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    <Identifier>mbi000084</Identifier>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Nationallizenzen aus Sicht und im F&#246;rderspektrum der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)</Title>
      <TitleAlternative>Grundlagen und Einbindung in die F&#246;rderstrukturen</TitleAlternative>
      <TitleTranslated language="en">National licences from the point of view and in the funding spectrum of the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)</TitleTranslated>
      <TitleTranslatedAlternative>basic principles and embedding into the structures of funding</TitleTranslatedAlternative>
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          <Lastname>Rutz</Lastname>
          <LastnameHeading>Rutz</LastnameHeading>
          <Firstname>Reinhard</Firstname>
          <Initials>R</Initials>
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        <Address>Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme, D-53170 Bonn, Tel.: &#43;49 (228) 885-2024, Fax: &#43;49 (228) 885-2272<Affiliation>Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme, Bonn, Deutschland</Affiliation><WebPage>http:&#47;&#47;www.dfg.de</WebPage></Address>
        <Email>Reinhard.Rutz&#64;dfg.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">national licences</Keyword>
      <Keyword language="en">information infrastructure for science and the humanities</Keyword>
      <Keyword language="en">focus initiative &#34;digital information 2008-2012&#34;</Keyword>
      <Keyword language="en">nationwide literature supply for research</Keyword>
      <Keyword language="de">Nationallizenzen</Keyword>
      <Keyword language="de">Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)</Keyword>
      <Keyword language="de">Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS)</Keyword>
      <Keyword language="de">Schwerpunktinitiative &#34;Digitale Information 2008-2012&#34;</Keyword>
      <Keyword language="de">&#252;berregionale Literaturversorgung der Forschung</Keyword>
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    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20071210</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>7</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Nationallizenzen</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>32</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes">
      <Pgraph>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist gr&#246;&#223;ter Drittmittelgeber  f&#252;r die Forschung an deutschen Hochschulen. Im Bereich der Informationsinfrastrukturf&#246;rderung stellte sie 2007 in diesem Rahmen f&#252;r den seit 2004 unterst&#252;tzten Erwerb von retrospektiv angelegten Nationallizenzen als Teil des gef&#246;rderten Systems der &#220;berregionalen Literaturversorgung erneut 15 Mio. Euro und erstmals f&#252;r den Abschluss von Nationallizenzen f&#252;r laufende elektronische Zeitschriften 18,5 Mio. Euro zur Verf&#252;gung. </Pgraph>
      <Pgraph>Im Beitrag werden die Zielsetzungen der DFG mit dem Konzept der Nationallizenzen sowie deren bisherige Umsetzung beschrieben. Vorgestellt werden auch die Grundz&#252;ge der Schwerpunktinitiative &#8222;Digitale Information 2008-2012&#8220;. Auch diese Initiative ist Teil des von der DFG seit vielen Jahrzehnten gef&#246;rderten Systems der &#252;berregionalen Literaturversorgung mit ihrem wesentlichen Teilgebiet, der Sondersammelgebietsf&#246;rderung. </Pgraph>
    </Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes">
      <Pgraph>The Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist the biggest third-party research funding organisation in Germany. In 2007 it supplied 15 Million Euro for national licences for archived digital content and for the first time 18.5 Million Euro for national licences for current subscriptions of e-journals in oder to support research information infrastructure.</Pgraph>
      <Pgraph>The paper describes DFG&#39;s aims and the hithero installation process of national licences funding program since 2004. Furthermore a basic outline of the focus initiative &#34;Digital Information 2008-2012&#34; will be given. The initiative is part of DFG&#39;s system of nationwide literature supply for research purposes which includes support for the important area of special subject collections. This system is funded by the DFG since decades.</Pgraph>
    </Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Aufgaben der Deutschen Forschungs- gemeinschaft">
      <MainHeadline>Aufgaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft</MainHeadline>
      <Pgraph>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft in Deutschland. Sie f&#246;rdert alle Zweige der Wissenschaft durch die Finanzierung von Forschungsprojekten und gestaltet im Rahmen ihres Auftrages zur Politikberatung &#8211; planerisch und durch F&#246;rderung &#8211; die infrastrukturellen Voraussetzungen f&#252;r Wissenschaft und Forschung. Als gr&#246;&#223;ter Drittmittelgeber der deutschen Hochschulen steuerte sie in 2006&#47;07 die Vergabe von Forschungsmitteln in einem Excellenzwettbewerb. Mit den vergebenen Mitteln wurden wesentliche Wissenschaftsstrukturen initiiert und gestaltet.</Pgraph>
      <Pgraph>Das Gesamtbudget der Deutschen Forschungsgemeinschaft betr&#228;gt f&#252;r 2007, ohne die Mittel f&#252;r die auf f&#252;nf Jahre konzipierte Exzellenzinitiative, rund 1,9 Mrd. &#8364;. Hierin enthalten sind ca. 36 Mio. &#8364; f&#252;r den Normalhaushalt der Informationsinfrastrukturf&#246;rderung. Zus&#228;tzlich stehen im laufenden Haushaltsjahr 2007 f&#252;r die Informationsinfrastrukturf&#246;rderung Sondermittel in der Gr&#246;&#223;enordnung von 15 Mio. &#8364; f&#252;r den Erwerb retrospektiv angelegter Nationallizenzen sowie erstmals auch rund 18,5 Mio. &#8364; zur Erprobung des Ankaufs von Nationallizenzen laufender elektronischer Zeitschriften zur Verf&#252;gung. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Beratung aller Aktivit&#228;ten bez&#252;glich der wissenschaftlichen Informationsstruktur in Deutschland wird seit etwa 50 Jahren ganz wesentlich durch ein eigenes Expertengremium der DFG, dem Ausschuss f&#252;r wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme (AWBI, fr&#252;herer Bibliotheksausschuss, BA) gestaltet. Das betrifft sowohl die &#252;berregionale Planungsarbeit f&#252;r die Informationslandschaft als auch die konkrete F&#246;rderberatung der DFG f&#252;r Infrastruktur und Projekte wissenschaftlicher Bibliotheken und Informationseinrichtungen sowie informationsinfrastrukturelle Vorhaben direkt aus der Wissenschaft. Verantwortlich f&#252;r die Umsetzung und Durchf&#252;hrung aller Informationsinfrastrukturaktivit&#228;ten innerhalb und au&#223;erhalb der DFG ist die Gruppe &#34;Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS)&#34;.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Schwerpunktinitiative &#8222;Digitale Information&#8220; und &#252;berregionales Literaturversorgungs- system">
      <MainHeadline>Schwerpunktinitiative &#8222;Digitale Information&#8220; und &#252;berregionales Literaturversorgungssystem</MainHeadline>
      <Pgraph>Im Kontext der Informationsinfrastrukturf&#246;rderung wurde Anfang 2007 von der DFG die Schwerpunktinitiative &#8222;Digitale Information 2008-2012&#8220; beschlossen. Neben anderen, in einem Positionspapier erl&#228;uterten zuk&#252;nftigen Handlungsschwerpunkten, ist ein klar definierter F&#246;rderschwerpunkt zur Unterst&#252;tzung der Lizenzierung digitaler Medien zur bundesweiten Bereitstellung in Deutschland vorgesehen samt einer derzeit vorbereiteten Initiative f&#252;r Lizenzierungs-Pilotversuche auf internationaler Ebene, umgesetzt durch EU-Tender im Rahmen von Knowledge Exchange.</Pgraph>
      <Pgraph>Dieser Schwerpunktbereich ist in seinen Einzelma&#223;nahmen eng verkn&#252;pft mit dem, seit vielen Jahrzehnten durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gef&#246;rderten System der &#252;berregionalen Literaturversorgung und ihrem wesentlichen Teilgebiet, der Sondersammelgebietsf&#246;rderung. Mit der Integration des angef&#252;hrten Schwerpunktbereiches in das &#252;berregionale System soll das, bis vor wenigen Jahren noch weitgehend auf gedruckte Publikationen ausgerichtete System, vornehmlich getragen durch 23 Staats- und Universit&#228;tsbibliotheken mit den zugeordneten etwa 140 Sondersammelgebieten, drei zentralen Fachbibliotheken (darunter die Deutsche Zentralbibliothek f&#252;r Medizin in K&#246;ln) und rund 30 Spezialbibliotheken, auch f&#252;r die digitale Medienwelt und deren Nutzererwartung zukunftsf&#228;hig gemacht werden. Leitidee ist es, das Grundkonzept der &#252;berregionalen Literaturversorgung auf die digitale Welt zu &#252;bertragen. Jedem Wissenschaftler und letztlich jedem wissenschaftlich interessierten B&#252;rger in Deutschland soll der m&#246;glichst freie Zugang zu allen Publikationen unter f&#252;r ihn akzeptablen Bedingungen ge&#246;ffnet werden. Beabsichtigt ist es, anders ausgedr&#252;ckt, dem &#252;bergreifenden Informationsgedanken des &#8218;barrierefreien Zugriffs&#8217; auf elektronische Medien, wie er auch f&#252;r den Bereich des Open Access im weiten Sinne verankert ist, im Rahmen der &#252;berregionalen Literaturversorgung samt ihrem Service den notwendigen unverzichtbaren Raum zu verschaffen. So kann den aktuellen netzbasierten Informationsm&#246;glichkeiten und Informationsversorgungsentwicklungen, sowie den hieraus folgenden und berechtigten Anforderungen der Wissenschaftler umfassend und benutzerorientiert Rechnung getragen werden. </Pgraph>
      <Pgraph>Mit den DFG-finanzierten bundesweit Zugang er&#246;ffnenden Nationallizenzen f&#252;r digitale Publikationen soll deshalb, anstatt individueller Vertr&#228;ge oder Campuslizenzen, der Zugang f&#252;r alle Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland erm&#246;glicht werden, im Sinne des Kerngedankens der &#252;berregionalen Literaturversorgung und seines digitalen Pendants, dem Open Access. Als Ideal in das formulierte Ziel aufgenommen, aber nicht immer durchsetzbar, ist die Einbeziehung der individuellen Nutzung durch Privatpersonen mit st&#228;ndigem Wohnsitz in Deutschland in die Lizenzvereinbarungen. Dadurch sollte das Dienstleistungsmodell, wie es bisher f&#252;r die gedruckten Medien galt, mit dem ungleich gr&#246;&#223;eren Nutzungskomfort des direkten Dokumentzugriffs in der digitalen Medienwelt fort- und umgesetzt werden.</Pgraph>
      <Pgraph>In dieser Konzeption sind DFG-finanzierte Nationallizenzen eine notwendige, konsequente und integrative Weiterentwicklung des im konventionellen Printbereich &#252;ber viele Jahrzehnte etablierten und praktizierten Service der DFG-Sondersammelgebiete und der zentralen Fachbibliotheken. Das &#252;bergeordnete Ziel ist der Nutzen f&#252;r die Gesamtheit der wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland, ihren Versorgungsauftrag im Interesse der Forschung konkret mit digitalem Content zu unterst&#252;tzen und f&#252;r alle, in Deutschland wissenschaftlich Arbeitenden, den bestm&#246;glichen Informationszugang zu sichern. Mit der nationalen Lizenzierung wird gew&#228;hrleistet, dass die erworbenen, zum Teil hochspeziellen elektronischen Informationen auch an den &#8222;entlegensten&#8220; Stellen netzbasiert zug&#228;nglich werden. Somit k&#246;nnen die Zugangskriterien f&#252;r den Wissenschaftler der diese Information ben&#246;tigt erf&#252;llt werden. Seitens der DFG ist es beabsichtigt durch Digitalisierungsma&#223;nahmen das Spektrum und den Service mit der Bereitstellung elektronischer Medien und Informationen konsequent zu vergr&#246;&#223;ern, auch dies ein Ausgangsgedanke von Open Access. Eine entsprechende mittelfristige Aktionslinie ist deshalb Teil der vorliegenden F&#246;rderschwerpunkte.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Gegenstand und Inhalte der Nationallizenzen">
      <MainHeadline>Gegenstand und Inhalte der Nationallizenzen</MainHeadline>
      <Pgraph>Grundlage der Verhandlungen &#252;ber Nationallizenzen, welche immer dauerhaft mit allen notwendigen Rechten und technischen Voraussetzungen zur Archivierung und Bereithaltung erworben werden m&#252;ssen, sind stets die fachlich begr&#252;ndeten Vorschl&#228;ge der Sondersammelgebiete (SSG), entsprechend den &#252;blichen Auswahlkriterien des &#252;berregionalen Systems der Literaturversorgung. Zun&#228;chst vornehmlich aus praktischen, nunmehr ganz wesentlich auch aus Erfahrungsgr&#252;nden, erfolgen die Lizenzverhandlungen &#252;ber gemeldete Objekte allerdings ausschlie&#223;lich und geb&#252;ndelt durch jeweils eine federf&#252;hrende Bibliothek pro Verlag und nicht etwa einzeln, durch eine der ca. 140 SSG- und Sammelschwerpunktsbibliotheken. Wichtige Teile der Verhandlungen sind dabei die im Vertrag festzuhaltende Bereitstellung von Metadaten einschlie&#223;lich der Zul&#228;ssigkeit ihrer Aufnahme in &#252;berregionale Nachweisinstrumente und nat&#252;rlich die Sicherung der Zugangswege f&#252;r die lizenzrechtlich erworbenen Materialien. Diese Sicherung erfolgt entweder &#252;ber den Verlag, wof&#252;r zus&#228;tzliche Kosten anfallen k&#246;nnen, oder, falls eine andere L&#246;sung erforderlich ist, &#252;ber die entsprechende, dann zur Bereitstellung und Langfristsicherung verpflichtete SSG-Bibliothek bzw. einem von ihr beauftragten Partner. Die Verhandlungsf&#252;hrerschaften werden auf der Grundlage eines von der DFG fest vorgegeben Kriterien- und Anforderungskataloges durchgef&#252;hrt. Seit der ersten Aktion zur F&#246;rderung der Nationallizenzen erfolgen die Verhandlungen nun j&#228;hrlich durch die acht gro&#223;en Sondersammelgebietsbibliotheken, darunter auch die Zentralbibliothek f&#252;r Medizin. Der inhaltlich materialbezogene Verhandlungsumfang wird dabei durch die, von den Bibliotheken des &#252;berregionalen Systems der Literaturversorgung zur Lizenzierung vorgeschlagenen Objekte vorgegeben. Eine erfolgreiche Verlagsverhandlung ist eine wichtige Voraussetzung f&#252;r die Aufnahme des Objektes in den weiteren Verfahrensgang. Es wird gefordert, dass alle, den Verhandlungsf&#252;hrern verbindlich vorgegebenen Vertragspunkte der &#8222;Grunds&#228;tze f&#252;r den Erwerb gef&#246;rderter Nationallizenzen im System der &#252;berregionalen Sammelschwerpunkte&#8220; in den entsprechenden Lizenzvertr&#228;gen realisiert werden.</Pgraph>
      <Pgraph>Nach den f&#252;r die DFG geltenden Verfahrensregeln treten die Verhandlungsf&#252;hrer nach Abschluss der Verlagsverhandlungen schlie&#223;lich als Antragsteller f&#252;r die bei ihnen, bzw. &#252;ber sie von den SSG-Bibliotheken angemeldeten und erfolgreich verhandelten Backfiles bei der DFG an. Die als Ergebnis des Auswahl- und Verhandlungsprozesses &#252;bernommenen Objekte werden als Antr&#228;ge, nach den etablierten Verfahren der DFG begutachtet. Auf Grundlage der getroffenen Voten wird schlie&#223;lich &#252;ber die Antr&#228;ge entschieden.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Finanzierung und weitere Entwicklung">
      <MainHeadline>Finanzierung und weitere Entwicklung</MainHeadline>
      <Pgraph>Seit Beginn der Erwerbung von Nationallizenzen im Jahr 2004 wurden insgesamt vier F&#246;rderma&#223;nahmen durchgef&#252;hrt und daf&#252;r von der DFG rund 80 Mio. Euro investiert. Alle erworbenen Medien sind auf der Internetseite <Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.nationallizenzen.de">http:&#47;&#47;www.nationallizenzen.de</Hyperlink> aufgef&#252;hrt. Eine Anmeldung zur Nutzung ist dort m&#246;glich.</Pgraph>
      <Pgraph>Bei diesen vier F&#246;rderungen handelte es sich um Sonderf&#246;rderma&#223;nahmen, da bisher regul&#228;re j&#228;hrliche Wirtschaftsplanmittel im LIS-Etat nicht angesetzt werden konnten. Eine sukzessive Bereitstellung von Mitteln f&#252;r Nationallizenzen im Normalhaushalt wird ab 2008, im Rahmen des Mittelzuwachses durch die Schwerpunktinitiative &#8222;Digitale Information 2008-2012&#8220; mit der Folge eines regul&#228;ren LIS- F&#246;rderprogramms gew&#228;hrleistet sein. Da Sonderf&#246;rderma&#223;nahmen aus j&#228;hrlich neu und einmalig bereitgestellten Zusatzmitteln finanziert werden, konzentrierten sich die bisherigen Erwerbungen notwendigerweise auf abgeschlossene Textsammlungen, Werkausgaben, Backfiles wissenschaftlicher Zeitschriften und, in geringer Zahl, auf eBook-Kollektionen und nicht mehr fortgef&#252;hrte Datenbanken.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Bereitstellung laufender, die aktuelle Forschung widerspiegelnder digitaler Materialien ist jedoch f&#252;r eine angemessene Informationsversorgung von Wissenschaft und Forschung ohne Zweifel unverzichtbar. Darum wurden im Sommer 2007 von der DFG erstmals auch solche Objekte in einer Reihe von Pilotvorhaben mit einem Gesamtvolumen von immerhin 18,5 Mio. &#8364; bewilligt, als erg&#228;nzende F&#246;rderung zu den bisherigen Sonderf&#246;rderma&#223;nahmen. Mit den abzuschlie&#223;enden Lizenzvertr&#228;gen und ihrer praktischen Aus&#252;bung sollen neben dem Zugang zu diesen digitalen Objekten zugleich auch k&#252;nftige gemeinsame Finanzierungsmodelle, wie sie im konventionellen Bereich der SSG-Bibliotheken seit Jahrzehnten anerkannt sind, ermittelt und erprobt werden. Hierbei wird man sicher, wie auch im konventionellen Bereich der SSG-Bibliotheken, in der Welt elektronischer Publikationen nicht von einer 100&#37; Finanzierung laufender, m.a.W. nicht abgeschlossener Informationsmedien durch eine Forschungsf&#246;rderorganisation wie der DFG ausgehen k&#246;nnen. Vielmehr werden Modelle zur gemeinsamen Finanzierung durch mehrer Partner greifen m&#252;ssen, wie zum Beispiel eine Integration der F&#246;rderungstr&#228;ger, der SSG-Bibliotheken und anderer nutzender Bibliotheken. Wie diese Modelle aussehen k&#246;nnten soll in Pilotvorhaben erarbeitet und intensiv erprobt werden. Diese Pilotvorhaben sind auf drei Jahre konzipiert und an deren Ende steht die Evaluierung der Ergebnisse. Es w&#228;re gewiss verfr&#252;ht bereits heute und an dieser Stelle Prognosen zu Finanzierungsl&#246;sungen oder zur k&#252;nftigen Praxis der F&#246;rderung anzustellen.</Pgraph>
      <Pgraph>Demgegen&#252;ber wurden die Kosten f&#252;r Backfiles, also im Prinzip abgeschlossene Medien, bisher in allen vier Sonderf&#246;rderma&#223;nahmen mit Bewilligungszusage stets vollst&#228;ndig aus den bereitgestellten Sondermitteln der DFG getragen. Eigenleistungen oder Kostenbeteiligungen der Bibliotheken beim Erwerb dieser ausgehandelten Lizenzen, sowie Folgekosten oder andere Verpflichtungen fielen und fallen bei dieser Finanzierung weder bei den beteiligten Einrichtungen noch bei den privat registrierten Nutzern an. Nat&#252;rlich ist die kostenlose Nutzung der DFG-Lizenzen ausschlie&#223;lich auf den pers&#246;nlichen wissenschaftlichen Gebrauch der Nutzer beschr&#228;nkt. Kommerzielle Verwertungen oder Nutzungen sind in jedem Fall dauerhaft ausgeschlossen, sowohl beim Zugang &#252;ber eine eingetragene Einrichtung sowie selbstverst&#228;ndlich auch f&#252;r Privatnutzer.</Pgraph>
      <Pgraph>Wie sich die Erwerbungsfinanzierung f&#252;r abgeschlossene Medien durch die sukzessiven &#220;berf&#252;hrung in den LIS-F&#246;rdernormalhaushalt und der damit absehbarer Reduzierung der bisherigen j&#228;hrlichen Sondermittel bei gleichzeitiger Ausweitung der F&#246;rderung auf laufende digitale Objekte entwickelt, wird die zuk&#252;nftige Haushaltsentwicklung zeigen. Eine Prognose w&#228;re deshalb auch hier sicher verfr&#252;ht, zumal die Laufzeit der Schwerpunktinitiative bis 2012 avisiert wurde.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Erfahrungen und Perspektiven">
      <MainHeadline>Erfahrungen und Perspektiven</MainHeadline>
      <Pgraph>Wie sich schon heute zeigt werden mit den Nationallizenzen und vor allem mit der Erweiterung der F&#246;rderung auf laufende Zeitschriften und der, im Rahmen von Knowledge Exchange realisierten internationale Einbindung der Initiative grundlegend neue Perspektiven f&#252;r das DFG-System der &#252;berregionalen Literaturversorgung er&#246;ffnet, m&#246;glicherweise also die Basis f&#252;r neue F&#246;rderans&#228;tze und Strukturen gelegt. So wurde bei bisherigen F&#246;rderprojekten sehr deutlich, dass das klassische Fachprinzip in der SSG-F&#246;rderung nicht ohne Adaption auf die digitale Medienwelt &#252;bertragbar ist. Die gro&#223;en Wissenschaftsverlage arbeiten stark f&#228;cher&#252;bergreifend und daher ist es nicht mehr sinnvoll, dass jedes SSG-Fachgebiet wie im Printbereich eigene Kaufverhandlungen f&#252;hrt. Als L&#246;sung bew&#228;hrte sich hier die Festlegung von acht f&#228;cher&#252;bergreifenden Verhandlungsf&#252;hrern f&#252;r die gemeldeten Titel der SSG-Gemeinschaft ganz zweifellos. Ein durchaus nicht trivialer weiterer Aspekt f&#252;r die F&#246;rderfrage ist die bisher erfolgte, f&#252;r die DFG-Unterst&#252;tzung der SSG zentrale Unterscheidung in Grund- und Spitzenbedarfsliteratur. Eine solche Auftrennung kann in einer digitalen Welt nicht mehr ohne Weiteres Geltung haben bzw. umgesetzt werden. Die mit dieser Erkenntnis verbundenen mannigfachen, formalen wie inhaltlichen Konsequenzen m&#252;ssen intensiv &#252;berdacht werden. Unter Ber&#252;cksichtigung der umfassenden Verf&#252;gbarkeit von Nationallizenzen wird man zuk&#252;nftig vermutlich in starkem Ma&#223;e auf das individuelle Bedarfs- und Nutzungsmodell der einzelnen Einrichtung eingehen m&#252;ssen, besonders wenn man an die Literaturzuordnung in Spitzen- und Grundbedarf Konsequenzen &#246;konomischer oder anderer Art ankn&#252;pfen will. Dabei stellt sich nat&#252;rlich die Frage nach der Feststellung des individuellen Bedarfs einer einzelnen Einrichtung.</Pgraph>
      <Pgraph>Schlie&#223;lich wirft das gesamte digitale, also nicht nur die aus DFG-Mitteln erworbenen Objekte, lizenzgetragene &#252;berregionale Angebot und die dar&#252;ber hinaus durch Open Access z.B. in Repositorien verf&#252;gbar gemachten Materialien zahlreiche &#246;konomische und administrative Koordinationsprobleme auf, die sukzessive zu l&#246;sen sind. Hier ist nat&#252;rlich ausdr&#252;cklich und erneut die Erarbeitung von besser ausgleichenden Verrechnungsmodellen f&#252;r beteiligte Institute zu nennen. F&#252;r bereits erworbene Nationallizenzen stellt sich das Problem des langfristigen Lizenzmanagements sowie die Frage der Metadateneinbindung und deren Bereithaltung. In diesen Kontext geh&#246;rt auch unabweisbar das Problem der Langfristverf&#252;gbarkeit und nicht zuletzt die finanziellen Fragen und Bedingungen des Managements, um nur einige der schon jetzt erkennbaren Problemfelder zu nennen. Inhaltlich bzw. produktspezifisch wird schlie&#223;lich auch die Frage der nationalen Bereitstellung von eBooks samt angemessenen Kostenmodell virulent werden.</Pgraph>
      <Pgraph>Angesichts der Komplexit&#228;t und Vielschichtigkeit der hier nur thematisch angerissenen Probleme wird man, wie bisher, bei der L&#246;sung schrittweise vorgehen und Kl&#228;rung durch Diskussion herbeif&#252;hren. Schnelle und dennoch allseits akzeptierte L&#246;sungen wird es wohl kaum geben, wie die Erfahrung im insgesamt hochkomplexen und viele Interessen tangierenden Bereich gezeigt hat.</Pgraph>
      <Pgraph>Dennoch erscheint schon heute der eingeschlagene Weg der Nationallizenzen, trotz aller noch bestehender Fragen, als zukunftsweisend und der digitalen Medienwelt mit seinen wissenschaftlichen Nutzern ad&#228;quat. Die im Zuge der Nationallizenzf&#246;rderung erzielten Ergebnisse, eingebunden in das &#252;berregionale System der Literaturversorgung, sowie die in der wissenschaftlichen Community in Deutschland und dar&#252;ber hinaus erreichte Akzeptanz und Resonanz der bisherigen F&#246;rderma&#223;nahmen und Initiativen sprechen zweifellos f&#252;r sich.</Pgraph>
    </TextBlock>
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