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    <Identifier>mbi000275</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000275</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002759</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Strategische Entwicklung von Medizinbibliotheken aus Sicht einer Bereichsbibliothek</Title>
      <TitleTranslated language="en">Strategic development of medical libraries from the perspective of a department library</TitleTranslated>
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          <Lastname>Schweizer</Lastname>
          <LastnameHeading>Schweizer</LastnameHeading>
          <Firstname>Stefanus</Firstname>
          <Initials>S</Initials>
          <AcademicTitle>Dr. med.</AcademicTitle>
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        <Address>Universit&#228;tsbibliothek Mainz, Bereichsbibliothek Universit&#228;tsmedizin, Langenbeckstr. 1, Universit&#228;tsmedizin, Geb&#228;ude 602, 55131 Mainz, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tsbibliothek Mainz, Bereichsbibliothek Universit&#228;tsmedizin, Mainz, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>s.schweizer&#64;ub.uni-mainz.de</Email>
        <Creatorrole corresponding="yes" presenting="no">author</Creatorrole>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">medical library</Keyword>
      <Keyword language="en">library services</Keyword>
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      <Keyword language="de">Medizinbibliothek</Keyword>
      <Keyword language="de">bibliothekarische Dienstleistungen</Keyword>
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      <Keyword language="de">Bibliothek vor Ort</Keyword>
      <Keyword language="de">&#214;ffentlichkeitsarbeit</Keyword>
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    <DatePublished>20130913</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>13</Volume>
        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Strategische Entwicklung von Medizinbibliotheken</IssueTitle>
      </Journal>
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    <ArticleNo>11</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Medizinbibliotheken m&#252;ssen sich dem Wandel stellen und sich konsequent strategisch ausrichten. Wichtigster Erfolgsfaktor sind und bleiben die Mitarbeitenden der Bibliothek. Die nicht zu eng definierten bibliothekarischen Dienstleistungen m&#252;ssen auf die Bed&#252;rfnisse der Nutzergruppen zugeschnitten und st&#228;ndig &#252;berpr&#252;ft werden, veraltete Arbeiten sollten im Gegenzug aufgegeben werden. Der Personalentwicklung sowie der Kooperation mit anderen Bibliotheken kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Bibliotheksbest&#228;nde werden k&#252;nftig weniger wichtig, eine einladende Bibliothek vor Ort bleibt aber weiterhin bedeutend. S&#228;mtliche Angebote sollten von einer umfassenden &#214;ffentlichkeitsarbeit flankiert werden.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Medical libraries need to respond to change and consistently adjust strategically. The most important factors for success are and will remain the employees of the library. The library services should not be defined restrictively: they must be tailored to the needs of their user groups, continually checked and obsolete work&#47;tasks must be given up. Staff development and cooperation with other libraries play an essential role. Library holdings will be less important in the future, but a welcoming local library will remain significant. All services should be accompanied by a comprehensive public relations effort.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Strategische Entwicklung von Medizinbibliotheken aus Sicht einer Bereichsbibliothek">
      <MainHeadline>Strategische Entwicklung von Medizinbibliotheken aus Sicht einer Bereichsbibliothek</MainHeadline><Pgraph>Bibliotheken sind einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Medizinbibliotheken, die sich den Ver&#228;nderungen nicht aktiv stellen, haben letztlich nur noch eine Aufgabe: die der eigenen Abwicklung. Die bibliothekarischen Aufgaben k&#246;nnen auch andere Anbieter &#252;bernehmen. Eine konsequente strategische Ausrichtung und die Anpassung der Dienstleistungen sind deshalb unabdingbar. </Pgraph><Pgraph>Aus der Sicht einer medizinischen Bereichsbibliothek, die voll in die Universit&#228;tsbibliothek integriert ist und gleichzeitig als Dienstleister f&#252;r eine unabh&#228;ngige Universit&#228;tsmedizin fungiert, stellt sich das folgenderma&#223;en dar. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Die Bibliotheksmitarbeiterinnen und Mitarbeiter</Mark1> sind und bleiben der wichtigste Erfolgsfaktor f&#252;r die Bibliothek. Die Rolle der Bestandsverwalter haben sie dabei l&#228;ngst abgelegt.  Gerade wegen der Informationsflut im Netz bleiben die Dienste der Bibliothek gefragt: sei es in ma&#223;geschneiderten Recherche-&#47;Literaturverwaltungs-Kursen f&#252;r Doktoranden bzw. neues Klinikpersonal oder bei Ausk&#252;nften und ausf&#252;hrlichen Fachberatungen. Die Grenzen der bibliothekseigenen Themen sollten dabei nicht zu eng gefasst werden: in der Mainzer Praxis sind dies zum Beispiel der Support bei WLAN-Zugangsproblemen oder die Abfassung von Zitiervorschriften f&#252;r den Fachbereich. Andernorts stehen vielleicht Zitationsanalysen oder der Umgang mit Forschungsprim&#228;rdaten auf der Agenda. </Pgraph><Pgraph>Neue Dienstleistungen bedeuten gleichzeitig die Einstellung oder das Zur&#252;ckfahren von alten Dienstleistungen (Beispiel: Bearbeitung von Print-Zeitschriften), was nicht selten auch Wehmut bei den betroffenen Mitarbeitern hervorruft. Die Hintergr&#252;nde und Ausgestaltung von neuen wie abzuwickelnden Arbeiten m&#252;ssen intensiv kommuniziert und im Team diskutiert werden. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken, z.B. innerhalb der Universit&#228;tsbibliothek, k&#246;nnen Spielr&#228;ume f&#252;r Neues schaffen.</Pgraph><Pgraph>Gute Dienstleistungen erfordern gutes Personal und zwar auf allen Ebenen. Die Wahrnehmung der Bibliothek h&#228;ngt von einem ordentlich sortierten Regal ebenso ab wie von einer qualifizierten Fachberatung, vom ersteren vielleicht sogar mehr. Das sch&#246;nste Online-Tutorial bringt nichts, wenn die Usability der Website nicht stimmt. Den sich wandelnden Aufgaben muss sich personell in zweierlei Weise gestellt werden: erstens inhaltlich durch die stetige Weiterqualifizierung des Personals und zweitens administrativ: durch den starren Stellenplan (kaum Aufstiegsm&#246;glichkeiten, feste Verteilung der Stellen auf bestimmte Eingruppierungsstufen) ist die tarifgerechte Besch&#228;ftigung der Mitarbeitenden manchmal schwierig. Die Aufgaben werden komplexer und zunehmend projektbezogen, gleichzeitig fallen durch die Automatisierung einfache T&#228;tigkeiten weg. Hier k&#246;nnten in gewissem Umfang  Kooperationen mit anderen Bibliotheken und projektgebundene gegenseitige Eins&#228;tze Abhilfe schaffen.</Pgraph><Pgraph>Enge Nutzerkontakte z.B. durch Umfragen oder regelm&#228;&#223;ige Treffen mit Fachschafts- oder Dekanatsvertretern und Angeh&#246;rigen der verschiedenen <Mark1>Nutzergruppen</Mark1> k&#246;nnen helfen, neue Bed&#252;rfnisse zu ermitteln und bestehende Dienstleistungen anzupassen. Interessanterweise wird manchen dadurch erst klar, dass hinter einem oft genutzten Angebot (z.B. E-Journal) die Bibliothek steckt. Aber nicht alle Bed&#252;rfnisse werden konkret ge&#228;u&#223;ert, deshalb m&#252;ssen Bibliotheken selbst neue Angebote entwickeln und f&#252;r einen nicht zu knapp bemessenen Zeitraum anbieten. &#220;ber die Weiterf&#252;hrung entscheidet dann die tats&#228;chliche Nutzung.</Pgraph><Pgraph>Neben den traditionellen Nutzergruppen entsteht mit  der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe eine neue wichtige Zielgruppe f&#252;r Medizinbibliotheken. In Kooperation mit der Pflegedienstleitung, Pflegeschule etc. muss hier ein Konzept zur Literaturversorgung und flankierenden Nutzerschulungen erarbeitet werden. In Mainz werden bereits spezifische Kurse und F&#252;hrungen angeboten, au&#223;erdem gibt es Erwerbungsabsprachen mit der Pflegeschule. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Die Bibliotheksbest&#228;nde</Mark1> spielen k&#252;nftig eine geringere Rolle. Die &#196;ra der medizinischen Printzeitschriften ist &#8211; von ausgew&#228;hlten Archivbest&#228;nden und wenigen laufenden Titeln abgesehen &#8211; vorbei. Elektronische Zeitschriften werden an Hochschulbibliotheken i.d.R. zentral erworben, allerdings spielen Medizinbibliotheken bei der Titelauswahl von E-Journals und der damit zusammenh&#228;ngenden Evaluation von Zeitschriftenw&#252;nschen der Institute und Kliniken eine wichtige Rolle, in Mainz z.B. mit einer umfassenden Zeitschriftenumfrage. Au&#223;erdem m&#252;ssen die Erwerbungsaktivit&#228;ten in einem traditionell zweischichtigen System koordiniert werden. </Pgraph><Pgraph>Sollte sich Open Access ausbreiten, wandelt sich auch die Rolle der Bibliothek im Zeitschriftenbereich &#8211; weg von der Beschaffung hin zur Publikationsberatung und ggf. Verwaltung von Publikationsfonds.</Pgraph><Pgraph>Bei den B&#252;chern ist das Verh&#228;ltnis von gedruckten und elektronischen Formen komplizierter und eine zeitliche Prognose schwierig. Zurzeit l&#228;sst sich eher ein sowohl als auch postulieren, denn eine klare Abl&#246;sung. Noch werden Lehrb&#252;cher stark ausgeliehen und bei Anschaffungsvorschl&#228;gen in diesem Bereich werden bei R&#252;ckfragen in der Regel gedrucktes und elektronisches Buch gew&#252;nscht, keinesfalls aber nur das E-Book. Bei wissenschaftlichen Referenzwerken geht der Trend aber klar in Richtung E-Book. Insgesamt ist langfristig davon auszugehen, dass E-Books die wichtigere Rolle spielen werden.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Die Bibliothek als Ort</Mark1> bleibt weiterhin wichtig. Insbesondere Studierende ben&#246;tigen Raum, um sich zu treffen, zu lernen oder an station&#228;ren bzw. mobilen Endger&#228;ten zu arbeiten. Bei der Auswahl des Ortes spielen &#228;u&#223;ere Faktoren mehr denn je eine Rolle. Sind die R&#228;umlichkeiten attraktiv gestaltet&#63; Gibt es einen guten Kaffee&#63; Ist das Personal freundlich und kompetent&#63; Gibt es Dienstleistungen der Bibliothek, die sonst nirgends oder nur zu einem h&#246;heren Preis bzw. Aufwand zu bekommen sind (Beratung, Druck-, Kopier-, Scanm&#246;glichkeit etc.)&#63; </Pgraph><Pgraph>Die Auswahl des Bibliotheksgeb&#228;udes als solches wird in der Regel von au&#223;en bestimmt, trotzdem gibt es Gestaltungsspielr&#228;ume bei der Nutzung, die m&#246;glichst flexibel der Nachfrage angepasst werden sollte. Neben traditionellen Ausstattungsmerkmalen wie Anzahl der Still-, Gruppen- und PC-Arbeitspl&#228;tze spielen auch weichere Faktoren wie Anzahl und Qualit&#228;t der Schlie&#223;f&#228;cher oder die Stromversorgung zum Aufladen der mobilen Endger&#228;te eine nicht zu untersch&#228;tzende Rolle.</Pgraph><Pgraph>Die Bibliothek wird k&#252;nftig weder als Ort noch virtuell per se aufgesucht. Das bedeutet, dass nicht nur auf das inhaltliche Angebot ein Augenmerk gelegt werden muss, sondern flankierend auch eine umfassende und zielgruppenorientierte <Mark1>&#214;ffentlichkeitsarbeit</Mark1> stattfindet. Sofern m&#246;glich, sollten die Informationskan&#228;le der prim&#228;ren Zielgruppen regelm&#228;&#223;ig, aber nicht aufdringlich bespielt werden, z.B. E-Mail-Verteiler der Studierenden, Forschungsnewsletter oder Mitarbeiterzeitschrift. Auch klassische Marketinginstrumente wie Plakate und Flyer sind nicht zu untersch&#228;tzen, wie die Evaluation der Mainzer Kurse zeigt. Eine inhaltlich gute und formal ansprechende Website mit aktuellen Informationen geh&#246;rt zum Basisinventar. Ob Social-Media-Aktivit&#228;ten k&#252;nftig die ihnen zugeschriebene wichtige Rolle spielen, muss sich noch zeigen, klar ist allerdings, dass Medizinbibliotheken an den aktuellen Entwicklungen partizipieren sollten.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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