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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000528</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0005280</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Case Report</ArticleType>
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      <Title language="de">Nutzung von Literatur im Medizinstudium &#8211; ein Erfahrungsbericht</Title>
      <TitleTranslated language="en">Use of literature in medical studies &#8211; a field report</TitleTranslated>
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          <Lastname>Speichert</Lastname>
          <LastnameHeading>Speichert</LastnameHeading>
          <Firstname>Lukas-Christopher</Firstname>
          <Initials>LC</Initials>
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        <Address>Universit&#228;t Duisburg-Essen, Essen, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;t Duisburg-Essen, Essen, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>lukas-christopher.speichert&#64;stud.uni-due.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">medical studies</Keyword>
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      <Keyword language="de">Medizinstudium</Keyword>
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      <Keyword language="de">Literatur</Keyword>
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      <Keyword language="de">Bibliothek</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Medizinische Literaturversorgung im Umbruch</SectionHeading>
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    <DatePublished>20220916</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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      <Journal>
        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>22</Volume>
        <Issue>1</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Medizinische Literaturversorgung im Umbruch</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>10</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Dieser Erfahrungsbericht beschreibt die Nutzung von Literatur durch Medizinstudierende im Laufe des Studiums. W&#228;hrend im vorklinischen Abschnitt Printmedien noch immer einen hohen Stellenwert besitzen, nehmen digitale Lernplattformen im klinischen Abschnitt und in der Vorbereitung auf die schriftlichen &#228;rztlichen Pr&#252;fungen zunehmend an Bedeutung zu. Die Literaturversorgung der Studierenden muss zeitef<TextGroup><PlainText>fi</PlainText></TextGroup>zient und vertrauensw&#252;rdig sein sowie &#252;ber einen einfachen Zugang verf&#252;gen. Nicht zuletzt diente die COVID-19-Pandemie als Katalysator f&#252;r digitale Lehr- und Lernmedien und bot Chancen neue Konzepte f&#252;r Lehre und Literaturversorgung weiter zu etablieren. </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>This field report describes the use of literature by medical students in the course of their studies. While print media are still highly valued in the preclinical section, digital learning platforms are becoming increasingly important in the clinical section and in preparation for the written medical examinations. The supply of literature to students must be time-efficient, trustworthy, and have easy access. Last but not least, the COVID-19 pandemic served as a catalyst for digital teaching media and provided opportunities to further establish new concepts for teaching and literature supply. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Als Student der Humanmedizin beschreibe ich in diesem Bericht meine Erfahrungen in Bezug auf die Literaturversorgung w&#228;hrend meines Studiums seit 2015. Zuletzt habe ich das Zweite Staatsexamen an einer deutschen Universit&#228;t mit klassischer Studienstruktur (kein Modell- oder Reformstudiengang) absolviert. In diesem Beitrag erl&#228;utere ich die Nutzung von Fachliteratur und die Ver&#228;nderungen im Laufe des Studiums. Es flie&#223;en dabei Erfahrungen von Kommiliton:innen aus meiner Studienko<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>orte ein.</Pgraph><Pgraph>Das Medizinstudium in Deutschland gilt insgesamt als verschult <TextLink reference="1"></TextLink>. Es gibt viele Seminare mit Anwesenheitspflicht und eine Vielzahl von Pr&#252;fungen in vergleichsweise kurzer Zeit. Ich vertrete aus diesem Grund die These, dass zwangsl&#228;ufig vorzugsweise die Inhalte von Studierenden gelernt werden, die auch gepr&#252;ft werden. Aus meiner Erfahrung bedeutet dies, nah am klausurrelevanten Vorlesungsstoff zu arbeiten. Die Literaturversorgung muss dabei zeiteffizient und mit einfachem Zugang erfolgen. Das bedeutet f&#252;r mich, dass Studierende gern die Lehrmedien nutzen, die Lerninhalte einheitlich und kompakt, aber dennoch vollst&#228;ndig und inhaltlich zuverl&#228;ssig pr&#228;sentieren. Differenziert betrachtet werden muss die Vorbereitung auf die Erste und Zweite &#196;rztliche Pr&#252;fung, die zentral durch das Institut f&#252;r medizinische und pharmazeutische Pr&#252;fungsfragen (IMPP) gestellt werden und deshalb auch eine andere Art der Literaturnutzung zum Beispiel mit digitalen Lernplattformen f&#252;r eine spezifische Pr&#252;fungsvorbereitung erfordern. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Vorklinischer Studienabschnitt">
      <MainHeadline>Vorklinischer Studienabschnitt</MainHeadline><Pgraph>Im vorklinischen Abschnitt des Studiums haben ich und bekannte Kommiliton:innen f&#252;r gro&#223;e F&#228;cher wie Anatomie, Biochemie und Physiologie eng an Lehrb&#252;chern gro&#223;er Verlage gearbeitet. Soweit ich das einsch&#228;tzen kann, haben Printmedien hier immer noch einen gro&#223;en Stellenwert. Das bietet sich an, weil es eine gro&#223;e Abdeckung von Pr&#252;fungsinhalten und Lehrbuchinhalten gibt. Die B&#252;cher werden gekauft oder in den medizinischen Fachbibliotheken ausgeliehen. Eine Aufbereitung der Inhalte auf digitalen Lernplattformen ist aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig. Trotzdem nimmt auch ihr Stellenwert besonders im Zuge der COVID-19-Pandemie auch in der Vorklinik zu. Alternativen zu den B&#252;chern als Printmedien stellen selbstverst&#228;ndlich E-Books da. Ich pers&#246;nlich gebe jedoch einem gedruckten Werk zum Lernen den Vorzug. Das ist sicherlich &#8222;Typsache&#8220;.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Klinischer Studienabschnitt und Vorbereitung auf die schriftlichen &#228;rztlichen Pr&#252;fungen">
      <MainHeadline>Klinischer Studienabschnitt und Vorbereitung auf die schriftlichen &#228;rztlichen Pr&#252;fungen</MainHeadline><Pgraph>Im klinischen Teil des Studiums wird vermehrt mit Vorle<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>ungsaufzeichnungen und studentischen Skripten gearbeitet. Zu Fachliteratur wird erg&#228;nzend bei bestimmten Fragestellungen und f&#252;r Recherchen gegriffen. Den Grund f&#252;r diese Entwicklung sehe ich in der Breite des Lehrstoffes im Studium und leichteren Zugang und Anwendbarkeit im Lernprozess. Schwerpunkte der Dozierenden m&#252;ssen beachtet werden und die Inhalte der Klausuren sind nicht immer klar nach F&#228;chern abgegrenzt, sodass eine Orientierung an den gelehrten Inhalten bei der Literaturauswahl sinnvoll erscheint. F&#252;r die Nutzung von Literatur bedeutet das praktisch eher weg vom klassischen Lehrbuch hin zu Vorlesungsfolien und -aufzeichnungen sowie Skripten der Lehrveranstaltungen. Diese stehen hier ganz klar in Konkurrenz zueinander. Eine Anwesenheit bei Vorlesungen ist nicht mehr n&#246;tig. Vorlesungen k&#246;nnen oftmals beliebig auf Lernplattformen der Universit&#228;ten abgerufen werden und so flexibler von Studierenden genutzt werden. </Pgraph><Pgraph>Diese Entwicklung ist durch die M&#246;glichkeit von Aufzeic<TextGroup><PlainText>h</PlainText></TextGroup>nungen der Vorlesungen und Seminaren im Zuge verbesserter digitaler Medien an den Fakult&#228;ten entstan<TextGroup><PlainText>d</PlainText></TextGroup>en und nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie verst&#228;rkt geworden. Die Aufzeichnungen sind meist uniintern zugangsgesch&#252;tzt verf&#252;gbar und damit nicht <TextGroup><PlainText>&#246;ffentlich</PlainText></TextGroup>. Erg&#228;nzend dazu werden aus meiner Erfahrung digitale Lernplattformen genutzt, wie sie beispielsweise <TextGroup><PlainText>AMBOSS</PlainText></TextGroup> (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.amboss.com">https:&#47;&#47;www.amboss.com</Hyperlink>) oder Thieme (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;viamedici.thieme.de">https:&#47;&#47;viamedici.thieme.de</Hyperlink>) anbieten. Die Vorteile liegen in der leichten Anwendbarkeit. Stichworte k&#246;nnen einfach gesucht werden und es gibt seitens der Studierenden viel Vertrauen in die Inhalte dieser Plattformen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden rasch eingearbeitet und Quellen standardisiert angegeben. Online-Zug&#228;nge werden zumeist &#252;ber Unilizenzen zur Verf&#252;gung gestellt. Au&#223;erdem sind diese Plattformen in der Lage, zielgerichtet &#252;ber verschiedene Lernpl&#228;ne auf die &#228;rztlichen Pr&#252;fungen vorzubereiten. Verschiedene Algorithmen bieten die M&#246;glichkeit, gelernte Stoffe mit passenden Pr&#252;fungsfra<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>en zu kombinieren und Lerndefizite aufzudecken sowie Schwerpunkte vergangener Pr&#252;fungen des IMPP zu beachten. Diese Form des Lernens hat sich in den letzten Jahren gerade in der Vorbereitung auf die Abschlusspr&#252;<TextGroup><PlainText>f</PlainText></TextGroup>ungen durchgesetzt und ist nahezu nicht mehr wegzudenken. F&#252;r mein Zweites Staatsexamen w&#228;hlte ich beispielsweise einen auf 100 Tage abgestimmten Lernplan, den ich nahezu unver&#228;ndert zur Pr&#252;fungsvorbereitung absolviert habe. Erfahrungen der Absolvent:innen der letzten Jahre gaben mir das n&#246;tige Vertrauen in die Nutzung digitaler Lernplattformen. Au&#223;erdem lassen sich diese Plattformen auch im weiteren &#228;rztlichen Alltag gut und einfach nutzen. Viele Kliniken bieten die Lizenzen auch f&#252;r ihre Mitarbeiter:innen an.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Die COVID-19-Pandemie als Katalysator digitaler Medien">
      <MainHeadline>Die COVID-19-Pandemie als Katalysator digitaler Medien</MainHeadline><Pgraph>Die COVID-19-Pandemie stellte die Studierenden ab dem Fr&#252;hjahr 2020 vor gro&#223;e Herausforderungen. Der Zugang zu Fachbibliotheken war nur eingeschr&#228;nkt m&#246;glich. Viele Studierende waren erst gar nicht an den Universit&#228;ten. Die Pandemie gilt als Katalysator f&#252;r die Digitalisierung und den Ausbau digitaler Lehrmedien. Fakult&#228;ten und Dozierende waren gezwungen rasch Online-Konzepte f&#252;r Seminare und Vorlesungen zu erarbeiten <TextLink reference="2"></TextLink>. Trotz vielf&#228;ltiger Herausforderungen f&#252;r Studierende und Dozierende konnten aus meiner Erfahrung viele dieser Konzepte etabliert werden und bieten vor allem Chancen f&#252;r alle Studierende <TextLink reference="3"></TextLink>. Die Aufzeichnung von Vorlesungen bietet so nicht nur Vorteile f&#252;r Studierende in einer Pandemie, sondern dar&#252;ber hinaus auch f&#252;r beruflich oder famili&#228;r eingebundene Student:innen. Auf der anderen Seite ersetzen digitale Veranstaltungen meiner Meinung nach keine Lehrveranstaltungen im direkten Patientenkontakt und auch nicht das Erlernen praktischer F&#228;higkeiten. Ein chirurgischer N&#228;hkurs ist so lehrreicher in physischer Anwesenheit von Dozierenden als zuhause vor dem Bildschirm. </Pgraph><Pgraph>Die Entwicklungen durch die COVID-19-Pandemie sollten meines Erachtens also kritisch bewertet und positive Erfahrungen konsequent weiterentwickelt werden.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><Pgraph>Lukas-Christopher Speichert ist Medizinstudierender an der Universit&#228;t Duisburg-Essen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Interessenkonflikte">
      <MainHeadline>Interessenkonflikte</MainHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Tuletz H</RefAuthor>
        <RefTitle>Studium: Medizin. Der Studienalltag</RefTitle>
        <RefYear>2010</RefYear>
        <RefJournal>S&#252;ddeutsche Zeitung</RefJournal>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Tuletz H. Studium: Medizin. Der Studienalltag. S&#252;ddeutsche Zeitung. 11. Mai 2010.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="2">
        <RefAuthor>Goertz L</RefAuthor>
        <RefAuthor>Hense J</RefAuthor>
        <RefTitle>Studie zu Ver&#228;nderungsprozessen in Unterst&#252;tzungsstrukturen f&#252;r Lehre an deutschen Hochschulen in der Corona-Krise</RefTitle>
        <RefYear>2021</RefYear>
        <RefJournal>Hochschulforum Digitalisierung</RefJournal>
        <RefPage>7</RefPage>
        <RefTotal>Goertz L, Hense J. Studie zu Ver&#228;nderungsprozessen in Unterst&#252;tzungsstrukturen f&#252;r Lehre an deutschen Hochschulen in der Corona-Krise. Hochschulforum Digitalisierung. 2021;56:7.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="3">
        <RefAuthor>Hanke LI</RefAuthor>
        <RefTitle>Chirurgische Lehre in Zeiten von COVID-19: Aus notwendigen Kompromissen werden Chancen f&#252;r die Zukunft</RefTitle>
        <RefYear>2021</RefYear>
        <RefJournal>Zentralbl Chir</RefJournal>
        <RefPage>586-96</RefPage>
        <RefTotal>Hanke LI. Chirurgische Lehre in Zeiten von COVID-19: Aus notwendigen Kompromissen werden Chancen f&#252;r die Zukunft. Zentralbl Chir. 2021;146(06):586-96. DOI: 10.1055&#47;a-1675-3955</RefTotal>
        <RefLink>https:&#47;&#47;doi.org&#47;10.1055&#47;a-1675-3955</RefLink>
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