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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000285</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002856</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Optimierung des Lehrbuchbestandes durch detaillierte Nutzungsstatistiken</Title>
      <TitleTranslated language="en">Optimization of textbook holdings using detailed usage statistics</TitleTranslated>
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        <Address>Universit&#228;tsbibliothek Regensburg, Teilbibliothek Medizin, Universit&#228;tsstr. 31, D-93042 Regensburg, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tsbibliothek Regensburg, Teilbibliothek Medizin, Regensburg, Deutschland</Affiliation></Address>
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      <Keyword language="de">Lehrb&#252;cher</Keyword>
      <Keyword language="de">Nutzungsstatistik</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Leuchtturmprojekte</SectionHeading>
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    <DatePublished>20131220</DatePublished></DatePublishedList>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>13</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Berlin 2013: "Medizinbibliotheken beta - Konstant im Wandel"</IssueTitle>
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    <ArticleNo>21</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Wir berichten hier, wie es der Teilbibliothek Medizin der Universit&#228;tsbibliothek Regensburg mit Hilfe von automatisch gewonnenen, detaillierten Nutzungsstatistiken und einer bequemen, webbasierten Oberfl&#228;che f&#252;r den Fachreferenten gelang, den Lehrbuchbestand angesichts limitierter Finanzmittel zu optimieren. Dieses System wurde sukzessive auch an anderen Teilbibliotheken der Universit&#228;tsbibliothek Regensburg erfolgreich eingesetzt. Begleitend zu dieser Publikation wird der Quelltext des Systems unter einer Open-Source-Lizenz verf&#252;gbar gemacht. Dies ist das erste, uns bekannte System, dass aus dem integrierten Bibliothekssystem Statusangaben der Ausleihe in Zeitreihen sammelt, zu Kennzahlen f&#252;r die Benutzung aufbereitet und zur m&#252;helosen Nutzung bereitstellt.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>We report how the Medical Branch Library of University Library of Regensburg achieved to optimize its textbook holdings by using automatically harvested detailed usage statistics with an easy-to-use web-based interface. Subsequently, this system was successfully adopted by other branch libraries. Accompanying this paper the software is made available under an open source license. This is the first system known to us that extracts time series of usage status data from an integrated library system and makes these data available for effortless access in a comprehensive manner.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung: Wie viele Staffelexemplare&#63;">
      <MainHeadline>Einleitung: Wie viele Staffelexemplare&#63;</MainHeadline><Pgraph>Lehrb&#252;cher geh&#246;ren an Universit&#228;tsbibliotheken zu der am intensivsten genutzten Literatur. Sie sind f&#252;r die Studierenden zahlreicher Disziplinen, insbesondere auch der Medizin und der Zahnmedizin, oft &#252;ber Jahre hinweg die einzigen genutzten Bibliotheksmedien &#252;berhaupt. Die Verf&#252;gbarkeit von Lehrb&#252;chern hat einen unmittelbaren und starken Einfluss auf die Lernm&#246;glichkeiten von Studierenden und somit auf die Studienbedingungen.</Pgraph><Pgraph>Um dem Bedarf an Lehrb&#252;chern nachzukommen werden an Universit&#228;tsbibliotheken  &#8211; zus&#228;tzlich zu Pr&#228;senzexemplaren &#8211; &#252;blicherweise zahlreiche Staffelexemplare beschafft und in eigenen Lehrbuchsammlungen zur Ausleihe durch die Studierenden angeboten. Die Wahl der richtigen Staffelung f&#252;r die einzelnen Titel stellt eine besondere Herausforderung dar. Zu wenige Staffelexemplare, die den Bedarf der Studierenden nicht decken k&#246;nnen, schr&#228;nken den Nutzen der Bibliothek f&#252;r die Benutzer deutlich ein. Zu viele Staffelexemplare bleiben ungenutzt. Sie belegen nicht nur unn&#246;tig Platz sondern ihre Beschaffung hat vor allem Mittel gebunden, die f&#252;r dringender ben&#246;tigte Exemplare fehlen. </Pgraph><Pgraph>Wir berichten hier, wie es der Teilbibliothek Medizin der Universit&#228;tsbibliothek Regensburg mit Hilfe von selbst gewonnenen, detaillierten und ausf&#252;hrlich analysierten Nutzungsstatistiken und einer bequemen, webbasierten Oberfl&#228;che f&#252;r den Fachreferenten gelang, den Lehrbuchbestand angesichts limitierter Finanzmittel zu optimieren. Dieses System wurde sukzessive auch an anderen Teilbibliotheken der Universit&#228;tsbibliothek Regensburg erfolgreich eingesetzt. Begleitend zu dieser Publikation wird der Quelltext des Systems unter einer Open-Source-Lizenz verf&#252;gbar gemacht. Dies ist das erste, uns bekannte System, dass aus dem integrierten Bibliothekssystem Statusangaben der Ausleihe in Zeitreihen sammelt, zu Kennzahlen f&#252;r die Benutzung aufbereitet und zur m&#252;helosen Nutzung bereitstellt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="L&#246;sungssuche">
      <MainHeadline>L&#246;sungssuche</MainHeadline><SubHeadline>E-Books sind keine L&#246;sung</SubHeadline><Pgraph>Lehrb&#252;cher in elektronischer Form k&#246;nnten eine L&#246;sung f&#252;r das Problem der richtigen Staffelung sein. Bei ihnen entf&#228;llt bei vielen Gesch&#228;ftsmodellen die Bindung an physische Exemplare, so dass sie prinzipiell in quasi unbegrenzter Staffelung zur Verf&#252;gung stehen k&#246;nnten.  Allerdings, fehlten der Teilbibliothek (TB) Medizin der Universit&#228;tsbibliothek (UB) Regensburg bislang immer die Mittel, um dauerhaft und in der ben&#246;tigten Titelzahl Lehrb&#252;cher in E-Book-Form bereitzustellen. Insbesondere die sehr teuren Abonnementmodelle der beiden f&#252;r Medizin-Lehrb&#252;cher wichtigsten Verlage Elsevier und Thieme waren prohibitiv. E-Books w&#228;ren hier nur aus sporadisch und in wechselnder H&#246;he vorhandenen Studienbeitr&#228;gen zu finanzieren gewesen. Bei einem Aussetzen des Abonnements aus finanziellen Gr&#252;nden w&#228;ren alle teuer bezahlten Inhalte verloren gegangen. Deshalb legte die <TextGroup><PlainText>TB Medizin</PlainText></TextGroup> den Fokus bei den Lehrb&#252;chern in Abstimmung mit den Studierenden bisher immer wieder auf Printexemplare.</Pgraph><SubHeadline>Studienbeitr&#228;ge: Mehr Geld, aber wie ausgeben&#63;</SubHeadline><Pgraph>Im Jahre 2007 standen der Teilbibliothek Medizin mit den in Bayern neu eingef&#252;hrten Studienbeitr&#228;gen erstmalig Mittel f&#252;r die Anschaffung gr&#246;&#223;erer Staffelzahlen von Lehrb&#252;chern zur Verf&#252;gung. Der Fachreferent ben&#246;tigte Entscheidungshilfen f&#252;r den Lehrbuchkauf. Empfehlungen f&#252;r die Staffelzahlen von Lehrb&#252;chern von Studierenden und Lehrenden erwiesen sich wiederholt als unzuverl&#228;ssiger Indikator f&#252;r die tats&#228;chliche Nutzung. Dozenten und Studierende haben zudem offenbar oft unterschiedliche Pr&#228;ferenzen bei Lehrb&#252;chern: von Dozenten empfohlene Titel weisen gegen&#252;ber anderen Titeln des Fachgebiets eine vergleichsweise geringe Nutzung auf.</Pgraph><SubHeadline>Das integrierte Bibliothekssystem hilft nicht</SubHeadline><Pgraph>Die UB Regensburg setzt als integriertes Bibliothekssystem SISIS&#47;OCLC SunRise ein. Dieses bietet nur marginale M&#246;glichkeiten, die Nutzung von Exemplaren zu beurteilen. Der Zugang zu den Nutzungszahlen &#252;ber die vom Hersteller zur Verf&#252;gung gestellten Java-basierten Client-Programme ist sehr m&#252;hsam und un&#252;bersichtlich. Nicht einmal Copy-and-Paste ist m&#246;glich. Es bestehen keine standardisierten Schnittstellen zu g&#228;ngiger Software zur Nachnutzung und Auswertung der Daten.  Der Vergleich verschiedener Titel ist somit nicht m&#246;glich.</Pgraph><Pgraph>Um die Beschr&#228;nkungen der SISIS-Software zu umgehen, wurden den Fachreferenten von den Systemverwaltern des Bibliothekssystems nach Bedarf Excel-Dateien mit Benutzungsdaten zur Verf&#252;gung gestellt. Diese wurden durch einen direkten Zugriff auf die Tabelle mit den Exemplardaten in der Sybase-Datenbank des SunRise-L<TextGroup><PlainText>ok</PlainText></TextGroup>alsystems extrahiert. Bei der propriet&#228;ren Closed-Source-Software ben&#246;tigte dies Reverse-Engineering. Auch diese Excel-Listen waren nur von begrenztem Nutzen, denn SunRise erfasst nur sp&#228;rliche Nutzungsdaten: Die Anzahl von Vormerkungen f&#252;r ein Exemplar insgesamt sowie im aktuellen Jahr und die Anzahl der Ausleihen insgesamt, im aktuellen und im vorangegangenen Jahr sind schon &#252;ber den Erwerbungs-Client zug&#228;nglich, die Ausleihen im Vorvorjahr erst beim Datenbankdirektzugriff. Das Bibliothekssystem ist auf die Erledigung kleinteiliger Gesch&#228;ftsprozesse ausgelegt, nicht f&#252;r Managementfunktionen und &#220;bersichten.</Pgraph><Pgraph>Die Anzahl der Vormerkungen f&#252;r Lehrb&#252;cher erwies sich als wenig hilfreiches Entscheidungskriterium, da die Zahlen allgemein eher gering waren, somit zu wenig Variabilit&#228;t f&#252;r quantitative Aussagen besa&#223;en und sie zudem noch unzuverl&#228;ssig waren. Zudem gibt es neben den f&#252;r die einzelnen Exemplare gez&#228;hlten, leicht zug&#228;nglichen Vormerkungen in SunRise auch noch sog. teilqualifizierte Vormerkungen, die f&#252;r einen ganzen Titel gelten und nicht leicht auszuwerten sind. Ein nachvollziehbares Verhalten bei Benutzern sind auch Vormerkungen auf mehrere bis alle Exemplare eines Titels, um nur ja das n&#228;chste verf&#252;gbare zu erhalten. Das erh&#246;ht die Unzuverl&#228;ssigkeit der Messgr&#246;&#223;e Vormerkungen.</Pgraph><Pgraph>Die Anzahl der gesamten Ausleihen eines Exemplars, sowie jahresweise aufgeschl&#252;sselt f&#252;r das aktuelle und die vergangenen zwei Jahre, war damit das beste, nutzungsbasierte Kriterium f&#252;r die Beschaffung von Lehrb&#252;chern. Auch dieses hatte jedoch deutliche Einschr&#228;nkungen, denn die &#252;ber das Jahr summierten Ausleihen verraten nichts &#252;ber eine saisonale Nutzung und entsprechende Engp&#228;sse. An der Fakult&#228;t Medizin der Universit&#228;t Regensburg ist die Ausbildung im Klinischen Abschnitt stark in Bl&#246;cken gegliedert, so dass die Nachfrage nach Lehrb&#252;chern entsprechend der gerade laufenden Lehrveranstaltungen starken Schwankungen unterworfen ist. W&#228;hrend eines nur eine bis wenige Wochen dauernden Kurses kann der Bedarf sehr gro&#223; und w&#228;hrend des restlichen Jahres eher gering sein. </Pgraph><SubHeadline>Die Idee: Kennzahlen selber sammeln &#8211; aber ohne M&#252;he&#33;</SubHeadline><Pgraph>So kam die Idee, die Kennzahlen f&#252;r die Nutzung, die SunRise nicht liefern konnte, einfach selbst zu sammeln. SunRise erfasst  bei der Ausleihverbuchung den Ausleihstatus jedes Exemplars, protokolliert dauerhaft f&#252;r Statistikzwecke aber nur einen Ausleihz&#228;hler ohne zeitliche Information. Deshalb entwickelte der Erstautor eine MySQL-basierte Statistikdatenbank, in der jede Nacht der Ausleihstatus aller Lehrb&#252;cher erfasst wird. Diese Datenbank ist dabei nicht von der Infrastruktur des Bibliothekssystems abh&#228;ngig und wurde auf einem Bibliotheksserver der UB Regensburg erstellt. Zum F&#252;llen der Datenbank fragt ein Skript die Datenbank des SunRise-Lokalsystems ab und schreibt die Werte in die Statistikdatenbank. Die Datenerhebung ist vollkommen automatisiert und bedarf keines nennenswerten Wartungsaufwandes. Eine webbasierte Oberfl&#228;che bietet bequemen und &#252;bersichtlichen Zugang zu den tagesgenauen Nutzungszahlen auch in aufbereiteter Form.</Pgraph><Pgraph>Der Ansatz,  Nutzungs- und Bestandsdaten aus dem Lokalsystem separat in einer eigenen Datenbank zu protokollieren erwies sich als au&#223;erordentlich wertvoll und wurde &#252;ber die Jahre sukzessive erg&#228;nzt und verfeinert. Ein weiterer Ausbau findet statt. Als schwierig erwies sich immer wieder, dass man sich den Zugang zu den Daten des Closed-Source-Systems SunRise durch Reverse Engineering erarbeiten muss. W&#228;hrend etwa auch die <TextGroup><PlainText>UB Heidelberg</PlainText></TextGroup> einen bequemen Zugang zu den bei SISIS SunRise verf&#252;gbaren Nutzungsdaten f&#252;r Erwerbungsentscheidungen bietet (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;epub.ub.uni-muenchen.de&#47;11150&#47;">http:&#47;&#47;epub.ub.uni-muenchen.de&#47;11150&#47;</Hyperlink>), ist uns diese Art von separatem Statistiksystem mit eigens gesammelten Daten von anderer Stelle noch nicht bekannt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ergebnis">
      <MainHeadline>Ergebnis</MainHeadline><SubHeadline>Die sch&#246;ne neue Welt des Lehrbuchkaufs</SubHeadline><Pgraph>Die Nutzung dieser Statistiken hat die Erwerbungsentscheidung von Lehrb&#252;chern f&#252;r den Fachreferenten komplett ver&#228;ndert. Man kann nach der Signatur eines Lehrbuchs suchen und erh&#228;lt eine Webseite mit detaillierten Kennzahlen der Nutzung aller Exemplare dieses Titels in den Lehrbuchsammlungen in &#252;bersichtlich aufbereiteter Form. Am hilfreichsten empfinden wir die Grafik mit dem Nutzungsverlauf und die Angabe, wie oft der Titel in der Lehrbuchsammlung vergriffen ist (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>). </Pgraph><Pgraph>Den Zugang zu der Detailseite eines Titels wird durch ein Suchplugin (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;developer.mozilla.org&#47;en&#47;docs&#47;Creating&#95;OpenSearch&#95;plugins&#95;for&#95;Firefox">https:&#47;&#47;developer.mozilla.org&#47;en&#47;docs&#47;Creating&#95;OpenSearch&#95;plugins&#95;for&#95;Firefox</Hyperlink>) f&#252;r den Firefox-Webbrowser erleichtert: Bei dem im OPAC recherchierten Titel wird mit der Maus die Signatur markiert und im Kontextmen&#252; nach Rechtsklick sofort die Nutzungsstatistik aufgerufen (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). So ist die Entscheidung &#252;ber die Anzahl der Staffelexemplare einer Neuauflage oder &#252;ber ein Aufstocken auf einer empirischen Grundlage oft in Sekunden getroffen.</Pgraph><Pgraph>Sehr praktisch ist auch die vom Zweitautor beigesteuerte Listen&#252;bersicht &#252;ber die Nutzung der Titel eines (fachlichen) Bestandssegements (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>). Hier lassen sich sehr schnell gezielt nur gering oder &#252;berproportional stark genutzte Titel herausfinden um diese dann in der Detailseite genauer zu untersuchen. Aufgrund der systematischen Aufstellung der Lehrb&#252;cher nach der Regensburger Verbundklassifikation l&#228;sst sich auch die Nutzung der Titel eines Fach- oder Teilgebietes sowie der Fachgebiete untereinander leicht beurteilen.</Pgraph><SubHeadline>Flankierende Ma&#223;nahmen</SubHeadline><Pgraph>Durch Mittel aus den Studienbeitr&#228;gen konnte die <TextGroup><PlainText>TB Medizin</PlainText></TextGroup> in den letzten Jahren die Lehrbuchsammlung deutlich ausbauen. Die Mittel konnten mit Hilfe der Nutzungsstatistiken sehr zielgerichtet in Anpassung an den gemessenen Bedarf ausgegeben werden. Die zus&#228;tzlich m&#246;glichen Erwerbungen wurden durch weitere Ma&#223;nahmen flankiert. Es wurden mehr ausleihbare Lehrb&#252;cher in den Lesesaal Medizin im Klinikum, statt in die zentrale Lehrbuchsammlung auf dem Campus gestellt. Damit sind sie &#246;rtlich n&#228;her an den Studenten im Klinischen Abschnitt und w&#228;hrend deutlich besserer &#214;ffnungszeiten zug&#228;nglich. Weiterhin ist, anders als in der zentralen Lehrbuchsammlung, nicht nur die Ausleihe m&#246;glich, sondern die Lehrb&#252;cher sind auch f&#252;r die Vor-Ort-Nutzung im Lesesaal nutzbar, so dass maximale Flexibilit&#228;t f&#252;r die Benutzung gegeben ist.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><SubHeadline>Voller Erfolg&#33;</SubHeadline><Pgraph>Durch die detaillierten, bequem zug&#228;nglichen Nutzungsstatistiken der Lehrb&#252;cher hat sich die Versorgung mit Lehrb&#252;chern f&#252;r die Studierenden deutlich verbessert, was auch enthusiastische R&#252;ckmeldungen immer wieder zeigten. Mit dem Ausbau der Lehrbuchsammlung hat nicht nur die absolute Anzahl der Ausleihen zugenommen, sondern auch die Ausleihrate hat zugenommen. Die Kaufentscheidungen haben sich also zugunsten der Nutzer verbessert, Es wurde also das richtige gekauft. Den Schl&#252;ssel dazu sehen wir in den Lehrbuchstatistiken. Kaufentscheidungen k&#246;nnen nun auch quantitativ gegen&#252;ber den Nutzern begr&#252;ndet werden. </Pgraph><Pgraph>Es ist weiterhin nicht m&#246;glich, jedes Lehrbuch jedem Studierenden jederzeit zur Verf&#252;gung zu stellen, aber eine Optimierung des Bestandsprofils mit den gegebenen Mitteln wurde erreicht. Die vorhandenen, limitierten Mittel wurden aus Sicht des Fachreferenten optimal eingesetzt. Ein netter Nebeneffekt: Lehrbuchkauf macht inzwischen einfach Spa&#223;, man sieht direkt den Erfolg.</Pgraph><Pgraph>Das Projekt hatte Leuchtturmcharakter, denn was als Versuch in der Teilbibliothek Medizin begann, wurde sukzessive auf die anderen Fachbereiche der UB Regensburg ausgeweitet. Eine Kollegin: &#8222;Man wei&#223; gar nicht mehr wie man ohne kann&#33;&#8220;</Pgraph><SubHeadline>Ungel&#246;stes</SubHeadline><Pgraph>Bei aller Freude &#252;ber die M&#246;glichkeiten der Nutzungsstatistiken gibt es doch Aspekte, die damit nicht gel&#246;st werden. Beim Erstkauf eines Titels stehen naturgem&#228;&#223; noch keine Nutzungsdaten als Entscheidungsgrundlage zur Verf&#252;gung, sondern sie sammeln sich erst mit der Zeit an. Hier kann man sich allerdings (und zwar vergleichsweise z&#252;gig) an die ben&#246;tigte Staffeltiefe eines Titels herantasten, da jederzeit nachvollzogen werden kann, ob, wann und wie lange ein Titel in der Lehrbuchsammlung vergriffen ist. Beim Kauf von Neuauflagen kann man sich an der Vorauflage orientieren, was eine der wertvollsten M&#246;glichkeiten ist.</Pgraph><Pgraph>Mit Hilfe der Nutzungsstatistiken kann die Nutzung der einzelnen Titel optimiert werden. Nicht gekl&#228;rt werden kann mit den Statistiken jedoch, ob von den angebotenen Lehrb&#252;chern eines Fachgebiets eigentlich nur ein oder wenige Titel pr&#228;feriert werden und die anderen nur deshalb gut ausgeliehen werden, weil der eigentlich bevorzugte Titel in der Lehrbuchsammlung bereits vergriffen ist. Hier m&#252;ssen die Pr&#228;ferenzen erg&#228;nzend anderweitig erforscht werden, etwa durch Benutzerbefragungen.</Pgraph><SubHeadline>Ausblick</SubHeadline><Pgraph>Nach dem erstmaligen Gedanken, den Ausleihstatus von Lehrb&#252;chern in einem eigenen System zu protokollieren, und dessen folgender Umsetzung, entwickelte sich der Ansatz weiter. Mit den erweiterten M&#246;glichkeiten und zunehmender Erkenntnis kamen neue W&#252;nsche. Dieser Prozess dauert an. So gibt es weitere Aspekte der Lehrbuchnutzung, die inzwischen zwar protokolliert werden, es aber bislang noch nicht in die grafische Oberfl&#228;che geschafft haben: Die Ausleihen aufgeschl&#252;sselt nach der Benutzergruppe  (Studierende, Mitarbeiter, Externe) und nach der Fakult&#228;t des Entleihers. Bei bestimmten Fachgebieten oder fach&#252;bergreifenden Titeln kann mit diesen Angaben die Versorgung einzelner Standorte verbessert werden oder ein anderer Fachreferent mit noch verf&#252;gbaren Mitteln zum Nachkauf angeregt werden.</Pgraph><Pgraph>Der Fokus dieses Artikels liegt auf der Wahl der optimalen Staffeltiefe, was vorrangig bei Lehrb&#252;chern von Bedeutung ist, aber ebenfalls bei anderen Ressourcen mit Mehrfachexemplaren, wie Schlie&#223;f&#228;chern, USB-Sticks oder Arbeitskabinen. </Pgraph><Pgraph>Nat&#252;rlich k&#246;nnen auch andere Kennzahlen (nicht nur) f&#252;r die Nutzung aus dem Lokalsystem in einem separaten Statistiksystem protokolliert und in einem Managementwerkzeug zug&#228;nglich werden. Damit k&#246;nnen einfache Z&#228;hler wie die Anzahl j&#228;hrlicher Ausleihen l&#228;nger verf&#252;gbar bleiben als das bei SISIS SunRise der Fall ist. Zeitreihen von  Werten k&#246;nnen f&#252;r eine nachgelagerte Auswertung erfasst werden. Auch summarische oder anderweitig aggregierte Angaben etwa f&#252;r ganze Bestandssegmente (Bsp.: t&#228;gliche Ausleihrate eines Lesessals oder Fachgebietes im Magazins)  k&#246;nnen damit erstmalig &#252;berhaupt verf&#252;gbar und protokollierbar werden. Die Bandbreite der M&#246;glichkeiten ist gro&#223;, setzt aber Interesse an der Nutzung und eine entsprechende Kenntnis des Lokalsystems voraus.</Pgraph><SubHeadline>Ein Pl&#228;doyer f&#252;r offene Bibliothekssysteme</SubHeadline><Pgraph>Dieser Ansatz der separaten, automatisierten Sammlung von Kennzahlen aus dem integrierten Bibliothekssystem ist nicht nur f&#252;r das an der UB Regensburg eingesetzte SISIS SunRise g&#252;ltig, sondern sollte analog auch f&#252;r integrierte Bibliothekssysteme anderer Hersteller m&#246;glich sein. </Pgraph><Pgraph>Wir gehen davon aus, dass bei den komplexen, integrierten Bibliothekssystemen zum Zeitpunkt der Beschaffung nicht alle m&#246;glichen und sp&#228;ter gew&#252;nschten Einsatzszenarien bekannt sind oder sein k&#246;nnen. Die Erkenntnisse und Anforderungen wandeln sich schneller als die Software. Es werden also schon aus prinzipiellen Erw&#228;gungen immer Funktionalit&#228;ten fehlen. Erschwert wird dieser Umstand durch das Ausschreibungsrecht, dem &#246;ffentliche Auftraggeber unterliegen. Bibliotheken k&#246;nnen erfahrungsgem&#228;&#223; nicht die Ressourcen f&#252;r eine Modellierung und technische Beschreibung der ben&#246;tigten, hochkomplexen Softwaresysteme aufbringen, wie sie f&#252;r eine vollst&#228;ndige Funktionsbeschreibung notwendig ist. Ein entsprechender Prozess dauert bei gro&#223;en Softwareh&#228;usern bei intensivem Einsatz hochqualifizierten Personals oft Jahre. Eine Ausschreibung wird jedoch meist durch den Quotienten aus Preis und Erf&#252;llungsrate der Anforderungen entschieden. Entsprechend ist dann oft die Ern&#252;chterung bei Bibliotheken nach dem Kauf. Dies wird auch f&#252;r zuk&#252;nftige, cloud-basierte Systeme gelten. </Pgraph><Pgraph>Die Erfahrung zeigt, dass die Nachr&#252;stung mit ben&#246;tigten Funktionen bei kommerziellen Closed-Source-Systemen im Spanungsfeld von Firmen- und Kundeninteressen oft nicht oder nicht zufriedenstellend m&#246;glich ist. Deshalb sollten Bibliothekssysteme offene, dokumentierte Systeme sein, im besten Falle Open-Source-Systeme (die ja durchaus gewinnbringend kommerziell entwickelt werden k&#246;nnen), damit die Nachr&#252;stung oder die Erweiterung jederzeit durchf&#252;hrbar ist. Hier k&#246;nnen die Bibliotheken ihre St&#228;rken des kooperativen Ansatzes ausspielen und die Entwicklung gemeinsam vorantreiben.</Pgraph><Pgraph>Die hier vorgestellten Statistikfunktionalit&#228;ten sind eine angeflanschte Erweiterung des SISIS- SunRise-Lokalsystems. Eigentlich stehen sie aber ganz daneben. Als propriet&#228;res Closed-Source-System ist ein anderweitiger Zugriff als &#252;ber die abgeschlossenen Client-Programme nicht vorgesehen. Eine Dokumentation dazu war f&#252;r uns nicht verf&#252;gbar. Der Zugriff auf die Datenbank erforderte m&#252;hsames Reverse Engineering: Welche der hunderte von Tabellen h&#228;lt wo welche Daten und was ist deren Bedeutung&#63; Die bibliographischen Titeldaten (Katalogdatens&#228;tze)  unser eigenen Best&#228;nde bleiben sogar nach dem Zugriff auf die Datenbank unzug&#228;nglich. Sie sind in einem unbekannten, undokumentierten Bin&#228;rformat gespeichert.</Pgraph><Pgraph>Der geschlossene Ansatz solcher Systeme wirkt auch auf das Arbeitsklima und die Kommunikation der beteiligten Bibliotheksmitarbeiter. Dies ist nach unserem Eindruck ein Haupthemmnis f&#252;r eine bessere Ausnutzung des Bibliothekssystems. Es besteht Unsicherheit dar&#252;ber, welche Eingriffe vertraglich erlaubt sind, wie zuverl&#228;ssig die mangels Dokumentation durch Reverse Engineering selbst gewonnenen Erkenntnisse sind und insbesondere was davon weitergegeben werden kann. Alles ist mir einem gewissen Geheimnis umgeben, der den Austausch mit Kollegen vor allem von au&#223;erhalb der eigenen Institution stark behindert. Als Folge herrscht der Eindruck vor, mehr als von der Firma vorgegeben ist nicht m&#246;glich und so bleiben nach und nach auch die W&#252;nsche danach aus. Erst im Sommer 2013, nach sechs Jahren Einsatz unseres Systems, erfuhren wir zuf&#228;llig und von ganz anderer Seite, dass die Firma OCLC&#47;SISIS f&#252;r Ihre Kunden eine per Software ansprechbare Schnittstelle zu SunRise zur Verf&#252;gung stellt. Dies war nicht einmal unseren lokalen Systembetreuern bekannt. Diese Schnittstelle scheint nicht einfach zu benutzen zu sein. Ob sie f&#252;r unsere Zwecke geeignet ist k&#246;nnen wir derzeit nicht beurteilen.</Pgraph><Pgraph>Begleitend zu diesem Artikel stellen wir unsere Software unter einer Open-Source-Lizenz f&#252;r die einfache Nachnutzung und Weiterentwicklung zur Verf&#252;gung (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;epub.uni-regensburg.de&#47;29001&#47;">http:&#47;&#47;epub.uni-regensburg.de&#47;29001&#47;</Hyperlink>). Auch Nutzer anderer Lokalsysteme als SISIS SunRise k&#246;nnte dies den Weg erleichtern, wenn der Zugriff zu den Nutzungsdaten im integrierten Lokalsystem gefunden ist. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Danksagung</SubHeadline><Pgraph>Der Erstautor dankt Lisa Freitag und Marianne Gro&#223;, unseren lokalen Systembetreuern, f&#252;r ihre Bereitschaft, ihr Wissen &#252;ber die Innereien von SISIS SunRise zu teilen.</Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autoren erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Ausschnitt aus der Detailseite mit Nutzungsstatistiken eines Titels. In der Grafik ist der Zeitverlauf der Nutzung aller Exemplare eines Titels dargestellt. Engp&#228;sse oder &#220;berkapazit&#228;ten k&#246;nnen sofort erkannt werden. Die Daten k&#246;nnen nach Standorten gefiltert werden, hier nach der zentralen Lehrbuchsammlung auf dem Campus und der Lehrbuchsammlung im Universit&#228;tsklinikum.</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Von der Exemplaranzeige eines Titels im OPAC zur Detailseite mit Nutzungsstatistiken: Signatur mit der Maus markieren und nach Rechtsklick im Kontextmen&#252; zur das Firefox-Suchplugin &#8222;Lehrbuchnutzung&#8220; w&#228;hlen. Dies &#246;ffnet in einem weiteren Tab des Webbrowsers die Detailseite wie in Abbildung 1. Hier werden mit Hilfe des Firefox-Add-Ons &#8222;Context Search&#8220; (https:&#47;&#47;addons.mozilla.org&#47;de&#47;firefox&#47;addon&#47;context-search&#47;) alle verf&#252;gbaren Suchplugins im Kontextmen&#252; bereitgestellt. Ohne dieses Add-On wird nur das im Browser vorausgew&#228;hlte Suchplugin angeboten.</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: &#220;bersicht &#252;ber die Nutzung der einzelnen Titel eines Bestandssegments, hier der Lehrbuchsammlung Medizin. Grafisch dargestellt ist der prozentuale Anteil der Tage, an denen die Lehrb&#252;cher eines Titels ausgeliehen sind. Hyperlinks f&#252;hren zu einer Suche nach dem Titel im OPAC sowie zur Detailseite wie in Abbildung 1.</Mark1></Pgraph></Caption>
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