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    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">50 Jahre Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB): Vorsitzende der AGMB beantworten Fragen zur Rolle von Medizinbibliotheken im Wandel der Zeiten</Title>
      <TitleTranslated language="en">50 years of the German Medical Library Association (AGMB): chairpersons of the AGMB answer questions about the role of medical libraries in the course of time</TitleTranslated>
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        <Address>Universit&#228;tsbibliothek der Medizinischen Universit&#228;t Wien, W&#228;hringer G&#252;rtel 18&#8211;20, 1097 Wien, &#214;sterreich<Affiliation>Universit&#228;tsbibliothek der Medizinischen Universit&#228;t Wien, &#214;sterreich</Affiliation></Address>
        <Email>helmut.dollfuss&#64;meduniwien.ac.at</Email>
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    <DatePublished>20201222</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>20</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Online-Jahrestagung der AGMB 2020</IssueTitle>
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    <ArticleNo>24</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Die Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB) wurde 1970 gegr&#252;ndet, sodass sie 2020 ihr 50-j&#228;hriges Bestandsjubil&#228;um begeht. Bedingt durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie konnte keine Jubil&#228;umsfeier stattfinden. Deshalb wurden die fr&#252;heren Vorsitzenden der AGMB Ulrich Korwitz, Dorothee Boeckh und Diana Klein sowie die aktuelle Vorsitzende Iris Reimann eingeladen, f&#252;nf Fragen zu ihren Motiven f&#252;r ihr Engagement in der AGMB, insbesondere als Vorsitzende, zu beantworten und Einblicke in H&#246;hen und Tiefen ihrer Arbeit f&#252;r die AGMB zu geben. Weiters informieren sie &#252;ber Ver&#228;nderungen an Medizinbibliotheken in den vergangenen Jahrzehnten und skizzieren, welche Rolle Medizinbibliotheken in Zukunft &#252;bernehmen m&#252;ssen, damit sie nicht obsolet werden. Zuletzt wagen sie eine Einsch&#228;tzung, ob es die AGMB in 50 Jahren noch geben wird.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The German Medical Library Association  (AGMB) was founded in 1970, so it had its 50<Superscript>th</Superscript> anniversary in 2020. Due to the effects of the Covid-19 pandemic, no anniversary celebration could take place. For this reason, former chairmen and chairwomen of the AGMB Ulrich Korwitz, Dorothee Boeckh and Diana Klein as well as the current chairwoman Iris Reimann were invited to answer questions about their motives for getting involved in the AGMB, especially as chairpersons, and to report on heights and depths of their work for the AGMB. They also provide information about changes in medical libraries in the past decades and will give an outline on the role of medical libraries in the future. Finally, they will try to assess whether the AGMB will still exist in 50 years.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Interview">
      <MainHeadline>Interview</MainHeadline><SubHeadline>1 Engagement in der AGMB </SubHeadline><Pgraph><Mark3>B. Bauer</Mark3>: <Mark2>Sie sind seit vielen Jahren Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswesen. Was waren die Gr&#252;nde, sich in der AGMB, insbesondere auch als Vorsitzender bzw. Vorsitzende, zu engagieren&#63; </Mark2></Pgraph><Pgraph><Mark3>U. Korwitz</Mark3> &#91;Mitglied in der AGMB seit 1983, AGMB-Vorsitzender 1998&#8211;2003; Jahrestagungen w&#228;hrend der Funktionsperiode in Hannover 1999, Wien 2000, Hamburg 2001, K&#246;ln 2002 und Dresden 2003&#93;: Die Mitgliedschaft gleich nach Berufsstart an der medizinischen Bibliothek in L&#252;beck (ZHB) war eine Selbstverst&#228;ndlichkeit f&#252;r mich. Durch die Teilnahme an den Jahrestagungen war es m&#246;glich, stets auf dem Laufenden zu bleiben &#8211; gerade im sich schnell entwickelnden Umfeld medizinischer Bibliotheken eine unabdingbare Notwendigkeit. Damals lag der Fokus auf dem Aufbau von Informationsvermittlungsstellen (IVS) und Auftragssuchen beim DIMDI und beim STN (Scientific &#38; Technical Information Network, Anm. Red.). Der Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen war hierzu mehr als hilfreich. Das galt auch f&#252;r Fragen des Bestandsaufbaus, z.B. Approval Plans.</Pgraph><Pgraph>Als Vorsitzender der AGMB setzte ich mich zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern bei der fachlichen Organisation der Jahrestagungen f&#252;r ein qualitativ hochwertiges Programm ein und f&#252;r die notwendig gewordene Gr&#252;ndung eines eingetragenen Vereins (AGMB e.V.) im Jahr 2000. </Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Boeckh</Mark3> &#91;Mitglied in der AGMB seit 1987, AGMB-Vorsitzende 2003&#8211;2007; Jahrestagungen w&#228;hrend der Funktionsperiode in Mannheim 2004, Graz 2005, Jena 2006 und Ulm 2007&#93;: Herr Stadler (seinerzeit noch Boehringer Mannheim) und ich kannten uns als Mannheimer Bibliothekare im &#8222;Medizingesch&#228;ft&#8220; schon lange, und mehr als einmal habe ich ihn in seiner Firmenbibliothek aufgesucht, um &#252;ber die Fortschrittlichkeit dort zu staunen. Lange vor uns ging er selbstverst&#228;ndlich mit Computern um. Als er 1992 in Magdeburg Vorsitzender wurde, besuchte er mich bald danach in meiner Bibliothek, um mir die aktive Mitarbeit im AGMB-Vorstand schmackhaft zu machen. Seine Argumentation war sinngem&#228;&#223; &#8222;Wenn wir zu zweit aus Mannheim und aus zwei verschiedenartigen Bibliothekstypen im Vorstand sind, dann k&#246;nnen wir was bewegen&#8220;. Das fand ich sinnvoll. Und ja, warum eigentlich nicht&#63;</Pgraph><Pgraph>Dieser Besuch hatte zur Folge, dass ich bis 2001 als Schriftf&#252;hrerin der AGMB meine F&#228;higkeiten im Protokollschreiben trainieren konnte, nach und nach einen tiefen Einblick in die internen Angelegenheiten, die Mitglieder mit ihren unterschiedlichen Bed&#252;rfnissen, die Organisa<TextGroup><PlainText>tio</PlainText></TextGroup>n von Tagungen mit Befindlichkeiten von Sponsoren und Ausstellern hatte und 2000 aktiv an der Vereinsgr&#252;ndung beteiligt war.</Pgraph><Pgraph>2001 hatte ich mein Amt dann abgegeben &#8211; einerseits, weil ich grunds&#228;tzlich etwas gegen &#8222;lebenslange&#8220; &#196;mter habe, andererseits, weil ich unter anderem durch das Neubauprojekt unserer Bibliothek, das 2001 seinen Abschluss fand, ausgebrannt war. Ich brauchte eine Atempause. </Pgraph><Pgraph>Die wurde mir gew&#228;hrt, aber schon 2003 in Dresden erfuhr ich am Vorabend der Mitgliederversammlung im lockeren Austausch mit den Kollegen an meinem Tisch zur Person des n&#228;chsten Vorsitzenden &#8222;Wir haben da an dich gedacht &#8230;&#8220; &#8211; und hatte anschlie&#223;end eine schlaflose Nacht. </Pgraph><Pgraph>Ich habe den Vorsitz also nicht aktiv angestrebt, um bestimmte Ziele zu erreichen, sondern er ist mir tats&#228;chlich &#8222;einfach so passiert&#8220;. </Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Klein</Mark3> &#91;Mitglied in der AGMB seit 2002, AGMB-Vorsitzende 2007&#8211;2011; Jahrestagungen w&#228;hrend der Funktionsperiode in Magdeburg 2008, Hamburg 2009, Mainz 2010 und K&#246;ln 2011&#93;: Als ich 2002 im Bereich Medizin eingestiegen bin, war der Austausch innerhalb der AGMB f&#252;r mich von gro&#223;er Bedeutung. Auch die viele<TextGroup><PlainText>n int</PlainText></TextGroup>eressanten Beitr&#228;ge aus der Zeitschrift der AGMB, damals noch &#8222;Medizin, Bibliothek, Information&#8220;, haben mir in dieser Zeit sehr weitergeholfen. Die Gemeinschaft in der AGMB habe ich als offen erlebt, die Kolleginnen und Kollegen haben mich sofort aufgenommen und zur Mitarbeit ermuntert. Ich fand es auch sehr positiv, dass die AGMB l&#228;nder&#252;bergreifend agiert und Mitglieder aus Deutschland, &#214;sterreich und Schweiz umfasst. </Pgraph><Pgraph>Daraus ergab sich der Wunsch, der AGMB etwas zur&#252;ckzugeben und mit beizutragen, dass die AGMB weiter bestehen bleibt. In dieser Phase war damals auch in der Diskussion, ob die AGMB sich anderen bibliothekarischen Verb&#228;nden anschlie&#223;en sollte. Denn zeitweise war es schwierig, neue Kandidatinnen und Kandidaten f&#252;r die Vorstandswahlen zu finden. Auch die Suche nach Tagungsorten f&#252;r die Jahrestagung war in manchen Jahren sehr m&#252;hsam. Jetzt im Nachhinein best&#228;tigt sich aus meiner Sicht, dass es richtig war, die AGMB weiterhin als eigenst&#228;ndigen Verein fortzuf&#252;hren.</Pgraph><Pgraph><Mark3>I. Reimann</Mark3> &#91;Mitglied in der AGMB seit 2006&#47;2007, AGMB-Vorsitzende seit 2015; Jahrestagungen w&#228;hrend der Funktionsperiode in G&#246;ttingen 2016, Wien 2017, Oldenburg 2018, G&#246;ttingen 2019 und Online-Tagung 2020&#93;: Nach meinem postgradualen Fernstudium Bibliothekswi<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>senschaft an der Humboldt-Universit&#228;t zu Berlin &#252;bernahm ich als Berufsanf&#228;ngerin im Oktober 2006 die Medizinische Bibliothek der RWTH Aachen. Mein Vorg&#228;nger im Amt wies mich ein und empfahl mir gleich am Anfang eine Mitgliedschaft in der AGMB. Da ich die Tagung 2006 knapp verpasst hatte, musste ich fast ein Jahr bis zu meiner ersten Tagung warten. 2007 war es dann soweit in Ulm. Die ersten Hemmungen, weil man neu war und kaum jemanden kannte, wurden einem schnell genommen. Das Gesamtpaket &#252;berzeugte: qualitativ hochwertige Vortr&#228;ge, ein spannendes Rahmenprogramm rund um die Stadt, in der die Tagung stattfand, und schlie&#223;lich der kollegiale Austausch. Die j&#228;hrliche AGMB-Tagung wurde schnell zu einem beruflichen Highlight des Jahres, ausgerichtet und organisiert von Kolleginnen und Kollegen. Mir war schnell klar, dass ich von dem, was mir die AGMB und vor allem die Tagung gab, auch etwas zur&#252;ckgeben wollte. Zuerst musste ich mich jedoch auf den Job in Aachen konzentrieren, es war ja noch alles neu. Dann richteten wir 2012 die Tagung selbst in Aachen aus, eine &#228;u&#223;erst wichtige Erfahrung f&#252;r meine zuk&#252;nftige Vorstandst&#228;tigkeit. Denn hier lernte ich, worauf es organisatorisch bei der Tagung ankommt und konnte bei sp&#228;teren Begehungen zuk&#252;nftiger Tagungsst&#228;tten darauf genau achten. 2013 war ich schlie&#223;lich soweit, f&#252;r den Vorstand zu kandidieren, zwei Jahre sp&#228;ter &#252;bernahm ich &#8211; etwas ungeplant &#8211; den Vorsitz. Bereut habe ich es nicht, auch wenn es nach 7 Jahren langsam Zeit f&#252;r einen Wechsel wird.</Pgraph><SubHeadline>2 H&#246;hen und Tiefen in der AGMB</SubHeadline><Pgraph><Mark3>B. Bauer</Mark3>: <Mark2>Was waren die H&#246;hepunkte in der Funktionsperiode, in der Sie den Vorsitz der AGMB innehatten&#63; Gab es auch Entt&#228;uschungen&#63;</Mark2></Pgraph><Pgraph><Mark3>U. Korwitz</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzender 1998&#8211;2003&#93;: H&#246;hepunkte waren die Jahrestagungen und deren akribische Vorbereitung, auch durch Vorbesichtigungen vor Ort. Es war immer spannend zu erleben, wie das Tagungsprogramm sich zusammenf&#252;gte und ein organisches Ganzes entstand.</Pgraph><Pgraph>Auch so etwas Formales wie die Vereinsgr&#252;ndung war eine spannende Erfahrung. Die vormalige Organisationsform war nicht mehr hinreichend gewesen f&#252;r die Verwaltung von Einnahmen durch Firmenausstellungen und Ausgaben f&#252;r Kongressfl&#228;chen und Social Events w&#228;hrend der Tagungen. Die Tagungen nahmen eine beachtliche Gr&#246;&#223;e an und waren auch f&#252;r die Firmen, die ausstellten, eine wichtige Zeitmarke im Gesch&#228;ftsjahr.</Pgraph><Pgraph>Entt&#228;uschungen gab es nicht: Die AGMB wuchs und gedieh. Sorgen gab es nur vor&#252;bergehend, wenn im Sommer noch nicht genug Vortr&#228;ge f&#252;r die anstehenden Tagungen gewonnen worden waren.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Boeckh</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2003&#8211;2007&#93;: Das ist ganz sch&#246;n lange her&#33; An ein paar Ereignisse kann ich mich erinnern, es fehlen bestimmt viele, die ebenso wichtig waren:</Pgraph><Pgraph>Die &#8222;Task Force zur Finanzierung von Bibliotheken an Kliniken und Lehrkrankenh&#228;usern&#8220;, aus der 2004 immerhin drei Positionspapiere hervorgegangen sind <TextLink reference="1"></TextLink>, war eine gute Initiative.</Pgraph><Pgraph>Dass wir 2004 die Tagung in Mannheim ausgerichtet haben, war sicher einer der H&#246;hepunkte; wenn die Vorsitzende zum Ortskomitee geh&#246;rt, ist manches einfacher.</Pgraph><Pgraph>Dass wir als AGMB die &#214;ffentlichkeit gesucht und uns face-to-face mit einem Forscher &#252;ber die Sinnhaftigkeit von Bibliotheken auseinandergesetzt haben, war ein ungew&#246;hnlicher und spannender Vorgang: Als Vertretung der Medizin-Bibliotheken f&#252;hlten wir uns durch einen &#8211; absichtlich provozierenden &#8211; Artikel &#252;ber &#8222;Uni-Schmarotzer&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink> (mit-)angegriffen. Wir reagierten zun&#228;chst mit einem Artikel <TextLink reference="3"></TextLink>, sp&#228;ter in einer Podiumsdiskussion auf dem Bibliothekartag 2005 in D&#252;sseldorf. </Pgraph><Pgraph>2005 in Graz eine Tagung in &#214;sterreich zu organisieren, ohne sich den Unmut aller deutschen Kolleginnen und Kollegen zuzuziehen, die nicht ins Ausland reisen durften, habe ich als besondere Herausforderung empfunden.</Pgraph><Pgraph>Hier hatten wir nach meiner Erinnerung erstmalig in der Mitgliederversammlung eine Aussprache dar&#252;ber, dass die AGMB kein Selbstl&#228;ufer ist, sondern aktiver Gestaltung und Mitwirkung durch die Mitglieder bedarf.</Pgraph><Pgraph>Dass &#8222;unsere&#8220; Zeitschrift &#8211; seit den Anf&#228;ngen der AGMB in verschiedenen Formaten und mit einigen Titel&#228;nderungen am Start &#8211; 2006 einen Wandel vom Print- und Online-Medium zu dem uns heute vertrauten e-only-Format durchlief und gleichzeitig die Einbindung in die Plattform GMS m&#246;glich war, fiel auch in meine Amtszeit. In diesem Zusammenhang waren vor allem Sie, Herr Bauer, aktiv <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die vielleicht schwierigste Aufgabe war schon relativ zu Beginn meiner Amtszeit der Nachruf auf Peter Stadler, der pl&#246;tzlich verstorben war. Ich war nicht nur pers&#246;nlich betroffen. Ich wollte seiner Person gerecht werden und sie den AGMB-Mitgliedern noch einmal nahe bringen &#8211; wissend, dass sowohl seine Angeh&#246;rigen als auch seine Vorgesetzten und Boehringer-Kollegen den Text ebenfalls lesen w&#252;rden <TextLink reference="5"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Klein</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2007&#8211;2011&#93;: Einer der H&#246;hepunkte waren f&#252;r mich die neuen Formate, die wir damals in die Tagungsstruktur eingebracht hatten. Die AGMB-Tagung lebt vom direkten Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und deshalb hatten wir im Vorstand &#252;berlegt, wie wir diesen Austausch noch verbessern k&#246;nnen. Als wir zum ersten Mal die &#8222;Treffpunkte&#8220; und die 5-Minuten-Kurzvortr&#228;ge angeboten hatten, waren wir sehr gespannt auf die Reaktionen. Das positive Feedback hatte uns sehr gefreut.</Pgraph><Pgraph>Ein weiterer H&#246;hepunkt war &#8211; passend zum aktuellen Anlass &#8211; das 40-j&#228;hrige Jubil&#228;um der AGMB im Jahr 2010. Unsere &#8222;40 Jahre AGMB&#8220;-Tasse hat noch immer ihren festen Platz in meinem B&#252;ro. Besonders gefreut hat mich, dass beim 40-j&#228;hrigen Jubil&#228;um Franz Josef K&#252;hnen als Gr&#252;ndungsmitglied der AGMB den Er&#246;ffnungsvortrag gehalten hat. Ulrich Korwitz hatte damals dankenswerterweise Herrn K&#252;hnen als Redner werben k&#246;nnen. So hatten wir noch die letzte Gelegenheit nutzen k&#246;nnen, mit einem pers&#246;nlichen Zeitzeugen an die Anfangszeiten der AGMB anzukn&#252;pfen.</Pgraph><Pgraph>Entt&#228;uschend war, dass die Zahl der Krankenhausbibliotheken und insbesondere der Pharmabibliotheken in der AGMB in dieser Zeit weiter abgenommen hat, da viele dieser Bibliotheken geschlossen wurden. Eine Task Force der AGMB hatte in den Vorjahren mehrere Papiere zur Unterst&#252;tzung der Position der Krankenhausbibliotheken erstellt, aber trotzdem lie&#223; sich dieser Trend nicht aufhalten.</Pgraph><Pgraph><Mark3>I. Reimann</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende seit 2015&#93;: Einer der H&#246;hepunkte waren definitiv die Umfrage und die Plenumsdiskussion zur Zukunft der AGMB 2019. Positiv hat mich das sehr gro&#223;e Interesse unserer Mitglieder &#252;berrascht, die sich nicht nur zahlreich an der Umfrage, sondern auch aktiv an der Plenumsdiskussion in G&#246;ttingen beteiligten. Auch als aktive Gestalterin ist aber letztendlich jede Tagung ein H&#246;hepunkt. Die produktive und kollegiale Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ortskomitees, die Erleichterung, die nach den ersten Minuten nach der Er&#246;ffnung der Tagung einsetzt, weil wieder einmal alles mehr oder weniger reibungslos funktioniert, sind Facetten, auf die man gern zur&#252;ckblickt. Die sch&#246;nsten Erinnerungen habe ich dabei an die Tagung an der Veterin&#228;rmedizinischen Universit&#228;t Wien 2017. Zwar verpasste ich die Tram-Fahrt am Sonntag, daf&#252;r fand sich aber am Montag die Zeit, dass der Vorstand auch mal an der F&#252;hrung &#252;ber den Campus teilnehmen konnte. Der Festvortrag zur &#8222;Ethik in Versuchslabor, Stall und Wohnung&#8220; warf Fragen auf, die mich noch lange danach besch&#228;ftigten und schlie&#223;lich war auch die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Ortsko<TextGroup><PlainText>m</PlainText></TextGroup>itee derart angenehm, dass ich daran immer noch gern zur&#252;ckdenke. </Pgraph><Pgraph>Schade finde ich immer wieder, dass zwar das Interesse unserer Mitglieder an der Tagung sehr hoch ist, aber letztendlich aktiv sich nur die &#252;blichen Verd&#228;chtigen und einige wenige Neulinge beteiligen. Hier w&#252;rde ich mir ein gr&#246;&#223;eres Engagement aller Mitglieder w&#252;nschen. Pers&#246;nlich entt&#228;uscht hat mich eine singul&#228;re Antwort in der Evaluation der Tagung 2019 in G&#246;ttingen auf die Frage, was diesmal nicht so gut gefallen hat, in der die wenig professionell wirkende Bekleidung und die pers&#246;nliche Haltung des Vorstandes genannt wurde. Wenn man bedenkt, dass der Vorstand seine Aufgaben ehrenamtlich und zwar neben der eigentlichen T&#228;tigkeit aus&#252;bt, stellt sich unweigerlich die Frage, was man mit solch einer Bemerkung bezwecken wollte. </Pgraph><SubHeadline>3 Ver&#228;nderungen in Medizinbibliotheken</SubHeadline><Pgraph><Mark3>B. Bauer</Mark3>: <Mark2>Wenn man die Publikationsorgane der AGMB der letzten f&#252;nf Jahrzehnte durchbl&#228;ttert, zeigt sich sehr eindrucksvoll, dass Medizinbibliotheken stets als Pioniere bei der Implementierung von Innovationen an Bibliotheken hervorgetan haben. Wie haben Sie die Ver&#228;nderungen an Ihrer Bibliothek w&#228;hrend ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn erlebt&#63;</Mark2></Pgraph><Pgraph><Mark3>U. Korwitz</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzender 1998&#8211;2003&#93;: Es gab massive technologische Entwicklungen: von Literatur- und Faktenrecherchen durch Fachpersonal in den medizinischen Bibliotheken zu CD-ROM-basierten Recherchesystemen f&#252;r Nutzerinnen und Nutzer und dem &#220;bergang zu Recherchen im Internet. Dazu ab Ende der achtziger Jahre die Bereitstellung von Volltexten (Zeitschriftenaufs&#228;tzen) durch Zentralsysteme bei ZB MED wie Adonis und &#252;ber das DIMDI im Pay-per-view sowie das Aufkommen der Open-Access-Bewegung mit der Schaffung eines Publikationsservices f&#252;r wissenschaftlichen Zeitschriften und Kongressberichte durch die ZB MED. Nicht zu vergessen die Entwicklung der linguistikbasierten Rechercheportale MEDPILOT und GREENPILOT, sp&#228;ter zusammengef&#252;gt zu LIVIVO. Dazu kamen aber auch betriebswirtschaftliche Aspekte wie die fortlaufende Strategieentwicklung und die Notwendigkeit einer optimierten Organisations- und Personalentwicklung.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Boeckh</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2003&#8211;2007&#93;: Tats&#228;chlich &#252;berblicke ich einen l&#228;ngeren Zeitraum der j&#252;ngeren Bibliotheksgeschichte, weil ich schon seit 1978 in Medizinbibliotheken gearbeitet habe.</Pgraph><Pgraph>R&#252;ckblickend hatte ich durch die Entwicklungen der letzten 25 Jahre das Gl&#252;ck, nacheinander in zwei v&#246;llig verschiedenen Berufswelten zu arbeiten, ohne den Beruf zu wechseln und den ebenso rasanten wie spannenden Wandel einer traditionell arbeitenden Bibliothek in eine High-Tech-Institution mitzuerleben. </Pgraph><Pgraph>Wir &#196;lteren fanden uns pl&#246;tzlich Ende der 1980er&#47;Anfang der 1990er Jahre aus der eben noch gef&#252;hrten Diskussi<TextGroup><PlainText>o</PlainText></TextGroup>n, ob die Bibliothek tats&#228;chlich eine elektrische Schreibmaschine mit Kugelkopf braucht, in die Situation katapultiert, Antr&#228;ge auf EDV-Ausstattung mit Hard- und Software zu stellen. Dass die IT-Kenntnisse der Bibliothekare meiner Generation sich zu dieser Zeit im Wesentlichen in dem Wissen ersch&#246;pften, dass Computer mit Einsen und Nullen arbeiten, kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Gegenstand der EDV-Vorlesungen der End-1970er-Jahre f&#252;r k&#252;nftige Bibliothekare waren Gro&#223;rechnerverb&#252;nde wie das Ohio College Library Center. Von PCs, Software, Datenbanken war nicht die Rede. Von eigenen Webseiten f&#252;r Bibliotheken, Social Media-Kan&#228;len, QR-Codes, E-Journals, ... gab es noch nicht einmal ann&#228;hernd eine Idee.</Pgraph><Pgraph>Der erste PC mit einem externen CD-ROM-Laufwerk, auf dem die MEDLINE-CDs gelesen werden konnten, war in unserer Mannheimer Medizinbibliothek 1990 eine Sensation &#8211; und der &#8222;Renner&#8220; (gesponsert von der Abteilung f&#252;r Medizinische Statistik und einem Arzt, nicht etwa von der Verwaltung beschafft). </Pgraph><Pgraph>Erst ab 1996 hatten wir einen Internet-Anschluss &#8211; und damit den Kontakt zur gro&#223;en weiten Welt mit E-Mail, Datenbanken, kollegialen Diskussionslisten etc. Wenig sp&#228;ter wurde die Bibliothek in das neu aufgebaute Fakult&#228;tsnetz eingeklinkt und sofort entstanden Anspr&#252;che auf elektronische Dokumentlieferung (die wir alsbald zusammen mit der UB entwickelten), Zugriff auf die ersten E-Journals (anf&#228;nglich pr&#228;sentierten wir lizenzierte Titel noch in Listenform), Zugriff auf Literaturdatenbanken mit Zugriff auf Volltexte (Pubmed wurde &#8222;erfunden&#8220;), ...</Pgraph><Pgraph>Ab 1998 waren die technische und die Software-Entwicklung so rasant, dass wir praktisch nur noch reagierten &#8211; nicht nur, um selbst irgendwie Schritt zu halten und unseren Nutzern ad&#228;quate Services bieten zu k&#246;nnen, die sich nicht mit dem Buch im Regal oder aus der Fernleihe ersch&#246;pften, sondern auch im t&#228;glichen Kampf um die Zuweisung neuer, dringend ben&#246;tigter Mittel f&#252;r Hard- und Software. In dieser Zeit kam ich von der AGMB-Ta<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>ung jedes Jahr mit jeder Menge &#8222;Hausaufgaben&#8220; zur&#252;ck, weil einige Kollegen immer schon viel weiter waren mit ihrem Online-Service-Angebot.</Pgraph><Pgraph>W&#228;hrend wir Anfang der 1990er Jahre z&#246;gerlich mit der (zun&#228;chst) Offline-Katalogisierung f&#252;r den S&#252;dwestverbund begannen, ahnte noch niemand, mit welchen Instrumenten wir heute arbeiten und dass wir in nicht allzu ferner Zeit unsere m&#252;hsam aufgebauten, umfangreichen Zeitschriften-Printbest&#228;nde weitgehend vernichten w&#252;rden, weil gigantische elektronische Archive existieren. </Pgraph><Pgraph>Wer&#8217;s nicht miterlebt hat, kann es sich nicht vorstellen. F&#252;r die Digital Natives unter den Kolleg&#42;innen erz&#228;hle ich schon lange M&#228;rchen aus 1001er Nacht ... </Pgraph><Pgraph>Es galt, unendlich viel in allerk&#252;rzester Zeit zu lernen, um alte und neue Inhalte ad&#228;quat f&#252;r die beziehungsweise mit den neuen (Software-)technischen M&#246;glichkeiten aufbereiten und zur Verf&#252;gung stellen zu k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph>Allein die Vorstellung, dass unsere kostbaren, regelkonformen Katalogisate &#8222;irgendwo&#8220; in digitaler Form aufbereitet und aufbewahrt werden sollten, statt physisch im analogen heimischen Zettelkatalog, erforderte eine gewaltige geistige Flexibilit&#228;t. &#8222;Sie haben dann keine Katalogschr&#228;nke mehr bei sich stehen&#8220; &#8211; diese Aussage zu einem Zeitpunkt, zu dem eben noch nicht auf jedem Schreibtisch ein (vernetzter) PC stand, war ebenso verwirrend wie revolution&#228;r und &#8211; nach einer Weile, als das Verst&#228;ndnis und damit das Vertrauen in fremde Server wuchs &#8211; verhei&#223;ungsvoll. </Pgraph><Pgraph>Die fehlende physische Pr&#228;senz galt alsbald f&#252;r viele Medien; aus analog wurde digital, aus physisch vorhanden wurde virtuell verf&#252;gbar &#8211; f&#252;r Bibliotheken, die ihre Gesch&#228;ftsg&#228;nge seit Ur-Zeiten kaum ver&#228;ndert hatten, geradezu ein Quantensprung auf allen Ebenen. </Pgraph><Pgraph>Die beteiligten Bibliotheksmitarbeiter wurden dabei &#8222;mitgerissen&#8220; &#8211; alles anders, alles neu, alles be&#228;ngstigend schnell. Und wer am Anfang noch hoffte, das Tempo der Entwicklung der &#8222;neuen Medien&#8220; w&#252;rde sich irgendwann (bald) wieder verlangsamen und beherrschbar werden, wei&#223; heute, dass es mitnichten langsamer geht oder gar anh&#228;lt. Das Gegenteil ist der Fall.</Pgraph><Pgraph>Heute agieren wir ganz selbstverst&#228;ndlich in unseren High-Tech-Bibliotheken als w&#228;re nichts gewesen &#8211; als versierte Informationsmanager, die dem WWW wohlgeordnete Informationen entnehmen bzw. sie dort zur Verf&#252;gung stellen, die Technik (mehr oder manchmal auch weniger) beherrschen, souver&#228;n mit Datenbanken jonglieren, sich an immer neue Versionen unterschiedlichster Software wagen.</Pgraph><Pgraph>Eins machen wir aber immer noch: Wir suchen und finden Information, bereiten sie auf, machen sie nutzbar und stellen sie unseren Nutzern zur Verf&#252;gung &#8211; wenn auch auf v&#246;llig anderen Wegen als anno dazumal. Und wir versuchen immer noch, ordnend in das gro&#223;e Ganze einzugreifen, eines der ureigensten Ziele von Bibliotheken.</Pgraph><Pgraph>Die Mannheimer Medizin-Bibliothek, in der ich seit 1985 gearbeitet habe, ist r&#252;ckblickend &#8211; wie alle anderen Bibliotheken &#8211; in einer relativ kurzen Zeitspanne aus dem traditionellen analogen Bibliotheksbetrieb mit zigtausenden von B&#252;chern und Zeitschriftenb&#228;nden in die digitale Moderne mit Hunderttausenden elektronischen Dokumenten gesprungen &#8211; &#8222;schnell, weit, hoch&#8220;. Erfolgreich&#33;</Pgraph><Pgraph>Sie ist heute schlank im Print-Bestand, bestens ausgestattet mit Hard- und Software, vollvernetzt im technischen und inhaltlichen Sinne, mit vollumf&#228;nglichem Service f&#252;r ihre Nutzer. </Pgraph><Pgraph>Der Weg war oft holprig, immer rasant &#8211; und er ist noch nicht zu Ende.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Klein</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2007&#8211;2011&#93;:  Als gr&#246;&#223;te Ver&#228;nderungen fallen mir spontan die Abl&#246;sung der Print-Zeitschriften durch die E-Journals, die Entwicklungen bei den E-Books und die aktuellen Entwicklungen bei Open Access ein.</Pgraph><Pgraph>Noch als Doktorandin in der Biologie hatte ich die ersten elektronischen Zeitschriftenartikel gesehen und bestaunt. Was uns damals exotisch vorkam, wurde im Laufe meiner Zeit im Bibliothekswesen gerade im Bereich der Medizin sehr schnell zum Standard. Der Umstieg auf e-only Versionen erfolgte bei uns vor Ort in der Medizin schon sehr fr&#252;h, w&#228;hrend damals in manch anderen F&#228;chern noch eindeutig die Printversion bevorzugt wurde, zumindest auf Nutzerseite. Auch die Entscheidung, die Zeitschriftenb&#228;nde in das Magazin umzustellen oder zu entsorgen, wurde in den medizinischen Bibliotheken hier vor Ort sehr viel fr&#252;her getroffen als in vielen anderen F&#228;chern. </Pgraph><Pgraph>Bei den E-Books ist dieser Wandel von der Print- zur On<TextGroup><PlainText>li</PlainText></TextGroup>ne-Version, anders als bei den E-Journals, bei weitem nicht so schnell und l&#228;ngst nicht so umfassend verlaufen. Auch bei den E-Books war das Angebot im Fach Medizin in unserer Bibliothek schon fr&#252;h gut nachgefragt. Dennoch werden die Printversionen nach wie vor sehr gut genutzt, auch wenn die Nutzung in den letzten Jahren leicht abgenommen hat. Und es werden nicht nur die Printversionen gut genutzt, f&#252;r die wir mangels Angebot oder wegen zu hoher Preise keine Campuslizenz bieten k&#246;nnen, sondern auch die Printversionen, die wir parallel online anbieten.</Pgraph><Pgraph>W&#228;hrend im Bereich der E-Journals in der Medizin bei uns die gr&#246;&#223;ten Ver&#228;nderungen im Zeitraum von 2000 bis 2010 abliefen, waren im Bereich Open Access die gr&#246;&#223;ten Ver&#228;nderungen in den letzten 10 Jahren zu verzeichnen. Auch hier war und ist das Fach Medizin bei uns vor Ort immer in der ersten Reihe dabei. Die Bibliothek hat hier vor Ort inzwischen erfolgreich eine neue Aufgabe als Manager von Open-Access-Dienstleistungen innerhalb der Universit&#228;t &#252;bernommen. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sch&#228;tzen diese Serviceleistungen und f&#252;r einige von ihnen ist dies inzwischen der einzige direkte Kontakt, den sie zur Bibliothek haben.</Pgraph><Pgraph>Eine weitere gro&#223;e Ver&#228;nderung im Laufe meines Berufslebens betrifft die Situation bei den Fachdatenbanken. Der Wechsel von den CD-ROM-Versionen zu den Internetversionen liegt inzwischen schon sehr viele Jahre zur&#252;ck, so dass uns der direkte Zugang zu Pubmed und anderen Fachdatenbanken v&#246;llig selbstverst&#228;ndlich erscheint. Uns als Bibliothekarinnen und Bibliothekaren in der Medizin ist meiner Meinung nach aber oft nicht bewusst, dass viele andere F&#228;cher auch heute noch keine Fachdatenbanken zur Verf&#252;gung haben, die in der Qualit&#228;t und Aktualit&#228;t mit Medline etc. mithalten k&#246;nnen und wie im Fall von Medline noch dazu &#252;ber Pubmed frei verf&#252;gbar sind. Ich bin gespannt, wie lange sich diese Datenbanken noch gegen&#252;ber Suchmaschinen behaupten k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph><Mark3>I. Reimann</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende seit 2015&#93;: Ver&#228;nderungen sind sehr stark von Menschen abh&#228;ngig, die sie ansto&#223;en und mithelfen, sie zu realisieren und gegen Widerst&#228;nde voranzutreiben. In den letzten Jahren hatte ich die Chance, mit einer Kollegin zusammenzuarbeiten, die anders als ihre Vorg&#228;ngerinnen sehr vorw&#228;rtsgerichtet denkt, sich nicht nur auf das Tagesgesch&#228;ft beschr&#228;nkt, sondern aktiv &#252;berlegt, wie sie mit mir gemeinsam unsere Bibliothek noch n&#228;her an die Nutzer&#42;innen bringen kann. Die pr&#228;mierten Projekte des Wettbewerbes &#8222;Leuchtturmprojekte an Medizinbibliotheken&#8220; geben daf&#252;r eine wertvolle Orientierung. Widerst&#228;nde galt und gilt es immer zu &#252;berwinden; dass Beharrlichkeit und vor allem auch Begeisterung f&#252;r das, was man entwickeln m&#246;chte, hier sehr hilfreich und &#252;berzeugend sein k&#246;nnen, waren sch&#246;ne Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren machen durfte.</Pgraph><SubHeadline>4 Zukunft von Medizinbibliotheken</SubHeadline><Pgraph><Mark3>B. Bauer</Mark3>: <Mark2>Wie werden &#8222;Medizinbibliotheken&#8220; in Zukunft aussehen&#63; Werden sie aufgrund technologischer Entwicklungen &#252;berfl&#252;ssig oder werden sie neue Aufgaben &#252;bernehmen&#63;</Mark2></Pgraph><Pgraph><Mark3>U. Korwitz</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzender 1998&#8211;2003&#93;: Solange die medizinischen Bibliotheken immer ihre Nutzerinnen und Nutzer im Fokus behalten, mache ich mir keine Sorgen &#252;ber die Zukunftsf&#228;higkeit medizinischer Bibliotheken. Sie sorgen f&#252;r optimale Zug&#228;nglichkeit zu Literatur- und Fakteninformation, auch durch Lizenzverhandlungen, f&#252;r die Langfristspeicherung von Forschungsdaten, f&#252;r die Publikation im Open-Access bzw. Beratung dazu und immer weiter f&#252;r die Schulung junger &#196;rztinnen und &#196;rzte in Fragen der Informationskompetenz. Dazu kommt die Bereitstellung von Arbeitspl&#228;tzen, ein Faktor, dessen Bedeutung sich gerade in der jetzigen pandemiegepr&#228;gten Zeit zeigt.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Boeckh</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2003&#8211;2007&#93;: Ich erinnere mich an einen Vortrag 1993 in Essen. Ulrich Korwitz lie&#223; uns damals eintauchen in eine virtuelle Welt, in der Bibliotheksnutzer mit einer Art &#8222;Datenhelm&#8220; durch die R&#228;ume und Regale wandeln und ihre Literatur auf Knopfdruck auf den helminternen Bildschirm projiziert bekommen &#8211; so jedenfalls in meiner Erinnerung. </Pgraph><Pgraph>Heute ist dies keine vision&#228;re Sicht mehr. Die technischen M&#246;glichkeiten existieren. </Pgraph><Pgraph>Medizinbibliotheken &#8222;wandeln&#8220; sich nun schon seit den 1990er Jahren stetig. Nach der besagten Vision 1993 wurde dies noch deutlicher sichtbar auf der AGMB-Tagung 1994 in Heidelberg durch Oliver Obsts Vortrag, der nach meiner Erinnerung mit &#8222;In 8 Sekunden um die Welt&#8220; betitelt war und die &#8211; seinerzeit noch wenig bis gar nicht mit dem Internet vertraute &#8211; Zuh&#246;rerschaft leicht schwindlig zur&#252;cklie&#223;. </Pgraph><Pgraph>Ein Jahr sp&#228;ter hatten die meisten von uns einen PC auf dem Schreibtisch, kurze Zeit sp&#228;ter auch einen Internetzugang.</Pgraph><Pgraph>Ob die Bibliothek als Ort &#252;berfl&#252;ssig wird, l&#228;sst sich nicht vorhersagen. Reale Lernorte &#8211; ein Diskussionsthema &#252;ber viele Jahre &#8211; scheinen momentan sehr begehrt, was f&#252;r das physische Vorhandensein spricht.</Pgraph><Pgraph>Ob (Medizin-)Bibliotheken &#252;berhaupt noch notwendig sind, wurde schon fr&#252;her gefragt. Nicht erst seit es das Internet gibt, in dem f&#252;r die unbedarfte &#214;ffentlichkeit vermeintlich alle Inhalte frei zur Verf&#252;gung stehen, taucht dieses Thema mit sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit immer und immer wieder auf. </Pgraph><Pgraph>Irgendwo muss es tats&#228;chlich auch noch gedruckte Werke geben &#8211; okay, das kann auch ein Speicher sein. Alles virtuell&#63; M&#246;glich, aber nicht in Selbstbedienung &#8211; das hat der coronabedingte Lockdown uns dieses Jahr deutlich vor Augen gef&#252;hrt. </Pgraph><Pgraph>Beratung durch Menschen, die sich mit dem Internet, der Literatursuche, Datenbanken und noch so manch anderem auskennen, war gefragt. E-Mail und Beratungs-Telefon wurden als Service der Bibliothek aus dem Home-Office gerne &#8211; und in dieser besonderen Situation tats&#228;chlich mit dankbarem Feedback&#33; &#8211; in Anspruch genommen. Und auch das (Lehr-)Buch als physisches Buch schien den Nutzern unverzichtbar; der Zugang zum gedruckten Buch wurde nachdr&#252;cklich eingefordert &#8211; E-Books wurden oft nur als Notl&#246;sung bei geschlossener Bibliothek akzeptiert.</Pgraph><Pgraph>Also ja: Auch in der Zukunft gibt es erstmal noch Bibliotheken als (kleine&#63;) physische Orte &#8211; mit minimalem physischen Bestand, viel Elektronik, viel Beratung sprich: mit Menschen, die sich auskennen und die man fragen kann. </Pgraph><Pgraph>&#8222;Alexa&#8220; ist (noch) nicht die L&#246;sung &#8230; </Pgraph><Pgraph>Neue Aufgaben: immer&#33; Immer mehr, immer neu, immer weiter. Wie war das Motto eines Bibliothekartages vor Jahren&#63; &#8222;Nur was sich &#228;ndert, bleibt&#8220;. Das haben sich nicht nur medizinische Bibliotheken auf die Fahnen geschrieben. Wir machen &#8211; und schulen &#8211; heute schon vieles, was wir uns vor zwanzig Jahren noch nicht als Arbeitsgebiete f&#252;r Bibliotheken h&#228;tten vorstellen k&#246;nnen. Man denke nur an Altmetrics, Reference Manager-Tools, Digitalisierungsprojekte, Forschungsdatenmanagement, Bibliometrie, Webarchive, Kataloganreicherung, Publikationswesen, Plagiaterkennung, &#8230;</Pgraph><Pgraph>Bibliotheken beziehungsweise ihre Mitarbeiter sind pr&#228;destiniert daf&#252;r, im stetig wuchernden Informationsdschungel ordnende Strukturen f&#252;r den Wissenschaftsbetrieb zu schaffen, den &#220;berblick zu behalten, Redundanzen zu erkennen und zur Qualit&#228;tssicherung beizutragen. Daraus werden immer wieder neue Arbeitsfelder erwachsen, die sehr gut bei der Institution &#8222;Bibliothek&#8220; im heutigen Sinne angesiedelt sein k&#246;nnen &#8211; auch wenn sie sp&#228;ter vielleicht nicht mehr so hei&#223;t.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Klein</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2007&#8211;2011&#93;: Das w&#252;sste ich auch sehr gerne&#33; Wir sehen ja tats&#228;chlich schon Bereiche, in denen viele bisherige Bibliotheken geschlossen wurden, wie z.B. bei Krankenhaus- und Pharmabibliotheken. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es weiterhin Medizinbibliotheken geben wird, wenn auch mit anderen Aufgaben und Schwerpunkten.</Pgraph><Pgraph>Ich bin davon &#252;berzeugt, dass in den n&#228;chsten Jahren und Jahrzehnten neue Entwicklungen kommen, die wir uns jetzt nicht mit all ihren Konsequenzen vorstellen k&#246;nnen. Wenn Sie diese Frage 1970 den Teilnehmern der Gr&#252;ndungsversammlung der AGMB gestellt h&#228;tten, h&#228;tte wohl keiner unsere Situation heute auch nur ann&#228;hernd zutreffend vorhergesagt. Wie sehr z.B. das Internet heute s&#228;mtliche T&#228;tigkeitsfelder in Medizinbibliotheken pr&#228;gt, war damals &#252;berhaupt nicht absehbar.</Pgraph><Pgraph>Im Moment ist es ja vor allem die K&#252;nstliche Intelligenz, die in aller Munde ist. Ich glaube schon, dass diese vielleicht schon in ein paar Jahren viele Aufgaben &#252;bernehmen kann, die in den heutigen Bibliotheken noch von Menschen durchgef&#252;hrt werden. Ich halte es aber f&#252;r sehr wahrscheinlich, dass es weiterhin Aufgaben geben wird, bei denen wir mit unseren F&#228;higkeiten als Menschen noch gefragt sind. </Pgraph><Pgraph>Was mir immer mehr Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass wir im Umgang mit elektronischen Medien immer mehr beobachtet werden. Wann immer wir Informationen suchen, lesen, nutzen: Das Nutzerverhalten wird genau registriert und analysiert. Das ist inzwischen auch im wissenschaftlichen Kontext ein wichtiger Faktor, der den gro&#223;en Konzernen auf dem Wissenschaftsmarkt ganz neue Macht verleiht. Diese Problematik wurden von Bibliotheken bisher bereits vereinzelt thematisiert, aber aus meiner Sicht ist das ein Bereich, in dem wir als Bibliothekarinnen und Bibliothekare zuk&#252;nftig st&#228;rker t&#228;tig werden m&#252;ssen, damit unsere Nutzer auch in Zukunft wissenschaftliche Informationen m&#246;glichst frei nutzen k&#246;nnen.  </Pgraph><Pgraph><Mark3>I. Reimann</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende seit 2015&#93;: Ich denke nicht, dass Medizinbibliotheken &#252;berfl&#252;ssig werden. Die Bereitstellung digitaler Inhalte &#252;ber den eigenen Rechner, hier vor allem auch die Fachjournale, erleben wir ja inzwischen seit fast 30 Jahren. Dennoch kommen die Wissenschaftler&#42;innen und &#196;rzt&#42;innen weiterhin in die Bibliothek, suchen unseren Rat, fragen unsere Dienstleistungen nach. Jedoch wird sich die Art des Service weiter ver&#228;ndern. An den Medizinbibliotheken in Deutschland erleben wir aktuell eine starke Nachfrage nach systematischen Literaturrecherchen, nicht nur nach der Beratung, sondern es wird explizit gew&#252;nscht, dass diese von den Bibliothekar&#42;innen &#252;bernommen werden. In anderen L&#228;ndern geh&#246;rt das bereits seit l&#228;ngerem zum Tagesgesch&#228;ft. In Deutschland fehlten jedoch bisher an vielen Bibliotheken die personellen Ressourcen und z.T. auch die Zug&#228;nge auf wichtige lizenzpflichtige Datenbanken. Hier m&#252;ssen wir aufpassen, dass wir uns nicht selbst ausbremsen und bei unseren Tr&#228;gereinrichtungen Ressourcen entsprechend einfordern und begr&#252;nden.</Pgraph><Pgraph>Ein wichtiges Angebot meiner Bibliothek sind auch immer noch die Fernleihbestellungen. Wir werden sehen, welche Auswirkungen die Verhandlungen rund um DEAL langfristig nach sich ziehen werden. Solange der Anteil an reinen und ben&#246;tigten Subskriptionszeitschriften &#252;berwiegt, wird auch die Nachfrage nach nicht vorhandenen Zeitschriften gegeben sein, zumal in den medizinischen Fakult&#228;ten die Heterogenit&#228;t extrem ausgepr&#228;gt ist, so dass gerade kleineren F&#228;chern nicht ad&#228;quat die Zeitschriften zug&#228;nglich sind, die sie ben&#246;tigen. Hier zeigt sich im Alltag immer wieder, welche wichtige Rolle bei der Beschaffung die Expertise der Bibliothekar&#42;innen immer noch spielt. </Pgraph><Pgraph>Letztendlich beweisen aber gerade die Medizinbibliotheken im Alltag, wie sie sich nicht erst seit heute, oft auch in einem kaum merklichen, dynamischen Prozess, an die ver&#228;nderten Anforderungen anpassen k&#246;nnen. Dem Netzwerk AGMB kommt dabei eine sehr gro&#223;e Bedeutung zu. Daher blicke ich zuversichtlich in die Zukunft der Medizinbibliotheken.</Pgraph><SubHeadline>5 AGMB in 50 Jahren</SubHeadline><Pgraph><Mark3>B. Bauer</Mark3>: <Mark2>Wird es die AGMB in 50 Jahren noch geben&#63; Wie muss sie sich weiterentwickeln, damit sie f&#252;r zuk&#252;nftige Generationen von Medizinbibliothekarinnen und </Mark2><TextGroup><Mark2>-biblio</Mark2></TextGroup><Mark2>thekaren weiterhin eine wichtige Rolle spielen kann&#63;</Mark2></Pgraph><Pgraph><Mark3>U. Korwitz</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzender 1998&#8211;2003&#93;: Erfahrungsaustausche, auch in Form von Gespr&#228;chen bei Coffee Breaks und Social Events, werden immer notwendig sein. Insoweit glaube ich deshalb schon an die Zukunft der AGMB. Social Media verm&#246;gen das nicht zu ersetzen. Und dies immer in Hinblick auf die Weiterentwicklung von Services f&#252;r unsere Zielgruppen. Nicht umsonst lautet das Motto unserer gro&#223;en Schwester, der US Medical Library Association: &#8222;We serve&#33;&#8220;</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Boeckh</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2003&#8211;2007&#93;: Die AGMB wird es in dieser Form nur dann geben, wenn es noch Medizinbibliotheken gibt. Sie wird auf jeden Fall anders agieren, vielleicht anders hei&#223;en, anders sein &#8230;</Pgraph><Pgraph>Sie wurde urspr&#252;nglich schon mit dem Ziel gegr&#252;ndet, einem sehr speziellen Kreis von Fachpersonal ein Forum zum Austausch, zum Teilen von Wissen, zum wertfreien Feedback, zur L&#246;sungsfindung zu geben. Unser &#8222;Aus der Praxis f&#252;r die Praxis&#8220; war immer sehr n&#252;tzlich f&#252;r die t&#228;gliche Arbeit. Das wird auch weiterhin funktionieren.</Pgraph><Pgraph>Wir alle lernen gerade neu, was es hei&#223;t, sich nicht mehr pers&#246;nlich, sondern virtuell zu begegnen. Vielleicht ist das die Zukunft&#63; Vielleicht aber auch nur eine &#220;bergangsform. </Pgraph><Pgraph>Solange Menschen n&#246;tig sind, um Maschinen zum Arbeiten zu bringen und Informationen weltweit zu b&#252;ndeln, auszuwerten, neu zu verteilen, zur Verf&#252;gung zu stellen, solange braucht es (&#228;hnliche) Spezialisten, wie Bibliothekare sich heute verstehen. </Pgraph><Pgraph>Und so lange macht es auch Sinn, dass diese Spezialisten sich untereinander intensiv austauschen, gemeinsam neue Ideen entwickeln, aus Fehlern anderer lernen, &#8230;</Pgraph><Pgraph>Nachdem wir jetzt seit knapp 25 Jahren im Computerzeitalter bzw. Neue-Medien-Zeitalter sind, ahnen wir, dass eine Vorhersage &#252;ber 50 Jahre unm&#246;glich ist. Aus heutiger Sicht mit dem Blick auf m&#246;gliche elektronische Entwicklungen sind 50 Jahre ein unvorstellbar langer Zeitraum. </Pgraph><Pgraph>Wissen wir doch im R&#252;ckblick, wie schnell und unaufhaltsam diese Entwicklungen fortschreiten, seit wir Zugriff auf das Internet haben &#8211; und dass es lange gedauert hat, bis wir uns vom blo&#223;en Reagieren auf die Aktionsebene gek&#228;mpft hatten, um heute &#8211; auch und gerade durch das kollegiale Zusammenwirken z.B. in der AGMB &#8211; zu den Gestaltern zu geh&#246;ren.</Pgraph><Pgraph>Wenn die Entwicklung der modernen Medien mitsamt der Globalisierung auch der Informationslandschaft so rasant bleibt, was anzunehmen ist, werden wir als Gleichgesinnte bzw. Gleich-Betroffene gut daran tun, vernetzt zu bleiben &#8211; als Verein (gewisse Rechtsformen wird man auch k&#252;nftig bedienen m&#252;ssen, vor allem, wenn man Geld bewegen will), als Think Tank, auf Meta-Portalen, bei (virtuellen) Treffen &#8211; und eventuell wird das Ganze, weil es keine bessere Beschreibung gibt, auch in 50 Jahren noch AGMB hei&#223;en.</Pgraph><Pgraph><Mark3>D. Klein</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende 2007&#8211;2011&#93;: Das h&#228;ngt nat&#252;rlich davon ab, ob es noch Medizinbibliotheken gibt. Wenn ja, dann sehe ich auch noch Bedarf f&#252;r die AGMB. Das medizinische Bibliothekswesen stellt innerhalb des Bibliothekswesens zum einen eine vergleichsweise gro&#223;e Sparte dar und hat zum anderen auch viele Besonderheiten, die in den anderen F&#228;cher so nicht existieren. Deshalb denke ich, dass es auch zuk&#252;nftig gute Gr&#252;nde gibt, nicht in anderen bibliothekarischen Verb&#228;nden aufzugehen oder zumindest eine eigene Sektion innerhalb eines anderen Verbandes zu bilden. Ich denke aber, dass die AGMB sich zuk&#252;nftig mehr als bisher auch international orientieren muss und wird.</Pgraph><Pgraph><Mark3>I. Reimann</Mark3> &#91;AGMB-Vorsitzende seit 2015&#93;: Da w&#252;rde ich gern in die Zukunft schauen k&#246;nnen, denn diese Frage interessiert mich aktuell sehr. Dem hohen Interesse unserer Mitglieder an der AGMB und vor allem an der Jahrestagung stehen die Schwierigkeiten gegen&#252;ber, Ausrichter f&#252;r eine Tagung vor Ort zu finden bzw. Kandidat&#42;innen f&#252;r den Vorstand. Beide Aufgaben m&#252;ssen schlie&#223;lich neben den eigentlichen T&#228;tigkeiten geleistet werden und sind hinsichtlich Work-Life-Balance nicht zu untersch&#228;tzen. </Pgraph><Pgraph>Die Umfrage im letzten Jahr &#252;ber die Zukunft der AGMB stimmt recht optimistisch. Vielen ist der kollegiale Austausch am wichtigsten, die fachliche Weiterbildung aber auch der enge Kontakt zu den Ausstellern w&#228;hrend der Tagung wurden genannt. Wenn wir es hier schaffen, geeignete Alternativen zu finden, so eine Vor-Ort-Tagung in einem Jahr nicht m&#246;glich ist, dann sollte das die AGMB auch in Zukunft leisten k&#246;nnen. Wertvolle Erfahrungen konnten wir in diesem Punkt bereits in diesem Jahr mit unserer Online-Tagung gewinnen. Kritische Stimmen &#252;ber die Zukunft der AGMB bezogen sich haupts&#228;chlich auf die bisher wenig unterst&#252;tzte Systematische Literaturre<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>herche und die damit verbundene Evidenzbasierte Medizin. Durch die Gr&#252;ndung der AG Evidenzbasierte Medizin als Teil der AGMB konnten wir diesen Kritikpunkt aber inzwischen erfolgreich aufgreifen. Das damit wieder gestiegene Interesse einzelner Mitglieder konnte man gut an deren Teilnahme an der diesj&#228;hrigen Tagung feststellen. </Pgraph><Pgraph>Wichtig ist, als Verein nicht nur den Status Quo aufrechtzuerhalten und vor allem im Kontakt mit den Mitgliedern zu bleiben. Solange deren W&#252;nsche sich in der Vereinsarbeit widerspiegeln, k&#246;nnte es die AGMB auch noch in 50 Jahren geben. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><Pgraph>Die Idee f&#252;r diesen Beitrag stammt von Bruno Bauer, der auch die Interviews mit den Vorsitzenden der AGMB initiierte und durchf&#252;hrte. Der Artikel wurde von Helmut Dollfu&#223; fertiggestellt, nachdem Herr Bauer am 1. Dezember verstarb.</Pgraph><Pgraph>Mit Herrn Eike Hentschel, AGMB-Vorsitzender 2011&#8211;2015, konnte aus Termingr&#252;nden leider kein Interview gef&#252;hrt werden.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
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        <RefAuthor>AGMB</RefAuthor>
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        <RefBookTitle>Stellungnahmen. Verlautbarungen der AGMB</RefBookTitle>
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