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    <Identifier>mbi000086</Identifier>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Braucht die Schweiz Nationallizenzen&#63;</Title>
      <TitleTranslated language="en">Does Switzerland need national licenses&#63;</TitleTranslated>
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          <LastnameHeading>G&#246;ttker</LastnameHeading>
          <Firstname>Susanne</Firstname>
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        <Address>Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken, c&#47;o ETH Z&#252;rich, ETH-Bibliothek, R&#228;mistra&#223;e 101, CH-8092 Z&#252;rich, Tel.: &#43;41 44 632 84 26, Fax: &#43;41 44 632 14 30<Affiliation>Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken, ETH-Bibliothek, Z&#252;rich, Schweiz</Affiliation></Address>
        <Email>susanne.goettker&#64;library.ethz.ch</Email>
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          <LastnameHeading>Neubauer</LastnameHeading>
          <Firstname>Wolfram</Firstname>
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          <AcademicTitle>Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>ETH Z&#252;rich, ETH-Bibliothek, HG J 31.3, R&#228;mistr. 101, CH-8092 Z&#252;rich, Tel.: &#43;41 44 632 21 35, Fax: &#43;41 44 632 13 57<Affiliation>ETH Z&#252;rich, ETH-Bibliothek, Z&#252;rich, Schweiz</Affiliation></Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">national licenses</Keyword>
      <Keyword language="en">Switzerland</Keyword>
      <Keyword language="en">projects</Keyword>
      <Keyword language="de">Nationallizenzen</Keyword>
      <Keyword language="de">Schweiz</Keyword>
      <Keyword language="de">Projekte</Keyword>
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    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20071210</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>7</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Nationallizenzen</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>34</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes">
      <Pgraph>Die Rahmenbedingungen, die in Deutschland den Abschluss von Nationallizenzen erm&#246;glichten, sind in der Schweiz nicht gegeben. Gleichwohl haben die entsprechenden Gremien und Stellen des Bundes die Relevanz einer angemessenen Versorgung mit elektronischer Fachinformation im nationalen und internationalen Wettbewerb durchaus erkannt. Es werden drei vom Bund (teil-)finanzierte Projekte vorgestellt, mittels derer auf nationaler Ebene dauerhafte Werte im Bereich der Versorgung  mit elektronischer, wissenschaftlicher Information geschaffen wurden und werden.</Pgraph>
      <Pgraph>Das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken lizenziert f&#252;r alle akademischen Bibliotheken des Landes Datenbanken und Zeitschriftenpakete. Da die Bibliotheken nur das lizenzieren, was ihre Nutzer brauchen, gibt es nur sehr wenige Produkte, die so fl&#228;chendeckend lizenziert sind, dass sie mit einer Nationallizenz im deutschen Sinne vergleichbar w&#228;ren. Das Projekt E-Archiving befasst sich u.a. mit der Langzeitverf&#252;gbarkeit wissenschaftlicher Zeitschriften aus der Schweiz, die zu diesem Zwecke digitalisiert werden und der w&#228;hrend der Lizenzjahre im Konsortium erworbenen Archivdaten. Das Projekt Elektronische Bibliothek Schweiz (E-lib.ch) wird sich in den n&#228;chsten Jahren ganz grunds&#228;tzlich mit der Bereitstellung elektronisch vorliegender Informationen innerhalb der Schweiz befassen.</Pgraph>
    </Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes">
      <Pgraph>A regulatory framework allows for the conclusion of national licenses in Germany, but this precondition is not given in Switzerland. However, the responsible bodies and authorities have definitely recognized how relevant it has become in the national as well as in the international competition to provide specialised knowledge by electronic means. The intention of this article is to give information about three projects that are, partly or completely, funded by the Swiss Confederation. Those three projects have created, or still create, enduring values in the field of provision with electronic and scientific information on a national level. The Consortium of Swiss Academic Libraries licenses databases and journal packages for all Swiss academic libraries. As libraries only license what their users need, there are just a few products that are licensed at a large extent. Therefore, they cannot be compared to the German national license. The project E-Archiving deals, among other issues, with the long-term availability of scientific journals from Switzerland that were digitalised for this purpose and of the archive data that has been purchased during the license years. The project Electronic Library Switzerland (E-lib.ch) will basically be concerned with the provision of electronically available information within Switzerland over the next few years. </Pgraph>
    </Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Der Schweizer Kontext">
      <MainHeadline>Der Schweizer Kontext</MainHeadline>
      <Pgraph>Die Schweiz ist der Prototyp eines in hohem Ma&#223;e f&#246;deralen Staates, dessen politische Konstruktion naturgem&#228;&#223; auch Bildung und Wissenschaft in sehr starkem Ma&#223;e beeinflusst. Aufgrund eines stark dezentralisierten Ansatzes liegt beispielsweise die Verantwortung f&#252;r Bildung und Wissenschaft und somit auch f&#252;r das Bibliothekswesen im Regelfall bei den Kantonen.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Hochschullandschaft der Schweiz besteht aus 10 Universit&#228;ten, sieben Fachhochschulen und 14 P&#228;dagogischen Hochschulen, die sich jeweils in kantonaler Tr&#228;gerschaft befinden. Eine Ausnahme in diesem System sind die beiden technischen Hochschulen, deren Tr&#228;ger die Schweizerische Eidgenossenschaft ist, also der Bund. Bei den Universit&#228;ten handelt es sich zum Teil um verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig kleine, h&#228;ufig auch spezialisierte Institutionen, mit teilweise nur wenigen Fakult&#228;ten. Dies bedeutet, dass nur einige wenige Universit&#228;ten den gesamten F&#228;cherkanon einer Volluniversit&#228;t anbieten.</Pgraph>
      <Pgraph>Die ETH Z&#252;rich nimmt in diesem Gef&#252;ge nicht nur aufgrund der Tr&#228;gerschaft des Bundes, sondern auch durch ihre Spezialisierung und ihre wissenschaftliche Bedeutung eine Sonderstellung ein.</Pgraph>
      <Pgraph>Entsprechendes gilt nun auch f&#252;r die jeweiligen Hochschulbibliotheken. So hat sich beispielsweise die ETH-Bibliothek in den 150 Jahren ihres Bestehens zur gr&#246;&#223;ten Bibliothek der Schweiz entwickelt, die neben den klassischen universit&#228;ren Aufgaben in ganz erheblichem Ma&#223;e der landesweiten Versorgung mit naturwissenschaftlich-technischen Informationen dient.</Pgraph>
      <Pgraph>Der Begriff &#8222;ETH-Bibliothek&#8220; ist die Bezeichnung f&#252;r die zentrale Informationseinrichtung der ETH Z&#252;rich, umfasst allerdings neben einer Hauptbibliothek ein ganzes Geflecht von unterschiedlich gro&#223;en und bedeutenden Bibliotheken.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Nationallizenzen in der Schweiz: Die Situation">
      <MainHeadline>Nationallizenzen in der Schweiz: Die Situation</MainHeadline>
      <Pgraph>Recherchiert man in einer bekannten Suchmaschine mit dem Suchstring &#8222;Schweiz UND Nationallizenzen&#8220;, erh&#228;lt man zwar eine gro&#223;e Anzahl von Treffern, jedoch nur ein einziger bringt die Schweiz tats&#228;chlich in Zusammenhang mit dem Begriff &#8222;Nationallizenzen&#8220;.</Pgraph>
      <Pgraph>Dies ist wenig &#252;berraschend, da es in der Schweiz keine &#8222;Nationallizenzen&#8220; im Sinne des deutschen Modells gibt. Eine mit grunds&#228;tzlich &#228;hnlichen M&#246;glichkeiten ausgestattete Institution wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) existiert zwar, n&#228;mlich der Schweizerische Nationalfonds zur F&#246;rderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF: <Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.snf.ch&#47;d&#47;ueberuns&#47;seiten&#47;default.aspx">http:&#47;&#47;www.snf.ch&#47;d&#47;ueberuns&#47;seiten&#47;default.aspx</Hyperlink>), doch steht die F&#246;rderung bibliotheksrelevanter Projekte nicht auf seinem Programm. Folglich existiert auch kein &#252;berregionales System der Literaturversorgung, wie das der deutschen Sondersammelgebietsbibliotheken.</Pgraph>
      <Pgraph>So stellt sich bereits an dieser Stelle die Frage, ob es &#252;berhaupt m&#246;glich und sinnvoll ist, das deutsche Modell der Verhandlung und Implementierung von Nationallizenzen auf die Schweiz zu &#252;bertragen. </Pgraph>
      <Pgraph>Andererseits wiederum w&#228;re es voreilig, aus den anderen politischen bzw. wissenschaftspolitischen Randbedingungen den Schluss zu ziehen, dass bibliotheksrelevante Aktivit&#228;ten auf nationaler Ebene grunds&#228;tzlich ausgeschlossen w&#228;ren. Die entsprechenden Gremien und Stellen des Bundes haben die Relevanz einer angemessenen Versorgung mit elektronischen Informationen f&#252;r den nationalen und internationalen Wettbewerb in den Wissenschaften sehr wohl erkannt und haben in den letzten Jahren entsprechende Projekte lanciert.</Pgraph>
      <Pgraph>Die folgenden Ausf&#252;hrungen pr&#228;sentieren drei vom Bund (teil-)finanzierte Projekte, deren Gesamtheit man ohne Schwierigkeiten als ein mehrgliedriges Unternehmen auffassen kann, auf nationaler Ebene dauerhafte Werte im Bereich der Versorgung mit elektronischer, wissenschaftsrelevanter Information zu schaffen. In ihrer Gesamtheit dienen diese Aktivit&#228;ten also einer nachhaltigen Unterst&#252;tzung der Wissenschaften in der Schweiz durch eine quantitative und qualitative Verbesserung der Informationssituation, ohne direkt die Frage von Nationallizenzen als zentrales Element in den Mittelpunkt der Aktivit&#228;ten zu r&#252;cken. Da generell die finanzielle Situation an der schweizerischen Hochschulbibliotheken (zumindest noch) einigerma&#223;en zufrieden stellend ist, scheint dieser Ansatz auch im Vergleich mit Deutschland gerechtfertigt.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Das Konsortium der Schweizer Hochschulbiblio- theken">
      <MainHeadline>Das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken</MainHeadline>
      <Pgraph>Der Aufbau des Konsortiums Schweizer Hochschulbibliotheken (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;lib.consortium.ch">http:&#47;&#47;lib.consortium.ch</Hyperlink>) geht zur&#252;ck auf eine gemeinsame Initiative der ETH-Bibliothek, an der sich die Gesch&#228;ftsstelle von Beginn an befindet, und des Generalsekretariats der Schweizerischen Universit&#228;tskonferenz (SUK) (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.cus.ch&#47;wDeutsch&#47;index.php">http:&#47;&#47;www.cus.ch&#47;wDeutsch&#47;index.php</Hyperlink>).</Pgraph>
      <Pgraph>Im Jahre 2000 nahm das Konsortium seine operative Arbeit als nationale Infrastruktureinrichtung auf, wobei es bis einschlie&#223;lich 2005 als ein gesamtschweizerisches Kooperationsprojekt gef&#252;hrt und entsprechend gef&#246;rdert wurde. F&#246;rderung im Sinne der Schweizer Hochschulgesetzgebung bedeutete hierbei eine Unterst&#252;tzung von 50&#37; bei den Lizenzkosten und von 70&#37; bei den Kosten f&#252;r die Gesch&#228;ftsstelle, wobei die F&#246;rderung lediglich f&#252;r die kantonalen Einrichtungen gew&#228;hrt wird. Die anderen teilnehmenden Einrichtungen (also u.a. die beiden technischen Hochschulen sowie die Nationalbibliothek) mussten (und m&#252;ssen) ihren Anteil zu 100&#37; selbst finanzieren.</Pgraph>
      <Pgraph>Mitglieder des Konsortiums sind alle kantonalen Universit&#228;ten, alle Einrichtungen des ETH-Bereichs (die beiden technischen Hochschulen in Z&#252;rich und Lausanne sowie vier kleinere Forschungseinrichtungen), die Fachhochschulen sowie die Schweizerische Nationalbibliothek. Ab dem Jahr 2008 werden auch die P&#228;dagogischen Hochschulen am Konsortium teilnehmen. Neben diesen &#8222;prim&#228;ren Teilnehmern&#8220; gibt es auch weitere Konsortialpartner, die meist nur sehr wenige Produkte beziehen. Hierzu geh&#246;ren beispielsweise das CERN oder andere (meist kleinere) Forschungseinrichtungen des Bundes.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Eigenbeteiligung der Konsortialpartner war von Beginn an eine wesentliche Randbedingung dieses Projekts. Hiermit wurde ein Grundstein daf&#252;r gelegt, dass das Konsortium auch nach Abschluss der vom Bund gef&#246;rderten, als Anschubfinanzierung geplanten, mehrj&#228;hrigen Projektphase routinem&#228;&#223;ig weiterl&#228;uft und erfolgreich f&#252;r die Partner t&#228;tig ist. Dies gilt nun trotz der Tatsache, dass die Konsortialpartner seit dem Jahr 2006 selbst f&#252;r alle Lizenzierungskosten aufkommen m&#252;ssen. </Pgraph>
      <Pgraph>Was sind nun die konkreten Folgen dieser anteiligen bzw. vollst&#228;ndigen Eigenfinanzierung&#63; </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Die Bibliotheken lizenzieren (zu Beginn auch mit Hilfe zentraler Mittel) bewusst die Produkte, von denen sie wissen bzw. annehmen, dass sie an ihrer Hochschule ben&#246;tigt werden. </ListItem>
          <ListItem level="1">Diese Haltung f&#246;rdert die Profilierung der einzelnen Hochschulstandorte, woran die Bibliotheken aktiv mitwirken (k&#246;nnen). </ListItem>
          <ListItem level="1">Studierende und Forschende bekommen auch im Bereich der Fachinformation nur das f&#252;r die jeweilige Situation relevante Angebot.</ListItem>
          <ListItem level="1">Die Bibliotheken haben die Chance, von der eigenen Einrichtung nicht nur als teurer Bittsteller wahrgenommen zu werden, sondern sie wachsen zunehmend in die Rolle eines kooperierenden Dienstleisters f&#252;r die eigene Community. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Aus der komfortablen Situation der Subventionierung heraus wurden f&#252;r alle akademischen Einrichtungen der Schweiz und f&#252;r eine Vielzahl von Forschungsinstitutionen Lizenzvertr&#228;ge f&#252;r gro&#223;e Datenbanken und Zeitschriftenpakete abgeschlossen. Obwohl die eigentliche Unterst&#252;tzung lediglich f&#252;r die kantonalen Einrichtungen erfolgte, profitierten doch alle teilnehmenden Bibliotheken von den ausgehandelten Konsortialrabatten, die durchschnittlich 30&#37; des Listenpreises betragen.</Pgraph>
      <Pgraph>Die bereitgestellten Projektmittel dienten allerdings nicht nur zur Lizenzierung laufender Jahrg&#228;nge, sondern wurden auch f&#252;r den Kauf von Archivdaten eingesetzt. Zu nennen ist hier an erster Stelle die Datenbank &#8222;Web of Science&#8220;. Heute haben alle 10 kantonalen Universit&#228;ten, die beiden technischen Hochschulen in Z&#252;rich und Lausanne, alle sieben Fachhochschulen und eine Reihe wichtiger Forschungseinrichtungen Zugriff auf Web of Science mit einer Archivdatenabdeckung, die beim Science Citation Index bis zum Jahr 1900 reicht.</Pgraph>
      <Pgraph>An dieser Stelle k&#246;nnte man also ohne Zweifel von einer Nationallizenz im deutschen Sinne sprechen. Obwohl die (freie elektronische) Zugangsberechtigung durch jede&#47;n B&#252;rgerin&#47;B&#252;rger nicht eingeschlossen ist, ist doch eine fl&#228;chendeckende Zugriffsm&#246;glichkeit f&#252;r die ganze Schweiz gegeben. Schlie&#223;lich ist die Schweiz ein kleines Land, bei dem die Entfernung zur jeweiligen Universit&#228;tsbibliothek ohne gro&#223;e Probleme, mit zumutbarem Aufwand zu bewerkstelligen ist. In diesen Bibliotheken, die oft auch gleichzeitig Kantonsbibliotheken sind, ist die Nutzung des Web of Science durch Walk-in-Users vertraglich gestattet.</Pgraph>
      <Pgraph>Mit einer vergleichbaren vollst&#228;ndigen Abdeckung wurden Vertr&#228;ge mit den Zeitschriftenverlagen Elsevier und Springer abgeschlossen. Solange die Lizenzen von allen teilnehmenden Bibliotheken erneuert werden, besteht auch hier durch die vereinbarten Zugriffsm&#246;glichkeiten &#252;ber die eigenen Best&#228;nde hinaus (z.B. Cross- und Additional Access) ein de facto fl&#228;chendeckender Zugang zu den gro&#223;en Zeitschriftenpaketen. Problematisch wird die Situation erst dann, wenn ein Konsortialvertrag nicht mehr erneuert wird, wie dies im Jahr 2005 f&#252;r Elsevier der Fall war. </Pgraph>
      <Pgraph>Um die hierdurch eintretende Situation innerhalb des Konsortiums zu bewerten, muss man von der Theorie ausgehen, die Bibliotheken h&#228;tten danach ebenso fl&#228;chendeckend keine bilateralen Vertr&#228;ge mit Elsevier abgeschlossen.</Pgraph>
      <Pgraph>Die erworbenen Archivrechte erlauben, auch nach Ablaufen der aktuellen Lizenz auf diejenigen Jahrg&#228;nge zuzugreifen, die zuvor lizenziert waren: Als Einschr&#228;nkung gilt, dass ein Zugriff jeweils nur auf die Titel m&#246;glich ist, die an der eigenen Institution zum Zeitpunkt der Lizenzierung abonniert waren.</Pgraph>
      <Pgraph>Konkret bedeutet dies, dass der angenommene Mehrwert des &#8222;Big Deals&#8220; mit dem Ende der Lizenz erlischt und sich nicht in den Archivrechten wiederfindet.</Pgraph>
      <Pgraph>Hier von einer Nationallizenz im Sinne des deutschen Modells zu sprechen, ist also insofern nicht korrekt, als mit den Lizenzgeb&#252;hren keine dauerhafte, nationale Literaturversorgung aufgebaut wird.</Pgraph>
      <Pgraph>Wie bekannt, haben die Verlage mit ihren Angeboten f&#252;r elektronisch verf&#252;gbare Archivdaten bei einer Reihe von Bibliotheken Interesse geweckt und diejenigen Einrichtungen, denen es finanziell m&#246;glich war, haben mehr oder weniger intensiv mit dem Aufbau von elektronischen Backfile-Paketen begonnen. Diese Aktivit&#228;ten wurden nicht vom Konsortium, sondern von den einzelnen Bibliotheken selbst abgewickelt und erfolgten naturgem&#228;&#223; auch nicht in koordinierter Form. Auch an dieser Stelle kann man also nicht von einem nationalen Ansatz sprechen, was noch erg&#228;nzt wird durch die Haltung der einzelnen Einrichtungen, die es grunds&#228;tzlich nicht f&#252;r notwendig erachten, fl&#228;chendeckend Archivdaten von Zeitschriften zu erwerben.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Das Projekt E-Archiving">
      <MainHeadline>Das Projekt E-Archiving</MainHeadline>
      <Pgraph>Trotz aller Einschr&#228;nkungen bilden die vom Konsortium im Kontext des Dreijahresvertrages 2002-04 mit Elsevier erworbenen Daten einen Bestand, &#252;ber dessen Langzeitverf&#252;gbarkeit nachgedacht werden sollte. Ist eine Bibliothek zu  irgendeinem Zeitpunkt gezwungen, ihren jeweiligen Vertrag mit Elsevier zu l&#246;sen, stellt sich sofort die Frage, wie der Zugriff auf dieses Paket an elektronischen Informationen weiterhin m&#246;glich ist. Selbstverst&#228;ndlich ist in den einzelnen Vertr&#228;gen meist auch diese Situation geregelt, doch bleiben immer Fragen offen</Pgraph>
      <Pgraph>Die Erfahrungen zeigen, dass beispielsweise keinesfalls gesichert ist, dass die Verlage am Tag X den Zugriff auch zeitnah sicherstellen k&#246;nnen. H&#228;ufig gibt es auch Diskussionen, auf welche Titel konkret Zugriff besteht usw.</Pgraph>
      <Pgraph>Dies ist u.a. der Grund, dass sich das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken seit dem Jahre 2004 im Rahmen des Gro&#223;projektes &#8222;E-Archiving&#8220; damit befasst, wie, in welcher Form und unter welchen organisatorischen und technischen Randbedingungen gro&#223;e Datenmengen zug&#228;nglich gemacht werden k&#246;nnen, wobei hierbei die Dauerhaftigkeit dieses Zugangs einen wesentlichen Aspekt darstellt.</Pgraph>
      <Pgraph>Im Kontext dieses Projektes wurden, sozusagen als Pilotinstallationen, &#228;ltere Jahrg&#228;nge wissenschaftlicher Zeitschriften aus der Schweiz digitalisiert und auf der Plattform &#8222;Swiss Electronic Academic Library Service&#34; (SEALS) (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;retro.seals.ch">http:&#47;&#47;retro.seals.ch</Hyperlink>) f&#252;r den freien und offenen Zugriff bereit gestellt.</Pgraph>
      <Pgraph>Ein weiteres Standbein dieses bis Mitte n&#228;chsten Jahres laufenden Projektes ist die Entwicklung eines Metadaten-Repositories, mit dessen Hilfe ein m&#246;glichst unkomplizierter, zentraler Zugang und Zugriff auf all diejenigen Volltexte m&#246;glich werden soll, die auf den unterschiedlichen Dokumentenservern Schweizer Hochschulen abgelegt sind.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Die Vision einer Elektronischen Bibliothek Schweiz">
      <MainHeadline>Die Vision einer Elektronischen Bibliothek Schweiz</MainHeadline>
      <Pgraph>Unter Ber&#252;cksichtigung internationaler Entwicklungen war es im Kontext der skizzierten Projekte und kooperativen Aktivit&#228;ten beinahe eine logische Konsequenz, sich ganz grunds&#228;tzlich mit der Bereitstellung elektronisch vorliegender Informationen f&#252;r Wissenschaft, Lehre und Forschung innerhalb der Schweiz zu befassen. Wie k&#246;nnen die mittlerweile in gro&#223;em Umfang generierten elektronischen Angebote in koordinierter Form der interessierten &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung gestellt werden&#63; Wo gibt es L&#252;cken in diesem Angebot&#63; Wie sind die Recherchem&#246;glichkeiten in den bibliothekarischen Verzeichnissen&#63; Entspricht die Art und Weise der Angebotsstrukturen an den einzelnen Bibliotheken den heutigen Anforderungen&#63;</Pgraph>
      <Pgraph>Um diese und andere relevante Fragen beantworten zu k&#246;nnen und L&#246;sungen anzubieten, wurde im letzten Jahr das Projekt &#8222;Elektronische Bibliothek Schweiz&#8220; (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.e-lib.ch&#47;index.html">http:&#47;&#47;www.e-lib.ch&#47;index.html</Hyperlink>) entwickelt, mit dessen Hilfe zumindest ein Teil der offenen Fragen und Probleme gel&#246;st werden soll.</Pgraph>
      <Pgraph>Die konkrete Idee von E-lib.ch ist der Ansatz, in den Jahren 2008 bis 2011 ein &#8222;nationales Wissenschaftsportal mit einem zentralen Einstiegspunkt&#8220; zu schaffen, wobei die Realisierung &#252;ber zentral gef&#252;hrte Projekte erfolgen soll. Diese Einzelprojekte sind in 7 Clustern konzentriert und dienen letztlich einer Integration der bereits verf&#252;gbaren elektronischen Informationen mit den im Kontext des Projektes noch zu entwickelnden Services.</Pgraph>
      <Pgraph>Unter der &#220;berschrift &#8222;Zugang, Portale, Infrastruktur&#8220; geht es einmal um die Schaffung einer einheitlichen Rechercheoberfl&#228;che &#252;ber alle bereits in der Schweiz vorhandenen Ressourcen, um die Einf&#252;hrung von Personalisierungsfunktionen, um Fragen der einmaligen Identifizierung f&#252;r den Zugriff auf alle Dienste und um die Idee eines One-Stop-Shopping-Konzeptes.</Pgraph>
      <Pgraph>Unter der Rubrik &#8222;Content und Anreicherung&#8220; geht es um die Digitalisierung, Erschlie&#223;ung und Bereitstellung relevanter Quelleninformationen aus der Schweiz und um die problem- und interessenspezifische Ausweitung des Angebotes an kommerziell erworbenen elektronischen Inhalten.</Pgraph>
      <Pgraph>Unter dem Oberbegriff &#8222;Information Literacy, Vernetzung und Kompetenzzentren&#8220; schlie&#223;lich geht es um Schulung und Weiterbildung hinsichtlich der Informationskompetenz aller Stakeholder, den Auf- und Ausbau schweizweit vernetzter Repositories f&#252;r digitale Publikationen und um den Aufbau und die Sicherung der f&#252;r all diese Aktivit&#228;ten notwendigen Kompetenzen.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Schlussbemerkung">
      <MainHeadline>Schlussbemerkung</MainHeadline>
      <Pgraph>Zusammenfassend l&#228;sst sich festhalten, dass die Hochschullandschaft innerhalb der Schweiz sehr heterogen und komplex ist, was sich im Bereich der Informationsversorgung dahingehend auswirkt, dass nationale Ans&#228;tze nur sehr schwer zu realisieren sind.</Pgraph>
      <Pgraph>Sind in Deutschland durch die Aktivit&#228;ten der DFG nationale Aspekte zumindest tendenziell durchgesetzt worden, ist die Schweiz noch weit von einer landesweit ausgerichteten Informationspolitik entfernt. Die in Deutschland in den letzten Jahren verhandelten Nationallizenzen sind zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch die Diskussionen innerhalb der Bibliotheks-Community hinsichtlich der Relevanz einzelner Produkte kontrovers sind.</Pgraph>
      <Pgraph>Eine nationale Informationspolitik spiegelt sich naheliegenderweise auch in einer landesweiten Lizenzierung von Informationsprodukten wieder und hier bleibt f&#252;r die Schweiz noch Einiges zu tun. Die Erfahrungen zeigen, dass gegen weltweit t&#228;tige &#8222;Informationskonzerne&#8220; eine einzelne Universit&#228;t oder Bibliothek nur sehr beschr&#228;nkte M&#246;glichkeiten hat und dass somit, wenn &#252;berhaupt, nur konzertierte Aktionen zum Ziel f&#252;hren.</Pgraph>
    </TextBlock>
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