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    <Identifier>mbi000244</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000244</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002446</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Medizinhistorische Buchbest&#228;nde am Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf und ihre Ents&#228;uerung</Title>
      <TitleTranslated language="en">Historic collections of the Medical Library of the University Medical Center Hamburg-Eppendorf and their deacidification</TitleTranslated>
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        <Address>Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf, &#196;rztliche Zentralbibliothek, Martinistra&#223;e 52, 20246 Hamburg, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf, &#196;rztliche Zentralbibliothek, Hamburg, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>kintzel&#64;aezb.uke.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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      <Keyword language="en">University Medical Center</Keyword>
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      <Keyword language="en">special collection</Keyword>
      <Keyword language="en">medical history</Keyword>
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    <DatePublished>20120906</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>12</Volume>
        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Medizinhistorische Literatur</IssueTitle>
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    <ArticleNo>08</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Die &#196;rztliche Zentralbibliothek (&#196;ZB) am Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) verf&#252;gt &#252;ber bedeutende Spezialsammlungen. Der vorliegende Aufsatz informiert &#252;ber die drei wichtigsten medizinhistorischen Spezialsammlungen und berichtet von den Aktivit&#228;ten im Bereich Bestandserhaltung, die die &#196;ZB in den vergangenen Jahren unternommen hat und aktuell durchf&#252;hrt, um die Best&#228;nde langfristig zu erhalten und die Zug&#228;nglichkeit zu verbessern.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The Medical Library of the University Medical Center Hamburg-Eppendorf holds considerable special collections. This article introduces the library&#8217;s three most significant collections of medical history and informs about recent activities in preservation aiming at preserving these collections in the long term as well as improving accessibility.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Die &#196;rztliche Zentralbibliothek (&#196;ZB) am Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) stellt Ihren Nutzern ein umfangreiches Angebot elektronischer Publikationen bereit. Dies reicht von elektronischen Zeitschriften &#252;ber Datenbanken und klinische Informationssysteme bis zu E-Books und Online-Pr&#252;fungstools. Dass in ihren Magazinr&#228;umen f&#252;r die medizinische, insbesondere die medizinhistorische Wissenschaft und Forschung einmalige und wertvolle Spezialsammlungen bewahrt werden, r&#252;ckt im digitalen Zeitalter eher selten ins Bewusstsein der Literatursuchenden. Nachfolgend werden zun&#228;chst die drei bedeutendsten Spezialsammlungen der &#196;ZB vorgestellt. Im Anschluss folgt ein Bericht &#252;ber das Buchents&#228;uerungsprojekt der &#196;ZB im Rahmen eines hamburgweit angesiedelten Massenents&#228;uerungsprojektes, innerhalb dessen diese Sammlungen weitestgehend ents&#228;uert wurden.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Spezialsammlungen der &#196;ZB">
      <MainHeadline>Spezialsammlungen der &#196;ZB</MainHeadline><Pgraph>Der heute in der &#196;ZB befindliche historische Buchbestand entstammt gr&#246;&#223;tenteils den 41 ehemaligen Klinik- und Institutsbibliotheken des fr&#252;heren &#8222;Universit&#228;ts-Krankenhauses Eppendorf (UKE)&#8220;. Im Rahmen einer im Jahr 2000 durchgef&#252;hrten Zentralisierung s&#228;mtlicher auf dem weitl&#228;ufigen Gel&#228;nde des Klinikums verstreuten Bibliotheken in einem eigens umgebauten Geb&#228;ude wurden viele medizinhistorisch bedeutsame B&#252;cher an einem zentralen Ort zusammengef&#252;hrt.</Pgraph><SubHeadline>Medizingeschichte</SubHeadline><Pgraph>Nach der Gr&#252;ndung in den 1960er Jahren begann Charles Lichtenthaeler, der erste Institutsleiter des Instituts f&#252;r Geschichte der Medizin (IGM), mit Hilfe von Zuwendungen aus der Volkswagenstiftung medizinhistorische Quellen des 18. und 19. Jahrhunderts zu sammeln <TextLink reference="1"></TextLink>. Sein Forschungsschwerpunkt lag auf dem Gebiet der Hippokratischen Medizin, so dass heute in gro&#223;em Umfang Schriften zu diesem Thema vorliegen. Aufgrund der Studien seiner Nachfolgerin Ursula Weisser zur Medizin im arabisch-islamischen Mittelalter erweiterten sich die Buchbest&#228;nde um diesen Bereich. Der heutige Institutsleiter Heinz-Peter Schmiedebach richtet seine Forschung auf die Medizin des 18. bis 20. Jahrhunderts und den Bereich der medizinischen Ethik aus, so dass sich die Literaturerwerbung aktuell darauf konzentriert. Die Sammlung zur Medizingeschichte umfasst mehr als 11.000 B&#228;nde. Seit der Zentralisierung ist sie auf zwei Standorte im UKE verteilt. Das IGM, sp&#228;ter aufgrund des erweiterten Forschungsschwerpunktes umbenannt in &#8222;Institut f&#252;r Geschichte und Ethik der Medizin&#8220; (IGEM), behielt als einziges Institut im UKE einen Teil seines ehemaligen Bestandes als Handapparat vor Ort.</Pgraph><SubHeadline>Sexualforschung</SubHeadline><Pgraph>Weitere bedeutsame medizinhistorische Monografien und z.T. seltene Zeitschriften stammen aus der ehemaligen Bibliothek des Instituts f&#252;r Sexualforschung und Forensische Medizin. Neben dem Bibliotheksbestand des Instituts f&#252;r Sexualwissenschaft in Frankfurt&#47;Main, der heute in der Klinik f&#252;r Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Johann Wolfgang Goethe-Universit&#228;t aufgestellt ist, bildet die in der &#196;ZB als Korpus erhaltene Sammlung (ca. 4.500 B&#228;nde) den gr&#246;&#223;ten Literaturbestand f&#252;r die Sexualwissenschaft in Deutschland und z&#228;hlt auch international zu den gr&#246;&#223;ten Sammlungen der Sexualwissenschaft. Der Bestand der &#196;ZB konzentriert sich auf die deutschsprachige Sexualwissenschaft am Ende des 19. und in der ersten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts.</Pgraph><SubHeadline>Psychiatrie</SubHeadline><Pgraph>Der dritte sich in der &#196;ZB befindende bedeutsame Sonderbestand umfasst das Gebiet der Psychiatrie aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Den Grundstock daf&#252;r bildete der Bibliotheksbestand der Hamburger &#8222;Irrenanstalt Friedrichsberg&#8220; (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>).</Pgraph><Pgraph>Diese Klinik war 1864 er&#246;ffnet worden und erfuhr ab 1908 unter dem &#228;rztlichen Direktor Wilhelm Weygandt eine verst&#228;rkte wissenschaftliche Ausrichtung. Weygandt wurde 1919 als Erster auf das Ordinariat f&#252;r Psychiatrie an der neu gegr&#252;ndeten Hamburger Universit&#228;t berufen. 1934 beschloss der Hamburger Senat, die inzwischen in &#8222;Staatskrankenanstalt Friedrichsberg&#8220; umbenannte Institution aus Kostengr&#252;nden aufzugeben und die Psychiatrie auf das Gel&#228;nde des 1889 gegr&#252;ndeten Eppendorfer Krankenhauses zu verlegen <TextLink reference="2"></TextLink>. Der Bibliotheksbestand wurde von der Psychiatrischen Klinik des &#8222;Universit&#228;ts-Krankenhauses Eppendorf&#8220; &#252;bernommen und systematisch erg&#228;nzt und erweitert. Im Rahmen der oben erw&#228;hnten Zentralisierung ging dieser wertvolle Psychiatrie-Bestand mit ca. 10.300 B&#228;nden in den Besitz der &#196;ZB &#252;ber und ist dort als Korpus &#8211; auch f&#252;r die Bibliotheksbenutzer zug&#228;nglich &#8211; erhalten.</Pgraph><Pgraph>Neben den zu den klassischen Werken der Psychiatrie z&#228;hlenden Monografien aus der ersten H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts enth&#228;lt der Bestand fast alle relevanten deutschsprachigen und viele internationale Abhandlungen und Lehrb&#252;cher aus diesem Wissenschaftsgebiet. Hinzu kommen die wichtigen psychiatrischen Fachzeitschriften wie z.B. die &#8222;Allgemeine Zeitschrift f&#252;r Psychiatrie&#8220; (ab Gr&#252;ndung 1844) und das &#8222;Archiv f&#252;r Psychiatrie und Nervenkrankheiten&#8220; (ab Gr&#252;ndung 1868&#47;69), die vollst&#228;ndig vorliegen. Au&#223;erdem sind in dieser historisch gewachsenen Bibliothek verschiedene, recht seltene Publikationen zur psychiatrisch-forensischen Gutachtert&#228;tigkeit aus dem 19. Jahrhundert vorhanden sowie fr&#252;he Arbeiten aus dem Wissenschaftsgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Korpusbestand repr&#228;sentiert eine in seiner Breite in Europa einzigartige psychiatriehistorische Bibliothek, die f&#252;r Forschungsarbeiten zum Thema insbesondere deshalb unverzichtbar ist, weil sie einen Gro&#223;teil der hierf&#252;r relevanten, aber sehr schwer zug&#228;nglichen oder nicht mehr beschaffbaren Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts enth&#228;lt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Das Ents&#228;uerungsprojekt der &#196;ZB">
      <MainHeadline>Das Ents&#228;uerungsprojekt der &#196;ZB</MainHeadline><Pgraph>Die drei Spezialsammlungen sind seit der Zentralisierung im Magazin der &#196;ZB aufgestellt, zwei von ihnen als Korpus, die Medizingeschichte zum Teil auch im Handapparat des IGEM. Da in der Zeit von 1840 bis 1990 im Buchdruck s&#228;urehaltiges Papier verwendet wurde, waren gro&#223;e Teile dieser Sammlungen gef&#228;hrdet, zu zerfallen und unbrauchbar zu werden. Aufgrund der finanziellen und personellen Ausstattung der &#196;ZB erfahren die gedruckten Medien der &#196;ZB lediglich das pr&#228;ventive Standardprogramm hinsichtlich der Bestandserhaltung: neue Monografien und Lehrb&#252;cher werden entweder gebunden, verst&#228;rkt oder foliiert, Zeitschriften gebunden. Besch&#228;digte Einb&#228;nde &#228;lterer B&#252;cher werden nach M&#246;glichkeit selbst repariert oder neu eingebunden, wenn der Buchbindeetat dies zul&#228;sst. Bestandserhaltende Sonderaktionen wie Ents&#228;uerung waren daher lange Zeit unvorstellbar. Nicht zuletzt fehlte es in der &#196;ZB auch an der entsprechenden Expertise. Jedoch bot sich der &#196;ZB Ende 2005 die Chance, sowohl fachlich als auch aktiv in die Thematik einzusteigen.</Pgraph><SubHeadline>Auftakt und Schadenserhebung</SubHeadline><Pgraph>Bis zum Jahr 2005 folgte in Hamburg allein die Staats- und Universit&#228;tsbibliothek (SUB) Hamburg dem Aufruf der Kultusministerkonferenz von 1993&#47;95 und ents&#228;uerte in ersten Aktionen 15.000 B&#228;nde ihrer Pflichtexemplare <TextLink reference="3"></TextLink>. Der dazu zur Verf&#252;gung stehende Etat war aber zu gering, als dass sich der gro&#223;e Arbeitsaufwand von Seiten der Bibliothek im Verh&#228;ltnis gesehen lohnte. Im Sommer 2005 berichtete die Hamburger Presse erneut &#252;ber den S&#228;urefrass in Bibliotheken.</Pgraph><Pgraph>Die &#196;rztliche Zentralbibliothek erreichte das Thema erstmalig im Rahmen einer Schriftlichen Kleinen Anfrage an den Hamburger Senat <TextLink reference="4"></TextLink>. Zur Beantwortung der Anfrage sollten die Hamburger wissenschaftlichen Bibliotheken betroffene Best&#228;nde an die SUB, die als Landesbibliothek die Koordinierung &#252;bernahm, melden, um das Ausma&#223; der Sch&#228;den und eventuelle Kosten f&#252;r die Ents&#228;uerung absch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Nach einer eiligen Bestandssichtung meldete die &#196;ZB dringenden Handlungsbedarf bei den Spezialsammlungen zu Psychiatrie und Sexualwissenschaft. &#220;ber die Senatsantwort wurde in allen Hamburger Medien gro&#223; berichtetet und die SUB initiierte Werbe- und Spendenaktionen zur Massenents&#228;uerung. Das alles m&#252;ndete in einem partei&#252;bergreifenden Beschluss der Hamburger B&#252;rgerschaft, &#8222;geeignete Ma&#223;nahmen zur Bestandserhaltung&#8220; <TextLink reference="5"></TextLink> zu ergreifen und eine genaue Gesamtanalyse der S&#228;uresch&#228;den in Hamburger Bibliotheken zu beauftragen.</Pgraph><Pgraph>Im Oktober 2006 wurde die &#196;ZB von der SUB aufgefordert, sich stichprobenartig an der Erhebung der Sch&#228;den zu beteiligen. F&#252;r die Stichprobe mussten 500 B&#228;nde ausgew&#228;hlt und auf ihren S&#228;uregehalt untersucht werden. Daf&#252;r verlieh die SUB &#8222;pH-Tester&#8220;-Filzstifte, die das Papier entweder gelb (sauer) oder lila (alkalisch) f&#228;rbten. Au&#223;erdem sollte die Br&#252;chigkeit des Papiers mittels eines Falztestes &#252;berpr&#252;ft werden. Die Auswahl der B&#228;nde sollte gem&#228;&#223; Stichprobendesign zwar einerseits nach dem Zufallsprinzip erfolgen, andererseits aber alle wichtigen Bestandsgruppen enthalten. Die Bestandsauswahl f&#252;r die Stichprobe war dadurch sehr aufw&#228;ndig und wurde deshalb vom Fachpersonal getroffen. Die eigentlichen Tests wurden jedoch von studentischen Hilfskr&#228;ften durchgef&#252;hrt.</Pgraph><Pgraph>Im n&#228;chsten Schritt mussten die zur Ents&#228;uerung in Frage kommenden Segmente des Bestandes benannt und ihre Einmaligkeit f&#252;r Hamburg und die Forschung beschrieben werden. Es sollte die genaue Bandanzahl ermittelt und die Bestandssegmente in drei Priorit&#228;tsstufen unterteilt werden. Die &#196;ZB bat ausgew&#228;hlte Wissenschaftler und Institutsleiter des UKE, die mit dem entsprechenden Bestand arbeiteten und forschten, um Expertisen. Die Best&#228;nde der medizinhistorischen Sammlung wurden deshalb zusammen mit den Sammlungen der Sexualforschung und der Psychiatrie in Priorit&#228;t 1 (&#8222;besonders vordringlich&#8220;) eingestuft. Die Priorit&#228;tsstufe 2 (&#8222;dringend&#8220;) erhielten Monografien aus den ehemaligen Institutsbibliotheken der Anatomie, der Frauenklinik und der Neurologie. Priorit&#228;t 3 (&#8222;wichtig, aber noch nicht sehr dringend&#8220;) erhielten schlie&#223;lich Zeitschriftenb&#228;nde, wieder insbesondere aus den Gebieten der Psychiatrie und Sexualforschung. Da der Gro&#223;teil dieses ausgew&#228;hlten Bestandes noch nicht elektronisch katalogisiert war und auch in den Jahren vor der Aktion keine Revision mehr durchgef&#252;hrt worden war, war eine Sch&#228;tzung der Bandanzahl erforderlich. Insgesamt meldete die &#196;ZB 30.000 B&#228;nde zur Ents&#228;uerung bei der SUB an, davon 18.700 mit oberster Priorit&#228;t.</Pgraph><Pgraph>Die Ergebnisse der gesamthamburgischen Schadensanalyse wurden in einer B&#252;rgerschaftsdrucksache im Dezember 2007 ver&#246;ffentlicht <TextLink reference="6"></TextLink>. Im M&#228;rz 2009 bewilligte die B&#252;rgerschaft schlie&#223;lich erstmalig 1 Mio. Euro als Anschubfinanzierung der Massenents&#228;uerung in den Hamburger Bibliotheken und schrieb die Kontinuit&#228;t der Aktivit&#228;ten in den folgenden Jahren vor. Die SUB wurde als Koordinatorin der Ents&#228;uerungsma&#223;nahme bestimmt.</Pgraph><SubHeadline>Die Projektphase in der &#196;ZB &#8211; ein Praxisbericht</SubHeadline><Pgraph>Zum Einstieg in das Projekt w&#228;hlte die SUB u.a. die B&#228;nde der Eppendorfer medizinhistorischen Sammlung aus, von denen zun&#228;chst 8.000 B&#228;nde ents&#228;uert werden sollten. Um einen geeigneten Anbieter zur Durchf&#252;hrung der Ents&#228;uerung der Hamburger Bibliotheksbest&#228;nde zu finden, f&#252;hrte die SUB eine EU-weite Ausschreibung durch. Die &#196;ZB musste den Bewerberfirmen lediglich Bestandsbesichtigungen erm&#246;glichen und die Frage m&#246;glicher Transportwege und Parkpl&#228;tze kl&#228;ren. Den Zuschlag f&#252;r den ausgeschriebenen Part der &#196;ZB (&#8222;Los 6&#8220;) erhielt die Firma Preservation Academy GmbH Leipzig (PAL).</Pgraph><Pgraph>Die Auswahl der tats&#228;chlich zu ents&#228;uernden B&#228;nde hingegen war eine logistische Herausforderung, da die Sammlung an zwei Standorten im UKE untergebracht und nur ein kleiner Teil elektronisch erfasst war. Aufgrund des fehlenden elektronischen Nachweises gro&#223;er Teile der zu ents&#228;uernden Best&#228;nde verschickte die SUB ein Excel-Formular zur standardisierten Bestandserfassung an alle beteiligten Hamburger Bibliotheken. Diese Listen dienten als Arbeitsgrundlage f&#252;r die Mitarbeiter der ausgew&#228;hlten durchf&#252;hrenden Firma und sollten sp&#228;ter zusammengef&#252;hrt auch die Grundlage der geplanten &#8222;Bestandserhaltungs-Datenbank Hamburg&#8220; bilden. Erfasst wurden die Daten von den studentischen Hilfskr&#228;ften des IGEM per Notebook direkt an den Regalen. Parallel zur Erfassung mussten s&#228;urefreie B&#228;nde (Erscheinungsjahr vor 1840 oder nach 1970) ebenso wie m&#246;gliche Dubletten aussortiert werden.</Pgraph><Pgraph>Um die maximale Anzahl der zu ents&#228;uernden B&#228;nde auszusch&#246;pfen, sollte ein &#220;berschuss von etwa 2.000 B&#228;nden bereitgestellt werden. Nach den Vorerfahrungen der SUB k&#246;nnen einzelne B&#228;nde, die die formalen Kriterien zwar erf&#252;llen, aus physischen Gr&#252;nden nicht behandelt werden (z.B. wegen Ausblutungs- oder Verklebungsgefahr, bei alkalischem Papier oder Kunstdrucken).</Pgraph><Pgraph>Um der Ents&#228;uerungsfirma ein schnelles und reibungsloses Ausheben des Bestandes zu erm&#246;glichen, wurden die aussortierten B&#228;nde gekennzeichnet, aus dem Bestand herausgenommen und verlagert. Im Dezember 2009 war der Bestand schlie&#223;lich passend zur Erfassungsliste zusammenger&#252;ckt und wurde vom Auftragnehmer innerhalb von drei Tagen in 202 Kisten verpackt und abtransportiert. Innerhalb der n&#228;chsten 3 Monate ents&#228;uerte die Firma PAL die B&#252;cher mit dem sogenannten CSC Book Saver<Superscript>&#174;</Superscript> Verfahren <TextLink reference="7"></TextLink>. Im M&#228;rz 2010 erhielt die &#196;ZB s&#228;mtliche B&#228;nde zur&#252;ck, die gem&#228;&#223; der Ausschreibung selbst ausgepackt und in die Regale zur&#252;ckgestellt wurden. Dies hatte den Vorteil, dass beim Auspacken gleichzeitig eine Eingangskontrolle erfolgen konnte. Nachteilig war, dass viele Magazing&#228;nge f&#252;r einige Zeit nicht mit B&#252;cherwagen zu befahren waren, da der Platzbedarf der 202 gelieferten Kisten betr&#228;chtlich war.</Pgraph><SubHeadline>Das Folgeprojekt</SubHeadline><Pgraph>Auch in den Folgejahren wurden Mittel f&#252;r die Buchents&#228;uerung im Hamburger Landeshaushalt verankert, so dass die &#196;ZB ebenfalls ihre Sammlungen der Sexualforschung und der Psychiatrie behandeln lassen konnte. Die Abholung der Sammlungen erfolgte diesmal in zwei Chargen. Die Best&#228;nde der Sexualforschung und ein Teil des Psychiatriebestandes wurden im August 2010 abtransportiert. Im Dezember 2010 kehrten diese in die Bibliothek zur&#252;ck. Zeitgleich nahm die Firma, auch diesmal PAL, den letzten Teil des Psychiatriebestandes mit Priorit&#228;tstufe 1 zur Ents&#228;uerung mit. Im M&#228;rz 2011 wurden diese B&#228;nde ents&#228;uert in die &#196;ZB zur&#252;ck gebracht und wie beim ersten Mal vom Bibliothekspersonal an ihren Standort zur&#252;ckgestellt.</Pgraph><SubHeadline>Dublettenproblematik</SubHeadline><Pgraph>Dubletten zu erkennen war den Hilfskr&#228;ften bei der Bestandserfassung nur m&#246;glich, wenn diese aufgrund der Signaturvergabe unmittelbar nebeneinander standen. Eine abschlie&#223;ende Dublettenkontrolle anhand der Zettelkataloge war wegen des kurzen Zeitraums zwischen Auftragserteilung und geplanter Abholung der B&#228;nde nicht durchf&#252;hrbar. Da alle drei ents&#228;uerten Sammlungen der &#196;ZB thematisch eng beieinander liegen, ist damit zu rechnen, dass die Vorgabe des B&#252;rgerschaftsantrages, hamburgweit nur jeweils ein Exemplar eines Titels zu ents&#228;uern, nicht in jedem Fall gew&#228;hrleistet werden konnte.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ausblick">
      <MainHeadline>Ausblick</MainHeadline><Pgraph>Wie so oft zieht ein Projekt gleich das n&#228;chste nach sich. Alle ents&#228;uerten B&#228;nde, die auf der letzten bedruckten Seite mit einem gestempelten Ents&#228;uerungsvermerk versehen sind (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>), sollen in den n&#228;chsten Jahren vorrangig retrospektiv katalogisiert und im Verbundkatalog des GBV nachgewiesen werden. Dabei werden die Katalogisate in der entsprechenden Kategorie f&#252;r die Bestandsschutzma&#223;nahmen und Langzeitarchivierung mit dem Ents&#228;uerungsvermerk sowohl auf bibliografischer als auch auf Exemplarebene gekennzeichnet.</Pgraph><Pgraph>B&#228;nde, die aufgrund verschiedener Kriterien nicht ents&#228;uert werden konnten und in der Liste entsprechend von der Firma kommentiert worden sind, erhalten im Katalog einen Vermerk &#8222;Nicht zur Ents&#228;uerung geeignet&#8220;.</Pgraph><Pgraph>Ein Konzept zur Retrokatalogisierung der ents&#228;uerten B&#228;nde wurde inzwischen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Medienbearbeitung entwickelt und als Qualit&#228;tsziel im Qualit&#228;tsentwicklungsplan der Bibliothek festgeschrieben. Sobald es der &#196;ZB gelingt, Projektmittel einzuwerben, kann der Retrokatalogisierungsprozess entscheidend beschleunigt werden und die Spezialsammlungen sind f&#252;r Wissenschaft und Forschung am UKE, aber auch in Deutschland und anderswo sicht- und dadurch nutzbar.</Pgraph><Pgraph>Und damit nicht genug: Nach dem Papier sollen nun auch noch die Einb&#228;nde der ents&#228;uerten B&#228;nde gerettet werden, um die Sammlungen dauerhaft erhalten zu k&#246;nnen. Viele der ents&#228;uerten B&#228;nde waren in Leder eingebunden und sind aufgrund der gebrochenen R&#252;cken und Buchbl&#246;cke nicht mehr uneingeschr&#228;nkt nutzbar. Zur Rettung der Einb&#228;nde hat sich die &#196;ZB 2011 um F&#246;rdermittel der Koordinierungsstelle f&#252;r die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts beworben. Leider war der Antrag nicht erfolgreich. Bis es gelingt, die notwendigen Mittel einzuwerben, wird das Vorhaben, bestimmte Einb&#228;nde erneuern zu lassen, zun&#228;chst nur in sehr kleinen Schritten umgesetzt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><Pgraph>Das Ents&#228;uerungsprojekt, das durch gl&#252;ckliche Umst&#228;nde von au&#223;en an die &#196;ZB herangetragen worden ist, stellte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Betriebsorganisation in der &#196;ZB vor verschiedene Herausforderungen. Zum einen mussten sich die Projektgruppenmitglieder zun&#228;chst komplett in die Ents&#228;uerungsthematik einarbeiten und Methoden entwickeln, die Vorgaben von au&#223;en umsetzen zu k&#246;nnen. Bei laufendem Betrieb, schwieriger Katalogsituation, r&#228;umlichen und manchmal auch personellen Engp&#228;ssen mussten vorgegebene Termine eingehalten werden. Die Auspackaktionen im Magazin unterst&#252;tzten viele Freiwillige aus dem gesamten Bibliotheksteam mit &#252;berraschend viel Freude. Die anf&#228;ngliche Sorge mancher Kolleginnen und Kollegen, nicht &#252;ber ein ausreichendes Know-how f&#252;r ein solches Projekt zu verf&#252;gen, hat sich als unbegr&#252;ndet erwiesen.</Pgraph><Pgraph>Aufgrund der Tatsache, dass anl&#228;sslich des Ents&#228;uerungsprojekts die Best&#228;nde der drei ents&#228;uerten Spezialsammlungen nun vorrangig retrokatalogisiert und sukzessive im Verbundkatalog nachgewiesen werden, ist tats&#228;chlich bereits eine verst&#228;rkte Nutzung dieser Best&#228;nde zu beobachten. Damit kommt die Bibliothek in ihrem Vorhaben, auch ihre Altbest&#228;nde interessierten Forschenden besser zug&#228;nglich zu machen, wieder einen Schritt voran.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorinnen erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Die Sammlung der &#8222;Irrenanstalt Friedrichsberg&#8220;</Mark1><LineBreak></LineBreak>(Foto: Marcel Kasper &#47; UKE)</Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Ents&#228;uerungsvermerk</Mark1><LineBreak></LineBreak>(Foto: Marcel Kasper &#47; UKE)</Pgraph></Caption>
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