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    <ArticleType>Nachruf</ArticleType>
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      <Title language="de">Dr. Franz Josef K&#252;hnen: 1934&#8211;2022</Title>
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    <DatePublished>20220916</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
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        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Medizinische Literaturversorgung im Umbruch</IssueTitle>
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    <ArticleNo>02</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Nachruf</MainHeadline><Pgraph>Der Leitende Bibliotheksdirektor im Ruhestand Dr. Franz Josef K&#252;hnen (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>), geb. am 11.5.1934 in Kalkar und erster Direktor der Deutschen Zentralbibliothek f&#252;r Medizin in K&#246;ln&#47;Bonn, ist am 15.8.2022 in Bergisch Gladbach verstorben.</Pgraph><Pgraph>Aufgewachsen unter den schwierigen Bedingungen der Kriegs- und Nachkriegszeit studierte Herr K&#252;hnen 1954 bis 1961 Klassische Philologie (Lateinisch, Griechisch und Geschichte) an der Universit&#228;t zu K&#246;ln und schloss 1962 mit einer Promotion zu &#8222;Seneca und die r&#246;mische Geschichte&#8220; ab.</Pgraph><Pgraph>Nach dem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Projekt &#8222;Thesaurus Linguae Latinae&#8220; t&#228;tig. Die Ausbildung f&#252;r den H&#246;heren Bibliotheksdienst absolvierte er 1964 bis 1966 in der Universit&#228;ts- und Stadtbibliothek K&#246;ln (UB) und am Bibliothekar-Lehrinstitut. Nach der Ausbildung wurde er als Bibliotheksrat an der Universit&#228;ts- und Stadtbibliothek K&#246;ln angestellt und &#252;bernahm bereits ein Jahr sp&#228;ter die Benutzungsabteilung und Photostelle. Er war Beauftragter f&#252;r die Planung des Umzugs der UB in das neue Geb&#228;ude an der Kerpener Stra&#223;e.</Pgraph><Pgraph>1969 betraute man ihn mit der Leitung der Medizinischen Abteilung der UB K&#246;ln; mit Gr&#252;ndung der &#8222;Zentralbibliothek der Medizin (ZB MED)&#8220; als Zentrale Medizinische Fachbibliothek f&#252;r die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1973 wurde er vom Wissenschaftsministerium des Landes NRW als Gr&#252;ndungsdirektor berufen. Er hatte dieses Amt bis zum Eintritt in den Ruhestand 1996 inne.</Pgraph><Pgraph>Herr K&#252;hnen hat die ZB MED aus kleinen Anf&#228;ngen hin zu einer national und international bedeutenden Bibliothek mit nationalbibliothekarischen Aufgaben entwickelt. Von ihrer Gr&#252;ndung an geh&#246;rte die ZB MED zu den konzeptionell und technologisch f&#252;hrenden Bibliotheken in der Bundesrepublik. 1977 f&#252;hrte Herr K&#252;hnen weitblickend eine neue Sacherschlie&#223;ungsgrundlage ein, die auf den &#8222;Medical Subject Headings&#8220; der National Library of Medicine als weltweit gr&#246;&#223;ter medizinischer Bibliothek beruhte. Im gleichen Jahr wurde das erste Terminal f&#252;r medizinische Literaturrecherchen (&#252;ber das DIMDI) installiert, so dass Nutzerinnen und Nutzern die m&#252;hsame Recherche in gedruckten Bibliographien erspart wurde. 1978 stellte er die komplette Katalogisierungsarbeit auf EDV im Katalogisierungsverbund NRW um &#8211; eine mutige Entscheidung in diesen Anfangsjahren der EDV. Technologische Neuerungen wie Literaturrecherchen auf CD-ROM und die Teilnahme am Literaturbestellsystem des Deutschen Bibliotheksinstituts Berlin sowie die sehr erfolgreiche Einf&#252;hrung eines Telefax-Versandsystems f&#252;r Literaturkopien folgten. Herr K&#252;hnen gestaltete zudem die Anfangsgr&#252;nde der elektronischen Literaturversorgung gro&#223;er medizinischer Verlage (ADONIS-System per CD-ROM) mit. In den letzten Berufsjahren war er entscheidend mit der Planung des Neubaus der ZB MED K&#246;ln besch&#228;ftigt. In ihr wurden bisher getrennt agierende Arbeitsbereiche mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengef&#252;hrt und die Arbeitsbedingungen entscheidend verbessert. Beim Eintritt in den Ruhestand war die ZB MED die Bibliothek mit der h&#246;chsten Zahl an Literaturlieferungen in Mitteleuropa und dem weltweit zweitgr&#246;&#223;ten Bestand an Zeitschriften und Monographien ihrer F&#228;cher.</Pgraph><Pgraph>Herr K&#252;hnen war ein Mann von au&#223;erordentlich hoher pers&#246;nlicher Integrit&#228;t; er war absolut zuverl&#228;ssig und korrekt, aber immer mit wohlwollendem Blick f&#252;r das Gegen&#252;ber und orientiert an den W&#252;nschen der Kundinnen und Kunden der Bibliothek. Der Dienstleistungsge<TextGroup><PlainText>d</PlainText></TextGroup>anke war ihm ein besonderes Anliegen w&#228;hrend seines gesamten Berufslebens. </Pgraph><Pgraph>&#220;berregional war Herr K&#252;hnen Initiator f&#252;r die Gr&#252;ndung der Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswe<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>en (AGMB) im Jahr 1970 und mit Unterbrechungen zwanzig Jahre als Vorstandsmitglied t&#228;tig. Er hat in dieser T&#228;tigkeit starke Impulse f&#252;r die Entwicklung des medizinischen Bibliothekswesens in Deutschland, &#214;sterreich und der Schweiz gegeben. Die AGMB hat ihn aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.</Pgraph><Pgraph>Herr K&#252;hnen war langj&#228;hriges Mitglied im Bibliotheksausschuss und in Unteraussch&#252;ssen der DFG sowie im Beirat der Technischen Informationsbibliothek Hannover.</Pgraph><Pgraph>Wir werden Herrn K&#252;hnen als Spiritus Rector der ZB MED und des medizinischen Bibliothekswesens in besonderem Ma&#223;e stets ein ehrendes Andenken bewahren.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><Pgraph>Der Autor war Ltd. Bibl.-Dir. ZB MED 1996&#8211;2016.</Pgraph></TextBlock>
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