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    <Identifier>mbi000200</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000200</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002004</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist &#8211; Open Access im wissenschaftlichen Publikationsprozess</Title>
      <TitleTranslated language="en">It is the simple things that are hard to do: Open Access and scholarly publications</TitleTranslated>
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          <LastnameHeading>B&#246;ske</LastnameHeading>
          <Firstname>Julia</Firstname>
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        <Address>Hochschule Zittau&#47;G&#246;rlitz (FH), Dresdner Stra&#223;e 15, 02826 G&#246;rlitz, Deutschland<Affiliation>Hochschule Zittau&#47;G&#246;rlitz (FH), G&#246;rlitz, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>julia-boeske&#64;web.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="de">Open Access</Keyword>
      <Keyword language="de">Wertsch&#246;pfungskette</Keyword>
      <Keyword language="de">Gesch&#228;ftsmodell</Keyword>
      <Keyword language="de">Verlag</Keyword>
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    <DatePublished>20101118</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>10</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Innovationen an Bibliotheken</IssueTitle>
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    <ArticleNo>17</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>In den letzten Jahren wurde das wissenschaftliche Publikationssystem zunehmend in Frage gestellt. Dazu hat Open Access &#8211; der freie Zugang zu wissenschaftlichen Informationen &#8211; einen gro&#223;en Anteil beigetragen. Daher lohnt sich eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Ph&#228;nomen Open Access. In diesem Zusammenhang wird das Gesch&#228;ftsmodell traditionellen Publizierens mit dem des Open Access verglichen. Dieser Vergleich soll den Ansto&#223; geben, die Auslegung des Open Access nach der Berliner Erkl&#228;rung zu &#252;berdenken und sich neuen Formen des Open Access zu &#246;ffnen. Zu diesem Zweck m&#252;ssen allerdings bestehende Feindbilder aufgebrochen werden, die seit den letzten Jahren vor allem zwischen kommerziellen Verlagen und der Wissenschaft entfacht wurden. Insofern verstehen sich die nachfolgenden Ausf&#252;hrungen nicht nur als Dialoghilfe, sondern sie frischen auch die Legitimation kommerzieller Verlage im Publikationsprozess auf und bieten ihnen eine neue Handlungsgrundlage. Denn Open Access sollte nicht nur als Gefahr, sondern vor allem als Herausforderung und Chance f&#252;r den Fortbestand kommerzieller wissenschaftlicher Verlage begriffen werden. Es geht darum, elektronische M&#228;rkte von morgen zu erschlie&#223;en.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>In the last years the scientific system of publication was challenged increasingly. Open Access &#8211; the free access to scientific information &#8211; has contributed a lot to it. Therefore is a profound discussion with the phenomenon Open Access worthwhile. In this context the business model of traditional publishing is compared to that of the Open Access. This comparison should give the impulse to think over the interpretation of the Open Access referring to the Berlin Declaration and to open to new forms of the Open Access. However, for this purpose existing enemy images must be destroyed which were aroused since the last years above all between commercial publishing companies and the science. In this respect the following implementations are not only a dialogue help, but they also refresh the legitimization of commercial publishing companies in the publication process and offer them a new action basis. Because Open Access should be understood not only as a danger &#8211; above all it is a challenge and chance for the continuity of commercial scientific publishing companies. The point is that it is possible to break into electronic markets of tomorrow.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Der Wandel der bestehenden Systeme&#63;">
      <MainHeadline>Der Wandel der bestehenden Systeme&#63;</MainHeadline><Pgraph>&#8222;Werdet Teil der Revolution&#33;&#8220; so forderte der Nobelpreistr&#228;ger Harold Varmus im Jahr 2003 zu einem radikalen Wandel des wissenschaftlichen Publikationssystems auf <TextLink reference="1"></TextLink>. In &#228;hnlichen Boykott- und Ver&#228;nderungsappellen traten Vertreter aus Wissenschaft und Forschungspolitik, aus Verlagen und Bibliotheken als K&#228;mpfer f&#252;r Open Access, dem Freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen, ein. </Pgraph><Pgraph>L&#228;ngst schw&#228;rmen die Massenmedien von einer wissenschaftlichen Literatur, die &#8218;gratis&#8217; und &#8218;frei zug&#228;nglich&#8217; ist. Schlagzeilen wie &#8222;Open Access &#8211; der Weg in eine neue Zukunft&#8220; oder &#8222;Ethik der Verlage: Grenzen zwischen Gut und B&#246;se flie&#223;end&#8220; &#252;berh&#228;ufen sich. Open Access wird schon als die Demokratisierung der Wissenschaft gefeiert <TextLink reference="2"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die Berliner Erkl&#228;rung, die das grunds&#228;tzliche Fundament des Open Access bildet, schlie&#223;t mit den Worten: Die mit dem Freien Zugang verbundenen &#8222;Entwicklungen werden zwangsl&#228;ufig zu erheblichen Ver&#228;nderungen im Wesen des wissenschaftlichen Publizierens f&#252;hren und einen Wandel der bestehenden Systeme &#91;&#8230;&#93; einleiten&#8220; <TextLink reference="3"></TextLink>. Dem schlie&#223;t sich der logische Gedankengang an, dass der Wandel des Bestehenden, wenn auch in allerletzter Konsequenz, als vollst&#228;ndiger Wechsel hin zu Open Access ausgelegt werden kann. Ist Open Access imstande, das bisherige Publikationswesen in Deutschland zu ersetzen&#63; Haben die traditionellen Teilnehmer der Publikationskette vielleicht schon ausgedient&#63; </Pgraph><Pgraph>Die &#220;berpr&#252;fung dessen erfordert einen Vergleich zwischen Open Access und dem traditionellen Gesch&#228;ftsmodell des wissenschaftlichen Publikations- und Rezeptionsprozesses (kurz: Publikationsprozess). Da die Geburtsstunde des Open Access eng mit wissenschaftlichen Fachzeitschriften im Zusammenhang steht, bietet sich dieses Medium als Ausgangspunkt des Vergleiches an.</Pgraph><Pgraph>Gesch&#228;ftsmodelle beschreiben modellhaft die individuellen Perspektiven der einzelnen Gesch&#228;ftsteilnehmer und setzen sich aus drei Komponenten zusammen: 1. der &#8218;Architektur der Wertsch&#246;pfung&#8217;, 2. dem &#8218;Nutzenversprechen&#8217; und 3. dem &#8218;Ertragsmodell&#8217; <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Gesch&#228;ftsmodelle m&#252;ssen funktionst&#252;chtig und finanziell abgesichert sein, sowie die Interessen der Gesch&#228;ftsteilnehmer wahren. Ein erfolgsversprechendes Gesch&#228;ftsmodell liegt dann vor, wenn f&#252;r alle Gesch&#228;ftsteilnehmer diese Bed&#252;rfnisse befriedigt werden und sie bereit sind, sich an einem Gesch&#228;ftsmodell, wie dem Publikationsprozess, zu beteiligen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Die Architektur der Wertsch&#246;pfung">
      <MainHeadline>Die Architektur der Wertsch&#246;pfung</MainHeadline><Pgraph>Die &#8218;Architektur der Wertsch&#246;pfung&#8217; beschreibt das stufenweise Zusammenspiel der einzelnen Gesch&#228;ftsteilnehmer im Wertsch&#246;pfungsprozess.</Pgraph><Pgraph>Die traditionelle Publikationskette, so der informationswissenschaftliche Terminus, setzt sich aus sieben Akteuren zusammen: Angefangen beim Wissenschaftsf&#246;rderer und dem Autor &#252;ber den Gutachter, den Verlag und den Handel bis hin zur Bibliothek und dem Leser. </Pgraph><Pgraph>Durch Open Access und die neuen M&#246;glichkeiten elektronischer Publikationen k&#246;nnen k&#252;rzere &#220;bertragungswege genutzt werden: Verlag, Handel und Bibliotheken k&#246;nnen aus der traditionellen Publikationskette ausgegliedert werden, was zu einem Kurzschluss innerhalb des Systems f&#252;hrt.</Pgraph><Pgraph>Die Umsetzung von Open Access mag auf den ersten Blick sehr einfach erscheinen, aber sie ist mit vielerlei Schwierigkeiten verbunden. Schlie&#223;lich schaffen Verlag, Handel und Bibliotheken einen unbestreitbaren Mehrwert. </Pgraph><Pgraph>Im Open Access stellt diese Wertsch&#246;pfung hingegen noch gro&#223;e Probleme dar. Denn einige Aufgaben werden nicht mehr in dem Ma&#223;e abgedeckt, wie dies bisher m&#246;glich gewesen ist. Zum Beispiel betrifft dies die Qualit&#228;tssicherung, Langzeitverf&#252;gbarkeit und Herstellung der Artikel (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>). </Pgraph><Pgraph>F&#252;r das Publizieren im Open Access er&#246;ffnen sich nun verschiedene Strategien, auf diesen Mehrwertverlust zu reagieren: Die erste M&#246;glichkeit ist, auf diese Mehrwertdienste zu verzichten. Dieser Weg erscheint jedoch kaum empfehlenswert, da der Verzicht auf die entsprechenden Mehrwertleistungen erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringt. Es ist beispielsweise keine L&#246;sung, die Begutachtungskoordinierung und Artikelauswahl aufzugeben, und damit ein Informationschaos anzurichten. </Pgraph><Pgraph>Die zweite Strategie w&#228;re, dass die verbleibenden Akteure ihre Aufgabenfelder erweitern, um die L&#252;cken in der Architektur der Wertsch&#246;pfung zu schlie&#223;en. Diese Strategie liegt in mancher Hinsicht dem &#8218;Gr&#252;nen Weg&#8217; zu Open Access sehr nahe. Dabei muss allerdings in Kauf genommen werden, auf professionelle Leistungen, bestehende Kernkompetenzen und sparende Synergieeffekte zu verzichten. Dies ist zwar m&#246;glich, aber ebenfalls nicht ratsam.</Pgraph><Pgraph>&#220;brig bleibt die dritte Strategie; n&#228;mlich neue Akteure in den Open-Access-Publikationskreislauf einzuladen. Dies wird bereits auf dem &#8218;Goldenen Weg&#8217; zu Open Access umgesetzt. Allerdings besteht bei diesen stellvertretenden Verlagen eine gro&#223;e Schwierigkeit: In ihren Aufgabenbereichen sollen sie sich nicht von den traditionellen Teilnehmern unterscheiden, jedoch ohne dabei die gleichen Fehler wie diese zu begehen. Schlie&#223;lich ist die Zeitschriftenkrise durch das Fehlverhalten der traditionellen Verlagsh&#228;user heraufbeschworen worden und dies gilt es, zuk&#252;nftig zu vermeiden. Dass einige Open-Access-Journale diese Gradwanderung nicht bew&#228;ltigen werden, zeigen die Beispiele PLoS und BioMed Central. Bei diesen Open-Access-Zeitschriften liegen die Preise sogar noch deutlich &#252;ber dem Durchschnitt der traditionellen Journale.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Das Nutzenversprechen">
      <MainHeadline>Das Nutzenversprechen</MainHeadline><Pgraph>Das &#8218;Nutzenversprechen&#8217; beschreibt die potentiellen Vorteile und Nutzen der einzelnen Gesch&#228;ftsteilnehmer. </Pgraph><Pgraph>Im traditionellen Publikationsprozess werden ausreichend Anreize gestiftet, um die Akteure zu &#252;berzeugen, am Publikationskreislauf teilzunehmen. Auch die Leser und Bibliotheken sind noch(&#33;) bereit, an diesem Gesch&#228;ftsmodell mitzuwirken, wie die Praxis zeigt. Auch wenn sie angesichts der M&#246;glichkeiten des Internets und seit der Zeitschriftenkrise einen deutlich kritischeren Standpunkt einnehmen. </Pgraph><Pgraph>Demgegen&#252;ber hat sich im Open Access ein noch ungel&#246;ster Interessenkonflikt herauskristallisiert, der den Wissenschaftler in seinen Rollen als Autor, Gutachter und Leser betrifft. Im ung&#252;nstigsten Fall k&#246;nnte hier ein Jekyll-and-Hyde-Effekt entstehen <TextLink reference="5"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Das hei&#223;t, einerseits erfreuen sich Open-Access-Medien stetig steigender Beliebtheit, da die Annehmlichkeiten des kostenlosen und Freien Zugangs zu Informationen f&#252;r die Leser unumstritten sind <TextLink reference="5"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Andererseits haben jedoch die meisten Autoren nach wie vor Vorbehalte gegen&#252;ber einer eigenen Publikation im Open Access. Diese Vorbehalte &#228;u&#223;ern sich beispielsweise in der Skepsis gegen&#252;ber urheberrechtlichen Anforderungen und dem Renommee von Zeitschriften, die nach dem Prinzip des Freien Zugangs ver&#246;ffentlicht werden <TextLink reference="5"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Auch Gutachter m&#252;ssen im Open Access starke Reputationsverluste hinnehmen und sehen daher weniger Anreiz, im Publikationsprozess mitzuwirken. Daher befinden sich Autoren und Gutachter noch immer in einer Wartestellung <TextLink reference="5"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Daraus muss die Konsequenz gezogen werden, die Anreize f&#252;r Autoren und Gutachter im Open Access umzugestalten oder von Grund auf zu erneuern. Beispielsweise sollten die Kennzahlen zur Berechnung des Citation-Index evaluiert werden. Ebenso muss ein klarer rechtlicher Rahmen auf staatlicher Ebene gesteckt werden, der direkt auf Open-Access-Publikationen zugeschnitten ist. Sofern m&#246;glich, k&#246;nnen auch finanzielle Anreize die Attraktivit&#228;t des Freien Zugangs deutlich erh&#246;hen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Das Ertragsmodell">
      <MainHeadline>Das Ertragsmodell</MainHeadline><Pgraph>Das &#8218;Ertragsmodell&#8217; beschreibt die Einnahmen der Akteure und deren Quellen. Daraus ergibt sich die Richtung, in welche die Finanzstr&#246;me eines Gesch&#228;ftsmodells flie&#223;en.</Pgraph><Pgraph>Wer annimmt, dass Open Access mit keinerlei Kosten verbunden sei, liegt einem Irrtum auf (gesetzt den Fall, dass vergleichbare Leistungen hinter der Publikation stehen). </Pgraph><Pgraph>Im traditionellen Gesch&#228;ftsmodell wie auch im Open Access werden die Wissenschaftskosten (z.B. Geh&#228;lter, Forschungsmittel f&#252;r die Wissenschaftler) &#252;ber die Wissenschaftsf&#246;rderer abgedeckt. So weit, so gut. Neben diesen Kosten gibt es jedoch auch die Kosten, die aufgrund der Publikation der Fachzeitschrift entstehen (z.B. Druck, laufende Kosten der Repositorien). </Pgraph><Pgraph>Im traditionellen Gesch&#228;ftsmodell werden die Publikationskosten von den Lesern und Bibliotheken getragen. Im Open Access bleiben den Rezipienten hingegen die hohen finanziellen Ausgaben f&#252;r Zeitschriften erspart. Damit wird ihnen der kostenlose Freie Zugang zu Wissen erm&#246;glicht. Aber die Publikationskosten l&#246;sen sich doch nicht in Luft auf&#63;&#33; Oder kostet das Publizieren im Open Access etwa kein Geld&#33;&#63; </Pgraph><Pgraph>Fakt ist, Publizieren kostet unabh&#228;ngig vom Publikationsmodell immer Geld. </Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Die Durchschnittskosten f&#252;r die Publikation eines wissenschaftlichen Artikels &#8211; in elektronischer und gedruckter Form &#8211; wurden in einer &#91;weltweiten&#93; Studie von Mark Ware Consulting mit USD 3.750 angegeben; die Bandbreite reicht dabei von USD 410 bis zu USD 10.000 im Fall von Zeitschriften mit einer sehr hohen Ablehnungsrate &#91;&#8230;&#93;. Unabh&#228;ngig von dem zugrunde liegenden Gesch&#228;ftsmodell, ist von bestimmten Fixkosten (First-copy costs) auszugehen &#91;&#8230;&#93;. Von Kosten in diesen Gr&#246;&#223;enordnungen ist auch bei Open-Access-Publishing auszugehen, unabh&#228;ngig davon, welchen der beiden Open Access &#91;Wege&#93; man beschreitet&#8220; <TextLink reference="6"></TextLink>.</Indentation></Pgraph><Pgraph>Wenn der Leser also die Publikationskosten nicht mehr im Endpreis &#252;bernimmt, m&#252;ssen daf&#252;r andere Akteure die Ausgleichzahlung &#252;bernehmen. Die Umlenkung des Zahlungsstromes ist also eine alternative L&#246;sung, bei der jedoch keine Einsparungen zu erwarten sind. </Pgraph><Pgraph>Dies f&#252;hrt zur Frage, wer nun f&#252;r Open Access bezahlen soll&#63; </Pgraph><Pgraph>Der Leser kann von vornherein ausgeschlossen werden, da es ja gerade um diesen Wechsel im System geht und die Leser den kostenlosen Zugang zu Informationen einfordern. </Pgraph><Pgraph>Wenn die Wissenschaftsf&#246;rderer die anfallenden Publikationskosten im Open Access tragen sollen, muss unter dem Strich f&#252;r sie ein bestm&#246;gliches Optimum herausspringen. Das hei&#223;t ein Optimum, das besser ist als das des traditionellen Publikationskreislaufs. </Pgraph><Pgraph>Fakt ist, ein Wechsel zum Open Access zieht ein Umdenken auf breiter Ebene nach sich, da die Arbeits- und Mittelaufteilung in der F&#246;rderpolitik vollkommen neu gestaltet werden muss. Beispielsweise k&#246;nnen Publikationsfonds eingerichtet werden, wie es bereits zurzeit von einigen Stiftungen praktiziert wird. Diese Zusch&#252;sse werden allerdings bislang sehr niedrig angesetzt. </Pgraph><Pgraph>Au&#223;erdem m&#252;ssten die F&#246;rderungsfristen gelockert werden. Denn F&#246;rdermittel d&#252;rfen bislang nur w&#228;hrend der Projektdauer ausgegeben werden. Publikationen werden jedoch erst zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt ver&#246;ffentlicht. </Pgraph><Pgraph>Trotz einiger Schwierigkeiten ist jedoch eine Finanzumlenkung hin zum Wissenschaftsf&#246;rderer organisatorisch durchaus denkbar. </Pgraph><Pgraph>Eine andere M&#246;glichkeit der Kostenumverlagerung ist, die Publikationskosten &#252;ber die Autoren abzudecken. Das hei&#223;t, Autoren bezahlen die Publikationskosten, die traditionell vom Leser &#252;ber die Zeitschriftenpreise getragen werden. Diese Strategie wird auf dem &#8218;Goldenen Weg&#8217; zu Open Access bereits angewendet. </Pgraph><Pgraph>Allerdings stellt sich die Frage, ob Publikationsgeb&#252;hren innerhalb der Autorenschaft ausreichend Akzeptanz finden. Diese zus&#228;tzliche finanzielle Belastung k&#246;nnte eine ungewollte Ver&#246;ffentlichungsbarriere darstellen, insbesondere f&#252;r Nachwuchswissenschaftler und Geringverdienende. Empirische Studien zum Publikationsverhalten von Autoren im Open Access sind hier geteilter Meinung. </Pgraph><Pgraph>Prinzipiell sind Autorengeb&#252;hren jedoch m&#246;glich und werden bereits in der g&#228;ngigen Praxis, teils auch in Kombination mit Zusch&#252;ssen der Wissenschaftsf&#246;rderer, umgesetzt.</Pgraph><Pgraph>W&#228;hrend der &#8218;Goldene Weg&#8217; zumindest ein Finanzierungsmodell vorschl&#228;gt, bleibt es bei der &#8218;Gr&#252;nen Strategie&#8217; noch fraglich, wer die Kosten f&#252;r die Publikationen und die laufenden Kosten (z.B. Migrationskosten bei Hardw<TextGroup><PlainText>ar</PlainText></TextGroup>e- oder Softwarewechsel) f&#252;r die Repositorien &#252;bernehmen soll, wenn dies nicht die traditionellen Akteure tun. Schlie&#223;lich f&#228;llt ein erheblicher Investitions- und Betreuungsaufwand f&#252;r die Anschaffung und den Betrieb solcher Archive an <TextLink reference="2"></TextLink>. Daher greift der &#8218;Gr&#252;ne Weg&#8217; oftmals auf Parallelpublikation der Autoren- oder Verlagsversionen eines traditionell publizierten Beitrags zur&#252;ck &#8211; jedoch ohne daf&#252;r eine Gegenleistung zu bieten. Die langfristige Nachhaltigkeit des &#8218;Gr&#252;nen Weges&#8217; zu Open Access kann also in dieser Form nur gew&#228;hrleistet werden, wenn das traditionelle Publikationsmodell bestehen bleibt <TextLink reference="7"></TextLink>. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Das zweifelhafte Argument der Dreifachfinanzierung">
      <MainHeadline>Das zweifelhafte Argument der Dreifachfinanzierung</MainHeadline><Pgraph>Eines der popul&#228;rsten Argumente gegen den traditionellen Publikationskreislauf ist die Dreifachfinanzierung der Artikel durch &#246;ffentliche Mittel zugunsten von Verlag und Handel. Dreifachfinanzierung meint, dass der Staat &#252;ber Geh&#228;lter und Forschungsmittel wissenschaftliche Publikationen in dreifacher Hinsicht subventioniert; n&#228;mlich erstens bei der Informationserstellung durch Autoren, zweitens bei der Begutachtung durch Experten und drittens beim k&#228;uflichen Erwerb der Publikation durch Bibliotheken und Leser, die allesamt vom Staat subventioniert werden. Kritisiert wird, dass die Publikationen, die der Staat vorfinanziert, von der privaten Verlags- und Handelsindustrie wieder abgekauft werden m&#252;ssen. So hat es den Anschein, dass beim traditionellen Publizieren der Steuerzahler die Gewinne privater Unternehmen finanziert. In der Dreifachsubventionierung des Staates liegt damit die Forderung des Open Access begr&#252;ndet, dass wissenschaftliche Publikationen der Allgemeinheit ohnehin kostenlos und frei zustehen <TextLink reference="2"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Dieses Argument sollte mit Vorsicht genossen werden. Denn erstens ist der Staat laut Grundgesetz verpflichtet, Wissenschaft zu unterst&#252;tzen. </Pgraph><Pgraph>Zweitens kann dem Verlag und Handel nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie Gewinne erwirtschaften. Schlie&#223;lich nehmen sie ein hohes wirtschaftliches Risiko f&#252;r die Publikation auf sich. Dieses Risiko zahlt sich erst, und wenn &#252;berhaupt, nach dem Verkauf der Zeitschrift aus. Da von staatlicher Seite keine Garantien f&#252;r eventuelle Verluste &#252;bernommen werden, stellt die Aussicht auf Gewinn den einzigen Anreiz f&#252;r Verlag und Handel dar, im traditionellen Publikationskreislauf &#252;berhaupt mitzuwirken und einen Mehrwert zu leisten. </Pgraph><Pgraph>Und drittens tr&#228;gt die &#246;ffentliche Hand lediglich 11 Prozent aller Ausgaben f&#252;r die Wissenschaft. Den L&#246;wenanteil von 89 Prozent stemmen hingegen gemeinn&#252;tzige und nicht-staatliche Unternehmen. Und selbst wenn nur der 11-prozentige Anteil der von der &#246;ffentlichen Hand subventionierten Wissenschaftler f&#252;r die Argumentationslinie der Dreifachfinanzierung ber&#252;cksichtigt wird, hat der Staat trotzdem keinen direkt ableitbaren Anspruch auf diese wissenschaftlichen Publikationen. Der Staat finanziert schlie&#223;lich nur die Wissenschaftskosten in Form von Geh&#228;ltern und Projektmitteln, allerdings nicht die Publikationskosten als solche. Daher hat der Staat kein wirkliches Recht auf den kostenlosen Freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Kooperationsmodelle zwischen dem Alten und dem Neuen&#63;">
      <MainHeadline>Kooperationsmodelle zwischen dem Alten und dem Neuen&#63;</MainHeadline><Pgraph>Im F&#252;r und Wider beider Publikationsmodelle wird deutlich, dass Open Access noch immer auf sehr wackligen Beinen steht. Zu viele offene Fragen stehen noch im Raum. Weitreichende Probleme bleiben weiterhin ungel&#246;st. Es ist also nicht so leicht, wie weithin angenommen wird, den traditionellen Publikationskreislauf einfach zu verk&#252;rzen und bew&#228;hrte Akteure zu unterlaufen. Ergo: Open Access ist zurzeit kein vollst&#228;ndiger Ersatz f&#252;r das traditionelle Publikationswesen. </Pgraph><Pgraph>Allerdings hat auch das traditionelle Publizieren einige Schwachstellen. Denn seit der Zeitschriftenkrise in den 1990er Jahren hat das Vertrauen in die traditionellen Akteure stark gelitten, sodass einige Mitglieder des traditionellen Publikationskreislaufs darin nicht mehr ihre Interessen gewahrt sehen. </Pgraph><Pgraph>Mit Open Access wurde daher eine Bewegung in Gang gesetzt, die trotz aller Vorbehalte und Probleme, eine Alternative zum traditionellen Publizieren darstellt. Diese Entwicklung ist nicht mehr umkehrbar. Zumal Open Access auch schon in der Praxis umgesetzt und fieberhaft an der L&#246;sung der noch bestehenden Probleme gearbeitet wird. </Pgraph><Pgraph>Da also ein vollkommener Ersatz des Einen durch das Andere zurzeit nicht realistisch ist, werden sich wohl beide Modelle miteinander arrangieren m&#252;ssen.</Pgraph><Pgraph>Doch sind Kooperationsmodelle zwischen Open Access und der Verlags- und Handelsindustrie &#252;berhaupt vorstellbar&#63; </Pgraph><Pgraph>Diese Frage w&#228;re noch vor einigen Jahren in der Anfangsphase der Bewegung vollkommen undenkbar gewesen. Die Fronten beider Lager waren viel zu ideologisch belastet und die wechselseitigen Feindbilder zu stark ausgepr&#228;gt. Doch seit in j&#252;ngster Zeit die Parteien mehr und mehr aufeinander zugehen, kommt Bewegung in die Fronten und bestehende Feindbilder beginnen sich aufzul&#246;sen. </Pgraph><Pgraph>Die Verlags- und Handelsindustrie ist zunehmend bereit, mit Open-Access-Modellen zu experimentieren. Open-Access-Bef&#252;rworter sitzen gemeinsam mit traditionellen Akteuren an einem Tisch, um so eine realistische Sicht auf die eigenen M&#246;glichkeiten und Grenzen zu erhalten. </Pgraph><Pgraph>Dabei l&#246;sen sich die Open-Access-Anh&#228;nger mehr und mehr von der Maximalforderung an den Freien Zugang. Das hei&#223;t, das sogenannte True Open Access, das in der Berliner Erkl&#228;rung gefordert wird, verliert zusehends an Bedeutung. Vielmehr wird sich einer Minimalforderung an Open Access zugewendet. Diese Minimalforderung schlie&#223;t den kostenfreien Lesezugriff auf Informationen ein, garantiert jedoch den Autoren die Wahrung der Authentizit&#228;tsfunktion und den Verlagen die Daseinsberechtigung <TextLink reference="8"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Aus diesem Kompromiss heraus sind Kooperationsmodelle zwischen kommerziellen Verlagen und Open Access entwickelt worden. </Pgraph><Pgraph>Dabei kann sich Open Access einerseits auf die Zeitschrift in ihrer Gesamtheit beziehen und andererseits auf Einzelartikel, die von der Einheit Zeitschrift losgel&#246;st sind <TextLink reference="9"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Zurzeit gibt es neben dem True Open Access sechs verschiedene Vorschl&#228;ge f&#252;r solche Gesch&#228;ftsmodelle, von denen einige bereits getestet werden <TextLink reference="9"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Der Partielle Freie Zugang: Bei dieser Form des Open Access sind einige Teile des Werkes im Netz frei zug&#228;nglich. Diese Teile k&#246;nnen beispielsweise Inhaltverzeichnisse, Abstracts, Kommentare, Reviews, aber auch Editorials und sogar einzelne Artikel sein. Gelegentlich sind auch gesamte Zeitschriften unmittelbar nach dem Erscheinen f&#252;r kurze Zeit frei zug&#228;nglich, um sie anschlie&#223;end gegen eine Geb&#252;hr f&#252;r einen l&#228;ngeren Verwertungszeitraum anzubieten. (Beispiele: British Medical Journal, Neuron Glia Biology)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">Der Optionale Freie Zugang: Bei dieser Spielart des Open Access bietet der Verlag dem Autor an, selbst zu entscheiden, ob sein Artikel frei zug&#228;nglich ist oder nicht. Entscheidet sich der Autor f&#252;r eine Open-Access-Publikation, erhebt der Verlag eine Geb&#252;hr, f&#252;r die der Autor aufkommt. Dadurch wird der Leser finanziell entlastet. Im Endeffekt f&#252;hrt der Optionale Freie Zugang zu einer Sonderform des Partiellen Open Access. (Beispiele: Florida Entomologist, Zeitschriften des Springer-Verlages)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">Der Zeitverz&#246;gerte Freie Zugang: Hierbei ist das Werk erst nach einem bestimmten Verwertungszeitraum frei zug&#228;nglich, der vom Verleger festgesetzt wird. Abh&#228;ngig von Verlag und Zeitschrift betr&#228;gt dieser Zeitraum in der Regel 6 bis 24 Monate. (Beispiele: Zeitschriften der Verlage Reed Elsevier und HighWire) </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="4" numString="4.">Der R&#252;ckwirkende Freie Zugang: Diese Open-Access-Form beschreibt die nachtr&#228;glich einger&#228;umte freie Zug&#228;nglichkeit zu bereits ver&#246;ffentlichten Artikeln, die zuvor nur gegen eine Geb&#252;hr zur Verf&#252;gung standen. Dabei handelt es sich oftmals um Werke, die nicht mehr den Beschr&#228;nkungen des Urheberrechts unterliegen oder f&#252;r die mit den Rechteinhabern gesonderte Vereinbarungen getroffen werden. (Beispiel: Archiv des G&#246;ttinger Digitalisierungszentrums)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="5" numString="5.">Der Freie Zugang f&#252;r Entwicklungsl&#228;nder: F&#252;r Wissenschaftler, die aus sogenannten Schwellen- und Entwicklungsl&#228;ndern stammen, werden die Publikationskosten erm&#228;&#223;igt oder erlassen. Au&#223;erdem werden sie von institutionellen Mitgliedschaftsgeb&#252;hren entbunden. Die infrage kommenden Wissenschaftler werden ermittelt anhand einer offiziellen Liste der Vereinten Nationen, in der die &#8218;Least Developed Countries&#8217; aufgef&#252;hrt sind. (Beispiel: das Programm &#8218;Access to global Online Research in Agriculture&#8217; f&#252;r Zeitschriften der Medizin und der Agrarwissenschaften)</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="6" numString="6.">Der Geb&#252;hrenbegleitende Freie Zugang: Bei dieser Variante werden Artikel &#252;ber Verlage auf Open-Access-Archiven entgeltfrei zur Verf&#252;gung gestellt. Diese Archive k&#246;nnen entweder fachlicher bzw. institutioneller Art sein oder vom Verlag selbst betrieben werden. Geb&#252;hren werden lediglich f&#252;r zus&#228;tzliche Dienstleistungen erhoben, wie der Zusammenstellung der Zeitschrift als Gesamtausgabe oder der Fertigung von Printexemplaren. (Beispiele: Critical Care, Genome Biology) </ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Nat&#252;rlich werden nicht all diese Kooperationsmodelle &#252;berleben, aber es ist davon auszugehen, dass sich zumindest einige dieser Gesch&#228;ftsmodelle in der Publikationslandschaft durchsetzen k&#246;nnen. Dies ist nat&#252;rlich abh&#228;ngig von der Haltung der Verlage.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens">
      <MainHeadline>Die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens</MainHeadline><Pgraph>Der Ausblick auf die nahe und ferne Zukunft des Publizierens sollte wissenschaftlichen Verlagen als Entscheidungshilfe dienen, ihre Haltung gegen&#252;ber Open Access genauestens abzuw&#228;gen: das hei&#223;t, ob sie bereit sind, mit Open Access zu kooperieren oder aber, ob sie ein beziehungsloses Nebeneinander anstreben.</Pgraph><Pgraph>Schon heute &#252;bt die Open-Access-Bewegung auf das kommerzielle wissenschaftliche Publikationswesen Druck aus. Dieser Druck wird durch &#252;bergeordnete Forschungsorganisationen ausgel&#246;st &#8211; wie zum Beispiel der &#8218;Deutschen Forschungsgemeinschaft&#8217; und der &#8218;Max-Planck-Gesellschaft&#8217;. Diese Institutionen haben sich bestimmten Open-Access-Policies verpflichtet, in denen sie die Vergabe ihrer Mittel an die Forderung kn&#252;pfen, dass die aus diesen Geldern resultierenden Publikationen nach dem Prinzip des Freien Zugangs ver&#246;ffentlicht werden <TextLink reference="10"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Daher werden kommerzielle Verlage faktisch gezwungen, mit Open Access zu kooperieren. Andernfalls m&#252;ssen sie in Kauf nehmen, auf Beitr&#228;ge bestimmter Autoren zu verzichten, die dem Open Access verpflichtet sind. Dies zieht Einbu&#223;en in der Qualit&#228;t der Zeitschriften nach sich und wirkt sich negativ auf die Verkaufszahlen aus. In dieser Hinsicht ist es sogar ein Wettbewerbsnachteil, nicht auf die Open-Access-Welle aufzuspringen <TextLink reference="10"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Au&#223;erdem bringt es kommerziellen Verlagen entschiedene Vorteile Kooperationsmodelle einzusetzen. Beispielsweise k&#246;nnen sie so ihr Image deutlich aufwerten <TextLink reference="2"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Zudem ist es Verlagen in der Vorreiterrolle m&#246;glich, einen First-Mover-Advantage zu sichern und somit kurzfristige Marktanteile auf Kosten anderer Marktteilnehmern hinzu zu gewinnen <TextLink reference="10"></TextLink>. Kooperationen mit Open Access bieten also die M&#246;glichkeit, durch einen gezielten Einsatz des Marketings strategische Vorteile auf dem Publikationsmarkt zu erzielen. </Pgraph><Pgraph>Daher ist fr&#252;hzeitiges Handeln gefragt&#33; Zumal von Seiten des True Open Access noch keine wirkliche Gefahr ausgeht. Zwar ist anzunehmen, dass in naher und mittlerer Zukunft, also in ein bis f&#252;nf Jahren, viele weitere True-Open-Access-Journale auf dem &#8218;Goldenen Weg&#8217; herausgegeben werden. Allerdings werden davon nur wenige in Konkurrenz zu den Zeitschriften der kommerziellen Verlage treten k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph>Hierf&#252;r gibt es verschiedene Gr&#252;nde: Zum einen sind die Marken der Zeitschriften, einschlie&#223;lich ihrer Reputat<TextGroup><PlainText>ione</PlainText></TextGroup>n, im traditionellen Publizieren bereits herausgebildet und etabliert. Dadurch wird die Monopolstellung wissenschaftlicher Verlage weiterhin gest&#228;rkt. Zum anderen gehen mehr und mehr kommerzielle Verlage dazu &#252;ber, Open-Access-Variationen zu zulassen. </Pgraph><Pgraph>Wahrscheinlich werden sich True-Open-Access-Zeitschriften am ehesten auf den wissenschaftlichen Gebieten durchsetzen k&#246;nnen, die noch kaum erforscht sind und f&#252;r die es bislang nur wenige renommierte Zeitschriften gibt <TextLink reference="10"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Auch die &#8218;Gr&#252;ne&#8217; Umsetzungsstrategie des True Open Access ist in naher und mittlerer Zukunft noch keine ernstzunehmende Konkurrenz f&#252;r das traditionelle Publikationswesen. Denn viele Universit&#228;ten und Forschungsinstitutionen verf&#252;gen noch nicht &#252;ber umfassende M&#246;glichkeiten zur Selbstarchivierung in institutionellen Repositorien. Zudem sind die vereinzelten Archive noch kaum miteinander vernetzt und es existieren bisher nur wenige Suchm&#246;glichkeiten, um die Recherche nach frei zug&#228;nglichen Artikeln zu optimieren <TextLink reference="10"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Auch wenn das True Open Access in naher und mittlerer Zukunft keine Gefahr f&#252;r den Fortbestand des traditionellen Publikationswesens darstellt, wird es auf lange Sicht immer mehr an Fahrt zunehmen, beispielsweise durch die Erweiterung von Suchmaschinen, neue Anreizsysteme usw. </Pgraph><Pgraph>Au&#223;erdem wird durch die kooperative Haltung der Verlage zum Freien Zugang, zu der das traditionelle Publikationswesen faktisch gezwungen ist, ein fruchtbarer N&#228;hrboden f&#252;r Open Access gelegt. Dieser N&#228;hrboden wird das Bewusstsein der Wissenschaftler f&#252;r diese Art des Publizierens weiter st&#228;rken. </Pgraph><Pgraph>Dies hat langfristig zur Folge, dass sich wissenschaftliche Verlage mehr und mehr dem Gegengewicht des True Open Access entgegen stemmen m&#252;ssen. Und dies umso intensiver, desto mehr Antworten auf die noch ungel&#246;sten Fragen des Open Access gefunden werden. </Pgraph><Pgraph>Auf dem Markt wird also auf lange Sicht ein Verdr&#228;ngungswettbewerb unter den Zeitschriften der verschiedenen Publikationsmodelle stattfinden. Dabei treten das traditionelle Gesch&#228;ftsmodell, Open Access und kooperative Publikationsmodelle gegeneinander an. </Pgraph><Pgraph>Vermutlich werden die bereits etablierten und renommierten Journale auf dem Markt bestehen bleiben. Kleine, traditionelle Verlage und Fachzeitschriften ohne hohe Reputation werden wohl aus der Publikationslandschaft verschwinden. Ebenso wie diejenigen, die nicht auf den Trend hin zu Open Access aufspringen. Ihren Platz werden diejenigen Verlage und Fachzeitschriften einnehmen, die mit Open Access geschickt umzugehen wissen <TextLink reference="10"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Wie sollten nun diejenigen Verlage reagieren, denen im Verdr&#228;ngungswettbewerb das baldige Aus droht&#63; Sie m&#252;ssen Open-Access-Kooperationsmodelle zum festen Bestandteil ihrer eigenen Unternehmensstrategie m<TextGroup><PlainText>ache</PlainText></TextGroup>n. Dies sollte besser heute als morgen geschehen, um die kurzfristigen Vorteile des Open Access im Marketing auszuspielen. </Pgraph><Pgraph>Aber nicht das Marketing ist dabei der entscheidende Punkt, sondern die Chance auf den eigenen Fortbestand. Denn solange das True Open Access innerlich an offenen Fragen und ungel&#246;sten Problemen leidet, kann durch ein rechtzeitiges Einlenken seitens der Verlage dem Fortschreiten des True Open Access der Wind aus den Segeln genommen werden. Auf diese Weise kann fr&#252;hzeitig die Richtung des Open Access entscheidend beeinflusst und gelenkt werden. </Pgraph><Pgraph>Wenn es den Verlagen gelingt, sich dies zunutze zu m<TextGroup><PlainText>ache</PlainText></TextGroup>n, werden sie ihre Position im Publikationswesen behaupten und teils sogar verbessern k&#246;nnen. Kooperationsmodelle sind demnach, trotz aller Einschr&#228;nkungen auf beiden Seiten, eine Investition in die Zukunft.</Pgraph><Pgraph>Angestrebt wird also ein Kompromiss, der dem traditionellen Publikationswesen langfristig den Fortbestand und Open Access eine reale Chance auf Umsetzung garantiert. Das traditionelle Publikationswesen darf der Herausforderung des Open Access nicht tatenlos zu sehen, sondern muss rechtzeitig reagieren, um den Anforderungen der Zeit gerecht werden zu k&#246;nnen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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