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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000246</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002468</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Die Bibliothek des Karl-Sudhoff-Institutes f&#252;r Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig &#8211; ein historischer Abriss</Title>
      <TitleTranslated language="en">The Library of the Karl Sudhoff Institute for the History of Medicine and Science (Leipzig) &#8211; a historical review</TitleTranslated>
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        <Address>Karl-Sudhoff-Institut, K&#228;the-Kollwitz-Str. 82, 04109 Leipzig, Deutschland, Tel.: &#43;49 (0)341 97-25607<Affiliation>Karl-Sudhoff-Institut, Leipzig, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>Dagmar.Geithner&#64;medizin.uni-leipzig.de</Email>
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      <Keyword language="en">Karl Sudhoff</Keyword>
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      <Keyword language="en">medical history</Keyword>
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    <DatePublished>20120906</DatePublished></DatePublishedList>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>12</Volume>
        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Medizinhistorische Literatur</IssueTitle>
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    <ArticleNo>10</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Es wird ein kurzer historischer Abriss der Entwicklung der 1906 durch Karl Sudhoff gegr&#252;ndeten medizinhistorischen Bibliothek in Leipzig gegeben, deren wechselvolle Geschichte eng mit der Entwicklung des ersten Instituts f&#252;r Medizingeschichte verbunden ist. </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>This is a brief outline of the development of the Medico-Historical Library, which was founded by Karl Sudhoff at Leipzig in 1906. The changeful history of this library is closely related to the first Institute of Medical History worldwide.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Die Bibliothek des Karl-Sudhoff-Institutes f&#252;r Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig &#8211; ein historischer Abriss">
      <MainHeadline>Die Bibliothek des Karl-Sudhoff-Institutes f&#252;r Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig &#8211; ein historischer Abriss</MainHeadline><Pgraph>Die Zweigstelle Karl-Sudhoff-Institut f&#252;r Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften ist seit 1994 der Zentralbibliothek Medizin der Universit&#228;tsbibliothek Leipzig zugeordnet. Mit einem Bestand von ca. 45.000 B&#228;nden, 19.000 Sonderdrucken und 5.600 Dissertationen geh&#246;rt sie zu den gr&#246;&#223;ten Zweigbibliotheken der UB. Die Geschichte der Bibliothek ist eng mit der Entwicklungsgeschichte des Institutes verkn&#252;pft. Mit einem Jahresbudget von 2.000 RM aus Zinsen der &#8222;Puschmann-Stiftung&#8220; sollte zun&#228;chst ein Seminarbestand aufgebaut und an die Universit&#228;tsbibliothek angegliedert werden.</Pgraph><Pgraph>Karl Sudhoff (1853&#8211;1938) (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) konnte also 1906 mit der Gr&#252;ndung des Instituts auch den Aufbau einer dazugeh&#246;rigen Bibliothek betreiben. F&#252;r die Bibliothek war kein Bibliothekar vorgesehen und so oblag die Erwerbung und Katalogisierung Sudhoff pers&#246;nlich (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). Er entwarf einen Gruppenschlagwortkatalog mit 58 Sachgruppen. Einen Autoren- bzw. Sachkatalog gab es noch nicht, wohl aber ein Zugangsbuch. Die Aufstellung der B&#252;cher im damaligen Institut (Talstr. 35) erfolgte in Seminarzimmern und Arbeitsr&#228;umen chronologisch nach Entwicklungsetappen. So sind auch die heute noch existierenden Signaturgruppen des Altbestandes (I&#8211;X f&#252;r ehemals z.B. Seminarraum I) zu erkl&#228;ren (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>, Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure"/>).</Pgraph><Pgraph>Von 1906 bis 1916 wuchs der Bestand bereits auf 9.000 B&#228;nde auf 90 laufenden Regalmetern an. Daraus ergaben sich r&#228;umliche Probleme und diese f&#252;hrten zu einem Umzug in die Erdgeschosszone des ehemaligen Taubstummen-Instituts (Talstr. 38). Durch den Ersten Weltkrieg und die nachfolgende Inflation verringerte sich das Stiftungskapital mit der Folge einer erheblichen Reduzierung der Erwerbungsmittel.</Pgraph><Pgraph>Unter dem Direktorat von Henry Sigerist (1891&#8211;1957) wurden nach 1925 Zettelkataloge aufgebaut, zun&#228;chst von einer Sekret&#228;rin und einem Institutsgehilfen. 1928 wurde erstmals eine Bibliothekarstelle eingerichtet, die Sigerist mit 60.000 RM aus seinem Privatverm&#246;gen unterst&#252;tzte.</Pgraph><Pgraph>1935 gelang unter Walter von Brunn (1876&#8211;1952) eine Neuordnung der Bibliothek, die zu einer Nutzbarmachung des Alphabetischen Katalogs und des kombinierten Standort-Sachkatalogs f&#252;hrte. Es wurde nach den &#8222;Regeln der Preu&#223;ischen Instruktionen&#8220; (PI) verfahren, allerdings auch mit Platz f&#252;r &#8222;Sachliche Sonderheiten&#8220; (z.B. Kongresse, Namen von Krankenh&#228;usern etc.) Der Umzug des Instituts in das Geb&#228;ude des Zoologischen Instituts (Talstr. 33) brachte eine r&#228;umliche Erweiterung f&#252;r die Bibliothek, die inzwischen auf 25.000 B&#228;nde angewachsen war.</Pgraph><Pgraph>Walter von Brunn regte 1938 die noch heute verwendete erweiterte Namensgebung &#8222;Karl-Sudhoff-Institut f&#252;r Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften&#8220; an, die auch in einer inhaltlichen Erweiterung der Erwerbungspolitik sichtbar wurde, jedoch bei r&#252;ckl&#228;ufigen Zugangszahlen.</Pgraph><Pgraph>Nach Sudhoffs Tod konnte dessen wertvoller Handbestand f&#252;r das Institut erworben werden, w&#228;hrend seine Privatbibliothek in den Besitz des &#196;rztlichen Vereins M&#252;nchen &#252;berging. Der alte Handbestand (&#8222;SN&#8220;-Signaturen f&#252;r &#8222;Schlag-nach-Bestand&#8220;) bildet bis heute noch das Fundament des alten Handapparates.</Pgraph><Pgraph>Ab 1940 gab es tiefe Einschnitte im Budget des Instituts mit Auswirkungen auf die Erwerbungszahlen. W&#228;hrend des Krieges wurden alle Inkunabeln im Panzerschrank verwahrt und die wertvollsten B&#252;cher in Kisten im Keller deponiert. Am 3. Mai 1943 wurden 144 dieser Kisten gem&#228;&#223; eines Erlasses zum &#8222;Schutz einmaliger und schlechthin unersetzlicher St&#252;cke&#8230; bzw. bibliothekarischer Seltenheiten und Besonderheiten&#8220; in den Felsenkeller des Mutzschener Schlosses ausgelagert. Nach Kriegsende wurden diese Best&#228;nde in die damalige Sowjetunion abtransportiert und gelten seitdem als vermisst.</Pgraph><Pgraph>Ab 1. Juli 1945 &#252;bernahm erstmals eine Bibliothekarin f&#252;r 34 Jahre die Leitung der Bibliothek. Die finanzielle Situation der Nachkriegsjahre war recht schwankend, aber es gab dennoch Zuw&#228;chse, z.B. 39 wertvolle B&#252;cher aus der F&#252;rstenschule Grimma, Teil- oder Gesamtbest&#228;nde aus anderen Bibliotheken, z.B. medizinhistorische Dissertationen aus dem 18. Jahrhundert aus dem Heimatmuseum Herzberg sowie (nach 1990) psychiatrische Literatur aus den aufgel&#246;sten Einrichtungen Waldheim und Colditz.</Pgraph><Pgraph>Bei festem Etat pendelte sich die Zahl der Neuzug&#228;nge zwischen 1970 bis 1990 auf j&#228;hrlich 500&#8211;700 Publikationen ein, wobei f&#252;r die Anschaffung von Literatur aus dem nichtsozialistischen Ausland (Kontingentliteratur) die Universit&#228;tsbibliothek zust&#228;ndig war. Der Mangel an Kontingentmitteln brachte in jenen Jahren nur 594 Zug&#228;nge an &#8222;westlicher&#8220; Literatur. Nach der Wende (1990) konnten durch gro&#223;z&#252;gige Zuwendungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wellcome Trust London erhebliche L&#252;cken geschlossen werden.</Pgraph><Pgraph>Im Jahre 1990 erfolgte der Umzug des Instituts aus dem Medizinischen Viertel in das Hauptgeb&#228;ude der Universit&#228;t am Augustusplatz. R&#228;umliche Zw&#228;nge machten eine Magazinierung von etwa 75 Prozent des Bestandes in einem Magazinkeller in der Ritterstrasse erforderlich. 1992 wurden der alte systematische Katalog abgebrochen, die Bibliothekssignaturen auf &#8222;Numerus Currens&#8220; umgestellt und eine eigene &#8222;SUDHOFF-Datenbank&#8220; mittels &#8222;AllegroC&#8220;-Software aufgebaut. Diese Datenbank wird heute noch zur Erfassung von Sonderdrucken genutzt und steht inzwischen auch &#8222;online&#8220; zur Verf&#252;gung.</Pgraph><Pgraph>Zwischen 1999 und 2000 wurden im Rahmen eines Projektes der UB zur computertechnischen Erfassung wissenschaftlicher Altbest&#228;nde bis Erscheinungsjahr 1850 auch die Best&#228;nde des Sudhoff-Institutes miterfasst, die somit im OPAC der UB recherchierbar wurden. Diese Entscheidung sollte sich einige Jahre sp&#228;ter (Winter 2006&#47;07) als besonders n&#252;tzlich erweisen, als im Zuge des Umzuges des Institutes und der Bibliothek in ein bis heute w&#228;hrendes Interim (K&#228;the-Kollwitz-Stra&#223;e 82, Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure"/>) alle B&#252;cher mit Erscheinungsjahren vor 1850 in die Universit&#228;tsbibliothek umgesetzt wurden. Nun musste nur noch der Standort im Katalog korrigiert werden.</Pgraph><Pgraph>Seit 2000 hat man sich in der UB Leipzig einschlie&#223;lich aller Zweigstellen f&#252;r eine Aufstellung der B&#252;cher in den Freihandbereichen nach der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) entschieden. Seit zwei Jahren wird auch in der Zweigbibliothek Sudhoff-Institut vermehrt Retrokatalogisierung betrieben, d.h. alle bisher noch nicht im OPAC erfassten Best&#228;nde (zwischen 1850 und heute) auf RVK umgestellt, die Titel neu aufgenommen bzw. &#252;berpr&#252;ft. Das macht vor allem Sinn, weil mit der Planung des Baues einer gro&#223;en Zentralbibliothek &#8222;Life Sciences&#8220; im Jahr 2015 an eine Zusammenf&#252;hrung der medizinischen Zweigbibliotheken, der Zweigstelle Biowissenschaften, der Zweigstelle Psychologie u.a. gedacht ist, in welcher dann alle Best&#228;nde vereinheitlicht aufgestellt werden k&#246;nnen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefAuthor>Weiser M</RefAuthor>
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        <RefTotal>Weiser M, Hrsg. Das Leipziger Medizinische Viertel. Leipzig: Lorentz; 1914.</RefTotal>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Karl Sudhoff (aus: &#91;1&#93;)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Karl Sudhoff in seiner Bibliothek (aus: &#91;1&#93;)</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 5: Au&#223;enansicht des Interimsgeb&#228;udes des Karl-Sudhoff-Institutes f&#252;r Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig (K&#228;the Kollwitz-Stra&#223;e 82)</Mark1></Pgraph></Caption>
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