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<GmsArticle>
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    <Identifier>dgkh000090</Identifier>
    <ArticleType>Empfehlung</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Pr&#228;vention postoperativer Infektionen im Operationsgebiet</Title>
      <TitleAlternative>Empfehlung der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention beim Robert Koch-Institut</TitleAlternative>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Corporation>
            <Corporatename>Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention beim Robert Koch-Institut</Corporatename>
            <CorporateHeading>Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention beim Robert Koch-Institut</CorporateHeading>
          </Corporation>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>Berlin</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf, K&#246;ln</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20071228</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1863-5245</ISSN>
        <Volume>2</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Krankenhaushygiene Interdisziplin&#228;r</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Krankenhaushyg Interdiszip</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Die infizierte Problemwunde 2007 - The infected problem wound 2007</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>57</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <TextBlock linked="yes" name="Hinweis auf Original- ver&#246;ffentlichung">
      <MainHeadline>Hinweis auf Originalver&#246;ffentlichung</MainHeadline>
      <Pgraph>Bei der vorliegenden Ver&#246;ffentlichung handelt es sich um eine Republikation mit freundlicher Genehmigung aus: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2007;50(3):377-93. DOI 10.1007&#47;s00103-007-0167-0. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2007.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="1 Einf&#252;hrung">
      <MainHeadline>1 Einf&#252;hrung</MainHeadline>
      <SubHeadline>1.1 Geltungsbereich </SubHeadline>
      <Pgraph>Diese Empfehlung erg&#228;nzt die &#8222;Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink> einschlie&#223;lich des Anhangs &#8222;Anforderungen der Hygiene beim ambulanten Operieren in Krankenhaus und Praxis&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink> hinsichtlich weiterer Ma&#223;nahmen mit dem Ziel der Pr&#228;vention postoperativer Infektionen im Operationsgebiet im Sinne der Definitionen nosokomialer Infektionen des CDC, die vom Robert Koch-Institut (RKI) in Zusammenarbeit mit dem NRZ f&#252;r die Surveillance nosokomialer Infektionen in deutscher Sprache herausgegeben werden <TextLink reference="3"></TextLink>. In diesem Sinne sind oberfl&#228;chliche und tiefe Wundinfektionen sowie die Infektion von Organen und K&#246;rperh&#246;hlen im Operationsgebiet (z. B. Infektionen im Zusammenhang mit Implantaten) eingeschlossen. (Unter einem Implantat versteht man hinsichtlich einer Wundinfektion einen Fremdk&#246;rper, der einem Patienten w&#228;hrend einer Operation auf Dauer eingesetzt wird (z. B. H&#252;ftendoprothesen, Gef&#228;&#223;prothesen, k&#252;nstliche Herzklappen). Hinsichtlich solcher Implantate, an denen postoperativ manipuliert wird, wird auf die Empfehlung &#8222;Pr&#228;vention Gef&#228;&#223;katheter-assoziierter Infektionen&#8220; verwiesen. Menschliche oder tierische Spenderorgane (Transplantate), wie z. B. Herz, Lunge, Niere, Leber oder Kornea, z&#228;hlen nicht dazu.) </Pgraph>
      <Pgraph>Nicht behandelt werden die Pr&#228;vention und Kontrolle von Infektionen im Zusammenhang mit der Versorgung traumatisch bedingter Wunden einschlie&#223;lich Verbrennungswunden. Ebenso sind Ma&#223;nahmen im Zusammenhang mit Infektionen chronischer Wunden oder Fisteln (z. B. bei M. Crohn) ausgeschlossen. Bei transplantationsassoziierten Infektionen sind zus&#228;tzliche Aspekte und Ma&#223;nahmen zu beachten. (Bei Transplantations-assoziierten Infektionen handelt es sich um a) mit einem Transplantat &#252;bertragene Infektionen, sowie b) um eine im Rahmen der Transplantation aufgrund der Immunsuppression aktivierte zuvor persistierende (endogene) Infektion. Die Erfassung dieser Infektionen erfordert spezifische Definitionen (s. hierzu die speziellen CDC-Definitionen; www.rki.de; Krankenhaushygiene) und eine gesonderte Bewertung.) Hierzu wird auf spezifischere Literatur verwiesen <TextLink reference="4"></TextLink>, <TextLink reference="5"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink>, <TextLink reference="7"></TextLink>, <TextLink reference="8"></TextLink>, <TextLink reference="9"></TextLink>. Des Weiteren bleiben Wunden an der Schleimhaut, die durch endoskopisch-interventionelle Eingriffe an Magen, Darm, Gallenwegen oder Bronchialtrakt entstanden sind, hier au&#223;er Betracht. Die speziellen Belange von Eingriffen in der Zahnheilkunde werden in der Empfehlung &#8222;Infektionspr&#228;vention in der Zahnheilkunde &#8211; Anforderungen an die Hygiene&#8220; behandelt <TextLink reference="10"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Hinsichtlich der Problematik der potenziellen &#220;bertragung von HBV, HCV oder HIV durch Chirurgen wird auf andere Quellen verwiesen <TextLink reference="11"></TextLink>, <TextLink reference="12"></TextLink>, <TextLink reference="13"></TextLink>, <TextLink reference="14"></TextLink>, <TextLink reference="15"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Empfehlung richtet sich prim&#228;r an das &#228;rztliche und Pflegepersonal sowie die Leiter von Einrichtungen, in denen Operationen bzw. invasive Eingriffe durchgef&#252;hrt werden, unabh&#228;ngig davon, ob es sich z. B. um Krankenh&#228;user oder Einrichtungen f&#252;r das ambulante Operieren handelt. Entscheidend f&#252;r die zu treffenden infektionspr&#228;ventiven Ma&#223;nahmen ist die Art der Operation bzw. des invasiven Eingriffs. </Pgraph>
      <Pgraph>F&#252;r die Erarbeitung der Empfehlungen wurde auf bereits vorhandene Leitlinien, insbesondere die der &#8222;Centers for Disease Control and Prevention&#8220; <TextLink reference="16"></TextLink> aus dem Jahr 1999 und aktuelle &#220;bersichtsarbeiten zur&#252;ckgegriffen <TextLink reference="16"></TextLink>, <TextLink reference="17"></TextLink>, <TextLink reference="18"></TextLink>. Auf dieser Basis wurde die aktuelle Literatur zum Thema gesichtet und erg&#228;nzt, sofern sich daraus neue Aspekte ergeben. </Pgraph>
      <Pgraph>Bezug zu anderen Empfehlungen: </Pgraph>
      <Pgraph>Der Anwendungsbereich der vorliegenden Empfehlung umfasst die Ma&#223;nahmen zur pr&#228;-, intra- und postoperativen Infektionsprophylaxe einschlie&#223;lich der postoperativen Wundversorgung, soweit sie nicht bereits in anderen, relevante Teilaspekte betreffenden Kommissionsempfehlungen ausgef&#252;hrt wurden. Hierzu z&#228;hlen insbesondere die: </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Empfehlungen zur H&#228;ndehygiene <TextLink reference="19"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Fl&#228;chen <TextLink reference="20"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten <TextLink reference="21"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Empfehlungen zur Pr&#228;vention und Kontrolle von Methicillin-resistenten <Mark2>Staphylococcus aureus</Mark2>-St&#228;mmen (MRSA) in Krankenh&#228;usern und anderen medizinischen Einrichtungen <TextLink reference="22"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Empfehlungen zur Surveillance (Erfassung und Bewertung) von nosokomialen Infektionen <TextLink reference="23"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Erl&#228;uterungen zur Surveillance nosokomialer Infektionen sowie zur Erfassung von Erregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen <TextLink reference="24"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Empfehlungen der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention zur Surveillance von postoperativen Wundinfektionen in Einrichtungen f&#252;r das ambulante Operieren mit Erl&#228;uterungen <TextLink reference="25"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">ordnungsgem&#228;&#223;e Entsorgung von Abf&#228;llen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes (LAGA-Richtlinie) <TextLink reference="26"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Pr&#228;vention Gef&#228;&#223;katheter-assoziierter Infektionen <TextLink reference="27"></TextLink>. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Auf diese Empfehlungen wird jeweils an gegebener Stelle im Text nochmals hingewiesen. </Pgraph>
      <SubHeadline>1.2 Epidemiologie der postoperativen Wundinfektionen </SubHeadline>
      <Pgraph>In Deutschland werden j&#228;hrlich mehr als 5 Millionen operative Eingriffe an Patienten in Krankenh&#228;usern und Einrichtungen f&#252;r das ambulante Operieren durchgef&#252;hrt <TextLink reference="28"></TextLink>. Eine nationale repr&#228;sentative Pr&#228;valenzuntersuchung zu nosokomialen Infektionen in Deutschland (<TextGroup><PlainText>NIDEP</PlainText></TextGroup>-1-Studie) zeigte, dass die postoperativen Wundinfektionen (WI) mit einem Anteil von ca. 16&#37; nach den nosokomialen Pneumonien und Harnwegsinfektionen die dritth&#228;ufigste nosokomiale Infektionsart in deutschen Akutkrankenh&#228;usern darstellen <TextLink reference="29"></TextLink>. In den dem Krankenhaus-InfektionsSurveillance-System (KISS) angeschlossenen 301 operativen Abteilungen aus 163 Krankenh&#228;usern traten im Zeitraum Januar 1997 bis Dezember 2004 bei ca. 360.000 Operationen insgesamt mehr als 6800 postoperative Wundinfektionen auf. Die Infektionsraten sind allerdings in den jeweiligen operativen Fachgebieten sowie zwischen den verschiedenen operativen Prozeduren sehr unterschiedlich <TextLink reference="16"></TextLink>, <TextLink reference="29"></TextLink>, <TextLink reference="30"></TextLink>, <TextLink reference="31"></TextLink>, <TextLink reference="32"></TextLink>, <TextLink reference="33"></TextLink>, <TextLink reference="34"></TextLink>. Detaillierte und jeweils aktuelle Auskunft geben auch die KISS-Referenzdaten (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.nrz-hygiene.de">http:&#47;&#47;www.nrz-hygiene.de</Hyperlink>). Postoperative Wundinfektionen sind mit einer Steigerung von Morbidit&#228;t und Letalit&#228;t sowie einer Verl&#228;ngerung der Verweildauer und der Erh&#246;hung von Therapie- und sozialen Folgekosten verbunden <TextLink reference="35"></TextLink>, <TextLink reference="36"></TextLink>, <TextLink reference="37"></TextLink>, <TextLink reference="38"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Eine Durchsicht von Ver&#246;ffentlichungen zu postoperativen Wundinfektionen im Rahmen von Ausbr&#252;chen zeigt, dass mit dem geh&#228;uften Auftreten &#252;berwiegend <Mark2>S. aureus, Pseudomonas, Serratia, Klebsiella, Enterococcus </Mark2>oder <Mark2>Candida spp.</Mark2> assoziiert sind. </Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="2 Erregerspektrum, Infektionsquellen und -wege">
      <MainHeadline>2 Erregerspektrum, Infektionsquellen und -wege</MainHeadline>
      <SubHeadline>2.1 Erregerspektrum </SubHeadline>
      <Pgraph>In den meisten F&#228;llen werden sporadische postoperative Infektionen im Operationsgebiet von bakteriellen Erregern verursacht, aber auch Pilze, vor allem <Mark2>Candida spp.</Mark2> kommen als Erreger vor (Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table"/>) <TextLink reference="29"></TextLink>. Jeweils aktuelle Daten zum Erregerspektrum von Wundinfektionen liegen aus dem Surveillance-System KISS vor (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.nrz-hygiene.de">http:&#47;&#47;www.nrz-hygiene.de</Hyperlink>). Insgesamt am h&#228;ufigsten sind in allen operativen Fachgebieten Staphylokokken, in erster Linie <Mark2>S. aureus</Mark2>; aber auch Koagulase-negative Staphylokokken k&#246;nnen, insbesondere im Zusammenhang mit Fremdk&#246;rpern, postoperative Infektionen verursachen. Der MRSA-Anteil an den Gesamtisolaten von <Mark2>S. aureus</Mark2> ist lokal sowie auch innerhalb einer Einrichtung bei den verschiedenen chirurgischen Fachgebieten unterschiedlich. Abh&#228;ngig vom Operationsgebiet spielen auch Enterobakterien und Enterokokken eine Rolle als Wundinfektionserreger. Gram-negative Anaerobier, z. B. Bacteroides spp., haben an der Gesamtzahl der Isolate einen geringeren Anteil. Damit wird keine Aussage &#252;ber die pathogenetische Bedeutung im Einzelfall gemacht. </Pgraph>
      <SubHeadline>2.2 Infektionsquellen und -wege </SubHeadline>
      <Pgraph>Wundinfektionserreger k&#246;nnen von au&#223;en (exogen) bzw. von der Haut oder Schleimhautflora des Patienten (endogen) in das Wundgebiet gelangen. Jede Stauung oder Ansammlung von Transsudat, Exsudat oder devitalem Gewebe bzw. jeder Fremdk&#246;rper oder eine Minderung der Durchblutung erh&#246;hen das Infektionsrisiko <TextLink reference="39"></TextLink>, <TextLink reference="40"></TextLink>, <TextLink reference="41"></TextLink>. Die meisten postoperativen Wundinfektionen im Operationsgebiet treten zwischen dem 3. und dem <TextGroup><PlainText>8. postoperativen</PlainText></TextGroup> Tag nach prim&#228;rem Wundverschluss auf. Eine prim&#228;r heilende Wunde ohne Drainage gilt in der Regel nach 24 Stunden als verschlossen und nicht mehr exogen kontaminationsgef&#228;hrdet <TextLink reference="30"></TextLink>, <TextLink reference="32"></TextLink>, <TextLink reference="33"></TextLink>, <TextLink reference="34"></TextLink>. Es wird darauf hingewiesen, dass Infektionen im Zusammenhang mit Implantaten (Definition s. oben sowie A3 der CDC-Definitionen) deutlich sp&#228;ter manifest werden k&#246;nnen <TextLink reference="3"></TextLink>, <TextLink reference="42"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Das Haupterregerreservoir f&#252;r Wundinfektionen stellt die k&#246;rpereigene Flora des Patienten dar <TextLink reference="16"></TextLink>, <TextLink reference="30"></TextLink>, <TextLink reference="32"></TextLink>, <TextLink reference="33"></TextLink>, <TextLink reference="34"></TextLink>. Dies ist nicht zuletzt darin begr&#252;ndet, dass sich die physiologische Flora von Haut, Schleimh&#228;uten und Konjunktiven auch bei sorgf&#228;ltiger pr&#228;operativer Antiseptik nicht vollst&#228;ndig eliminieren l&#228;sst <TextLink reference="43"></TextLink>, <TextLink reference="44"></TextLink>, <TextLink reference="45"></TextLink>, <TextLink reference="46"></TextLink>, <TextLink reference="47"></TextLink>. In einer umfangreichen prospektiven Studie konnte nachgewiesen werden, dass die nasale Kolonisierung mit <Mark2>S. aureus</Mark2> ein Reservoir f&#252;r nachfolgende Infektionen mit diesem Erreger darstellt. So war der Stamm, der aus der Blutkultur bzw. vom Infektionsherd isoliert werden konnte, zu 80&#37; identisch mit dem zuvor isolierten Stamm aus dem Nasenvorhof <TextLink reference="48"></TextLink>. In einer nachfolgenden Studie konnten diese Ergebnisse best&#228;tigt werden <TextLink reference="49"></TextLink>. Auch wurde ein Zusammenhang zwischen nasopharyngealer Besiedlung der Patienten mit <Mark2>S. aureus</Mark2> und erh&#246;htem Risiko f&#252;r postoperative <Mark2>S.-aureus</Mark2>-Infektionen beobachtet <TextLink reference="50"></TextLink>, <TextLink reference="51"></TextLink>, <TextLink reference="52"></TextLink>, <TextLink reference="53"></TextLink>, <TextLink reference="54"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnen die Erreger postoperativer Infektionen im Operationsgebiet von einer zum Zeitpunkt der Operation bestehenden Infektion an einer vom Ort des operativen Eingriffs entfernt liegenden K&#246;rperstelle stammen <TextLink reference="55"></TextLink> und von dort endogen &#252;ber den Blut- oder Lymphweg in das Operationsgebiet gelangen, wo sie intra- oder postoperativ g&#252;nstige Bedingungen f&#252;r Absiedlung und Vermehrung finden. Die f&#252;r eine Wundinfektion erforderliche Erregermenge (Infektionsdosis) wird durch Fremdk&#246;rper (Implantate), Nahtmaterial, Isch&#228;mie und Gewebsnekrosen signifikant erniedrigt <TextLink reference="39"></TextLink>, <TextLink reference="40"></TextLink>, <TextLink reference="41"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Voraussetzung f&#252;r exogene postoperative Erreger&#252;bertragungen ist ein Zugangsweg f&#252;r die Erreger. Dieser kann z. B. durch kleine Dehiszenzen einer sonst prim&#228;r heilenden Wunde gegeben sein. Operationswunden, die bis zu einem sekund&#228;ren Wundverschluss offen bleiben, sowie Drainagen zur Ableitung von Exsudat oder Gasansammlungen (z. B. Thoraxdrainage) sowie f&#252;r postoperative Sp&#252;lungen des Operationsgebietes sind ebenfalls potenzielle Eintrittspforten <TextLink reference="16"></TextLink>, <TextLink reference="30"></TextLink>, <TextLink reference="32"></TextLink>, <TextLink reference="33"></TextLink>, <TextLink reference="34"></TextLink>, <TextLink reference="56"></TextLink>. Innerhalb der intraoperativen exogenen Infektionsquellen kommt der K&#246;rperflora des Operationspersonals&#47;-teams im Vergleich zur unbelebten Umgebung im Operationsraum (Fl&#228;chen, Luft) die gr&#246;&#223;ere Bedeutung zu. Die Abgabe potenziell kontaminierter Tr&#246;pfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum des Operationspersonals&#47;-teams (siehe <TextGroup><PlainText>z. B.</PlainText></TextGroup> Tr&#228;ger von <Mark2>S. pyogenes</Mark2> oder <Mark2>S. aureus</Mark2>) wird durch die chirurgische Maske reduziert, aber nicht vollst&#228;ndig aufgehoben. Die Freisetzung von Nasopharyngealflora des Operationsteams ist wesentlich davon abh&#228;ngig, wie viel gesprochen wird (Niesen, Husten, Infektionen des Respirationstraktes) <TextLink reference="57"></TextLink> (s. auch Kapitel Bereichs- und Schutzkleidung 4.1.10). </Pgraph>
      <Pgraph>Bei nosokomialen Ausbr&#252;chen, bei denen die H&#228;ufung gleichartiger Erreger (z. B. <Mark2>S. aureus, S. pyogenes, Pseudomonas spp., Serratia spp., Klebsiella spp., Enterococcus, Candida</Mark2>) festgestellt wird, sind in erster Linie exogene Quellen Ursache, welche daher erkannt und unter Kontrolle gebracht werden m&#252;ssen. Siehe hierzu auch entsprechende Datenbanken als Informationsquelle sowie die Empfehlung der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention &#8222;Ausbruchsmanagement und strukturiertes Vorgehen bei geh&#228;uftem Auftreten nosokomialer Infektionen&#8220; <TextLink reference="58"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Die unbelebte Umgebung im Operationsraum kommt als Erregerreservoir in Betracht, wenn z. B. Medizinprodukte, die nicht regelrecht aufbereitet oder &#8211; bei korrekter Aufbereitung &#8211; z. B. durch falsche Lagerung oder Bereitstellung auf kontaminierter Fl&#228;che rekontaminiert wurden, in direkten oder indirekten Kontakt mit dem Operationssitus kommen <TextLink reference="1"></TextLink>. Bei Beachtung der konsequenten Schaffung und Aufrechterhaltung einer keimarmen Umgebung im Operationsraum sowie aseptischer Bedingungen im Bereich des Instrumententisches und des OP-Feldes kommt der Luft als Erregerreservoir eine untergeordnete Bedeutung zu <TextLink reference="59"></TextLink>. In Studien belegt ist die Bedeutung der Luftqualit&#228;t bei Eingriffen mit h&#246;chsten Anforderungen an die Keimarmut mit Implantation gro&#223;er Fremdk&#246;rper (z. B. Endoprothetik) in infektionsanf&#228;lligen Geweben (z. B. Knochen) <TextLink reference="16"></TextLink>, <TextLink reference="30"></TextLink>, <TextLink reference="32"></TextLink>, <TextLink reference="33"></TextLink>, <TextLink reference="34"></TextLink>, <TextLink reference="60"></TextLink>, <TextLink reference="61"></TextLink>, <TextLink reference="62"></TextLink>, <TextLink reference="63"></TextLink> (s. auch &#8222;Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink> sowie das Kapitel 4.1.14 Bel&#252;ftung und Klimatisierung). </Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="3 Risikofaktoren">
      <MainHeadline>3 Risikofaktoren</MainHeadline>
      <Pgraph>Das Risiko des Auftretens einer postoperativen Wundinfektion wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst. Dabei k&#246;nnen patienteneigene (endogene) und nur bedingt beeinflussbare Faktoren von solchen unterschieden werden, die durch geeignete infektionspr&#228;ventive Ma&#223;nahmen im Rahmen der Organisation der perioperativen Betreuung beeinflussbar sind. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>Patienteneigene, nur bedingt beeinflussbare Risikofaktoren: </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Vor-&#47;Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), </ListItem>
          <ListItem level="1">bestehende Infektionen an anderer K&#246;rperstelle, </ListItem>
          <ListItem level="1">(nasale) Besiedlung mit <Mark2>S. aureus</Mark2>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Mangelern&#228;hrung, </ListItem>
          <ListItem level="1">Adipositas, </ListItem>
          <ListItem level="1">Rauchen, </ListItem>
          <ListItem level="1">maligne Grunderkrankung&#47;Tumorstadium <TextLink reference="64"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Zytostatikatherapie&#47;Immunsuppression, </ListItem>
          <ListItem level="1">An&#228;mie (pr&#228;- und postoperativ). </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>Perioperative Risikofaktoren: </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Dauer des pr&#228;operativen Krankenhausaufenthalts, </ListItem>
          <ListItem level="1">nicht sachgerechte pr&#228;operative Haarentfernung, </ListItem>
          <ListItem level="1">nicht sachgerechte Hautreinigung&#47; Hautdesinfektion (pr&#228;operative Antiseptik), </ListItem>
          <ListItem level="1">nicht sachgerechte perioperative Antibiotikaprophylaxe, </ListItem>
          <ListItem level="1">Abweichungen von der physiologischen K&#246;rpertemperatur des Patienten <TextLink reference="65"></TextLink>, <TextLink reference="66"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Hypoxie&#47;Oxygenierung <TextLink reference="67"></TextLink>. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>Operationsspezifische Faktoren: </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Dauer der Eingriffe, F Operationstechnik einschlie&#223;lich Blutstillung <TextLink reference="40"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Art des Eingriffes (z. B. Notfall- oder Elektiveingriff, Kontaminationsgrad) <TextLink reference="68"></TextLink>, </ListItem>
          <ListItem level="1">Implantate, Fremdk&#246;rper. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>Postoperative Risikofaktoren: </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Drainage (Art und Dauer), </ListItem>
          <ListItem level="1">postoperative invasive Ma&#223;nahmen, die mit Bakteri&#228;mien einhergehen, </ListItem>
          <ListItem level="1">nicht sachgerechte postoperative Wundversorgung, </ListItem>
          <ListItem level="1">Art der postoperativen Ern&#228;hrung. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <SubHeadline>3.1 Patienteneigene, nur bedingt beeinflussbare Risikofaktoren </SubHeadline>
      <Pgraph>Von den bekannten Risikofaktoren f&#252;r das Auftreten postoperativer Wundinfektionen sind nicht alle einer Beeinflussung im Rahmen des perioperativen Managements zug&#228;nglich. Dies gilt insbesondere f&#252;r vorbestehende (Begleit-)Erkrankungen des Patienten. Der ASA-Score erfasst einige dieser Risikofaktoren und korreliert mit der postoperativen Wundinfektionsrate. </Pgraph>
      <Pgraph>Im Folgenden werden diejenigen Faktoren n&#228;her erl&#228;utert, f&#252;r die sich praktisch relevante Aussagen im Hinblick auf ihre perioperative Beeinflussbarkeit in der Literatur finden. </Pgraph>
      <SubHeadline2>Diabetes mellitus </SubHeadline2>
      <Pgraph>Die Studienergebnisse zum Einfluss des Diabetes mellitus auf die Wundinfektionsrate sind uneinheitlich. Allerdings ist insbesondere bei Insulin-abh&#228;ngigem Diabetes mellitus und perioperativer Hyperglyk&#228;mie (&#62;200 mg&#47;dl; &#62;11,1 mmol&#47;l) eine Beeintr&#228;chtigung der Abwehrfunktionen, verbunden mit einem erh&#246;hten Infektionsrisiko, bekannt <TextLink reference="69"></TextLink>. Bei Diabetikern soll daher eine ad&#228;quate Kontrolle und Einstellung des Blutglukosespiegels erfolgen. </Pgraph>
      <SubHeadline2>Adipositas </SubHeadline2>
      <Pgraph>Eine Adipositas Grad II &#91;Body-Mass-Index (BMI) 35&#8211;39,9&#93; und Grad III (BMI &#62;40) ist mit einer Erh&#246;hung des Risikos f&#252;r Wundinfektionen verbunden. Bei Schwangeren nimmt mit zunehmendem K&#246;rpergewicht auch die H&#228;ufigkeit einer operativen Entbindung zu. Die Komplikationen aufgrund einer Sectio (insbesondere Wundheilungsst&#246;rung, Endometritis, Urogenitalinfekte) und die perinatale Mortalit&#228;t sind bei Adip&#246;sen geringgradig erh&#246;ht <TextLink reference="70"></TextLink>, <TextLink reference="71"></TextLink>, <TextLink reference="72"></TextLink>. Wenn die subkutane abdominelle Fettschicht 3 cm &#252;bersteigt, erh&#246;hte sich das Wundinfektionsrisiko signifikant. Allerdings konnte Adipositas als unabh&#228;ngiger Risikofaktor f&#252;r Wundinfektionen nicht in jedem Fall nachgewiesen werden. Chirurgische Optionen zur Behandlung der morbiden Adipositas (BMI &#62;40), d. h. laparoskopische Operationen wie adjustable gastric band, vertical banded gastroplasty, gastric bypass and biliopancreatic diversion&#47;duodenal switch <TextLink reference="73"></TextLink>, <TextLink reference="74"></TextLink>, gehen nicht mit einem exzessiven Risiko f&#252;r Wundinfektionen einher <TextLink reference="75"></TextLink>, <TextLink reference="76"></TextLink>. Vor elektiven Eingriffen sollte bei adip&#246;sen Patienten eine Gewichtsreduktion erwogen werden. </Pgraph>
      <SubHeadline2>Mangelern&#228;hrung </SubHeadline2>
      <Pgraph>In der Chirurgie ist die Bedeutung des Ern&#228;hrungsstatus f&#252;r die postoperative Morbidit&#228;t und Letalit&#228;t bei verschiedenen Krankheitsbildern gezeigt worden <TextLink reference="77"></TextLink>. Relevant ist die Mangelern&#228;hrung. In einer prospektiven Erhebung an 5031 chirurgischen Patienten (Ausschluss der Kardiochirurgie) von 1995&#8211;2000 wurden pr&#228;operative Risikofaktoren f&#252;r das Entstehen einer Wundinfektion untersucht <TextLink reference="69"></TextLink>. Hierbei erwies sich eine Mangelern&#228;hrung, definiert als signifikanter Gewichtsverlust innerhalb der letzten 6 Monate vor der Operation, als unabh&#228;ngiger Risikofaktor. Ob mit speziellen N&#228;hrl&#246;sungen zur enteralen Immunonutrition das Risiko einer bakteriellen Translokation mit nachfolgenden septischen Komplikationen reduziert werden kann, ist Gegenstand derzeitiger Untersuchungen. In ersten Metaanalysen von klinischen Studien zur postoperativen Immunonutrition konnten eine Reduktion schwerer Infektionen und eine Reduktion des Krankenhausaufenthalts nachgewiesen werden <TextLink reference="78"></TextLink>, <TextLink reference="79"></TextLink>. </Pgraph>
      <SubHeadline2>Rauchen </SubHeadline2>
      <Pgraph>Rauchen verz&#246;gert die prim&#228;re Wundheilung und kann die Wundinfektionsrate erh&#246;hen <TextLink reference="80"></TextLink>. Raucher, die 6&#8211;8 Wochen vor einem elektiven Eingriff und 10 Tage danach eine Beratung zum Beenden des Rauchens erhalten hatten und dieses einstellten bzw. den Tabakkonsum reduzierten, wiesen signifikant weniger &#8222;Wunden bezogene&#8220; Probleme (z. B. H&#228;matome, Infektionen) auf als Raucher, die die Beratung nicht erhalten hatten <TextLink reference="81"></TextLink>. Allerdings gibt es auch Untersuchungsergebnisse, wonach Rauchen kein unabh&#228;ngiger Risikofaktor ist <TextLink reference="69"></TextLink>. Patienten sollten mindestens 30 Tage vor einem elektiven Eingriff das Rauchen einstellen <TextLink reference="82"></TextLink>, <TextLink reference="83"></TextLink>, <TextLink reference="84"></TextLink>. </Pgraph>
      <SubHeadline2>An&#228;mie </SubHeadline2>
      <Pgraph>Perioperative An&#228;mie ist ein signifikanter Risikofaktor f&#252;r Wundinfektionen bzw. postoperative Letalit&#228;t <TextLink reference="69"></TextLink>, <TextLink reference="85"></TextLink>. Notwendige Blutprodukte zum Ausgleich einer relevanten An&#228;mie sollten pr&#228;operativ nicht vorenthalten werden. </Pgraph>
      <SubHeadline2>Immunsuppression </SubHeadline2>
      <Pgraph>Patienten mit Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression einhergehen (HIV-Infektion, malignes Lymphom, chronische h&#228;matopoetische Insuffizienz u. a.), oder Patienten, die mit immunsupprimierenden Medikamenten behandelt werden (Glukokortikoide, Nukleosidanaloga, TNF- oder CD52-Antik&#246;rper u. a.), haben ein erh&#246;htes Risiko von Haut- und Weichteilinfektionen <TextLink reference="86"></TextLink>, <TextLink reference="87"></TextLink>. Dies gilt sowohl f&#252;r Patienten mit Neutropenie (Granulozytenzahl &#60;1000&#47;&#181;l) als auch mit einem Mangel an T-Helferzellen (CD4-positive T-Lymphozyten &#60;250&#47;&#181;l) oder einem Antik&#246;rpermangel sowie insbesondere f&#252;r die h&#228;ufig vorkommenden Kombinationen solcher Formen der Immunsuppression. Bei immunsupprimierten Patienten ist nicht nur mit einem erh&#246;hten Risiko postoperativer Wundinfektionen, sondern auch mit einem gegen&#252;ber nicht-immunsupprimierten Patienten deutlich unterschiedlichen Spektrum von Infektionserregern zu rechnen. Ein interdisziplin&#228;res perioperatives Patientenmanagement ist zu empfehlen, damit sowohl individuelle M&#246;glichkeiten der pr&#228;operativen Reduktion der Immunsuppression ermittelt, als auch spezifische Ma&#223;nahmen zur Prophylaxe und ggf. antimikrobiellen Therapie festgelegt werden k&#246;nnen. </Pgraph>
      <SubHeadline2>Postoperative Ern&#228;hrung </SubHeadline2>
      <Pgraph>Generell ist postoperativ keine Unterbrechung der Nahrungszufuhr erforderlich. Ein fr&#252;hzeitiger oraler bzw. enteraler Kostaufbau f&#252;hrt gegen&#252;ber einer l&#228;ngerfristigen N&#252;chternheit zur Verminderung des Risikos einer Infektion und wirkt sich g&#252;nstig auf die Krankenhausverweildauer aus. Lewis et al. zeigten in einer Metaanalyse aus <TextGroup><PlainText>11 Studien</PlainText></TextGroup> mit 837 Patienten eine, wenn auch nicht signifikante, Verminderung des Risikos einer Wundinfektion <TextLink reference="88"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Eine nicht ausreichende Nahrungszufuhr f&#252;r mehr als <TextGroup><PlainText>14 Tage</PlainText></TextGroup> ist mit einer erh&#246;hten Letalit&#228;t assoziiert. Die Indikation zur erg&#228;nzenden k&#252;nstlichen Ern&#228;hrung besteht daher auch bei Patienten ohne Zeichen einer Mangelern&#228;hrung, die perioperativ voraussichtlich mehr als 7 Tage keine orale Nahrungszufuhr oder mehr als 14 Tage oral eine nicht bedarfsdeckende Kost (&#60;60&#8211;80&#37;) erhalten. Hier wird ohne Verz&#246;gerung der Beginn einer enteralen Ern&#228;hrung empfohlen <TextLink reference="89"></TextLink>. In einer Metaanalyse zum Vergleich enteraler mit parenteraler Ern&#228;hrung, die sowohl Studien an chirurgischen als auch internistischen Patienten ber&#252;cksichtigte, hat sich eine signifikant niedrigere Infektionsrate bei den enteral ern&#228;hrten Patienten gezeigt <TextLink reference="90"></TextLink>. Bei kritisch Kranken ergab sich in 2 Metaanalysen ebenfalls eine signifikant niedrigere lnfektionsrate (Infektionen einschlie&#223;lich Infektionen im Operationsgebiet) <TextLink reference="79"></TextLink>, <TextLink reference="91"></TextLink>, <TextLink reference="92"></TextLink>, <TextLink reference="93"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>F&#252;r den Einsatz einer Kombination immunmodulierender Substrate (Arginin, Glutamin, Omega-3-Fetts&#228;uren, Ribonukleotide) in der enteralen Ern&#228;hrung chirurgischer Patienten konnte in 2 Metaanalysen eine signifikante Reduktion des Auftretens infekti&#246;ser Komplikationen und der station&#228;ren Verweildauer gezeigt werden <TextLink reference="91"></TextLink>, <TextLink reference="94"></TextLink>. In einer Metaanalyse wurde in 5 der 26 Studien die Inzidenz von Patienten mit Wundinfektionen angegeben, weitere 10 enthielten Daten zum Auftreten von Wundinfektionen <TextLink reference="78"></TextLink>, <TextLink reference="94"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Zur ern&#228;hrungsmedizinischen Bewertung der Datenlage zum Vergleich enteraler mit parenteraler Ern&#228;hrung wird auf Empfehlungen der Amerikanischen Gesellschaft f&#252;r Parenterale und Enterale Ern&#228;hrung (ASPEN) <TextLink reference="95"></TextLink> und der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Ern&#228;hrungsmedizin (DGEM) verwiesen (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.dgem.de&#47;">http:&#47;&#47;www.dgem.de&#47;</Hyperlink>). </Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="4 Empfehlungen">
      <MainHeadline>4 Empfehlungen</MainHeadline>
      <SubHeadline>4.1 Perioperative Risikofaktoren und daraus abgeleitete Pr&#228;ventionsma&#223;nahmen </SubHeadline>
      <Pgraph>Die folgenden Empfehlungen erg&#228;nzen die in den &#8222;Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink> gemachten Angaben zu den betrieblich-organisatorischen Anforderungen und sind im Sinne der einfacheren Verwendung mit diesen abgestimmt. </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.1 Pr&#228;operative station&#228;re Verweildauer </SubHeadline2>
      <Pgraph>Verl&#228;ngerte pr&#228;operative Verweildauer <TextLink reference="64"></TextLink>, <TextLink reference="65"></TextLink>, <TextLink reference="96"></TextLink> bzw. verz&#246;gerter OP-Zeitpunkt bei Verletzungen <TextLink reference="97"></TextLink> sind h&#228;ufig mit einem erh&#246;hten Risiko f&#252;r Wundinfektionen verbunden. Die Ursachen hierf&#252;r sind meist multifaktoriell (z. B. Abh&#228;ngigkeit der pr&#228;operativen Verweildauer von Erkrankungsschwere und Komorbidit&#228;t, Stress, Kolonisation durch resistente Erreger). </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>&#8226; Die pr&#228;operative Verweildauer soll so kurz wie m&#246;glich sein (Kategorie II).</Mark1> </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.2 Pr&#228;operative Darmentleerung </SubHeadline2>
      <Pgraph>Eine pr&#228;operative Darmentleerung kann zwar aus operationstechnischen Gr&#252;nden erforderlich sein. F&#252;r eine Senkung der postoperativen Wundinfektionsrate gibt es gegenw&#228;rtig keine durch Studien belegten Hinweise <TextLink reference="98"></TextLink>, <TextLink reference="99"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Zur pr&#228;operativen Darmentleerung ist bisher keine Empfehlung m&#246;glich (Kategorie III). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.3 Infektion bzw. Kolonisation des Patienten (pr&#228;operative Sanierung) </SubHeadline2>
      <Pgraph>Infektionen an anderer K&#246;rperstelle sowie die Kolonisation mit fakultativ pathogenen typischen Wundinfektionserregern (insbesondere <Mark2>S. aureus</Mark2>) <TextLink reference="34"></TextLink>, <TextLink reference="80"></TextLink> k&#246;nnen zur Quelle postoperativer Infektionen im Operationsgebiet werden. </Pgraph>
      <Pgraph>Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mit <Mark2>S. aureus</Mark2> (z. B. im Nasenvorhof) kolonisiert sind, ein h&#246;heres Risiko f&#252;r eine postoperative <Mark2>S.aureus</Mark2>-Infektion haben <TextLink reference="100"></TextLink>. Aufgrund von Hinweisen, dass Patienten, die pr&#228;operativ intranasal mit Mupirocin behandelt wurden, eine geringere postoperative Wundinfektionsrate als historische Kontrollen haben <TextLink reference="101"></TextLink>, <TextLink reference="102"></TextLink>, <TextLink reference="103"></TextLink>, untersuchten 2 randomisierte, doppelblind placebokontrollierte Studien den Einfluss pr&#228;operativer Mupirocin-Behandlung auf die postoperative Wundinfektionsrate <TextLink reference="104"></TextLink>, <TextLink reference="105"></TextLink>. In der Studie von Perl et al. <TextLink reference="105"></TextLink> konnte, bezogen auf das Gesamtkollektiv (N&#61;3864), keine signifikante Differenz in der postoperativen Wundinfektionsrate festgestellt werden. Bei einer Subset-Analyse (gezielte Analyse der <Mark2>S.-aureus</Mark2>-Tr&#228;ger bei Aufnahme, N&#61;891) zeigte sich jedoch ein protektiver Effekt der Mupirocin-Behandlung (odds ratio 0,49; 95&#37;-Intervall, 0,25&#8211;0,92) bezogen auf alle nosokomialen <Mark2>S.-aureus</Mark2>-Infektionen. Der Effekt auf die postoperative Wundinfektionsrate war nicht signifikant. </Pgraph>
      <Pgraph>Zu einem &#228;hnlichen Ergebnis kam eine zweite doppelblind- und placebokontrollierte Studie an Patienten mit orthop&#228;dischen Eingriffen <TextLink reference="104"></TextLink>. Aufgrund einer geringeren als erwarteten Zahl postoperativer Infektionen hatten beide Studien jedoch nicht die statistische Power zu zeigen, dass die Mupirocin-Anwendung ineffektiv war <TextLink reference="104"></TextLink>, <TextLink reference="106"></TextLink>. &#220;berlegungen zur Entwicklung von Mupirocin-Resistenzen begr&#252;nden das Interesse an einer Fokussierung der Strategie auf bekannte <Mark2>S.-aureus</Mark2>-Tr&#228;ger <TextLink reference="107"></TextLink>, <TextLink reference="108"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Gegenw&#228;rtig gibt es im Rahmen von Studien Anhalt daf&#252;r, dass bei Patienten mit bevorstehenden herzchirurgischen Eingriffen eine Reduktion des Risikos postoperativer sternaler Weichteil- bzw. Knocheninfektionen durch prophylaktische Eradikation von <Mark2>S. aureus</Mark2> durch Anwendung von Mupirocin in der Nase erreicht werden konnte <TextLink reference="101"></TextLink>, <TextLink reference="103"></TextLink>, <TextLink reference="109"></TextLink>. K&#252;nftigen Studien bleibt vorbehalten, diese Ergebnisse zu untermauern und ggf. weitere Populationen zu definieren, die potenziell von einer pr&#228;operativen Sanierung profitieren. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Problematik der endogenen Besiedlung mit <Mark2>S. aureus</Mark2> wird kompliziert durch die Zunahme des relativen Anteils von MRSA. Engemann et al. <TextLink reference="110"></TextLink> untersuchten den Einfluss einer Methicillin-Resistenz auf den postoperativen Verlauf von Patienten mit <Mark2>S. aureus</Mark2>-bedingter Wundinfektion und zeigten eine h&#246;here Letalit&#228;t f&#252;r die MRSA-infizierten Patienten (s. auch Metaanalyse von <TextLink reference="111"></TextLink>). Eine Zunahme von MRSA-kolonisierten Patienten im chirurgischen Patientenklientel w&#252;rde bedeuten, dass eine zunehmende Zahl von Personen von der Standardprophylaxe mit Antibiotika nur partiell profitiert. MRSA-kolonisierte Patienten, die eine Prophylaxe mit Betalactam-Antibiotika erhalten, h&#228;tten ggf. ein h&#246;heres Risiko einer MRSA-bedingten postoperativen Wundinfektion. In der Studie von Perl et al. <TextLink reference="105"></TextLink> erwiesen sich 60&#37; der <Mark2>S. aureus</Mark2> postoperativen Wundinfektionen als solche, die nicht identisch waren mit dem origin&#228;ren <Mark2>S.-aureus</Mark2>-Stamm in der Nase der Patienten. Manian et al. <TextLink reference="112"></TextLink> f&#252;hrten eine retrospektive Kohortenstudie bei 270 Patienten mit postoperativen Wundinfektionen durch und identifizierten die Faktoren, die mit einer postoperativen Wundinfektion assoziiert waren. 77 (28,5&#37;) der postoperativen Wundinfektionen waren durch MRSA verursacht. Die multivariate Analyse ergab, dass Entlassung in eine Langzeitpflegeeinrichtung und eine antibiotische Behandlung von mehr als einem Tag postoperativ unabh&#228;ngig mit der postoperativen MRSA-Wundinfektion assoziiert waren. </Pgraph>
      <Pgraph>Durch mehrere Studien ist belegt, dass ein mikrobiologisches MRSA-Screening zur Reduktion sekund&#228;rer MRSA-Infektionen beitr&#228;gt und kosteneffektiv ist <TextLink reference="113"></TextLink>, <TextLink reference="114"></TextLink>. Die Infektion&#47;Kolonisation mit MRSA und daraus abgeleitete Ma&#223;nahmen der Infektionspr&#228;vention sollten selbstverst&#228;ndlich nicht zu einer medizinisch schlechteren Behandlung des betroffenen Patienten f&#252;hren <TextLink reference="115"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Wann immer m&#246;glich, sollen vor elektiven Eingriffen klinisch manifeste Infektionen au&#223;erhalb des OP-Gebiets sowie im OP-Gebiet selbst identifiziert und ad&#228;quat behandelt werden (Kategorie IA). </ListItem>
          <ListItem level="1">Ein Screening auf MRSA sollte bei Risikopatienten durchgef&#252;hrt werden (Kategorie IB). <Mark2>(siehe auch: Mitteilung der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention und des RKI: Kommentar zu den &#8222;Empfehlungen zur Pr&#228;vention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-St&#228;mmen in Krankenh&#228;usern und anderen medizinischen Einrichtungen&#8220;, Epidemiologisches Bulletin Nr. 46 12. November 2004).</Mark2> </ListItem>
          <ListItem level="1">Bei einer Kolonisation mit MRSA ist eine Sanierung mit f&#252;r die jeweilige Lokalisation geeigneten antibakteriellen Wirkstoffen anzustreben (Kategorie IB). <Mark2>(siehe auch Empfehlung zur Pr&#228;vention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-St&#228;mmen (MRSA) in Krankenh&#228;usern und anderen medizinischen Einrichtungen, Mitteilung der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention &#91;22&#93;).</Mark2> </ListItem>
          <ListItem level="1">Der infektionspr&#228;ventive Wert einer Sanierung von nasalen <Mark2>S.-aureus</Mark2>&#47; MRSA-Tr&#228;gern in der Kardiochirurgie (z. B. mittels Mupirocin) ist weiter Gegenstand von Untersuchungen (Kategorie III). </ListItem>
          <ListItem level="1">Bisher keine generelle Empfehlung zur &#196;nderung der allgemein empfohlenen perioperativen Antibiotikaprophylaxe aufgrund einer MRSA&#47;VRE-Kolonisation (z. B. hinsichtlich der Verwendung von Glykopeptiden). Dies f&#228;llt in die &#228;rztliche Einzelfallentscheidung, bezogen auf den individuellen Patienten (Kategorie III). </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.4 Haarentfernung </SubHeadline2>
      <Pgraph>Verschiedene Studien konnten zeigen, dass die Rasur am Abend vor der Operation im Vergleich zur Haarentfernung mit Enthaarungscremes oder dem Verzicht auf Haarentfernung mit einem signifikant h&#246;heren Infektionsrisiko verbunden ist <TextLink reference="116"></TextLink>. Das erh&#246;hte Infektionsrisiko nach Rasuren beruht auf mikroskopisch kleinen L&#228;sionen der Haut, die sp&#228;ter als Eintrittspforte bzw. Fokus f&#252;r eine bakterielle Streuung dienen. Rasuren, die l&#228;nger als <TextGroup><PlainText>24 h</PlainText></TextGroup> vor der Operation durchgef&#252;hrt werden, erh&#246;hen die Wundinfektionsrate. Die Benutzung von Enthaarungscremes geht mit dem niedrigsten Infektionsrisiko verglichen mit Rasierern und Haarschneidemaschinen einher, allerdings besteht die Gefahr von Hautirritationen oder allergischen Hautreaktionen. Unter diesem Aspekt erscheint eine Anwendung im Vorfeld der Operation (z. B. am Vortag) sinnvoll. F&#228;llt die Entscheidung auf die mechanische Entfernung, muss sie unmittelbar vor der Operation erfolgen. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Pr&#228;operative Haarentfernung nur bei operationstechnischer Notwendigkeit, bevorzugt mittels K&#252;rzen der Haare bzw. chemischer Enthaarung (Kategorie IA). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.5 K&#246;rperreinigung </SubHeadline2>
      <Pgraph>Zu einer &#252;ber die &#252;bliche K&#246;rperhygiene hinausgehenden pr&#228;operativen Ganzk&#246;rperreinigung (Waschen oder Duschen&#47;antiseptische Waschung) als Ma&#223;nahme zur Verminderung einer Freisetzung von Mikroorganismen w&#228;hrend der Operation und damit zur Verminderung der Wundinfektionen gibt es bisher Studien mit widerspr&#252;chlichen Ergebnissen (Pro <TextLink reference="117"></TextLink>; Contra <TextLink reference="118"></TextLink>, <TextLink reference="119"></TextLink>) </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Verschmutzungen der intakten Haut sind im OP-Areal vor der Hautantiseptik zu entfernen (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Keine Empfehlung zu grunds&#228;tzlicher pr&#228;operativer antiseptischer Waschung (Kategorie III). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.6 Antiseptik des OP-Feldes </SubHeadline2>
      <Pgraph>Je nach Haut- und Schleimhautareal (einschlie&#223;lich Auge) variiert die Anzahl aerober und anaerober Mikroorganismen zwischen 10<Superscript>2</Superscript> und 10<Superscript>8</Superscript> pro cm<Superscript>2</Superscript>. Mit dem Ziel, die Erreger bei der operativen Durchtrennung des Integuments nicht in die Tiefe zu verschleppen, wird vor der OP-Feldabdeckung die antiseptische Behandlung des OP-Feldes durchgef&#252;hrt. </Pgraph>
      <Pgraph>Die erforderliche Einwirkungszeit f&#252;r die verschiedenen Lokalisationen der pr&#228;operativen Antiseptik ist weder experimentell noch epidemiologisch gesichert. In weitgehender Analogie zur chirurgischen H&#228;ndedesinfektion setzt eine rationale Anwendung von Antiseptika grunds&#228;tzlich die Einhaltung einer definierten, produktspezifisch gepr&#252;ften und arzneilich zugelassenen Mindesteinwirkzeit voraus. F&#252;r die Bevorzugung einzelner Pr&#228;paratetypen gibt es keine epidemiologische Evidenz. Allerdings sind Alkohol-basierte Pr&#228;parate im Praxistest auf der Haut bei kurzer Einwirkungszeit wirksamer als w&#228;ssrige PVP-Iod-L&#246;sungen, weshalb die Wirksamkeit auf talgdr&#252;senarmer Haut vor Injektion bzw. Punktion f&#252;r Alkohol-basierte Pr&#228;parate in der Regel 15 s, f&#252;r Iodophore dagegen <TextGroup><PlainText>1 min</PlainText></TextGroup> betr&#228;gt (s. auch die jeweils g&#252;ltige Desinfektionsmittelliste des VAH). Bisher liegen keine Hinweise zur Bedeutung der Art der Auftragung des Antiseptikums vor (z. B. von der Mitte zum Rand; am Unterarm und Kniegelenk unterschied sich die antiseptische Wirksamkeit im Vergleich Wischen und Spr&#252;hen nicht <TextLink reference="120"></TextLink>). Argumente f&#252;r das eine und gegen das andere Verfahren kommen ggf. aus dem Bereich des Arbeitsschutzes. </Pgraph>
      <Pgraph>F&#252;r die pr&#228;operative Antiseptik auf Schleimh&#228;uten und am Auge wird aufgrund der erforderlichen Zeitdauer von 30 s f&#252;r eine mikrobizide Wirkung in vitro <TextLink reference="121"></TextLink> und der antiseptischen Wirksamkeit am Anwendungsort eine Einwirkungszeit von mindestens 1 min f&#252;r erforderlich gehalten. Als Pr&#228;parate kommen nur zur Schleimhautantiseptik bzw. f&#252;r die Applikation am Auge zugelassene Arzneimittel in Betracht. Zur pr&#228;operativen Endophthalmitisprophylaxe kommt in der Regel PVP-Iod zur Anwendung <TextLink reference="122"></TextLink>, <TextLink reference="123"></TextLink>. Bei Kontraindikationen f&#252;r eine Iodanwendung kommt Polihexanid als Alternative in Betracht <TextLink reference="124"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Vor elektiven kieferchirurgischen Eingriffen stellen die Durchf&#252;hrung einer professionellen Zahnreinigung sowie die Sanierung kari&#246;ser L&#228;sionen, von Gingivitis und periodontalen Taschen m&#246;gliche Ma&#223;nahmen zur Reduktion der fakultativ pathogenen Flora dar <TextLink reference="125"></TextLink>. Eine professionelle Zahnreinigung mit Zahnsteinentfernung sollte allerdings nicht unmittelbar vor kieferchirurgischen Eingriffen durchgef&#252;hrt werden, damit m&#246;gliche Schleimhautl&#228;sionen noch abheilen k&#246;nnen. In einer vergleichenden Untersuchung zu Antiseptik der Mundh&#246;hle haben sich Octenidin-basierte Schleimhautantiseptika als am wirksamsten erwiesen <TextLink reference="126"></TextLink>. Ist die Schleimhaut gesch&#228;digt (z. B. bei Granulozytopenie im Rahmen einer Chemotherapie), sollte ein besonders vertr&#228;gliches Antiseptikum angewendet werden (z. B. auf Basis von Polihexanid, &#228;therischen &#214;len oder Aminfluorid <TextLink reference="127"></TextLink>, <TextLink reference="128"></TextLink>, <TextLink reference="129"></TextLink>). F&#252;r chirurgische Eingriffe in der Mundh&#246;hle, z. B. vor bilateral gingival flap surgery und Tumorresektion, wurde eine Verminderung von Wundheilungsst&#246;rungen bei Anwendung von &#228;therischen &#214;len <TextLink reference="130"></TextLink> bzw. PVP-Iod nachgewiesen <TextLink reference="131"></TextLink>. Entsprechende Daten zu anderen Antiseptika liegen derzeit nicht vor. </Pgraph>
      <Pgraph>Auf der Genitalschleimhaut sind PVP-Iod und Octenidin bez&#252;glich antiseptischer Wirksamkeit gleichwertig <TextLink reference="132"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>In der Nasenh&#246;hle kommen wegen der erforderlichen Vertr&#228;glichkeit f&#252;r das Nasociliarepithel Polihexanid 0,1&#37; oder PVP-Iod 1,25&#37; <TextLink reference="133"></TextLink> bzw. als Antibiotikum Mupirocin <TextLink reference="134"></TextLink> in Betracht. </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>&#8226; Im Operationsraum erfolgt eine gr&#252;ndliche Antiseptik (Desinfektion) der Haut des Operationsgebietes (Kategorie IB). Die Haut muss w&#228;hrend der erforderlichen (vom Hersteller entsprechend deklarierten) Einwirkzeit satt benetzt und feucht gehalten werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der Patient nicht in Fl&#252;ssigkeitsansammlungen des Antiseptikums zu liegen kommt, da dies zu Hautsch&#228;digung (Nekrosen) oder Komplikationen durch Kriechstr&#246;me beim Kauterisieren f&#252;hren kann. Nach erfolgter Antiseptik wird die Umgebung des Operationsgebietes steril abgedeckt.</Mark1> </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.7 Perioperative Antibiotikaprophylaxe </SubHeadline2>
      <Pgraph>Eine perioperative Antibiotikaprophylaxe ist in der Lage, das Risiko von postoperativen Infektionen im Wundgebiet zu reduzieren <TextLink reference="135"></TextLink>, <TextLink reference="136"></TextLink>. Hinsichtlich ihrer Durchf&#252;hrung wird z. B. auf die aktuellen Empfehlungen der Paul Ehrlich-Gesellschaft verwiesen <TextLink reference="137"></TextLink> (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.p-e-g.org&#47;">http:&#47;&#47;www.p-e-g.org&#47;</Hyperlink>). </Pgraph>
      <Pgraph>Entscheidend f&#252;r Beginn und Dauer der Antibiotikagabe ist, dass ab dem Zeitpunkt des Hautschnitts f&#252;r die Dauer der Operation ein wirksamer Blut- und Gewebespiegel gew&#228;hrleistet ist. Damit ergibt sich die Notwendigkeit der Verabreichung in einem Zeitintervall von 2 h bis sp&#228;testens 30 min vor OP-Beginn <TextLink reference="135"></TextLink>, <TextLink reference="138"></TextLink>. &#220;berschreitet die OP-Dauer 3&#8211;4 h, empfiehlt sich eine erneute Applikation. (Hierbei sind auch die Halbwertszeiten der eingesetzten Antibiotika zu beachten.) Eine l&#228;ngere Anwendung von Antibiotika erbringt in der Regel keine besseren Ergebnisse im Sinne der Prophylaxe. Auch unter dem Gesichtspunkt der Selektion und Resistenzentwicklung sowie m&#246;glicher Nebenwirkungen ist die Prophylaxe auf die Dauer der Operation zu begrenzen. </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>&#8226; Perioperative Antibiotikaprophylaxe nur bei gesicherter Indikation. Die Auswahl des Antibiotikums richtet sich nach der Wirksamkeit gegen die h&#228;ufigsten Wundinfektionserreger f&#252;r die jeweilige Operationsart (Kategorie IA) (siehe hierzu die jeweils aktuellen Empfehlungen der Paul Ehrlich-Gesellschaft </Mark1>(<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.p-e-g.org&#47;">http:&#47;&#47;www.p-e-g.org&#47;</Hyperlink>)<Mark1>. </Mark1></Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Die initiale Dosis des Antibiotikums wird intraven&#246;s zu einem Zeitpunkt verabreicht, dass ausreichende Gewebewirkstoffkonzentrationen bei der Inzision und w&#228;hrend der gesamten Operation erreicht werden (Kategorie IA). (Ausnahme: Kaiserschnitt&#47;Applikation nach Abklemmen der Nabelschnur.) </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>Keine routinem&#228;&#223;ige Anwendung von Vancomycin zur perioperativen Prophylaxe (Kategorie IB). (s. 4.1.3)</Mark1> </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.8 Abdeckung des Operationsfeldes und des Patienten </SubHeadline2>
      <Pgraph>Durch die OP-Feldabdeckung soll der Erregereintrag aus der OP-Feldumgebung in das OP-Gebiet (z. B. Flora der umgebenden Haut des Patienten oder der Kleidung des nicht vollst&#228;ndig entkleideten Patienten bei kleineren Eingriffen) unterbunden werden. Es gibt nur wenige Untersuchungen zur infektionspr&#228;ventiven Bedeutung und zu Unterschieden von OP-Abdeckmaterialien. Nachgewiesen sind der infektionsbeg&#252;nstigende Einfluss von Baumwollpartikeln <TextLink reference="139"></TextLink> sowie die signifikante Herabsetzung der Bakterienzahl in der Wunde und im umgebenden OP-Feld bei erregerdichter impermeabler Abdeckung <TextLink reference="140"></TextLink>, <TextLink reference="141"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>OP-Abdeckmaterialien sind gem&#228;&#223; Europ&#228;ischer Richtlinie f&#252;r Medizinprodukte als Medizinprodukt der Klasse IIa klassifiziert. Sofern die Forderungen des entsprechenden Normentwurfs <TextLink reference="142"></TextLink> erf&#252;llt werden, kommen aus infektionspr&#228;ventiver Sicht gleicherma&#223;en Einweg- wie Mehrwegmaterialien in Frage. F&#252;r Inzisionsfolien ist kein zus&#228;tzlicher Kontaminationsschutz belegt <TextLink reference="143"></TextLink>, <TextLink reference="144"></TextLink>, <TextLink reference="145"></TextLink>. Als Risiken ergeben sich bei Anwendung auf feuchter Haut schlechte Haftung und Ausbildung von Kriechwegen f&#252;r kontaminierte Fl&#252;ssigkeiten <TextLink reference="146"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>In Abh&#228;ngigkeit vom Umfang des Eingriffes ist es nicht erforderlich, jeden Patienten vollst&#228;ndig zu entkleiden. Allerdings sind nicht entkleidete Patienten ggf. keimarm (nicht steril, z. B. Schutzkittel, gr&#252;nes Tuch) zu bedecken, um einen Erregereintrag in den OP-Bereich einzuschr&#228;nken und definierte (standardisierte) OP-Bedingungen zu schaffen (z. B. bei Kataraktoperationen). </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Nach pr&#228;operativer Antiseptik wird das OP-Feld unter aseptischen Bedingungen steril abgedeckt (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.9 Chirurgische H&#228;ndedesinfektion </SubHeadline2>
      <Pgraph>Die chirurgische H&#228;ndedesinfektion hat das Ziel, die transiente Flora zu eliminieren und die residente Flora so weit wie m&#246;glich zu reduzieren. Durch das Anlegen steriler OP-Handschuhe wird das Kontaminationsrisiko weiter reduziert. Die effektive H&#228;ndedesinfektion ist an bestimmte Voraussetzungen gekn&#252;pft. Die Haut muss intakt (frei von infizierten L&#228;sionen) und regelm&#228;&#223;ig gepflegt sein <TextLink reference="19"></TextLink>. Das Tragen k&#252;nstlicher N&#228;gel konnte als Quelle von Ausbr&#252;chen nosokomialer Infektionen identifiziert werden <TextLink reference="147"></TextLink>, <TextLink reference="148"></TextLink>, <TextLink reference="149"></TextLink>, <TextLink reference="150"></TextLink>, <TextLink reference="151"></TextLink>, <TextLink reference="152"></TextLink>, <TextLink reference="153"></TextLink>, <TextLink reference="154"></TextLink>, <TextLink reference="155"></TextLink>, <TextLink reference="156"></TextLink>. Eine Studie belegt die erh&#246;hte Perforationsh&#228;ufigkeit von OP-Handschuhen beim Tragen von Ringen <TextLink reference="157"></TextLink>. Im &#220;brigen behindern Schmuckst&#252;cke die sachgerechte Hygiene. </Pgraph>
      <Pgraph>Es gibt weder experimentelle noch epidemiologische Daten zum Nutzen der Waschphase mit und ohne B&#252;rstenanwendung f&#252;r das Gesamtergebnis der chirurgischen H&#228;ndedesinfektion <TextLink reference="158"></TextLink>. Durch Benutzung einer B&#252;rste <TextLink reference="159"></TextLink> sowie durch alleinige Seifenwaschung kann die Erregerzahl auf den H&#228;nden sogar erh&#246;ht werden <TextLink reference="160"></TextLink>, <TextLink reference="161"></TextLink>. Die Aktivit&#228;t der alkoholischen H&#228;ndedesinfektion wird durch die unmittelbar vorausgehende Seifenwaschung tendenziell reduziert <TextLink reference="162"></TextLink>. Aus diesen Gr&#252;nden wird die Waschphase bei optisch sauberen H&#228;nden als Bestandteil der chirurgischen H&#228;ndedesinfektion nicht mehr generell als erforderlich angesehen <TextLink reference="158"></TextLink>, <TextLink reference="162"></TextLink>. Da die Hand insbesondere zu Dienstbeginn, allerdings mit Bakteriensporen kontaminiert sein kann <TextLink reference="162"></TextLink>, Alkohole aber nicht sporozid wirken <TextLink reference="163"></TextLink>, sollten die H&#228;nde zu Dienstbeginn, sp&#228;testens aber vor Anlegen der OP-Bereichskleidung in der OP-Schleuse, einmal gewaschen und abgetrocknet werden. Die Zeitspanne zwischen der H&#228;ndewaschung und der Einschleusung gew&#228;hrleistet eine ausreichende Abtrocknung der Restfeuchte der Haut bis zur alkoholischen H&#228;ndedesinfektion, sodass die Wirkung der Desinfektion nicht mehr beeintr&#228;chtigt wird <TextLink reference="162"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Bei der H&#228;ndedesinfektion m&#252;ssen alle Hautareale bis zum Ellenbogen f&#252;r die vom Hersteller deklarierte Mindesteinwirkzeit benetzt werden. Unter praktischen Gesichtspunkten werden daher zun&#228;chst Unterarme und H&#228;nde mit dem alkoholischen Pr&#228;parat benetzt. In der sich anschlie&#223;enden H&#228;ndedesinfektionsphase hat sich das Einreibeverfahren nach EN 12791 bew&#228;hrt, das bei korrekter Umsetzung Benetzungsl&#252;cken verhindert <TextLink reference="164"></TextLink>. Das Hauptaugenmerk beim Einreiben soll auf die Fingerkuppen, Nagelfalze und Fingerzwischenr&#228;ume gelegt werden. Die Anforderung an die Wirksamkeit der chirurgischen H&#228;ndewaschung mit mikrobiziden Waschpr&#228;paraten unterscheidet sich nicht von der mit alkoholischen Einreibepr&#228;paraten <TextLink reference="164"></TextLink>. Ebenso gibt es keine epidemiologischen Daten, die das eine oder andere Verfahren als wirksamer beschreiben <TextLink reference="158"></TextLink>. Durch Waschpr&#228;parate ist allerdings im Vergleich zu alkoholischen Einreibepr&#228;paraten die Beanspruchung der Haut gr&#246;&#223;er <TextLink reference="165"></TextLink>. Hinzu kommt das Kontaminationsrisiko durch den Waschvorgang. Die H&#228;nde sollen aus folgenden Gr&#252;nden luftgetrocknet sein, bevor die OP-Handschuhe angelegt werden: verringerte Perforationsgefahr der Handschuhe <TextLink reference="166"></TextLink>, geringeres Irritationsrisiko und signifikante Wirkungsverbesserung der alkoholischen H&#228;ndedesinfektion bei <TextGroup><PlainText>1 min</PlainText></TextGroup> Lufttrocknung <TextLink reference="167"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Nach Ablegen der OP-Handschuhe erfolgt wie &#252;blich zum Selbst- und zum Fremdschutz eine hygienische H&#228;ndedesinfektion und danach in der Regel eine H&#228;ndewaschung zur Entfernung von Schwei&#223; und Handschuhr&#252;ckst&#228;nden. Eine unversehrte Haut ist Voraussetzung f&#252;r ein gutes Desinfektionsergebnis <TextLink reference="168"></TextLink>. Die Hautpflege dient gleichzeitig der Pr&#228;vention toxisch-irritativer Hautver&#228;nderungen <TextLink reference="165"></TextLink>, <TextLink reference="169"></TextLink> sowie der Verhinderung einer Kolonisation mit potenziell pathogenen Bakterien <TextLink reference="170"></TextLink>, <TextLink reference="171"></TextLink>. Ausbildung und Training in der Praxis der chirurgischen H&#228;ndedesinfektion sind von entscheidender Bedeutung. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; H&#228;nde und Fingern&#228;gel der Mitarbeiter sollen bei Betreten des OP-Trakts sauber sein (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Die Mitglieder des OP-Teams m&#252;ssen kurze und rund geschnittene Fingern&#228;gel haben und d&#252;rfen keine k&#252;nstlichen Fingern&#228;gel tragen (Kategorie IV </Mark1>
        <TextLink reference="172"></TextLink>
        <Mark1>, Kategorie 1A). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Alle Mitglieder des OP-Teams mit direktem Kontakt zum Operationsfeld und zu sterilem Instrumentarium oder Material (z. B. Medizinprodukten) m&#252;ssen vor Beginn ihrer T&#228;tigkeit eine chirurgische H&#228;ndedesinfektion durchf&#252;hren (Kategorie IA). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Schmuck behindert die sachgerechte Desinfektion. An H&#228;nden und Unterarmen d&#252;rfen daher keine Schmuckst&#252;cke, Uhren oder Ringe getragen werden (Kategorie IV, </Mark1>
        <TextLink reference="172"></TextLink>
        <Mark1>). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Nach der chirurgischen H&#228;ndedesinfektion legt das Op-Team im Op-Raum einen sterilen Operationskittel und anschlie&#223;end sterile Handschuhe an (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.10 Bereichs- und Schutzkleidung&#47;Schutzausr&#252;stung </SubHeadline2>
      <Pgraph>Das Tragen von (farbiger, d. h. als solcher erkennbarer) Bereichskleidung (Kleidung, die ausschlie&#223;lich in einem definierten Bereich einer Einrichtung getragen wird) soll die Verschleppung von nosokomialen Infektionserregern aus anderen Bereichen einer Einrichtung in die OP-Abteilung verhindern. Dazu legen alle Personen, die die OP-Abteilung betreten, im Personalumkleideraum (unreine Seite) ihre gesamte Oberbekleidung einschlie&#223;lich der Schuhe ab und legen auf der reinen Seite nach hygienischer H&#228;ndedesinfektion keimarme Bereichskleidung an. OP-Bereichskleidung wird ausschlie&#223;lich in der OP-Funktionseinheit getragen. In einer Arbeit wurde die Verschleppung von Bakterien vom Aufwachraum in den aseptischen OP thematisiert <TextLink reference="173"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Schutzkleidung ist dazu bestimmt, vor einer definierten Gef&#228;hrdung f&#252;r Sicherheit und Gesundheit zu sch&#252;tzen. Im Operationsraum dient sie sowohl der weiteren Verminderung der Freisetzung von Bakterien durch das OP-Team als auch dem Personalschutz. Die Bakteriendichtigkeit steriler Schutzkleidung soll je nach Anwendungsbereich entweder im trockenen oder im feuchten Zustand gew&#228;hrleistet sein <TextLink reference="174"></TextLink>. Nicht impr&#228;gnierte Baumwolle erf&#252;llt diese Anforderungen nicht; als Folge war bei 90&#37; von aus diesem Material bestehenden OP-M&#228;nteln nach abdominalen, thorakalen und orthop&#228;dischen Operationen ein kompletter Blutdurchtritt nachweisbar <TextLink reference="175"></TextLink>. In einer Metaanalyse zu Wundinfektionsraten bei Einsatz von Einweg- bzw. Baumwoll-Mehrweg-OP-M&#228;nteln und -Abdeckungen in 3 prospektiven Crossover-Studien bzw. einer prospektiven sukzessiven Studie war die Wundinfektionsrate sowohl bei aseptischen als auch bei bedingt aseptischen Studien bei Einsatz von traditionellem Baumwollmaterial signifikant h&#246;her. Dagegen gab es keinen Unterschied zwischen Einweg- und Mehrwegmaterialien, wenn Letztere aus erregerdichtem Material (Baumwolle-Polyester impr&#228;gniert bzw. Laminat) bestanden <TextLink reference="176"></TextLink>, <TextLink reference="177"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Der Mund-Nasen-Schutz (MNS) soll prim&#228;r die Verbreitung von Tr&#246;pfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum des Tr&#228;gers verhindern, selbst nur wenige Partikel abgeben und gleichzeitig den Tr&#228;ger vor Spritzern mit K&#246;rperfl&#252;ssigkeit des Patienten sch&#252;tzen. Nur eine mehrlagige Gesichtsmaske kann die entsprechende Funktion &#252;ber mehrere Stunden gew&#228;hrleisten <TextLink reference="178"></TextLink>. Anforderungen sind in der EN 14683 (Chirurgische Masken &#8211; Anforderungen und Pr&#252;fverfahren) formuliert. Das Tragen von MNS w&#228;hrend der Operation hat eine lange chirurgische Tradition, obwohl Studien immer wieder die Bedeutung solcher Masken in Frage stellten, wenn das Schutzziel auf anderem Wege, z. B. Beschr&#228;nkung des Sprechens, angestrebt wurde. Ausbr&#252;che von Infektionen mit A-Streptokokken sind allerdings auch als Hinweis auf den Nasen-Rachen-Raum als Infektionsquelle zu werten <TextLink reference="179"></TextLink>, <TextLink reference="180"></TextLink>, <TextLink reference="181"></TextLink>, <TextLink reference="182"></TextLink>. In der Fachliteratur sind F&#228;lle beschrieben, in denen <Mark2>Staphylococcus aureus</Mark2> und A-Streptokokken von kolonisiertem chirurgischem Personal - insbesondere intraoperativ - auf Patienten &#252;bertragen wurden <TextLink reference="179"></TextLink>, <TextLink reference="180"></TextLink>, <TextLink reference="181"></TextLink>, <TextLink reference="182"></TextLink>, <TextLink reference="183"></TextLink>, <TextLink reference="184"></TextLink>, <TextLink reference="185"></TextLink>, <TextLink reference="186"></TextLink>, <TextLink reference="187"></TextLink>, <TextLink reference="188"></TextLink>, <TextLink reference="189"></TextLink>. Medizinisches Personal kann ohne Krankheitszeichen nasal mit <Mark2>S. aureus</Mark2> besiedelt sein. Eine gesteigerte Abgabe von <Mark2>S. aureus</Mark2> in die Luft wurde bei viralen Erkrankungen der oberen Luftwege beobachtet <TextLink reference="186"></TextLink>. Inapparente A-Streptokokken-Besiedlungen beobachtet man meist im Rachen <TextLink reference="190"></TextLink>, <TextLink reference="191"></TextLink>. A-Streptokokken, die mit Wundinfektionen assoziiert waren, wurden auch in der Luft von Operationsr&#228;umen nachgewiesen <TextLink reference="187"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Screeninguntersuchungen hinsichtlich einer Kolonisation mit <Mark2>S. aureus</Mark2> oder Gruppe-A-Streptokokken beim Personal sind au&#223;erhalb von Ausbruchsuntersuchungen nicht kosteneffektiv und f&#252;hren unter Umst&#228;nden zu unn&#246;tiger Behandlung, zu unn&#246;tigen T&#228;tigkeitsauflagen oder sogar zu T&#228;tigkeitsverboten. Sinnvoller ist die aktive Erfassung postoperativer Wundinfektionen und die konsequente Reaktion auf auff&#228;llige Infektionsereignisse <TextLink reference="183"></TextLink>, <TextLink reference="192"></TextLink>. Im &#220;brigen ist zu beachten, dass sowohl <Mark2>S.-aureus</Mark2>- als auch A-Streptokokken-Besiedlungen transient oder persistent auftreten k&#246;nnen <TextLink reference="188"></TextLink>, <TextLink reference="193"></TextLink>, <TextLink reference="194"></TextLink> und dass zurzeit keine generell nachhaltig wirksamen Eradikationsprotokolle existieren. Aus Gr&#252;nden des Arbeitsschutzes kann es erforderlich sein (z. B. bei Operation von Patienten mit florider Tuberkulose), eine angemessene Atemschutzmaske zu tragen. </Pgraph>
      <Pgraph>In der Vergangenheit sind auch Ausbr&#252;che beschrieben worden, bei denen der Erreger aus den Haaren oder der Kopfhaut des Personals stammte, obwohl OP-Hauben getragen wurden <TextLink reference="181"></TextLink>. Da OP-Hauben jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination des OP-Feldes durch Mikroorganismen, die von den Haaren oder der Kopfhaut des OP-Teams stammen, reduzieren, m&#252;ssen sie im OP-Saal getragen werden. Allerdings ist die Qualit&#228;t von OP-Hauben unterschiedlich und ggf. unzureichend (s. Normvorhaben der CEN Working Group 14). In jedem Falle m&#252;ssen sie, um ihren Zweck zu erf&#252;llen, die Haare vollst&#228;ndig bedecken und eine ausreichende Barrierewirkung besitzen. </Pgraph>
      <Pgraph>Eine Reduktion der Wundinfektionsrate durch die Benutzung von Bereichsschuhen (oder wie in Deutschland &#252;blich spezieller OP-Schuhe) konnte bisher nicht gezeigt werden. Ihre Verwendung ergibt sich im Wesentlichen aus &#220;berlegungen zum Personalschutz. Maschinell zu reinigende Bereichsschuhe&#47;OP-Schuhe sch&#252;tzen das OP-Team vor Kontamination mit Blut oder anderen Fl&#252;ssigkeiten. </Pgraph>
      <Pgraph>Neben der Barrierefunktion <TextLink reference="195"></TextLink> m&#252;ssen OP-Handschuhe Anforderungen an Sterilit&#228;t <TextLink reference="196"></TextLink>, Rei&#223;festigkeit <TextLink reference="197"></TextLink> und Unterschreiten eines definierten Endotoxingehaltes <TextLink reference="196"></TextLink>, <TextLink reference="198"></TextLink> erf&#252;llen. Aus Gr&#252;nden des Arbeitsschutzes sollen Handschuhe ferner hautvertr&#228;glich, ungepudert und allergenarm sein <TextLink reference="199"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Perforationsh&#228;ufigkeit zweier, &#252;bereinander getragener OP-Handschuhe ist signifikant niedriger als die einzeln getragener Handschuhe <TextLink reference="200"></TextLink>, <TextLink reference="201"></TextLink>, <TextLink reference="202"></TextLink>, <TextLink reference="203"></TextLink>, <TextLink reference="204"></TextLink>, <TextLink reference="205"></TextLink>, <TextLink reference="206"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Vor Betreten des Operationsraumes soll ein Mund-Nasen-Schutz angelegt werden, sofern im OP-Saal die sterilen Instrumente bereits gerichtet sind, eine OP demn&#228;chst beginnen wird oder eine OP durchgef&#252;hrt wird (Kategorie IB). Der MNS wird w&#228;hrend der gesamten Operation getragen (Kategorie IB). Er muss ausreichend gro&#223; sein, Mund und Nase bedecken und eng am Gesicht anliegen (Kategorie IB). Barthaare m&#252;ssen (ggf. in Kombination mit der OP-Haube) vollst&#228;ndig abgedeckt sein (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Vor Betreten des Operationsraumes muss ein Haarschutz getragen werden, der das Haupthaar (sowie ggf. in Kombination mit dem Mund-Nasen-Schutz auch das Barthaar) vollst&#228;ndig bedeckt (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Das OP-Team muss einen sterilen OP-Mantel mit definierter Barrierefunktion und sterile OP-Handschuhe tragen (Kategorie IB). Letztere werden nach dem Anlegen der sterilen Kleidung angezogen (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Vor jeder neuen Operation muss die sterile OP-Kleidung gewechselt werden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Bei invasiven Eingriffen mit hoher Verletzungsgefahr&#47;Perforationsgefahr der Handschuhe wird das Tragen von 2 Paar Handschuhen empfohlen (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Bei intraoperativer Handschuhbesch&#228;digung erfolgt ein Handschuhwechsel (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; OP-Bereichskleidung ist bei sichtbarer Verschmutzung, Kontamination oder Verunreinigung mit Blut oder anderem potenziell infekti&#246;sen Material zu wechseln (Kategorie IV; </Mark1>
        <TextLink reference="172"></TextLink>
        <Mark1>). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Beim Wechsel von Personal zwischen Aufwachraum und OP-Raum muss (ggf. durch einen Schutzkittel) Sorge getragen werden, dass die Bereichskleidung nicht mit Krankheitserregern kontaminiert wird (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Untersuchungen des an Operationen beteiligten Personals auf </Mark1>
        <Mark1>
          <Mark2>S. aureus</Mark2>
        </Mark1>
        <Mark1> oder A-Streptokokken sind indiziert, wenn eine H&#228;ufung entsprechender Wundinfektionen (Ausbruch) verzeichnet wird und der begr&#252;ndete Verdacht einer &#220;bertragung durch das Personal besteht (Kategorie IB; s. auch Surveillance). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.11 Asepsis und OP-Technik </SubHeadline2>
      <Pgraph>Das strikte Einhalten der Asepsis durch das OP-Team und aller Personen in direkter N&#228;he zum OP-Feld, sterilem Instrumentarium sowie bei der Zubereitung und Verabreichung von Arzneimitteln ist die Basis der Pr&#228;ventionsma&#223;nahmen zum Schutz vor exogener Wundinfektion. Elementarer Bestandteil der Asepsis ist die Verwendung steriler, ordnungsgem&#228;&#223; aufbereiteter Medizinprodukte (s. hierzu die Empfehlung &#8222;Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten&#8220;) <TextLink reference="21"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Der Gebrauch von einem Skalpell f&#252;r die Hautinzision und einem weiteren Messer f&#252;r das tiefer liegende Gewebe ist mit bakteriologischen Untersuchungen nicht zu begr&#252;nden. Dar&#252;ber hinaus haben die chirurgische Technik und die F&#252;hrung der An&#228;sthesie (z. B. Hom&#246;ostase, Oxygenierung, Kontrolle der K&#246;rpertemperatur) Einfluss auf das Risiko einer postoperativen Wundinfektion. Die OP-Dauer ist mit der postoperativen Wundinfektionsrate assoziiert <TextLink reference="207"></TextLink>, <TextLink reference="208"></TextLink>. Gr&#252;nde sind z. B. das h&#246;here Expositionsrisiko und die potenziell st&#228;rkere Gewebetraumatisierung. Fremdk&#246;rper einschlie&#223;lich Nahtmaterial und Prothesen <TextLink reference="39"></TextLink>, <TextLink reference="209"></TextLink> sowie devitalisiertes Gewebe (z. B. verkohltes Gewebe, im Rahmen der Blutstillung; nekrotisches Gewebe) k&#246;nnen eine Entz&#252;ndung im OP-Gebiet f&#246;rdern und das Risiko einer postoperativen Infektion im Wundgebiet erh&#246;hen. Bei Auswertung der z. T. widerspr&#252;chlichen Befunde zum Infektionsrisiko durch Drainagen kam eine Arbeitsgruppe zu der Schlussfolgerung, dass Drainagen nur als Teil einer Reihe von anderen Risikofaktoren zu bewerten sind <TextLink reference="210"></TextLink>. Dies fordert von den Chirurgen ein in der Summe m&#246;glichst z&#252;giges, atraumatisches operatives Vorgehen, effektive Blutstillung, Entfernung devitalisierten Gewebes sowie eine strenge Indikation des Einsatzes von Fremdk&#246;rpern sowie die Ber&#252;cksichtigung von Kenntnissen zum Zusammenhang von OP-Technik und postoperativen Wundinfektionen bei der Wahl des OP-Verfahrens. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Generell Einhaltung aseptischer Arbeitsmethoden&#47;</Mark1>
        <TextGroup>
          <Mark1>-techniken</Mark1>
        </TextGroup>
        <Mark1> bei allen Eingriffen&#47;Operationen (Kategorie IA) sowie der Zubereitung und Verabreichung von Parenteralia und beim Umgang mit sterilen Medizinprodukten (Kategorie IV </Mark1>
        <TextLink reference="211"></TextLink>
        <Mark1>, </Mark1>
        <TextLink reference="212"></TextLink>
        <Mark1>). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.12 Oxygenierung&#47;Lungenfunktion </SubHeadline2>
      <Pgraph>Aufgrund der Bedeutung oxidativer Prozesse f&#252;r die antimikrobielle Abwehr und die Wundheilung liegen &#220;berlegungen zur Verbesserung der Oxygenierung mit dem Ziel einer Beeinflussung der postoperativen Wundinfektionsrate nahe. Im Tierversuch nahm bei steigender Sauerstoffkonzentration in der Atemluft das Ausma&#223; der Gewebszerst&#246;rung nach experimenteller Infektion ab <TextLink reference="213"></TextLink>. Analog f&#252;hrte bei Patienten mit kolorektalen Operationen die Gabe von 80&#37; Sauerstoff in der Atemluft zu geringeren postoperativen Wundinfektionen <TextLink reference="67"></TextLink>. Allerdings kam es in einer anderen daraufhin durchgef&#252;hrten Studie bei gro&#223;en intraabdominellen Eingriffen zu einem gegenteiligen Ergebnis <TextLink reference="214"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>&#8226; Aufgrund unklarer Studienlage gegenw&#228;rtig keine Empfehlung von besonderen Ma&#223;nahmen, die die &#8222;Oxygenierung&#8220; der Wunde verbessern sollen (Kategorie III).</Mark1> </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.13 Hypothermie </SubHeadline2>
      <Pgraph>Bisher wurde die Rolle der perioperativen Hypothermie f&#252;r das Risiko von postoperativen Wundinfektionen kontrovers diskutiert. In aktuellen Studien konnte jedoch nachgewiesen werden, dass eine perioperative milde Hypothermie ein unabh&#228;ngiger Risikofaktor f&#252;r Wundinfektionen ist <TextLink reference="215"></TextLink>. Die Ursachen sind vermutlich multifaktoriell (z. B. herabgesetzte Phagozytoseleistung, Beeinflussung von Entz&#252;ndungsprozessen und Gerinnungsst&#246;rung <TextLink reference="215"></TextLink>, <TextLink reference="216"></TextLink>, <TextLink reference="217"></TextLink>, <TextLink reference="218"></TextLink>, <TextLink reference="219"></TextLink>, <TextLink reference="220"></TextLink>, <TextLink reference="221"></TextLink>, <TextLink reference="222"></TextLink>). Als die wirksamste Ma&#223;nahme zum Schutz vor Hypothermie wird die (aktive) pr&#228;operative Erw&#228;rmung eingesch&#228;tzt <TextLink reference="218"></TextLink>, selbstverst&#228;ndlich in Verbindung mit intraoperativer Hauterw&#228;rmung. </Pgraph>
      <Pgraph>Zum Schutz des Patienten vor Ausk&#252;hlung eignen sich temperierte OP-Tischauflagen und eine W&#228;rme speichernde bzw. W&#228;rme freisetzende Abdeckung <TextLink reference="66"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>&#8226; Perioperativ soll der Zustand der Normothermie aufrechterhalten werden, sofern nicht aus therapeutischen Gr&#252;nden eine Hypothermie erforderlich ist (Kategorie II).</Mark1> </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.14 Bel&#252;ftung und Klimatisierung </SubHeadline2>
      <Pgraph>Die Raumluft in einem OP-Saal enth&#228;lt mikrobiell beladene Partikel (z. B. Hautschuppen) und durch HF-Chirurgie oder Laseranwendung freigesetzten Rauch <TextLink reference="223"></TextLink>, <TextLink reference="224"></TextLink>, <TextLink reference="225"></TextLink>. Das National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) und Occupational Safety and Health Administration (OSHA) empfehlen im Ergebnis der Risikoanalyse der toxischen Gef&#228;hrdung durch chirurgischen Rauch bei HF-Chirurgie bzw. Laseranwendung eine OP-Feld-nahe effiziente Rauchabsaugung. Durch Atmung und Transpiration sowie W&#228;rmeabgabe kann ferner ein unphysiologisches Raumklima entstehen. Als Quelle postoperativer Wundinfektionen hat die Luft jedoch eine untergeordnete Rolle (s. hierzu auch Punkt 2.2 Infektionsquelle und -wege). Die wesentlichen Aussagen zur Notwendigkeit von raumlufttechnischen Anlagen finden sich bereits in den &#8222;Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink>. Orientierung f&#252;r die Anforderungen an Ausstattung und Betrieb von RLT-Anlagen geben Empfehlungen technischer Fachgremien bzw. interdisziplin&#228;rer Arbeitsgruppen (z. B. DGKH, SGSH und &#214;GHMP. Leitlinienentwurf: Ausf&#252;hrung und Betrieb von raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) in Krankenh&#228;usern. Hyg Med. 2002; 27: 106&#8211;113. VDI-Richtlinie 2167. Technische Geb&#228;udeausr&#252;stung von Krankenh&#228;usern. Heizungs- und Raumlufttechnik. 2004. DIN 1946-4. Raumlufttechnik &#8211; Teil 4: Raumlufttechnische Anlagen in Krankenh&#228;usern. Entwurf.) </Pgraph>
      <Pgraph>In jedem Falle darf vom Betrieb einer raumlufttechnischen Anlage keine Infektionsgefahr ausgehen. Dies ist durch den sachgerechten Betrieb und regelm&#228;&#223;ige Wartung sicherzustellen. </Pgraph>
      <SubHeadline2>4.1.15 Drainagen </SubHeadline2>
      <Pgraph>Drainagen stellen als Fremdk&#246;rper einen Risikofaktor f&#252;r postoperative Wundinfektionen dar. Dabei haben die Indikation zur Anlage, die Qualit&#228;t des Drainagesystems, die Lage der Durchtrittsstelle und die Liegedauer einen Einfluss auf die Entwicklung postoperativer Wundinfektionen. Mikroorganismen k&#246;nnen bereits beim Legen des Drains sowie von au&#223;en &#252;ber die Drainage selbst oder &#252;ber das Ableitungssystem von der Hautflora des Patienten oder aus der Umgebung in das Gewebe gelangen und dort zu einer Infektion f&#252;hren. Je nach Lage des Drains kann es zu einer lokal begrenzten Infektion, Abszess oder Sepsis kommen. Abh&#228;ngig von der Liegedauer steigt das Risiko einer bakteriellen Kontamination des prim&#228;r sterilen Drains an. Zahlreiche Publikationen dokumentieren die Gefahr einer Wundinfektion bei offener Wunddrainage <TextLink reference="226"></TextLink>. &#220;ber das Infektionsrisiko bei geschlossenen Drainagen liegen widerspr&#252;chliche Ergebnisse vor. </Pgraph>
      <Pgraph>Intraoperativ gelegte Drainagen werden in 3 Typen eingeteilt: </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">offene Drainage: die Drainage leitet das Wundsekret in einen Verband (z. B. Kompresse) ab, </ListItem>
          <ListItem level="1">bedingt geschlossene Drainage: die Drainage leitet Sekret in ein aseptisch aufgebrachtes Drainagebeh&#228;ltnis, das regelm&#228;&#223;ig gewechselt wird, ab. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Folgende Drainagesysteme sind als bedingt geschlossen anzusehen: </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <UnorderedList>
            <ListItem level="2">Schwerkraft-Drainagen, bei denen das Sekret ohne Sog abgeleitet wird; Nachteile: Ableitung nicht gesichert, Gefahr des Sekretr&#252;ckflusses mit Infektions- und Reinfektionsgefahr, bei jeder Entleerung offen, </ListItem>
          </UnorderedList>
          <UnorderedList>
            <ListItem level="2">Unterdruck-Drainagen mit Hochvakuum (Redon-Drainage); Nachteile: Diskonnektion bei jedem Flaschenwechsel, Komplikationsm&#246;glichkeiten auf Grund des hohen Unterdrucks, </ListItem>
          </UnorderedList>
          <UnorderedList>
            <ListItem level="2">Niederdruck-Drainagesysteme; Nachteile: Diskonnektion bei jedem Flaschenwechsel, Vorteile: gr&#246;&#223;ere abgeleitete Sekretmenge, geringeres Risiko des Nachblutens, geringere H&#228;ufigkeit postoperativer H&#228;matome, verbesserte Wundheilung und raschere Mobilisierung des Patienten, </ListItem>
          </UnorderedList>
          <UnorderedList>
            <ListItem level="2">geschlossene Drainage: die Drainage ist mit dem Auffanggef&#228;&#223; intraoperativ ohne Diskonnektionsm&#246;glichkeit fest verbunden. Das Auffangsystem wird auf Grund seines Fassungsverm&#246;gens (&#62;1 l) nicht zwischenzeitlich entleert, sondern zusammen mit der Drainage entfernt. </ListItem>
          </UnorderedList>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Wunddrainagen sollen nicht routinem&#228;&#223;ig, sondern nur bei klarer Indikation und so kurzzeitig wie m&#246;glich eingesetzt werden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Offene Drainagen sollen aus infektionspr&#228;ventiven Gr&#252;nden vermieden werden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Drainagen sollen nicht &#252;ber die OP-Wunde, sondern &#252;ber eine separate Inzision gelegt werden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline>4.2 Postoperative Ma&#223;nahmen </SubHeadline>
      <SubHeadline2>4.2.1 Postoperative Wundversorgung (Verbandwechsel) </SubHeadline2>
      <Pgraph>Die meisten operativ bzw. im Rahmen von invasiven Eingriffen gesetzten Inzisionen werden intraoperativ bzw. am Ende des Eingriffs prim&#228;r verschlossen und mit einer geeigneten sterilen Wundauflage gesch&#252;tzt. Die Wundauflage und der ggf. zus&#228;tzlich erforderliche Wundverband (z. B. als Schutz-, St&#252;tz- oder Druckverband) soll die Wunde vor mechanischen Belastungen sch&#252;tzen, sie fixieren, Verunreinigungen und Mikroorganismen abhalten, Sekret aufsaugen und die Blutstillung unterst&#252;tzen. Wundauflagen sind Medizinprodukte. Sie m&#252;ssen steril, gut vertr&#228;glich und in der Reinigungsphase der Wundheilung saugf&#228;hig sein <TextLink reference="227"></TextLink>. Der erste Verbandwechsel einer prim&#228;r verschlossenen Inzision ist aus hygienischer Sicht fr&#252;hestens nach 24&#8211;48 h sinnvoll. K&#252;rzere Zeitspannen erh&#246;hen das Risiko der Verletzung des Fibrinnetzes. Durchgeblutete oder feucht gewordene Wundabdeckungen werden sofort gewechselt. Ob bei prim&#228;r heilenden Wunden ein Verband &#252;ber 48 h nach OP hinaus notwendig ist, h&#228;ngt von dem angestrebten mechanischen Schutz ab. Bei Thorax- und Abdominaloperationen konnte kein Unterschied in der Rate von Wundinfektionen nach Wechsel der Wundauflage nach 48 h bzw. bei Verzicht auf erneute Wundauflage festgestellt werden <TextLink reference="228"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Eine antiseptische Behandlung ist nur bei infizierten Wunden indiziert. Sie erfolgt in Abh&#228;ngigkeit von den jeweiligen Wundverh&#228;ltnissen mit differenzierten Wirkstoffen. Bei der postoperativen Wundversorgung oder dem Entfernen des Nahtmaterials ist bis zur vollst&#228;ndigen Abheilung durch hygienisches Verhalten&#47;aseptisches Vorgehen ein Erregereintrag in die Wunde zu vermeiden. Das Infektionsrisiko ist von der Anzahl der Manipulationen und der Dauer des Liegens von Drainagen abh&#228;ngig <TextLink reference="229"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Verbandwechsel oder die Entfernung von Nahtmaterial bzw. von Drainagen k&#246;nnen mit Verbandwagen oder mit Tablettsystem durchgef&#252;hrt werden. Die Benutzung unterschiedlicher Verbandwagen f&#252;r aseptische und infizierte Wunden ist nicht erforderlich &#8211; entscheidend f&#252;r die Infektionsprophylaxe ist, den Wagen vor Kontamination zu sch&#252;tzen und ggf. desinfizierend zu reinigen. Ob f&#252;r den Verbandwechsel 2 Personen (durchf&#252;hrende und assistierende Person) erforderlich sind, wird in Abh&#228;ngigkeit von der Art und Ausdehnung der Wunde entschieden. </Pgraph>
      <Pgraph>Es gibt keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Entlassungszeitpunkt und dem Risiko f&#252;r eine Wundinfektion <TextLink reference="230"></TextLink>, <TextLink reference="231"></TextLink>, <TextLink reference="232"></TextLink>. Sofern Patienten aus dem Krankenhaus vor Abschluss der Wundheilung entlassen werden, kann die postoperative Wundversorgung vom Patienten selbst, von h&#228;uslichen Pflegediensten oder in ambulanten Einrichtungen erfolgen. Aus Gr&#252;nden des Qualit&#228;tsmanagements sind abschlie&#223;end die Wundverh&#228;ltnisse und der Heilungsverlauf zu dokumentieren. </Pgraph>
      <Pgraph>Sezernierende Wunden bed&#252;rfen einer speziellen Versorgung, die nicht Gegenstand der vorliegenden Empfehlung ist. Hierzu wird auf die diesbez&#252;gliche Literatur verwiesen, z. B. <TextLink reference="233"></TextLink>. Aspekte der sachgerechten Fl&#228;chendesinfektion sowie der Entsorgung von kontaminiertem Verbandmaterial (Abfall aus Einrichtungen des Gesundheitswesens) finden sich auch in den entsprechenden Empfehlungen der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene <TextLink reference="20"></TextLink>, <TextLink reference="26"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Die prim&#228;r verschlossene, nicht sezernierende OP-Wunde wird am Ende der Operation bzw. des Eingriffs mit einer geeigneten sterilen Wundauflage f&#252;r 24&#8211;48 h (ggf. insbesondere zur Vermeidung mechanischer Belastung auch l&#228;nger, z. B. in der plastischen Chirurgie) einmalig abgedeckt, sofern nicht Hinweise auf eine Komplikation bzw. eine diesbez&#252;gliche notwendige Kontrolle&#47;&#220;berwachung zu einem fr&#252;heren Verbandwechsel zwingen (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Ist der &#228;u&#223;ere Wundverschluss abgeschlossen, kann aus hygienischen Gr&#252;nden bei sachkundiger Beobachtung und Beurteilung des Wundheilungsverlaufs durch den behandelnden Arzt auf eine erneute sterile Wundabdeckung verzichtet werden (Kategorie II). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Bei Auftreten klinischer Zeichen einer Infektion, bei Durchfeuchtung, Verschmutzung oder bei Lageverschiebung des Verbands sowie jeder anderen Komplikation muss dieser sofort gewechselt werden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Die Entfernung des Verbandes, des Nahtmaterials sowie von Drainagen bzw. jeder ggf. erforderliche Verbandwechsel erfolgen unter aseptischen Bedingungen (unter Anwendung aseptischer Arbeitstechniken) (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Drainagen sollen in ihrer Eigenschaft als Fremdk&#246;rper so fr&#252;h wie m&#246;glich entfernt werden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Kein routinem&#228;&#223;iger Wechsel der Auffangbeh&#228;lter, da bei h&#228;ufiger Manipulation die Kontaminationsgefahr steigt (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Jede Manipulation an der Drainageaustrittsstelle erfolgt wie der Verbandwechsel unter aseptischen Bedingungen (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Beim Wechsel von Auffangbeh&#228;ltnissen sind auch aus Gr&#252;nden des Personalschutzes (keimarme) Handschuhe zu tragen (Kategorie IV </Mark1>
        <TextLink reference="172"></TextLink>
        <Mark1>). </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>&#8226; Sekretauffangbeutel nicht &#252;ber das Austrittniveau der Drainage anheben, um ein Zur&#252;ckflie&#223;en m&#246;glicherweise kontaminierter Fl&#252;ssigkeit zu vermeiden (Kategorie IB). </Mark1>
      </Pgraph>
      <SubHeadline>4.3. Surveillance </SubHeadline>
      <Pgraph>Die Surveillance postoperativer Wundinfektionen einschlie&#223;lich der R&#252;ckkopplung der Daten in geeigneter Form an das beteiligte Personal, spielt eine entscheidende Rolle beim internen Qualit&#228;tsmanagement und ist geeignet, die Wundinfektionsrate zu senken <TextLink reference="234"></TextLink>. Urspr&#252;nglich f&#252;r die USA von den CDC als NNIS- (National Nosocomial Infection Surveillance-)System <TextLink reference="235"></TextLink> entwickelt, existiert auch f&#252;r Deutschland eine entsprechende Surveillancemethode f&#252;r postoperative Wundinfektionen. Diese Methode wird im Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) <TextLink reference="236"></TextLink> (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.nrz-hygiene.de">http:&#47;&#47;www.nrz-hygiene.de</Hyperlink>) verwendet und von der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention f&#252;r die Erfassung und Bewertung von postoperativen Infektionen im Operationsgebiet empfohlen <TextLink reference="23"></TextLink>, <TextLink reference="24"></TextLink>, <TextLink reference="25"></TextLink>. Die Bedeutung einer Surveillance nach Entlassung ist von der Art des Eingriffes abh&#228;ngig und Gegenstand aktueller Untersuchungen <TextLink reference="237"></TextLink>. F&#252;r die Diagnostik postoperativer Wundinfektionen wurden Qualit&#228;tsstandards von der Fachgruppe &#8222;Diagnostische Verfahren in der Mikrobiologie&#8220; der DGHM erarbeitet <TextLink reference="238"></TextLink>. Die Erfassung erfolgt zweckdienlich auf der Basis der CDC-Empfehlungen, die in deutscher &#220;bersetzung vorliegen <TextLink reference="3"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph><Mark1>&#8226; Zur praktischen Durchf&#252;hrung der Surveillance postoperativer Wundinfektionen und deren Verankerung in &#167; 23 Infektionsschutzgesetz siehe die entsprechenden Verlautbarungen des RKI sowie der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention </Mark1><TextLink reference="23"></TextLink><Mark1>, </Mark1><TextLink reference="24"></TextLink><Mark1>, </Mark1><TextLink reference="25"></TextLink><Mark1> (Kategorie IV </Mark1><TextLink reference="239"></TextLink><Mark1>; IA).</Mark1> </Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline>
      <Pgraph>Die Empfehlungen wurden ehrenamtlich und ohne Einflussnahme kommerzieller Interessengruppen im Auftrag der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention erarbeitet von: K. Oldhafer, Celle (Leiter der Arbeitsgruppe); U. J&#252;rs, Hamburg; A. Kramer, Greifswald; J. Martius, Hausham; K. Weist, Berlin; M. Mielke, Berlin&#47;RKI. </Pgraph>
    </TextBlock>
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