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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000363</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0003634</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">ZB MED: Welchen Stellenwert hat die bibliothekarische Infrastruktur f&#252;r die Wissenschaft&#63;</Title>
      <TitleTranslated language="en">ZB MED: What value comes to library infrastructure within science&#63;</TitleTranslated>
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          <Lastname>Brintzinger</Lastname>
          <LastnameHeading>Brintzinger</LastnameHeading>
          <Firstname>Klaus-Rainer</Firstname>
          <Initials>KR</Initials>
          <AcademicTitle>Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen, Universit&#228;tsbibliothek, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 M&#252;nchen, Deutschland, Tel.: 089&#47;2180-2420<Affiliation>Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen, Universit&#228;tsbibliothek, M&#252;nchen, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>klaus-rainer.brintzinger&#64;ub.uni-muenchen.de</Email>
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      <Keyword language="en">German National Library of Medicine</Keyword>
      <Keyword language="en">ZB MED &#8211; Leibniz Information Centre for Life Sciences</Keyword>
      <Keyword language="en">Senate of the Leibniz Association</Keyword>
      <Keyword language="en">recommendation of suspension of funding</Keyword>
      <Keyword language="en">national information agency for medicine and life sciences</Keyword>
      <Keyword language="en">value</Keyword>
      <Keyword language="en">perspective of persistence</Keyword>
      <Keyword language="de">Deutsche Zentralbibliothek f&#252;r Medizin</Keyword>
      <Keyword language="de">ZB MED &#8211; Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften</Keyword>
      <Keyword language="de">Senat der Leibniz-Gemeinschaft</Keyword>
      <Keyword language="de">Empfehlung zur Einstellung der F&#246;rderung</Keyword>
      <Keyword language="de">nationale Informationseinrichtung f&#252;r Medizin und Lebenswissenschaften</Keyword>
      <Keyword language="de">Bedeutung</Keyword>
      <Keyword language="de">Perspektive f&#252;r Fortbestand</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Zukunft von ZB MED</SectionHeading>
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    <DatePublished>20160923</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
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        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Zukunft von ZB MED</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>08</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Der Beitrag thematisiert die Folgen der Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und L&#228;ndern, die gemeinsame Bund-L&#228;nder-Finanzierung von <TextGroup><PlainText>ZB MED</PlainText></TextGroup> &#8211; Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften zu beenden. F&#252;r ZB MED stand bis zur Gr&#252;ndung der Leibniz-Gemeinschaft der Servicecharakter als zentrale Fachbibliothek f&#252;r Medizin im Vordergrund, w&#228;hrend die Evaluierung unter Forschungsgesichtspunkten durchgef&#252;hrt worden ist. Mit der nun drohenden Abwicklung dieser unverzichtbaren nationalen Informationseinrichtung w&#252;rde die medizinische Literatur- und Informationsversorgung f&#252;r ganz Deutschland einen gro&#223;en Schaden nehmen. Deshalb hat der VDB &#8211; Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare Initiativen zu einem Fortbestand von ZB MED gesetzt. </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>This article deals with the expected effects of the recommendation of the senate of the Leibniz Association to the Joint Science Conference to stop the co-funding of ZB MED &#8211; Leibniz Information Centre for Life Sciences by federal and state authorities. Until the founding of the Leibniz Association servicing as a specialized library for medicine had been ZB MED&#8217;s main task, while evaluation was done under scientific perspectives. The now suspected close-down of this indispensable national information agency would do great harm and damage to medical literature und information supply throughout Germany. For this reason the Association of German Librarians took initiatives for ZB MED&#8217;s persistence.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="ZB MED: Welchen Stellenwert hat die bibliothekarische Infrastruktur f&#252;r die Wissenschaft&#63;">
      <MainHeadline>ZB MED: Welchen Stellenwert hat die bibliothekarische Infrastruktur f&#252;r die Wissenschaft&#63;</MainHeadline><Pgraph>Kaum war der Bibliothekskongress in Leipzig beendet, verbreitete sich rasch die Meldung, dass der Senat der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz beschlossen habe, der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und L&#228;ndern zu empfehlen, die Bund-L&#228;nder-Finanzierung der Zentralbibliothek f&#252;r Medizin zu beenden.</Pgraph><Pgraph>Aus bibliothekarischer Sicht war der Beschluss des Senats der Leibniz-Gemeinschaft gleicherma&#223;en &#252;berraschend wie schockierend, denn aus dem Bericht der aus Bibliothekaren und Wissenschaftlern zusammengesetzten Bewertungsgruppe war diese Konsequenz kaum ableitbar. Gerade die bibliothekarischen Dienstleistungen waren als gut bis sehr gut beurteilt worden. F&#252;r die Leibniz-Gemeinschaft standen jedoch die Forschungsleistungen des zu evaluierenden Instituts &#8211; und aus Sicht der Leibniz-Gemeinschaft ist eine Forschungsbibliothek zun&#228;chst einmal ein Forschungsinstitut &#8211; im Vordergrund. Die Evaluation in 2012, bei der die fehlenden Forschungsleistungen von ZB MED bereits sehr deutlich in der Kritik standen und die Umwandlung der Bibliothek in eine st&#228;rker forschungsorientierte Einrichtung unter der Leitung eines als Professor lehrenden Wissenschaftlers gefordert worden war, hatte un&#252;bersehbar pr&#228;judizierende Wirkung. Es fehle &#8211; so hei&#223;t es in der Stellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft &#8211; &#8222;insbesondere ein &#252;berzeugendes Forschungskonzept, auf dessen Grundlage die digitalen Angebote weiterentwickelt werden k&#246;nnten&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Was sich in der n&#252;chternen Sprache der Verlautbarungen wie das normale Ergebnis einer regelm&#228;&#223;igen Evaluation liest und zun&#228;chst den Eindruck erweckt, wie beim Fu&#223;ball gebe es eben in jeder Periode Auf- und Absteiger, zeigt aus dem Blickwinkel der wissenschaftlichen Infrastruktur eine verh&#228;ngnisvolle Tendenz, Infrastruktureinrichtungen nicht nach den erbrachten Dienstleistungen, sondern unter Forschungsaspekten zu bewerten und Bibliotheken nur dann eine Existenzberechtigung zuzusprechen, wenn sie selbst als forschende Institutionen auftreten. Der aktuelle Beschluss der Leibniz-Gemeinschaft ist keinesfalls singul&#228;r und f&#252;gt sich in eine Reihe von Schlie&#223;ungen und Abwicklungen anderer Informationsinfrastruktureinrichtungen ein, wie des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) 1999, der Zentralbibliothek f&#252;r Landbauwissenschaft (ZBL) 2000 und des FIZ Chemie 2011. Dass damals die Schlie&#223;ung der ZBL abgefedert wurde, indem ZB MED ihre wesentlichen Funktionen und auch die Mitarbeiter &#252;bernommen hatte und nun anderthalb Jahrzehnte sp&#228;ter selbst von der Schlie&#223;ung bedroht ist, scheint eine eher bittere Ironie der Geschichte zu sein. Doch im Bereich der medizinischen Informationsvermittlung zeichnet sich noch eine weitere Groteske der Gegenwart ab: Im Februar dieses Jahres wurde bekannt gegeben, dass das Deutsche Institut f&#252;r Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) seine Literaturdatenbanken zum Ende des Jahres 2016 praktisch komplett aufgeben wird; einen Teil davon sollte ZB MED &#252;bernehmen, deren Existenz &#8211; und damit die gesamte medizinische Fachinformation &#8211; jetzt selbst auf dem Spiel steht. </Pgraph><Pgraph>F&#252;r die bibliothekarischen Einrichtungen in der Leibniz-Gemeinschaft &#8211; dies sind seit der Abwicklung von DBI und ZBL neben ZB MED noch die Zentralbibliothek Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel und Hamburg sowie die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover &#8211; zeigt sich immer mehr, dass sie in der Leibniz-Gemeinschaft als einem Verbund von Forschungseinrichtungen nicht gut aufgehoben sind. Die Eingliederung der fr&#252;heren Zentralen Fachbibliotheken in die Leibniz-Gemeinschaft ist letztendlich auf historische Zuf&#228;lligkeiten und f&#246;derale Notwendigkeiten zur&#252;ckzuf&#252;hren. Da Bildung und Wissenschaft grunds&#228;tzlich L&#228;nderangelegenheiten sind, bedarf die gemeinsame F&#246;rderung von Bund und L&#228;ndern stets einer besonderen Begr&#252;ndung und eines institutionellen Rahmens. Die urspr&#252;nglich vier Zentralen Fachbibliotheken waren in den siebziger Jahren f&#252;r die anwendungsorientierten F&#228;cher in Erg&#228;nzung zu den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef&#246;rderten damaligen Sondersammelgebieten aus ihren bestehenden Einrichtungen herausgewachsen und durch den Bund erg&#228;nzend gef&#246;rdert worden. So entstand ZB MED 1973 aus der Medizinischen Abteilung der Universit&#228;ts- und Stadtbibliothek K&#246;ln, die bereits seit 1949 das DFG-gef&#246;rderte Sondersammelgebiet f&#252;r Medizin wahrgenommen hatte. Der Gedanke, in gro&#223;en anwendungsorientierten F&#228;chern die spezielle Literaturversorgung und die damit verbundene Last von Fernleihe und Dokumentlieferdiensten auf jeweils eine leistungsstarke Bibliothek zu konzentrieren, wurde vom Wissenschaftsrat ausdr&#252;cklich unterst&#252;tzt, der in seinem Gutachten von 1987 festgehalten hatte: &#8222;Bei der Literaturversorgung durch die Zentralen Fachbibliotheken handelt es sich um eine &#252;bergeordnete zentrale Aufgabe, deren F&#246;rderung gemeinsame Sache von Bund und L&#228;ndern ist.&#8220; (<TextLink reference="2"></TextLink>, S. 10) </Pgraph><Pgraph>Lange Zeit firmierten alle von Bund und L&#228;ndern gemeinsam gef&#246;rderten Einrichtungen aus dem Wissenschaftsbereich nur unter dem technokratischen Begriff &#8222;Blaue-Liste-Einrichtungen&#8220;, weil der erste Beschluss zur Bund-L&#228;nder-F&#246;rderung eine auf blauem Papier gedruckte Anlage enthielt, die alle zu f&#246;rdernden Einrichtungen auflistete. Mit der wachsenden Anzahl der gef&#246;rderten Einrichtungen infolge der deutschen Einheit und der damit gestiegenen Notwendigkeit eines gemeinsamen organisatorischen Rahmens f&#252;r die von Bund und L&#228;ndern gemeinsam gef&#246;rderten Wissenschaftseinrichtungen kamen die Zentralen Fachbibliotheken zusammen mit einigen anderen Infrastruktureinrichtungen wie dem DBI unter das Dach der 1997 gegr&#252;ndeten Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.</Pgraph><Pgraph>F&#252;r die Zentralen Fachbibliotheken wie f&#252;r die anderen Informationsinfrastruktureinrichtungen bedeutete dies in der Folge einen grunds&#228;tzlichen Paradigmenwechsel. Stand bis zur Gr&#252;ndung der Leibniz-Gemeinschaft der Servicecharakter der Zentralen Fachbibliotheken klar im Vordergrund, mussten sich von nun an alle Leibniz-Infrastruktureinrichtungen und damit auch alle Zentralen Fachbibliotheken unter Forschungsgesichtspunkten evaluieren lassen. </Pgraph><Pgraph>Das Aus von DBI und ZBL war unter diesen Aspekten, bei den damals auch in der bibliothekarischen Community bekannten Schw&#228;chen, unvermeidlich. Daf&#252;r versuchten seitdem die drei verbleibenden Zentralen Fachbibliotheken durch ein st&#228;rker forschungs- und wissenschaftsorientiertes Profil ihr &#220;berleben in der Leibniz-Gemeinschaft zu sichern. Die ZBW, die allerdings schon vorher Teil eines Forschungsinstitutes war, hatte als erste der Zentralen Fachbibliotheken ihre Organisation hin zu einer forschungsorientierten Einrichtung umgestellt und als Leiter einen Professor der Informatik berufen. Auch die anderen Zentralen Fachbibliotheken &#8211; die nun als Leibniz-Informationszentren firmieren &#8211; sollten sp&#228;testens nach Ausscheiden der bisherigen Direktoren eine mit einem universit&#228;ren Lehrstuhl verbundene wissenschaftliche Leitung bekommen.</Pgraph><Pgraph>F&#252;r ZB MED stand die Neubesetzung der Leitung mit der entsprechenden Ausschreibung einer Professur an der Universit&#228;t zu K&#246;ln und einer weiteren Professur an der Universit&#228;t Bonn unmittelbar bevor. Dem Senat der Leibniz-Gemeinschaft kam dieser Schritt nun offenbar zu sp&#228;t. Wenn der Senat das Fehlen eines Forschungskonzeptes bem&#228;ngelt und kritisiert, dass &#8222;angesichts der geringen Forschungsleistungen&#8220; (<TextLink reference="3"></TextLink>, S. 4) keine studentischen Forschungsleistungen und Promotionsarbeiten in die Arbeit von ZB MED integriert werden konnten, dann folgt er seinem strikt forschungsbasierten Kriterienkatalog, nachdem Publikation und Promotionen neben eingeworbenen Drittmitteln die Grundlage jeder Bewertung sind (vgl. dazu <TextLink reference="4"></TextLink>). In der Logik der Leibniz-Gemeinschaft ist dies durchaus konsequent, sieht sie sich doch erkennbar als eine Gemeinschaft der Forschungsinstitute. </Pgraph><Pgraph>V&#246;llig au&#223;er Betracht bleiben dabei die infrastrukturellen Aufgaben der Fachinformationseinrichtungen, die sich im Falle von ZB MED schon alleine in den Bestandszahlen widerspiegeln: Von den rund 7.500 Zeitschriftentiteln, die ZB MED laufend h&#228;lt, sind alleine 2.700 im nationalen Alleinbesitz, d.h. an keiner anderen Bibliothek in Deutschland vorhanden. Auf die Lieferung hochspezialisierter Fachinformationen ist die Wissenschaft gerade in einem so sensiblen Feld wie der medizinischen Forschung und Therapie dringend angewiesen. Keine der deutschen Universit&#228;tsbibliotheken k&#246;nnte bei einer Schlie&#223;ung von ZB MED auch nur einen Bruchteil der von ZB MED vorgehaltenen Zeitschriften, Datenbanken und Informationsquellen fortf&#252;hren. Mit der von der Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB) vermittelten Archivierungsregelung f&#252;r gedruckte Zeitschriften und zeitschriftenartige Reihen &#252;bernimmt ZB MED zusammen mit der Bayerischen Staatsbibliothek seit 2013 eine h&#246;chst effektive Entlastungaufgabe, insbesondere f&#252;r die Universit&#228;ts-, aber auch f&#252;r viele Klinikbibliotheken, die sich nun im Vertrauen auf die fortw&#228;hrende Existenz von ZB MED bereits von selten genutzten medizinischen Zeitschriftenb&#228;nden getrennt haben.</Pgraph><Pgraph>In einer Zeit wachsender Bedeutung der Life Sciences bedarf es dringend einer nationalen Informationseinrichtung f&#252;r Medizin und Lebenswissenschaften. Bei einer Abwicklung st&#252;nde auch keine Nachfolgeeinrichtung zur Verf&#252;gung. Weder k&#246;nnen die Aufgaben von ZB MED &#8211; wie einst bei der Schlie&#223;ung der ZBL &#8211; auf eine andere Zentrale Fachbibliothek &#252;bertragen werden, noch k&#246;nnte eine Universit&#228;ts- oder Staatsbibliothek diese zentrale Infrastrukturaufgabe f&#252;r ganz Deutschland &#252;bernehmen. </Pgraph><Pgraph>Der VDB &#8211; Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare hatte sich gleich nach dem Bekanntwerden der Empfehlungen der Leibniz-Gemeinschaft an die &#214;ffentlichkeit, aber auch an die handelnden Akteure und die Tr&#228;ger von ZB MED gewandt <TextLink reference="5"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink> und darauf hingewiesen, dass die Serviceleistungen von ZB MED in der Evaluation als gut bewertet wurden. Als Personalverband liegt dem VDB das Schicksal der Besch&#228;ftigten von <TextGroup><PlainText>ZB MED</PlainText></TextGroup> besonders am Herzen. Zwar scheinen die Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse der Mitarbeiter, die bereits vor der Umwandlung zur Stiftung bei ZB MED t&#228;tig waren, gesichert zu sein &#8211; f&#252;r die sp&#228;ter eingestellten Mitarbeiter gilt dies jedoch nicht.</Pgraph><Pgraph>W&#228;hrend sich die Leibniz-Gemeinschaft in ihrer Reaktion auf das entsprechende Schreiben des VDB auf die erfolgte Evaluation und die eingehaltenen Regularien berief, hatte der Bundesgesundheitsminister in seinem Antwortschreiben an den VDB ausdr&#252;cklich das gro&#223;e Engagement von ZB MED im Rahmen des Reformprozesses anerkannt und das Ergebnis der Evaluation bedauert. Der Bundesgesundheitsminister k&#252;ndigte weiterhin an, sich zusammen mit dem nordrhein-westf&#228;lischen Wissenschaftsministerium um eine konstruktive L&#246;sung zu bem&#252;hen. Das deutlich zu erkennende Engagement des Bundesgesundheitsministeriums, sich zusammen mit dem nordrhein-westf&#228;lischen Wissenschaftsministerium um eine Finanzierungsl&#246;sung zu bem&#252;hen, bei gleichzeitiger Zur&#252;ckhaltung des zust&#228;ndigen Bundesministeriums f&#252;r Bildung und Wissenschaft zeigt, dass ZB MED gerade im medizinischen Umfeld R&#252;ckhalt hat und ihre Leistungen f&#252;r die Informationsversorgung des gesamten &#228;rztlichen und medizinischen Bereichs anerkannt wird. Der VDB hatte daher von Anfang an auch das Gespr&#228;ch gesucht mit medizinischen, wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die ihrerseits mit der dezidierten Perspektive der Nutzer an die &#214;ffentlichkeit gingen. </Pgraph><Pgraph>Wenn sich nun ein Lichtstreifen am Horizont aufzeigt und ein Fortbestand von ZB MED &#8211; so vorsichtig muss man dies derzeit ausr&#252;cken &#8211; &#252;ber die drei Jahre der &#220;berbr&#252;ckungsfinanzierung zumindest nicht mehr v&#246;llig ausgeschlossen ist, so ist dies sicherlich ein Resultat der sehr deutlichen Reaktionen aller bibliothekarischer Verb&#228;nde und Organisationen, der medizinischen Fachverb&#228;nde, aber auch der sehr raschen Reaktionen im Netz. Rudolf Mumenthaler hatte mit einer Petition auf change.org f&#252;r die entsprechende Mobilisierung <TextLink reference="7"></TextLink>, aber auch f&#252;r die rasche Information gesorgt, viele andere folgten auf Twitter oder in ihren Blogs. </Pgraph><Pgraph>Welche Chance ZB MED haben wird, ob es ein neues Modell der Bund-L&#228;nder-Finanzierung geben wird oder ob ZB MED das Schicksal des Deutschen Bibliotheksi<TextGroup><PlainText>nst</PlainText></TextGroup>ituts droht, das w&#228;hrend der laufenden Suche nach einer Nachfolgel&#246;sung ersatzlos abgewickelt wurde, ist derzeit v&#246;llig offen. Die bibliothekarischen Fachverb&#228;nde und die medizinischen Fachgesellschaften werden daher einen langen Atem brauchen und die Entwicklung von <TextGroup><PlainText>ZB MED</PlainText></TextGroup> &#252;ber eine lange Frist sehr aufmerksam beobachten m&#252;ssen &#8211; der Stimme der Wissenschaftler sowie den in der Krankenversorgung T&#228;tigen wird dabei ein besonderes Gewicht zukommen.</Pgraph><Pgraph>&#220;ber den Tag hinaus wird jedoch die entscheidende Frage sein: Welchen Stellenwert hat die Infrastruktur, insbesondere die bibliothekarische Infrastruktur f&#252;r die Wissenschaft&#63; Ist bibliothekarischer Service f&#246;rdernswert oder setzen F&#246;rdergelder zwingend eigene Forschungsleistungen voraus&#63; Ist eine Bibliothek in erster Linie eine Infrastruktureinrichtung oder muss sie sich in ein Forschungsinstitut verwandeln&#63; Der Berliner Bibliothekar Benjamin Blinten hat dazu am 22. M&#228;rz per Twitter eine plakative Antwort formuliert: &#8222;Ein LKW ist kein Rennwagen, und eine Bibliothek ist kein Forschungsinstitut.&#8220; <TextLink reference="8"></TextLink></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkungen">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>&#220;ber den Autor</SubHeadline><Pgraph>Dr. Klaus-Rainer Brintzinger ist 2. stellvertretender Vorsitzender des VDB &#8211; Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare und Direktor der Universit&#228;tsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen.</Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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