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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000595</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0005950</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Alles dual oder was&#63; Kooperatives, praxisintegrierendes oder praxisbegleitendes Studium in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft</Title>
      <TitleTranslated language="en">Cooperative work-study programs in Library and Information Science in Germany</TitleTranslated>
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        <Address>Humboldt-Universit&#228;t zu Berlin, Institut f&#252;r Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Unter den Linden 6, 10099 Berlin, Deutschland, Tel: &#43;49 (0)30 2093-70962<Affiliation>Humboldt-Universit&#228;t zu Berlin, Institut f&#252;r Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Berlin, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>ulla.wimmer&#64;ibi.hu-berlin.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <Keyword language="en">work study programs</Keyword>
      <Keyword language="en">library and information science</Keyword>
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      <Keyword language="de">duales Studium</Keyword>
      <Keyword language="de">Bibliotheks- und Informationswissenschaft</Keyword>
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      <SectionHeading language="de">Personalgewinnung und -entwicklung</SectionHeading>
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    <DatePublished>20240913</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>24</Volume>
        <Issue>1</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Personalgewinnung und -entwicklung in (Medizin-)Bibliotheken</IssueTitle>
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    <ArticleNo>12</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Strategische Personalgewinnung richtet sich auf alle Phasen der Berufsbiographie. Sie beginnt schon beim Einstieg in ein Berufsfeld durch Ausbildung oder Studium. Duale Studieng&#228;nge gelten hier als besonders flexibel und versprechen eine fr&#252;he Bindung zwischen Bibliothek und prospektiven Absolvent&#42;innen. Aufgrund von diversen hochschulrechtlichen Gegebenheiten gibt es derzeit in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft keinen offiziell dualen Studiengang, aber es gibt flexible und unb&#252;rokratische Alternativen daf&#252;r. Der Beitrag erkl&#228;rt, welche &#8222;dual-&#228;hnlichen&#8220; M&#246;glichkeiten f&#252;r eine Kombination aus (bezahlter) Praxis und Studium die bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Institute anbieten.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Strategic staff recruitment has to focus on all phases of the professional biography. It begins with the entry into a professional field through professional training or studies. Work-study programs &#8211;  or &#8220;dual study programs&#8221; &#8211; are considered particularly flexible in this respect and promise an early bond between the library and prospective graduates. Due to various regulations, there is currently no officially &#8220;dual&#8221; study program in library and information science in Germany, but there are flexible and unbureaucratic alternatives. This article explains which &#8220;dual-like&#8221; options for a combination of (paid) professional practice and studies the library and information science institutes offer. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="1 Einleitung">
      <MainHeadline>1 Einleitung</MainHeadline><Pgraph>&#8222;Duales Studium&#8220; ist in aller Munde: Ob Soziale Arbeit, Versicherungsmanagement oder Wirtschaftsinformatik &#8211; in zahlreichen Bereichen bieten Verwaltungen, Unternehmen und Hochschulen gemeinsame Studieng&#228;nge an, die Theorie und Praxis von Anfang an verbinden. Die Betriebe hoffen, sich Nachwuchskr&#228;fte zu sichern, die das spezifische Wissen des Unternehmens schon im Studium erwerben und damit direkt nach dem Abschluss einsetzbar sind. F&#252;r die Studierenden stehen die unterschiedlichen Lernorte und Lernformen, die ganzheitliche (Aus-)Bildung und die Finanzierung des Studiums im Vordergrund. Wie steht es mit dem dualen Studium in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Library and Information Science, LIS)&#63; Welche Formen und Angebote gibt es f&#252;r Bibliotheken, Studierende fr&#252;hzeitig zu f&#246;rdern und sich damit als attraktive Arbeitgeber&#42;innen zu etablieren&#63; </Pgraph><Pgraph>Dieser Beitrag wird zun&#228;chst auf das Ziel von dualen Studieng&#228;ngen eingehen, dann den Begriff &#8222;Duales Studium&#8220; n&#228;her erl&#228;utern. Bei einer Bestandsaufnahme wird festgestellt, dass es zurzeit in Deutschland keinen Studiengang im Bereich der LIS gibt, der offiziell &#8222;duales Studium&#8220; hei&#223;t. Es gibt stattdessen eine Vielzahl von neuen und alten M&#246;glichkeiten, das Hochschulstudium mit (bezahlter) Praxis in einem LIS-Studiengang zu verbinden. Diese M&#246;glichkeiten werden am Ende vorgestellt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="2 Was ist der Vorteil von dualen Studieng&#228;ngen&#63;">
      <MainHeadline>2 Was ist der Vorteil von dualen Studieng&#228;ngen&#63;</MainHeadline><Pgraph>Die derzeitige Attraktivit&#228;t von dualen Studieng&#228;ngen &#8211; seitens der Unternehmen&#47;Betriebe und seitens der Studierenden &#8211; h&#228;ngt zum einen mit dem laufenden Generationswechsel und dem demographischen Wandel zusammen, die zum bekannten Fachkr&#228;ftemangel f&#252;hren. Dieser schl&#228;gt sich nieder in sinkenden Bewerbungszahlen auf Stellenausschreibungen, aber auch sinkenden Bewerbungen auf Studienpl&#228;tze. Bibliotheken und Hochschulen sitzen also im selben Boot, wenn es darum geht, mehr motivierte Studierende und mehr Mitarbeiter&#42;innen mit zeitgem&#228;&#223;en Kompetenzen anzuziehen. Zum anderen gibt es qualitative Argumente f&#252;r ein duales Studium: den fr&#252;hen Abgleich von Theorie und Praxis, die unterschiedlichen Lernorte, die f&#252;r eine reichhaltige Lernerfahrung sorgen, eine ganzheitliche (Aus-)Bildung. Nicht zuletzt muss heute jeder Berufsstand der Tatsache Rechnung tragen, dass Lebensentw&#252;rfe und Karrierewege immer vielf&#228;ltiger werden und die Frage nach der Finanzierbarkeit eines Studiums in sp&#228;teren Lebensphasen eine gr&#246;&#223;ere Relevanz bekommt.</Pgraph><Pgraph>Aus diesen Gr&#252;nden m&#246;chten Bibliotheken und LIS-Hochschulen bzw. LIS-Fachbereiche m&#246;glichst vielf&#228;ltige Zugangswege ins Berufsfeld bieten, und zwar auch au&#223;erhalb des &#8222;klassischen&#8220; Karrierewegs. Bibliotheksbezogene Studieng&#228;nge sollen dadurch attraktiver werden, dass es m&#246;glich ist, ein LIS-Studium mit praktischer Bibliothekserfahrung bzw. mit bezahlter Berufst&#228;tigkeit zu verbinden. Es gibt viele M&#246;glichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Das Konzept &#8222;duales Studium&#8220; ist ein Teil von ihnen. </Pgraph><Pgraph>(Fast) alle bibliotheksbezogenen Studieng&#228;nge haben traditionell einen Praxisbezug, ein betr&#228;chtlicher Teil der Leistung wird in Form von Praktika, einem ganzen Praxissemester oder anerkannter berufspraktischer T&#228;tigkeit erbracht. Worin besteht also der Unterschied zu einem dualen Studiengang&#63;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="3 Was ist ein &#8222;duales Studium&#8220;&#63;">
      <MainHeadline>3 Was ist ein &#8222;duales Studium&#8220;&#63;</MainHeadline><Pgraph>Der Begriff &#8222;Duales Studium&#8220; scheint auf den ersten Blick recht klar zu sein: Ein Studium, das den Erwerb von theoretischen und praktischen F&#228;higkeiten verbindet, und in dem der&#47;die Studierende von Anfang an ein Ausbildungsentgelt erh&#228;lt. Wie diese Verbindung von Lernen an der Hochschule und in einem Unternehmen jedoch <Mark2>genau</Mark2> aussieht, bleibt zu kl&#228;ren. Daf&#252;r gibt es eine Vielzahl von Modellen. Sie werden z.B. mit den Begriffen berufsbegleitend, berufsintegrierend, praxisintegrierend oder praxisbegleitend bezeichnet. </Pgraph><Pgraph>2013 hat der Wissenschaftsrat diese Modell- und Begriffsvielfalt mit seinen &#8222;Empfehlungen zur Entwicklung des dualen Studiums&#8220; systematisiert <TextLink reference="1"></TextLink>. Aus diesen ergibt sich, ob ein Studiengang <Mark2>formal</Mark2> als &#8222;dual&#8220; bezeichnet werden kann. Auf diese Empfehlungen beziehen sich auch die folgenden Ausf&#252;hrungen.</Pgraph><Pgraph>Laut dem Positionspapier des Wissenschaftsrats geh&#246;ren zu einem dualen Studium zwei Charakteristika:</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Es muss sich um ein wissenschaftliches Studium handeln (es muss also deutlich &#252;ber Ausbildungsniveau hinausgehen und es gilt die Freiheit der Lehre) und </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">dieses Studium findet an mindestens zwei sogenannten &#8222;Lernorten&#8220; statt, n&#228;mlich an der Hochschule und im Betrieb &#47; bei einem Praxispartner. </ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Das hei&#223;t, in einem dualen Studium ist die Bibliothek Lern- bzw. Ausbildungsort, nicht Arbeitsort. Der&#47;die Studierende ist kein&#42;e Arbeitnehmer&#42;in sondern hat den Status einer Person in Ausbildung bzw. im Studium. </Pgraph><Pgraph>Die beiden Lernorte eines dualen Studiums m&#252;ssen laut Wissenschaftsrat &#252;berdies &#8222;strukturell und inhaltlich verzahnt&#8220; sein. &#8222;Strukturelle Verzahnung&#8220; bedeutet, dass die Studierenden an beiden Orten als Lernende betreut werden und dass diese Betreuung koordiniert stattfindet. Um dies zu gew&#228;hrleisten, muss es eine vertragliche Regelung zwischen Praxispartner und Hochschule geben sowie gemeinsame Gremien zur Abstimmung und Planung. Die Hochschule ist f&#252;r die Qualit&#228;tskontrolle des Studiums sowohl in der eigenen Lehre als auch beim Praxispartner zust&#228;ndig, der Praxispartner der Hochschule in dieser Hinsicht also Rechenschaft schuldig.</Pgraph><Pgraph>&#8222;Inhaltliche Verzahnung&#8220; bedeutet, dass Praxisphasen als Studieninhalte in ECTS auf das Studium angerechnet werden. Die beiden Lernorte beziehen sich aufeinander mittels &#8222;gestalteter Bezugnahmen&#8220;, d.h. das Curriculum des Studiengangs und die Lernziele in den Praxisphasen sind aufeinander abgestimmt, die Lehrinhalte beziehen sich aufeinander und es gibt spezielle Lehrveranstaltungen (z.B. Praxiskolloquien), bei denen der Bezug zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung reflektiert wird. Die duale Komponente muss in einer eigenen Studien- und Pr&#252;fungsordnung formal abgebildet werden, d.h. ein dualer Studiengang l&#228;uft als Studiengang separat zu einem nicht-dualen Studiengang. </Pgraph><Pgraph>Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/> zeigt die Systematik, die sich aus diesen Kriterien ergibt. &#8222;Dual&#8220; k&#246;nnen laut Wissenschaftsrat nur Studienformate sein, bei denen es die formale und inhaltliche &#8222;Verzahnung&#8220; gibt. Das sind die in der linken Spalte von Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>. Sie hei&#223;en berufs- oder praxis-&#8222;integrierend&#8220;. Wenn der&#47;die Studierende einen <Mark1>Ausbildungsvertrag</Mark1> mit der Einrichtung hat, dann spricht man von &#8222;praxisintegrierend&#8220;. Wenn der&#47;die Studierende einen <Mark1>Arbeitsvertrag</Mark1> mit der Einrichtung hat, dann spricht man von &#8222;berufsintegrierend&#8220;. Voraussetzung ist hier nat&#252;rlich, dass die Person bereits einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss hat, also einen Ausbildungs- oder einen Bachelorabschluss.</Pgraph><Pgraph>Bei anderen Modellen (vgl. Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>, rechte Spalte) werden zwar auch Beruf, Praktikum und Studium kombiniert, aber ohne engere &#8222;gestaltete Bezugnahmen&#8220;, daher k&#246;nnen diese Studienformate nach den Kriterien des Wissenschaftsrats nicht dual genannt werden. Sie werden als &#8222;begleitend&#8220; bezeichnet. </Pgraph><Pgraph>F&#252;r ein duales Studium m&#252;ssen also die drei Partner institutionell-strukturell, d.h. auch vertraglich, mit einander verbunden werden: Die <Mark2>Praxiseinrichtung</Mark2> und <Mark2>Hochschule</Mark2> regeln ihre Beziehung in einem Vertrag, der auch Absprachen zur Zulassung beinhaltet. <Mark2>Praxiseinrichtung</Mark2> und <Mark2>Studierende</Mark2> schlie&#223;en ebenfalls einen (Ausbildungs-)Vertrag. Und <Mark2>Hochschule</Mark2> und <Mark2>Studierende</Mark2> regeln ihr Verh&#228;ltnis in einer spezifischen Studienordnung, die die Verzahnung der unterschiedlichen Studienphasen und <TextGroup><PlainText>-an</PlainText></TextGroup>teile regelt. Dazu kommen ggf. noch l&#228;nderspezifische Regelungen (z.B. kann in Baden-W&#252;rttemberg nur die Duale Hochschule Baden-W&#252;rttemberg duale Studieng&#228;nge anbieten.) </Pgraph><Pgraph>Organisatorisch sieht ein duales Studium so aus, dass der&#47;die Studierende von der Einrichtung eine monatliche Ausbildungsverg&#252;tung erh&#228;lt und einen tariflichen Urlaubsanspruch hat. Es wechseln sich in den folgenden sechs bis sieben Semestern Theorie- und Praxisphasen ab (z.B. in einem dreimonatigen Rhythmus). Die Theoriephasen finden an der Hochschule in Form von Vorlesungen, Seminaren und &#220;bungen statt. Die Praxisphasen finden im Unternehmen in Form einer praktischen Unterweisung oder von Projekten statt. W&#228;hrend der Praxisphasen wird auch der Urlaub genommen. </Pgraph><Pgraph>Der Wissenschaftsrat unterscheidet also das systematisch verzahnte, inhaltlich und strukturell abgestimmte duale Studium von einer rein zeitlich m&#246;glichen Kombination aus Studium und Beruf oder von einem Studium mit Praktikumsanteilen. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="4 Wie &#8222;dual&#8220; sind die LIS-Studieng&#228;nge derzeit&#63;">
      <MainHeadline>4 Wie &#8222;dual&#8220; sind die LIS-Studieng&#228;nge derzeit&#63;</MainHeadline><Pgraph>Fassen wir die Kriterien zusammen, die ein Studiengang erf&#252;llen muss, um sich offiziell als &#8222;dual&#8220; bezeichnen zu d&#252;rfen &#8211; also dreiseitige vertragliche Vereinbarungen, gemeinsame Gremien, gegenseitige Anrechnung von Studienleistungen, inhaltliche Abstimmung, gemeinsame Betreuung, eine eigene Studienordnung &#8211; dann stellen wir fest, dass nur die traditionellsten Studienformen im Bibliotheksbereich die Anforderungen des Wissenschaftsrates weitgehend erf&#252;llen, n&#228;mlich das Referendariat im Masterniveau und die verwaltungsinterne Ausbildung (die heute nur noch in Bayern m&#246;glich ist) auf dem Bachelor-Niveau. Bei diesen Studieng&#228;ngen sind die meisten Kriterien erf&#252;llt &#8211; was allerdings fehlt, ist das Label &#8222;dual&#8220;. </Pgraph><Pgraph>Einen eigenst&#228;ndigen, formal als &#8222;dual&#8220; bezeichneten Studiengang gibt es dagegen in unserem Fach nicht. Die Gr&#252;nde daf&#252;r deuten sich nach den o.g. Ausf&#252;hrungen bereits an: Die formalen und regulatorischen Anforderungen an jeden neuen Studiengang sind enorm, f&#252;r einen kooperativen &#8211; dualen &#8211; Studiengang sind sie noch einmal gr&#246;&#223;er. Um einen neuen Studiengang zu etablieren, ist ein Vorlauf von 2&#8211;3 Jahren realistisch, ganz abgesehen davon, dass zur&#252;ckgehende Studierendenzahlen einen neuen zus&#228;tzlichen Studiengang nur schwer begr&#252;ndbar machen. Zwar sind bei den bestehenden Studieng&#228;ngen die Kriterien f&#252;r ein duales Studium nicht erf&#252;llt. In Bezug auf die erweiterte Zielsetzung der Bibliotheken und LIS-Hochschulen &#8211; n&#228;mlich ein Studium <Mark2>bezahlt</Mark2> mit praktischen Anteilen zu verbinden &#8211; k&#246;nnen jedoch auch die &#8222;begleitenden&#8220; Studienformate durchaus relevant sein. Insofern ist es sinnvoll, die vorhandenen Studienm&#246;glichkeiten um Studienmodelle zu erweitern, die dann zwar nicht &#8222;dual&#8220; hei&#223;en, aber diese Ziele unterst&#252;tzen und einige Kriterien erf&#252;llen. </Pgraph><Pgraph>Es finden sich bereits jetzt verschiedene Zwischenformen f&#252;r die (bezahlte) Verbindung von praktischer T&#228;tigkeit und Studium:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">In praktisch allen LIS-Studieng&#228;ngen gibt es eine informelle Verbindung von Studium und Berufst&#228;tigkeit &#8211; z.B. durch die zahlreichen Fachangestellten f&#252;r Medien- und Informationsdienste (FaMIs), die in Bachelorstudieng&#228;ngen studieren oder Bachelor-Absolvent&#42;innen, die bei reduzierter Berufst&#228;tigkeit den Master absolvieren. Allerdings liegt hier &#8211; im Gegensatz zum dualen oder dual-&#228;hnlichen &#8211; Studium, die Last, beide Bereiche zu verbinden, ausschlie&#223;lich bei den Studierenden. Und es gibt nur wenige &#8222;gestaltete Bezugnahmen&#8220; zwischen Studium und Beruf. </ListItem><ListItem level="1">Die weiterbildenden Studieng&#228;nge auf Master-Niveau (an der Technischen Hochschule K&#246;ln <TextLink reference="2"></TextLink>, der Technischen Hochschule Wildau <TextLink reference="3"></TextLink> oder der Humboldt-Universit&#228;t zu Berlin <TextLink reference="4"></TextLink>) integrieren alle in irgendeiner Form Beruf oder Praxis (z.B. in Form von Praxis-Projekten, Anrechnungen usw.), hei&#223;en aber nicht &#8222;dual&#8220; &#8211; und m&#252;ssen aufgrund ihres weiterbildenden Charakters kostenpflichtig angeboten werden, was eine zus&#228;tzliche H&#252;rde darstellt. </ListItem><ListItem level="1">Auf der Bachelor-Ebene gibt es mittlerweile einige Studieng&#228;nge, die besonders berufst&#228;tige FaMIs im Blick haben und ihnen das Studium so erm&#246;glichen, dass sie w&#228;hrend des Studiums im Beruf bleiben k&#246;nnen und ggf. Vorkenntnisse anrechnen, die zu einer Verk&#252;rzung der Studienzeit f&#252;hren. </ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Auch <Mark2>innerhalb</Mark2> der Studieng&#228;nge sind unterschiedliche Konstellationen m&#246;glich: Manche der berufst&#228;tigen Studierenden studieren ohne Unterst&#252;tzung ihrer Arbeitsste<TextGroup><PlainText>ll</PlainText></TextGroup>e, andere in enger Absprache und mit organisatorischer oder gar finanzieller Unterst&#252;tzung ihrer Bibliothek. Das Land Berlin vergibt z.B. derzeit sogenannte &#8222;Hauptstadtstipendien&#8220; (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.berlin.de&#47;karriereportal&#47;kampagnen&#47;landingpage.1378434.php">https:&#47;&#47;www.berlin.de&#47;karriereportal&#47;kampagnen</Hyperlink>) an Studierende in Studieng&#228;ngen, die f&#252;r &#246;ffentliche Einrichtungen relevant sind. Einige dieser Stipendien wurden bereits f&#252;r Studierende der Bibliotheks- und Informationswissenschaft ausgeschrieben. Ein Beispiel daf&#252;r, wie eine Bibliothek aus einem Studiengang eigenst&#228;ndig eine &#8222;quasi-duale&#8220; Weiterbildung mit &#8222;Praxisphasen&#8220; konzipieren kann, ist das Weiterbildungsangebot f&#252;r Quereinsteiger&#42;innen der Bibliothek der TU M&#252;nchen auf der Q4 &#47; Masterniveau <TextLink reference="5"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Wir sehen: Das Ziel, Studium und Bibliothekst&#228;tigkeit sowie theoretischen und praktischen Kompetenzerwerb bezahlt zu verbinden, kann auf vielen Wegen erreicht werden. Auch Studieng&#228;nge, die nicht unter dem Label &#8222;dual&#8220; laufen, k&#246;nnen Aspekte eines dualen Studiums aufweisen. Im Sinne der langfristigen Personalgewinnung geht es im Kern darum, wie Bibliotheken ihre Mitarbeiter&#42;innen bei einem Studium unterst&#252;tzen k&#246;nnen und wie die Hochschulen ihre LIS-Studieng&#228;nge so gestalten k&#246;nnen, dass bezahlte Berufst&#228;tigkeit m&#246;glich ist. Dieser Weg besteht darin, die vorhandenen Studieng&#228;nge um &#8222;duale&#8220; &#8211; d.h. praxis- oder berufsintegrierende &#8211; Studienm&#246;glichkeiten zu erweitern. Drei Beispiele daf&#252;r folgen im n&#228;chsten Kapitel. Dieses entstand mit Unterst&#252;tzung von Dr. Anke Wittich, Hochschule Hannover, Prof. Dr. Heidrun Wiesenm&#252;ller, Hochschule der Medien Stuttgart, und Prof. Dr. Simone F&#252;hles-Ubach, Technische Hochschule K&#246;ln.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="5 &#8222;Dual-&#228;hnliche&#8220; Studienm&#246;glichkeiten in der LIS an deutschen Hochschulen">
      <MainHeadline>5 &#8222;Dual-&#228;hnliche&#8220; Studienm&#246;glichkeiten in der LIS an deutschen Hochschulen</MainHeadline><Pgraph>Wir halten fest: Es gibt in Deutschland Studieng&#228;nge, die alle Kriterien eines dualen Studiums erf&#252;llen, aber nicht dual hei&#223;en: die verwaltungsinterne Ausbildung zum gehobenen Dienst (Q3) in Bayern und das Referendariat bzw. Volontariat f&#252;r den h&#246;heren Dienst (Q4) in allen Bundesl&#228;ndern. </Pgraph><Pgraph>Es ist weiterhin &#252;blich, dass Besch&#228;ftigte in Bibliotheken (meist FaMIs) parallel zu ihrer Berufst&#228;tigkeit studieren &#8211; in Vollzeit oder Teilzeit, mit oder ohne Unterst&#252;tzung durch ihre arbeitgebende Institution. Diese Konstellation gibt es an allen Hochschulen, sie gilt aber &#8211; aus den oben erl&#228;uterten Gr&#252;nden &#8211; nicht als &#8222;dual&#8220;. </Pgraph><Pgraph>Dar&#252;ber hinaus gibt es Studieng&#228;nge, die eine Form des &#8222;dual-&#228;hnlichen&#8220;, praxis- oder berufsbegleitenden oder <TextGroup><PlainText>-int</PlainText></TextGroup>egrierenden Bachelor-Studiums anbieten. Diese Studieng&#228;nge stelle ich im Folgenden im &#220;berblick vor. Da alle Hochschulen sich derzeit mit der Frage nach flexibleren Studienm&#246;glichkeiten besch&#228;ftigen, wird es hier in den n&#228;chsten Jahren einige Bewegung geben; es handelt sich also um eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Beitrags Mitte 2024.</Pgraph><Pgraph>Die Studieng&#228;nge setzen unterschiedliche fachliche Schwerpunkte und bieten den Studierenden verschiedene Spezialisierungsrichtungen. Sie qualifizieren aber alle f&#252;r eine T&#228;tigkeit im Informationssektor, und dabei stehen Bibliotheken besonders im Fokus. Auf inhaltliche Unterschiede zwischen den Studieng&#228;ngen kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden; ich beschr&#228;nke mich auf die organisatorischen und vertraglichen Modelle zur Verbindung einer Praxist&#228;tigkeit mit einem Studium sowie auf die Rollen, die die drei Akteur&#42;innen &#8211; Studierende&#47;r, Bibliothek und Hochschule &#8211; darin einnehmen. Besonders relevant sind dabei folgende Aspekte:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Zugang und Zulassung</ListItem><ListItem level="1">Organisation &#47; Vereinbarkeit mit Berufst&#228;tigkeit &#47; Praxisphasen</ListItem><ListItem level="1">Ausgestaltung des Verh&#228;ltnisses zwischen Hochschule &#8211; Bibliothek &#8211; Studierenden</ListItem><ListItem level="1">Rolle der Bibliothek im Studium</ListItem></UnorderedList></Pgraph><SubHeadline>Der Bachelor-Studiengang &#8222;Informationsmanagement berufsbegleitend&#8220; (BIB) an der Hochschule Hannover</SubHeadline><Pgraph>Der Studiengang &#8222;Informationsmanagement berufsbegleitend&#8220; <TextLink reference="6"></TextLink> ist das &#228;lteste bestehende Studienmodell auf Bachelor-Ebene, das die Verbindung von Beruf und Studium mitdenkt. Es handelt sich dabei um einen regul&#228;ren, grundst&#228;ndigen Bachelor-Studiengang, der so organisiert ist, dass das Studium mit einer Berufst&#228;tigkeit verbunden und auch aus gr&#246;&#223;erer r&#228;umlicher Entfernung studiert werden kann. Konkret besteht das Studium aus f&#252;nf bis sechs Pr&#228;senzphasen an der Hochschule (Donnerstag&#47;Freitag&#47;Samstag) pro Semester, die durch Selbststudium und virtuelle Lernangebote erg&#228;nzt werden. In sieben Semestern erwerben die Studierenden so einen Bachelor-Abschluss. Die beiden notwendigen Praxisphasen k&#246;nnen in der eigenen Einrichtung abgeleistet werden, die zweite Phase h&#228;ufig in Form eines Praxisprojektes.</Pgraph><Pgraph>Der Studiengang steht Studierenden offen, die ein Abitur und eine FaMI-Ausbildung besitzen oder bereits mindestens drei Jahre in einer Bibliothek t&#228;tig sind: entweder als FaMI oder als Quereinsteiger&#42;in mit Studienabschluss. Personen ohne Abitur oder Fachhochschulreife k&#246;nnen die Hochschulzugangsberechtigung auch durch mehrj&#228;hrige berufliche T&#228;tigkeit erwerben.</Pgraph><Pgraph>Die Studierenden haben in der Regel einen Arbeitsvertrag mit der Bibliothek; zunehmend gibt es auch Weiterbildungsvereinbarungen. Da es sich um ein regul&#228;res grundst&#228;ndiges Studium handelt, gibt es keine Vereinbarungen zwischen Bibliothek und Hochschule: Die Zulassung erfolgt allein durch die Hochschule. Es fallen ausschlie&#223;lich die &#252;blichen Studienbeitr&#228;ge an. In diesem Studiengang studiert j&#228;hrlich eine Kohorte von 30&#8211;35 Studierenden.</Pgraph><Pgraph>Bibliothek und Hochschule gehen in diesem Fall also formal keine Beziehung ein. W&#228;hrend des Studiums spielt die arbeitgebende Bibliothek f&#252;r die Studierenden selbstverst&#228;ndlich trotzdem eine bedeutende Rolle. Diese variiert jedoch stark: Wenn Studierende bewusst ihre Berufst&#228;tigkeit und das Studium trennen m&#246;chten, nimmt die Bibliothek keine aktive Rolle ein, wei&#223; im Extremfall nicht einmal von dem Studium. F&#252;hren die Studierenden das Studium aber mit Wissen oder in Absprache mit ihrer Bibliothek durch (das ist die Mehrheit), dann sind sehr unterschiedliche Formen und Grade der Unterst&#252;tzung m&#246;glich. Neben finanzieller oder organisatorischer Unterst&#252;tzung, wie der Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Freistellungen oder einer &#220;bernahme von Reisekosten oder der Studienbeitr&#228;ge, spielt es f&#252;r die Studierenden vor allem eine Rolle, dass ihr Studium als besonderes Engagement von der Bibliotheksleitung wertgesch&#228;tzt wird. Das kann sich ganz einfach darin &#228;u&#223;ern, dass die Pr&#228;senzphasen bei der Dienstplanung ber&#252;cksichtigt werden, oder dass den Mitarbeiter&#42;innen auch im Betrieb m&#246;glichst oft die M&#246;glichkeit zum Lernen gegeben wird, z.B. durch Mitarbeit in Projektgruppen, in Gremien oder durch Hospitationen.</Pgraph><SubHeadline>Der Bachelor-Studiengang &#8222;Bibliothek und Digitale Information&#8220; an der Hochschule der Medien Stuttgart</SubHeadline><Pgraph>Der Studiengang &#8222;Bibliothek und digitale Information&#8220; <TextLink reference="7"></TextLink> (bis Sommersemester 2024: &#8222;Informationswissenschaften&#8220;) an der Hochschule der Medien Stuttgart (vgl. den Beitrag von Vonhof &#38; Wiesenm&#252;ller in diesem Heft <TextLink reference="8"></TextLink>) kann auch praxisbegleitend studiert werden. Es handelt sich nicht um einen eigenen Studiengang und es gelten die allgemeinen Regeln zur Zulassung von Studierenden und f&#252;r den Zugang zur Hochschule. D.h. es ist eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur oder Fachhochschulreife) notwendig, um studieren zu k&#246;nnen. Studieninteressierte mit einschl&#228;giger mehrj&#228;hriger Berufst&#228;tigkeit, die keine Hochschulzugangsberechtigung haben, k&#246;nnen auf dem Wege einer besonderen Eignungspr&#252;fung zugelassen werden.</Pgraph><Pgraph>Die Initiative zum praxisbegleitenden Studium geht von Bibliotheken aus, die dies als zus&#228;tzlichen Weg der Personalgewinnung und -bindung nutzen m&#246;chten. Sie schreiben entsprechende Stellen aus und w&#228;hlen in einem regul&#228;ren Bewerbungsprozess geeignete Bewerber&#42;innen aus. Im n&#228;chsten Schritt bewerben sich diese Personen ganz regul&#228;r an der Hochschule um einen Studienplatz. Zu beachten ist, dass es keine Vereinbarung bzw. keinen Vertrag zwischen den Bibliotheken und der Hochschule gibt. Studierende mit FaMI-Abschluss der Fachrichtung Bibliothek k&#246;nnen das 7-semestrige Studium auf dem Weg der strukturierten Anrechnung auf 5 Semester verk&#252;rzen <TextLink reference="9"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die Ausgestaltung der Beziehung zwischen Bibliothek und Studierender&#47;m, einschlie&#223;lich des Vertragsverh&#228;ltnisses und der Verg&#252;tung, liegt alleine in der Verantwortung der Einrichtung bzw. ihres Tr&#228;gers. Damit entsteht ein &#8222;gesponsertes Studium&#8220;, in dem die Studierenden den regul&#228;ren Vollzeit-Bachelor-Studiengang absolvieren und vor allem in der vorlesungsfreien Zeit in der Bibliothek zus&#228;tzliche Praxiserfahrung sammeln. Das Studium beinhaltet au&#223;erdem ein Praxissemester, das in der Regel in der Bibliothek absolviert wird. In vielen F&#228;llen bedeutet dies f&#252;r den&#47;die Studierende&#42;n pendeln zwischen Betrieb und Hochschule.</Pgraph><Pgraph>In diesem Modell initiiert also die Bibliothek das Studium. Sie allein steht in einer vertraglichen Beziehung zum oder zur Studierenden. Die Bibliothek wird damit Lernort und kann sich &#252;berlegen, in welcher Form sie diese Rolle ausgestalten will. Dazu kann sie auf Formate zur&#252;ckgreifen, die aus anderen Ausbildungsverh&#228;ltnissen (vom FaMI bis zum Referendariat) bekannt sind, besonders auf den Hausdurchlauf oder kleinere Projekte. </Pgraph><Pgraph>Die ersten praxisbegleitend Studierenden haben das Studium zum Wintersemester 2022&#47;23 begonnen. Aktuell studieren 10 Personen praxisbegleitend.</Pgraph><SubHeadline>Das praxisintegrierende Studium im Bachelor-Studiengang &#8222;Bibliothek und digitale Kommunikation&#8220; an der Technischen Hochschule K&#246;ln</SubHeadline><Pgraph>Seit dem Wintersemester 2023&#47;24 bietet das Institut f&#252;r Informationswissenschaft (IWS) der Technischen Hochschule K&#246;ln ein &#8222;praxisintegrierendes&#8220; Studium <TextLink reference="10"></TextLink> an. Auch diese Studienm&#246;glichkeit ist eine Modifikation des regul&#228;ren Bachelor-Studiengangs &#8222;Bibliothek und digitale Kommunikation&#8220;. Das Modell wurde in Anlehnung an das praxisbegleitende Studium an der HdM Stuttgart entwickelt und weist daher viele &#196;hnlichkeiten auf: </Pgraph><Pgraph>Die entsendende Bibliothek schreibt eine Stelle zum praxisintegrierenden Studium aus und w&#228;hlt eine&#47;n Bewerber&#42;in aus. Diese&#47;r bewirbt sich dann um einen Studienplatz im Studiengang, der derzeit zulassungsbeschr&#228;nkt ist. Zugelassen werden k&#246;nnen Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung oder mit einem FaMI-Abschluss und mindestens drei Jahren Berufserfahrung. Das Studium umfasst sieben Semester, FaMIs k&#246;nnen hier ebenfalls die Studienzeit auf 5 Semester verk&#252;rzen; sie steigen dann ohne Numerus Clausus als Quereinsteiger direkt ins dritte Semester ein.</Pgraph><Pgraph>Erst wenn klar ist, dass der&#47;die Bewerber&#42;in zum Studium zugelassen wurde, schlie&#223;en Bibliothek und Studierende&#47;r einen Vertrag ab. Im Fall eines&#47;r Neueinsteiger&#42;in wird ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen (ein Beispiel f&#252;r einen Ausbildungsvertrag wird auf der Informationsseite zum Studiengang bereitgestellt <TextLink reference="10"></TextLink>), der z.B. vorsieht, dass die vorlesungsfreien Zeiten (abz&#252;glich des Urlaubs) und das Praxissemester in der entsendenden Bibliothek verbracht werden. Auch eine Ausbildungsverg&#252;tung ist darin vereinbart, die z.B. der H&#246;he der FaMI-Verg&#252;tung entsprechen kann. Es liegt bei der Bibliothek, inwiefern sie den Studierenden weitere Unterst&#252;tzung &#8211; z.B. Reisekosten &#8211; zukommen l&#228;sst.</Pgraph><Pgraph>Handelt es sich um eine&#47;n (FaMI-)Angestellte&#47;n der Bibliothek, wird nach der Zulassung &#8222;ein Arbeitszeit- und Finanzierungsmodell f&#252;r die Dauer des Studiums&#8220; <TextLink reference="10"></TextLink> vereinbart. Die Hochschule empfiehlt eine w&#246;chentliche Arbeitszeit von nicht mehr als 10 Stunden. </Pgraph><Pgraph>Ein Vertrag zwischen Bibliothek und Hochschule ist nicht vorgesehen, eine Bibliothek muss jedoch in der Lage sein, ihre&#47;n Studierende&#47;n fachlich und pers&#246;nlich anzuleiten. Hier nimmt die Bibliothek also eine Rolle als Lernort ein und soll diese angemessen ausf&#252;llen. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="6 Fazit">
      <MainHeadline>6 Fazit</MainHeadline><Pgraph>Es gibt viele M&#246;glichkeiten, auch ohne das Label &#8222;dual&#8220; ein Studium und Bibliothekspraxis (bezahlt) zu verbinden und damit den Einstieg in den Bibliotheksberuf oder die H&#246;herqualifizierung attraktiv zu gestalten. Im Vergleich zur Einrichtung neuer Studieng&#228;nge ist es schneller und risiko&#228;rmer, die bestehenden Studieng&#228;nge um kooperative Studienmodelle zu erweitern. </Pgraph><Pgraph>Drei Beispiele f&#252;r solche behutsamen Erweiterungen wurden vorgestellt. Auch wenn die LIS-Studieng&#228;nge selbst nicht &#8222;dual&#8220; hei&#223;en, k&#246;nnen Bibliotheken Qualifikationsstellen im Sinne eines &#8222;dualen Studiums&#8220; ausschreiben, um damit den kooperativen und unterst&#252;tzenden Charakter des Studienmodells zu verdeutlichen. </Pgraph><Pgraph>Bibliotheken, die eine&#47;n Studierende&#47;n von Anfang an einbinden oder einer&#47;m Besch&#228;ftigten eine H&#246;herqualifizierung erm&#246;glichen m&#246;chten, sollten sich mit der n&#228;chstgelegenen Hochschule in Verbindung setzen. Die M&#246;glichkeiten, Studium und Bibliothekspraxis kreativ zu verbinden, sind noch lange nicht ausgesch&#246;pft. Bibliotheken und Hochschulen k&#246;nnen hierf&#252;r gemeinsam neue Wege finden.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autorin erkl&#228;rt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph><SubHeadline>ORCID der Autorin</SubHeadline><Pgraph>Dr. Ulla Wimmer: <Hyperlink href="https:&#47;&#47;orcid.org&#47;0000-0003-0725-4567">0000-0003-0725-4567</Hyperlink></Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Klassifizierung bestehender Studienformate laut Wissenschaftsrat (&#91;1&#93;, S. 9)</Mark1><LineBreak></LineBreak>&#169; Wissenschaftsrat, CC BY-SA 4.0 (Namensnennung-Share Alike, https:&#47;&#47;creativecommons.org&#47;licenses&#47;by-sa&#47;4.0&#47;deed.de)</Pgraph></Caption>
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