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    <ArticleType>Interview</ArticleType>
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      <Title language="de">Die Lehre an der Universit&#228;tsmedizin Mainz in Zeiten von COVID-19 aus Perspektive zweier Medizindidaktiker:innen der Rudolf Frey Lernklinik &#8211; ein Interview mit Sandra Kurz und Holger Buggenhagen</Title>
      <TitleTranslated language="en">Teaching at the University Medical Center Mainz in times of COVID-19 from the perspective of two medical educators of the Rudolf Frey Learning Clinic &#8211; an interview with Sandra Kurz and Holger Buggenhagen</TitleTranslated>
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        <Address>Universit&#228;tsbibliothek Mainz, Bereichsbibliothek Universit&#228;tsmedizin, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tsbibliothek Mainz, Bereichsbibliothek Universit&#228;tsmedizin, Mainz, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>s.hoyer&#64;ub.uni-mainz.de</Email>
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      <Keyword language="en">digital teaching</Keyword>
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      <SectionHeading language="de">Ein Jahr COVID-19</SectionHeading>
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    <DatePublished>20210916</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
        <Volume>21</Volume>
        <Issue>1-2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Ein Jahr COVID-19 - Herausforderungen f&#252;r Medizinbibliotheken und Informationseinrichtungen</IssueTitle>
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    <ArticleNo>08</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Im vorliegenden Interview berichten die Medizindidaktiker:innen <TextGroup><PlainText>Dr. S</PlainText></TextGroup>andra Kurz und Dr. Holger Buggenhagen &#252;ber die Lehrsituation <TextGroup><PlainText>an der</PlainText></TextGroup> Universit&#228;tsmedizin Mainz w&#228;hrend der SARS-CoV-2-Pandemie. Sie beschreiben, wie die unterschiedlichen Lehrformate Vorlesungen, Seminare, Praktika und der Unterricht am Krankenbett digital ersetzt bzw. erg&#228;nzt wurden und wie die Lehre aus Sicht der Studierenden und Lehrenden wahrgenommen wurde. Sie gehen auf verschiedene technische und institutionelle Unterst&#252;tzungsangebote ein und beschreiben, welchen Stellenwert Vernetzungen vor Ort spielen, insbesondere mit Mitarbeiter:innen der medizinischen Bibliothek. Zuletzt wird im Interview dargestellt, wie Bibliothekar:innen die digitale Lehre unter Pandemiebedingungen unterst&#252;tzen k&#246;nnen und wie sich die Zusammenarbeit in Mainz mit der Entwicklung zuk&#252;nftiger gemeinsamer Schulungsangebote gestaltet.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>In this interview, medical education experts Dr. Sandra Kurz and <TextGroup><PlainText>Dr. H</PlainText></TextGroup>olger Buggenhagen report on the teaching situation at Mainz <TextGroup><PlainText>University</PlainText></TextGroup> Medical Center during the SARS-CoV-2 pandemic. They describe how the different teaching formats lectures, seminars, practical training and bedside teaching were digitally replaced or supplemented and how teaching was perceived from the perspective of students and lecturers. They discuss various technical and institutional support services and the importance of on-site networking &#8211; especially with medical library staff. Finally, the interview describes how librarians can support digital teaching under pandemic conditions and how the collaboration in Mainz is shaping up with the development of future joint training offers. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Interview">
      <MainHeadline>Interview</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Wo hatten Sie vorrangig Ihren Arbeitsplatz seit Beginn der Corona-Pandemie im M&#228;rz 2020&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Mein Arbeitsplatz war sowohl in der Rudolf Frey Lernklinik in meinem B&#252;ro als auch zu Hause. Ich habe einen kleinen Vorteil, weil ich allein im B&#252;ro sitze, so dass ich ungef&#228;hr zu 70&#37; an der Arbeitsst&#228;tte und zu 30&#37; im Homeoffice war. Einen Tag die Woche bin ich au&#223;erdem in der Krankenversorgung in der Klinik f&#252;r An&#228;sthesiologie im OP t&#228;tig.</Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Ich habe teilweise aus dem B&#252;ro und teilweise von zu Hause gearbeitet. Da ich mir ein B&#252;ro mit einem Kollegen teile und die aktuellen Semester sehr von Videokonferenzen gepr&#228;gt sind, ist es manchmal einfacher, Konferenzen von zu Hause aus durchzuf&#252;hren. Dort habe ich ein eigenes Arbeitszimmer und das funktioniert gut. Im ersten halben Jahr der Corona-Pandemie war ich zum Teil auch in der An&#228;sthesiologie klinisch t&#228;tig, bin aber jetzt vollst&#228;ndig f&#252;r die Lehre freigestellt, da viele Aufgaben f&#252;r die Digitalisierung zu erledigen sind.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Wie war f&#252;r Sie die Arbeitssituation zu Beginn der Pandemie&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Der Anfang war belastend, ich habe ca. 60&#8211;70 Stunden die Woche gearbeitet, inklusive Samstage und Sonntage. Zu Beginn des Sommersemesters 2020 sind wir auf die neue Lernmanagement-Plattform LMS-Moodle umgestiegen, die uns einerseits die Arbeit sehr erleichtert hat, durch die andererseits die Lehrenden auch viel medizindidaktischen und technischen Support nach der Einf&#252;hrung ben&#246;tigten. Dies habe ich &#252;bernommen und durch den akuten Wechsel gab es Anfragen und Beratungsw&#252;nsche fast &#8222;rund um die Uhr&#8220; und am Wochenende, da die Kolleg:innen ihre Lehrveranstaltungen weitgehend auch neben ihrer klinischen T&#228;tigkeit neu planen mussten. </Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Wenn man im Homeoffice und auch digital immer erreichbar ist, besteht die Gefahr, dass man auch &#252;ber die Arbeitszeit hinaus verf&#252;gbar ist. Das ist auf der einen Seite gut &#8211; wir sind es aus der Akutmedizin gewohnt &#8211; f&#252;hrt aber irgendwann m&#246;glicherweise zu einer deutlichen Belastung der einzelnen Personen. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Welche digitalen Lehrformate wurden f&#252;r die Online-Semester der klinischen Medizin entwickelt&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Vorlesungen wurden mit Hilfe der Videoplattform Panopto digitalisiert, um sie asynchron wiedergeben zu k&#246;nnen. Die Studierenden konnten sich somit die Vorlesung zeit- und ortsunabh&#228;ngig anschauen.</Pgraph><Pgraph>Seminare wurden in Video-Online-Seminare umgewandelt. Hier stand zun&#228;chst MS Teams zur Verf&#252;gung. Wir haben allerdings diverse Probleme durch getrennte Netzwerke zwischen Universit&#228;tsmedizin und Universit&#228;t. Lehre und Krankenversorgung sollen nicht vermischt werden, dies ist nicht einfach bei der Zurverf&#252;gungstellung von Hard- und Software. </Pgraph><Pgraph>Sp&#228;ter kam BigBlueButton hinzu. Es stellte sich die Frage, wie viele Personen an einer Videokonferenz teilnehmen k&#246;nnten. Es gab Bem&#252;hungen, Vorlesungen synchron zu halten, weil viele Lehrende nachvollziehbar der Meinung sind, dass eine Interaktion mit den Studierenden f&#252;r den Lernerfolg sehr wichtig ist. Wir haben versucht, das im Rahmen der Ressourcenknappheit der Bandbreite klein zu halten und die Seminarform zu pr&#228;ferieren. </Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Die Lehrplattform LMS-Moodle haben wir jeweils als Einstieg f&#252;r die Studierenden genutzt, hier wurden die Vorlesungen und Links zu den Video-Online-Seminaren bereitgestellt. Erg&#228;nzt wurden die digitalen Lehrformate durch Literaturempfehlungen und Quizfragen. Weiterhin wurden hier Informationen zum praktischen Unterricht in Pr&#228;senz hinterlegt.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Wie wurde die Umstellung bei den Lehrenden bewerkstelligt, wie haben Sie die Lehrenden dabei unterst&#252;tzt&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Zu Beginn des Sommersemesters 2020 war klar, dass Pr&#228;senzlehre nicht stattfinden kann und nur wenige Personen in die Lernklinik kommen k&#246;nnen. Wir haben unsere R&#228;ume zu kleinen Filmstudios umgebaut, um das Aufzeichnen der Vorlesungen maximal unterst&#252;tzen zu k&#246;nnen. Hierzu haben wir unsere Kleingruppenr&#228;ume mit einer Stellwand ausgestattet, um einen einheitlichen Hintergrund zu erm&#246;glichen. &#220;ber eine Webcam auf einem Stativ wurden die Referent:innen vor dem standardisierten Hintergrund aufgezeichnet. Bei Bedarf wurde durch zus&#228;tzliche Beleuchtung die Aufnahmequalit&#228;t optimiert. </Pgraph><Pgraph>Das &#252;ber Panopto aufgezeichnete Video lie&#223; sich im Nachgang bearbeiten und in einzelne Abschnitte unterteilen. Ebenfalls war das Einf&#252;gen von Quizfragen zur &#220;berpr&#252;fung des Lernerfolgs kapitelweise m&#246;glich. So gelang es uns z&#252;gig, qualitativ hochwertige aufgezeichnete Vorlesungen zur Verf&#252;gung stellen zu k&#246;nnen. Unsere Lehrenden wurden entlastet, da sie sich nicht um technische Details k&#252;mmern mussten. Ab Bereitstellung konnten die Vorlesungen jederzeit und beliebig asynchron angesehen werden. Eine Interaktion zwischen Studierenden und Dozierenden war in diesem Format jedoch nicht m&#246;glich. Pr&#228;senzveranstaltungen lassen sich oftmals nicht 1:1 ins Digitale transformieren, es ist f&#252;r die meisten Lehrenden wesentlich aufw&#228;ndiger, eine Vorlesung aufzuzeichnen. Viele Lehrende haben den Anspruch, dass die Videos nochmal besser aufbereitet werden und der Arbeitsaufwand daf&#252;r ist enorm. Unsere technische sowie beratende Unterst&#252;tzung wurde und wird sehr gut angenommen. Im Sommer- wie im Wintersemester 2020&#47;21 wurden Videos im Umfang von jeweils ca. 300 Stunden aufgezeichnet, bearbeitet und ins LMS-Moodle gestellt.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Es gibt und gab schon bereits bestehende Systeme, zum Beispiel in der Anatomie oder in der Pharmakologie. Dort wurden seit einigen Semestern Vorlesungen digital asynchron und teilweise synchron zur Verf&#252;gung gestellt. Es gab viele verschiedene Formen. Wir konnten auf das Know How zugreifen, aber die technischen Systeme waren schon sehr alt, so dass wir die synchronen Vorlesungen als wirkliche Ausnahmen sehen. </Pgraph><Pgraph>Neben dem Support f&#252;r die Vorlesungen haben wir auch insgesamt die Kolleginnen und Kollegen zu ihren Kurskonzepten zeitweise mit sechs Medizindidaktiker:innen beraten. Jeder von uns hatte 14&#8211;15 Einrichtungen zu beraten, mit unterschiedlicher Intensit&#228;t. Wir waren relativ frei in der Lehre. Es gibt die Abweichungsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die sehr offen die Approbationsordnung flexibler regelt <TextLink reference="1"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Es waren kontinuierlich R&#252;cksprachen mit dem Landespr&#252;fungsamt n&#246;tig, um zum Beispiel Anwesenheitspflichten und Pr&#252;fungen abzustimmen. Art und Durchf&#252;hrung der Pr&#252;fungen wurde vom Pr&#252;fungsausschuss geregelt. </Pgraph><Pgraph>Unsere Aufgabe war die Beratung f&#252;r die Plattformen Panopto, MS Teams, BigBlueButton und LMS-Moodle. Neben der m&#252;ndlichen Beratung haben wir Schulungsvi<TextGroup><PlainText>d</PlainText></TextGroup>eos und Anleitungen vorbereitet und eine Hotline f&#252;r akute Fragen eingerichtet. </Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Zu den Vorlesungen m&#246;chte ich noch erg&#228;nzen, wir haben von Anfang an empfohlen, die L&#228;nge einer normalen Unterrichtseinheit (45 Minuten) auf einen Impulsvortrag zu k&#252;rzen, erg&#228;nzt durch Anschauungsvideos oder Links zu aktuellen Leitlinien und aktuellen B&#252;chern. Dies hat sich nach und nach eingespielt. Dadurch musste ein ganz neues Lehrkonzept her und viel mehr Abstimmung erfolgen. </Pgraph><Pgraph>Unsere Aufgabe war zu beraten, um digitale Lehrformate so zu gestalten, dass die Studierenden auf den praktischen Unterricht und die Klausuren optimal vorbereitet sind. Manchmal geh&#246;rt ein bisschen Kreativit&#228;t dazu, damit es ein sinnvolles didaktisches Gesamtkonzept wird.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Die Erfahrung mit dem Thema <TextGroup><PlainText>E-Learning</PlainText></TextGroup> war bei vielen Lehrenden wenig ausgepr&#228;gt. Wie bei den meisten Hochschulen haben wir zu Pandemiebeginn fast bei null angefangen. Durch unser Master of Medical Education-Studium waren wir in der Lage, die Lehrenden auch in dieser Hinsicht zu unterst&#252;tzen. Neben Hotlines und Beratungen haben wir regelm&#228;&#223;ig medizindidaktische Veranstaltungen durchgef&#252;hrt sowie Empfehlungen in Form von eigens erstellten Anleitungen und <TextGroup><PlainText>Literatur</PlainText></TextGroup> bereitgestellt <TextLink reference="2"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: In den ersten beiden Corona-Semestern lag der Schwerpunkt auf den didaktischen und technischen Schulungen. Jetzt sind die meisten Lehrenden technisch fit und wir k&#246;nnen uns st&#228;rker auf inhaltliche Themen fokussieren. Wir haben Best-Practice-Beispiele identifiziert und laden aktuell jeden zweiten Dienstagabend zu unseren Seminaren ein. Hier stellen Unterrichtsverantwortliche ihre Lehrformate vor; andere k&#246;nnen sich Ideen holen. Das wird sehr gut angenommen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Das Medizinstudium ist sehr praxisbezogen. Welche Inhalte lie&#223;en sich nicht digital umsetzen und wie haben Sie diese vermittelt&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Es gab Phasen, in denen wir wirklich keine Pr&#228;senzlehre am Krankenbett zulassen konnten. In anderen Phasen war dies unter besonderen Bedingungen und in Abstimmung mit der Krankenhaushygiene m&#246;glich. Dies musste eng abgestimmt werden, da auch die Patient:innen keinen Besuch haben durften. Es war immer wieder eine Herausforderung f&#252;r die Lehrenden, den Unterricht am Krankenbett darzustellen und dies auch gegen&#252;ber den Patient:innen zu vertreten.</Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Initial hatten wir ein Drei-Phasen-Modell. Zuerst gab es nur asynchrone Vortr&#228;ge, nach drei Wochen <TextGroup><PlainText>wurden</PlainText></TextGroup> diese durch interaktive Online-Seminare erg&#228;nzt und in der zweiten Semesterh&#228;lfte des Sommersemesters 2020 war in ganz kleinen Gruppen Pr&#228;senzlehre und Unterricht am Krankenbett m&#246;glich <TextLink reference="3"></TextLink>. Unser Drei-Pha<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>en-Modell ist zum Gl&#252;ck genau aufgegangen. Im Wintersemester 2020&#47;21 starteten wir in ausgew&#228;hlten F&#228;chern, die psychomotorische F&#228;higkeiten beinhalteten, direkt mit der Pr&#228;senzlehre. Allerdings wurden wir ziemlich &#252;berrumpelt, da es um Weihnachten nochmal zum absoluten Lockdown kam, so dass wir zur&#252;ckrudern mussten, was schwerer war, als wenn man vorausplanen kann. Zum Gl&#252;ck hatte ein Gro&#223;teil der Studierenden bereits die Praktika absolviert, so dass die verbleibenden Veranstaltungen digital gut kompensiert werden konnten.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Herausfordernd war die Interaktion zwischen dem Studienb&#252;ro und den vielen Abteilungen, um die Lehrveranstaltungen zu planen. Wir haben in der Pandemie mehr als 30 Einrichtungen, die Pr&#228;senzlehre machen. Der Stundenplan musste aufgrund der sich st&#228;ndig &#228;ndernden Bedingungen immer wieder angepasst werden. </Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Durch den digitalen Unterricht gab es den riesigen Vorteil, dass wir viel mehr Flexibilit&#228;t hatten, um den Kleingruppenunterricht zu planen. Vor Corona waren vormittags die Vorlesungen und die Praktika gingen bis sp&#228;t in den Abend hinein. Durch die kleineren Gruppen wurden viel mehr Zeitslots ben&#246;tigt. Im Gegensatz zu drei bis sechs Studierenden wurden jetzt nur zwei Studierende ans Krankenbett gelassen. F&#252;r Simulationen wurden nur vier Personen pro Gruppe geplant, wobei hier immer nur eine Person an die Phantome treten durfte und die anderen das Szenario hinter Plexiglasscheiben bzw. aus mit Glasscheiben getrennten R&#228;umen verfolgen konnten.  </Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Es gibt praktische Inhalte, die nicht digital umgesetzt werden. Diese wurden identifiziert und durch Medizindidaktiker:innen und den Prodekan f&#252;r Studium und Lehre bewertet, ob tats&#228;chlich keine digitale L&#246;sung gefunden werden konnte. Manche Veranstaltungen konnten nach der Beratung doch digital stattfinden, andere wurden mit entsprechendem Hygienekonzept pr&#228;sent durchgef&#252;hrt. Alle Studierenden, die innerhalb der folgenden 48 Stunden ans Krankenbett gehen oder sehr eng an &#220;bungsphantomen arbeiten, m&#252;ssen einen negativen Point-of-Care-Antigen-Test auf SARS-CoV-2 nachweisen. Hierzu haben wir ein eigenes Testzentrum f&#252;r Studierende etabliert.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Gab es auch praxisbezogene Inhalte, die digital durchge</Mark1><TextGroup><Mark1>f</Mark1></TextGroup><Mark1>&#252;hrt wurden&#63;</Mark1> </Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Ja, das gab es auch. Eine Unterrichtsbeauftragte aus der Inneren Medizin hat zusammen mit Studierenden Interviews mit Simulationspatient:innen vor dem Bildschirm dargestellt. Dies war eines unserer Best-Practice-Beispiele. Anhand von Fallbeschreibungen wurden die Simulationspatient:innen geschult. Die Studierenden konnten im digitalen Raum Anamnesen bei ihnen durchf&#252;hren und im Anschluss wurden Verdachtsdiagnosen, Differentialdiagnosen sowie Therapieoptionen erarbeitet und den Simulationspatient:innen mitgeteilt. Hierdurch konnten wichtige Lernfaktoren wie Feedback geben, Diskussionen sowie Reflexionen abgebildet werden.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>:  Online-Lehrveranstaltungen mit realen Patient:innen sind bis zum heutigen Zeitpunkt von der Datenschutzgrundverordnung faktisch untersagt. Es ist definitiv ein dynamischer Prozess, eine Videokonferenzsoftware zu finden, die das erlaubt. Wir haben im Moment eine Freigabe f&#252;r BigBlueButton an der JGU, aber dort m&#252;ssen die Gesundheitsdaten anonymisiert sein. Sobald Erkennungsmerkmale von Patient:innen gezeigt werden, die eindeutig sind, wie z.B. das Gesicht, muss das verpixelt werden. Dadurch konnten nur Simulationspatient:innen gezeigt werden.</Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Um die wertvolle &#8211; zum Teil k&#252;rzere Praktikumszeit &#8211; maximal nutzen zu k&#246;nnen, galt es den praktischen Unterricht gut vorzubereiten. Es gab vorab digitale Demonstrationen, so dass die Studierenden im Praktikum direkt mit dem &#220;ben anfangen konnten. Normalerweise wird im Praktikum zuerst live demonstriert und im Anschluss &#252;ben die Studierenden und f&#252;hren die Ma&#223;nahmen durch. Die Studierenden hatten diesmal Lehrvideos, die sie beliebig oft vor der Pr&#228;senzlehre anschauen konnten und f&#252;hlten sich dadurch sehr gut vorbereitet. Die R&#252;ckmeldungen der Studierenden zu diesem Konzept waren sehr gut. </Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Erforderlich ist es, Lernziele zu definieren, damit Blended Learning funktioniert. Wenn das gut abgestimmt war, haben wir gesehen, dass die Studierenden hervorragend f&#252;r Seminare oder praktischen Unterricht vorbereitet waren. Diese Konzepte wurden bereits vor der Pandemie z.B. in der Geburtshilfe umgesetzt und konnten jetzt in andere Praktika &#252;bertragen werden. </Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Ein Beispiel: Im Chirurgie-Praktikum hatten wir eine Naht-Station, deren praktische Lernziele zu Semesterende durch eine OSCE-Pr&#252;fung, also praktische Pr&#252;fung &#252;berpr&#252;ft werden sollten. Die Studierenden wollten nat&#252;rlich zur Vorbereitung die Skills &#252;ben und vertiefen. Da in der Phase keine Pr&#228;senz m&#246;glich war, wurde ein digitaler Nahtkurs angeboten, in dessen Rahmen an Bananen gen&#228;ht wurde. Eine Banane ist ein bisschen vergleichbar mit der Haut von den einzelnen Schichten her. Normalerweise werden in Praktika und im Skills Lab die Nahttechniken an Schweinef&#252;&#223;en oder Hautmodellen ge&#252;bt. Da wir diese den Studierenden aber in so gro&#223;er Anzahl nicht f&#252;r zu Hause zur Verf&#252;gung stellen konnten, bekamen die Studierenden Einmal-Nahtmaterial mit, besorgten sich Bananen und wurden w&#228;hrend ihrer Nahtversuche digital durch Lehrende im Live-Seminar betreut. </Pgraph><Pgraph>Mit Kreativit&#228;t lassen sich manche praktischen Lernziele digital auf Distanz lehren, dies gilt allerdings nur f&#252;r wenige psychomotorische Lernziele. Kognitive Lernziele lassen sich sehr gut digital umsetzen, f&#252;r affektive Lernziele unter Einbeziehung von Einstellungen und Haltung ist die Methodenwahl dagegen schwieriger.  Die OSCE-Pr&#252;fung am Ende des Semesters konnte &#8222;halbdigital&#8220; stattfinden. Die Studierenden kamen zur Pr&#252;fung in die Lernklinik, waren aber r&#228;umlich vom Pr&#252;fer getrennt und kommunizierten &#252;ber ein Videokonferenzsystem. So war eine anspruchsvolle praktische Pr&#252;fung unter strengen Hygieneeinhaltungen gut m&#246;glich.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Es war auf jeden Fall oftmals eine spannende Diskussion, ob praktische Fertigkeiten &#252;berhaupt zwingend notwendig sind, z.B. ob tats&#228;chlich jeder Studierende pers&#246;nlich eine Probe auf einer Agarplatte ausbringen oder selbst einen bestimmten Laborautomat bedient haben muss. </Pgraph><Pgraph>Gro&#223;e Probleme hatten wir in der Zahnmedizin, da dieses Studium sehr praxisorientiert ist. Schon in fr&#252;hen Semestern haben die Studierenden Kontakt zu Patient:innen, sie m&#252;ssen z.B. Z&#228;hne bohren und wir hatten gro&#223;en Abstimmungsbedarf mit der Hygiene.</Pgraph><Pgraph>Zum Thema Arzt-Patienten-Gespr&#228;ch: Dies konnten wir in unseren R&#228;umen durchf&#252;hren, allerdings aufgrund der Ressourcenknappheit mit weniger Stunden und jeweils einem Studierenden pro Simulationspatient:in. Es wurden Anamnese- und Aufkl&#228;rungsgespr&#228;che unter hygienischen Bedingungen mit Plexiglasscheibe und Abstand zwischen den Beteiligten gef&#252;hrt.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Wie ist die Akzeptanz der Studierenden, welche R&#252;ckmeldungen haben Sie erhalten&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Die R&#252;ckmeldungen waren sehr unterschiedlich, vielen hat der pers&#246;nliche Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden sehr gefehlt, ebenso wie der Kontakt zu den Patient:innen. Ersteres konnte teilweise mit Online-Sprechstunden und Foren kompensiert werden. </Pgraph><Pgraph>Allerdings haben wir auch sehr viele R&#252;ckmeldungen bekommen, dass die Lehre wesentlich strukturierter war und vielmehr aufeinander aufgebaut hat. Wir haben es strukturell optimal gel&#246;st, dass wir erst die Vorlesung bereitstellen, dann zur Vertiefung das Seminar haben und anschlie&#223;end das Praktikum. Das ist normalerweise h&#228;ufig leider nicht so. Oft beginnt das Praktikum in der ersten Woche und einige Wochen sp&#228;ter folgt die Vorlesung zu Krankheitsf&#228;llen, die bereits im Praktikum vorkamen. Das haben wir bei der digitalen Lehre strenger ber&#252;cksichtigt und es wurde sowohl von den Studierenden als auch von den Lehrenden sehr positiv aufgenommen. Es war deutlich zu sehen, dass die Studierenden im OP damit perfekt vorbereitet waren. Das m&#252;ssen wir f&#252;r die Zukunft beibehalten.</Pgraph><Pgraph>&#214;fter gab es aufgrund unklarer Entwicklungen und Umplanungen Kommunikationsprobleme zwischen den Lehrenden und Studierenden. Manche Informationen und Gespr&#228;che zwischen &#8222;T&#252;r und Angel&#8220; haben den Studierenden gefehlt, so kam es auch gelegentlich zu Missverst&#228;ndnissen. Die neuen Kommunikationsformen der digitalen Lehre haben sich zunehmend eingespielt und konnten verbessert werden. Vom didaktischen Aufbau war die Lehre besser und das wurde sehr h&#228;ufig betont und in Evaluationen immer wieder r&#252;ckgemeldet.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Welche Rolle spielt die Bibliothek f&#252;r die Unterst&#252;tzung der digitalen Lehre&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Ich fand es sehr gut, dass wir uns ausgetauscht haben, welche M&#246;glichkeiten es gibt und was digital zur Verf&#252;gung steht. Die Studierenden und Lehrenden haben das Literaturangebot teilweise auch schon im Vorfeld genutzt, jetzt war es allerdings noch wichtiger zu wissen, auf welche Ressourcen verwiesen werden kann. </Pgraph><Pgraph>Kurze Vortr&#228;ge mit Verweis auf vertiefende Literatur scheinen f&#252;r Studierende den optimalen Lerneffekt zu bieten. Wissenschaftliches Arbeiten ist f&#252;r die Studierenden sehr wichtig. Ich freue mich, dass auch hier die seit Jahren angebotenen Kurse der Bibliothek direkt in digitale Formate mit LMS-Moodle und Online-Seminaren umgesetzt werden konnten.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Das digitale Angebot ist sehr gut, aber es kommt m&#246;glicherweise beim einzelnen Lehrenden noch nicht ganz an. Sie ben&#246;tigen oftmals noch mehr Informationen, wo digitale Inhalte zu finden sind. In vielen F&#228;llen ist es sehr gut gelungen, diese im Unterricht zu verlinken. Wir haben auch in den Beratungen darauf hingewiesen, diese M&#246;glichkeiten einzusetzen.</Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Es gibt ein Best-Practice-Beispiel mit einem sehr aufw&#228;ndig gestalteten LMS-Moodle-Kurs. In diesem wird zu jedem Abschnitt die entsprechende Literaturstelle bereitgestellt und direkt verlinkt. Der verantwortliche Dozent hat dies in Perfektion umgesetzt und im Medizin-Didaktik-Programm vorgestellt. Ich denke, da werden sich bestimmt einige Lehrende Ideen holen k&#246;nnen.</Pgraph><Pgraph>Von solchen Kursen profitieren die Studierenden maximal, da sie dort abgeholt werden, wo sie stehen. Studierende, die mit dem Thema weniger vertraut sind, schauen sich zuerst die Videos der Lehrenden an und vertiefen im Anschluss mit wertvollen Literaturquellen. Studierende, die sich mit den Themen bereits besser auskennen, k&#246;nnen direkt weiterf&#252;hrende Literatur und Leitlinien bearbeiten. Hier k&#246;nnen Medizindidaktik und Bibliothek noch intensiver zusammenarbeiten, denn solche Kursmodelle werden in Zukunft st&#228;rker gefragt sein. Umzusetzen w&#228;re dies, dass Sie als Besch&#228;ftigte der Bibliothek mehr Einblicke in die LMS-Moodle-Kurse haben und ein direktes Feedback zu Literatur-Verlinkungen geben. Durch Auswertungen, welche B&#252;cher generell h&#228;ufig verwendet werden, k&#246;nnen Lehrende beraten werden, von welchen weiterf&#252;hrenden Links Studierende profitieren. Dies ist ein riesengro&#223;er Gewinn und eine Erleichterung f&#252;r Lehrende und Studierende. Die Vernetzung von Vortr&#228;gen und Literatur sollten wir verst&#228;rkt in das Medizindidaktik-Programm aufnehmen und gemeinsame Schulungen anbieten. Wissenschaftliches Arbeiten wird zuk&#252;nftig in der neuen Approbationsordnung ebenfalls einen noch gr&#246;&#223;eren Stellenwert einnehmen, auch hier gilt es Blended-Learning-Konzepte zu diesem Thema auszubauen <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Wie weit ist die Umsetzung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs fortgeschritten&#63; Welche wesentlichen &#196;nderungen ergeben sich daraus&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Der neue Lernzielkatalog wurde Ende April ver&#246;ffentlicht <TextLink reference="5"></TextLink>. Er enth&#228;lt konkrete Lernziele f&#252;r Studierende und f&#252;r Lehrende, so dass die Lehre weiter verbessert wird. Ich sehe es als Gewinn, einen nationalen Lernzielkatalog zu haben, er erm&#246;glicht den Studierenden das Lernen und den Lehrenden die Planung und Abstimmung ihrer Lehre. In der zweiten Jahresh&#228;lfte soll es verschiedene Reviewprozesse des neuen NKLM geben, um weitere Feinabstimmungen der Fakult&#228;ten zu erreichen. Wir in Mainz erfassen seit zwei Jahren die Lernziele f&#252;r jede unserer Lehrveranstaltungen, insgesamt haben wir &#252;ber 10.000 Lernziele f&#252;r curriculare und weitere 400 Lernziele f&#252;r Wahl-Veranstaltungen in das Portal LOOOP eingetragen und mit dem NKLM gemappt. Hierdurch bekommen die Lehrenden R&#252;ckmeldungen, ob ihre Lernziele den Empfehlungen des NKLM entsprechen und welche Lernziele ggf. angepasst werden sollten.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Gibt es digitale Angebote, die &#252;ber die Pandemie hinaus bleiben und etabliert werden k&#246;nnen&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Das ist davon abh&#228;ngig, wie wir die Studienordnung und das Landespr&#252;fungsamt davon &#252;berzeugen k&#246;nnen weiterzumachen, wie lang die nationale pandemische Lage anh&#228;lt und die Abweichungsverordnung gilt. Wir sind in der Vorbereitung f&#252;r die Umsetzung der Neuerungen der zuk&#252;nftigen ge&#228;nderten Approbationsordnung. Es ist eine sehr dynamische Phase in den n&#228;chsten vier bis f&#252;nf Jahren. </Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Gerade die Strukturierung und der Aufbau einer Lernspirale ist uns in der digitalen Lehre sehr gut gelungen. Das wollen wir unbedingt beibehalten. Dass wir die Kernzeiten vormittags auch f&#252;r die Praktika nutzen konnten, war ein riesiger Gewinn der Digitalisierung. Ich denke, das sollten wir in Zukunft weiter ber&#252;cksichtigen. Wir freuen uns allerdings auch wieder sehr auf Zeiten mit mehr Pr&#228;senzlehre. Ein guter Mix ist sinnvoll und kann zur Gestaltung eines modernen Stundenplans in Zukunft beitragen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Die vergangenen Semester waren sehr anstrengend. Was k&#246;nnen Sie daraus als Gewinn mit in die Zukunft nehmen&#63;</Mark1></Pgraph><Pgraph><Mark3>S. Kurz</Mark3>: Die Vernetzung der Lehrenden hat sich sehr verbessert. Wir wachsen immer mehr zusammen, man hat weniger Hemmungen, sich gegenseitig zu fragen und zu unterst&#252;tzen. Es hat sich ein Lehrteam entwickelt. Ein weiterer gro&#223;er Gewinn ist, dass wir insgesamt mehr Struktur im Aufbau der Lehrveranstaltungen erreicht haben. Die online verf&#252;gbare Vorlesung erm&#246;glichte den Abruf nicht nur jederzeit, sondern auch mehrfach, was von den Studierenden rege genutzt wurde. Insbesondere angesichts weiterer Verpflichtungen wie Familie, Doktorarbeit und Berufst&#228;tigkeit neben dem Studium sind online abrufbare Lehrinhalte eine relevante Verbesserung und der Wunsch diese &#196;nderung beizubehalten wurde von Seiten der Studierenden mehrfach angebracht. Im Hinblick auf die anhaltende Diskussion der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Vereinbarkeit von Familie und Studium bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung. Zuk&#252;nftig gilt es hybride Lehrkonzepte, aber auch Kurskonzepte mit virtueller Realit&#228;t, k&#252;nstlicher Intelligenz sowie Robotik zu verstetigen. Erste Pilotkurse gibt es seit ein paar Jahren bei uns im Rahmen des Wahlpflichtfach-Programms in der Chirurgie <TextLink reference="6"></TextLink>, <TextLink reference="7"></TextLink>. Die digitale Lehre wird diese innovativen Lehrformate sicherlich unterst&#252;tzen.</Pgraph><Pgraph><Mark3>H. Buggenhagen</Mark3>: Durch die hohe Motivation der Lehrenden und Studierenden, die sich teilweise sehr spontan und in gro&#223;em Umfang als Tutor:innen engagiert haben, konnten wir gute Blended-Learning-Konzepte erstellen, die nachhaltig f&#252;r eine qualitativ hochwertige Lehre genutzt werden k&#246;nnen. </Pgraph><Pgraph><LineBreak></LineBreak><LineBreak></LineBreak>Das Interview f&#252;hrten Sabine Hoyer und Stefanus Schweizer.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Res&#252;mee">
      <MainHeadline>Res&#252;mee</MainHeadline><Pgraph>Zuk&#252;nftig sollten wir abgestimmte Blended-Learning-Konzepte f&#252;r selbstbestimmtes, individuelles und kollaboratives Lernen f&#252;r die Studierenden bereitstellen <TextLink reference="7"></TextLink>, <TextLink reference="8"></TextLink>. Welche Lehrmethoden im digitalen oder pr&#228;senten Format gew&#228;hlt werden, sollte sich streng nach den geforderten Lernzielen richten. Faktenwissen l&#228;sst sich sowohl pr&#228;sent also auch digital sehr gut lehren, wohingegen Handlungskompetenzen besser im pr&#228;senten Unterricht mit praktischen &#220;bungen im Labor, an Simulationen oder mit Patientenkontakt vermittelt werden k&#246;nnen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Abk&#252;rzungen">
      <MainHeadline>Abk&#252;rzungen</MainHeadline><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">BigBlueButton: Open-Source-Plattform f&#252;r Onlinelehre</ListItem><ListItem level="1">JGU: Johannes Gutenberg-Universit&#228;t Mainz</ListItem><ListItem level="1">LMS-Moodle: Lernmanagementsystem der Johannes Gutenberg-Universit&#228;t (Moodle-LMS<Superscript>&#169;</Superscript> &#8211; West Perth, Australia)</ListItem><ListItem level="1">LOOOP: Learning Opportunities, Objectives and Out- comes Platform (nicht-kommerzielles Forschungsnetzwerk f&#252;r Curriculumsentwicklung und Curriculum-Mapping)</ListItem><ListItem level="1">MME: Master of Medical Education</ListItem><ListItem level="1">MS Teams: Microsoft<Superscript>&#174;</Superscript> Teams (Microsoft Corporation, Redmond, WA, USA)</ListItem><ListItem level="1">NKLM: Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin</ListItem><ListItem level="1">OSCE: Objective Structured Clinical Examination</ListItem><ListItem level="1">Panopto: Videoplattform (Panopto<Superscript>&#169;</Superscript> Inc., Seattle, USA)</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Biografische Daten">
      <MainHeadline>Biografische Daten</MainHeadline><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Dr. med. Holger Buggenhagen, MME ist seit 1992 An&#228;sthesist an der Universit&#228;tsmedizin Mainz, seit 2009 als Oberarzt. 2013&#8211;2015 absolvierte er berufsbegleitend das Studium Master of Medical Education. Seit 2012 leitet er die zentrale Lehrplattform Rudolf Frey Lernklinik. Seine Schwerpunkte sind Medizindidaktik, Lehrforschung und Curriculumsentwicklung.</ListItem><ListItem level="1">Dr. med. Sandra Kurz, MME ist seit 2003 An&#228;sthesistin an der Universit&#228;tsmedizin Mainz. 2007 bis 2010 <TextGroup><PlainText>absolvierte</PlainText></TextGroup> sie berufsbegleitend das Studium Master of Medical Education. Seit 2012 arbeitet sie neben der klinischen T&#228;tigkeit in der Rudolf Frey Lernklinik. Dort leitet sie das Mainzer Medizin Didaktik Programm und begleitet curriculare Weiterentwicklungsprozess<TextGroup><PlainText>e. Als</PlainText></TextGroup> Dozentin im Rahmen der Querschnittf&#228;cher &#8222;Schmerzmedizin&#8220; und &#8222;Palliativmedizin&#8220; ist sie aktiv in der Lehre der Medizinstudierenden engagiert. Sie begleitet mehrere Lehrforschungsstudien zu innovativen Lehrformaten.</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkungen">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>ORCIDs</SubHeadline><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Dr. med. Sandra Kurz: <Hyperlink href="https:&#47;&#47;orcid.org&#47;0000-0002-7785-7390">0000-0002-7785-7390</Hyperlink></ListItem><ListItem level="1">Dr. med. Stefanus Schweizer: <Hyperlink href="https:&#47;&#47;orcid.org&#47;0000-0002-6110-2743">0000-0002-6110-2743</Hyperlink></ListItem></UnorderedList></Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autor:innen erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
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