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<GmsArticle>
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    <Identifier>dgkh000078</Identifier>
    <ArticleType>Originalarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">In vitro-Wirksamkeit von Octenidin und Polihexanid gegen Biofilme aus Pseudomonas aeruginosa im Labor</Title>
      <TitleTranslated language="en">In vitro efficacy of octenidine and polihexanide against biofilms composed of Pseudomonas aeruginosa</TitleTranslated>
    </TitleGroup>
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      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Harbs</Lastname>
          <LastnameHeading>Harbs</LastnameHeading>
          <Firstname>Nadine</Firstname>
          <Initials>N</Initials>
        </PersonNames>
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          <Affiliation>Sch&#252;lke &#38; Mayr GmbH, Norderstedt, Deutschland</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
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          <Lastname>Siebert</Lastname>
          <LastnameHeading>Siebert</LastnameHeading>
          <Firstname>J&#246;rg</Firstname>
          <Initials>J</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>Forschung &#38; Entwicklung, Sch&#252;lke &#38; Mayr GmbH, Robert-Koch-Str. 2, 22851 Norderstedt, Deutschland, Tel.: &#43;49 40 521 00 534<Affiliation>Sch&#252;lke &#38; Mayr GmbH, Norderstedt, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>joerg.siebert&#64;schuelke-mayr.com</Email>
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    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="de">Biofilm</Keyword>
      <Keyword language="de">Wundsp&#252;ll&#246;sung</Keyword>
      <Keyword language="de">Abl&#246;sung</Keyword>
      <Keyword language="de">Inaktivierung</Keyword>
      <Keyword language="de">Octenidindihydrochlorid</Keyword>
      <Keyword language="de">Polihexanid</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20071228</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1863-5245</ISSN>
        <Volume>2</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Krankenhaushygiene Interdisziplin&#228;r</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Krankenhaushyg Interdiszip</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Die infizierte Problemwunde 2007 - The infected problem wound 2007</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>45</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes">
      <Pgraph>Die Abl&#246;sung und Inaktivierung von Biofilmen durch Wundsp&#252;ll&#246;sungen ohne bzw. mit Zusatz antimikrobieller Stoffe (Octenidindihydrochlorid, Polihexanid) wurde in einem Labormodell mit <Mark2>Pseudomonas aeruginosa</Mark2> untersucht. Hierzu wurden mit <Mark2>P. aeruginosa</Mark2> &#252;ber 1 Woche bewachsene Objekttr&#228;ger aus Polycarbonat f&#252;r 60 min den Pr&#252;fl&#246;sungen ausgesetzt und nachfolgend die Abl&#246;sung bzw. Inaktivierung des Biofilms mittels Anf&#228;rbung mit Kristallviolett bzw. Verd&#252;nnungsreihe und Keimzahlbestimmung ermittelt.</Pgraph>
      <Pgraph>Im Ergebnis kam es zu keiner Hemmung der Abl&#246;sung (Reinigung) durch den Zusatz von Octenidin bzw. Polihexanid. Im Gegensatz zu den reinen Salzl&#246;sungen (NaCl, Ringer) wurde durch Zusatz der antimikrobiellen Wirkstoffe eine deutliche Reduktion der Koloniezahl im Biofilm erreicht.</Pgraph>
    </Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes">
      <Pgraph>The removal and inactivation of biofilms through wound cleansing solutions with and without antimicrobial supplements (octenidine dihydrochloride, polihexanide) have been investigated in a laboratory model with <Mark2>Pseudomonas aeruginosa</Mark2>. Plastic slides of polycarbonate grown over with <Mark2>P. aeruginosa</Mark2> for 1 week were incubated with the cleansing solutions for 60 min. Removal and inactivation of the biofilm were determined by staining with crystal violet and by plating, respectively. </Pgraph>
      <Pgraph>No inhibition occurred by supplementing the cleansing solutions with octenidine or polyhexanide. By using octenidine and polihexanide a pronounced decrease in colony numbers of the biofilm was achieved compared to pure salt solutions (NaCl, Ringer).  </Pgraph>
    </Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline>
      <Pgraph>Biofilme stellen komplexe Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen auf den vielf&#228;ltigsten unbelebten (z.B. Kathetern, Implantate) und belebten Oberfl&#228;chen (z.B. Wunden) dar. Die von den Mikroorganismen im Zuge ihres Stoffwechsels ausgeschiedenen extrapolymeren Substanzen (EPS) vermitteln die Anheftung von Mikroorganismen, sorgen f&#252;r deren Ern&#228;hrung, geben dem Biofilm seine Form und Eigenschaften und stabilisieren ihn gleichzeitig <TextLink reference="1"></TextLink>. </Pgraph>
      <Pgraph>Da Biofilme ihren Bewohnern gleichzeitig Schutz vor externen Einfl&#252;ssen (z.B. dem Angriff von Antibiotika) verleihen sowie das Auftreten und die Persistenz von Infektionen f&#246;rdern k&#246;nnen <TextLink reference="2"></TextLink>, muss es das Anliegen sein, Biofilme m&#246;glichst schnell und effektiv abzul&#246;sen und die darin enthaltenen Mikroorganismen abzut&#246;ten.</Pgraph>
      <Pgraph>Wundsp&#252;ll&#246;sungen, d.h. mit bzw. ohne antiseptischen Wirkstoff versehene Salzl&#246;sungen, werden h&#228;ufig unterst&#252;tzend zur Reinigung kontaminierter, kolonisierter und belegter Wunden eingesetzt. Es sollte untersucht werden, inwieweit verschiedene Wundsp&#252;ll&#246;sungen in der Lage sind, unter experimentellen Bedingungen einen standardisierten, artifiziellen Biofilm aus <Mark2>Pseudomonas aeruginosa</Mark2> von einer unbelebten Oberfl&#228;che abzul&#246;sen und zu inaktivieren.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Methoden">
      <MainHeadline>Methoden</MainHeadline>
      <Pgraph>F&#252;r die Anzucht des artifiziellen Biofilms wurden Polycarbonat-Objekttr&#228;ger (76 x 26 x 1 mm, Fa. Buck &#38; Sohn, Hamburg) in einem &#8222;Biofilm-Reaktor&#8220; (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>) &#252;ber insgesamt 1 Woche mit 1 l einer mit <Mark2>Pseudomonas aeruginosa</Mark2> beimpften N&#228;hrl&#246;sung bei einer Flie&#223;geschwindigkeit von 3 ml&#47;min im Kreislauf inkubiert. </Pgraph>
      <Pgraph>Zur Pr&#252;fung der Reinigungsleistung wurden die so mit dem Biofilm bewachsenen Objekttr&#228;ger 60 min in die jeweilige Wundsp&#252;ll&#246;sung eingetaucht. Nach Herausnahme und Trocknung wurden die verbliebenen Biofilmreste auf den Objekttr&#228;gern in F&#228;rbek&#252;vetten f&#252;r 15 min mit 0,1&#37; Kristallviolett angef&#228;rbt. Nach Extraktion des Farbstoffes aus dem angef&#228;rbten Biofilm mittels 96&#37; Ethanol wurde 3 min bei 3000 rpm zentrifugiert und der Gehalt im &#220;berstand photometrisch bei 585 nm bestimmt. Im Ergebnis war die Extinktion umso geringer, desto weniger Biofilm auf den Objekttr&#228;gern nach Behandlung verblieben war.</Pgraph>
      <Pgraph>F&#252;r die Bestimmung der Inaktivierung wurden die Objekttr&#228;ger nach der einst&#252;ndigen Inkubation mit der Wundsp&#252;ll&#246;sung in CSL-Bouillon mit Inaktivierungssubstanzen (Tween 80, Lecithin, Saponin, Histidin) &#252;berf&#252;hrt und zur Abl&#246;sung und Homogenisierung des Biofilms 60 s im Ultraschall behandelt. Aus dieser L&#246;sung erfolgte mittels Verd&#252;nnungsreihe, Ausplattieren und Ausz&#228;hlung der Kolonien die Koloniezahlbestimmung.</Pgraph>
      <Pgraph>Alle Messungen wurden in 3 Parallelen durchgef&#252;hrt. </Pgraph>
      <Pgraph>Folgende Wundsp&#252;ll&#246;sungen wurden zur Pr&#252;fung verwendet:</Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">0,05&#37; Octenidin-L&#246;sung</ListItem>
          <ListItem level="1">0,02&#37; Polihexanid-L&#246;sung</ListItem>
          <ListItem level="1">Ringer-L&#246;sung</ListItem>
          <ListItem level="1">NaCl-L&#246;sung (0,9&#37;)</ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Aqua bidest. wurde als Kontrolle verwendet. </Pgraph>
      <Pgraph>Der Reduktionsfaktor (RF) wurde aus der Differenz lg Nachwert &#8211; lg Vorwert der Anzahl koloniebildender Einheiten berechnet.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ergebnisse">
      <MainHeadline>Ergebnisse</MainHeadline>
      <Pgraph>Unabh&#228;ngig von ihrer Zusammensetzung zeigten die Pr&#252;fl&#246;sungen in der gew&#228;hlten Testanordnung eine Abl&#246;sung des Biofilms aus <Mark2>P. aeruginosa</Mark2> (Reinigungsleistung) von im Durchschnitt 31-34&#37;. Damit war die Reinigungsleistung der von aqua bidest. (18&#37;) &#252;berlegen (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>).</Pgraph>
      <Pgraph>Bei der Inaktivierung der Biofilme war Octenidin mit einem RF-Wert von lg&#61;4,7 dem von Polihexanid &#252;berlegen (RF lg&#61;3,7). Erwartungsgem&#228;&#223; zeigten die reinen Salzl&#246;sungen hierbei keine relevanten Koloniezahlreduktionen (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>). </Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Diskussion">
      <MainHeadline>Diskussion</MainHeadline>
      <Pgraph>Die Ergebnisse in dem gew&#228;hlten Modell zeigen, dass der Zusatz von antimikrobiellen Substanzen (Octenidin, Polihexanid) zu Salzl&#246;sungen im Unterschied z.B. zur bekannten Eiwei&#223;-fixierenden Wirkung von Aldehyden <TextLink reference="3"></TextLink> keinen negativen Einfluss auf die Abl&#246;sung von Biofilmen hat, d.h. es findet keine Fixierung proteinhaltiger Oberfl&#228;chenbel&#228;ge statt.</Pgraph>
      <Pgraph>Der Vorteil der antimikrobiellen Substanzen in den verwendeten Salzl&#246;sungen liegt offensichtlich darin, dass die Substanzen in der Lage sind, zus&#228;tzlich zum Abl&#246;severm&#246;gen der L&#246;sung in den Biofilm einzudringen und die darin enthaltenen Bakterien zu inaktivieren.</Pgraph>
      <Pgraph>Mit der gew&#228;hlten Methode konnten die Ergebnisse von Seipp et al. <TextLink reference="4"></TextLink> nicht best&#228;tigt werden, wonach Salzl&#246;sungen nicht in der Lage sind, Biofilme von Oberfl&#228;chen abzul&#246;sen. Diese Diskrepanz kann verschiedene Ursachen haben. So wurden von den Autoren u.a. Silikonschl&#228;uche als Oberfl&#228;chenmaterialien verwendet. Zudem wurde anstatt eines Protein-Nachweises ein Endotoxin-Nachweis als Ma&#223; f&#252;r die Abl&#246;sung des Biofilms verwendet. Diese widersp&#252;chlichen Befunde lassen es notwendig erscheinen, vergleichende Untersuchungen unter in vivo-Bedingungen (z.B. in der Wunde) durchzuf&#252;hren.  </Pgraph>
    </TextBlock>
    <References linked="yes">
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        <RefAuthor>Costerton JW</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear>2007</RefYear>
        <RefBookTitle>The Biofilm Primer - Springer Series on Biofilms</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Costerton JW. The Biofilm Primer - Springer Series on Biofilms. Berlin &#47; Heidelberg: Springer-Verlag; 2007.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="2">
        <RefAuthor>Costerton JW</RefAuthor>
        <RefAuthor>Steward PS</RefAuthor>
        <RefAuthor>Greenberg EP</RefAuthor>
        <RefTitle>Bacterial Biofilms: A common cause of persistent infections</RefTitle>
        <RefYear>1999</RefYear>
        <RefJournal>Science</RefJournal>
        <RefPage>1318-22</RefPage>
        <RefTotal>Costerton JW, Steward PS, Greenberg EP. Bacterial Biofilms: A common cause of persistent infections. Science. 1999;284:1318-22.</RefTotal>
      </Reference>
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        <RefAuthor>Kampf G</RefAuthor>
        <RefAuthor>Bloss R</RefAuthor>
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        <RefYear>2004</RefYear>
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        <RefPage>139-43</RefPage>
        <RefTotal>Kampf G, Bloss R, Martiny H. Surface fixation of dried blood by glutaraldehyde and peracetic acid. J Hosp Infect. 2004;57(2):139-43.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="4">
        <RefAuthor>Seipp HM</RefAuthor>
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        <RefAuthor>Skowronsky A</RefAuthor>
        <RefAuthor>Hauri A</RefAuthor>
        <RefTitle>Wirksamkeit verschiedener Wundsp&#252;ll&#246;sungen gegen&#252;ber Biofilmen</RefTitle>
        <RefYear>2005</RefYear>
        <RefJournal>ZfW</RefJournal>
        <RefPage>160-4</RefPage>
        <RefTotal>Seipp HM, Hofmann S, Hack A, Skowronsky A, Hauri A. Wirksamkeit verschiedener Wundsp&#252;ll&#246;sungen gegen&#252;ber Biofilmen. ZfW. 2005:160-4.</RefTotal>
      </Reference>
    </References>
    <Media>
      <Tables>
        <NoOfTables>0</NoOfTables>
      </Tables>
      <Figures>
        <Figure format="png" height="462" width="604">
          <MediaNo>1</MediaNo>
          <MediaID>1</MediaID>
          <Caption>
            <Pgraph>
              <Mark1>Abbildung 1: Aufsicht auf einen Biofilm-Reaktor best&#252;ckt mit Objekttr&#228;gern zur Herstellung der Biofilme</Mark1>
            </Pgraph>
          </Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="386" width="619">
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          <MediaID>2</MediaID>
          <Caption>
            <Pgraph>
              <Mark1>Abbildung 2: Abl&#246;sung eines 1 Woche angez&#252;chteten Biofilms von </Mark1>
              <Mark1>
                <Mark2>P. aeruginosa</Mark2>
              </Mark1>
              <Mark1> auf Polycarbonat-Objekttr&#228;gern nach 60 min Kontakt mit verschiedenen Wundsp&#252;ll&#246;sungen</Mark1>
            </Pgraph>
          </Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="389" width="610">
          <MediaNo>3</MediaNo>
          <MediaID>3</MediaID>
          <Caption>
            <Pgraph>
              <Mark1>Abbildung 3: Inaktivierung eines 1 Woche angez&#252;chteten Biofilms von </Mark1>
              <Mark1>
                <Mark2>P. aeruginosa</Mark2>
              </Mark1>
              <Mark1> auf Polycarbonat-Objekttr&#228;gern nach 60 min Kontakt mit verschiedenen Wundsp&#252;ll&#246;sungen</Mark1>
            </Pgraph>
          </Caption>
        </Figure>
        <NoOfPictures>3</NoOfPictures>
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