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    <IdentifierDoi>10.3205/mbi000202</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mbi0002028</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Tagungsbericht</ArticleType>
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      <Title language="de">Mut zur Innovation &#8211; 2. M&#252;nsteraner Zukunftskolloquium f&#252;r Medizinbibliotheken</Title>
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        <Address>Bibliothek der Medizinischen Universit&#228;t, Stiftingtalstr. 24, 8010 Graz, &#214;sterreich, Tel. &#43;43316&#47;385-73068<Affiliation>Bibliothek der Medizinischen Universit&#228;t, Graz, &#214;sterreich</Affiliation></Address>
        <Email>doris.bonora&#64;medunigraz.at</Email>
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    <DatePublished>20101118</DatePublished></DatePublishedList>
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        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Innovationen an Bibliotheken</IssueTitle>
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    <ArticleNo>19</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Tagungsbericht</MainHeadline><Pgraph>Vom 28. bis zum 29. Juni 2010 folgten 16 Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, &#214;sterreich und der Schweiz zum zweiten Mal dem Aufruf von Oliver Obst zum M&#252;nsteraner Zukunftskolloquium f&#252;r Medizinbibliotheken in die Zweigbibliothek Medizin der Universit&#228;t M&#252;nster (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>).</Pgraph><Pgraph>Nach einer herzlichen Begr&#252;&#223;ung mit musikalischer Begleitung wurden die Teilnehmer gebeten, ihre Themen und Fragen zur Medizinbibliothek der Zukunft zu formulieren. Aus diesem Ergebnis und aus den thematischen Vorgaben der Einladung zum Workshop ergaben sich die drei Hauptdiskussionspunkte des Kolloquiums: Strategie, Studierende und Web 2.0, die durch drei Kurzreferate der geladenen G&#228;ste und des Hausherren zus&#228;tzliche Impulse bekommen sollten.</Pgraph><Pgraph>Durch das Gegen&#252;berstellen der Themen aus beiden Jahren wurde offensichtlich, dass es noch immer einige Dauerbrenner in der Frage nach der Zukunft der Medizinbibliotheken gibt. Zu den bereits 2006 aufgestellten Themen wie Budget, Marketing, Wissensvermittlung und Bibliothek als Ort, kamen noch die neuen Punkte Strategie und Soziale Netzwerke hinzu.</Pgraph><Pgraph>Oliver Obst er&#246;ffnete mit seinem Referat &#8222;Following the paths of library users in redesigning library spaces&#8220; zum Thema Strategie den schon vor 4 Jahren bew&#228;hrten Mix aus Impulsreferaten, offenen Diskussionen und Gruppenarbeit. Es folgten hei&#223;e Diskussionen &#252;ber die neuen Anforderungen an Medizinbibliotheken. Als wesentliche Aufgaben sahen die Teilnehmer die Definition von Zielgruppen, unterst&#252;tzt durch eventuelle Umfragen und die klare Positionierung, um sich Verb&#252;ndete innerhalb des Fakult&#228;ts-, Klinik- und Pflegepersonals zu suchen. Es ist ein klarer Trend zu erkennen, dass Bibliothekare bereit sind zu diesem Zweck die Bibliothek zu verlassen und ihre Kunden im Rahmen von Roadshows und Hausbesuchen aufzusuchen.  Die lebhafte Diskussion &#252;ber die Sinnhaftigkeit, die Ressourcen der Bibliothek &#252;ber ein einziges Portal zur Verf&#252;gung zu stellen, endete in der Erkenntnis mehrere Wege zum Bibliotheksbenutzer zu suchen und somit Werkzeuge des Web 2.0 zu nutzen und anzubieten. Oliver Obst gab einen kurzen &#220;berblick &#252;ber seine Erfahrung mit Webblogs, RSS-Feeds, Facebook und als neueste Entwicklung Twitter als Kommunikationskanal f&#252;r die Bibliothek. Weiters wurde angeregt das teilweise mangelnde Wissen &#252;ber Marketinginstrumente im Rahmen eines Workshops bei einer AGMB-Tagung zu erweitern. Als sehr wichtig wurde der Aspekt erachtet, den Mitarbeitern die M&#246;glichkeit zu bieten, innerhalb ihrer Arbeitszeit Innovationen zu entdecken und auszuprobieren und somit neugierig zu bleiben, auch auf die Gefahr hin, dass sich nicht jede Neuerung f&#252;r die Anwendung im Bibliotheksalltag als sinnvoll erweist. Die Teilnehmer kamen darin &#252;berein, dass es im Routinegesch&#228;ft schwer durchf&#252;hrbar ist, diese Neugierde zu leben. Der Einwurf von Guus van der Brekel, Informationsspezialist der Medizinbibliothek der Universit&#228;t von Groningen, dass f&#252;r sein &#8222;Experimentieren&#8220; 20 Prozent seiner Arbeitszeit vorgesehen sind, rief bei den Teilnehmern gro&#223;es Erstaunen hervor. Das wiederum regte die Diskussion dar&#252;ber an, was von der Routinearbeit weggelassen werden kann, um Platz f&#252;r neue Aufgaben zu schaffen.  </Pgraph><Pgraph>Das zweite gro&#223;e Thema dieses Workshops &#8222;Studierende&#8220; wurde von Anna Schlosser, der Leiterin  der Medizinbibliothek Careum in Z&#252;rich und Vorstandsmitglied der AGMB moderiert. </Pgraph><Pgraph>Zur Einf&#252;hrung zeigte Anna Schlosser mit einem Video von der Yonsei Samsung Library in S&#252;dkorea und Bildern des Rolex Learning Centers in Lausanne zur Realit&#228;t gewordene Visionen moderner Bibliotheken.</Pgraph><Pgraph>Die Bibliothek der Zukunft wird immer mehr &#8222;Meeting Place&#8220; f&#252;r Studierende, d.h. dass sich die Bibliothek verst&#228;rkt auf die Bed&#252;rfnisse dieser Benutzergruppe einstellen muss. Studentische Forderungen wie &#214;ffnungszeiten rund um die Uhr, Ruher&#228;ume in Form von Lounges, eine umfassende Lehrbuchsammlung und ein zus&#228;tzliches, gro&#223;es E-Book-Angebot, Skillslabs, ein gro&#223;z&#252;giges PC-Angebot mit Helpdesk, selbst gestaltbare R&#228;ume und eine m&#246;glichst zentrale Lage am Campus stellen die Bibliotheken vor gro&#223;e Herausforderungen. Der damit verbundene Umbau bestehender Bibliotheken muss, wie die Teilnehmer in einer anschlie&#223;enden F&#252;hrung durch die R&#228;umlichkeiten der M&#252;nsteraner Medizinbibliothek sehen konnten, nicht immer sehr kostspielig sein, auch ein Umbau in kleinen Schritten f&#252;hrt zur Anpassung der R&#228;umlichkeiten an die studentischen Bed&#252;rfnisse. So entstanden in ehemaligen Zeitschriften-Magazinen neue Arbeitspl&#228;tze, erweiterter Platz f&#252;r die Lehrbuchsammlung und sogar eine Ruhezone, die sich, wie sich die Besucher selbst &#252;berzeugen konnten, gro&#223;er Beliebtheit bei den Studierenden erfreut. Bei der anschlie&#223;enden Diskussion &#252;ber das E-Book-Angebot der Bibliotheken schieden sich die Geister zwischen jenen Bibliotheken, die &#252;ber die n&#246;tigen Mittel verf&#252;gen, ihren Studierenden die Verlagspakete anbieten zu k&#246;nnen, und jenen, die noch immer darauf warten, dass die Verlage vern&#252;nftige, d.h. nicht unrealistisch &#252;berteuerte Einzeltitellizenzen anbieten. Hier  wurde eine Zusammenarbeit mehrerer Bibliotheken zur Erstellung einer gemeinsamen Strategie angedacht. </Pgraph><Pgraph>Am Abend wurden die Teilnehmer im Haus und Garten des Gastgebers und seiner Frau kulinarisch und musikalisch verw&#246;hnt &#8211; ein gro&#223;es Dankesch&#246;n an Oliver Obst.</Pgraph><Pgraph>Am zweiten Tag des Workshops wurde in Gruppenarbeit die Planung einer Medizinbibliothek durchgedacht. Die erste Gruppe plante aus der Sicht der Studierenden mit 20 Mio. Euro f&#252;r den Bibliotheksbau und 2 Mio. Euro f&#252;r den Sachbedarf, wobei 10&#37; f&#252;r Personalkosten umgewidmet werden durfte. Auff&#228;llig war, wie sich die Gruppenmitglieder mit gro&#223;er Freude mit den Studierenden identifizierten und versuchten die Devise &#8222;alles, sofort und f&#252;r alle&#8220; umzusetzen. Die zweite Gruppe, die die Wissenschaftler vertrat, verf&#252;gte &#252;ber einen Personaletat von <TextGroup><PlainText>2 Mio</PlainText></TextGroup>. Euro, von dem 10&#37; f&#252;r Sachmittel umgewidmet werden durfte. Baumittel gab es keine. Genauso gegens&#228;tzlich wie die Vorgaben waren dann auch die L&#246;sungen, wobei auffiel, dass die Gruppen entweder das Festhalten an herk&#246;mmlichen bibliothekarischen Aufgaben von Literaturbeschaffung und Informationsvermittlung bevorzugten oder auf bibliothekarische Dienstleistungen v&#246;llig verzichteten, indem fast s&#228;mtliche Vorg&#228;nge automatisiert oder outgesourct wurden. </Pgraph><Pgraph>Mit Spannung wurde von allen Teilnehmern der Vortrag von Guus van der Brekel mit dem Titel &#8222;Web 2.0 &#8211; Emerging Technologies&#8220; erwartet. Nach der Devise gestern noch gebloggt, heute schon getwittert, wurde den Teilnehmern in eindrucksvoller Weise vermittelt wie schnelllebig die zahlreichen  Anwendungen im World Wide Web sind. Kann es sich eine Bibliothek noch leisten nicht in Facebook vertreten zu sein&#63; Ist Twittern als zus&#228;tzliches Kommunikationsangebot f&#252;r die Bibliothekskunden unerl&#228;sslich&#63; Wie werden sich die Angebote der Bibliothek durch Emerging Technologies und Digital Divide ver&#228;ndern&#63; Wird der Benutzer mit der Hilfe von Augmented Reality  alle wichtigen Informationen zur Bibliothek &#252;ber sein Handy angezeigt bekommen, ohne die Homepage der Bibliothek aufzurufen, geschweige denn die Bibliothek zu betreten&#63; Wer ist der digitale Experte der Zukunft und sind die, die nicht auf den Web 2.0-Zug aufspringen die digitalen Dummies der Zukunft&#63;</Pgraph><Pgraph>Ist von den neuen Technologien die Rede, sp&#252;rt man eine deutliche Verunsicherung der Bibliothekare. Das Bewusstsein ist aber vorhanden, dass man sich dem Web 2.0 nicht verschlie&#223;en darf, wenn man in Zukunft f&#252;r die Benutzer pr&#228;sent sein m&#246;chte. Dazu wird es unerl&#228;sslich sein dar&#252;ber nachzudenken, welche der traditionellen Aufgaben einer Bibliothek weggelassen werden k&#246;nnen, um sich vermehrt den neuen Technologien zu widmen. Werden Web 2.0-Defizite erkannt, sollte das in Weiterbildungsm&#246;glichkeiten des Personals m&#252;nden. </Pgraph><Pgraph>Aufbruchsstimmung und Verharren im Bew&#228;hrten spiegeln die Ambivalenz im Bibliotheksbereich wider &#8211; das <TextGroup><PlainText>2. M&#252;nsteraner</PlainText></TextGroup> Zukunftskolloquium hat Mut gemacht, sich mit Innovationen auseinanderzusetzen, sie auszuprobieren und bei der Bew&#228;hrung im Bibliotheksalltag in der Zukunft anzuwenden.</Pgraph><Pgraph>Das Kolloquium klang mit einer F&#252;hrung des Hausherrn durch die R&#228;umlichkeiten der Bibliothek aus. Die Teilnehmer konnten sich von einer von den Studierenden rege genutzten Fachbibliothek &#252;berzeugen, in der Kommunikation und Innovation gelebt wird.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Teilnehmer am 2. M&#252;nsteraner Zukunftskolloquium, 28. und 29. Juni 2010</Mark1></Pgraph></Caption>
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