<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" standalone="no"?>
<GmsArticle>
  <MetaData>
    <Identifier>mbi000256</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000256</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002564</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Literatur f&#252;r interdisziplin&#228;re Wissenschaft &#8211; eine Anforderungsanalyse aus Anwendersicht</Title>
      <TitleTranslated language="en">Literature for interdisciplinary scientists &#8211; a requirement engineering approach</TitleTranslated>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Deserno</Lastname>
          <LastnameHeading>Deserno</LastnameHeading>
          <Firstname>Thomas M.</Firstname>
          <Initials>TM</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
        </PersonNames>
        <Address>Institut f&#252;r Medizinische Informatik, Universit&#228;tsklinikum der RWTH Aachen, Pauwelsstra&#223;e 30, 52074 Aachen, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tsklinikum der RWTH Aachen, Institut f&#252;r Medizinische Informatik, Aachen, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>deserno&#64;ieee.org</Email>
        <Creatorrole corresponding="yes" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">requirement engineering</Keyword>
      <Keyword language="en">literature access</Keyword>
      <Keyword language="en">interdisciplinary work</Keyword>
      <Keyword language="de">Anforderungsanalyse</Keyword>
      <Keyword language="de">Literaturzugriff</Keyword>
      <Keyword language="de">Interdisziplin&#228;res Arbeiten</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      
    <DatePublished>20121220</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>12</Volume>
        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Aachen 2012: "Medizinbibliotheken 20XX. Zuverl&#228;ssig, Zukunftsweisend, Unverzichtbar"</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>20</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Literatur ist die Kernkomponente der Wissenschaft, aber die medizinische Forschung ist im st&#228;ndigen Wandel. Die Metapher des Elfenbeinturmes f&#252;r den Arbeitsplatz des Wissenschaftlers ist l&#228;ngst nicht mehr g&#252;ltig. Erfolgreiche Wissenschaft im biomedizinischen Bereich ist heute interdisziplin&#228;r, kollektiv und translational. Dieser Prozess wird begleitet von technologischen Innovationen wie dem Smart Phone und der Informationsressource Internet, die &#252;berall und immer verf&#252;gbar ist. Das medizinische Bibliothekswesen muss diesen Wandel mit vollziehen und mit innovativen, prozessintegrierten Diensten seine Kunden optimal unterst&#252;tzen. Dieser Beitrag beleuchtet das Problemfeld aus Sicht des Anwenders und versucht, die Anforderungen an bibliothekarische Dienste zu kategorisieren und zu priorisieren.  </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Medical research is subject to continuous change, and scientific literature must be timely assessable for research, diagnosis, and teaching. However, biomedical sciences have become interdisciplinary, collective, and translational. Furthermore, novel technologies such as the Internet and smart phones have been established and are available almost everywhere. Medical libraries have to follow these trends offering novel integrated services to optimize the support of their customers. In this paper, we analyse the domain from the users&#8217; perspective and give a categorization of future bibliographic services.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="1 Einleitung">
      <MainHeadline>1 Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Die Bibliothek und speziell die medizinische Bibliothek sammelt medizinische Fachliteratur, um sie ihren &#8222;Kunden&#8220; m&#246;glichst einfach und schnell zug&#228;nglich zu machen. Unter Literatur wird dabei gemeinhin der Bereich aller m&#252;ndlich oder schriftlich fixierten sprachlichen Zeugnisse verstanden <TextLink reference="1"></TextLink>. Die Bedeutung der Literatur, also die ihr beigemessene Wichtigkeit, ist schon schwieriger zu fassen. Aus dem Inhalt eines derzeit laufenden DFG-Projektes stammt das folgende Zitat: &#8222;Die kognitive Funktion der Literatur kann ohne eine grunds&#228;tzliche Modellierung der komplexen Interaktion von Bedeut<TextGroup><PlainText>ungs-,</PlainText></TextGroup> Wahrheits- und Wissensfragen nicht verstanden werden&#8230;&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink>, <TextLink reference="3"></TextLink>. Allgemein kann Literatur als fundamentale Grundlage allen Wissens und jeder Wissenschaft aufgefasst werden. In den medizinischen Anwendungsbereichen der Forschung, Lehre&#47;Ausbildung und Patientenversorgung ist sie gleicherma&#223;en wichtig und es gelten dieselben Zielvorstellungen hinsichtlich des Literaturzugriffs: n&#228;mlich zeitlich sofort und inhaltlich vollst&#228;ndig. War vor 25 Jahren der Literaturzugriff ausschlie&#223;lich &#252;ber tabellarische und alphabetisch sortierte Karteik&#228;sten organisiert, &#252;ber die das gesuchte Werk aus dem Magazin angefordert werden konnte, sind heute diese Eintr&#228;ge digital im Internet verf&#252;gbar. Der Ort des Zugriffs hat sich damit von zentral nach dezentral verschoben (Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table"/>). Dieser Trend begann bereits vor 20 Jahren, als die ersten Literaturdatenbanken &#252;ber BTX-Terminals abgefragt werden konnten. Die Abstracts einer solchen Recherche, die zentral am Terminal der medizinischen Bibliothek durchgef&#252;hrt wurde, erhielt man drei Wochen sp&#228;ter als Ausdruck, und dann begann erst der zeit- und arbeitsaufw&#228;ndige Prozess der eigentlichen (Fernleih-)Bestellung der als relevant vermuteten Aufs&#228;tze. Mittlerweile bieten Portale, wie Ovid, den Zugriff auf mehrere Datenbanken gleichzeitig, und &#8211; je nach Ausstattung der Universit&#228;t oder Bibliothek &#8211; gleich den Durchgriff auf die im PDF-Format verf&#252;gbaren Fachbeitr&#228;ge. In 20 Jahren ist aus einem zentralen Bestellprozess &#252;ber mehrere Wochen ein dezentraler Vorgang mit wenigen Mausklicks geworden.</Pgraph><Pgraph>Dennoch gibt es Potential f&#252;r weitere Verbesserungen, dem die medizinischen Bibliotheken nachkommen sollten. Diese Anforderungen beinhalten die Art des Zugangs: individuell vs. kooperativ, die Art der Suche: text bzw. bildbasiert, und die Art der Ressource: PDF-Volltext vs. Abstract. Diese Punkte werden im Folgenden mit Beispielen illustriert. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="2 Material und Methode">
      <MainHeadline>2 Material und Methode</MainHeadline><Pgraph>Medizinische Fachliteratur enth&#228;lt Wissen, das jedoch in den bibliographischen Tabellen nicht repr&#228;sentiert wird. Die allgemein bekannte Informationspyramide (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) zeigt die schrittweise Abstraktion von Zeichen &#252;ber Daten, Information und Wissen zur Weisheit. Gem&#228;&#223; dieser Aufteilung sind tabellarische Listen eher Daten als Information; die medizinische Bibliothek &#8211; trotz optisch ansprechender Suchmasken im Web &#8211; betreibt heute also Daten- statt Informations- oder Wissensmanagement. </Pgraph><Pgraph>Erst k&#252;rzlich wurde begonnen, die vielf&#228;ltigen Informationen, die in den Listen der Bibliotheken schlummern, f&#252;r den Nutzer verf&#252;gbar zu machen. Um dies an strukturierten Beispielen zu illustrieren, muss der gesamte Lebenszyklus von Daten betrachtet werden. Dieser wurde in dem Open Archival Information System (OAIS) Modell, das vom Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA) entwickelt wurde, als sechsstufiger Zyklus in acht Schritten modelliert <TextLink reference="4"></TextLink>. Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/> zeigt den Zyklus, der neben der Generierung von Daten auch deren Nutzung, Modifikation und Aktualisierung behandelt <TextLink reference="5"></TextLink>. Medizinische Literatur wird hier also nicht mehr als statisches Objekt, sondern als sich stetig &#228;ndernde dynamische Einheit aufgefasst.</Pgraph><Pgraph>Eine (medizinische) Bibliothek sollte den gesamten Prozess unterst&#252;tzen. Im folgenden werden jedoch nur die Bereiche Verteilung, Benutzung und Verbesserung exemplarisch betrachtet. </Pgraph><SubHeadline>2.1 Verteilung gesammelter Daten (Share)</SubHeadline><Pgraph>Der Zugriff auf medizinische Literatur erfolgt immer noch alphanumerisch, d.h. in den entsprechenden Textfeldern f&#252;r Autorennamen, Titel oder Abstract k&#246;nnen Suchbegriffe angegeben werden. Es gibt bereits viele Aussagen dar&#252;ber, dass ein Information Retrieval hinsichtlich seiner Query Completion &#8211; also der Antwortvollst&#228;ndigkeit von Suchanfragen &#8211; stark verbessert werden kann, wenn die Suche auf Texturen und Bildmuster ausgeweitet wird, die insbesondere in der Medizin durch die medizinische Bildgebung eine besondere Relevanz haben <TextLink reference="6"></TextLink>. Die sich derzeit durchsetzenden Open Access Publikationswege unterst&#252;tzen eine Auswertung bildlicher Information bereits generisch, denn Bilder und Graphiken werden im PDF als individuell extrahierbare Objekte eingebunden und werden in den Webinterfaces von z.B. Pubmed bereits gesondert angezeigt.</Pgraph><Pgraph>Es ist also naheliegend, die Suche auf Bilder auszuweiten. Ein entsprechendes Interface ist in Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/> visualisiert <TextLink reference="6"></TextLink>. Neben Autorennamen und Stichw&#246;rtern k&#246;nnen Bildmuster zur Suche angegeben werden. </Pgraph><Pgraph>Auch die listenartige Anzeige der Suchergebnisse ist nicht mehr up to date. In Internet-Portalen wie Amazon k&#246;nnen Ergebnislisten nach &#8222;Relevanz&#8220; sortiert werden, die z.B. aus der kollaborativen Bewertung anderer ermittelt wird. Google Scholar hat hier bereits erste Ans&#228;tze umgesetzt. Weiterhin sollten Filterm&#246;glichkeiten nach Verf&#252;gbarkeit des (PDF-)Artikels integriert werden, um nur solche Ergebnisse anzuzeigen, die auch f&#252;r den jeweiligen Nutzer direkt verf&#252;gbar sind. Auf Internet-Plattformen zu Hotelbuchung ist dies bereits Standard &#8211; ausgebuchte Hotels werden gar nicht erst angezeigt. Die heutige Pubmed-Funktion alleine reicht nicht aus, denn je nach Universit&#228;t sind die Zugriffserlaubnisse mit den einzelnen Verlagen und Copyright-Haltern unterschiedlich. </Pgraph><Pgraph>In der biomedizinischen Literatur k&#246;nnte die &#8222;Relevanz&#8220; auch &#252;ber die Referenzen in der Suchmenge angegeben werden. Viele der Referenzen eines in der Ergebnismenge enthaltenen Beitrages verweisen auf andere Elemente der Ergebnismenge: es wird ein Netz (Information) und keine Liste (Daten) erzeugt. Aus den Verkn&#252;pfungen innerhalb der Ergebnismenge l&#228;sst sich wiederum eine Relevanz bestimmen, um die Liste zu ordnen. Das interaktive Navigieren durch solche Ergebnisnetze ist in der wiederum fiktiven Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure"/> illustriert.</Pgraph><SubHeadline>2.2 Benutzung recherchierter Daten (Use)</SubHeadline><Pgraph>Informationsservices zuk&#252;nftiger medizinischer Bibliotheken sollten jedoch noch einen Schritt weitergehen, um die Anforderungen der Kunden zu erf&#252;llen und optimal zu unterst&#252;tzen. Die Literaturrecherche in der medizinischen Forschungsanwendung dient nicht zum Selbstzweck sondern ist integraler Bestandteil neuer Forschungsergebnisse, die wiederum publiziert werden. Diese Publikation kann von einer medizinischen Bibliothek in vielerlei Hinsicht unterst&#252;tzt werden: </Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1."><Mark2>Unterst&#252;tzung beim Wiederfinden</Mark2> einmal bezogener Literatur: In eStores wird diese Funktion bereits als selbstverst&#228;ndlich angenommen. Ein einmal bestellter Artikel bleibt in der zentralen Datenbank gespeichert. eProdukte wie elektronische B&#252;cher und Musikdateien k&#246;nnen erneut geladen werden, die &#8222;Bibliothek&#8220; merkt sich, was der &#8222;Kunde&#8220; bereits bestellt und geliefert bekommen hat. Ungeachtet etwaiger Lizenzprobleme w&#228;re es genauso w&#252;nschenswert, wenn &#252;ber diesen &#8222;Zwischenpuffer&#8220; die Verf&#252;gbarkeitsquote f&#252;r den Vollzugriff der Institution gesteigert werden k&#246;nnte &#8211; Referenzen, die an andere Benutzer geliefert wurden, sind ebenfalls verf&#252;gbar.</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2."><Mark2>Unterst&#252;tzung beim Weiterverwenden</Mark2> einmal bezogener Literatur: Ebenso w&#228;re es aus Anwendersicht w&#252;nschenswert, wenn in einer zentralen Datenbank (der Bibliothek) gesichert w&#252;rde, was wann und wo vom Benutzer referenziert wurde. Mit entsprechenden Plugins zu Adobe Acrobat oder Microsoft Word lie&#223;e sich durch Rechtsklick ein entsprechendes Kontextmen&#252; offen, in dem nicht nur auf den Eintrag mit gleicher Nummer im Literaturverzeichnis desselben Dokuments verwiesen wird, sondern in dem das PDF direkt zum &#214;ffnen verf&#252;gbar ist sowie die bereits erzeugten eigenen und fremden Werke, in denen selbiges Zitat vorkommt. Die hierzu erforderlichen technologischen Voraussetzungen sind vorhanden, aber es fehlt noch an entsprechenden Produkten. </ListItem></OrderedList></Pgraph><SubHeadline>2.3 Annotation recherchierter Daten (Improve)</SubHeadline><Pgraph>Es gibt zwar (kommerzielle) Systeme, die die Verwaltung von Zitaten, Referenzen und PDF-Dokumenten unterst&#252;tzen, aber diese Anwendungen fokussieren den einzelnen Benutzer und unterst&#252;tzen Arbeitsgruppen nur unzureichend. Innerhalb einer interdisziplin&#228;ren Arbeitsgruppe sollten alle einmal recherchierten Dokumente allen gleichzeitig verf&#252;gbar sein. Dies gilt auch f&#252;r die Annotationen und Bemerkungen, die der Einzelne zu den Zitatstellen festh&#228;lt. In den derzeitigen Single-User Systemen sind die Datenbanken auf dem Rechner der Einzelnen nicht austauschbar. Eine Bibliothek k&#246;nnte hier die Arbeitsgruppe mit zentralen Diensten unterst&#252;tzen, zum Beispiel eine rechtssichere Cloud zur Verf&#252;gung stellen, in der Teammitglieder copyrightgesch&#252;tzte Literatur teilen d&#252;rfen. Dar&#252;ber hinaus muss die Trennung zwischen Dokument und Annotation &#8211; wie sie in heutigen Systemen vorherrscht &#8211; hinterfragt werden. Sicher ist es besser und einfacher sowie genauer, die Anmerkung mit den g&#228;ngigen PDF-Werkzeugen direkt in das PDF-Dokument an die entsprechende Stelle zu schreiben. Solche M&#246;glichkeiten bietet bereits das Social Network Mendeley <TextLink reference="7"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Dies zeigt anschaulich, dass der Weg von Literaturdaten zu Literaturinformation gehen wird, in dem die einzelnen Literaturstellen einem kontinuierlichen &#196;nderungsprozess unterworfen sind, der gem&#228;&#223; der OAIS-Modellierung mit Bibliotheksdiensten unterst&#252;tzt werden sollte. Einige Verlage haben dies bereits erkannt und publizieren in elektronischen Plattformen, in denen der Autor eines Beitrages eigenst&#228;ndig und online &#196;nderungen an seinem Beitrag vornehmen kann (auch wenn dies Kommentare seiner Leser bislang noch nicht umfasst) <TextLink reference="8"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure"/> veranschaulicht die Unterst&#252;tzung von kooperativem Arbeiten am Beispiel des Image Retrieval in Medical Applications (IRMA) Projektes <TextLink reference="9"></TextLink>, in dessen Rahmen eine zun&#228;chst f&#252;r die Verwaltung von gro&#223;en annotierten Bildsammlungen konzipierte Datenbankanwendung auf die translationale Literaturverwaltung adaptiert wurde. In (A) ist die webbasierte Oberfl&#228;che dargestellt. Alle &#196;nderungen an einem Eintrag werden in einer History automatisch festgehalten <TextLink reference="10"></TextLink>. Hiermit kann jederzeit nachverfolgt werden, welcher Nutzer an welchen Eintr&#228;gen wann welche Annotationen vorgenommen hat (B), was auch in entsprechende Sichten &#252;berf&#252;hrt werden kann (C). Dar&#252;ber hinaus bietet das Interface weitere M&#246;glichkeiten, um Ergebnismengen einzelner Suchanfrage miteinander zu verkn&#252;pfen. Diese logischen Mengenoperationen umfassen Und- und Oder-Operation sowie die Negation. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="3 Res&#252;mee und Ausblick">
      <MainHeadline>3 Res&#252;mee und Ausblick</MainHeadline><Pgraph>Gem&#228;&#223; der Definition in Wikipedia ist die &#8222;<Mark2>Bibliothek eine Dienstleistungseinrichtung &#8230; &#91;zur&#93; Beschaffung (Share) und Nutzung (Use) von gedruckten Publikationen</Mark2>&#8220; <TextLink reference="11"></TextLink>. Die Einschr&#228;nkung &#8222;gedruckt&#8220; sollte nach Auffassung des Autors entfallen. Die in diesem Beitrag durchgef&#252;hrte Analyse mithilfe des OAIS-Modells hat deutlich gemacht, dass der Prozess der Literaturerzeugung, also der Annotation bestehender (Improve) und der Publikation neuer (Create) Literatur, ebenso von der medizinischen Bibliothek zu unterst&#252;tzen ist. </Pgraph><Pgraph>Die k&#252;nftigen Dienste sollten &#8211; geordnet nach den pers&#246;nlichen Priorit&#228;ten des Autors &#8211; dabei folgendes umfassen:</Pgraph><Pgraph> </Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Maximale Verf&#252;gbarkeit der elektronischen Volltexte</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">Kooperatives Arbeiten mit zentralen Diensten</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">Erweiterte Suche (Bilder)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="4" numString="4.">Interaktive Suche (Ergebnis-Mining nach Relevanz)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="5" numString="5.">Annotationen im Dokument (Improve)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="6" numString="6.">Unterst&#252;tzung beim Erzeugen neuer Literaturdokumente (Create)</ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Eine vollst&#228;ndige Verf&#252;gbarkeit der elektronischen Volltexte unterst&#252;tzt auch die automatische Plagiatdetektion und wird somit helfen, Plagiate zu vermeiden. Automatische Volltextvergleiche sollten dabei als zentraler Service von der Medizinischen Bibliothek angeboten werden und den Nutzer bei der Erstellung seiner Texte unterst&#252;tzen. </Pgraph><Pgraph>Damit wird das Datenmanagement von Literatur zum Informationsmanagement und dieses wird kooperativ, serviceorientiert und Multi-User tauglich. Die Medizinische Bibliothek wird somit dem Leitspruch der medizinischen Informatik folgen, und die f&#252;r ihre Benutzer richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen <TextLink reference="12"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Danksagung</SubHeadline><Pgraph>Ich danke Herrn Dr. Cord Spreckelsen, Aachen, f&#252;r die kritische Durchsicht des ersten Manuskriptes und seine inhaltlichen Anregungen, die ich gerne aufgenommen habe.</Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Anonym</RefAuthor>
        <RefTitle>Literatur</RefTitle>
        <RefYear></RefYear>
        <RefBookTitle>Wikipedia. Die freie Enzyklop&#228;die</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Literatur. In: Wikipedia. Die freie Enzyklop&#228;die. Available from: http:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Literatur</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Literatur</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="2">
        <RefAuthor>Daiber J</RefAuthor>
        <RefAuthor>Rott H</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear>2009</RefYear>
        <RefBookTitle>Wissen und Bedeutung in der Literatur. DFG-Forschungsprojekt</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Daiber J, Rott H. Wissen und Bedeutung in der Literatur. DFG-Forschungsprojekt. Universit&#228;t Regensburg; 2009. Available from: http:&#47;&#47;www.uni-regensburg.de&#47;forschung&#47;wissen-und-bedeutung-in-der-literatur&#47;</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;www.uni-regensburg.de&#47;forschung&#47;wissen-und-bedeutung-in-der-literatur&#47;</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="3">
        <RefAuthor>Anonym</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear></RefYear>
        <RefBookTitle>Projekt Wissen und Bedeutung in der Literatur - Zwischen Wissenspoetologie und Analytischer Sprachphilosophie. GEPRIS-Suchergebnis</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Projekt Wissen und Bedeutung in der Literatur - Zwischen Wissenspoetologie und Analytischer Sprachphilosophie. GEPRIS-Suchergebnis. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Available from: http:&#47;&#47;gepris.dfg.de&#47;gepris&#47;OCTOPUS&#47;&#63;module&#61;gepris&#38;task&#61;showDetail&#38;context&#61;projekt&#38;id&#61;165173840</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;gepris.dfg.de&#47;gepris&#47;OCTOPUS&#47;&#63;module&#61;gepris&#38;task&#61;showDetail&#38;context&#61;projekt&#38;id&#61;165173840</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="4">
        <RefAuthor>Anonym</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear>2003</RefYear>
        <RefBookTitle>ISO 14721:2003. Space data and information transfer systems -- Open archival information system -- Reference model. ISO 14721</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Space data and information transfer systems -- Open archival information system -- Reference model.  International Organization for Standardization; 2003. Available from: http:&#47;&#47;www.iso.org&#47;iso&#47;catalogue&#95;detail.htm&#63;csnumber&#61;24683</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;www.iso.org&#47;iso&#47;catalogue&#95;detail.htm&#63;csnumber&#61;24683</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="5">
        <RefAuthor>Deserno TM</RefAuthor>
        <RefAuthor>Welter P</RefAuthor>
        <RefAuthor>Horsch A</RefAuthor>
        <RefTitle>Toward a repository for standardized medical image and signal case data annotated with ground truth</RefTitle>
        <RefYear>2012</RefYear>
        <RefJournal>J Digit Imaging</RefJournal>
        <RefPage>213-26</RefPage>
        <RefTotal>Deserno TM, Welter P, Horsch A. Toward a repository for standardized medical image and signal case data annotated with ground truth. J Digit Imaging. 2012;25(2):213-26. DOI: 10.1007&#47;s10278-011-9428-4</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.1007&#47;s10278-011-9428-4</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="6">
        <RefAuthor>Deserno TM</RefAuthor>
        <RefAuthor>Antani S</RefAuthor>
        <RefAuthor>Long RL</RefAuthor>
        <RefTitle>Content-based image retrieval for scientific literature access</RefTitle>
        <RefYear>2009</RefYear>
        <RefJournal>Methods Inf Med</RefJournal>
        <RefPage>371-80</RefPage>
        <RefTotal>Deserno TM, Antani S, Long RL. Content-based image retrieval for scientific literature access. Methods Inf Med. 2009;48(4):371-80. DOI: 10.3414&#47;ME0561</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.3414&#47;ME0561</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="7">
        <RefAuthor>Anonym</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear></RefYear>
        <RefBookTitle>Mendeley Ltd. &#91;mendeley.com&#93;</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Mendeley Ltd. &#91;mendeley.com&#93;. Available from: http:&#47;&#47;www.mendeley.com</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;www.mendeley.com</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="8">
        <RefAuthor>Springer-Verlag GmbH</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear></RefYear>
        <RefBookTitle>Springer Reference &#91;springerreference.com&#93;</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Springer-Verlag GmbH. Springer Reference &#91;springerreference.com&#93;. Available from: http:&#47;&#47;www.springerreference.com&#47;docs&#47;index.html</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;www.springerreference.com&#47;docs&#47;index.html</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="9">
        <RefAuthor>Lehmann TM</RefAuthor>
        <RefAuthor>G&#252;ld MO</RefAuthor>
        <RefAuthor>Thies C</RefAuthor>
        <RefAuthor>Fischer B</RefAuthor>
        <RefAuthor>Spitzer K</RefAuthor>
        <RefAuthor>Keysers D</RefAuthor>
        <RefAuthor>Ney H</RefAuthor>
        <RefAuthor>Kohnen M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Schubert H</RefAuthor>
        <RefAuthor>Wein BB</RefAuthor>
        <RefTitle>Content-based image retrieval in medical applications</RefTitle>
        <RefYear>2004</RefYear>
        <RefJournal>Methods Inf Med</RefJournal>
        <RefPage>354-61</RefPage>
        <RefTotal>Lehmann TM, G&#252;ld MO, Thies C, Fischer B, Spitzer K, Keysers D, Ney H, Kohnen M, Schubert H, Wein BB. Content-based image retrieval in medical applications. Methods Inf Med. 2004;43(4):354-61.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="10">
        <RefAuthor>Deserno TM</RefAuthor>
        <RefAuthor>G&#252;ld MO</RefAuthor>
        <RefAuthor>Plodowski B</RefAuthor>
        <RefAuthor>Spitzer K</RefAuthor>
        <RefAuthor>Wein BB</RefAuthor>
        <RefAuthor>Schubert H</RefAuthor>
        <RefAuthor>Ney H</RefAuthor>
        <RefAuthor>Seidl T</RefAuthor>
        <RefTitle>Extended query refinement for medical image retrieval</RefTitle>
        <RefYear>2008</RefYear>
        <RefJournal>J Digit Imaging</RefJournal>
        <RefPage>280-9</RefPage>
        <RefTotal>Deserno TM, G&#252;ld MO, Plodowski B, Spitzer K, Wein BB, Schubert H, Ney H, Seidl T. Extended query refinement for medical image retrieval. J Digit Imaging. 2008;21(3):280-9. DOI: 10.1007&#47;s10278-007-9037-4</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.1007&#47;s10278-007-9037-4</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="11">
        <RefAuthor>Anonym</RefAuthor>
        <RefTitle>Bibliothek</RefTitle>
        <RefYear></RefYear>
        <RefBookTitle>Wikipedia, Die freie Enzyklop&#228;die</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Bibliothek. In: Wikipedia, Die freie Enzyklop&#228;die. Available from: http:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Bibliothek</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Bibliothek</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="12">
        <RefAuthor>Anonym</RefAuthor>
        <RefTitle>Medizinische Informatik</RefTitle>
        <RefYear></RefYear>
        <RefBookTitle>Wikipedia, Die freie Enzyklop&#228;die</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Medizinische Informatik. In: Wikipedia, Die freie Enzyklop&#228;die. Available from: http:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Medizinische&#95;Informatik</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Medizinische&#95;Informatik</RefLink>
      </Reference>
    </References>
    <Media>
      <Tables>
        <Table format="png">
          <MediaNo>1</MediaNo>
          <MediaID>1</MediaID>
          <Caption><Pgraph><Mark1>Tabelle 1: Literaturzugangssysteme im Wandel</Mark1></Pgraph></Caption>
        </Table>
        <NoOfTables>1</NoOfTables>
      </Tables>
      <Figures>
        <Figure format="png" height="508" width="937">
          <MediaNo>1</MediaNo>
          <MediaID>1</MediaID>
          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Informationspyramide</Mark1></Pgraph><Pgraph>Der Bestandskatalog einer Bibliothek &#8211; sei er als Karteikasten oder als Tabelle im Internet organisiert &#8211; entspricht der Datenebene.</Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="344" width="490">
          <MediaNo>2</MediaNo>
          <MediaID>2</MediaID>
          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: OAIS-Modell </Mark1></Pgraph><Pgraph>Der Zyklus enth&#228;lt die Schritte Definition, Erzeugung, Speicherung, Erhaltung, Verteilung, Benutzung, Verbesserung und Verwaltung, die alle anderen Bereiche zentral unterst&#252;tzt &#91;5&#93;.</Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="346" width="1036">
          <MediaNo>3</MediaNo>
          <MediaID>3</MediaID>
          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: Pubmed Interface </Mark1></Pgraph><Pgraph>Die Fotomontage zeigt das textbasierte Interface (links) von heute und die bildbasierte Version (rechts) von morgen, bei der Bilder via Copy&#47;Paste zur Suche in Datenbanken verwendet werden k&#246;nnen.</Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="499" width="860">
          <MediaNo>4</MediaNo>
          <MediaID>4</MediaID>
          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 4: Netz-Visualisierung </Mark1></Pgraph><Pgraph>Die Fotomontage veranschaulicht die Visualisierung der Ergebnislisten als Informationsnetzwerk, in dem die Verbindungen aus den Literaturreferenzen der einzelnen Elemente der Ergebnismenge ermittelt wurden. Die hiernach wichtigste Literaturstelle ist im Zentrum angeordnet. </Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="652" width="965">
          <MediaNo>5</MediaNo>
          <MediaID>5</MediaID>
          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 5: IRMA Reference Manager</Mark1></Pgraph><Pgraph>Die aus dem webbasierten Verwalten gro&#223;er Bilddatenmengen heraus entstandene Literaturdatenbank verwaltet literarische Metainformation und die als PDF-Dokument gespeicherten Referenzen einheitlich und User-bezogen in der kooperierenden Arbeitsgruppe (A). Annotationen werden personenbezogen erfasst (B) und k&#246;nnen f&#252;r vielf&#228;ltige Filterungen eingesetzt werden (C). Das Webinterface erlaubt zudem logische Verkn&#252;pfungen einzelner Suchanfragen (D).</Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <NoOfPictures>5</NoOfPictures>
      </Figures>
      <InlineFigures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </InlineFigures>
      <Attachments>
        <NoOfAttachments>0</NoOfAttachments>
      </Attachments>
    </Media>
  </OrigData>
</GmsArticle>