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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000507</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0005077</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Science Tracking auf der Spur &#8211; die Rolle von Bibliotheken im Kontext von Reading Analytics bei wissenschaftlichen Verlagen</Title>
      <TitleTranslated language="en">Tracking science &#8211; the role of libraries in the context of reading analytics at academic publishers</TitleTranslated>
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      <Creator>
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          <Lastname>Labriga</Lastname>
          <LastnameHeading>Labriga</LastnameHeading>
          <Firstname>Petra</Firstname>
          <Initials>P</Initials>
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        <Address>Strategisches Lizenzmanagement, ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften, Gleueler Stra&#223;e 60, 50931 K&#246;ln, Deutschland<Affiliation>Strategisches Lizenzmanagement, ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften, K&#246;ln, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>labriga&#64;zbmed.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">science tracking</Keyword>
      <Keyword language="en">reading analytics</Keyword>
      <Keyword language="en">academic publishing</Keyword>
      <Keyword language="de">Datentracking</Keyword>
      <Keyword language="de">wissenschaftliche Fachverlage</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Online-Jahrestagung der AGMB 2021</SectionHeading>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      
    <DatePublished>20211220</DatePublished><DateRepublished>20220118</DateRepublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>21</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Online-Jahrestagung der AGMB 2021</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>18</ArticleNo>
    <Erratum><DateLastErratum>20220118</DateLastErratum><Pgraph>Im Abschnitt Datentracking in der Wissenschaft sowie in der Anmerkung wurde Springer durch Digital Science ersetzt. Das Zitat wurde f&#228;lschlicherweise dem Verlag SpringerNature zugeordnet, die Information wurde jedoch von Digital Science zur Verf&#252;gung gestellt. SpringerNature und Digital Science geh&#246;ren beide zur Holtzbrinck Publishing Group.</Pgraph></Erratum>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Dieser Fachbeitrag enth&#228;lt verschriftlichte Gedanken und ausgew&#228;hlte Diskussionspunkte aus dem Vortrag &#8222;Science Tracking &#8211; das &#8218;neue&#8216; Gesch&#228;ftsmodell der Wissenschaftsverlage&#8220; von Professor Brembs, Professor F&#246;rstner und Petra Labriga auf der AGMB-Tagung im September 2021. Er befasst sich mit den dort erhobenen Vorw&#252;rfen gegen&#252;ber den wissenschaftlichen Fachverlagen hinsichtlich des unrechtm&#228;&#223;en Datentrackings in der Wissenschaft und fokussiert im Besonderen auf die daraus resultierende Perspektive des strategischen Lizenzmanagements bei ZB MED. Als erste L&#246;sungsvorschl&#228;ge werden eine konzertierte Aktion der &#220;berpr&#252;fung der Vorw&#252;rfe durch deutsche und europ&#228;ische Bibliotheken, eine gemeinsam angestrebte Rechtsberatung, eventuell unter F&#252;hrung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), und eine daraus resultierende Aufnahme relevanter Klauseln in Lizenzvertr&#228;ge angeregt, die die Praxis des unrechtm&#228;&#223;igen Datentrackings und des eventuellen Handelns mit Daten unterbinden sollen.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>This paper contains the written thoughts and selected discussion points from the presentation held by Professor Brembs, Professor F&#246;rstner, and Petra Labriga at the annual meeting of the AGMB in September 2021. It addresses the accusations made there against academic publishers regarding allegedly unlawful data tracking in science and focuses on the resulting perspective of the strategic license management at ZB MED. As a starting point this paper proposes a concerted effort by German and European libraries to review the allegations, a joint effort to obtain legal advice, possibly under the leadership of the German Research Foundation (DFG), and a resulting inclusion of relevant clauses in license agreements to prevent the practice of unlawful data tracking and a possible trade of data.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="&#220;berwachung der Nutzenden oder Cyber-Sicherheit&#63;">
      <MainHeadline>&#220;berwachung der Nutzenden oder Cyber-Sicherheit&#63;</MainHeadline><Pgraph>Wer sich im Internet bewegt, hinterl&#228;sst Spuren und wird von Internet-Konzernen und Produktanbietern beobachtet. Cookies sammeln, so sie einmal akzeptiert werden, auf Computern Daten zu Surfverhalten und Interessen. Internet-Nutzende werden entsprechenden Werbezielgruppen und Angeboten zugeordnet und sollen zum Kauf angeregt werden. Wer also im Internet vermeintlich kostenlosen Content liest, sollte sich dar&#252;ber bewusst sein, dass er diesen mit den eigenen Daten bezahlt. </Pgraph><Pgraph>Wie verh&#228;lt es sich aber, wenn wissenschaftliche Inhalte im Abonnement genutzt werden, wenn z.B. wissenschaftliche Artikel eines Fachgebiets &#252;ber einen institutionellen Zugang einer Bibliothek gelesen werden&#63; Schlie&#223;lich wird f&#252;r den Lesezugriff in diesem Fall bezahlt und niemand m&#246;chte seine Daten dahingehend preisgeben, womit man sich gegenw&#228;rtig wissenschaftlich besch&#228;ftigt. Gleichzeitig w&#252;nschen sich Leser:innen von wissenschaftlichen Inhalten, dass diese online gut auffindbar und von &#252;berall aus erreichbar sind. Das Ziel von Bibliotheken ist es, Wissenschaftler:innen Zugriff auf subskribierte Inhalte auf f&#252;r diese bequeme Weise auf dem Campus, aber auch zu Hause oder anderswo zu gew&#228;hren. Verlage betrachten zunehmend Zugriff auf Verlagsinhalte &#252;ber die IP-Adresse der Bibliotheken f&#252;r veraltet und dr&#228;ngen auf den Einsatz von Technologie zur pers&#246;nlichen Authentifizierung der einzelnen Lesenden. Sie begr&#252;nden dies zum einen mit Sicherheitsbedenken: Seit dem &#8211; illegalen &#8211; Herunterla<TextGroup><PlainText>d</PlainText></TextGroup>en gro&#223;er Datenmengen von wissenschaftlichen Artikeln durch <Mark2>Sci-Hub</Mark2> <TextLink reference="1"></TextLink>, <TextLink reference="2"></TextLink> wollen Fachverlage einen erneuten Content-Diebstahl, ausgel&#246;st durch m&#246;gliche Sicherheitsl&#252;cken auf Universit&#228;tsservern oder durch Mithilfe von <Mark2>Sci-Hub</Mark2> wohl gesonnenen Bibliotheksnutzer:innen in Zukunft verhindern. Die Scholarly Networks Security Initiative (SNSI) <TextLink reference="3"></TextLink> m&#246;chte Bibliotheken, Universit&#228;ten und ihre Nutzenden davon &#252;berzeugen, dass nicht nur die Verlage und ihre Inhalte gef&#228;hrdet, sondern auch die Institutionen potenziell kriminellen Handlungen ausgesetzt sein k&#246;nnten. </Pgraph><Pgraph>Die Verlagsbranche hat darauf mit dem Projekt RA 21 reagiert, welches sp&#228;ter in der SeamlessAccess.org <TextLink reference="4"></TextLink> m&#252;ndete und aus dem mittlerweile der Dienst GetFTR (Get Full Text Research) <TextLink reference="5"></TextLink> entstanden ist. Es geht hier im Schwerpunkt um Single Sign-On-Angebote der Verlage f&#252;r Bibliotheken und ihre Nutzer:innen, die den von ihnen ben&#246;tigten Content durch pers&#246;nliche Authentifizierung von &#252;berall her abrufen k&#246;nnen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Reading Analytics &#8211; normales Gesch&#228;ftsgebaren oder illegales Vorgehen&#63;">
      <MainHeadline>Reading Analytics &#8211; normales Gesch&#228;ftsgebaren oder illegales Vorgehen&#63;</MainHeadline><Pgraph>W&#228;hrend die Verlage sich auf die Sicherheit berufen, lassen sich auch andere Vorteile f&#252;r die Verlagsseite vermuten. Diese erkennt, wer liest, zu welcher Institution die Lesenden geh&#246;ren, f&#252;r welches Fachgebiet und aktuelle Themen sie sich interessieren. Es lassen sich fachliche Zusammenh&#228;nge zwischen Lese- und Suchverhalten schlie&#223;en und es besteht die M&#246;glichkeit, weitere Literatur zum Thema vorzuschlagen. Sind diese Artikel z.B. nicht in der Subskription vorhanden, l&#228;sst sich &#252;ber weitere Artikelverk&#228;ufe zus&#228;tzlich Geld verdienen. Die Analyse von Suchanfragen hilft dem Verlag dar&#252;ber hinaus dabei, neue Themen und Autoren zu identifizieren und gibt Hinweise darauf, auf welchen Gebieten sich eventuell Neugr&#252;ndungen von Zeitschriften lohnen k&#246;nnten.</Pgraph><Pgraph>Diese Form von Reading Analytics ist etabliert und akzeptiert, da sie der Angebotsverbesserung dient. In letzter Zeit ist die Profilbildung bei Verlagen jedoch unter Verdacht und in starke Kritik geraten. Marktver&#228;nderungen und der Einsatz technischer M&#246;glichkeiten scheinen der &#220;berwachung von Nutzer:innen Vorschub zu leisten. Zum einen ver&#228;ndern sich gro&#223;e Verlage wie Elsevier und SpringerNature von Fachliteratur publizierenden Verlagen hin zu Daten-Analyse-Firmen. Nach dem Motto &#8222;Workflow is the new content.&#8220; (so Lorcan Dempsey in einem Tweet vom 04.09.2019 <TextLink reference="6"></TextLink>) haben Verlage durch zahlreiche Zuk&#228;ufe anderer Firmen und eigene Weiterentwicklung nun Produktportfolios, die den vollst&#228;ndigen Forschungszyklus abbilden und Forschende, so das deklarierte Ziel, auf diesem gesamten Zyklus begleiten wollen. Die Macht der gro&#223;en Player macht die Wissenschaft zunehmend misstrauisch. Wenn dann Untersuchungen einzelner Informationsspezialisten ergeben, dass auf Verlagsseiten verschiedene Tracking-Methoden eingesetzt werden (<TextLink reference="7"></TextLink>, dort erw&#228;hnte Tracking-Methoden: Harvesting Bid <TextGroup><PlainText>Streaming</PlainText></TextGroup>, Port Scanning, Microtargeting und Trojaner), um Lesende potentiell auszuspionieren, erreicht das Unbehagen hinsichtlich der Marktmacht der gro&#223;en Verlage und ihrer Konzerne ein neues Niveau. Verlage, die sich gerne als wichtige Partner der Wissenschaft pr&#228;sentieren, agieren als Monopolisten und diktieren den Bibliotheken seit Jahrzehnten zum Teil enorme Preissteigerungen. Auch der Paradigmenwechsel hin zur Open-Access-Publikation, f&#252;r die die Autor:innen bzw. ihre Institutionen bezahlen, hat das Kostenproblem f&#252;r die Wissenschaft und Bibliotheken nicht gel&#246;st. Abh&#228;ngig vom Prestige des Verlags und des Journals werden auch weiterhin exorbitant hohe Preise, nun f&#252;r die Ver&#246;ffentlichung statt f&#252;r das Leserecht, bezahlt. Die generelle Unzufriedenheit mit dieser Situation verst&#228;rkt die gerechtfertigte Emp&#246;rung, die ein m&#246;gliches Fehlverhalten auf Verlagsseite hinsichtlich Datentracking ausl&#246;st.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Datentracking in der Wissenschaft">
      <MainHeadline>Datentracking in der Wissenschaft</MainHeadline><Pgraph>Auf die Problematik des Datentrackings in der Wissenschaft wurden zuerst Informationsspezialist:innen in den USA aufmerksam. Hier soll das Sammeln, die Weitergabe bzw. der Verkauf der Daten an die US-amerikanische Beh&#246;rde ICE (Immigration and Customs Enforcement) durch eine Firma des RELX Konzern, zu dem auch Elsevier geh&#246;rt, zur Folge gehabt haben, dass Menschen aufgesp&#252;rt und deportiert worden seien <TextLink reference="8"></TextLink>. Das Sammeln von Daten zur Profilbildung wirft rechtliche und ethische Fragen auf und eine so gestaltete potentielle &#220;berwachung von Wissenschaft richtet sich eindeutig gegen die Wissenschaftsfreiheit.</Pgraph><Pgraph>Informationsspezialist:innen und Wissenschaftler:innen nehmen diese Vorw&#252;rfe ernst und in Deutschland werden die kritischen Stimmen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) <TextLink reference="9"></TextLink> unterst&#252;tzt, die sich meines Wissens bisher als einzige nationale Forschungsgesellschaft klar gegen das Science Tracking positioniert hat. Die Verlage Elsevier <TextLink reference="10"></TextLink> und Digital Science<Superscript>1</Superscript> haben auf das DFG Papier &#8222;Datentracking in der Wissenschaft&#8220; reagiert und die Vorw&#252;rfe des Datentrackings im Sinne von kommerziellem Science Tracking weit von sich gewiesen. Es gebe, so diese zwei Verlage, weder eine &#220;berwachung der Wissenschaft noch einen Datenverkauf.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Wie sollen Bibliotheken auf diese Anschuldigungen reagieren&#63;">
      <MainHeadline>Wie sollen Bibliotheken auf diese Anschuldigungen reagieren&#63;</MainHeadline><Pgraph>Bibliotheken verhandeln Zugriffs- und Besitzrechte von Content und bewegen sich seit der Zeitschriftenkrise der 80er und 90er Jahre auf schwierigem Parkett, da sie die Literaturversorgung in einem Monopolmarkt bei gleichzeitig schrumpfenden Bibliotheksbudget organisieren m&#252;ssen. Gleichzeitig begleiten sie Wissenschaftler:innen und Verlage beratend durch die Transformation hin zu Open-Access-Publikation und stellen ihre Erwerbungs- auf Informationsbudgets um. Welche M&#246;glichkeiten bieten sich Bibliotheken in dem Versuch, Nutzer:innen vor potentiell datensammelnden Verlagen zu sch&#252;tzen&#63;</Pgraph><SubHeadline>Eigene Untersuchungen anstellen</SubHeadline><Pgraph>Bibliotheken k&#246;nnen durch eigene Untersuchungen zun&#228;chst einmal &#252;berpr&#252;fen, ob sich die Vorw&#252;rfe des Daten Trackings und des Handels mit Daten durch Fachverlage und ihre Mutterkonzerne in Europa beweisen lassen. Stichproben von Kolleg:innen haben ergeben, dass sich im Jahr 2021 wesentlich weniger Tracker auf einer Seite im Einsatz befanden als bei einer fr&#252;heren &#220;berpr&#252;fung in 2020. Eine Stichprobe in Fachjournal <Mark2>Nature</Mark2> unter Einsatz von <Mark2>Ghostery</Mark2> ergab im August 2020 den Einsatz von 73 Trackern im Vergleich zu 2 Trackern bei einer Stichprobe im September 2021 (siehe Vortrag zu Science Tracking auf der AGMB-Tagung 2021 <TextLink reference="11"></TextLink>, ab Minute 5:15). Das entkr&#228;ftet die Vorw&#252;rfe nicht v&#246;llig, mag aber ein Hinweis darauf sein, dass Tracking-Aktivit&#228;ten eventuell bereits zur&#252;ckgefahren oder stark eingeschr&#228;nkt worden sind. Hier bedarf es einer regelm&#228;&#223;igen &#220;berpr&#252;fung durch versierte Kolleg:innen, eventuell durch eine &#252;ber Deutschland verteilte Arbeitsgruppe, die sich diese Aufgabe hinsichtlich der Vielzahl der Verlage und Journale aufteilt. </Pgraph><SubHeadline>Bewusstsein schaffen</SubHeadline><Pgraph>Bibliotheken k&#246;nnen Aufkl&#228;rung und Bewusstsein schaffen. Obwohl Bibliothekar:innen zu den ersten <Mark2>Whistleblowern</Mark2> <TextLink reference="12"></TextLink> geh&#246;rten, hat sich zun&#228;chst die Wissenschaft der Aufgabe angenommen, das Thema Datentracking in der Wissenschaft zu positionieren und so auf dessen Risiken und Gefahren aufmerksam zu machen. Hier bekommen die aktiven Wissenschaftler:innen nun zunehmend Unterst&#252;tzung von Informationsfachleuten, also vor allem von denjenigen, die mit Bibliothekslizenzierung, Erwerbung und Publikationsberatung befasst sind. Es soll jedoch nicht unerw&#228;hnt bleiben, dass es nicht f&#252;r alle Wissenschaftler:innen von Interesse zu sein scheint, ob oder welche Daten &#252;ber sie gesammelt werden. Jene, die sich privat in sozialen Netzwerken wie z.B. Instagram oder Twitter bewegen, scheinen eine private Profilbildung bereits hinzunehmen und eine berufliche nicht zu f&#252;rchten. Auch hier kann Aufkl&#228;rung dahinge<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>end, was ein Missbrauch der Daten nach sich ziehen kann, zu mehr Bewusstsein f&#252;hren. </Pgraph><SubHeadline>Bestehendes Recht durchsetzen</SubHeadline><Pgraph>Wo ein Versto&#223; gegen geltendes Recht (DSGVO) nachgewiesen werden kann, sollte dies zur Anklage gebracht werden. Bibliotheken beziehungsweise ihre &#252;bergeordneten Organisationen und Beh&#246;rden sind in der Lage, eine solche juristische Auseinandersetzung, die einzelnen eher unm&#246;glich erscheinen mag, zu f&#252;hren. Hier k&#246;nnen sich Bibliotheken f&#252;r die freie Wissenschaft stark machen und engagieren. </Pgraph><SubHeadline>Erg&#228;nzung der Lizenzvertr&#228;ge</SubHeadline><Pgraph>Um eventuellen Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen, m&#246;chte ich jedoch als n&#228;chsten Schritt empfehlen, Formulierungen in Lizenzvertr&#228;gen aufzunehmen, die das Sammeln von Daten bez&#252;glich einzelner Lesender grunds&#228;tzlich ausschlie&#223;en. Die Verhandlungen dar&#252;ber werden ein Lackmustest dahingehend sein, welche Procedere momentan bei Verlagen aktiv sind. Bei Ablehnung von Klauseln kann die Bibliothek Begr&#252;ndungen erfragen und sich so ein Bild der g&#228;ngigen Praxis machen. Auch bei der Formulierung solcher zu erstellenden Lizenzbausteine muss nicht jede Einrichtung das Rad neu erfinden. Es ist denkbar, dass die DFG durch Einholung von juristischer Beratung bei der Textformulierung unterst&#252;tzen oder ein Bibliotheksverband die Kosten f&#252;r Rechtsberatung &#252;bernehmen kann. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><Pgraph>Seit dem Start der Petition Stop Science Tracking <TextLink reference="7"></TextLink> haben sich 920 deutsche und europ&#228;ische Wissenschaftler:innen (Stand 12&#47;2021) mit ihrer Unterschrift an dieser beteiligt. Das Thema Datentracking in der Wissenschaft wird momentan auf diversen Bibliotheksveranstaltung thematisiert und es entsteht zunehmend ein Bewusstsein f&#252;r die Risiken von Datensammlung durch Reader Analytics auf Verlagsplattformen. Die unterschiedlichen Expert:innen in Bibliotheken sollten aktiv werden, um Risiken abzuw&#228;gen, gesicherte Erkenntnisse zu erlangen und entsprechende Fragen, Antworten und Ma&#223;nahmen zu formulieren. In der Kommunikation mit den Verlagen sollten neue Lizenzen erarbeitet werden, die die illegale Sammlung von Lesenden-Daten und den etwaigen Handel mit diesen Daten ausschlie&#223;en.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><Pgraph><Superscript>1</Superscript> Digital Science &#228;u&#223;ert sich auf Anfrage zum Thema wie folgt: &#8220;Dimensions does not sell usage data, either on a per user or aggregated basis, or otherwise seek to monetize it. Where we do log usage information, we aim to be as transparent as possible and always treat the activity of our users as confidential. Like any web-based service, usage information is collected via our logs and cookies. This is necessary for any number of reasons, such as for security (the maintenance of proper logs is an essential function of security), to provide user support (we need to be able to see usage history to help users work out why they are getting e.g. a particular search) and to identify entitlements (e.g. so a university user can get seamless access to the full text of articles that their institution subscribes to) etc. So the collection of usage information in of itself should not be controversial. Put another way, there are lots of legitimate reasons for collecting usage information. What we do not do is try to monetize that information or use it in a way that gives us insight into the topics a user (or group of users) may be researching &#8211; perhaps unlike other businesses, this is not of interest to us.&#8221;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Interessenkonflikte">
      <MainHeadline>Interessenkonflikte</MainHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="ORCID">
      <MainHeadline>ORCID</MainHeadline><Pgraph><Hyperlink href="https:&#47;&#47;orcid.org&#47;0000-0001-9892-652X">0000-0001-9892-652X</Hyperlink></Pgraph></TextBlock>
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