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<GmsArticle>
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    <Identifier>iprs000015</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/iprs000015</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-iprs0000151</IdentifierUrn>
    <ArticleType>&#220;bersichtsarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">M&#246;glichkeiten der Rekonstruktion von mittel- bis hochgradigen Ohrdefekten</Title>
      <TitleTranslated language="en">Reconstruction of high grade ear deformities using porous polyethylene</TitleTranslated>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Naumann</Lastname>
          <LastnameHeading>Naumann</LastnameHeading>
          <Firstname>Andreas</Firstname>
          <Initials>A</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr. med.</AcademicTitle>
        </PersonNames>
        <Address>Klinik f&#252;r Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Plastische Operationen und Spezielle Schmerztherapie, Klinikum Bremen Mitte, St.-J&#252;rgen-Str. 1, 28177 Bremen, Deutschland, Tel: &#43;49-421-497-3557, Fax: &#43;49-421-497-3319<Affiliation>Klinik f&#252;r Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Plastische Operationen und Spezielle Schmerztherapie, Klinikum Bremen Mitte, Bremen, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>andreas.naumann&#64;klinikum-bremen-mitte.de</Email>
        <Creatorrole corresponding="yes" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      
    <DatePublished>20121203</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>2193-8091</ISSN>
        <Volume>1</Volume>
        <JournalTitle>GMS Interdisciplinary Plastic and Reconstructive Surgery DGPW</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Interdiscip Plast Reconstr Surg DGPW</JournalTitleAbbr>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>15</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The incidence of ear deformities is about 150 cases&#47;newborns per year in Germany. The porous polyethylene ear implant is an alloplastic biomaterial, which is used for reconstruction of high-grade ear deformities. The polyethylene ear framework is covered by a superficial temporoparietal fascia flap to provide the engraftment of free skin transplants, which covers the newly reconstructed ear. Additionally other options for ear reconstruction of high-grade ear deformity are the ear reconstruction using autologous rib cartilage as well as the rehabilitation with an ear prosthesis.    </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Ohrfehlbildungen treten mit einer Inzidenz von 150 F&#228;lle pro 100.000 Neugeburten pro Jahr in Deutschland auf. Unter einer geringgradigen Fehlbildung wie z.B. der Apostasis otum leiden ca. 5&#37; der deutschen Bev&#246;lkerung. W&#228;hrend geringgradige Fehlbildungen der Ohrmuschel meist durch einfache Schnitt- und&#47;oder Nahttechniken korrigiert werden k&#246;nnen, ist bei h&#246;hergradigen Ohrfehlbildungen f&#252;r den plastischen Aufbau einer Ohrmuschel in der Regel ein Gewebeersatz erforderlich. Insbesondere m&#252;ssen bei der partiellen oder vollst&#228;ndigen Ohrrekonstruktion die komplexe Dreidimensionalit&#228;t und individuelle Anlage des Ohrmuschelreliefs, die mechanische Stabilit&#228;t sowie die funktionelle &#196;sthetik der neu gebildeten Ohrmuschel ber&#252;cksichtigt werden. F&#252;r die Rekonstruktion einer h&#246;hergradigen Ohrmuschelfehlbildung stehen seit vielen Jahren verschiedene M&#246;glichkeiten der Therapie zur Verf&#252;gung. Die Techniken der Ohrrekonstruktion mit k&#246;rpereigenem (autologem) Rippenknorpel, alloplastischem Material wie dem por&#246;sen Polyethylen, die Rehabilitation mit Hilfe einer Ohrepithese sowie dem Tissue Engineering zur Z&#252;chtung von Ohrknorpel werden im Folgenden n&#228;her erl&#228;utert. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Historischer R&#252;ckblick">
      <MainHeadline>Historischer R&#252;ckblick</MainHeadline><Pgraph>Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus wird &#252;ber Ohrmuschelteilrekonstruktionen berichtet, wobei die vollst&#228;ndige Rekonstruktion einer Ohrmuschel bis Anfang des <TextGroup><PlainText>19. Jahrhunderts</PlainText></TextGroup> noch als nicht praktikabel bzw. undurchf&#252;hrbar galt <TextLink reference="1"></TextLink>. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden zunehmend Operationstechniken f&#252;r die Ohrrekonstruktion etabliert, die in den meisten F&#228;llen jedoch auf Grund von Instabilit&#228;t oder einem unzureichenden kosmetischen Ergebnis zum gr&#246;&#223;ten Teil wieder verlassen wurden. So beschrieb Szymanowski (1870) eine Verschiebelappen-Technik zur Rekonstruktion einer Ohrmuschel, bei der kein Grundger&#252;st f&#252;r die Neubildung einer Ohrmuschel verwendet wurde (Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table"/>) <TextLink reference="20"></TextLink>. Auf Grund der Instabilit&#228;t der neu gebildeten Ohrmuschel kam es zu postoperativen Deformierungen, sodass trotz mehrfacher Modifikationen dieses Verfahren wieder verlassen wurde <TextLink reference="14"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Auf der Suche nach einem geeigneten Material f&#252;r den Aufbau eines Ohrger&#252;sts kamen  unterschiedlichste Gewebe oder Materialen zur Anwendung. Neben autologen, homologen sowie allogenen Knorpeltransplantaten kamen auch alloplastische Materialien wie z.B. Silikone, Titanger&#252;ste oder Elfenbeinger&#252;ste f&#252;r den Aufbau des Ohrmuschelgrundger&#252;stes zur Anwendung (Tabelle 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="table"/>). Auf Grund von zahlreichen Absto&#223;ungs- und&#47;oder Entz&#252;ndungsreaktionen wurden viele dieser Verfahren wieder verlassen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ohrrekonstruktion mit autologem Rippenknorpel">
      <MainHeadline>Ohrrekonstruktion mit autologem Rippenknorpel</MainHeadline><Pgraph>Erst durch die Anwendung eines Ohrmuschelgrundger&#252;stes aus k&#246;rpereigenen Rippenknorpel konnten im Laufe des 19. Jahrhunderts erste erfolgreiche Rekonstruktionen einer Ohrmuschel erzielt werden. Schmieden formte bereits 1908 aus Rippenknorpel ein Ohrmuschelger&#252;st, welches er mit Hilfe eines Wanderlappens in den Ohrmuscheldefekt einbrachte <TextLink reference="14"></TextLink>. Im anglo-amerikanischen Raum galt Gillies im Jahre 1920 als einer der ersten Chirurgen, welcher autologen Rippenknorpel f&#252;r die Ohrmuschelrekonstruktionen verwendete, wobei er dabei bis zu sechs einzelne Operationsschritte ben&#246;tigte <TextLink reference="6"></TextLink>. Tanzer etablierte durch seine zahlreichen Modifikationen der Ohrrekonstruktion mit Rippenknorpel schlie&#223;lich den Durchbruch zu einer standardisierten OP-Technik f&#252;r diese komplexe Ohrchirurgie <TextLink reference="18"></TextLink>. In einem ersten Schritt wurde dabei die Position des Ohrl&#228;ppchens korrigiert. In einem zweiten Schritt implantierte er subkutan ein Ohrmuschelgrundger&#252;st aus autologem Rippenknorpel der 6.&#8211;8. Rippe der kontralateralen Seite. In einem dritten Schritt bildete er einen retroaurikul&#228;ren Sulkus mit Hilfe eines Vollhauttransplantates und schlie&#223;lich wurden in einem vierten Schritt mit Hilfe eines Composite-Haut-Knorpel-Transplantates der Gegenseite die Koncha- und Tragusregion rekonstruiert. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde diese Operationstechnik von Brent <TextLink reference="3"></TextLink> sowie Nagata <TextLink reference="10"></TextLink> und vielen anderen Autoren modifiziert und verfeinert (Tabelle 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="table"/>). Trotz der guten Biokompatibilit&#228;t autologer Rippenknorpeltransplantate, kann es dennoch auf Grund einer unzureichenden Vitalit&#228;t des implantierten Knorpels oder einer Entz&#252;ndung im OP-Gebiet zu Resorptionserscheinungen, Verbiegungen oder Schrumpfungen der neugebildeten Ohrmuschel kommen. An der Entnahmestelle des Rippenknorpels k&#246;nnen &#252;berschie&#223;ende Narbenbildungen oder Brustkorbdeformit&#228;ten, Schmerzen sowie seltener auch Akutkomplikationen auftreten <TextLink reference="19"></TextLink>. Zusammenfassend gilt heutzutage die Technik der Ohrrekonstruktion mit Rippenknorpel als ein standardisiertes und sicheres Verfahren <TextLink reference="16"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Rehabilitation durch eine Ohrepithese">
      <MainHeadline>Rehabilitation durch eine Ohrepithese</MainHeadline><Pgraph>Als weitere M&#246;glichkeit stehen f&#252;r die Rehabilitation von hochgradigen Ohrdeformit&#228;ten Ohrepithesen aus Acrylaten oder Silikonen zur Verf&#252;gung <TextLink reference="5"></TextLink>. Die Versorgung von Ohrtotaldefekten kann durch dieses Verfahren mit einer geringen operativen Belastung und einem gutem kosmetischen Ergebnis durchgef&#252;hrt werden. Entscheidend ist dabei die Knochenverankerung von Titanimplantaten, welche zur Aufnahme von Magneten dienen, um die zum gesunden Gegenohr angepasste Ohrepithese am Sch&#228;delknochen zu fixieren. Trotz guter kosmetischer Ergebnisse wird die epithetische Versorgung nur von einer begrenzten Anzahl von Patienten mit Ohrmuschelfehlbildungen ausgew&#228;hlt. Gr&#252;nde hierf&#252;r sind das verbleibende Fremdk&#246;rpergef&#252;hl des Patienten sowie das sich &#228;ndernde Hautkolorit der Epithese. Als ein weiterer Nachteil dieser Methode wird von den meisten Patienten der Umstand angef&#252;hrt, dass die Ohrepithese zum Schlafen oder beim Sport abgenommen werden muss, um eine Sch&#228;digung des Materials durch Scher- und&#47;oder Druckkr&#228;fte vorzubeugen. Weiterhin kann es im Bereich der Knochenverankerung zu Weichteil- und&#47;oder Knochenentz&#252;ndungen sowie zu Absto&#223;ungsreaktionen gegen das Implantatmaterial kommen <TextLink reference="21"></TextLink>. Daneben ist es insbesondere im Kindesalter notwendig, auf sch&#228;delwachstumshemmende Suprastrukturen wie Steg- oder Kugelkopfverankerungen von Implantaten im Gesichtsbereich zu verzichten. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Tissue Engineering einer Ohrmuschel">
      <MainHeadline>Tissue Engineering einer Ohrmuschel</MainHeadline><Pgraph>In den letzten Jahren hat sich die medizinische Forschung intensiv mit der Herstellung von humanem Gewebe besch&#228;ftigt. So ist es das Ziel des Tissue Engineerings (Gewebez&#252;chtung), Gewebe aus k&#246;rpereigenen Zellen herzustellen. F&#252;r die Knorpelz&#252;chtung werden hierf&#252;r Zellen aus einer kleinen Knorpelprobe enzymatisch herausgel&#246;st und in vitro unter sterilen Kulturbedingungen in einer Kulturschale auf eine ausreichende Zellzahl expandiert <TextLink reference="4"></TextLink>. Anschlie&#223;end werden die vermehrten Knorpelzellen auf resorbierbare oder nicht resorbierbare Zelltr&#228;ger aus unterschiedlichen Materialien aufgebracht, um zu einem erneuten Knorpelwachstum angeregt zu werden (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>). F&#252;r den Aufbau einer Ohrmuschel kann der dreidimensionale Zelltr&#228;ger in Form eines Ohrmuschelgrundger&#252;stes verwendet werden. Trotz erster sehr ermutigender Ergebnisse mit einer erfolgreichen Knorpelz&#252;chtung stellt dieses Verfahren auf Grund der Instabilit&#228;t der gez&#252;chteten Knorpelgewebe zum jetzigen Zeitpunkt noch kein valides, standardisiertes Verfahren zur Rekonstruktion von h&#246;hergradigen Ohrdefekten dar. Aktuelle Studien mit nicht resorbierbaren Zelltr&#228;gern, welche mit k&#246;rpereigenen Knorpelzellen erfolgreich beschichtet werden k&#246;nnen und ein Knorpelwachstum zeigen, k&#246;nnen eventuell in Zukunft ein vielversprechendes Verfahren f&#252;r die Herstellung alloplastischer, mit k&#246;rpereigenen Zellen beschichteter Ohrimplantate f&#252;r die Ohrrekonstruktion darstellen, um somit die Stabilit&#228;t der Ohrmuschelform zu gew&#228;hrleisten <TextLink reference="4"></TextLink>. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ohrrekonstruktion mit por&#246;sem Polyethylen">
      <MainHeadline>Ohrrekonstruktion mit por&#246;sem Polyethylen</MainHeadline><Pgraph>Auf der Suche nach einer Alternative f&#252;r Rippenknorpel als Ohrmuschelger&#252;stmaterial, wurden ab Mitte des <TextGroup><PlainText>20. Jahrhunderts</PlainText></TextGroup> f&#252;r die Ohrrekonstruktion alloplastische Materialien wie zum Beispiel Silikon f&#252;r den Aufbau eines Ohrgrundger&#252;stes verwendet. Silikon stellt dabei ein formstabiles, weitgehend inertes Material dar, welches in unterschiedlicher Gr&#246;&#223;e und Konsistenz hergestellt wird <TextLink reference="17"></TextLink>. Trotz anf&#228;nglicher guter Ergebnisse mit Silikon als Ohrger&#252;stmaterial, zeigten Langzeitstudien eine erh&#246;hte Extrusionsrate der Silikonimplantate auch viele Jahre nach Implantation. Diese sp&#228;ten Absto&#223;ungsreaktionen gegen Silikone f&#252;r die Ohrrekonstruktion f&#252;hrte dazu, dass dieses OP-Verfahren nicht mehr durchgef&#252;hrt wird <TextLink reference="9"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Ein weiteres sehr h&#228;ufig verwendetes, alloplastisches Material ist por&#246;ses Polyethylen, welches seit &#252;ber 30 Jahren in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie im klinischen Einsatz ist. Bereits 1983 wurde erstmals von einer erfolgreichen Ohrrekonstruktion mit Hilfe eines por&#246;sen Polyethylenimplantates (Medpor<Superscript>&#174;</Superscript>) berichtet <TextLink reference="2"></TextLink>. Eigenschaften des por&#246;sen Polyethylens sind unter anderen seine sehr gute Formstabilit&#228;t, die gute Biokompatibilit&#228;t, die reduzierte Morbidit&#228;t des Patienten sowie die M&#246;glichkeit, innerhalb eines einzelnen Operationsschrittes eine vollst&#228;ndige Ohrrekonstruktion zu erzielen <TextLink reference="12"></TextLink>. Bei Verwendung eines por&#246;sen Polyethylenohrimplantates ist es erforderlich, das Implantat vollst&#228;ndig mit einer gef&#228;&#223;reichen, gut durchbluteten Gewebeschicht abzudecken. Die gut durchblutete Gewebeschicht dient als Grundlage f&#252;r das Anwachsen freier Hauttransplantate auf der neu gebildeten Ohrmuschel. Zu Beginn der Etablierung dieser Operationstechnik wurde als Gewebeschicht ein tiefer temporaler Faszien-Schl&#228;fenlappen verwendet, welche jedoch keine suffiziente Durchblutung f&#252;r die freien Hauttransplantate garantierte. Zus&#228;tzlich wurde auf Grund der Dicke des tiefen Lappens nur bedingt ein &#228;sthetisch ansprechendes Ergebnis mit einem gut ausgeformten Ohrmuschelrelief erzielt. Nach Etablierung einer verfeinerten Operationstechnik mit einem d&#252;nnen, superfiziellen, temporoparietalen, mikrovaskul&#228;ren, gef&#228;&#223;gestielten Faszienlappen (TPF-Lappen), welcher das Polyethylenimplantat vollst&#228;ndig umh&#252;llt, hat dieses Verfahren innerhalb der letzten 15 Jahre deutlich an Bedeutung gewonnen. Mit dieser Operationsmethode l&#228;sst sich innerhalb eines einzelnen Operationsschrittes eine vollst&#228;ndige Ohrrekonstruktion mit einem guten bis sehr guten kosmetischen Ergebnis erzielen <TextLink reference="13"></TextLink>, <TextLink reference="11"></TextLink> (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Zeitpunkt der Ohrrekonstruktion">
      <MainHeadline>Zeitpunkt der Ohrrekonstruktion</MainHeadline><Pgraph>Der Zeitpunkt f&#252;r eine Ohrrekonstruktion wird sehr kontrovers diskutiert und h&#228;ngt u.a. von der angewendeten Operationstechnik sowie auch von der Compliance des Kindes ab. Ein wichtiges Entscheidungskriterium f&#252;r den richtigen Zeitpunkt einer Ohrrekonstruktion ist das Ohrmuschelwachstum. Zu welchem Zeitpunkt das Ohrmuschelwachstum individuell abgeschlossen ist, ist nicht sicher vorhersehbar. Dennoch konnten anthropometrische Studien von Kalcioglu et al. zeigen, dass bereits bis zu 90&#37; des Ohrmuschelwachstums im 11.&#8211;12. Lebensjahr abgeschlossen ist <TextLink reference="8"></TextLink>. Die Entwicklung der Ohrmuschel hinsichtlich des Breiten- und des Konchatiefenwachstums war sogar bereits bis zum 6. Lebensjahr ohne Unterschied zum Geschlecht vollst&#228;ndig beendet. Ito et al. konnten mit ihren histomorphologischen Studien einen erh&#246;hten Umbau von elastischen Fasern des Ohrknorpels durch Kollagen-&#228;hnliche Fasern als Folge eines nat&#252;rlichen Alterungsprozesses der Haut- und Weichteilgewebe im Ohrbereich nachweisen, welcher zu einem h&#246;heren L&#228;ngendurchmesser des Ohres im h&#246;heren Lebensalter f&#252;hren kann <TextLink reference="7"></TextLink>. Auf Grund dieser Studien und in Abh&#228;ngigkeit von der Compliance des Kindes kann die Rekonstruktion von mittel- bis hochgradigen Ohrmuscheldefekten mit por&#246;sem Polyethylen bereits ab dem 6. Lebensjahr durchgef&#252;hrt werden. Obwohl eine Ohrrekonstruktion mit autologem Rippenknorpel ebenfalls schon vor dem heute empfohlenen 10. Lebensjahr prinzipiell m&#246;glich w&#228;re, muss dennoch in der Regel das Brustkorbwachstum bis 8.&#8211;10. Lebensjahr abgewartet werden, um ausreichend Rippenknorpelgewebe f&#252;r die Ohrrekonstruktion gewinnen zu k&#246;nnen. Die Frage des besten Zeitpunkts einer Ohrrekonstruktion ist bislang nicht eindeutig beantwortet; dennoch konnten Studien zeigen, dass ein geeigneter Zeitpunkt vor allem vom Ver&#228;nderungswunsch des Patienten bzw. vom individuellen Leidensdruck abh&#228;ngig ist. So kann mit dem Beginn der Pubert&#228;t, meist ab etwa dem 12. Lebensjahr, ein psychologischer &#8222;Leidensdruckgipfel&#8220; auftreten. Weitere Leidensdruckepisoden k&#246;nnen u.a. auch bis ins hohe Alter reichen <TextLink reference="15"></TextLink>. Auf Grund dieser Kenntnisse ist es umso wichtiger, nach einer ausf&#252;hrlichen Aufkl&#228;rung &#252;ber die verschiedenen Operationstechniken sowie im Einverst&#228;ndnis mit dem Kind und den Eltern des Kindes den genauen Zeitpunkt der Operation zwischen dem 6.&#8211;12. Lebensjahr festzulegen. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><Pgraph>Eine vollst&#228;ndige Ohrrekonstruktion mit Rippenknorpel gilt seit &#252;ber 55 Jahren als ein standardisiertes Verfahren, wobei bis zur vollst&#228;ndigen Rekonstruktion eines Ohres in der Regel insgesamt 2&#8211;3 einzelne Operationsschritte erforderlich sind. Die Ohrrekonstruktion wird dabei in der Regel auf Grund des Brustkorbwachstums ab dem <TextGroup><PlainText>10. Lebensjahr</PlainText></TextGroup> durchgef&#252;hrt. Mit dieser Operationstechnik lassen sich bei guter Biokompatibilit&#228;t und bei entsprechend guter  Erfahrung des Operateurs gute kosmetische Ergebnisse erzielen (Tabelle 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="table"/>).</Pgraph><Pgraph>Ohrepithesen aus Acrylaten oder Silikon stellen eine weitere Therapieoption f&#252;r die Rehabilitation von mittel- bis hochgradigen Ohrdefekten dar. Trotz der geringen operativen Belastung und der teilweise sehr guten kosmetischen Ergebnisse wird die Versorgung mit einer Ohrepithese auf Grund des Fremdk&#246;rpergef&#252;hls und m&#246;glichen Weichteil- und&#47;oder Knochenentz&#252;ndungen nur von einer begrenzten Anzahl von Patienten gew&#228;hlt (<TextGroup><PlainText>Tabelle 3 </PlainText></TextGroup><ImgLink imgNo="3" imgType="table"/>). </Pgraph><Pgraph>Das Tissue Engineering zur Z&#252;chtung einer Ohrmuschel aus k&#246;rpereigenen Knorpelzellen und einem dreidimensionalen, resorbierbaren oder nicht resorbierbaren Zelltr&#228;ger in Form einer Ohrmuschel ist zum jetzigen Zeitpunkt u.a. auf Grund einer fehlenden Stabilit&#228;t des gez&#252;chteten Knorpels f&#252;r die Ohrrekonstruktion nicht geeignet. Weitere Studien werden zeigen m&#252;ssen, ob in Zukunft ggf. durch Einsatz von Differenzierungsfaktoren das Tissue Engineering einer Ohrmuschel m&#246;glich ist.     </Pgraph><Pgraph>Als Alternativtherapie zur Operationstechnik mit Rippenknorpel oder zur Versorgung mit einer knochenverankerten Ohrepithese werden seit &#252;ber 30 Jahren por&#246;se Polyethylenimplantate in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie zur Defektrekonstruktion des Ohres erfolgreich eingesetzt. Die Optimierung der Operationstechnik, das verbesserte Implantat-Design sowie die gute Biokompatibilit&#228;t des Materials haben die Komplikationsrate von Polyethylenimplantaten innerhalb der letzten 15 Jahre deutlich gesenkt.  Die Ohrrekonstruktion kann innerhalb eines einzelnen Operationsschrittes ab dem 5.&#8211;6. Lebensjahr durchgef&#252;hrt werden und f&#252;hrt zu guten kosmetischen Ergebnissen (Tabelle 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="table"/>).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
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        <RefTotal>Berghaus A, Axhausen M, Handrock M. Porose Kunststoffe f&#252;r die Ohrmuschelplastik &#91;Porous synthetic materials in external ear reconstruction&#93;. Laryngol Rhinol Otol (Stuttg). 1983 Jul;62(7):320-7. DOI: 10.1055&#47;s-2007-1008442</RefTotal>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Tabelle 2: Historischer &#220;berblick der Ger&#252;stmaterialien f&#252;r die Ohrrekonstruktion</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Tabelle 3: M&#246;glichkeiten der Ohrrekonstruktion</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Tissue Engineering von Knorpelgewebe</Mark1><LineBreak></LineBreak>Kollagen Typ II-Immunf&#228;rbung eines in vivo gez&#252;chteten Ohrknorpels</Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Fallbeispiel f&#252;r Ohrrekonstruktion mit einem zweiteiligen, por&#246;sen Polyethylen-Ohrimplantat (Medpor</Mark1><Mark1><Superscript>&#174;</Superscript></Mark1><Mark1>)</Mark1></Pgraph><Pgraph>A: Ohrmuscheldysplasie Grad III mit Geh&#246;rgangsatresie (vor Operation); B: 12 Monate nach Ohrrekonstruktion mit einem por&#246;sem Polyethylen-Ohrimplantat (Medpor<Superscript>&#174;</Superscript>) </Pgraph></Caption>
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