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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000554</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0005546</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Fachbeitrag</ArticleType>
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      <Title language="de">K&#246;nnen wir k&#252;nstliche Intelligenzen wie ChatGPT produktiv f&#252;r die medizinbibliothekarische Arbeit nutzen&#63;</Title>
      <TitleTranslated language="en">Can we use artificial intelligence like ChatGPT productively for medical library work&#63;</TitleTranslated>
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          <LastnameHeading>Schweizer</LastnameHeading>
          <Firstname>Stefanus</Firstname>
          <Initials>S</Initials>
          <AcademicTitle>Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Universit&#228;tsbibliothek Mainz, Bereichsbibliothek Medizin,Langenbeckstra&#223;e 1, Geb&#228;ude 304, 55131 Mainz, Deutschland<Affiliation>UB Mainz, Bereichsbibliothek Universit&#228;tsmedizin</Affiliation></Address>
        <Email>s.schweizer&#64;ub.uni-mainz.de</Email>
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          <LastnameHeading>Vogel</LastnameHeading>
          <Firstname>Christian</Firstname>
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          <Affiliation>Medizinische Bibliothek der Vinzenz Gruppe, Linz, &#214;sterreich</Affiliation>
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          <LastnameHeading>Weiner</LastnameHeading>
          <Firstname>Oliver</Firstname>
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          <Affiliation>UB Kiel, Zweigbibliothek Medizin, Kiel, Deutschland</Affiliation>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">ChatGPT</Keyword>
      <Keyword language="en">linguistic AI</Keyword>
      <Keyword language="en">artificial intelligence</Keyword>
      <Keyword language="en">AI</Keyword>
      <Keyword language="en">chatbot</Keyword>
      <Keyword language="en">large language models (LLMs)</Keyword>
      <Keyword language="de">ChatGPT</Keyword>
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      <Keyword language="de">KI</Keyword>
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      <Keyword language="de">Sprachmodell</Keyword>
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    <DatePublished>20230913</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>23</Volume>
        <Issue>1</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Forschungsnahe Dienste von (Medizin-)Bibliotheken</IssueTitle>
      </Journal>
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    <ArticleNo>04</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Seit die amerikanische Firma OpenAI im November 2022 die Vorversion ihres Chat-Bots ChatGPT, ver&#246;ffentlicht hat, ist eine lebhafte Diskussion &#252;ber die Vorteile und den Einsatz von Sprach-KI in unserer Gesellschaft entstanden. ChatGPT hat das Verst&#228;ndnis von geschriebenen Texten seit seiner Einf&#252;hrung bereits grundlegend ver&#228;ndert und wird es weiter ver&#228;ndern. Dies hat auch eine Debatte &#252;ber den Einsatz und die Auswirkungen von Sprach-KI in der h&#246;heren Bildung ausgel&#246;st. Die Anwendungsm&#246;glichkeiten von ChatGPT im Hochschulbereich reichen von Unterst&#252;tzung beim Lehren und Lernen &#252;ber die Automatisierung von Routineaufgaben bis hin zu Konvertierungs- und Programmierarbeiten. In dem Beitrag sollen Beispiele aus dem medizinbibliothekarischen Bereich die Leistungsf&#228;higkeit, aber auch die bis jetzt bestehenden Grenzen von ChatGPT aufzeigen.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Since the American company OpenAI released the pre-release version of its chatbot ChatGPT in November 2022, a lively discussion has arisen about the benefits and use of speech AI in our society. Since its release ChatGPT has already fundamentally changed the understanding of written texts and it will continue to do so. This has sparked a debate about the use and impact of language AI in higher education. The potential applications of ChatGPT in higher education range from assistance with teaching and learning, to automation of routine tasks, to conversion and programming work. In the paper, examples from the medical library sector will demonstrate the power but also the limitations of ChatGPT.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Im November 2022 hat das amerikanische Unternehmen OpenAI die Pre-Version des Chatbots ChatGPT ver&#246;ffentlicht, der auf KI (k&#252;nstlicher Intelligenz), dem Sprachmodell GPT-3-5 von OpenAI, beruht. Seitdem hat sich eine lebhafte Diskussion &#252;ber Nutzen von und Umgang mit Sprach-KI in unserer Gesellschaft entwickelt. ChatGPT hat mit dem ersten Tag das Verst&#228;ndnis von geschriebenen Texten ver&#228;ndert. Bereits nach wenigen Tagen hatten sich mehrere Millionen Nutzer registriert, was Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter erst nach Monaten erreicht haben <TextLink reference="1"></TextLink>. Man kann ohne &#220;bertreibung behaupten, dass die zum Teil kostenlose App wie eine Bombe eingeschlagen hat.</Pgraph><Pgraph>Was f&#252;r die breite &#214;ffentlichkeit wie eine sensationelle Neuheit aus dem Nichts kam, hat die deutsche Hochschullandschaft nicht g&#228;nzlich unvorbereitet getroffen <TextLink reference="2"></TextLink>. An deutschen Hochschulen existieren zahlreiche KI-Studieng&#228;nge, die sich schwerpunktm&#228;&#223;ig mit Anwendunge<TextGroup><PlainText>n b</PlainText></TextGroup>esch&#228;ftigen, bei denen Maschinen menschen&#228;hnliche Intelligenzleistungen erbringen <TextLink reference="3"></TextLink>. Zudem besch&#228;ftigen sich viele Hochschullehrende seit Jahren mit dem Einsatz von KI im Kontext Hochschulbildung und Bildungsauftrag <TextLink reference="2"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die kritischen Stimmen, die von Datenschutzbedenken, Diskriminierungsgefahren, ethischen &#38; urheberrechtlichen Fragen bis hin zu negativen Einfl&#252;ssen auf den Arbeitsmarkt mit der Bedrohung von Arbeitspl&#228;tzen reichen, sollten nicht ignoriert werden Eine Verteufelung oder ein striktes Verbot in der Hochschullehre erscheinen jedoch nicht sinnvoll, da die Sprach- und Textausgaben zum einen nicht immer eindeutig zu identifizieren sind und sich zum anderen n&#252;tzliche Einsatzgebiete zeigen. Restriktionen im Hochschuleinsatz sind bei einer rasant fortschreitenden Technik nur schwer umsetzbar. In naher Zukunft werden Komponenten von Sprach-KI in Textverarbeitungsprogrammen zum Einsatz kommen und fester Bestandteil des Microsoft-Office-Paketes sein <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die deutschen Hochschulen sind dabei, f&#252;r sich Definitionen im Umgang mit dem Einsatz von KI-Sprachtools im Rahmen der Lehre zu finden <TextLink reference="5"></TextLink>. Die Einsatzpalette von Sprach-KI kann dabei von Lehr- und Lernunterst&#252;tzung &#252;ber Automatisierung und Entlastung von Routinet&#228;tigkeiten bis hin zum Umgang mit Sprach-KI bei der Leistungsbemessung reichen. Lehrende stehen vor der Herausforderung Leistungen der Studierenden k&#252;nftig auch daraufhin zu pr&#252;fen, ob ein Text g&#228;nzlich oder mit Unterst&#252;tzung durch Sprach-KI verfasst worden ist. <TextLink reference="5"></TextLink>. Allein das Wissen um die Existenz und M&#246;glichkeiten von ChatGPT l&#228;sst jeden Text potentiell verd&#228;chtig erscheinen. Auch der Einfluss von Sprach-KI auf wissenschaftliche Publikationen wird in Zukunft wachsen. Hier hat SpringerNature einen ersten Schritt getan, indem sie in ihren Autorenrichtlinien vorgeben, dass Sprach-KI keine Autorenschaft &#252;bernehmen kann und die Verwendung im Methodenteil oder in der Danksagung angezeigt werden muss <TextLink reference="6"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Bei den administrativen Fragen zu Sprach-KI und ChatGPT sollte aber auch die Frage des Nutzens f&#252;r ein Fachgebiet im Vordergrund stehen. Ist das Programm in der Lage, auf komplexe Fragestellungen einzugehen und Sachver<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>alte richtig darzustellen&#63; Die Textgestaltung durch ChatGPT erfolgt auf Grundlage einer statistischen Wahrscheinlichkeit, dass ein verwendeter Begriff auf ein anderes Wort folgt. Durch systematisches Training wird die Sprachf&#228;higkeit trainiert und damit verbessert. Aber, ob die antrainierte Sprachf&#228;higkeit auch einen Wahrheitsge<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>alt hat, dass kann ChatGPT nicht erkennen <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Erprobung von ChatGPT f&#252;r medizinbibliothekarische Fragestellungen (April und Mai 2023)">
      <MainHeadline>Erprobung von ChatGPT f&#252;r medizinbibliothekarische Fragestellungen (April und Mai 2023)</MainHeadline><Pgraph>Wir haben aus unterschiedlichen Themenbereichen des medizinischen Bibliotheks- und Informationswesens einige Fragestellungen in ChatGPT eingegeben und einer Ergebnispr&#252;fung unterzogen. Die angef&#252;hrten 8 Anwendungsbeispiele zeigen beeindruckende Ergebnisse, aber auch Grenzen von ChatGPT in der Version 3.5 auf.</Pgraph><SubHeadline>Beispiel 1: Therapieempfehlung und medizinische Fachliteratur </SubHeadline><Pgraph><Mark2>Bitte gib eine detaillierte, deutschsprachige Therapieemp</Mark2><TextGroup><Mark2>f</Mark2></TextGroup><Mark2>ehlung f&#252;r Epistaxis (Nasenbluten) bei Erwachsenen. Gib die Inhalte in Form einer Punktaufz&#228;hlung an. Zielgruppe sind junge &#196;rzt&#42;innen, die Unterst&#252;tzung bei Behandlungsentscheidungen suchen. Gib jeweils auch Verweise auf die Fachliteratur an. </Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung: </Mark1>Die Antwort von ChatGPT auf diese behandlungsbezogene, medizinische Fragestellung enth&#228;lt relevante Punkte, bleibt aber trotz gegenteiliger Aufforderung oberfl&#228;chlich. Auch ohne medizinische Expertise kann die Antwort mit spezialisierten Systemen wie etwa <TextGroup><PlainText>AMBOSS</PlainText></TextGroup> bei weitem nicht mithalten.</Pgraph><Pgraph>Bibliothekarisch spannend sind die Literaturverweise, von denen nur der erste korrekt ist, sowohl im Hinblick darauf, dass der Artikel existiert, als auch auf seine thematische Ausrichtung. Die anderen sind dagegen erfunden bzw. zusammengew&#252;rfelt. Das Erfinden von Inhalten ist ein bekannter Kritikpunkt an ChatGPT, der die Anwendung im wissenschaftlichen oder bibliothekarischen Kontext aktuell problematisch macht. Aktuelle Entwicklungen zeigen hier eine Verbesserung und m&#246;glicherweise werden fehlerhafte Literaturverweise irgendwann der Vergangenheit angeh&#246;ren &#8211; im Vergleich mit wesentlich &#8222;weicheren&#8220; Informationen sollte das technisch beherrschbar sein. Allerdings zeigen diese &#8222;Kinderkrankheiten&#8220; doch, wie sehr die ausgegebenen Inhalte aus unklaren Quellen zusammengew&#252;rfelt sind und dass die Basis ihrer Glaubw&#252;rdigkeit sehr stark die guten sprachlichen Formulierungsf&#228;higkeiten der KI sind. Ob solche Systeme tats&#228;chlich Erkenntnisse aus der Gesamtheit publizierter Fachliteratur zu einem Thema generieren k&#246;nnen, k&#246;nnte weniger ein technisches als ein Problem des Zugangs zu den Fachartikeln sein, die ja weiterhin gro&#223;teils &#8222;closed access&#8220; sind. Naheliegender sind eher Systeme, die Antworten aufgrund einer geschlossenen Textbasis erzeugen, also etwa ein UpToDate-Bot, mit dem &#196;rzt&#42;innen ggf. auch sprechen k&#246;nnten. </Pgraph><SubHeadline>Beispiel 2: Berufsbild</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Medizinische Bibliothekare arbeiten in einem dynamischen beruflichen Umfeld. Bitte stelle die Herausforderungen der n&#228;chsten Jahre dar und gib eine &#220;bersicht, wie sich medizinische Bibliothekare hier professionell positionieren und weiterentwickeln k&#246;nnen.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark2></Mark2><Mark2>Bitte gendere die Antwort noch mit Sternchen.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung: </Mark1>Die Darstellung der professionellen Situation von medizinischen Bibliothekar&#42;innen ist sehr treffend und gut formuliert. Die Ausdrucksweise ist etwas &#8222;trocken&#8220; und k&#246;nnte mehr Details vertragen. Stilistische Verbesserungen sind m&#246;glicherweise bereits jetzt mit einer Optimierung der Fragestellung (Prompting) m&#246;glich und ganz sicher Gegenstand von Weiterentwicklungen in naher Zukunft.</Pgraph><Pgraph>Die Aufforderung, den Text noch mit &#8220;&#42;&#8221; zu gendern, hat ChatGPT dann nur halbkorrekt absolviert und nur manche Begriffe mit dem Sternchen versehen &#8211; grunds&#228;tzlich wurde der Text allerdings gegendert.</Pgraph><SubHeadline>Beispiel 3: Datenbankrecherche mit PubMed</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Schreibe mir einen Searchstring f&#252;r PubMed, um nach dem Thema Diabetes Mellitus Typ 2 und unblutige Blutzuckermessung zu suchen.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 4 <ImgLink imgNo="4" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung:</Mark1> Die Suche scheint auf den ersten Blick plausibel und ist mit 2 korrekt geklammerten Suchbl&#246;cken logisch aufgebaut. Die Bool&#8217;schen Operatoren wurden richtig angewandt und der f&#252;r das direkte Einf&#252;gen in PubMed aufbereitete Suchstring funktioniert in PubMed tadellos.</Pgraph><Pgraph>Das Thema Diabetes Mellitus Typ 2 wird korrekt, aber wenig variantenreich abgebildet. Neben dem richtigen MeSH-Begriff w&#228;ren weitere Stichwort-Varianten &#8211; und nicht nur der 1:1 &#252;bernommene MeSH-Term &#8211; w&#252;nschenswert gewesen. Interessant ist, dass die f&#252;r systematische Suche empfohlene Kombination der Suchfelder MeSH-Term und Title&#47;Abstract verwendet wird.</Pgraph><Pgraph>Ganz anders beim Thema unblutige Blutzuckermessung. Neben dem korrekten MeSH-Begriff &#34;blood glucose self-monitoring&#34;&#91;MeSH Terms&#93; werden einfach weitere MeSH-Begriffe frei erfunden (&#34;continuous glucose monitoring&#34;&#91;MeSH Terms&#93;, &#34;glucose monitoring, ambulatory&#34;&#91;MeSH Terms&#93;, &#34;glucose monitoring&#34;&#91;MeSH Terms&#93;). Diese k&#246;nnten als Stichworte durchaus interessante Aspekte zur Suche beitragen. Es folgt eine variantenreiche Liste mit Stichworten als Suchstring, die jetzt aber nicht mehr im Suchfeld &#8222;Title&#47;Abstract&#8220; sondern ohne Bezeichnung &#8211; also in All Fields &#8211; gesucht werden.</Pgraph><Pgraph>Im abschlie&#223;enden Absatz der ChatGPT-Antwort folgt neben der sinnvollen Erkl&#228;rung der Methode (&#8222;Dieser Suchstring kombiniert verschiedene MeSH-Begriffe und Suchbegriffe&#8220;) und dem Hinweis auf das Einf&#252;gen in PubMed noch eine redundante Aufz&#228;hlung von einzelnen Stichw&#246;rtern ohne Relevanz.</Pgraph><Pgraph>Durch die freie Erfindung von MeSH-Begriffen und unscharfe Verwendung der Suchfelder wird der Suchstring insgesamt unbrauchbar. Nichtsdestotrotz w&#228;re die ChatGPT-Antwort ein guter Ausgangspunkt, um die eigene Suche aufzubauen. Die vielen Varianten der Suchbegriffe k&#246;nnen zu einer umfassenderen Suchstrategie anregen.</Pgraph><SubHeadline>Beispiel 4: Aufgabe zur Suche in PubMed erstellen</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Stelle eine Aufgabe zur Suche mit Filtern in PubMed.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 5 <ImgLink imgNo="5" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung: </Mark1>Die bewusst sehr offen gestellte Frage f&#252;hrt zu einer interessanten Aufgabenstellung in PubMed, wobei ChatGPT sowohl ein interessantes medizinisches Thema als auch die zu filternden Aspekte &#8222;systematische &#220;bersichtsarbeiten&#8220; und 5 Jahre Publikationszeitraum benennt. Das dann allerdings noch erw&#228;hnte &#8222;Peer-Re<TextGroup><PlainText>v</PlainText></TextGroup>iew-Verfahren&#8220; ist redundant.</Pgraph><Pgraph>Die Schritt-f&#252;r-Schritt Anleitung enth&#228;lt viele Fehler, den Button &#8222;Filter&#8220; gibt es in PubMed ebenso wenig wie den Filter &#8222;Custom range&#8220; (der sich nat&#252;rlich intuitiv erschlie&#223;en l&#228;sst) oder die Journal Category &#8222;Peer-reviewed journals&#8220;. Auch der in der Aufgabestellung geforderte Filter systematische &#220;bersichtsarbeiten wird zu &#8222;Review&#8220; verk&#252;rzt. </Pgraph><Pgraph>ChatGPT schl&#228;gt vor, nach Literatur der letzten 5 Jahre zu suchen. In diesem Zusammenhang k&#246;nnte es irritierend wirken, dass in einer Anfrage aus dem Jahr 2023 auf die Jahre 2016-2021 verwiesen wird. Auf Grund der nur bis 2021 reichenden Datenbasis von ChatGPT in der Version 3.5 ist dies jedoch konsequent. </Pgraph><Pgraph>Die Antwort kann allenfalls als Anregung f&#252;r die eigene Aufgabenstellung gesehen werden, die konkrete Umsetzung in PubMed ist zu einem Gro&#223;teil frei erfunden. </Pgraph><SubHeadline>Beispiel 5: Zitieren nach Vancouver</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Wie zitiere ich eine Webseite nach Vancouver&#63;</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 6 <ImgLink imgNo="6" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung: </Mark1>Die Antwort wird als gut bewertet, allenfalls sollte noch darauf hingewiesen werden, dass Institutionen bei Webseiten eine wichtige Rolle spielen und ggf. ebenfalls zitiert werden sollten. Die dann als Beispiel zitierte Website gibt es wirklich und steht auch in inhaltlichem Zusammenhang mit der Frage.</Pgraph><Pgraph>Der Disclaimer am Schluss wird als sehr positiv bewertet.</Pgraph><Pgraph>Die KI k&#246;nnte im Themenfeld Zitierstile bereits zum Generieren von E-Mail-Antworten auf Anfragen verwendet werden &#8211; mit nur minimalem Korrekturaufwand.  </Pgraph><SubHeadline>Beispiel 6: Suchw&#246;rter und Synonyme</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Welche Suchw&#246;rter und Synonyme k&#246;nnen f&#252;r den Begriff Krankenpflege verwendet werden. Wie k&#246;nnte trunkiert werden&#63;</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 7 <ImgLink imgNo="7" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung:</Mark1> ChatGPT liefert verschiedene Suchw&#246;rter und Synonyme zum Aspekt Krankenpflege auf Deutsch und Englisch. Diese Begriffe k&#246;nnen direkt f&#252;r eine Suchstrategie &#252;bernommen und getestet werden.</Pgraph><Pgraph>Bei der Frage nach der Trunkierung f&#228;llt auf, dass nur einige Begriffe korrekt aus dem ersten Teil der Antwort &#252;bernommen werden. Andere zusammengesetzte Begriffe werden aus dem Zusammenhang gerissen und gehen damit thematisch in eine falsche Richtung (Hospital, Patient). Die Trunkierungen wirken sehr pauschal und sind in der Praxis wenig hilfreich (z. B. Nurse&#42; &#8211; besser w&#228;re Nurs&#42; f&#252;r Nurse, Nursing etc.).</Pgraph><Pgraph>Nicht unerw&#228;hnt bleiben darf die von ChatGPT verwendete sch&#246;ne Bezeichnung &#8222;Asterisken&#8220; f&#252;r das Trunkierungssternchen.</Pgraph><Pgraph>Es zeigt sich erneut, dass die KI zum jetzigen Zeitpunkt f&#252;r eine Ideensammlung gut geeignet, hingegen f&#252;r die komplexe Bearbeitung &#8211; wie z.B. die Trunkierung &#8211; nur sehr eingeschr&#228;nkt verwertbar ist. </Pgraph><SubHeadline>Beispiel 7: Literaturlisten korrigieren</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Bitte bringe nachfolgende Literaturliste in Ordnung und formatiere Sie im APA style. Gib wenn m&#246;glich Verweise auf die DOI zu den Artikeln an:  </Mark2></Pgraph><Pgraph><Mark2>1 Link MS, Berkow LC, Kudenchuk PJ, et al. Part 7: adult advanced</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>cardiovascular life support: 2015 American Heart </Mark2><TextGroup><Mark2>Association</Mark2></TextGroup><LineBreak></LineBreak><Mark2>Guidelines update for cardiopulmonary resuscitation and emergency</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>cardiovascular care. Circulation 2015; 132 (suppl 2): S444&#8211;64.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>2 Yannopoulos D, Bartos JA, Aufderheide TP, et al. The evolving role of</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>the cardiac catheterization laboratory in the management of patients</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>with out-of-hospital cardiac arrest: a scientific statement from the</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>American Heart Association. Circulation 2019; 139: e530&#8211;52.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>3 Bartos JA, Grunau B, Carlson C, et al. Improved survival with</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>extracorporeal cardiopulmonary resuscitation despite progressive</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>metabolic derangement associated with prolonged </Mark2><TextGroup><Mark2>resuscitation</Mark2></TextGroup><Mark2>.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>Circulation 2020; 141: 877&#8211;86.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>4 Grunau B, Reynolds J, Scheuermeyer F, et al. </Mark2><TextGroup><Mark2>Relationship</Mark2></TextGroup><Mark2> between</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>time-to-ROSC and survival in out-of-hospital cardiac arrest ECPR</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>candidates: when is the best time to consider transport to hospital&#63;</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>Prehosp Emerg Care 2016; 20: 615&#8211;22.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>5 Grunau B, Reynolds JC, Scheuermeyer FX, et al. </Mark2><TextGroup><Mark2>Comparing</Mark2></TextGroup><Mark2> the</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>prognosis of those with initial shockable and non-shockable</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>rhythms with increasing durations of CPR: informing </Mark2><TextGroup><Mark2>minimum</Mark2></TextGroup><LineBreak></LineBreak><Mark2>durations of resuscitation. Resuscitation 2016; 101: 50&#8211;56.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>6 Yannopoulos D, Bartos JA, Raveendran G, et al. </Mark2><TextGroup><Mark2>Coronary</Mark2></TextGroup><Mark2> artery</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>disease in patients with out-of-hospital refractory </Mark2><TextGroup><Mark2>ventricular</Mark2></TextGroup><LineBreak></LineBreak><Mark2>fibrillation cardiac arrest. J Am Coll Cardiol 2017; 70: 1109&#8211;17.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>7 Lamhaut L, Tea V, Raphalen JH, et al. Coronary lesions in refractory</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>out of hospital cardiac arrest (OHCA) treated by extra corporeal</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>pulmonary resuscitation (ECPR). Resuscitation 2017; 126: 154&#8211;59.</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>Articles</Mark2><LineBreak></LineBreak><Mark2>1816 www.thelancet.com Vol 396 December 5, 2020</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 8 <ImgLink imgNo="8" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT. </Pgraph><Pgraph><Mark2>Bitte formatiere die Liste nun im Bibtext-Format zum Import in ein Literaturverwaltungsprogramm.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 9 <ImgLink imgNo="9" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung:</Mark1> Eingegeben wurde eine Literaturliste, deren Formatierung beim Kopieren aus einem PDF-Dokument besch&#228;digt wurde, zum Beispiel wurden fehlerhafte Zeilenumbr&#252;che eingef&#252;gt. ChatGPT korrigiert und transformiert die Literaturliste weitgehend korrekt in einen anderen Zitationsstil. Bei den Seitenzahlen erg&#228;nzt ChatGPT sogar die abgek&#252;rzte Schreibweise, z.B. &#8220;e530-52&#8221; wird zu &#8220;e530-e532&#8221;. Die zus&#228;tzlich angeforderten DOIs (Digital Object Identifier) sind allerdings nicht korrekt, entweder sind sie ung&#252;ltig oder sie verweisen auf einen anderen Text. Auf &#8222;Textreste&#8221; aus der Fu&#223;zeile, die aus dem PDF mitkopiert wurden, wird hingegen korrekt hingewiesen. Diese Leistung ist ebenso beeindruckend wie hilfreich, insbesondere, wenn man davon ausgeht, dass die &#8222;Erfindungsfreudigkeit&#8220; des Systems in zuk&#252;nftigen Versionen sicherlich noch eingeschr&#228;nkt wird und damit die Vertrauensw&#252;rdigkeit der Antworten steigen wird.  </Pgraph><Pgraph>In einer weiteren Fragestellung wurde ChatGPT gebeten, die Literaturliste in das BibTex-Format zum Import in Literaturverwaltungsprogramme zu formatieren, das macht das System ziemlich perfekt. </Pgraph><SubHeadline>Beispiel 8: Dublettenpr&#252;fung in EndNote</SubHeadline><Pgraph><Mark2>Schreibe eine Anleitung f&#252;r die Durchf&#252;hrung einer Endnote Dublettenpr&#252;fung.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 10 <ImgLink imgNo="10" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung: </Mark1>ChatGPT hat anscheinend nicht erkannt, dass sich die Anfrage auf das Literaturverwaltungsprogram EndNote und dessen Dublettenpr&#252;fung bezogen hat. Aus diesem Grund geht die Antwort deutlich am Thema vorbei und enth&#228;lt inhaltlich nicht schl&#252;ssige, bestenfalls allgemein g&#252;ltige &#220;berlegungen zur Dublettenkontrolle.  </Pgraph><Pgraph>Eine Konkretisierung der Fragestellung mit Benennung der Arbeitsschritte im EndNote-Men&#252; ergibt ein wesentlich besseres Ergebnis:</Pgraph><Pgraph><Mark2>Schreibe eine Anleitung f&#252;r eine Endnote Dublettenpr&#252;fung mit den Arbeitsschritten Edit, Preferences, duplicates, library, find duplicates.</Mark2></Pgraph><Pgraph>Abbildung 11 <ImgLink imgNo="11" imgType="figure"/> zeigt einen Screenshot der Antwort von ChatGPT. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Beurteilung: </Mark1>Mit der konkretisierten Fragestellung hat ChatGPT eine Anleitung mit &#8222;fast&#8220; exakter Benennung der n&#246;tigen Arbeitsschritte verfasst. Die Abfolge der Arbeitsschritte sind in richtiger Reihenfolge mit korrekter Bezeichnung der Men&#252;punkte erfolgt. Einige S&#228;tze in der Anleitung sind jedoch in ihrer Aussage nicht korrekt, so z.B. die Aussage &#8222;ob Sie Dubletten in der gleichen Bibliothek oder auch in anderen Bibliotheken finden m&#246;chten. Passen Sie die Einstellungen nach Ihren Bed&#252;rfnissen an&#8220;. Eine zeitgleiche Dublettenpr&#252;fung in mehreren parallel ge&#246;ffneten EndNote-Dateien ist nicht m&#246;glich. Die Dublettenpr&#252;fung muss in jeder Datei einzeln vorgenommen werden.</Pgraph><Pgraph>In den Schritten 5 und 6 wird die Durchf&#252;hrung der <TextGroup><PlainText>Dublettenpr&#252;fung</PlainText></TextGroup> beschrieben, ohne jedoch konkret auf die Abl&#228;ufe einzugehen. Es fehlt der Hinweis, dass sich ein neuer Tab &#246;ffnet, in dem die identifizierten Dubletten zum Vergleich gegen&#252;bergestellt werden. Auch auf die individuelle Auswahlm&#246;glichkeit (keep this Record) in dieser Gegen&#252;berstellung wird nicht eingegangen. Die im weiteren empfohlene Zusammenf&#252;hrung von Dubletten gibt es nur im Literaturverwaltungsprogramm Zotero. EndNote kennt diese Funktion nicht.</Pgraph><Pgraph>Anleitungen zum Handling von Softwareprogramme m&#252;ssen detaillierte Abl&#228;ufe darstellen und sollten Arbeitsschritte nicht auslassen oder &#252;berspringen. Ansonsten droht die Gefahr zu verwirren. Hier zeigt ChatGPT Schw&#228;chen. G&#228;nzlich falsch ist die Antwort von ChatGPT nicht, jedoch l&#228;sst sie vermuten, dass ChatGPT bei der Antwort auch auf Texte anderer Literaturverwaltungsprogramme zugegriffen hat. Zwar ist die Reihenfolge in der Men&#252;f&#252;hrung korrekt beschrieben, aber auf die Beschreibung der Durchf&#252;hrung zur Dublettenpr&#252;fung verzichtet ChatGPT g&#228;nzlich. Es mag daran liegen, dass es bei Literaturverwaltungsprogrammen wie Citavi oder Zotero keinen nachvollziehbaren Arbeitsprozess zur Dublettenpr&#252;fung gibt. ChatGPT war anscheinend nicht in der Lage, die gesammelten Texte der unterschiedlichen Literaturverwaltungsprogramme voneinander zu trennen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit und Ausblick">
      <MainHeadline>Fazit und Ausblick</MainHeadline><Pgraph>Auch wenn die behandelten Fragen nur eine winzige Momentaufnahme aus einem sich rasch wandelnden Bereich geben, sind die Antworten von ChatGPT doch gleichzeitig beeindruckend wie auch irritierend. Sie zeigen zum einen das enorme Potenzial auf, das derartige Systeme haben, und es kann ohne &#220;bertreibung angenommen werden, dass hier in kurzer Zeit noch erhebliche Weiterentwicklungen zu erwarten sind. </Pgraph><Pgraph>Zum anderen sind die Antworten aber auch immer wieder fehlerhaft und oft auf unerwartete Weise, die sich zwar technisch mit der rein textbasierten, assoziativ-statistischen Arbeitsweise von ChatGPT erkl&#228;ren l&#228;sst, aber doch auch auf unsere Erwartungen an ein vorgeblich &#8222;intelligentes&#8221; System verweist. Die Fehler sind nicht in der von uns erwarteten Weise &#8222;dumm&#8220;, sondern vielfach unverst&#228;ndlich und wirken geradezu provokant.</Pgraph><Pgraph>ChatGPT schreibt beeindruckende Texte in dem Sinne, dass tats&#228;chlich neue und grammatikalisch einwandfreie Sprache produziert wird, sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch und vermutlich auch in weiteren Sprachen. Bringt man das System durch entsprechende &#8222;Prompts&#8221; auf die richtige Spur, sind die Ergebnisse h&#228;ufig korrekte Sachverhaltsdarstellungen, Berichte, Zusammenfassungen etc. Korrektheit ist f&#252;r ChatGPT aber kein Kriterium an sich &#8211; falsche Inhalte und kreative Erfindungen werden weithin kritisiert &#8211; vielmehr wird ein oberfl&#228;chlich glaubw&#252;rdiger Text auf Basis riesiger vorher analysierter Textmengen generiert, manchmal eben ohne und manchmal mit Fehlern, wie sich auch in den von uns gestellten Fragen erwiesen hat. Allgemeine Fragen zum Berufsbild medizinischer Bibliothekar&#42;innen werden tadellos im Stil einer &#8222;Sonntagsrede&#8221; beantwortet, auch medizinische Behandlungsfragen sind meist im Wesentlichen korrekt, solange die Antwort an der Oberfl&#228;che bleibt, ebenso Antworten zur Literaturrecherche, Bedienung von Softwa<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>eprodukten etc. Wenn es konkret und detailliert wird, kommt es aber vermehrt zu Fehlern, etwa in der genauen Vorgangsweise bei der Benutzung eines (bestimmten&#33;) Literaturverwaltungsprogramms oder wenn es um Literaturverweise geht. Bei letzterem ist ChatGPT besonders erfindungsfreudig, generiert beliebige DOIs oder w&#252;rfelt Metadaten durcheinander &#8211; was aber letztendlich nur unseren Erwartungen an &#8222;Intelligenz&#8221; widerspricht, vermutlich nicht aber den Vorstellungen der KI von einem g&#252;ltigen Antworttext.</Pgraph><Pgraph>An diesen Problemen wird sich noch einiges &#228;ndern, vieles wird besser werden, vieles ist schon verf&#252;gbar und wurde aus pragmatischen Gr&#252;nden in diesem Artikel ausgeklammert, um angesichts der rasanten Entwicklung &#252;berhaupt eine solche &#8222;Momentaufnahme&#8221; zu erm&#246;glichen. Der Abgleich der Fragen mit aktuellen Ergebnissen einer Internetsuche ist zum Beispiel bereits m&#246;glich, ebenso entstehen gerade vielerlei KI-Angebote f&#252;r spezielle Zwecke, z.B. die Literaturrecherche, oder es werden unterschiedliche KI-Systeme kombiniert, die nicht &#8211; wie ChatGPT nur auf Sprachanalysen beruhen.</Pgraph><Pgraph>Auch die Anwendung der KI auf eine definierte Wissensbasis birgt gro&#223;e Chancen, z.B. um Fragen &#252;ber eine umfassende Website zu beantworten oder um schnell Informationen aus einem klinischen Informationssystem wie UpToDate zu generieren.</Pgraph><Pgraph>Insofern werden viele oberfl&#228;chliche Fehlleistungen wohl bald der Vergangenheit angeh&#246;ren. Was wohl bleiben wird, ist die Frage nach der Glaubw&#252;rdigkeit der Ergebnisse, die sogar umso dr&#228;ngender wird, wenn die Ergebnisse nicht mehr &#8222;mit blo&#223;em Auge&#8220; als richtig oder falsch zu erkennen sind. Noch spannender wird diese Entwicklung, wenn man bedenkt, dass diese Systeme Antworten zuk&#252;nftig in gro&#223;er Menge produzieren werden, so dass &#8222;h&#228;ndisch&#8220; produzierte Inhalte zur&#252;ckgedr&#228;ngt werden bzw. nur als neue &#8222;Inspiration&#8220; f&#252;r die Verarbeitung durch KI-Systeme dienen werden, die dann wieder computerge<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>erierte Varianten davon erzeugt. Es w&#228;re w&#252;nschenswert, dass ChatGPT und andere KI ihre Texte direkt mit einer Quellenangabe versehen, die auch verdeutlicht, dass der Text nicht reproduziert werden kann, Beispiel: &#8222;Dieser Text wurde am 19.05.2023 von ChatGPT generiert und ist nicht reproduzierbar. URL.&#8220;. Ansonsten ist die Quellenangabe selbstverst&#228;ndlich von den Personen anzugeben, die diese Texte verwenden. Die Ansprache von Chat-Bots wie ChatGPT scheint auf die Ergebnisse zwar keinen wesentlichen Einfluss zu haben, k&#246;nnte aber durchaus gro&#223;e Auswirkungen auf die menschliche Bewertung der Antwort haben. Ob die KI menschlich angesprochen wird, ob vertraut mit Du oder distanziert mit Sie, ob unpers&#246;nlich sachlich oder in einem Befehlston setzt die Menschen in eine Beziehung mit der KI. Deshalb sollte dieser Faktor sorgf&#228;ltig abgewogen werden. Um sich die aktuellen Unsch&#228;rfen bewusst zu machen, k&#246;nnte die KI mit einer Formulierung wie &#8222;Mache Vorschl&#228;ge zu &#8230;&#8220; angesprochen werden. So ist klar, dass es sich nicht um einen belastbaren Text, sondern wirklich &#8222;nur&#8220; um eine brillant formulierte &#8211; aber ungepr&#252;fte &#8211; Antwort handelt.</Pgraph><Pgraph>Viele und vor allem arbeitsintensive, repetitive Arbeiten mit Daten aller Art werden in B&#228;lde von KI-Assistenzsys<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>emen &#252;bernommen werden, zum Teil von spezialisierten Tools, zum Teil wohl auch von allgemeinen Assistenten, die dann vielleicht (endlich&#33;) leisten, was die Apologeten der Digitalisierung schon lange versprochen haben. Die Auswirkungen auf die beruflichen Aufgaben auch im Bereich des Medizinischen Bibliothekswesens sind dabei unabsehbar, bereits in der Vergangenheit kam es durch technische Ver&#228;nderungen ja auch immer wieder zum Entstehen neuer Aufgabenbereiche und T&#228;tigkeiten. Als Experten im Informationsbereich k&#246;nnen sich wissenschaftliche Bibliothekar&#42;innen aber durchaus an die Spitze einer Bewegung setzen, die Ver&#228;nderungen im Bereich der Wissensproduktion und -verbreitung durch KI-Systeme begleitet und hoffentlich auch gestaltet.</Pgraph><Pgraph>Sehr offen und fragil sind aber die Fragen, die &#252;ber akademische Abl&#228;ufe und Traditionen hinausweisen und wo KI-Systeme gesellschaftliche Prozesse beeinflussen werden, wie etwa digitale &#220;berwachung, Fake-News, Fragen echter und k&#252;nstlicher Identit&#228;ten etc. Das einzige, das an dieser Stelle als sicher erachtet werden kann, ist, dass eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen gerade erst begonnen hat. Hoffen wir, dass wir die positiven Chancen auch genie&#223;en k&#246;nnen&#33;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autoren erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Therapieempfehlung und medizinische Fachliteratur</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Berufsbild</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: Berufsbild gendern</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 4: Datenbankrecherche mit PubMed</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 5: Aufgabe zur Suche in PubMed erstellen</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 6: Zitieren nach Vancouver</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 7: Suchw&#246;rter und Synonyme</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 8: Korrigierte Literaturliste</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 9: Literaturliste als Bibtex</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 10: EndNote Dublettenpr&#252;fung</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 11: Dublettenpr&#252;fung in EndNote &#8211; Detailangaben</Mark1></Pgraph></Caption>
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