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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000434</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0004343</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Qualit&#228;tssicherung bei Open-Access-Zeitschriften und Predatory Publishing</Title>
      <TitleTranslated language="en">Quality assurance for open access journals and predatory publishing</TitleTranslated>
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          <LastnameHeading>Schmitz</LastnameHeading>
          <Firstname>Jasmin</Firstname>
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          <AcademicTitle>Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften, Gleueler Stra&#223;e 60, 50931 K&#246;ln, Deutschland<Affiliation>ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften, K&#246;ln, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>schmitz&#64;zbmed.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">open access</Keyword>
      <Keyword language="en">predatory journals</Keyword>
      <Keyword language="en">predatory publishing</Keyword>
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      <Keyword language="en">quality assurance</Keyword>
      <Keyword language="de">Open Access</Keyword>
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      <Keyword language="de">Peer Review</Keyword>
      <Keyword language="de">Qualit&#228;tssicherung</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Open Access</SectionHeading>
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    <DatePublishedList>
      
    <DatePublished>20190910</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>19</Volume>
        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Open Access an medizinischen Hochschulen</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>09</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Der vorliegende Beitrag behandelt die Qualit&#228;tssicherung von Open-Access-Zeitschriften und geht dabei auf die Praktiken von &#8222;Predatory Journals&#8220; (Raubjournale) ein. Hier werden unterschiedliche Ans&#228;tze diskutiert, die zum Identifizieren von unseri&#246;sen Zeitschriften herange<TextGroup><PlainText>z</PlainText></TextGroup>ogen werden k&#246;nnen, einschlie&#223;lich der Vor- und Nachteile.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The article discusses quality assurance processes for open access journals and practices of &#8220;predatory journals&#8221;. Several approaches to identify deceptive journals are discussed along with their advantages and disadvantages.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Auswahl von Zeitschriften">
      <MainHeadline>Auswahl von Zeitschriften</MainHeadline><Pgraph>Die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse ist das zentrale Element f&#252;r das Fortkommen in der Wissenschaft. In vielen Fachdisziplinen wird die wissenschaftli<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>he Kommunikation vorwiegend &#252;ber Publikationen in Fachzeitschriften organisiert. Zu Beginn des Publikationsprozesses steht somit die Auswahl einer zum Forschungsgegenstand passenden Zeitschrift, die h&#228;ufig auch an die Frage des Publikationsweges gekoppelt ist. Forschende m&#252;ssen sich entscheiden, ob eine Publikation Open Access ver&#246;ffentlicht werden soll, und wenn ja, auf welchem Weg. Grunds&#228;tzlich stehen zwei Optionen zur Verf&#252;gung:</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Der Goldene Weg zum Open Access mit der Publikati<TextGroup><PlainText>o</PlainText></TextGroup>n in einer origin&#228;ren Open-Access-Zeitschrift oder einer Zeitschrift mit einer Open-Access-Option, auch hybride Zeitschrift genannt. Diese Entscheidung beeinflusst die Auswahl an Zeitschriften insofern, dass entsprechende Optionen vom Verlag angeboten werden m&#252;ssen, wenn man einen dieser Wege realisieren will.</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">Der Gr&#252;ne Weg zum Open Access mit der elektronischen Zweitver&#246;ffentlichung von bereits erschienenen, meist in einer Closed-Access-Zeitschrift ver&#246;ffentlichten Publikation.</ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>W&#228;hrend bei den meisten Forschenden im Hinblick auf die Ver&#246;ffentlichung in einer etablierten Closed-Access-Zeitschrift keine Fragen zum Thema Qualit&#228;tssicherung auftauchen, au&#223;er der mit dem Peer-Review-Verfahren verbundenen &#252;blichen Kritik wie z.B. Begutachtungsda<TextGroup><PlainText>u</PlainText></TextGroup>er, wenig hilfreiche Gutachten etc., ist bei der Ver&#246;ffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift (origin&#228;r oder mit Open-Access-Option) dieser Punkt h&#228;ufig mit Fragen verbunden. &#220;ber die Gr&#252;nde l&#228;sst sich nur spekulieren. In informellen Gespr&#228;chen wird immer wieder deutlich: Viele Forschende verlassen sich bei der Wahl der Zeitschrift offensichtlich auf Altbew&#228;hrtes und schauen dabei in erster Linie auf lang bestehende fachspezifische Zeitschriftenlisten und -rankings, wie den Journal Citation Reports (JCR) und den hiermit ver&#246;ffentlichten Journal Impact Factor (JIF), oder auf die Erfassung der Zeitschrift in Datenbanken wie PubMed, was eine hohe Verbreitung in relevanten Leserkreisen sicherstellt. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass Open-Access-Zeitschriften l&#228;ngst sowohl im JCR als auch in PubMed Eingang gefunden haben <TextLink reference="1"></TextLink>. Dar&#252;ber hinaus bietet die Digitalisierung neue M&#246;glichkeiten, so auch die schnelle Gr&#252;ndung einer Zeitschrift. Dies hinterl&#228;sst eventuell den Eindruck einer gewissen Beliebigkeit, wenngleich diese Zeitschriften ihre Berechtigung haben, weil sie fachliche L&#252;cken schlie&#223;en, oder neue Publikationskan&#228;le erst schaffen. Zu nennen sind hier regional oder landessprachlich fokussierte Pu<TextGroup><PlainText>b</PlainText></TextGroup>likationsorgane f&#252;r eine bestimmte Disziplin.</Pgraph><Pgraph>Die Medienberichterstattung <TextLink reference="2"></TextLink> im Sommer 2018 und die sich daran anschlie&#223;ende Diskussion &#252;ber Predatory Publishing und unseri&#246;se Zeitschriften, die zwar Publikationsgeb&#252;hren verlangen, aber daf&#252;r keine verlegerische Leistung und Qualit&#228;tssicherung bieten, haben hier sicherlich ihren Teil zur Skepsis beigetragen. </Pgraph><Pgraph>Zwar ist vor der Einreichung eines Manuskripts bei einer noch relativ unbekannten Open-Access-Zeitschrift eine gesunde Skepsis angezeigt, grunds&#228;tzlich wenden Closed-Access- und Open-Access-Zeitschriften aber die gleichen Qualit&#228;tssicherungsma&#223;nahmen an.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Qualit&#228;tssicherung bei Open-Access- und Closed-Access-Zeitschriften">
      <MainHeadline>Qualit&#228;tssicherung bei Open-Access- und Closed-Access-Zeitschriften</MainHeadline><Pgraph>Die Qualit&#228;t der in Fachzeitschriften publizierten wissenschaftlichen Ergebnisse wird &#252;ber das Peer-Review-Ver<TextGroup><PlainText>f</PlainText></TextGroup>ahren sichergestellt. Nach einer ersten allgemeinen Pr&#252;fung durch die Herausgebenden, inwieweit der Beitrag zur thematischen Ausrichtung der Zeitschrift passt und ob Formalien eingehalten wurden, bewerten zwei bis drei Fachwissenschaftlerinnen oder -wissenschaftler das eingereichte Manuskript im Hinblick auf Neuheit, Eignung der Methodik sowie ihre korrekte Anwendung, Schl&#252;ssigkeit der Ergebnisse, Nachvollziehbarkeit der Schlussfol<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>erungen, Lesbarkeit und bei Arbeit mit Patienten oder Tieren auch ethische Aspekte. Hauptziel des Peer-Review-Verfahrens ist die Bereitstellung von kollegialem Feedback und Anregungen zur Verbesserung des Manuskripts. Grob unterscheiden lassen sich hier die zwei Varianten &#8222;single blind peer review&#8220; und &#8222;double blind peer review&#8220;. Bei Variante 1 kennen die Begutachtenden die Namen der Autorinnen und Autoren, umgekehrt aber nicht. Bei Variante 2 sind die Namen wechselseitig unbekannt <TextLink reference="3"></TextLink>. Im Zusammenhang mit Open Access und insbesondere auch im Kontext von Open Science wird in den letzten Jahren verst&#228;rkt auch &#8222;Open Peer Review&#8220; diskutiert, also die &#214;ffnung des Peer-Review-Prozesses zur Erh&#246;hung der Transparenz des Begutachtungsverfahrens. Mit der &#214;ffnung wird die Erwartung verbunden jene Probleme zu &#252;berwinden, die gerade mit der Anonymit&#228;t im Peer-Re<TextGroup><PlainText>v</PlainText></TextGroup>iew-Verfahren einhergehen. Beispielsweise werden Gutachten sorgf&#228;ltiger und objektiver verfasst, wenn sie anschlie&#223;end ver&#246;ffentlicht werden. Tats&#228;chlich ist &#8222;Open Peer Review&#8220; ein Oberbegriff, der f&#252;r unterschiedliche Grade der &#214;ffnung zu unterschiedlichen Stadien des Begutachtungsprozesses steht <TextLink reference="4"></TextLink>, allerdings produziert die &#214;ffnung wiederum neue Probleme, f&#252;r die es L&#246;sungen zu finden gilt. So scheint die Transparenz teilweise das Einwerben von Gutachten zu erschweren <TextLink reference="5"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Grunds&#228;tzlich lassen sich bez&#252;glich der Qualit&#228;tssicherung keine Unterschiede zwischen Closed-Access- und Open-Access-Zeitschriften feststellen. Tats&#228;chlich bezog sich die urspr&#252;ngliche Forderung nach Open Access gem&#228;&#223; der Budapester Erkl&#228;rung ausdr&#252;cklich auf Peer-Review-Zeitschriften <TextLink reference="6"></TextLink>.  Mit dem Aufkommen von Open Science und der Idee, den Forschungsprozess in G&#228;nze zu &#246;ffnen, wurde das Prinzip &#8222;Openness&#8220; auch auf andere Publikationen wie Forschungsdaten, Forschungssoftware, etc. &#252;bertragen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Predatory Publishing und Predatory Journals">
      <MainHeadline>Predatory Publishing und Predatory Journals</MainHeadline><Pgraph>Im Gegensatz zu seri&#246;sen Zeitschriften stehen sogenannte Predatory Journals. Letztere nutzen das f&#252;r viele Open-Access-Zeitschriften &#252;bliche Prinzip der Finanzierung &#252;ber Publikationsgeb&#252;hren f&#252;r sich aus, bieten allerdings kaum bis keine verlegerische Leistungen an und verzichten auf eine gr&#252;ndliche Qualit&#228;tssicherung mittels Peer Review oder f&#252;hren diese nur zum Schein durch. Wichtigste Gesch&#228;ftspraxis hierbei ist der massenhafte Versand von E-Mails mit der Bitte zur Einreichung eines Beitrags oder Mitarbeit im Herausgebergremium. Letzte<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>es soll der Zeitschrift Seriosit&#228;t verleihen, aber viele Herausgebergremien von Predatory Journals sind schlichtweg erfunden oder ohne Wissen der dort benannten Wissenschaftlerin<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>en und Wissenschaftler zusammengestellt und weisen eine starke Konzentration auf ein bestimmtes Land, mitunter auch eine bestimmte Einrichtung auf.</Pgraph><Pgraph>Es finden sich mittlerweile zahlreiche Beispiele, bei denen Forschende mit ihrer Einreichung von Nonsense-Artikeln erfolgreich waren und teilweise auch am&#252;sant &#252;ber ihre Erfahrungen berichten <TextLink reference="7"></TextLink>, <TextLink reference="8"></TextLink>. Predatory Journals sind aber insbesondere deshalb problematisch, weil durch sie ungepr&#252;fte Ergebnisse dauerhaft im Web verf&#252;gbar gemacht werden und Laien zwischen gepr&#252;ften und nicht gepr&#252;ften Ergebnissen kaum unterscheiden k&#246;nnen. Zudem fallen vor allem unerfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber nicht nur diese, immer wieder auf das unlautere Gesch&#228;ftsgebaren herein. Neben finanzieller Verluste &#8211; die in manchen Teilen der Erde sicherlich noch schwerer wiegen als in Westeuropa &#8211; wird der Artikel, an dem mitunter mehrere Monate gearbeitet wird, f&#252;r den Aufbau der wissenschaftlichen Reputation unbrauchbar. Zudem geraten redliche Wissenschaftlerin<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>en und Wissenschaftler dadurch m&#246;glicherweise in Misskre<TextGroup><PlainText>d</PlainText></TextGroup>it. Gleichzeitig wird unredlich Forschenden die M&#246;glichkeit zur ungepr&#252;ften Publikation gegeben. Insgesamt wird Predatory Publishing als Argument gegen die Open-Ac<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>ess-Bewegung angebracht <TextLink reference="9"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Quantifizierung des Predatory Publishing">
      <MainHeadline>Quantifizierung des Predatory Publishing</MainHeadline><Pgraph>Besondere Aufmerksamkeit hat das Thema Predatory Publishing im Sommer 2018 durch eine umfangreiche mediale Berichterstattung erhalten <TextLink reference="2"></TextLink>. Wenngleich der Begriff &#8222;Fake Science&#8220; ungl&#252;cklich gew&#228;hlt war, hat die Berichterstattung ihren Teil zur Bewusstseinsbildung beigetragen. Es wurde unter anderem behauptet, dass ca. 5.000 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Predatory Journals ver&#246;ffentlicht h&#228;tten. Eine sich daran anschlie&#223;ende Detailanalyse <TextLink reference="10"></TextLink> des Datenmaterials konnte diese Zahlen relativieren und zeigen, dass die meisten dieser Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in erster Linie T&#228;uschungsopfer waren und nur wenige Predatory Journals gezielt im Rahmen ihrer Publikationsstrategie nutzten. Zudem stammten viele betroffene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der anwendungsorientierten Forschung, darunter auch Personen, welche die Wissenschaft l&#228;ngst verlassen haben. Legt man die Zahlen des Statistischen Bundesamts zugrunde, w&#228;ren gerade mal 1,7&#37; des wissenschaftlichen Personals betroffen <TextLink reference="11"></TextLink>. Betrachtet man die Ebene der Zeitschriften weltweit, so hat das Thema aber durchaus Relevanz. Eine Analyse f&#252;r den Zeitschriftenmarkt f&#252;r das  Jahr 2014 &#252;ber Predatory Open Access kommt zu dem Schluss, dass 8.000 Zeitschriften mit insgesamt 420.000 Artikel erschienen sind <TextLink reference="12"></TextLink>. Stellt man dem die Gesamtzahl der in diesem Jahr erschienen Zeitschriften (ca. 60.000) und die Anzahl der publizierten Artikel (2,3 Millionen) gegen&#252;ber, so zeigt sich, dass ein nicht geringer Anteil (13&#37; der Zeitschriften und 18&#37; der publizierten Publikationen) als problematisch einzustufen ist <TextLink reference="11"></TextLink>. Somit besteht weiterhin Aufkl&#228;rungs- und Unterst&#252;tzungsbedarf.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ans&#228;tze zur Identifikation von Predatory Journals">
      <MainHeadline>Ans&#228;tze zur Identifikation von Predatory Journals</MainHeadline><Pgraph>Mit der Entscheidung f&#252;r Open Access ist also seit dem Aufkommen von Predatory Journals nun auch die Frage verbunden: &#8222;Wie finde ich eine thematisch passende Open-Access-Zeitschrift, die gleichzeitig seri&#246;s ist&#63;&#8220; Diese Frage stellt sich einerseits f&#252;r Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse ver&#246;ffentlichen m&#246;chten, andererseits aber auch bei Bibliotheken, die ihre Nutzenden bei der Auswahl einer Zeitschrift unterst&#252;tzen oder diese in ihre Nachweissysteme aufnehmen m&#246;chten. Es kristallisieren sich mittlerweile folgende Ans&#228;tze heraus:</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1."><Mark1>Konsultation von White Lists </Mark1></ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>White Lists sind &#220;bersichten f&#252;r solche Zeitschriften, die gemeinhin als seri&#246;s gelten. Der Vorteil von White Lists ist, dass sie eine schnelle Orientierung bieten, weil diese Zeitschriften bereits als seri&#246;s identifiziert wurden. Der Nachteil ist allerdings, dass White Lists immer L&#252;cken aufweisen und somit unter Umst&#228;nden Zeitschriften, die (noch) nicht auf dieser Liste sind, indirekt benachteiligen, wenngleich sie seri&#246;se Absichten haben.</Pgraph><Pgraph>Als Beispiel f&#252;r eine White List wird immer wieder das Directory of Open Access Journals (DOAJ) genannt. Zeitschriftenbetreiber melden ihre Zeitschriften im DOAJ an, indem sie einen Fragebogen ausf&#252;llen. Anschlie&#223;end pr&#252;ft ein Team von Freiwilligen mit Expertise im wissenschaftlichen Publikationswesen die Angaben und entscheidet &#252;ber eine Aufnahme <TextLink reference="13"></TextLink>. Da in der Vergangenheit auch Zeitschriften Eingang in das Directory gefunden haben, die man durchaus als unseri&#246;s bezeichnen kann oder die nach kurzer Zeit ihren Betrieb eingestellt haben, wurde im Jahr 2015 von DOAJ eine Reakkreditierungsak<TextGroup><PlainText>ti</PlainText></TextGroup>on gestartet, bei der sich alle vor 2014 angemeldeten Zeitschriften erneut anmelden mussten. Im Zuge dessen wurden viele Zeitschriften aus dem DOAJ entfernt <TextLink reference="14"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Ein weiteres Beispiel f&#252;r eine White List ist die Aufstellung von Zeitschriften des Nationalen Kontaktpunkts f&#252;r Open Access, die auf Grundlage von Zitationsindikatoren erstellt wurde <TextLink reference="15"></TextLink>. Hauptkritikpunkt hier ist allerdings, dass es sich bei den etwa 700 Zeitschriften definitiv nur um eine Auswahl handelt und viele relevante Publikationsorgane dort nicht vertreten sind.</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2."><Mark1>Konsultation von Black Lists</Mark1></ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Im Gegensatz zu den White Lists verzeichnen Black Lists solche Zeitschriften, die sich als unseri&#246;s einstufen lassen. Die bekannteste Black List ist die sogenannte <TextGroup><PlainText>&#8222;Beall&#8217;s List&#8220;</PlainText></TextGroup>, benannt nach dem amerikanischen Bibliothekar Jeffrey Beall, der auch die Begriffe &#8222;Predatory <TextGroup><PlainText>Publishing&#8220;</PlainText></TextGroup> und &#8222;Predatory Journals&#8220; gepr&#228;gt hat. In seinem Blog &#8222;Scholarly Open Access&#8220; ver&#246;ffentlichte Beall Aufstellungen mit vermeintlich unseri&#246;sen Verlagen und Zeitschriften. Die Listen sind mittlerweile offline gestellt, aber in diversen Webarchiven noch zu finden <TextLink reference="16"></TextLink>. Zudem wird diese Liste auf der Plattform &#8222;Stop Predatory Journals&#8220; anonym weiter gef&#252;hrt <TextLink reference="17"></TextLink>. Hauptkritikpunkt an der <TextGroup><PlainText>Beall&#8217;s</PlainText></TextGroup> List war die stark subjektive F&#228;rbung und dass die der Liste zugrundeliegenden Auswahlkriterien nicht klar benannt wurden. Diesem Kritikpunkt versucht der Informationsanbieter Cabells International mit seiner Black List zu begegnen, die als subskriptionspflichtiges Produkt vertrieben wird und deren Kriterien &#246;ffentlich zug&#228;nglich sind <TextLink reference="18"></TextLink>. Abgesehen von der Frage, ob man die Bewertung von Zeitschriften tats&#228;chlich in den H&#228;nde<TextGroup><PlainText>n e</PlainText></TextGroup>ines kommerziellen Informationsanbieters sehen m&#246;chte, sind Black Lists auch deshalb problematisch, weil sie unter Umst&#228;nden Zeitschriften benachteiligen, die zwar seri&#246;se Absichten haben, aber g&#228;ngigen Publikationsstandards im jeweiligen Feld noch nicht entsprechen. Verbunden mit der Tatsache, dass ein &#8222;Vergessen&#8220; im Internet nahezu unm&#246;glich ist, haftet ein entsprechendes Label m&#246;glicherweise noch lange an einer Zeitschrift und verhindert so eventuell ihren Erfolg. </Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3."><Mark1>Konsultation von neutralen Listen oder Datenbanken</Mark1></ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Es gibt eine Reihe von Listen oder Plattformen, die zwar urspr&#252;nglich f&#252;r andere Zwecke entstanden sind, die aber auch zur &#220;berpr&#252;fung der Seriosit&#228;t einer Zeitschrift herangezogen werden k&#246;nnen. Von Interesse sind hier insbesondere solche Plattformen, die umfangreiche Informationen &#252;ber Zeitschriften sammeln. Als Beispiel kann die Plattform Quality Open Access Market (QOAM, <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.qoam.eu&#47;">https:&#47;&#47;www.qoam.eu&#47;</Hyperlink>) gesehen werden, die im Unterschied zum DOAJ auch hybride Zeitschriften, also Subskriptionszeitschriften mit einer Open-Access-Option aufnimmt. Neben Basisinformationen &#252;ber eine Zeitschrift, die sich in erster Linie aus Informationen speisen, welche auf der Webseite einer Zeitschrift zu finden sind, b&#252;ndelt QOAM auch Erfahrungswerte von Autorinnen und Autoren sowie von Reviewern. Insgesamt handelt es sich um ein Crowdsour<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>ing-Projekt, bei dem Freiwillige, vor allem aus dem Bibliotheks-, aber auch Verlagsbereich, Informationen zusammentragen <TextLink reference="19"></TextLink>. Da das Projekt vom pers&#246;nlichen Engagement Einzelner lebt, liegen nicht f&#252;r jede einzelne Zeitschrift Informationen vor und die Detailtiefe variiert. </Pgraph><Pgraph>In der Diskussion werden h&#228;ufig alle Zeitschriften, die in den gro&#223;en fach&#252;bergreifenden Datenbanken wie Web of Science, Scopus und Medline ausgewertet werden, generell als seri&#246;s eingestuft und damit quasi als White Lists betrachtet <TextLink reference="20"></TextLink>. Untersuchungen zeigen, dass auch in diese Datenbanken, wenn auch zu einem sehr geringe<TextGroup><PlainText>n P</PlainText></TextGroup>rozentsatz, Zeitschriften Eingang gefunden haben, die sich als weniger seri&#246;s einstufen lassen <TextLink reference="21"></TextLink>. Das Hauptproblem dabei ist allerdings, dass diese Datenbanken bei der Bewertung von neuen Zeitschriften nicht hilfreich sind, weil es mitunter Jahre dauern kann, bis eine Zeitschrift in diese Datenbanken aufgenommen wird.</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="4" numString="4."><Mark1>Anwendung von Kriterien</Mark1></ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Wenngleich Black Lists und White Lists eine vermeintlich einfache Orientierung bieten, zeigt sich, dass diese aus den bereits oben genannten Gr&#252;nden nicht unproble<TextGroup><PlainText>ma</PlainText></TextGroup>tisch sind. Kriterienlisten zur Einsch&#228;tzung der <TextGroup><PlainText>Seriosit&#228;t</PlainText></TextGroup> einer Zeitschrift hingegen haben den Vorteil, dass sie die Bewertung dem Betrachtenden &#252;berlassen und &#252;ber eine Gewichtung der Kriterien auch sichergestellt werden kann, solche Zeitschriften nicht zu benachteiligen, die zwar seri&#246;se Absichten haben, aber (noch) nicht &#252;ber professionell wirkende Gesch&#228;ftsprozesse verf&#252;gen. Viele Bibliotheken, aber auch Zeitschriften von Fachgesellschaften, listen mittlerweile Kriterien auf, <TextGroup><PlainText>mittels</PlainText></TextGroup> derer man wahlweise seri&#246;se oder unseri&#246;se Zeitschriften erkennen kann. Die vielleicht bekanntest<TextGroup><PlainText>e Kriterienliste</PlainText></TextGroup> ist die von &#8222;Think. Check. Submit.&#8220; (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;thinkchecksubmit.org&#47;">https:&#47;&#47;thinkchecksubmit.org&#47;</Hyperlink>), die sich explizit an Forschende richtet. Die Liste ist relativ knapp gehalten und weist in erster Linie Kriterien auf, welche die Transparenz des Review- und Publikationsverfahrens betreffen. Dar&#252;ber hinaus dient als Kriterium, ob die Autorin oder der Autor mit bestimmten Aspekten der Zeitschrift vertraut ist, z.B. Name der Herausgebenden und Bekanntheit einzelner Artikel, was aber gerade f&#252;r unerfahrene Forschende oft schwierig einzusch&#228;tzen ist. Umso wichtiger ist hierbei der Hinweis, dass nie ein Kriterium alleine, sondern nur ein Zusammenspiel aller Kriterien den Ausschlag f&#252;r eine Bewertung geben sollte. Im Rahmen eines Workshops von  ZB MED &#8211; Informationszentrum Lebenswissenschaften im Dezember 2018, der sich explizit an mit Open Access befasste Personen aus wissenschaftlichen Bibliotheken richtete, wurde der Versuch der Erstellung einer Kriterienliste vorgenommen <TextLink reference="22"></TextLink>. Die Kriterien betreffen dabei die Ebenen Transparenz hinsichtlich der Gesch&#228;ftsprozesse, den Grad an Professionalit&#228;t sowie die Glaubw&#252;rdigkeit der bereitgestellten Informationen. Dabei sollten Kriterien zus&#228;tzlich auch in harte und weiche Kriterien gewichtet werden, die jeweils ein starkes oder schwaches Signal f&#252;r die (fehlende) Seriosit&#228;t einer Zeitschrift darstellen. Harte Kriterien zeigen relativ deutlich, ob es sich um eine unseri&#246;se Zeitschrift handelt, weiche Kriterien belegen dies unter Umst&#228;nden erst im Zusammenspiel mit anderen Kriterien. Ein erfundener Journal Impact Factor w&#228;re zum Beispiel ein hartes Kriterium f&#252;r die fehlende Seriosit&#228;t einer Zeitschrift. Die Dauer des Peer-Review-Verfahrens w&#228;re dagegen ein weiches, weil von au&#223;en schwer zu beurteilen ist, welcher Zeitraum tats&#228;chlich f&#252;r die Begutachtung angemessen ist, es sei denn, es sind nur wenige Tage. H&#228;ufig fehlt hier aber der Zugang zu Autorinnen und Autoren, die ihre Erfahrungen im Hinblick auf das Peer Review mitteilen k&#246;nnen. Es zeigte sich auch, dass die Publikationspraxis je nach Fachgebiet variiert und daher eine unterschiedli<TextGroup><PlainText>c</PlainText></TextGroup>he Kriteriengewichtung vorgenommen werden sollte. Beispielsweise ist die DOI-Vergabe in den Geisteswissenschaften weniger verbreitet, w&#228;hrend sie in den Lebenswissenschaften zum Standard geh&#246;rt.</Pgraph><Pgraph>Im Rahmen des Workshops wurde auch herausgearbeitet, dass ein paralleles Hinzuziehen von Black Lists und White Lists sowie neutralen Listen  in Betracht gezogen werden kann, um erste Einsch&#228;tzungen zu best&#228;tigen oder zu revidieren. Eine Kombination der Ans&#228;tze ist somit durchaus m&#246;glich, wobei die Listen dann zu einem Kriterium von vielen werden und sich deren Nachteile damit deutlich abschw&#228;chen lassen. Die Heranziehung von beispielsweise Black Lists als nur ein Kriterium unter vielen wird auch als notwendig erachtet, weil diese Listen, insbesondere wenn sie im Fall von &#8222;Stop Predatory Journals&#8220; anonym gef&#252;hrt sind, auch schnell unterwandert werden k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph>Ein Vergleich <TextLink reference="23"></TextLink> von unterschiedlichen Listen zeigt, dass es Zeitschriften gibt, die sowohl auf einer Black List als auch auf einer White List zu finden sind. Diese Ergebnisse stellen die ausschlie&#223;liche Verwendung von Listen bei der Pr&#252;fung von Zeitschriften ebenfalls in Frage.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Kriterienlisten in der Praxis">
      <MainHeadline>Kriterienlisten in der Praxis</MainHeadline><Pgraph>Es wird schnell deutlich, dass die Arbeit mit Kriterienlisten einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Gerade f&#252;r wissenschaftliche Bibliotheken, die ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei diesem Thema Unterst&#252;tzung anbieten m&#246;chten, ist diese Mehrarbeit deshalb lohnend, um den kaum quantifizierbaren Graubereich von &#8222;gut gedacht &#8211; schlecht gemacht&#8220; Zeitschriften gerecht zu werden sowie gleichzeitig den Bedarf der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Blick zu behalten, neue Publikationskan&#228;le und Leserkreise f&#252;r ihre Ergebnisse zu erschlie&#223;en. Grunds&#228;tzlich empfiehlt es sich also, so ebenfalls ein Ergebnis des Workshops, angewendete Kriterien aufzulisten und die daraus gezogenen Schl&#252;sse zu dokumentieren. Einerseits um den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine solide Entscheidungsgrundlage bereitzustellen, andererseits auch, um f&#252;r sich selbst eine Art Sammlung zu erstellen, die k&#252;nftige Einsch&#228;tzungen erleichtert. Zudem werden so subjektive F&#228;rbungen oder individuelle Gewichtungen bei solchen Punkten transparent, die Interpretationsspielraum bieten. Bei einzelnen Zeitschriften kann zudem hier&#252;ber eine m&#246;gliche Entwicklung hin zur Professionalisierung nachvollzogen werden.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><Pgraph>Grunds&#228;tzlich wenden seri&#246;se Open-Access-Zeitschriften die gleichen Qualit&#228;tssicherungsverfahren an wie Closed-Access-Zeitschriften, sind also nicht per se minderwerti<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>er. Bei der Besch&#228;ftigung mit Predatory Journals zeigt sich schnell, dass ein nicht quantifizierbarer Graubereich von Zeitschriften existiert, die zwar seri&#246;se Absichten haben, deren Auftreten aber (noch) nicht den g&#228;ngigen Publikationsstandards entspricht. Mit der Konsultation von Black Lists und White Lists, als zwei diskutierte Ans&#228;tze um seri&#246;se und unseri&#246;se Zeitschriften zu identifizieren, wird man diesem Bereich nicht gerecht, weil diese Listen per Definition eine eindeutige Bewertung vornehmen. Sinnvoller scheint hier die Anwendung von Kriterienlisten, die zwar Black Lists und White Lists mit einbeziehen, diese allerdings nur als ein Kriterium von vielen auff&#252;hren. Kriterien lassen sich zudem gewichten und Kriterienlisten sind dar&#252;ber hinaus anpassbar an fachliche Publikationsstandards.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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