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    <ArticleType>Bericht</ArticleType>
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      <Title language="de">Bibliothek trifft auf Web 2.0</Title>
      <TitleAlternative>Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft f&#252;r Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB) e.V. vom 24.09. bis 26.09.2007 an der Universit&#228;t Ulm</TitleAlternative>
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        <Address>Kommunikations- und Informationszentrum der Universit&#228;t Ulm, 89069 Ulm, Tel: &#43;49 731 50-27184, Fax: &#43;49 731 50-26702<Affiliation>Kommunikations- und Informationszentrum der Universit&#228;t Ulm, Ulm, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>alison.hayworth&#64;uni-ulm.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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      <DatePublished>20071219</DatePublished>
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        <ISSN>1865-066X</ISSN>
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        <Issue>3</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizin - Bibliothek - Information</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Bibl Inf</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>AGMB-Jahrestagung in Ulm 2007: "Medizinbibliotheken mitten im Zentrum von (E-)Learning, Forschung und Patientenversorgung"</IssueTitle>
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    <ArticleNo>45</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Bibliothek trifft auf Web 2.0</MainHeadline>
      <Pgraph><Mark1>&#8222;Medizinbibliotheken mitten im Zentrum von (E-)Learning, Forschung und Patientenversorgung&#8220;</Mark1> &#8211; unter diesem Motto trafen sich rund 200 Teilnehmer aus Hochschulen, pharmazeutischer Industrie, Krankenhausbibliotheken sowie medizinischen Informations- und Dokumentationsstellen Deutschlands und des deutschsprachigen Auslands. Es ging um aktuelle Entwicklungen und Zukunftstrends: Wohin des Weges in Zeiten des Web 2.0 &#8211; also der Personalisierung von Online-Diensten, wie Weblogs und Wikis. Immer st&#228;rker tritt die Nutzerinteraktivit&#228;t in den Vordergrund. </Pgraph>
      <Pgraph>Dieses Jahr war man zu Gast in Ulm beim Kommunikations- und Informationszentrum (kiz) der Universit&#228;t Ulm. Professor Dr. Hans Peter Gro&#223;mann, der Leiter des kiz, stellte in seinem Festvortrag zur Er&#246;ffnung der Tagung die im Jahre 2003 integrierte neue zentrale Betriebseinheit vor, die aus Bibliothek, Rechenzentrum, Fotozentrale und Telefonie gebildet wurde. Als neuartiger Serviceprovider arbeitet das kiz daran, den Zukunftsaufgaben im Bereich von Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung gewachsen zu sein. Er erl&#228;uterte die aus der Integration gewonnenen Synergien &#8211; die Schaffung einer Dienste-Infrastruktur mit neuen Dienstleistungen, wie z.B. E-Learning-Angebote und Mediendesign. Anschlie&#223;end pr&#228;sentierte Thomas Eckert von der Universit&#228;t Ulm das derzeit gr&#246;&#223;te Klinikbauvorhaben in Baden-W&#252;rttemberg: die Verlegung der Chirurgischen Klink aus einem historischen Geb&#228;ude im Stadtgebiet in einen Neubau auf dem Campusgel&#228;nde in unmittelbarer N&#228;he der Medizinischen Klinik. Ein Kraftakt, der mit Kosten in H&#246;he von ca. 230 Mio. &#8364; veranschlagt ist und in einer Bauzeit von 5 Jahren (bis 2012) verwirklicht werden soll. Ganz Ostw&#252;rttemberg zwischen Bodensee und Aalen soll von diesem modernen, mit dem neuesten Stand der Technik ausgestatteten medizinischen Zentrum profitieren.</Pgraph>
      <Pgraph>Wie medizinische Bibliotheken nicht nur in Ulm, sondern um Ulm herum mit der Herausforderung Web 2.0 umgehen &#8211; diese Frage griffen zu Anfang der Tagung die Arbeitskreise auf. Der Arbeitskreis der Medizinbibliotheken an Hochschulen machte sich unter der Leitung von Anna Schlosser &#252;ber neue Wege auf dem Gebiet der Informationssuche und -vermittlung Gedanken. Dr. Liliana Barrio-Alvers stellte dazu die biomedizinische Suchmaschine GoPubMed (gopubmed.com) vor, ein frei zug&#228;ngliches Alternativinterface zur PubMed. Die Verschmelzung des Datenbestandes der PubMed mit den Terminologien von MeSH und Gene Ontology (GO) erm&#246;glicht eine differenzierte und beschleunigte Dokumentsuche. Anschlie&#223;end pr&#228;sentierte Bruno Bauer einen &#220;berblick &#252;ber die Einsatzm&#246;glichkeiten von Weblogs an Medizinbibliotheken anhand der Weblogs der Bibliothek der Medizinischen Fakult&#228;t Mannheim der Universit&#228;t Heidelberg (NEWSBLOG), der Universit&#228;tsbibliothek der Medizinischen Universit&#228;t Wien (UbMUW-INFO) und der Zweigbibliothek Medizin der Universit&#228;ts- und Landesbibliothek M&#252;nster. Im Zuge der daran anschlie&#223;enden Diskussion wurde deutlich, dass der Trend weg vom klassischen Newsletterformat geht und hin zum dynamischen Newsblog, also ein Informationsaustausch durch soziale Software wie Wikis und Weblogs. Der Fokus bleibt freilich weiterhin auf Serviceangeboten, Infos und Neuigkeiten der jeweiligen Bibliothek. Hinzukommen immer mehr zus&#228;tzliche Informationen der jeweiligen Universit&#228;t, z.B. Mitarbeiterpublikationen und &#8211;vortr&#228;ge sowie &#252;ber Events und aktuelle Projekte. In Wien geht man sogar einen Schritt weiter und schn&#252;rt ein lebendiges und ansprechendes Paket zusammen: Eintr&#228;ge sind gr&#246;&#223;tenteils illustriert oder mit Fotos versehen, Karikaturen und Gastbeitr&#228;ge lockern das Ganze auf. Selbstredend ist ein solcher aufwendiger Internetauftritt nur mit hohem dienstlichem und privatem Engagement seitens der Mitarbeiter zu bew&#228;ltigen. Merkmal beider Weblogs ist die M&#246;glichkeit, Beitr&#228;ge zu kommentieren und die Kommentare in die Weblogs einzubauen. W&#252;nschenswert w&#228;re, dass die Benutzer dieses Kommunikationsinstrument st&#228;rker wahrnehmen. Weitere Erfahrungen, Anwendungsm&#246;glichkeiten, und Einsteigertipps lieferte Dr. Oliver Obst von der Zweigbibliothek Medizin der Universit&#228;ts- und Landesbibliothek M&#252;nster im weiteren Verlauf der Tagung. So dient etwa Bloggen dem unmittelbaren interaktiven Informations- und Ideenaustausches. Bloggen kann auch intern angewendet werden: zwischen Bibliotheksmitarbeitern oder Projektmitgliedern innerhalb einer Institution, als Dialog nach au&#223;en z.B. zwischen Bibliothek und Benutzern, oder als internationales Forum f&#252;r Bibliothekskollegen in der ganzen Welt. Ein sichtbares und gef&#228;lliges Profil nach au&#223;en ist allemal eine gute Gelegenheit, die Bibliotheksservices zu entstauben und ihnen ein zeitgem&#228;&#223;es Gesicht zu geben. </Pgraph>
      <Pgraph>Das Konzept E-Learning gewinnt an Universit&#228;ten zunehmend an Bedeutung. Das Stichwort hei&#223;t &#8222;Blended Learning&#8220;: ob als Pflichtkurse in Informationsbeschaffung f&#252;r Studenten oder als Erg&#228;nzungsangebot zu den klassischen Medizin-Lehrveranstaltungen. Brigitte Schubnell von der Hauptbibliothek Universit&#228;t Z&#252;rich berichtete &#252;ber den Umstieg auf &#8222;Blended Learning&#8220; bei der obligatorischen Lehrveranstaltung &#8222;Praktikum Wissenstransfer&#8220;, das im 2. Semester des Medizinstudiums belegt werden muss. Diesen Stoff hatte man fr&#252;her versucht allein mit Lehrveranstaltungen zu vermitteln, was zu eher entt&#228;uschenden Ergebnisse vor allem bei der Motivation der Studenten gef&#252;hrt hatte. Die neue Mischung aus einer Einf&#252;hrungsveranstaltung, einem E-Learning-Kurs mit Online-Test, und anschlie&#223;enden &#220;bungspraktikum mit Leistungsbescheinigung (Punktvergabe) hat sich recht gut bew&#228;hrt, wobei der Arbeitsaufwand der Dozenten gleichgeblieben ist. Durch Leistungskontrollen und den interaktivischen Aspekt stieg die Motivation, wenngleich die Studenten nach wie vor finden, dass ihnen der Kurs zu bald im Studium angeboten wird. Trotzdem ist die Aktivit&#228;t der Studenten durch Selbststudium und Pr&#228;senzveranstaltungen erh&#246;ht und der Lernerfolg ist gr&#246;&#223;er. </Pgraph>
      <Pgraph>Die Integration von E-Learning in das Medizinstudium selbst wurde durch zwei Ulmer Beitr&#228;ge vertreten: das Kompetenzzentrum E-Learning in der Medizin Baden-W&#252;rttemberg stellte sein Projekt &#8222;Top 25 PJ&#8220; vor, ein E-Curriculum f&#252;r das Praktische Jahr mit F&#228;llen aus den TOP 25 der Krankenhausdiagnosen und h&#228;ufigsten Diagnosen beim Hausarzt. Und Prof. Dr. Ilse Vollmar-Hesse demonstrierte ihr Internet E-Learning-Programm HistoNet (<Hyperlink href="http:&#47;&#47;www.histonet2000.de&#47;">http:&#47;&#47;www.histonet2000.de&#47;</Hyperlink>), dessen hoher Qualit&#228;tsstandard und enorme Zugriffsraten imponieren. Das Ziel: die Verbesserung der Qualit&#228;t der Lehre durch multimediale, beliebig wiederholbare und zeitlich sowie r&#228;umlich unabh&#228;ngige Lernmedien. Das Fazit: die neuen visuellen Trainingsm&#246;glichkeiten werden als Erg&#228;nzung zur Pr&#228;senzlehre gut angenommen. Offenbar sind die Studierenden aber noch nicht bereit, ganz auf die bew&#228;hrten Pr&#228;senzveranstaltungen zur verzichten. Auch in diesem Fall gilt: die Mischung macht&#8216;s.</Pgraph>
      <Pgraph>Ein anderes Beispiel f&#252;r Web 2.0: Das Personal Digital Assistant (PDA). In den USA verbreitet, befindet sich die PDA-Bibliothek in Europa noch im Aufbau. Zwei Projekte wurden vorgestellt. Die Zweigbibliothek Medizin der Universit&#228;ts- und Landesbibliothek M&#252;nster bietet seit 2003 eine &#8222;Mobile Library&#8220; an. Dr. Obst schilderte die Vorteile eines solchen Angebots, gerade f&#252;r Klinik&#228;rzte. &#220;ber 300 Teilnehmern wurden verschiedene Produkte angeboten wie z.B. Rote Liste, Arzneimittel Pocket, und Pschyrembel. Es hat sich gezeigt, dass im stressigen Klinikalltag, wo Fragen &#252;berall auftauchen und sowohl schnell als auch pr&#228;zise beantwortet werden m&#252;ssen, der kleine Computer, der am denkbar g&#252;nstigstem Platz, in der Kitteltasche des Arztes am Krankenbett, zum Einsatz kommt, einen beachtlichen Dienst leistet. &#196;rzte haben best&#228;tigt, dass diese tragbare und auf Knopfdruck abrufbare Wissensquelle eine neue Dimension des effizienten Arbeitens in der Krankenversorgung erm&#246;glicht &#8211; bei der Diagnose, Medikamentendosierung und Therapie. Dr. Obst warf die Frage auf, ob sich eine Bibliothek eine PDA-Bibliothek aufbauen m&#252;sse, um sie zu bejahen: Neben Print- und Digitalenmedien k&#246;nnte eine Bibliothek sich gleichsam &#8222;mobil&#8220; machen und als Vorreiter von der erh&#246;hten Aufmerksamkeit profitieren. Ein Nachahmer hat sich bereits eingereiht: Nach dem Vorbild der Zweigbibliothek Medizin in M&#252;nster und als erste Institution in &#214;sterreich, wurde Anfang 2007 das PDA-Projekt &#8222;Mobile Medicine&#8220; an der Universit&#228;tsbibliothek der Medizinischen Universit&#228;t Wien gestartet, das von Helmut Dollfu&#223; vorgestellt wurde.</Pgraph>
      <Pgraph>Barrierefreier Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten in Zeitschriften und B&#252;chern im Volltext: dieses bietet das Publikationsmodel Open Access Publishing. BioMed Central, ein Open Access Publisher, leitete einen Workshop &#252;ber die Finanzierungsm&#246;glichkeiten von Open <TextGroup><PlainText>Access</PlainText></TextGroup> Publishing f&#252;r Institutionen. Universit&#228;ten und Kliniken sollten m&#246;glichst die Arbeit ihrer Autoren subventionieren, indem sie einen Fond f&#252;r das Publizieren bei einer Open Access Zeitschrift einrichten, und ihre Mitarbeitern ermuntern (oder verpflichten), ihre Arbeiten in institutionelle Repositorien (Self-Archiving) abzulegen. Hier muss noch viel &#220;berzeugungsarbeit geleistet werden, gerade im Bereich der Medizin: man muss Forschern bewusst machen, dass auch bei Open Access Zeitschriften &#8222;Peer-Reviewing&#8220; stattfindet und immer mehr Open Access Artikel in Datenbanken erschlossen und gefunden werden k&#246;nnen. Wenn man diese Bewegung unterst&#252;tzt, gibt es nur Gewinner &#8211; die Institutionen verschaffen sich und ihren Autoren h&#246;here Sichtbarkeit und Renommee, sie f&#246;rdern die Forschung, indem sie anderen Forschern kostenlosen Zugang zur wissenschaftlichen Literatur erm&#246;glichen und sie sorgen durch ihren Beitrag daf&#252;r, dass mit der Zeit die Zeitschriftenabonnementpreise gesenkt werden &#8211; was schlie&#223;lich auch zur Entlastung des Bibliotheksbudget f&#252;hren m&#252;sste. Aber auch die Bibliothek hat die Aufgabe, aktiv Werbung f&#252;r Open Access Publishing zu machen und die Wissenschaftler fachkundig zu beraten.</Pgraph>
      <Pgraph>Zum Schluss der Tagung gab Ulrich Korwitz von der Deutsche Zentralbibliothek f&#252;r Medizin die mit Spannung erwarteten Neuigkeiten zur &#196;nderung des Urheberrechts bekannt, die voraussichtlich am 01.01.2008 in Kraft treten wird. Er schickte voraus, dass eine deutliche Verteuerung der Informationsversorgung zu erwarten sei. Die wichtigste &#196;nderung f&#252;r Bibliotheken: eine elektronische Dokumentlieferung ist nicht erlaubt, wenn der Verlag ein entsprechendes Pay-per-View Angebot anbietet. Der Post- und Faxversand (auch per Digitalfax) wird weiterhin gestattet sein. Es besteht die gro&#223;e Gefahr, dass der Dokumentlieferdienst in die graue Vorzeit des konventionellen Leihverkehrsystems, sprich der klassischen Fernleihe, zur&#252;ckgeworfen wird. Diesen neuen, raueren Verh&#228;ltnissen muss sich die Bibliothek stellen: Der Lizenzerwerb muss z.B. &#252;ber Konsortien weiter ausgebaut und die Verbreitung der Open Access Initiative vorangetrieben werden, um ein noch breiteres Angebot an digitalen Texten zu gew&#228;hrleisten. Es gibt aber auch ein paar Lichtblicke. Erfreulicherweise ist auch weiterhin mit der Erweiterung der DFG Nationallizenzen (z.B. im Bereich Medizin) zu rechnen. Zudem verhandelt subito momentan &#252;ber die M&#246;glichkeit der elektronischen Belieferung von Bibliotheken und Universit&#228;tsangeh&#246;rigen in Deutschland, &#214;sterreich und der Schweiz. </Pgraph>
      <Pgraph>Hier sind innovative Schritte gefordert, denn trotz dunkel verhangenem Himmel stehen die Zeichen klar auf Handeln und Fortentwicklung: auf zum Web 2.0&#33;</Pgraph>
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