ja die Gesellschaft durch das Angebot der Behandlung von Erkrankungen die motivierenden Anreize f&#252;r die B&#252;rger&#42;innen bereit, sich in Institutionen des Gesundheitswesens zu begeben und dort Daten zu generieren. Die Prozesse der Digitalisierung in der Medizin tragen dabei zus&#228;tzlich zu einer weiteren Steigerung der verf&#252;gbaren Datenmenge bei. F&#252;r entsprechend spezialisierte Unternehmen stellen diese Daten eine Ressource von gro&#223;em Wert dar, der bisher &#8211; trotz knapper &#246;ffentlicher Gesundheitsbudgets &#8211; kaum wirtschaftlich genutzt wird.</Pgraph><SubHeadline>Gr&#252;ndung Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinische Datenverwertung</SubHeadline><Pgraph>Die Bibliotheken k&#246;nnen sich als Vorreiterinnen eines datenorientierten Transformationsprozesses im Gesundheitswesen positionieren, da sie bereits jetzt mit diesem Thema und entsprechender Vertragsgestaltung konfrontiert sind und ja auch seit langem bereits als Gesch&#228;ftspartnerin internationaler Datenhandelsunternehme<TextGroup><PlainText>n f</PlainText></TextGroup>ungieren. Im Sinne obigen Bildes und der &#220;berlegungen zur Neufinanzierung des Gesundheitswesens werden sie so zur &#8222;Cash Cow&#8220;.</Pgraph><Pgraph>Zur Unterst&#252;tzung des als Plan D bezeichneten Transformationsprozesses f&#252;r die optimale &#246;konomische Datenverwertung mit dem Ziel der datenfinanzierten Transformation des gesamten &#246;ffentlichen Gesundheitswesens (Data Driven Health Care Economy) schlage ich analog zur bestehenden renommierten &#8222;Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswesen&#8220; (AGMB) die Gr&#252;ndung einer &#8222;Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinische Datenverwertung&#8220; (AGMD) vor, die die notwendigen Aktivit&#228;ten koordiniert, die &#214;ffentlichkeitsarbeit &#252;bernimmt, Lobbying betreibt etc. Im Unterschied zu der ehrenvollen, aber auch ehrenamtlichen T&#228;tigkeit in der AGMB soll in der neug<TextGroup><PlainText>egr&#252;nde</PlainText></TextGroup>ten AGMD der Geist der Wirtschaftlichkeit auch das Mindset der Mitglieder befl&#252;geln. Es soll ein Team mit entsprechenden leistungsorientierten beruflichen Positionen geschaffen werden, das die beschriebenen Ziele des Plan D rasch und auch gegen zu erwartende Widerst&#228;nde umzusetzen vermag.</Pgraph><Pgraph>In diesem Sinne schlie&#223;e ich mit einem Aufruf an Kolleg&#42;innen, nicht nur aus dem bibliothekarischen Bereich, sondern auch aus Verlagswesen und Wissenschaft, sich unserer neuen Fachgesellschaft anzuschlie&#223;en und sich auf die in Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure"/> ausgeschriebenen Posten zu bewerben.</Pgraph></TextBlock>
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      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefAuthor>DFG-Ausschuss f&#252;r Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme</RefAuthor>
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        <RefBookTitle>Datentracking in der Wissenschaft: Aggregation und Verwendung bzw. Verkauf von Nutzungsdaten durch Wissenschaftsverlage. Ein Informationspapier des Ausschusses f&#252;r Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme der Deutschen Forschungsgemeinschaft</RefBookTitle>
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        <RefTotal>DFG-Ausschuss f&#252;r Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme. Datentracking in der Wissenschaft: Aggregation und Verwendung bzw. Verkauf von Nutzungsdaten durch Wissenschaftsverlage. Ein Informationspapier des Ausschusses f&#252;r Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zenodo; 2021 Oct 28. DOI: 10.5281&#47;zenodo.5900759</RefTotal>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Das Kuh-Modell der Wissenschaft</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Symbolbild Gegenverrechnung</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 4: Symbolbild Datenleistungen im Detail</Mark1></Pgraph></Caption>
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