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    <Identifier>dgkh000098</Identifier>
    <ArticleType>Editorial</ArticleType>
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      <Title language="de">Die infizierte Problemwunde 2007</Title>
      <TitleTranslated language="en">The infected problem wound 2007</TitleTranslated>
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          <Lastname>Kramer</Lastname>
          <LastnameHeading>Kramer</LastnameHeading>
          <Firstname>Axel</Firstname>
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          <AcademicTitle>Prof. Dr. med.</AcademicTitle>
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        <Address>Institut f&#252;r Hygiene und Umweltmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universit&#228;t, Walther-Rathenau-Stra&#223;e 49 a, 17489 Greifswald, Deutschland, Tel.: &#43;49-(0)3834-515542, Telefax: &#43;49-(0)3834-515541<Affiliation>Institut f&#252;r Hygiene und Umweltmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universit&#228;t, Greifswald, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>kramer&#64;uni-greifswald.de</Email>
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          <Lastname>Assadian</Lastname>
          <LastnameHeading>Assadian</LastnameHeading>
          <Firstname>Ojan</Firstname>
          <Initials>O</Initials>
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          <Affiliation>Klinisches Institut f&#252;r Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, Medizinische Universit&#228;t, Wien, &#214;sterreich</Affiliation>
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          <Lastname>Hoffmann</Lastname>
          <LastnameHeading>Hoffmann</LastnameHeading>
          <Firstname>Gerd</Firstname>
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          <Affiliation>Johann Wolfgang Goethe Universit&#228;t, Institut f&#252;r Sportwissenschaften, Frankfurt&#47;Main, Deutschland</Affiliation>
        </Address>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
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      <DatePublished>20071228</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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        <ISSN>1863-5245</ISSN>
        <Volume>2</Volume>
        <Issue>2</Issue>
        <JournalTitle>GMS Krankenhaushygiene Interdisziplin&#228;r</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Krankenhaushyg Interdiszip</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>Die infizierte Problemwunde 2007 - The infected problem wound 2007</IssueTitle>
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    <ArticleNo>65</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Editorial</MainHeadline>
      <Pgraph>Nachdem 2005 die erste Tagung der DGKH &#8222;Die infizierte Problemwunde&#8220; ein &#252;berraschend gro&#223;es Echo gefunden hatte und die Kongressbeitr&#228;ge in dem aus diesem Anlass gegr&#252;ndeten frei zug&#228;ngigen eJournal &#8222;GMS Krankenhaushygiene Interdisziplin&#228;r&#8220; eine anhaltend bemerkenswert hohe Zugriffsrate haben (Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table"/>), wurde 2007 die zweite Tagung zum gleichen Rahmenthema wiederum in Berlin durchgef&#252;hrt.</Pgraph>
      <Pgraph>Im vorliegenden Volume 2, Issue 2 wurde die Veranstaltung &#8222;Die infizierte Problemwunde 2007&#8220; wiederum zu einer zusammenh&#228;ngenden Publikation mit weiterf&#252;hrenden Literaturangaben aufbereitet. Dabei wird die Gesamtdarstellung durch eine Vielzahl von Abbildungen klinisch typischer Gegebenheiten verdeutlicht. </Pgraph>
      <Pgraph>Infektionen und Heilungsst&#246;rungen von Wunden sind seit jeher gef&#252;rchtete Komplikationen nach Unf&#228;llen und Operationen. Auch heute bedeutet eine Wundheilungsst&#246;rung eine Verl&#228;ngerung des Leidens f&#252;r den Patienten und zus&#228;tzliche Kosten f&#252;r das Gesundheitswesen. Die zunehmende Anzahl alter und kranker Menschen in unserer Gesellschaft, viele von ihnen sind immobil, lassen zudem die Anzahl von Patienten mit chronischen Wunden, insbesondere druck- und durchblutungsbedingten Ulcerationen, ansteigen. Eine z&#252;gige, sichere und erfolgreiche Therapie infizierter Problemwunden ist daher nicht nur eine menschliche und &#228;rztliche Herausforderung ersten Ranges, sondern dient auch dem effizienten Einsatz von Ressourcen im Gesundheitssystem. </Pgraph>
      <Pgraph>Ausgehend von dieser Situation wurden an zwei Tagen in 7 Themenkomplexen folgende Schwerpunkte behandelt: </Pgraph>
      <Pgraph>
        <UnorderedList>
          <ListItem level="1"><Mark1>Prim&#228;re Wundkonditionierung kontaminierter traumatischer und chronischer Wunden (Doc58-Doc64):</Mark1> Die Vortr&#228;ge aus diesem Schwerpunkt besch&#228;ftigten sich insbesondere mit dem Debridement, der Wundreinigung, der antiseptischen Prim&#228;rversorgung und dem Wundmanagement akuter und chronischer Wunden einschlie&#223;lich chirurgischer Versorgung.<LineBreak></LineBreak>Differenziert wurden die Indikationen zur Wundantiseptik behandelt. Die Indikationsstellung ist abh&#228;ngig von der Wechselwirkung auf die Wunde gelangter Mikroorganismen mit dem Wirtsorganismus (Attachment, Kolonisation, kritische Kolonisation oder Infektion) bzw. sie kann aus epidemiologischen Gesichtspunkten gegeben sein (z.B. Kolonisation mit MRSA). F&#252;r die Indikation m&#252;ssen Stadium, Schwere, Lokalisation und der Grad der Kontamination&#47;Infektion der Wunde bewertet werden. Des Weiteren ist die Frage nach den Folgen einer m&#246;glichen Infektion entscheidend. Umso verschmutzter, komplizierter und infektionsgef&#228;hrdeter eine Wunde ist, umso gr&#246;&#223;er ist die Rolle der Antiseptik. W&#228;hrend bei einer oberfl&#228;chlichen, kontaminierten Wunde die Dekontamination und die Wundauflage im Vordergrund stehen und die Antiseptik ggf. nur pr&#228;ventiv durchgef&#252;hrt wird, ist bei kritischer Kolonisation oder Infektion die Antiseptik entscheidender Teil der Therapie.</ListItem>
          <ListItem level="1"><Mark1>Pr&#228;vention postoperativer Wundinfektionen und interdisziplin&#228;re Empfehlungen (Doc55-Doc57):</Mark1> Im Mittelpunkt stand die Vorstellung und Diskussion der &#8222;Richtlinie zur Pr&#228;vention postoperativer Wundinfektionen&#8220; der Kommission f&#252;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&#228;vention beim Robert Koch-Institut Berlin, des aktuellen Bearbeitungsstands der &#8222;Interdisziplin&#228;ren Konsensusempfehlung zur antiseptischen Behandlung akuter und chronischer Wunden&#8220; sowie neuer Anforderungen an die chirurgische H&#228;ndedesinfektion mit dem sich daraus ergebenden ver&#228;nderten Prozedere. Diese Leitlinien und Empfehlungen sind Richtschnur und Hilfe f&#252;r den klinisch T&#228;tigen in seiner t&#228;glichen Praxis. </ListItem>
          <ListItem level="1"><Mark1>Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) zur Verbesserung der Wundheilung (Doc52-Doc54):</Mark1> Als naturnahes Wundbehandlungsverfahren hat wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) als spezielle Form der W&#228;rmestrahlung mit hohem Penetrationsverm&#246;gen sein Leistungsverm&#246;gen &#8211; eingebettet in ein therapeutisches Gesamtkonzept &#8211; in prospektiven, randomisierten, kontrollierten, doppelblinden klinischen Studien unter Beweis gestellt. Dominierende Wirkungen sind Schmerzreduktion mit geringerem Schmerzmittelverbrauch, Minderung von Entz&#252;ndung und Hypersekretion, verbesserte Wundheilung bei akuten und chronischen Wunden, weniger Wundheilungsst&#246;rungen und Wundinfektionen und damit tendenziell k&#252;rzerer Krankenhausaufenthalt. </ListItem>
          <ListItem level="1"><Mark1>Indikationen und Wirksamkeit von Medihoney (Doc50-Doc51):</Mark1> Medizinischer Honig ist ein innovatives antiseptisches Therapeutikum, das erfolgreich zur Behandlung akuter oder chronischer Wunden, die eine Applikation von Medihoney&#8482; zulassen, eingesetzt wird. Bevorzugte Einsatzbereiche sind hochgradig immunsupprimierte Patienten mit chemotherapie-bedingten Wundheilungsst&#246;rungen, Wundantiseptik bei p&#228;diatrischen Patienten in der H&#228;matologie-Onkologie und kardiochirurgische Sternuminfektionen bei Neugeborenen mit angeborenem Herzfehler. Bei &#252;bel riechenden Wunden oder exophytisch wachsenden Tumoren wird der sozial stigmatisierende Geruch in wenigen Tagen beseitigt.</ListItem>
          <ListItem level="1"><Mark1>Befunde zur Nutzen-Risiko-Bewertung von Octenidin, Polihexanid, Iodophoren, Silber und Chitosan sowie entsprechender Wundauflagen (Doc39-Doc49):</Mark1> Der Einsatz der Antiseptika wurde einer ausf&#252;hrlichen Nutzen-Risiko-Analyse unterzogen, wobei auch antiseptische Wundauflagen in die Bewertung eingeschlossen wurden. Als Fazit l&#228;sst sich ableiten, dass Octenidin-basierte Wundantiseptika als Wirkstoff der ersten Wahl f&#252;r infizierte akute Wunden anzusehen sind und bei entsprechender Verd&#252;nnung auch zur Behandlung infizierter chronischer Wunden in Frage kommen. F&#252;r schlecht heilende chronische und f&#252;r sehr empfindliche Wunden (z. B. Verbrennungswunden) gilt Polihexanid aufgrund der Gewebevertr&#228;glichkeit und der Wundheilungsf&#246;rderung als Mittel der 1. Wahl. Geeignet sind Polihexanid-basierte Wundantiseptika aber auch zur antiseptischen Prim&#228;rversorgung traumatischer stark verschmutzter Wunden. Mit Polihexanid ausger&#252;stete Wundauflagen sind nicht nur antiseptisch effektiv, sondern stimulieren die Wundheilung. Auf Grund der positiven Wirkung auf Chondrocyten ist PVP-Iod als Mittel der Wahl bei Gelenkempyem zu sehen. Eine wesentliche Einschr&#228;nkung ist die Resorptionstoxizit&#228;t bei Einsatz an Patienten mit manifester Hyperthyreose. Auf Grund der hohen Zytotoxizit&#228;t von Silber sind bei seinem Einsatz in Wundauflagen m&#246;glichst solche zu bevorzugen, die kein Silber in die Wundumgebung abgeben, um die Wundheilung nicht negativ zu beeinflussen. <LineBreak></LineBreak>Als neuer Wirkstoff wurde Chitosan vorgestellt. Das nat&#252;rliche Biopolymer wird aus den H&#252;llen von Meerestieren (Krabben, Shrimp-Schalen) gewonnen und stellt die deacylierte Form von Chitin dar. Aufgrund der Aminogruppe in der C-2-Position der Glucosamineinheit ist es antimikrobiell wirksam, da es in seiner kationischen Form an die anionische Zellwand von Bakterien binden kann. Das Wirkungsspektrum umfasst Pilze, Bakterien und Viren. In Textilien ist es aliphatischen Aminen, Quats und Ag&#47;Zn&#47;Cu-Zeoliten an Wirksamkeit &#252;berlegen. In Knochenzement wird die Wirkung von Gentamycin durch Nanopartikel von Chitosan verst&#228;rkt. In Wundauflagen bleibt die mikrobiostatische Wirkung auch in Gegenwart von Protein f&#252;r etwa 3 h erhalten, w&#228;hrend die Wirkung einer silberbeschichteten Wundauflage durch Protein komplett aufgehoben wurde. </ListItem>
          <ListItem level="1"><Mark1>Aktuelle Entwicklungen (Doc34-Doc38):</Mark1> In diesem Schwerpunkt wurden sowohl methodische Innovationen als auch neue Behandlungsverfahren sowie die pr&#228;operative Versiegelung der Hautflora als neue M&#246;glichkeit der pr&#228;operativen Infektionspr&#228;vention behandelt. <LineBreak></LineBreak>Die Laser-Scan-Mikroskopie erm&#246;glicht die quantitative Charakterisierung der Wundheilung einschlie&#223;lich von im Gewebe befindlichen Mikroorganismen in vivo, was zu prinzipiell neuen Erkenntnissen gef&#252;hrt hat. <LineBreak></LineBreak>Fliegenmaden haben seit l&#228;ngerem ihren etablierten Platz in der Behandlung vor allem chronischer infizierter Wunden bei &#228;lteren Patienten wegen des schonenden Debridements. Ihre antiseptische Wirkung ist mit der von Antiseptika vergleichbar, wobei die Vorteile des Biodebridements und der Wundheilungsf&#246;rderung hinzukommen.<LineBreak></LineBreak>Die Stimulation der Wundheilung durch pulsierenden Gleichstrom ist in vitro und in vivo belegt. Es l&#228;sst sich zus&#228;tzlich eine antibakterielle Wirkung nachweisen, die aber als Erkl&#228;rung f&#252;r die Wundheilungsf&#246;rderung allein als nicht ausreichend anzusehen ist. Hauptanwendungsgebiet sind chronische Wunden. F&#252;r die Effektivit&#228;t bei chronischen ven&#246;sen Ulcera cruris ergab eine Cochrane-Analyse aus dem Jahr 2006 allerdings keine Evidenz. F&#252;r Druckulcera ist die Evidenz unklar, so dass weitere Studien empfohlen werden. Problematisch ist die Empfehlung von optimaler Dosis und Intervall, weil das in den Studien differierte.</ListItem>
          <ListItem level="1"><Mark1>Qualit&#228;tssicherung der Wundversorgung, Anforderungen an das ambulante Wundmanagement (Doc30-Doc33):</Mark1> Am Beispiel der diabetischen Fu&#223;bettung wurden die Initiativen zur Qualit&#228;tssicherung im Bereich der Hilfsmittelversorgung dargestellt. Die Qualit&#228;tsoffensive des Bundesinnungsverbands f&#252;r Orthop&#228;die-Technik hat 2003 die Patientenversorgung in den Mittelpunkt gestellt und in Form einer Leitlinie die Versorgungsabl&#228;ufe, Strukturen, Prozesse und Versorgungsergebnisse tansparent und nachvollziehbar gemacht. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Anforderungen an das ambulante Wundmanagement aus &#228;rztlicher, pflegerischer, haftungs- und strafrechtlicher Sicht. </ListItem>
        </UnorderedList>
      </Pgraph>
      <Pgraph>Die DGKH hat mit der Tagung 2007 &#8222;Die infizierte Problemwunde &#8211; Pr&#228;vention von Wundinfektionen und Therapieoptionen f&#252;r infizierte Wunden&#8220; erneut ein Forum f&#252;r den Wissens- und Gedankenaustausch zwischen Forschern, Klinikern, Therapeuten und der Industrie geschaffen, auf dem neben der Fachdiskussion zu den wissenschaftlichen Vortr&#228;gen auf der kleinen, aber informativen Industrieausstellung mit Pr&#228;sentation neuer Entwicklungen ausreichend Platz f&#252;r die weiterf&#252;hrende Diskussion blieb. Dabei lag der Schwerpunkt der Tagung eindeutig nicht nur auf der theoretischen Grundlagenforschung, sondern in gleicher Weise auf der praktischen Anleitung und Hilfe f&#252;r die t&#228;gliche klinische Praxis. </Pgraph>
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              <Mark1>Tabelle 1: Zugriffe auf Volume 1 von GMS Krankenhaushygiene Interdisziplin&#228;r</Mark1>
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