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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000248</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002486</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Die Bibliothek des Medizinhistorischen Instituts und Museums der Universit&#228;t Z&#252;rich</Title>
      <TitleTranslated language="en">Library of the Institute and Museum of the History of Medicine Zurich</TitleTranslated>
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        <Address>Universit&#228;t Z&#252;rich, Medizinhistorisches Institut und Museum, Bibliothek, Hirschengraben 82, CH-8001 Z&#252;rich, Telefon: &#43;41(0)44&#47;634-2075, Schweiz<Affiliation>Universit&#228;t Z&#252;rich, Medizinhistorisches Institut und Museum, Bibliothek, Z&#252;rich, Schweiz</Affiliation></Address>
        <Email>mhbib&#64;mhiz.uzh.ch</Email>
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      <Keyword language="en">Institute and Museum of the History of Medicine Zurich</Keyword>
      <Keyword language="en">Medical History Library</Keyword>
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      <Keyword language="de">Medizinhistorisches Institut Universit&#228;t Z&#252;rich</Keyword>
      <Keyword language="de">Medizinhistorische Bibliothek</Keyword>
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    <DatePublished>20120906</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>12</Volume>
        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Medizinhistorische Literatur</IssueTitle>
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    <ArticleNo>12</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Der Beitrag berichtet &#252;ber die Gr&#252;ndungsgeschichte der Bibliothek und richtet dann das Augenmerk auf die historischen Best&#228;nde vom 15. bis 19. Jahrhundert. Chronologisch werden 16 einzelne Werke dargestellt, die entweder besonders kunstvoll ausgestattet oder selten sind oder einen wichtigen Meilenstein in der medizinischen Forschung darstellen.</Pgraph><Pgraph>In einem zweiten Teil wird ein Erschlie&#223;ungsprojekt, das diesen Fr&#252;hling abgeschlossen werden konnte, n&#228;her vorgestellt: die Brosch&#252;rensammlung &#8222;Kurorte&#8220;.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The article first presents the history of the library and a description of the historical collection from the early modern period to the 19th century. Chronologically, 16 of the most precious books are presented. They are either especially beautifully illustrated, rare or milestones of medical research. In a second part, the article introduces a special collection of the library containing brochures of health resorts. This collection has recently been added to the catalogue.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="1. Einleitung">
      <MainHeadline>1. Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Das Medizinhistorische Institut der Universit&#228;t Z&#252;rich wurde 1951 gegr&#252;ndet. Es verdankt seine reichhaltigen historischen Best&#228;nde zu einem gro&#223;en Teil dem Sammeleifer des Z&#252;rcher Arztes Gustav Adolf Wehrli (1888&#8211;1949), der eine umfangreiche Objekt- und Dokumentensammlung zusammentrug. Diese wurde ab 1932 im Medizinhistorischen Museum der Universit&#228;t Z&#252;rich der &#214;ffentlichkeit zug&#228;nglich gemacht. Mit der Gr&#252;ndung des Instituts entstand die Bibliothek, welche 1958 dank der klugen Entscheidung des zweiten Institutsvorstehers, Prof. Erwin H. Ackerknecht (1906&#8211;1988), durch einen gro&#223;en Teil der wissenschaftlichen Bibliothek des weltw<TextGroup><PlainText>eit a</PlainText></TextGroup>nerkannten Medizinhistorikers Henry E. Sigerist (1891&#8211;1957) erweitert werden konnte. Aus seinem Nachlass stammen rund 6.000 Dokumente. Im Jahr 2003 wurde der Bestand der Bibliothek neu aufgeteilt. S&#228;mtl<TextGroup><PlainText>ich</PlainText></TextGroup>e handschriftlichen und unpublizierten Dokumente werden seither vom neu geschaffenen medizinhistorischen Archiv betreut. In der Bibliothek verbleibt der reiche publizierte Bestand. Heute konzentriert sich die Bibliothek auf die Erwerbung von aktueller medizinhistorischer Forschungsliteratur, welche sie den Forschenden des Instituts, anderen Universit&#228;tsangeh&#246;rigen und der interessierten &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stellt. Der historische Bestand wird weiterhin durch die Aufnahme ausgew&#228;hlter Schenkungen erweitert. Der Bestand der Bibliothek ist fast vollst&#228;ndig im Online-Katalog der Universit&#228;t Z&#252;rich erfasst und so f&#252;r einen breiten Benutzerkreis findbar.</Pgraph><Pgraph>Die folgende Vorstellung der Bibliothek ist in zwei Teile gegliedert: als erstes wird der Bestand beschrieben, wobei ausf&#252;hrlich auf die historischen Buchbest&#228;nde eingegangen wird sowie einzelne Sammlungen beschrieben werden. Im zweiten Teil wird eine j&#252;ngst abgeschlossene besondere Bestandserschlie&#223;ung vorgestellt. Den Abschluss bilden einige Eckdaten zur Bibliothek.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="2. Bestandsbeschreibung">
      <MainHeadline>2. Bestandsbeschreibung</MainHeadline><Pgraph>Von den insgesamt circa 160.000 Dokumenten (B&#252;chern, Zeitschriften, Sonderdrucken, Dokumentationen, Brosch&#252;ren und &#252;brigen Kleinschriften) des Gesamtbestands wurden rund 10 Prozent vor dem Jahr 1800 publiziert. Die Best&#228;nde des 15., 16., 17. und 18. Jahrhunderts sind separat aufgestellt und wurden genau ausgez&#228;hlt. Ab dem Erscheinungsjahr 1800 sind die Titel nach Sachgebieten zusammen mit den B&#228;nden aus dem 20. und <TextGroup><PlainText>21. Jah</PlainText></TextGroup>rhundert aufgestellt. Die Angaben f&#252;r die Best&#228;nde des 19. Jahrhunderts beruhen auf Hochrechnungen.</Pgraph><Pgraph>Auf das 15. Jahrhundert gehen zwei Drucke zur&#252;ck: ein <Mark2>Hortus sanitatis</Mark2> (Augsburg 1485) (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) sowie ein weiterer mit dem Titel <Mark2>De herbis</Mark2> (o. O. o. J.). </Pgraph><Pgraph>Aus dem 16. Jh. stammen 125 B&#228;nde, davon ein Drittel deutsche und zwei Drittel lateinische Texte sowie zwei englische und ein italienischer Titel. Neben den rein medizinischen stehen wenige pharmazeutische Texte und einige lateinische Dissertationen. Die Bibliothek verf&#252;gt &#252;ber einige besonders interessante Werke, etwa die <Mark2>Ophtalmodouleia</Mark2> von Georg Bartisch (Dresden 1583) (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). Das augenchirurgische Werk ist mit zahlreichen ausdrucksvollen Holzschnitten illustriert, die Patienten mit verschiedensten Augenkrankheiten, chirurgische Instrumente, Behandlungs- und Operationsmethoden zeigen: Bemerkenswert ist auch, dass das Werk nicht wie damals &#252;blich in Latein sondern in &#8222;einheimischem&#8220; Deutsch verfasst wurde. Zu nennen ist auch eine seltene Erstausgabe des <Mark2>Liber de arte distillandi, de Simplicibus</Mark2> von Hieronymus Brunschwig (Stra&#223;burg 1500), ein Werk &#252;ber die Destillation, eines der ersten B&#252;cher dieser Art. Ebenfalls bemerkenswert ist die <Mark2>Chirurgia</Mark2> des ber&#252;hmten Z&#252;rcher Universalgehrten, Naturforscher und Arztes Konrad Gessner (Z&#252;rich 1555), ein zusammengestelltes und bearbeitetes Quellenwerk mit chirurgischen Schriften von zeitgen&#246;ssischen Autoren wie Jean Tagault, Mariano Santo, Galen, Oribasius und anderen. Schlie&#223;lich befindet sich in der Bibliothek auch das Hebammenbuch <TextGroup><Mark2>De c</Mark2></TextGroup><Mark2>onceptu et generatione hominis</Mark2> des Z&#252;rcher Stadtarztes Jakob Rueff (um 1505&#8211;1558) (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>) aus dem Jahr der deutschen Erstausgabe (Z&#252;rich 1554). Dieses Werk ist auch in einer von Jost Ammann illustrierten Edition (Frankfurt a.M. 1580) vorhanden, die nach dem Tod des Autors vom Frankfurter Verleger Sigmund Feyerabend in Auftrag gegeben wurde.</Pgraph><Pgraph>Auf das 17. Jahrhundert gehen 272 Titel zur&#252;ck, davon 162 lateinische, 88 deutsche, 13 franz&#246;sische, 5 italienische und je 2 englische und holl&#228;ndische. Texte allgemein-medizinischen Inhalts &#252;berwiegen, die sprachliche Verteilung verschiebt sich, mit Ausnahme der Dissertationen, zugunsten der deutschen Sprache. Zu erw&#228;hnen ist das <Mark2>Kinder-B&#252;chlein</Mark2> (Z&#252;rich 1689) des Z&#252;rcher Stadtarztes Johannes von Muralt (1645&#8211;1733), wiederum ein Lehrbuch der Geburtshilfe sowie S&#228;uglings- und Kinderpflege. Es ist in popul&#228;rer Art wie ein Katechismus in Fragen und Antworten gegliedert. Ein weiteres interessantes Werk ist das chirurgische Handbuch von Johannes Scultetus, die <Mark2>Cheiroplotheke seu armamentarium chirurgicum</Mark2> (Den Haag 1656) und die deutsche Ausgabe mit dem Titel <Mark2>Wund-Arzneyisches Zeug-Hauss</Mark2> (Frankfurt a.M. 1666) (Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure"/>). Diese zeichnen sich durch die realistische Illustration chirurgischer Operationen aus. Das <Mark2>&#8222;Armamentarium&#8220;</Mark2> (Wund-Arzneyisches Zeug-Haus) enth&#228;lt einen Katalog der damals bekannten chirurgischen Instrumente und Ger&#228;te, von denen viele sogar von Johannes Scultetus erfunden worden sind, und zeigt auch die Anwendung von Bandagen und Schienen.</Pgraph><Pgraph>Aus dem 18. Jahrhundert stammen 1.369 Titel in 1.766 B&#228;nden. Auch hier findet sich mehrheitlich Literatur zur allgemeinen Medizin. Hinzu kommen circa 70 Titel zur Pharmazie und zur Pharmaziegeschichte sowie ein umfangreicher Bestand von mehreren tausend lateinischsprachigen medizinischen Dissertationen aus verschiedenen europ&#228;ischen Universit&#228;ten. Diese Dissertationen sind schon kurz nach der Gr&#252;ndung des Instituts aus den Best&#228;nden der Zentralbibliothek in die medizinhistorische Bibliothek gelangt. Ein herausragendes Werk aus dem Bestand des 18. Jahrhunderts ist <Mark2>L&#39;Orthop&#233;die</Mark2> von Nicolas Andrys (Paris 1741) (Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure"/>, Abbildung 6 <ImgLink imgNo="6" imgType="figure"/>). Andry pr&#228;gte den Begriff Orthop&#228;die und etablierte diese chirurgische Spezialdisziplin als vorbeugende und konservative Heilbehandlung. Diese wirkte nicht in erster Linie durch chirurgische Ma&#223;nahmen, sondern legte das Hauptgewicht darauf, Deformit&#228;ten des kindlichen K&#246;rpers zu verh&#252;ten und zu heilen &#8211; mittels verbesserten Bandagiertechniken, orthop&#228;dischen St&#252;tz-Apparaten, Prothesen, Schienen oder Bruchb&#228;ndern. Weiter zu nennen ist die Erstausgabe des <Mark2>Instrumentarium chirurgicum Viennense</Mark2> von Giovanni Alessandro Brambilla (Wien 1781) (Abbildung 7 <ImgLink imgNo="7" imgType="figure"/>), ein Prachtwerk mit Abbildungen von &#252;ber 600 chirurgischen und zahn&#228;rztlichen Instrumenten in Originalgr&#246;&#223;e. Brambilla wurde 1728 in Pavia geboren, studierte dort und in Paris und wurde sp&#228;tere Milit&#228;rchirurg in der kaiserlichen &#246;sterreichischen Armee. Das <Mark2>Instrumentarium chirurgicum Viennese</Mark2> beinhaltet eine Geschichte der Chirurgie und der chirurgischen Instrumente seit der Antike bis auf seine Zeit, wobei die besten Instrumentenhersteller als Beispiele genommen werden. Weitere bedeutende Werke sind die <Mark2>Anatomia uteri humani gravidi tabulis illustrata</Mark2> von William Hunter (Baskerville 1774), ein Atlas &#252;ber den schwangeren Uterus, und die <Mark2>Kupfer-Bibel</Mark2> von Johann Jakob Scheuchzer (4 B&#228;nde, Augsburg 1731&#8211;1735) (Abbildung 8 <ImgLink imgNo="8" imgType="figure"/>). Die <Mark2>Physica Sacra</Mark2> des Z&#252;rcher Naturforschers und Stadtarztes Johann Jakob Scheuchzer geh&#246;rt zu den prachtvollsten naturkundlichen Werken des 18. Jahrhunderts, wobei bei Scheuchzer die ganze Naturforschung zum wissenschaftlichen Kommentar der biblischen Sch&#246;pfung wurde. Die gegen 800 ganzseitigen Kupfertafeln (in vier Foliob&#228;nden) von Johann Melchior F&#252;essli zeugen von der Erfindungsgabe und dem herausragenden K&#246;nnen des K&#252;nstlers; sie sind von den bekanntesten Kupferstechern der Zeit ausgef&#252;hrt und geh&#246;ren zum Besten, was die barocke Buchillustration hervorgebracht hat. Vertreten ist auch Samuel-A<TextGroup><PlainText>ugust</PlainText></TextGroup>e-Andr&#233;-David Tissot, ein typischer Vertreter der Aufkl&#228;rung, mit verschiedenen Auflagen seiner Standardwerke <Mark2>De la sant&#233; des gens de lettres</Mark2> und <Mark2>Avis au peuple sur sa sant&#233;</Mark2>. Die Werke bem&#252;hen sich um die Gesundheit und das Wohlergehen sowohl der gebildeten St&#228;nde (<Mark2>De la sant&#233; des gens de lettres</Mark2>) wie auch der einfacheren Bev&#246;lkerungsschichten (<Mark2>Avis au peule sur la sant&#233;</Mark2>) und sind im Zusammenhang der Kampagnen zur Gesundheitserziehung der Zeit zu sehen. </Pgraph><Pgraph>Der Bestand des 19. Jahrhunderts (9.000 gesch&#228;tzte Titel) besteht aus Literatur zur inneren Medizin, Texten allgemein-medizinischen Inhalts, pharmazeutischen, chirurgischen, therapeutischen, anatomischen und veterin&#228;rmedizinischen Werken, sowie circa 250 naturwissenschaftlichen Titeln. Es &#252;berwiegt die deutsche Sprache, gefolgt von franz&#246;sischen Werken (10 Prozent) und solchen in weiteren modernen Sprachen wie Italienisch, Spanisch und Englisch. Ein gro&#223;er Teil dieser Best&#228;nde stammt aus &#220;bernahmen von medizinischen Bibliotheken der Universit&#228;t Z&#252;rich, zum Beispiel aus dem Institut f&#252;r Hirnforschung oder dem anatomischen Institut. Auch hier verf&#252;gt die Bibliothek &#252;ber bedeutende Werke. Zu nennen sind etwa die Erstausgabe von Robert Carswells <Mark2>Pathol</Mark2><TextGroup><Mark2>ogi</Mark2></TextGroup><Mark2>cal Anatomy</Mark2> (12 Faszikel in 1 Band, London 1833&#8211;1838) (Abbildung 9 <ImgLink imgNo="9" imgType="figure"/>), ein umfangreicher pathologischer Atlas mit 48 vom Autor eigenh&#228;ndig handkolorierten Lithographien sowie der <Mark2>Atlas colori&#233; de spedalskhed (Elephantiasis des Grecs)</Mark2> von Daniel Cornelius Danielssen und Karl Wilhelm Boeck (Bergen 1847) (Abbildung 10 <ImgLink imgNo="10" imgType="figure"/>), ein Atlas (ohne Text), welcher die  erste moderne Beschreibung der Lepra enth&#228;lt. Ein seltenes Werk ist auch <Mark2>Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiebers</Mark2> (Pest, Wien, Leipzig 1861) von Ignaz Semmelweis. Der zu Lebzeiten verkannte Wiener Arzt hatte als erster erkannt, dass das gef&#252;rchtete Kindbettfieber nicht durch &#8222;verunreinigte Luft&#8220; oder von der &#8222;Unreinlichkeit der W&#246;chnerinnen&#8220; ausging, sondern in erster Linie von den H&#228;nden der gyn&#228;kologischen Untersucher und Geburtshelfer. Die Bibliothek verf&#252;gt auch &#252;ber die Erstausgabe von Rudolf Virchows <Mark2>Cellularpathologie</Mark2> (Berlin 1858). Darin wies Virchow nach, dass die Zelle die letzte Einheit pathologischer St&#246;rungen wie auch des normalen Lebens ist. Erst durch die Anwendung dieses Kriteriums und dieser Erkenntnis war es m&#246;glich, eine &#252;berw&#228;ltigende Menge von Einzelfakten zu ordnen. </Pgraph><Pgraph>Die Bibliothek verf&#252;gt zudem &#252;ber einige interessante Sonderbest&#228;nde, die &#252;berwiegend aus dem 19. und <TextGroup><PlainText>20. Jah</PlainText></TextGroup>rhundert stammen. Dazu geh&#246;ren die separat aufgestellten Privatbibliotheken aus dem Nachlass von Eugen Bircher (1882&#8211;1956) &#252;ber Erkrankungen der Schilddr&#252;se (Kropf) und von J&#252;rgen Thorwald (1915&#8211;2006), dem deutschen Schriftsteller und Verfasser von popul&#228;ren medizinhistorischen Werken. Von der Bibliothek eigenh&#228;ndig angelegt wurde eine biographische Sammlung zu &#196;rzten, die seit den Gr&#252;ndungsjahren gepflegt und immer noch laufend erg&#228;nzt wird. Es handelt sich um eine Sammlung von Nekrologen, Todesanzeigen, Zeitungsartikeln und weiterem biographischen Material vor allem zu Schweizer &#196;rzten. Eine weitere Sammlung von Kleinschriften umfasst Werbe- und Informationsmaterial sowie Sonderdrucke zu verschiedenen Schweizer und ausl&#228;ndischen Kurorten. Diese Sammlung wurde von 2011 bis 2012 neu systematisch im Online-Katalog der Universit&#228;t Z&#252;rich erfasst und damit dem Publikum besser zug&#228;nglich gemacht. Im Folgenden wird dieser Bestand und das dazugeh&#246;rige Erschlie&#223;ungsprojekt n&#228;her vorgestellt. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="3. Bibliotheksprojekt: Erschlie&#223;ung der Brosch&#252;rensammlung Kurorte">
      <MainHeadline>3. Bibliotheksprojekt: Erschlie&#223;ung der Brosch&#252;rensammlung Kurorte</MainHeadline><Pgraph>In der Bibliothek liegt schon seit vielen Jahren eine Brosch&#252;rensammlung zu verschiedenen Heilb&#228;dern, H&#246;hen- und Luftkurorten, die bis vor kurzem nur zu einem geringen Teil erschlossen war. Die Sammlung enth&#228;lt eine Vielzahl von kleineren Werbebrosch&#252;ren und popul&#228;ren Abhandlungen zu Kurorten in der Schweiz und ganz Europa, mehrheitlich aus der Zeit zwischen 1870 und 1940. Vor allem die Werbebrosch&#252;ren wurden von anderen Bibliotheken kaum gesammelt und sind deshalb rare Zeugen einer Zeit, als eine Kur in einem Heilbad oder in den Bergen als Allheilmittel f&#252;r fast alle Beschwerden galt. Ein Blick in die Brosch&#252;renschachteln zeigt auf, was f&#252;r ein vielseitiges Angebot Kurwillige erwartete. Angeboten wurden in den Schweizer Kurorten Hydrotherapie, Moor- und Sandb&#228;der, Soolb&#228;der, Radium-, Schwefel- und Gipsb&#228;der, Trinkkuren, Luftb&#228;der, elektrische Lichtb&#228;der, schwedische Heilgymnastik, Massagen, Elektrotherapie, Molken- und Traubenkuren und so weiter (Abbildung 11 <ImgLink imgNo="11" imgType="figure"/>). Mit solchen Therapien warben Kurh&#228;user, Wasserheilanstalten und andere Sanatorien in allen Regionen der Schweiz. Doch auch Pensionen in Orten, die nur &#252;ber eine beschr&#228;nkte medizinische Infrastruktur verf&#252;gten, profitierten vom Vertrauen in Kuren. Sie warben schlicht mit reiner, straubfreier Luft und einem milden, anregendem Klima f&#252;r die Sommerfrische, Fr&#252;hjahr- oder Herbstkur. F&#252;r gesundheitlich geschw&#228;chte Kinder bestanden an verschiedenen Orten eigene Erholungsheime, die auch Unterricht anboten. Auff&#228;llig ist, dass viele Institutionen Patienten mit ansteckenden Krankheiten, besonders Tuberkulose, ausdr&#252;cklich ausschlossen. Nur ein kleiner Teil der Brosch&#252;ren betrifft Lungensanatorien f&#252;r Tuberkulosekranke. Die meisten Kurorte empfahlen sich f&#252;r Beschwerden wie Kreislaufkrankheiten, Gicht, allgemeine Schw&#228;che, Blutarmut oder Fettleibigkeit.</Pgraph><Pgraph>Die Brosch&#252;rensammlung umfasst 27 Schachteln zu Schweizer und 21 Schachteln zu ausl&#228;ndischen Kurorten. Die Brosch&#252;ren sind nach Orten geordnet, von A wie Adelboden bis Z wie Zurzach (Abbildung 12 <ImgLink imgNo="12" imgType="figure"/>, Abbildung 13 <ImgLink imgNo="13" imgType="figure"/>). Diese Ordnung wurde beibehalten. Weil dies zu aufw&#228;ndig w&#228;re, wurden die Brosch&#252;ren nicht einzeln erschlossen, sondern als Dossiers zu den einzelnen Orten, die im Online-Katalog als Dokumentensammlung bezeichnet werden. Bereits erschlossene Einzeldokumente wurden im Katalog belassen. Der Benutzer findet im Katalog also sowohl etwa eine Dokumentensammlung zum Thermalkurort Bex les Bains mit einer kurzen Inhaltsangabe wie auch einen Wanderf&#252;hrer &#252;ber die Umgebung von Bex aus demselben Dossier. Es wird sich noch zeigen, ob dies bei den Benutzern zu Unklarheiten f&#252;hren wird. Die Dossiers k&#246;nnen in der Bibliothek bestellt und im Lesesaal konsultiert werden. Je nach Zustand der Originalmaterialien sind auch Fotokopien m&#246;glich. Um die Konservierung der ganzen Brosch&#252;rensammlung zu verbessern, wurden die Brosch&#252;ren au&#223;erdem neu in s&#228;urefreie Mappen und Schachteln verpackt. Schlie&#223;lich wurde das Projekt im Newsletter des Instituts vorgestellt und auf der Webseite des Instituts mit Bildmaterial prominent platziert um die Bekanntheit der Sammlung zu steigern.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="4. Eckdaten der Bibliothek">
      <MainHeadline>4. Eckdaten der Bibliothek</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Adresse:</Mark1> Universit&#228;t Z&#252;rich, Medizinhistorisches Institut und Museum, Bibliothek, Hirschengraben 82, CH-8001 Z&#252;rich, Telefon: &#43;41(0)44&#47;634-2075</Pgraph><Pgraph><Mark1>E-Mail:</Mark1> mhbib&#64;mhiz.uzh.ch </Pgraph><Pgraph><Mark1>Internet:</Mark1> <Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.mhiz.uzh.ch&#47;index.html">http:&#47;&#47;www.mhiz.uzh.ch</Hyperlink></Pgraph><Pgraph><Mark1>Zugang:</Mark1> Der Bestand ist gr&#246;&#223;tenteils im Online-Katalog der Universit&#228;t Z&#252;rich verzeichnet (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;biblio.uzh.ch&#47;F&#63;RN&#61;834726618">https:&#47;&#47;biblio.uzh.ch</Hyperlink>) und kann elektronisch bestellt werden.</Pgraph><Pgraph><Mark1>&#214;ffnungszeiten:</Mark1> Montag bis Donnerstag: 9&#8211;12:30 Uhr, 13:30&#8211;17 Uhr</Pgraph><Pgraph><Mark1>Bibliothekarinnen:</Mark1> Monika Huber und Ursula Reis</Pgraph><Pgraph><Mark1>Weiteres Personal:</Mark1> 1 zus&#228;tzliche Fachkraft, 2 studentische Hilfskr&#228;fte</Pgraph><Pgraph><Mark1>Benutzung:</Mark1> Kostenlos und &#246;ffentlich. Kopien- und B&#252;cherversand gegen Geb&#252;hren</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorinnen erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Hortus sanitatis (Augsburg 1485)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Georg Bartisch: Ophtalmodouleia (Dresden 1583)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: Jakob Rueff: De conceptu et generatione hominis (1554)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 4: Johannes Scultetus: Wund-Arzneyisches Zeug-Hauss (Frankfurt a. M. 1666)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 5: Nicolas Andrys: L&#39;Orthop&#233;die (Paris 1741): Titelblatt</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 6: Nicolas Andrys: L&#39;Orthop&#233;die (Paris 1741): B&#228;umchen</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 7: Giovanni Alessandro Brambilla: Instrumentarium chirurgicum Viennense (Wien 1781)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 8: Johann Jakob Scheuchzer: Kupfer-Bibel (4 B&#228;nde, Augsburg 1731&#8211;1735)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 9: Robert Carswell: Pathological Anatomy (12 Faszikel in 1 Band, London 1833&#8211;1838)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 10: Daniel Cornelius Danielssen und Karl Wilhelm Boeck: Atlas colori&#233; de spedalskhed (Elephantiasis des Grecs) (Bergen 1847)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 11: Das elektrische Vier-Zellen-Bad in Funktion</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 12: Wasserheil-Anstalt Albisbrunn, Z&#252;rich</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 13: Bad Lostorf und seine Schwefelquellen im Solothurnischen Jura</Mark1></Pgraph></Caption>
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