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<GmsArticle>
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    <Identifier>dgkh000065</Identifier>
    <ArticleType>Originalarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Versorgung von Patienten mit MRSA-Wundinfektion oder -kolonisation &#8211; Auswertung einer Fragebogenanalyse zum MRSA-Management in der ambulanten Pflege</Title>
      <TitleTranslated language="en">Management of patients with MRSA colonization or infection &#8211; questionnaire based survey on the management of MRSA in the ambulant medical care setting</TitleTranslated>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Loczenski</Lastname>
          <LastnameHeading>Loczenski</LastnameHeading>
          <Firstname>Barbara</Firstname>
          <Initials>B</Initials>
          <AcademicTitle>Dipl. Pflegep&#228;dagogin</AcademicTitle>
        </PersonNames>
        <Address>Eichkampstr. 118, 14055 Berlin, Tel. 030-30113113, Fax 030-30113114<Affiliation>Berlin</Affiliation></Address>
        <Email>barbara&#64;loczenski.de</Email>
        <Creatorrole corresponding="yes" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">MRSA management</Keyword>
      <Keyword language="en">ambulant medical care</Keyword>
      <Keyword language="de">MRSA Management</Keyword>
      <Keyword language="de">ambulante Pflege</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20071228</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1863-5245</ISSN>
        <Volume>2</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Krankenhaushygiene Interdisziplin&#228;r</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Krankenhaushyg Interdiszip</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Die infizierte Problemwunde 2007 - The infected problem wound 2007</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>32</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes">
      <Pgraph>Die Versorgung von Patienten mit MRSA- kolonisierten oder MRSA- infizierten Wunden in der ambulanten Pflege zeigt in der Praxissituation noch viele Schwierigkeiten. Der kurz umrissene Praxisinput aus dem Berliner Bereich soll das verdeutlichen, Schwachstellen aufzeigen und L&#246;sungsans&#228;tze entwickeln helfen.  </Pgraph>
    </Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes">
      <Pgraph>The management of patients, colonized or infected with MRSA in home care has typically been accompanied by many difficulties in recent years. This brief outline of experience in practise, based on a survey, carried out in Berlin is intended to highlight the problem, demonstrating weakness and developing ideas for improvement.</Pgraph>
    </Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline>
      <Pgraph>Die Versorgung von Patienten mit MRSA-kolonisierten oder MRSA-infizierten Wunden an den verschiedenen Schaupl&#228;tzen der ambulanten Pflege (Sozialstation, betreutes Wohnen oder auch im Rahmen einer Wohngemeinschaft &#228;lterer, pflegebed&#252;rftiger Patienten) zeigt sich sehr unterschiedlich und ist von einer Versorgungsvielfalt neben diversen Unsicherheiten seitens des Personals, der Angeh&#246;rigen und der Betroffenen gepr&#228;gt. </Pgraph>
      <Pgraph>Um die eigenen Erfahrungen mit der tats&#228;chlichen Versorgungssituation abzugleichen und gegebenenfalls vorhandene Schwachpunkte in der Versorgung zu identifizieren, wurde eine Fragebogenaktion initiiert, bei der alle Berliner Sozialstationen um Ihre Mitwirkung gebeten wurden. Beteiligt haben sich &#252;ber 50 Sozialstationen unterschiedlichster Ausrichtungen, ber&#252;cksichtigt wurden aber nur die, die schon MRSA-positive Patienten versorgt hatten. Sie best&#228;tigten im Wesentlichen die Erfahrungen und konnten wertvolle erg&#228;nzende Hinweise auf Schwachstellen geben, die es langfristig zu l&#246;sen gilt.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Istanalyse">
      <MainHeadline>Istanalyse</MainHeadline>
      <Pgraph>Von den beteiligten Sozialstationen konnten 50 Fragebogen ausgewertet werden, es handelte sich hierbei um Sozialstationen, die bereits MRSA-positives Klientel versorgt hatten. Das Spektrum der sich beteiligenden Sozialstationen erstreckte sich von Sozialstationen, die den normalen herk&#246;mmlichen Leistungsbedarf aus Kranken- und Pflegeversicherung nebst Zusatzleistungen abdeckten, aber auch um Sozialstationen, die ambulant sog. &#8222;Wohngemeinschaften&#47;Dementen-WGs&#8220; betreuen, und solche, die ausschlie&#223;lich Intensiv-Versorgung daheim oder <TextGroup><PlainText>Home-Care</PlainText></TextGroup> als Schwerpunkt haben.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Ergebnisse der Fragebogenanalyse, die die derzeitige Situation im Berliner Bereich repr&#228;sentativ widerspiegeln, lassen sich wie folgt zusammenfassen:</Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1">Es besteht kein Unterschied in der ambulanten Versorgung kolonisierter oder infizierter Klienten durch die ambulante Pflege.</ListItem>
          <ListItem level="1">Die Situation im ambulanten Bereich ist gekennzeichnet durch eine Versorgungsvariabilit&#228;t, die einer gro&#223;en Unsicherheit seitens des ambulant t&#228;tigen Personals entspringt.</ListItem>
          <ListItem level="1">Es bestehen viele Informationsdefizite und Kommunikationsprobleme auf unterschiedlichen Ebenen, die es zu l&#246;sen gilt.</ListItem>
          <ListItem level="1">Viele Sozialstationen verf&#252;gen zwar bez&#252;glich des MRSA-Managements in der ambulanten Situation &#252;ber einen sog. &#8222;Hygienestandard&#8220;, ob nach diesem gearbeitet oder ob in diesem den einrichtungsspezifischen Besonderheiten Rechnung getragen wird, ist nicht eindeutig nachvollziehbar.</ListItem>
          <ListItem level="1">Es besteht Schulungsbedarf, der seitens der ambulanten Pflege klar ge&#228;u&#223;ert wird.</ListItem>
          <ListItem level="1">Im Zusammenhang mit der Versorgung von MRSA-Patienten zeigt sich das Problem &#34;Dienstkleidung&#34;, f&#252;r das es im Bereich der ambulanten Pflege bisher zu wenig verbindliche Regelungen gibt. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Im Folgenden sollen die Punkte kurz er&#246;rtert werden. </Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>1. Es besteht kein Unterschied in der ambulanten Versorgung kolonisierter oder infizierter Patienten durch die ambulante Pflege</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Wenngleich das Management bei Vorliegen von MRSA sehr unterschiedlich angegangen wird, weil man sich vielfach nach der RKI-Empfehlung <TextLink reference="1"></TextLink> richtet, die eigentlich auf das Management im Krankenhaus ausgelegt ist, wird in der Umsetzung dann kein Unterschied gemacht, wenn es darum geht, einen infizierten oder kolonisierten Patienten zu versorgen. Allein die Tatsache, dass er MRSA-positiv ist, ist dann im ambulanten Bereich der Ausl&#246;ser f&#252;r die zu treffenden Ma&#223;nahmen.</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>2. Die Situation im ambulanten Bereich ist gekennzeichnet durch eine Versorgungsvariabilit&#228;t, die einer gro&#223;en Unsicherheit seitens des ambulant t&#228;tigen Personals entspringt</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Der Begriff Versorgungsvariabilit&#228;t steht f&#252;r die Spannbreite der Ma&#223;nahmen im ambulanten Bereich, die in der Praxissituation umgesetzt werden. Das bedeutet, dass zum Teil Patienten im h&#228;uslichen Umfeld isoliert werden, dass Pflegende und Betreuende zum Teil das komplette Schutzkleidungsprogramm anlegen, und dass wiederum andere ambulante Einrichtungen sich bewusst nur auf die verst&#228;rkte H&#228;ndehygiene beschr&#228;nken.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Versorgungsvariabilit&#228;t ergibt sich vielfach aus der mangelnden Aktualit&#228;t von Vorgaben seitens der Verantwortlichen, der &#196;rzte sowie der Kassen, aber auch der &#8222;MRSA-Verunsicherung&#8220; durch die Medien, die zu vielen Irritationen auf allen Ebenen f&#252;hrt. Das Personal agiert im Regelfall, wie durch die Verantwortlichen vorgegeben, kann sich aber h&#228;ufig selbst nicht eigenst&#228;ndig zu den Ma&#223;nahmen positionieren. So werden als Eigenschutzma&#223;nahmen durch mehr als die H&#228;lfte der Pflegenden H&#228;ndedesinfektion, Schutzhandschuhe und Schutzkleidung benannt, bei denen, die hauswirtschaftlich t&#228;tig sind, wird nur bei jedem F&#252;nften die Schutzkleidung genannt. Als Konsequenz f&#252;hren die Versorgungsvariabilit&#228;t und die Unsicherheit bei vielen Mitarbeitern zu einer gewissen Unzufriedenheit, die sich darin &#228;u&#223;ert, dass der Wunsch nach Erweiterung der bisherigen Ma&#223;nahmen, die durch die Sozialstationen durchgef&#252;hrt werden, laut wird, und konstruktive Anregungen f&#252;r den eigenen Erweiterungsbedarf angegeben werden.</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>3. Es bestehen Informationsdefizite und Kommunikationsprobleme auf unterschiedlichen Ebenen, die es zu l&#246;sen gilt</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Nach wie vor hapert es am &#220;berleitungsmanagement. Die Meldung, dass ein MRSA-positiver Patient in den ambulanten Bereich verlegt wird, klappt bei etwa der H&#228;lfte der Sozialstationen, die Auskunft, ob Sanierungs-und&#47;oder Therapieversuche mit&#47;ohne Erfolg stattgefunden haben, nur bei ca. einem Drittel. Oft kommt die Meldung leider versp&#228;tet. Betroffene wie auch deren versorgende Angeh&#246;rige sind selten &#252;ber eventuell notwendige  Hygienema&#223;nahmen im h&#228;uslichen Bereich informiert und aufgekl&#228;rt, geschweige denn weitere externe Dienstleister.</Pgraph>
      <Pgraph>Auch bei den betreuenden Haus&#228;rzten entspricht der Wissensstand zum MRSA-Management nur selten den aktuellen Empfehlungen. Dass die Kommunikationsprobleme in der &#220;berleitung auch weiterhin optimiert werden m&#252;ssen, steht au&#223;er Frage. Sicherlich w&#228;re auch ein intensiverer Austausch innerhalb der betreuenden Teams in den Sozialstationen w&#252;nschenswert, um die Schwachstellen in der Kommunikation untereinander zu optimieren, was  sich aber bei den Rahmenbedingungen der ambulanten Pflege nicht wirklich realisieren l&#228;sst.</Pgraph>
      <Pgraph>Auch die Kommunikation zwischen Arzt&#47;Pflegedienst&#47;Patient macht Kommunikationsdefizite und damit sog. &#8222;Compliance-Probleme&#8220; deutlich. Nur jede f&#252;nfte Sozialstation ist mit der Zusammenarbeit zufrieden, und jede dritte beschreibt die Zusammenarbeit in Hinblick auf das MRSA-Management und die Unterst&#252;tzung in Bezug auf  Hygienema&#223;nahmen als schwierig&#47;schlecht.</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>4. Viele Sozialstationen verf&#252;gen zwar bez&#252;glich des MRSA-Managements in der ambulanten Situation &#252;ber einen sog. &#8222;Hygienestandard&#8220;, ob nach diesem gearbeitet oder ob in diesem den einrichtungsspezifischen Besonderheiten Rechnung getragen wird, ist nicht eindeutig nachvollziehbar</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Hygienestandards zum Management von MRSA sind in etwa 80&#37; der ambulanten Einrichtungen vorhanden. Wie es um deren Aktualit&#228;t und Inhalt bestellt ist, l&#228;sst sich nicht sagen. Ebenso ist unklar, ob die Standards mit der Realit&#228;t der Finanzierungsm&#246;glichkeiten in der ambulanten Pflege in Einklang zu bringen sind, was bedeutet: Lassen sich die in den Vorgaben formulierten Materialien &#252;berhaupt bereitstellen oder &#252;bersteigt das die finanzielle Deckung&#63; Denn viele der Eigenschutzmaterialien h&#228;tte rechtlich betrachtet die Sozialstation im Rahmen des Arbeitschutzes bereitzustellen.</Pgraph>
      <Pgraph>Interessanterweise klappte &#252;berall dort die Zusammenarbeit mit den Haus&#228;rzten gut, wo Sozialstationen selbstbewusst die Kommunikation mit den Haus&#228;rzten gesucht haben und die &#196;rzte in ihre Standards eingebunden haben.</Pgraph>
      <Pgraph>Die Umsetzung der Vorgabe durch die Gesundheits&#228;mter, MRSA-Patienten m&#246;glichst am Ende der Tour zu versorgen, um die Kreuzkontamination zu minimieren, ist nur von knapp der H&#228;lfte der Sozialstationen realisierbar. Das ist im Wesentlichen abh&#228;ngig von der Gr&#246;&#223;e der Sozialstation, der Anzahl der zu versorgenden Klienten und deren Problemen, aber auch von den T&#228;tigkeiten und der Anzahl der MRSA-Patienten.</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>5. Es besteht Schulungsbedarf, der auch seitens der ambulanten Pflege klar ge&#228;u&#223;ert wird</Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Aktueller Schulungsbedarf wird von 70&#37; der befragten Sozialstationen und Mitarbeiter gesehen, die eingangs ge&#228;u&#223;erte Unsicherheit wird erkannt. Hier besteht besonders Bedarf an der einrichtungsspezifischen Modifizierung von MRSA-Vorgaben sowie der nachfolgenden Schulung aller beteiligten Mitarbeiter.</Pgraph>
      <Pgraph>Dringender Schulungsbedarf besteht aber auch seitens der betreuenden Haus&#228;rzte im Hinblick auf die Aktualit&#228;t der RKI-Empfehlungen, der kooperativen Zusammenarbeit mit Sozialstationen und den tats&#228;chlichen M&#246;glichkeiten in der ambulanten Pflege vor Ort.</Pgraph>
      <Pgraph>
        <Mark1>6. Im Zusammenhang mit der Versorgung von MRSA-Patienten zeigt sich das Problem &#34;Dienstkleidung&#34;, f&#252;r das es im Bereich der ambulanten Pflege bisher zu wenig verbindliche Regelungen gibt </Mark1>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Eine gro&#223;e Schwachstelle im Bereich der ambulanten Pflege ist das Thema Dienstkleidung. Bei nur ca. einem Drittel der Sozialstationen trugen die Mitarbeiter Dienstkleidung, in allen anderen  Bereichen gibt es dazu keine verbindlichen Regelungen, was soviel hei&#223;t, dass die Mitarbeiter ihre normale Privatkleidung auch bei der Versorgung der MRSA-Patienten tragen und damit der Kreuzkontamination T&#252;r und Tor ge&#246;ffnet ist. Dieser Punkt ist als umso problematischer zu betrachten, als die &#8222;Dienstkleidung&#8220; bei der H&#228;lfte der beteiligten Sozialstationen privat im h&#228;uslichen Umfeld ohne Ber&#252;cksichtigung hygienischer Anforderungen gewaschen wird, da entweder keine Regelungen seitens der Sozialstation bestehen oder dieser Umstand von vornherein bei Vertragsunterzeichnung den Mitarbeitern auferlegt wurde. Es fragt sich, warum Mitarbeiter den Punkt der Dienstkleidung nicht st&#228;rker thematisieren.</Pgraph>
      <Pgraph>Auch die betreuenden &#196;rzte und Kassen wurden im Hinblick auf die negative Kritik seitens der Sozialstationen ins Visier genommen, um die Aussagen zu &#252;berpr&#252;fen. W&#228;hrend die &#196;rzte zum gro&#223;en Teil den MRSA in der ambulanten Situation als nicht sanierungs-&#47;therapiebed&#252;rftig betrachten und auch die Verordnungsf&#228;higkeit von Medikamenten, Desinfektionsmitteln bzw. Hilfsmitteln an Budgetierungen seitens der Krankenkassen gekoppelt ist, &#228;u&#223;erten aber auch die &#196;rzte Kritik an der mangelnden Kontaktbereitschaft der Sozialstationen bez&#252;glich dieses Punkts. Vielen sind die Hygienevorgaben, die die Sozialstation zu erf&#252;llen hat, gar nicht klar bzw. bekannt.</Pgraph>
      <Pgraph>In den Rahmenvereinbarungen zwischen den Sozialstationen und den Kassen ist eindeutig geregelt, dass Sozialstationen die Materialien f&#252;r den Eigenschutz selbst zahlen, allerdings kann auf Antrag ein zus&#228;tzlicher Betrag bereitgestellt werden, z. B. um f&#252;r Angeh&#246;rige Schutzkittel etc. bereitzustellen. Dass dieser Betrag die tats&#228;chlich entstehenden Kosten f&#252;r einen Monat bei konsequenter Umsetzung kaum decken kann, steht nicht zur Diskussion.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline>
      <Pgraph>Die Ergebnisse &#252;berraschen nicht und best&#228;tigen im Wesentlichen die Ergebnisse einer 2006 durchgef&#252;hrten Studie <TextLink reference="2"></TextLink>. Kernaussagen hierin waren: Es fehlt derzeit an Hygieneverantwortlichen im Bereich der ambulanten Pflege, die sich der Thematik und Problematik annehmen k&#246;nnen. Die verwendeten Hygienepl&#228;ne und -vorgaben sind oft nicht einrichtungs- und anwendungsspezifisch modifiziert. Hygienevorgaben sind vor Ort manchmal nur schwer realisierbar, aber auch die schlechte Kooperation seitens der &#196;rzte wegen fachlicher Kompetenzm&#228;ngel in Pflegefragen und die unzureichende Kooperation mit externen Dienstleistern werden genannt. Auch wird das Problem der Dienstkleidung und der fehlenden Regelungen deutlich.</Pgraph>
    </TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="L&#246;sungsans&#228;tze">
      <MainHeadline>L&#246;sungsans&#228;tze</MainHeadline>
      <Pgraph>Es ist nicht ausreichend, die positiven und negativen Zusammenh&#228;nge, Schwachstellen und Probleme darzustellen, sondern es m&#252;ssen L&#246;sungsans&#228;tze entwickelt werden, indem die bisherigen Strategien auf den Pr&#252;fstand gestellt und evaluiert werden.</Pgraph>
      <Pgraph>Sicherlich gibt es auf der Ebene der Sozialstationen Verbesserungsbedarf, wie z. B. die Bereitstellung eines Hygienebeauftragten-Mitarbeiters, der f&#252;r die Fragen der Hygienesicherheit und Infektionspr&#228;vention sowohl f&#252;r die Leitung wie auch f&#252;r die Mitarbeiter und Angeh&#246;rigen, und ebenso f&#252;r Hygieneaudits vor Ort, f&#252;r den Hygieneplan und die Kommunikation seitens der Hygiene mit den betreuenden &#196;rzten verantwortlich ist. Ebenso muss im Rahmen der Infektionspr&#228;vention eine verbindliche Regelung bez&#252;glich der Dienstkleidung gefunden werden. Gleichzeitig m&#252;ssen optimale Rahmenbedingungen f&#252;r die teaminterne Kommunikation gefunden werden, die nicht beim Austausch zur Pflegedokumentation enden. </Pgraph>
      <Pgraph>Auch auf der Ebene der Finanzierung seitens der &#196;rzte und Kassen gibt es L&#246;sungsans&#228;tze. Es kann nicht akzeptiert werden, dass die Ma&#223;nahmen der Pr&#228;vention nicht oder nur unzureichend finanziert, dagegen aber die wesentlich teureren Sanierungs- und Therapiema&#223;nahmen von den Kassen getragen werden. Hier ist dringend ein Umdenken notwendig, was die &#196;rzte in ihren Verschreibungsm&#246;glichkeiten nicht &#8222;deckelt&#8220; und &#8222;budgetiert&#8220;, und damit auch die Bereitschaft, das Thema MRSA aktiv anzugehen, optimiert, und den Sozialstationen im Fall von MRSA mit den zus&#228;tzlichen Kosten f&#252;r die Eigenschutzma&#223;nahmen entgegenkommt. </Pgraph>
      <Pgraph>L&#246;sungsans&#228;tze gibt es ebenso auf der Ebene der Verantwortlichen: Sicherlich m&#252;ssen Sozialstationen und &#196;rzte ihre Kommunikations- und Complianceprobleme selbst in die Hand nehmen und ihre Hygienevorgaben aufeinander abstimmen, aber es w&#228;re ebenso w&#252;nschenswert, wenn die von Seiten des &#246;ffentlichen Gesundheitsdienstes und des RKI formulierten Vorgaben &#252;bereinstimmend sind, stets in aktualisierter Form vorliegen und so verbindlich wie m&#246;glich f&#252;r Arzt und Sozialstationen formuliert w&#228;ren, um nicht einen allzu gro&#223;en Interpretationsfreiraum zu lassen, so dass man sich jederzeit darauf berufen kann und auch die Kostentr&#228;ger damit eingebunden w&#228;ren. </Pgraph>
    </TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention am RKI</RefAuthor>
        <RefTitle>Empfehlung zur Pr&#228;vention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus-areus-St&#228;mmen (MRSA) in Krankenh&#228;usern und anderen medizinischen Einrichtungen</RefTitle>
        <RefYear>2003</RefYear>
        <RefBookTitle>Richtlinie f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention am RKI. Empfehlung zur Pr&#228;vention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus-areus-St&#228;mmen (MRSA) in Krankenh&#228;usern und anderen medizinischen Einrichtungen. Richtlinie f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention, 21. Lieferung. M&#252;nchen: Elsevier; 2003.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="2">
        <RefAuthor>Popp W</RefAuthor>
        <RefAuthor>Hilgenh&#246;ner M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Dogru-Wiegand S</RefAuthor>
        <RefAuthor>Hansen D</RefAuthor>
        <RefAuthor>Daniels-Haardt I</RefAuthor>
        <RefTitle>Hygiene in der ambulanten Pflege. Eine Erfassung bei Anbietern</RefTitle>
        <RefYear>2006</RefYear>
        <RefJournal>BgBl Gesforsch Gesschutz</RefJournal>
        <RefPage>1195-204</RefPage>
        <RefTotal>Popp W, Hilgenh&#246;ner M, Dogru-Wiegand S, Hansen D, Daniels-Haardt I. Hygiene in der ambulanten Pflege. Eine Erfassung bei Anbietern. BgBl Gesforsch Gesschutz. 2006;49(12):1195-204.</RefTotal>
      </Reference>
    </References>
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      <Figures>
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